Stand der Technik
Die Erfindung geht aus von einer Vorrichtung zum Betreiben einer Grenzstromsonde
nach der Gattung des unabhängigen Anspruchs. Ferner betrifft die Erfindung
ein Gaskonzentrationsmesssystem.
Eine Lambda-Regelung ist, in Verbindung mit einem Katalysator, heute
das wirksamste Abgasreinigungsverfahren für den Ottomotor. Erst im Zusammenspiel
mit heute verfügbaren Zünd- und Einspritzsystemen können sehr niedrige
Abgaswerte erreicht werden. Die heute verwendeten Katalysatortypen haben die Eigenschaft,
Kohlenwasserstoffe, Kohlenmonoxid und Stickoxide bis zu mehr als 98% abzubauen,
falls der Motor in einen Bereich von etwa 1% um das stöchiometrische Luft-Kraftstoff-Verhältnis
mit Lambda = 1 betrieben wird. Dabei gibt der Lambda-Wert an, wie weit das tatsächlich
vorhandene Luft-Kraftstoff-Gemisch von dem zur vollständigen Verbrennung theoretisch
notwendigen Massenverhältnis von 14,7 kg Luft zu 1 kg Benzin abweicht. Lambda
ist hierbei der Quotient aus zugeführter Luftmasse und theoretischem Luftbedarf.
Als Sensorelemente zur Bestimmung der Konzentration des Restsauerstoffs
in einem Abgas haben sich insbesondere Breitband-Lambdasonden als auch Grenzstromsonden
bewährt. Aus der DE 101 56 248 A1
ist beispielsweise ein Sensor zur Messung der Konzentration einer Gaskomponente
in einem Gasgemisch bekannt, der sowohl als Breitband-Sensor mit einer Pumpzelle
betrieben werden kann, als auch nach dem Grenzstromprinzip. Bei einer nach diesem
Prinzip arbeitenden Sonde sind vorzugsweise auf einem Festkörperelektrolyt
zwei Elektroden angeordnet, wobei die erste Elektrode dem Abgas zugewandt ist und
die zweite über eine Diffusionsbarriere vom Abgas getrennt ist. Der Festkörperelektrolyt
besteht in der Regel aus einem mit Yttriumoxid stabilisiertem Zirkondioxid und ist
bei einer Betriebstemperatur > 600 C° für Sauerstoffionen leitend.
Zum Betreiben der Sonde wird an den Elektroden eine Pumpspannung angelegt, deren
höheres Potenzial an der Außenelektrode liegt und somit die Anode bildet.
Durch diese Pumpspannung werden Sauerstoffionen von der Kathode zur Anode, also
von der Innenelektrode zur Außenelektrode gepumpt. Da das Nachfließen
von Sauerstoffmolekülen aus dem Abgas in den die Innenelektrode umgebenden
Hohlraum durch eine Diffusionsbarriere behindert ist, erreicht auch der Pumpstrom
oberhalb eines Pumpspannungs-Schwellenwerts eine Stromsättigung, den so genannte
Grenzstrom. Dieser Grenzstrom ist der Sauerstoffkonzentration im Abgas proportional.
Dieses Funktionsprinzip ist beispielsweise bei Riegel et al.: Exhaust gas sensors.
In: Automotive electronics handbook Kapitel 6, Herausgeber: Jürgen, Ronald,
McGrawhill, 1995 beschrieben.
Riegel et al. ist ferner zu entnehmen, dass die Pumpspannungen einer
solchen Grenzstromsonde sich typischerweise im Bereich zwischen wenigen 100 Millivolt
bis 1 Volt bewegen. Die Pumpströme variieren in Abhängigkeit der Gaskonzentration
im Bereich von Mikroampere bis zu Milliampere. Zur Messung des Grenzstromes wird
typischerweise eine Anordnung, wie sie aus der DE
101 56 248 A1 bekannt ist, gewählt, bei der der Spannungsabfall über
einen im Pumpstromkreis angeordneten Messwiderstand abgegriffen wird. Bei einem
Abgas in der Nähe des stöchiometrischen Verhältnisses von Lambda
= 1 ist typischerweise ein Pumpstrom von ca. 1 Mikroampere zu erwarten, sodass beispielsweise
über einen Messwiderstand von 1000 Ohm eine Spannung von 1 Millivolt abfällt.
