| Dokumentenidentifikation |
DE102006030815A1 03.01.2008 |
| Titel |
Verfahren zur Herstellung hochfester Zungenvorrichtungen , Zungenschienen und/oder Backenschienen sowie Zungenvorrichtung, Zungenschiene und/oder Backenschiene sowie Schienenauszügen und Isolierstöße |
| Anmelder |
Deutsche Bahn AG, 10785 Berlin, DE |
| Erfinder |
Zoll, Andreas, 14774 Brandenburg, DE |
| DE-Anmeldedatum |
30.06.2006 |
| DE-Aktenzeichen |
102006030815 |
| Offenlegungstag |
03.01.2008 |
| Veröffentlichungstag im Patentblatt |
03.01.2008 |
| IPC-Hauptklasse |
C22C 38/38(2006.01)A, F, I, 20060630, B, H, DE
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| IPC-Nebenklasse |
C21D 9/04(2006.01)A, L, I, 20060630, B, H, DE
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| Zusammenfassung |
Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Herstellung eines hochfesten Gleisteils aus Stahl, insbesondere einer Zungenvorrichtung, Zungenschiene und/oder Backenschiene. Ferner bezieht sich die Erfindung auf eine Zungenvorrichtung, Zungenschiene und/oder Backenschiene, die aus Stahl hergestellt ist, sowie Schienenauszüge und Isolierstöße. Ein erfindungsgemäßes Weichenbauteil aus Stahl zeichnet sich dadurch aus, dass das Gleisteil aus Stahl einer chemischen Richtanalyse mit 0,3 bis 0,4% C, 0,7 bis 0,9% Si, 0,6 bis 0,8% Mn, 2,2 bis 3,0% Cr, Rest Eisen sowie üblichen verschmelzungsbedingten Verunreinigungen hergestellt ist. Nach einer Abkühlung aus der Walzwärme und Ausbildung eines bainitischen Grundgefüges wird es bei ruhender Luft abgekühlt. Als Abkühlung in ruhender Luft wird hierbei eine Abkühlung ohne Einsatz von technischen Belüftungsmitteln verstanden. Insbesondere wird das langsam abkühlende Weichenbauteil nicht mit Düsen angeblasen. Das Weichenbauteil weist nun eine Zugfestigkeit von 1300 bis 1550 N/mm2 und eine Bruchdehnung > 10% auf. Derartig hergestellter bainitischer Schienenstahl ist naturhart, d. h. ohne zusätzliche Wärmebehandlung nach dem Austenitisieren verwendbar.
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| Beschreibung[de] |
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Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Herstellung eines
hochfesten Gleisteils aus Stahl, insbesondere einer Zungenvorrichtung, Zungenschiene
und/oder Backenschiene. Ferner bezieht sich die Erfindung auf eine Zungenvorrichtung,
Zungenschiene und/oder Backenschiene, die aus Stahl hergestellt ist sowie Schienenauszüge
und Isolierstöße.
Aufgrund der Geschwindigkeitszunahme von Zügen nehmen die Anforderungen
an den Gleisoberbau zu. Dabei wird gefordert, dass insbesondere Schienen und Weichen
einen hohen Widerstand gegen Verschleiß, Verquetschungen und Ermüdungsschäden
aufweisen. Des Weiteren sollen eine Bruchsicherheit und eine Eignung zum Schweißen
gegeben sein. Diese Forderungen begründen den Einsatz von Schienen mit Zugfestigkeiten
von mindestens 1100 N/mm2.
