Die Erfindung betrifft einen Wärmetauscher und ein Getriebe mit
einem Wärmetauscher nach der im Oberbegriff von Anspruch 1 näher definierten
Art.
Bei modernen, hoch betasteten Fahrzeuggetrieben muss das Getriebeöl
auf für das System unkritische Temperaturen gekühlt werden. Insbesondere
in Gebieten mit einer hohen Umgebungstemperatur und bei Fahrzeugen, bei denen aus
Gründen der Geräuschreduzierung eine Kapselung des Getriebes vorgesehen
ist, sind entsprechende Kühleinrichtungen in Form eines Wärmetauschers
vorgesehen. Wärmetauscher werden in der Regel zur zusätzlichen Kühlung
des Getriebeöls eingesetzt, können aber während der Warmlaufphase
des Getriebes auch zur Erwärmung des Getriebeöls Verwendung finden.
Die heute bekannten Wärmetauscher sind entweder Öl/Luft-
oder Öl/Wasser-Wärmetauscher und werden als zusätzliche Komponenten
an geeigneter Stelle im Fahrzeug montiert. Öl/Wasser-Wärmetauscher können
auch in den Motorkühlkreislauf des Fahrzeugs integriert sein.
In der DE 103 15 684 A1
ist ein Getriebe offenbart, das ein Getriebegehäuse aufweist, welches einen
Bereich umfasst, in dem Zahnräder rotieren. Das Getriebe weist auch einen Wärmetauscher
auf, der in dem Getriebe erzeugte und an ein Getriebeschmiermittel übergebene
Wärme aufnimmt und an ein Kühlmittel zum Abtransport der Wärme vom
Getriebe weg abgibt. In dem Getriebegehäuse außerhalb des Bereichs, in
dem die Zahnräder rotieren, ist eine Vertiefung vorgesehen, die vom Getriebeschmiermittel
durchströmt wird und in der der Wärmetauscher angeordnet ist. Eine Ausbildungsform
zeigt, dass auf der Saugseite einer das Getriebeschmiermittel fördernden Pumpe
ein Bypass-Ventil vorgesehen ist, das eine Umgehung des Wärmetauschers bei
Temperaturen des Getriebeschmiermittels unterhalb eines vorgegebenen Grenzwertes
ermöglicht.
Nachteile des Stands der Technik sind unter anderem, dass für
das baulich getrennte Bypass-Ventil zusätzliche Schnittstellen benötigt
werden, welche gegen Leckage abgedichtet werden müssen. Zudem erfordert ein
vom Wärmetauscher und zu kühlendem oder erwärmendem Aggregat baulich
getrennter Bypass einen entsprechenden baulichen Aufwand und somit zusätzliche
Herstellungskosten.
Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Kühlsystem
effizienter zu gestalten und die Nachteile des Standes der Technik zu beseitigen.
Die der Erfindung zugrunde liegende Aufgabe wird durch ein, auch die
kennzeichnenden Merkmale des Anspruchs 1 aufweisendes, gattungsgemäßes
Getriebe mit einem Wärmetauscher mit integriertem Bypass-Ventil bzw. durch
einen Wärmetauscher mit den Merkmalen des Anspruchs 14 gelöst.
Ein Getriebe weist ein Getriebegehäuse auf, welches einen Bereich
umfasst, in dem Zahnräder rotieren. Das Getriebe weist auch einen Wärmetauscher
auf, der in dem Getriebe erzeugte und an ein Getriebeschmiermittel übergebene
Wärme aufnimmt und an ein Kühlmittel zum Abtransport der Wärme vom
Getriebe weg abgibt. Im Getriebegehäuse außerhalb des Bereichs, in dem
die Zahnräder rotieren, ist eine Vertiefung vorgesehen, die vom Getriebeschmiermittel
durchströmt wird und in der der Wärmetauscher angeordnet ist.
Vorteilhafterweise stellt der Wärmetauscher ein separates Bauteil
dar, das in die Vertiefung im Getriebegehäuse einsetzbar ist. Der Wärmetauscher
kann mit lediglich einem durch ein Dichtmittel abgedichteten Flansch gehalten werden,
der beispielsweise von einem Sicherungsring gestützt wird. Das Dichtmittel
und der Flansch können mit dem Wärmetauscher auch einteilig ausgebildet
sein.
Zu Wartungs- und Montagezwecken ist der Wärmetauscher in der
Vertiefung vorteilhafterweise von außerhalb des Gehäuses zugängig.