Um mit der Auswerteelektronik auch für kleine Spannungen eine gute Messauflösung
zu erzielen, ist es typischerweise das Bestreben, diesen Messwiderstand möglichst
groß zu wählen.
Vorteile der Erfindung
Bei der erfindungsgemäßen Vorrichtung mit den Merkmalen
des unabhängigen Anspruchs wird in überraschender Weise nicht ein möglichst
großer Innenwiderstand bzw. Messwiderstand einer Strommessvorrichtung gewählt,
sondern in vorteilhafter Weise ein innerer Widerstand der kleiner als 200 Ohm ist.
Die Strommessvorrichtung erfasst hierbei einen durch eine erste und zweite Elektrode
einer Grenzstromsonde fließenden Strom.
Dieses Vorgehen hat den Vorteil, dass sich insbesondere charakteristische
Zeiten der Grenzstromsonde – wie beispielsweise Reaktionszeit oder Betriebsbereitschaft
– verkürzen.
So liegt in vorteilhafter Weise bei einem Einschalten der Grenzstromsonde
die Betriebsbereitschaft der Sonde deutlich früher vor, als bei Sonden, deren
Strommessvorrichtungen im Hinblick auf die Strommessung optimiert wurden. Ferner
lässt sich in vorteilhafter Weise durch das erfindungsgemäße Verfahren
die Reaktionszeit, die eine Grenzstromsonde benötigt, um auf eine Veränderung
der Gaskonzentration zu reagieren, verkürzen.
Durch die in den Unteransprüchen aufgeführten Maßnahmen
sind vorteilhafte Weiterbildungen und Verbesserungen des in dem unabhängigen
Anspruch angegebenen Verfahrens möglich.
In einer weiteren Ausgestaltung ist es vorgesehen, den inneren Widerstand
so festzulegen, dass eine charakteristische Zeit der Grenzstromsonde einen Schwellenwert
unterschreitet. Wobei ferner der Schwellenwert in Abhängigkeit der Einsatzbedingungen
der Grenzstromsonde festgelegt wird; und wobei ferner die charakteristische
Zeit der Grenzstromsonde eine Reaktionszeit der Grenzstromsonde und/oder eine Betriebsbereitschaft
der Grenzstromsonde sein kann.
Dieses Vorgehen hat den Vorteil, dass die Vorrichtung nicht im Hinblick
auf Eigenschaften der Strommessung optimiert wird, sondern im Hinblick auf eine
Reaktionszeit und/oder Betriebsbereitschaft der Grenzstromsonde.
Ferner ist es vorteilhaft, eine Strommessvorrichtung vorzusehen, die
den Pumpstrompfad der Grenzstromsonde im Wesentlichen nicht mit einem Widerstand
belastet. Gemäß einer weiteren Ausführungsform kann eine solche Strommessvorrichtung
als Transimpedanzverstärker ausgestaltet sein.
Zeichnungen
Ausführungsbeispiele der Erfindungen sind in den Zeichnungen
dargestellt und in der nachfolgenden Beschreibung näher erläutert. Es
zeigen
1 schematisch ein Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen
Grenzstromsonde mit einem Messwiderstand;
2 ein erfindungsgemäßes Ausführungsbeispiel
mit einem Transimpedanzverstärker;
3 einen zeitlichen Verlauf des Pumpstroms bei einer
Änderung des Luft-Kraftstoff-Verhältnisses.
Offenbarung der Erfindung
1 zeigt beispielhaft eine Grenzstromsonde
100 zur Bestimmung der Konzentration von Gaskomponenten in einem Gasgemisch
mit einer zugehörigen Vorrichtung 200 zum Betreiben der Grenzstromsonde.
Die Grenzstromsonde umfasst in einem unteren Bereich eine Heizung 160,
in einem mittleren Bereich einen Messraum 130 mit einer ersten Elektrode
140 und in einem oberen Bereich eine zweite Elektrode 150. Zwischen
der ersten Elektrode, der Innenpumpelektrode 140, und der zweiten Elektrode,
der Außenpumpelektrode 150, erstreckt sich ein Festkörperelektrolyt,
der zusammen mit den beiden Elektroden eine Pumpzelle 120 bildet. Die dem
Gasgemisch bzw. Messgas zugewandte Außenpumpelektrode 150 ist durch
eine Schutzschicht 110 gegenüber dem Messgas 10 geschützt.