Aus EP 1 003 920 B1
ist ein Gleisteil bzw. ein Verfahren zur Herstellung eines solchen bekannt, bei
dem Stahl einer chemischen Richtanalyse mit 0,3 bis 0,6 % C, 0,8 bis 1,5 % Si, 0,7
bis 1,0 % Mn, 0,9 bis 1,4 % Cr, 0,6 bis 1,0 % Mo, Rest Eisen sowie üblichen
verschmelzungsbedingten Verunreinigungen nach einer Abkühlung aus der Walzwärme
und Ausbildung eines bainitischen Grundgefüges einer Zugfestigkeit von ungefähr
1100 N/mm2 zunächst einer Vorbehandlungsstufe unterzogen wird. Hierbei
wird der Stahl mit der bainitischen Grundstruktur auf eine Temperatur T4 mit 400°C
< T4 < 550°C erwärmt und sodann gesteuert derart abgekühlt,
dass der Stahl nach der Vorbehandlung eine Zugfestigkeit von zumindest 1200 N/mm2
aufweist. Im Anschluss daran wird er auf eine Temperatur T1 mit 750°C <
T1 < 920°C angewärmt, anschließend auf eine Temperatur T2 mit
450°C < T2 < 250°C in einem Polymer-Wassergemisch, in einer Salzschmelze
oder in einem Pulver beschleunigt abgekühlt, erneut auf eine Temperatur T3
> T2 mit 400°C < T3 < 560°C erwärmt und bei der Temperatur
T3 über eine Zeit t1 mit 60 min < t1 < 150 min gehalten und anschließend
auf Raumtemperatur abgekühlt.
Nachteil von einer Zungenvorrichtung, Zungenschiene und/oder Backenschiene,
eines Schienauszuges oder Isolierstoßes des Standes der Technik sind hoher
Verschleiß, Rollkontaktermüdungsschäden und plastische Deformationen
der Belasteten Bereiche, wie des Zungenanfanges bis hin zu Ausbrüchen der Zungen-
und der Backenschienen die somit häufige Instandsetzungsarbeiten, insbesondere
Schleifen, nach sich ziehen. Hierdurch wird insbesondere maßgeblich die Liegedauer
der Bauteile negativ beeinflusst.
Insbesondere die derzeitig verwendeten perlitischen Standardmaterialien
(R350HT) genügen diesen enormen Belastungen nicht und zeigen die o.g. Schädigungen
auf. Dieser perlitische Werkstoff mit einer Zugfestigkeit von ≥ 1180 N/mm2
erhält durch eine Wärmebehandlung zwar eine erhöhte Verschleißfestigkeit,
neigt jedoch auch in seiner feinperlitischen Ausführung unter den derzeitigen
Belastungen zur Oberflächenrissbildung, den so genannten Rollkontaktermüdungsschäden.
Der vorliegenden Erfindung liegt das Problem zugrunde, ein Verfahren
zur Herstellung eines Gleisteils der eingangs genannten Art bzw. ein Weichenbauteil
selbst derart weiterzubilden, dass sich mit einem vereinfachten Herstellungsverfahren
eine hohe Festigkeit und Verschleißresistenz bei Erhöhung der Lebensdauer
ergibt, so dass insbesondere ein Einsatz in hochbeanspruchten Weichen und anderen
Gleisbauteilen erfolgen kann.
Ein erfindungsgemäßes hoch belastetes Gleisbauteile aus
Stahl zeichnet sich dadurch aus, dass das Gleisteil aus Stahl einer chemischen Richtanalyse
mit 0,3 bis 0,4 % C, 0,7 bis 0,9 % Si, 0,6 bis 0,8 % Mn, 2,2 bis 3,0 % Cr, Rest
Eisen sowie üblichen verschmelzungsbedingten Verunreinigungen hergestellt ist.
Nach einer Abkühlung aus der Walzwärme und Ausbildung eines bainitischen
Grundgefüges wird es bei ruhender Luft abgekühlt. Als Abkühlung in
ruhender Luft wird hierbei eine Abkühlung ohne Einsatz von technischen Belüftungsmitteln
verstanden. Insbesondere wird das langsam abkühlende Weichenbauteil nicht mit
Düsen angeblasen.
Das Weichenbauteil weist nun eine Zugfestigkeit von 1300 bis 1550
N/mm2 und eine Bruchdehnung > 10 % auf.
Derartig hergestellter bainitischer Schienenstahl ist naturhart, d.h.
ohne zusätzliche Wärmebehandlung nach dem Austenitisieren verwendbar.
Vorteilhaft kann das Gleisteil zusätzlich spannungsarmgeglüht
werden, um Spannungen die aus dem Herstellungsprozess entstehen abzubauen.