Der Wärmetauscher kann beispielsweise als Rohrbündel-Wärmetauscher
oder als Platten-Wärmetauscher ausgebildet sein.
In einer Ausgestaltungsvariante ist das Kühlmittel zum Abtransport
der Wärme vom Getriebe mit einem Kühler außerhalb des Getriebes verbunden.
Besonders vorteilhaft ist die Ausgestaltung dann, wenn das Kühlmittel zum Abtransport
der Wärme vom Getriebe ein Kühlmittel im Kühlkreislauf eines Verbrennungsmotors
ist, der das Getriebe antreibt.
Das Kühlmittel ist vorzugsweise eine auf Wasser basierende Flüssigkeit
und das Getriebeschmiermittel eine auf Öl basierende Flüssigkeit.
Durch eine vorteilhafte Ausführung und Anordnung der Kanäle
für das Getriebeschmiermittel bildet das Getriebegehäuse direkt das Gehäuse
für den Wärmetauscher. Dadurch erfolgt eine Zwangsführung des gesamten
geförderten Getriebeschmiermittels über den Wärmetauscher. Hierdurch
wird der Wirkungsgrad des Wärmetauschers verbessert und eine kleine und kompakte
Bauweise erreicht. Durch kurze Kanäle und einen großen Strömungsquerschnitt,
die durch die konsequente Integration in das Getriebegehäuse dargestellt werden
können, ergibt sich ein sehr niedriger Druckabfall. Zur Ölführung,
Abdichtung und Befestigung sind nur einfache und kostengünstige
Adaptionsteile notwendig. Einfache und bewährte Technik auch bezüglich
des Anschlusses des Kühlmittels ohne zusätzliche Abdichtungselemente ist
gewährleistet.
Trotz des hohen Integrationsgrades ist eine einfache Nachrüstmöglichkeit
und Demontierbarkeit ohne Demontage des gesamten Getriebes möglich.
Die einfache Bauweise und die wenigen Schnittstellen erzeugen niedrige
Herstellungskosten. Gleichzeitig wird ein sehr guter Schutz des Wärmetauschers
vor Beschädigungen oder sonstigen mechanischen Einflüssen erreicht.
Erfindungsgemäß weist der Wärmetauscher ein am Wärmetauscher
angeordnetes Bypass-Ventil auf, das eine Umgehung des Wärmetauschers ab einem
vorgegebenen Unter- bzw. Überdruck ermöglicht.
Einn Unterdruck entsteht, wenn sich der Durchflusswiderstand in der
Vertiefung, welche vom Getriebeschmiermittel durchströmt wird und in der der
Wärmetauscher angeordnet ist, vergrößert und die Saugseite einer
das Getriebeschmiermittel fördernden Pumpe mit einer Auslassöffnung der
Vertiefung verbunden ist.
Ein Überdruck entsteht, wenn sich der Durchflusswiderstand in
der Vertiefung vergrößert und die das Getriebeschmiermittel fördernde
Pumpe zwischen einem Ölsumpf des Getriebes und einer Einlassöffnung der
Vertiefung angeordnet ist. Ein größerer Durchflusswiderstand kann beispielsweise
entstehen, wenn die Temperatur des Getriebeschmiermittels unterhalb eines vorgegebenen
Grenzwertes liegt und/oder im Getriebeschmiermittel Verschmutzungen enthalten sind.
Herrscht ein solcher Unter- bzw. Überdruck vor, so wird über das am Wärmetauscher
angeordnete Bypass-Ventil eine Verbindung zu entsprechenden Bypass-Kanälen
hergestellt. Diese Bypass-Kanäle sind vorteilhafterweise direkt in das Getriebegehäuse
integriert. Die Funktion des Wärmetauschers und die Bypass-Funktion werden
durch ein Dichtelement voneinander getrennt. Das Dichtelement kann beispielsweise
als Kunststoff- oder Metallrohr ausgebildet sein.