Ferner weist die Pumpzelle 120 in einem zentralen Bereich eine Öffnung
105 auf, durch die das Messgas 10 über eine Diffusionsbarriere
135 in den Messraum 130 und somit zur Innenpumpelektrode
140 gelangt.
Durch Anlegen einer Heizspannung UH werden der Gassensor
und insbesondere die Pumpzelle 120 auf eine Betriebstemperatur gebracht,
bei der der Festkörperelektrolyt eine ausreichend hohe Sauerstoffionen-Leitfähigkeit
aufweist.
Selbstverständlich ist der erfindungsgemäße Gegenstand
nicht auf eine in 1 dargestellte Grenzstromsonde beschränkt,
sondern kann auch in vergleichbaren Sondentypen eingesetzt werden. Insbesondere
kann die Innenpumpelektrode 140 in einem Referenzkanal angeordnet sein
und nicht mit dem Abgas, sondern mit einem Referenzgas, vorzugsweise Luft in Verbindung
stehen. Darüber hinaus kann die Außenpumpelektrode 150, insbesondere
bei einer Sonde mit Referenzkanal, statt mit einer Schutzschicht 110 mit
einer Diffusionsschicht versehen sein.
Die Vorrichtung 200 zum Betreiben der Grenzstromsonde
100 beaufschlagt die beiden Elektroden 140, 150 der Pumpzelle
120 mit einer Pumpspannung Up. Die Pumpspannung Up wird über eine
Spannungsquelle 220 zur Verfügung gestellt. Im dargestellten Beispiel
wird die Außenpumpelektrode 150 mit einer positiven Spannung und die
Innenpumpelektrode 140 mit einer negativen Spannung beaufschlagt. Zwischen
der Spannungsquelle 220 und der Außenpumpelektrode 150 ist
ein Messwiderstand 240 angeordnet, über dem der Pumpstrom Ip
ausgehend von der über dem Messwiderstand 240 abfallenden Spannung
UIp, bestimmt wird. Zur Messung des Spannungsabfalls UIp ist
parallel zum Messwiderstand 240 ein Operationsverstärker
210 angeordnet, der ein Ausgangssignal Ua zur Verfügung
stellt, das proportional zum fließenden Pumpstrom Ip ist. Messwiderstand
240 und Operationsverstärker 210 bilden hierbei beispielhaft
eine Strommessvorrichtung 250.
Bei einem Mager-Betrieb der Brennkraftmaschine, also bei einem Betrieb,
bei dem der Brennkraftmaschine mehr Luft zugeführt wird, als durch den eingespritzten
Kraftstoff verbrannt werden kann, liegt auch im Abgas eine hohe Sauerstoffkonzentration
vor. Eine zu dieser Sauerstoffkonzentration proportionale Sauerstoffmenge steht
auch an den Innenpumpelektroden 140 an. Aufgrund der an den Elektroden
anliegenden Pumpspannung wird der Sauerstoff in Form von Sauerstoffionen über
den Festkörperelektrolyt der Pumpzelle 120 aus dem Messgasraum
130 zur Außenpumpelektrode 150 gepumpt. Die Zuströmung
weiteren Sauerstoffs aus dem Abgas/Messgas 10 in den Messraum
130 wird über die Diffusionsöffnung 105 und der Diffusionsbarriere
135 behindert, sodass hierdurch der über die Pumpzelle 120
fließende Sauerstoff-Ionenstrom begrenzt wird und der Pumpstrom Ip einen Grenzstrom
erreicht. Dieser Grenzstrom ist im Wesentlichen proportional zur O2-Konzentration
des Abgases/Messgases 10.
Bei Vorliegen eines stöchiometrischen Luft-Kraftstoff-Verhältnisses,
also bei einem Lambdawert = 1, wird die zugeführte Luftmenge theoretisch vollständig
durch den vorhandenen Kraftstoff verbrannt, sodass im Abgas im Wesentlichen kein
Sauerstoffvorhanden ist. In der Nähe eines Lambda-Werts = 1 werden daher keine
oder nur geringe Mengen Sauerstoff vom Messraum 130 der Pumpzelle
120 zur Außenpumpelektrode 150 gefördert, sodass auch
nur ein sehr geringer Pumpstrom Ip in Höhe weniger Mikroampere fließt.