Weitere Einzelheiten, Vorteile und Merkmale der Erfindung ergeben
sich nicht nur aus den Ansprüchen, den diesen zu entnehmenden Merkmalen –
für sich und/oder in Kombination –, sondern auch anhand der nachfolgenden
Beschreibung von Ausführungsbeispielen.
Besondere Vorteile der Erfindung sind:
- – Keine aufwändige Nachbehandlung des bainitischen Stahls in unterschiedlichen
Temperaturbereichen mit jeweils unterschiedlichen Haltedauern,
- – Minderung der Rollkontaktermüdungsschäden an der Bauteiloberfläche,
- – Reduzierung der Aufwendungen für die Instandhaltung,
- – Senkung der Lebenszyklus-Kosten (LCC) für Bauteil und Anlage,
Die Erfindung wird nachstehend anhand eines Beispiels näher erläutert.
Ein Stahl mit einer chemischen Richtanalyse von 0,3 bis 0,4 % C, 0,7
bis 0,9 % Si, 0,6 bis 0,8 % Mn, 2,2 bis 3,0 % Cr, Rest Eisen sowie üblichen
verschmelzungsbedingten Verunreinigungen wird durch Walzen zu einem Gleisteil geformt,
um durch Abkühlen aus der Walzwärme ein Gefüge mit bainitischer Grundstruktur
und einer Festigkeit von 1300 bis 1550 N/mm2 zu erzielen.
Daraufhin wird das Weichenbauteil auf Raumtemperatur bei ruhender
Luft insbesondere in einer Halle abgekühlt. Hierbei wird das Weichenbauteil
weder mittels Düsen angeblasen. Ein geringfügiger Luftstrom z.B. infolge
geöffneter Hallentore ist unschädlich.
Durch diese Wärmebehandlung ergibt sich ein bainitisches Gefüge
mit den Eigenschaften Zugfestigkeit 1300 bis 1550 N/mm2 und Bruchdehnung
> 10 %.
Ein entsprechendes Weichenbauteil/Gleisbauteil wird daraufhin mit
einer Schiene insbesondere der Güte R260 bzw. R350HT durch eine Verbindungsschweißung
verbunden und in das Gleis eingebaut
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| Anspruch[de] |
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Verfahren zur Herstellung eines hochfesten Schienenstahls, insbesondere
einer Zungenvorrichtung, Zungenschiene und/oder Backenschiene, Schienenauszüge
und Isolierstöße und anderen hoch belasteten Gleisbauteilen,
dadurch gekennzeichnet, dass Stahl einer chemischen Richtanalyse mit 0,3
bis 0,4 % C, 0,7 bis 0,9 % Si, 0,6 bis 0,8 % Mn, 2,2 bis 3,0 % Cr, Rest Eisen sowie
üblichen verschmelzungsbedingten Verunreinigungen nach einer Abkühlung
aus der Walzwärme und Ausbildung eines bainitischen Grundgefüges einer
Zugfestigkeit von 1300 bis 1550 N/mm2 bei ruhender Luft abgekühlt
wird.
Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass wenn notwendig
das Gleisteil spannungsarmgeglüht wird um Spannungen die aus dem Herstellungsprozess
entstehen abzubauen.
Verfahren nach einem der vorigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
dass der Stahl mit bainitischem Grundgefüge mit einer Schiene insbesondere
der Güte R260 bzw. R350HT durch eine Verbindungsschweißung verbunden und
in das Gleis eingebaut wird.
Weichenbauteil aus Stahl hergestellt nach einem Verfahren nach mindestens
einem der vorigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Gleisteil aus
Stahl einer chemischen Richtanalyse mit 0,3 bis 0,4 % C, 0,7 bis 0,9 % Si, 0,6 bis
0,8 % Mn, 2,2 bis 3,0 % Cr, Rest Eisen sowie üblichen verschmelzungsbedingten
Verunreinigungen hergestellt ist, ein bainitisches Grundgefüge, eine Zugfestigkeit
von 1300 bis 1550 N/mm2 und eine Bruchdehnung > 10 % aufweist.
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