Die Erfindung betrifft ein Schloss mit Falle und mit einer im Schlossgehäuse
drehbar gelagerten Nuss, wobei die Nuss zum Rückzug der Falle gegen die Rückstellkraft
einer Feder von einer Normalstellung in eine Betätigungsstellung drehbar ist,
die Nuss und die Feder von einem Kunststoffteil gebildet sind und die Nuss von der
vorgespannten Feder in der Normalstellung gehalten ist.
Ein derartiges Schloss für Zimmertüren ist im Stand der
Technik bekannt aus der DE 10100 763 A1.
Falle und Drückernuss werden dort von einer Feder beaufschlagt. Die Falle sowie
der Riegel sind aus Kunststoff gefertigt. Der Riegel bildet eine integrierte Zuhaltung
aus. Der Riegel ist rechts und links umstellbar.
Aus der FR 2222874 ist ein
Schloss vorbekannt, dessen Falle von einem Arm einer Drückernuss zurückgezogen
werden kann. Die Drückernuss besteht aus Kunststoff und besitzt einen ihr angeformten
Arm, der die Drückernussfeder ausbildet. Dieser bogenförmig ausgebildete
Federschenkel ist an einem Vorsprung des Gehäuses befestigt und bildet mit
einem Fortsatz gleichzeitig die Fallenfeder aus.
Kunststofffedern und insbesondere solche Kunststofffedern, die materialeinheitlich
mit der Drückernuss verbunden sind, haben den Nachteil, dass sie nicht längere
Zeit in einer Vorspannung gehalten werden, ohne dass diese verloren geht. Diese
Setzungsphänomene führen bei einem gattungsgemäßen Schloss dazu,
dass der Drückernuss bzw. dem in der Drückernuss steckenden Drücker
nur eine geringe Gegenkraft entgegengesetzt wird.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, Maßnahmen anzugeben,
die diesem Setzungseffekt einer vorgespannten Kunststofffeder entgegenwirken.
Gelöst wird die Aufgabe durch die in den Ansprüchen angegebene
Erfindung. Jeder Anspruch stellt eine eigenständige Lösung der Aufgabe
dar und ist mit jedem anderen Anspruch in beliebiger Form kombinierbar.
Es ist zunächst und im Wesentlichen eine Rast vorgesehen, die
unmittelbar nach Verlassen der Normalstellung des Schlosses zu überwinden ist.
Die Haltekraft, die überwunden werden muss, setzt sich somit aus der Federkraft,
die im Laufe der Zeit nachgeben kann, und der Rastkraft zusammen. Die Federkraft
kann sehr stark im Laufe der Zeit abnehmen, ohne dass die Haltekraft in nennenswerter
Weise reduziert wird, da die Rastkraft unabhängig von den Setzungseigenschaften
des Kunststoffes ist und erhalten bleibt. In einer bevorzugten Ausgestaltung der
Erfindung ist vorgesehen, dass die Rast einer Feder zugeordnet ist. Die Feder kann
eine Vielzahl von Federarmen aufweisen. Zumindest ein Federarm ist in der Normalstellung
vorgespannt. Ein zweiter Federarm liegt vor einer Raststufe. Dabei kann dieser zweite
Federarm bogenartig gespannt sein. Die Haltekraft, die diese und evtl. eine erste
Feder aufbringen muss, braucht dabei lediglich dem Drehmoment zu entsprechen, das
der Drücker auf die Nuss ausübt. Da unmittelbar mit der Drehbetätigung
der Nuss aus der Normalstellung in Richtung der Betätigungsstellung die Rast
zu überwinden ist, wird die fühlbare Gegenkraft von der Rastkraft aufgebracht.
Die Rast kann eine Raststufe bzw. einen Rastwulst ausbilden. Dieser kann dem ersten
Federarm zugeordnet sein. Ein Ende einer Abwinklung des zweiten Federarmes kann
vor dieser Raststufe bzw. dem Rastwulst liegen. Der Rastwulst kann ein Bogenwulst
sein. Das vor diesem Bogenwulst liegende Ende der Abwinklung des zweiten Federarmes
kann gerundet sein. Es bildet einen gerundeten Rastabschnitt. Die Raststufe bzw.
der Rastwulst ist vorzugsweise dem freien Ende des ersten Federarmes zugeordnet.
Dieser erste Federarm liegt vor einer gehäusefesten Anschlagschulter. Dieses
Widerlager kann von einer Abwinklung des Schlossbodens gebildet sein. Der erste
Federarm liegt vorzugsweise entfernt von seinem Ende am Widerlager an. Die Falle
und ein Riegel können ebenfalls aus Kunststoff gefertigt sein. Die Fallenfeder
kann aus Kunststoff bestehen. Sie ist aber vorzugsweise aus Stahl.
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird nachfolgend anhand
beigefügter Zeichnungen erläutert. Es zeigen:
1 eine Seitenansicht auf ein Schloss gemäß
Ausführungsbeispiel mit abgenommenem Schlossdeckel und
2 eine Ausschnittsvergrößerung gemäß
Linie II in 1.
Das Schloss besitzt eine Stulpe 14 mit zwei Fenstern. Ein
erstes Fenster dient dem Durchtritt des Kopfes einer Falle 2. Das zweite
Fenster dient dem Durchtritt eines Kopfes eines Riegels 13. Die Falle
2 und Riegel 13 bestehen aus Kunststoff. Der Riegel
13 besitzt eine integrierte, ebenfalls aus Kunststoff bestehende Zuhaltung.