Um derart geringe Ströme sinnvoll über einen Messwiderstand
240 zu messen, ist es standardmäßig vorgesehen, einen Messwiderstand
von etwa 1 kOhm oder mehr vorzusehen, sodass am Messwiderstand insbesondere bei
geringen Lambdawerten Spannungen UIp von einigen Millivolt abfallen.
Eine Verkleinerung des Messwiderstands führt zwangsläufig auch zu einer
Verkleinerung der an diesem Widerstand abfallenden Spannung, wobei aufgrund der
unvermeidlich vorhandenen Störsignale die Gefahr besteht, dass das eigentliche
Spannungssignal im Rauschen verschwindet. Daher gab es bislang keine Bemühungen,
Messwiderstände unterhalb von 1 kOhm vorzusehen.
Untersuchungen zeigen jedoch, dass der Messwiderstand einen signifikanten
Einfluss auf die Dynamik bzw. der Reaktionszeit als auch der Betriebsbereitschaft
der Gassonde hat. Mit Dynamik wird hierbei die Schnelligkeit der Gassonde bzw. des
gesamten Gasmesssystems bezeichnet, mit der der Grenzstrom einer sich im Abgas ändernden
Gaskonzentration folgen kann. Die Betriebsbereitschaft – auch häufig
Light-Off-Zeit genannt – kennzeichnet die Zeit, die zwischen einem Einschalten
der Sonde und einer ersten relevanten Möglichkeit zur Bestimmung der Gaskonzentration
verstreicht. In überraschender Weise haben sich hier innere Widerstände
der Strommessvorrichtung von weniger als 200 Ohm bewährt.
3 zeigt schematisch den Verlauf des Pumpstroms Ip(&lgr;)
über der Zeit, wobei die Kurve 1 einem Verlauf mit einem kleinen Messwiderstand
R1 und die Kurve 2 einem Verlauf mit einem großem Messwiderstand R2 entspricht.
Hierbei sei angenommen, dass zu einem Zeitpunkt t_0 der Lambda-Wert des Messgases
von einem ersten &lgr;_x auf einen zweiten Wert Lambda &lgr;_y wechselt. Wie
dargestellt, steigt der Pumpstrom Ip(&lgr;) ab dem Zeitpunkt t_0 rasch an, um
sich dann asymptotisch dem neuen Lambdawert &lgr;_y zu nähern. Hierbei zeigt
sich, dass bei einem kleinen Messwiderstand R1 der zum Lambdawert &lgr;_y proportionale
Grenzpumpstrom Ip(&lgr;_y) rascher erreicht wird als bei einem größeren
Widerstand R2.
Zur Normierung bzw. Festlegung eines Schwellenwertes für die
Dimensionierung eines Messwiderstands kann beispielsweise die Zeit betrachtet werden,
die der Pumpstrom Ip(&lgr;) benötigt, um 63% der Strom- bzw. Gaskonzentrationsänderung
zu erreichen. Über diese Zeit lässt sich die Dynamik bzw. Reaktionszeit
des Gassensors definieren. Im dargestellten Beispiel erreicht der Grenzstrom die
63%-Schwelle bei einem Innenwiderstand R1 < R2 nach einer Reaktionszeit t_1 und
mit einem Widerstand R2 > R1 nach einer Reaktionszeit t_2 > t_1.
Für eine effektive Abgasnachbehandlung und/oder eine gezielte
Verbrennungsführung ist es vorteilhaft, bereits frühzeitig auf Änderungen
im Abgas zur reagieren. Abhängig von den Einsatzbedingungen der Grenzstromsonde
kann nun ein Schwellenwert für die Reaktionszeit festgelegt werden. Beispielsweise
kann es für bestimmte Einsatzbedingungen wünschenswert sein, die Reaktionszeit
t_2 als Schwellenwert festzulegen. Um zu kürzeren Reaktionszeiten zu gelangen,
wäre dann ein Messwiderstand auszuwählen, der kleiner ist, als der zweite
Messwiderstand R2.