Das am Wärmetauscher angeordnete Bypass-Ventil wird automatisch
mit dem Einbau des Wärmetauschers in das Getriebegehäuse montiert, wodurch
eine hohe Systemsicherheit gewährleistet ist. Durch das am Wärmetauscher
angeordnete Bypass-Ventil und die im Getriebegehäuse integrierten Bypass-Kanäle
kann die Bypass-Funktion durch eine sehr kompakte Bauweise realisiert werden. Durch
die integrierte Bypass-Funktion können im Vergleich mit einer baulich getrennten
Bypass-Funktion entsprechende Schnittstellen reduziert werden und somit das Problem
von Leckagen vermieden werden. Durch eine geschickte Anordnung der Bypass-Kanäle
im Getriebegehäuse ist der bauliche Aufwand für die Bypass-Funktion minimal
und somit kostengünstig.
Das am Wärmetauscher angeordnete Bypass-Ventil kann vorzugsweise
als Sitzventil ausgebildet sein, welches einen Ventildeckel und eine Ventildeckelfeder
umfasst. Ebenso ist es denkbar, dass das Bypass-Ventil als Kugel- oder Schieberventil
ausgebildet ist.
Im Folgenden wird das Grundprinzip der Erfindung, welche mehrere Ausführungsformen
zulässt, an Hand einer Zeichnung beispielhaft näher erläutert.
Es zeigen:
1 eine schematische Darstellung eines Fahrzeugs mit
Wärmetauscher und Bypass-Ventil nach dem Stand der Technik,
2 eine Ausführungsform eines Wärmetauschers
mit integriertem Bypass-Ventil, während einer Getriebeölkühlung und
3 den Wärmetauscher nach 2
während einer Bypass-Funktion.
Die 1 zeigt eine schematische Darstellung
eines Fahrzeuges 2 mit einem Antriebsmotor 4, der über eine
Reibungskupplung 6 auf ein Getriebe 8 einwirkt. Das Getriebe
8 ist über eine Abtriebswelle 10 mit einem Differenzial
12 verbunden, das über je eine Halbachse 14 ein Fahrzeugrad
16 antreibt. Die Reibungskupplung 6 wird von einem Aktuator
18 betätigt, der über eine Signalleitung 20 mit einer
Steuerung 22 verbunden ist. Das Getriebe 8 wird von einem Getriebesteller
24 betätigt, der auf dem Gehäuse 26 des Getriebes
8 angeordnet ist und der über eine Leitung 28 mit der Steuerung
22 verbunden ist. Im Gehäuse 26 ist ein Wärmetauscher
30 eingesetzt, der über zwei Kühlmittelleitungen 32
und 34 mit dem Motor 4 und dessen Kühlmittel verbunden ist.
Das aufgewärmte Kühlmittel wird in einem Fahrzeugkühler
36 heruntergekühlt. Alternativ kann ein am Fahrzeug 2 montierter
Kühler 38 mit dem Wärmetauscher 30 über die Kühlmittelleitungen
40, 42 verbunden sein, in dem dann das Kühlmittel des Wärmetauschers
30 heruntergekühlt wird. Der Wärmetauscher 30 ist über
eine Öleinlassöffnung 58 mit einem Ölsumpf 64 und
über eine Ölauslassöffnung 60 mit einer Ölpumpe
62 verbunden, die Öl zu Zahnrädern 66, 68 in
einem Bereich des Getriebegehäuses 26 führt. Bei Öltemperaturen
unterhalb eines vorgegebenen Grenzwertes durchströmt das Getriebeöl nicht
den Wärmetauscher 30, sondern wird durch ein baulich getrenntes Bypass-Ventil
70 gepumpt, wodurch der Wärmetauscher 30
umgangen wird.
Die 2 zeigt den erfindungsgemäßen
Wärmetauscher 30 mit integriertem Bypass-Ventil 48, welcher
im Getriebegehäuse 26 angeordnet ist. Über eine Einlassöffnung
44 gelangt Kühlmittel in das Innere des Wärmetauschers
30, welches den Wärmetauscher 30 über eine Auslassöffnung
46 wieder verlässt. In dem Getriebegehäuse 26 ist der
Wärmetauscher 30 in einer Vertiefung 56 so angeordnet, dass
das von der Ölpumpe 62 aus dem Ölsumpf 64 angesaugte
Getriebeöl durch eine Öleinlassöffnung in die Vertiefung
56 eintritt und dort den Wärmetauscher 30 umströmen
kann. Zwangsgeführt verlässt das Getriebeöl die Vertiefung
56 an einer Ölauslassöffnung wieder und wird in Richtung auf
die Ölpumpe 62 abgesaugt, die das Öl zu Zahnrädern
66, 68 in einem Bereich des Getriebegehäuses 26
führt.