Der umwendbare Riegel ist mittels eines Schlüssels, der in ein Schlüsselloch
des Schlosses einsteckbar ist, vor- und zurückschließbar. Die Falle stützt
sich an einer von einer Stahlblattfeder gebildeten Fallenfeder 12 ab. Die
Fallenfeder 12 ist eine Haarnadelfeder und im Schlossboden gelagert. Ein
Abschnitt der Haarnadelfeder 12 stützt sich an einem Zentralbereich
einer Nuss 3 ab.
Die Nuss 3 besteht aus Kunststoff. Sie besitzt
einen integral der Nuss angeformten Arm 10, mit welchem die Nuss
3 an einem Angriffsnocken 11 der Falle 2 angreift. Durch
Drehen der Nuss 3 im Uhrzeigersinn, kann die Falle zurückgezogen werden.
Etwa in Gegenüberlage zum Nussarm 10 ragen vom Zentralbereich
der Nuss 3 insgesamt vier Federarme 4, 5, 6,
7 etwa in Radialrichtung fächerartig ab. Diese Federarme
4, 5, 6, 7 sind dem Nusskörper
3 integral angeformt. Der Nusskörper 3 kann als Spritzgussteil
gefertigt werden, wobei bei der Nussfertigung der Zentralkörper mit den Speichen
15, der Nussarm 10 und die Federarme 4, 5,
6, 7 gleichzeitig gefertigt werden.
Im Schlossboden ist eine Zunge freigeschnitten und rechtwinklig abgebogen.
Diese Zunge bildet ein Widerlager 9 aus. An diesem Widerlager
9 stützt sich ein erster Federarm 4 ab. Bei diesem Federarm
4 handelt es sich ebenso wie bei den übrigen Federarmen
5, 6, 7 um blattfederartige Strukturen. Der vorgespannte
Federarm 4 stützt sich mit einem Abschnitt, der entfernt vom Ende
des Federarmes 4 sich befindet, an dem Widerlager 9 ab.
Wie insbesondere der 2 zu entnehmen ist,
bildet das Ende des Federarmes 4 einen gerundeten Rastwulst 8
aus. Es handelt sich um einen Bogenwulst.
Anstelle dieses Bogenwulstes 8 kann das Ende des Federarmes
4 aber auch eine Stufe oder eine Schräge aufweisen. Wesentlich ist,
dass sich vor dem Rastwulst 8 bzw. der Raststufe oder Rastschräge
ein Element der Nuss 3, insbesondere ein Ende 5'' eines weiteren
Federarmes 5 abstützt. Das Ende 5'' ist das Ende einer etwa
rechtwinkligen Abwinklung 5' des Federarmes 5. Diese Abwinklung
5' liegt mit einer geringen Vorspannung vor der Rast 8. Der gerundete
Abschnitt des Endes 5'' liegt in einer Art Kehle vor dem Rastwulst
8. Aus den Zeichnungen ist zu erkennen, dass die Federarme 5,
6, 7 leicht durchgebogen, also vorgespannt sein können bzw.
sind.
Die Vorspannung dieser Kunststofffederarme 4, 5,
6, 7 erlahmt im Laufe der Zeit, so dass die Kraft bzw. das Drehmoment,
welches zum Drehen der Nuss 3 erforderlich ist, ohne Einwirkung der Rast
abnehmen würde. Beim Ausführungsbeispiel liegt der zweite Federarm
5 mit seinem Ende 5'' jedoch vor der vom ersten Federarm
4 gebildeten Rast. Wird jetzt die Nuss 3 im Uhrzeigersinn gedreht,
so verbiegt sich der erste Federarm 4 bogenförmig. Dabei wandert das
den Rastwulst 8 tragende Ende des Federarmes 4 im Gegenuhrzeigersinn,
da es jenseits des Widerlagers 9 liegt. Einhergehend damit erhöht
sich die Vorspannung auf den zweiten Federarm 5. Diese Vorspannung kann
sich erst entlasten, wenn das gerundete Ende 5'' der Abwinklung
5' über den Rastwulst 8 gleitet. Dies ist erst möglich,
wenn die Rastkraft erreicht wird. Die Rastkraft wird im Wesentlichen unmittelbar
nach Beginn der Drehung der Nuss 3 aus der in 1
dargestellten Normalstellung überwunden.
Rückwärtig des zweiten Federarmes 5 befindet sich
ein dritter Federarm 6, welcher ebenfalls eine Abwinklung 6' besitzt.
Diese Abwinklung 6' stützt sich etwa im Bereich der Abwinkelstelle
des zweiten Federarmes 5 am zweiten Federarm 5 ab. Rückwärtig
des dritten Federarmes 6 befindet sich ein vierter Federarm 7,
dessen Ende ebenfalls eine Abwinklung 7' ausbildet, mit der sich dieser
Federarm 7 an der Abwinkelstelle des dritten Federarmes abstützt.
An diesen Abwinkelstellen können ebenfalls Rasten vorgesehen sein.
Alternativ zu dem in den Zeichnungen dargestellten Ausführungsbeispiel
kann die Rast auch dem Gehäuse zugeordnet sein. Beispielsweise kann ein Rastnocken
dem Schlossboden zugeordnet sein und vor einem Abschnitt der Nuss 3 oder
eines Federarmes liegen.
Alle offenbarten Merkmale sind (für sich) erfindungswesentlich.
In die Offenbarung der Anmeldung wird hiermit auch der Offenbarungsinhalt der zugehörigen/beigefügten
Prioritätsunterlagen (Abschrift der Voranmeldung) vollinhaltlich mit einbezogen,
auch zu dem Zweck, Merkmale dieser Unterlagen in Ansprüche vorliegender Anmeldung
mit aufzunehmen.