In 2 ist ein weiteres Ausführungsbeispiel
dargestellt, wobei gleiche Bezugszeichen die aus 1
bekannten Merkmale kennzeichnen. Wie bereits in 1 gezeigt,
wird eine Gassonde 100 mit einer Vorrichtung 200 betrieben. Im
Gegensatz zu 1 ist der Strommessvorrichtung
250 bestehend aus dem Messwiderstand 240 und der Operationsverstärker
210 durch eine alternative Strommessvorrichtung 300 ersetzt. Die
Strommessvorrichtung 300 ist als ein so genannter Transimpedanzverstärker
ausgeführt. Hierbei ist der nicht-invertierende Eingang eines Operationsverstärkers
310 mit der Spannungsquelle 220 und der invertierende Eingang
mit der Außenpumpelektrode 150 verbunden. Das Signal am invertierenden
Eingang des Operationsverstärkers 310 ist über einen Widerstand
320 an den Ausgang des Operationsverstärkers 310 gegengekoppelt.
Am Ausgang des Operationsverstärkers steht eine zum Pumpstrom Ip proportionale
Spannung Ua zur Verfügung. Eine derartige, erfindungsgemäße
Ausgestaltung hat den Vorteil, dass der Pumpstromkreis nicht mit einem zusätzlichen
Messwiderstand belastet wird, da eine solche Schaltung dem Stromfluss praktisch
keinen Widerstand entgegen bringt. Die Reaktionszeit des gesamten Gas-Konzentrations-Messsystem
wird somit gegenüber einem herkömmlichen Vorgehen mit einem Messwiderstand
deutlich verkürzt.
In einer weiteren Ausführungsform ist es vorgesehen, den Messwiderstand
240 der Strommessvorrichtung 250 gemäß 1
möglichst klein zu wählen, vorzugsweise kleiner 200 Ohm. Der Widerstandswert
des Messwiderstands 240 bzw. ein innerer Widerstand einer Strommessvorrichtung
250, 300 kann hierbei beispielsweise in Abhängigkeit einer
Reaktionszeit bzw. Dynamik des Sensors festgelegt werden. Insbesondere kann für
bestimmte Einsatzbedingungen ein Schwellenwert der Reaktionszeit
festgelegt werden, die durch geeignete Wahl des Messwiderstands zu unterschreiten
ist.
Beispielsweise kann eine Einsatzbedingung durch ein Aufheizen des
Katalysators oder einer Abgasregelstrategie vorgeben sein. Ferner kann eine Einsatzbedingung
auch über die gewünschte und/oder erforderliche Betriebsbereitschaft der
Sonde definiert werden.
Ferner hat sich auch gezeigt, dass insbesondere Strommessvorrichtungen
mit einem inneren Widerstand von < 150 Ohm charakteristische Zeiten der Sonde
besonders vorteilhaft verkürzen.
Bezüglich der Betriebsbereitschaft der Sonde ist ein kleiner
Messwiderstand ebenfalls vorteilhaft. Im Einzelnen setzt sich die an die Pumpzelle
angelegte Spannung aus den Spannungsabfällen am Messwiderstand 240,
dem Innenwiderstand der Pumpzelle 120 sowie der sich ergebenden Nernstspannung
der belasteten Pumpzelle 120 zusammen. Der Spannungsabfall am Innenwiderstand
der Sonde entspricht der effektiv wirkenden Pumpspannung, also der Spannung, die
in einen Pumpstrom umgesetzt wurde. In Abhängigkeit von der Gaszusammensetzung
wird als Folge der Gaszutrittsbegrenzungen die Nernstspannung der unbelasteten Pumpzelle
von der Nernstspannung der belasteten Zelle abweichen. Die Differenz dieser beiden
Spannungen stellt die eigentliche Pumpspannungsreserve der Sonde dar. Diese Pumpspannungsreserve
fällt größer aus, wenn der Spannungsabfall am Messwiderstand
240 durch Verwendung eines kleinen Messwiderstands klein gehalten wird.
Da beim Einschalten der Sonde der temperaturabhängige Innenwiderstand der Pumpzelle
120 noch sehr groß sein kann, ist besonders bezüglich der Light-off-Zeit
für fetten oder mageren Warmlauf – also der Zeit, ab der relevante Messungen
möglich sind – eine erhöhte Pumpspannungsreserve durch die Wahl
eines kleinen Messwiderstands 240 vorteilhaft.