Durch die Anordnung des Wärmetauschers 30 in der Vertiefung
56 des Getriebegehäuses 26, durch die durch die Ölpumpe
62 das Getriebeöl zwangsweise geführt wird, wird eine optimale
Kühlung des gesamten Getriebeöls erreicht.
Der Wärmetauscher 30 weist ein am Wärmetauscher
30 angeordnetes Bypass-Ventil 48 auf, das eine Umgehung des Wärmetauschers
30 ab einem vorgegebenen Unterdruck ermöglicht. Das Bypass-Ventil
48 ist als Sitzventil ausgebildet und umfasst einen Ventildeckel
52 und eine Ventildeckelfeder 50. Das Getriebegehäuse
26 weist einen Ventilsitz 54 auf, an welchem der Ventildeckel
52 des Bypass-Ventils 48 im nichtbetätigten Zustand anliegt.
Ist das Bypass-Ventil 48 nicht betätigt, so wird der Wärmetauscher
30 von dem über die Ölpumpe 62 aus dem Getriebesumpf
64 angesaugten Getriebeöl umströmt. Über Hydraulikleitungen
74 wird das Getriebeöl vom Ölsumpf 64 in die Vertiefung
56, in der der Wärmetauscher 30 angeordnet ist, und von dort
zur Ölpumpe 62 bzw. zu den Zahnrädern 66,
68 geführt. Die Funktion des Wärmetauschers 30 und die
Bypass-Funktion werden durch ein Dichtelement 72 voneinander getrennt.
Die 3 zeigt den Wärmetauscher
30 nach 2 während der Bypass-Funktion.
Das Bypass-Ventil 48 ist noch im nichtbetätigten Zustand dargestellt.
Die Ventildeckelfeder 50 ist derart ausgebildet, dass ab einem bestimmten
Unterdruck in der Vertiefung 56, in der der Wärmetauscher
30 angeordnet ist, über den Ventildeckel 52 des Bypass-Ventils
48 eine Verbindung zu entsprechenden Bypass-Kanälen 76 hergestellt
wird. Diese Bypass-Kanäle 76 sind vorteilhafterweise direkt in das
Getriebegehäuse 26 integriert. Die Funktion des Wärmetauschers
30 und die Bypass-Funktion werden durch das Dichtelement 72 voneinander
getrennt. Im betätigten Zustand des Bypass-Ventils 48, also wenn in
der Vertiefung 56 ein bestimmter Unterdruck vorherrscht, liegt der Ventildeckel
52 nicht mehr am Ventilsitz 54 an. Somit wird der Wärmetauscher
30, der in der Vertiefung 56 angeordnet ist, nicht mehr von dem
von der Ölpumpe 62 aus dem Getriebesumpf 64 angesaugten Getriebeöl
umströmt. Über Hydraulikleitungen 74 wird das Getriebeöl
vom Ölsumpf 64 über das Bypass-Ventil 48, durch den
vom Dichtelement 72 begrenzten Bereich und die Bypass-Kanäle
76 zur Ölpumpe 62 bzw. zu den Zahnrädern 66,
68 geführt.
- 2
- Fahrzeug
- 4
- Antriebsmotor
- 6
- Reibungskupplung
- 8
- Getriebe
- 10
- Abtriebswelle
- 12
- Differenzial
- 14
- Halbachse
- 16
- Fahrzeugrad
- 18
- Aktuator
- 20
- Signalleitung
- 22
- Steuerung
- 24
- Getriebesteller
- 26
- Gehäuse
- 28
- Leitung
- 30
- Wärmetauscher
- 32
- Kühlmittelleitung
- 34
- Kühlmittelleitung
- 36
- Fahrzeugkühler
- 38
- Kühler
- 40
- Kühlmittelleitung
- 42
- Kühlmittelleitung
- 44
- Einlassöffnung
- 46
- Auslassöffnung
- 48
- integriertes Bypass-Ventil
- 50
- Ventildeckelfeder
- 52
- Ventildeckel
- 54
- Ventilsitz
- 56
- Vertiefung
- 58
- Öleinlassöffnung
- 60
- Ölauslassöffnung
- 62
- Ölpumpe
- 64
- Ölsumpf
- 66
- Zahnrad
- 68
- Zahnrad
- 70
- Bypass-Ventil
- 72
- Dichtelement
- 74
- Hydraulikleitungen
- 76
- Bypass-Kanäle