Die Erfindung betrifft magnetische Vielfachzugriffsspeicher-Zellen
(MRAM-Zellen) und insbesondere MRAM-Zellen, welche eine Magnetisierung entlang mehrerer
Achsen verwenden, und Verfahren zu deren Betrieb.
Magnetische Vielfachzugriffsspeicher(MRAM)-Einrichtungen werden immer
wichtiger als möglicher Ersatz für herkömmliche RAM-Speicherstrukturen
wie beispielsweise dynamische und statische RAM-Strukturen. MRAM-Einrichtungen zeigen
ähnliche Zugriffsgeschwindigkeiten und eine größere Immunität
hinsichtlich Strahlung verglichen mit herkömmlichen DRAM-Strukturen und SRAM-Strukturen
und benötigen vorteilhafterweise keine angelegte Energie zum Halten ihres logischen
Zustandes.
1 zeigt ein Blockdiagramm einer herkömmlichen
MRAM-Zellenstruktur. Die MRAM-Zellenstruktur weist im Allgemeinen eine so genannte
freie Schicht 102 auf, eine Referenzschicht 104 und einen Barrierenübergang
106 zwischen denselben. Die freie Schicht 102 und die Referenzschicht
104 werden gebildet aus Materialien, welche eine bestimmte magnetische
Orientierung (auch bezeichnet als magnetische Ausrichtung) besitzen, wobei ihre
relativen Orientierungen entweder parallel zueinander sind, in welchem Fall die
MRAM-Zelle einen relativ niedrigen Tunnel-Magneto-Widerstand zwischen der oberen
Elektrode 110a und der unteren Elektrode 110b aufweist, oder anti-parallel,
in welchem Fall die MRAM-Zelle einen relativ hohen Tunnel-Magneto-Widerstand zwischen
der oberen Elektrode 110a und der unteren Elektrode 110b aufweist.
Die freie Schicht 102 weist beispielsweise ein Material auf
oder besteht aus einem solchen, welches eine niedrigere magnetische Koerzitivkraft
aufweist und kann daher einfacher neu ausgerichtet werden verglichen mit der Referenzschicht
104, welche ihre magnetische Polarisation beibehalten soll. Der Zustand
der MRAM-Zelle wird ausgelesen, indem ein vordefinierter Strom zwischen der oberen
Elektrode 110a und der unteren Elektrode 110b geführt wird
und die resultierende Spannung beobachtet wird. Ein Programmieren kann durchgeführt
werden unter Verwendung von zwei herkömmlichen Techniken. Eine Programmiertechnik
ist darin zu sehen, einen Bitleitungselektrode-Feldstrom anzulegen sowie einen Wortleitungselektrode-Feldstrom
entlang einer bestimmten Richtung mittels einer oberen Elektrode und einer unteren
Elektrode an eine bestimmte MRAM-Speicherzelle, welche an einem Kreuzungspunkt der
oberen Elektrode und der unteren Elektrode angeordnet ist, wobei der angelegte Strom
eine ausreichende Größe aufweist, so dass ein Magnetfeld erzeugt wird,
welches die magnetische Orientierung der freien Schicht entsprechend ausrichtet.
Jedoch benötigt dieser Ansatz die Erzeugung eines hohen Stromtreiberpegels,
was in einem hohen Energieverbrauch resultiert und in dem Erfordernis von großen
Gate-Peripherie-Transistoren zum Handhaben von Spitzenstrom-Bedingungen.
Thermisch-unterstütztes Programmieren repräsentiert eine
andere bekannte MRAM-Programmiertechnik. Bei diesem Ansatz wird ein Heizstrom entlang
der Barriereschicht des MRAMs zugeführt, deren Widerstand ein Erhitzen der
freien Schicht auf eine vordefinierte Temperatur bewirkt. Die freie Schicht ist
vorzugsweise hergestellt aus einem Material, welches eine geringe abnehmende magnetische
Koerzitivkraft mit steigender Temperatur zeigt, so dass, wenn die freie Schicht
ausreichend geheizt wird, niedrigere Magnetfeldströme verwendet werden können
zum Neu-Ausrichten einer existierenden magnetischen Polarisation der freien Schicht.
Obwohl thermisch-unterstütztes Programmieren zu einer Reduktion
des Platzes pro Bit-Verhältnisses beiträgt, besteht weiterhin der Bedarf
nach einer weiteren Reduktion des Platzes pro Bit-Verhältnisses.
Gemäß einem Ausführungsbeispiel der Erfindung wird
eine MRAM-Zelle bereitgestellt, welche ein Speichern von mehr als einem Bit pro
Zelle ermöglicht. Eine erhöhte Speicherkapazität pro Zelle erlaubt
das Implementieren von MRAM-Speichereinrichtungen und Arrays mit mindestens der
zweifachen Speicherkapazität verglichen mit der herkömmlichen Speicherkapazität
bei gleicher Chipgröße und gleicher Technologie.
Gemäß einem Ausführungsbeispiel der Erfindung wird
eine magnetische Vielfachzugriffsspeicherzelle bereitgestellt mit einer "freie Schichtstruktur"
(im Folgenden auch bezeichnet als "Freie-Schichtstruktur") und einer Referenzschichtstruktur
aufweisend eine anti-ferromagnetische Schichtstruktur, welche die magnetische Orientierung
der Referenzschichtstruktur festlegt (pinnt), wobei die Referenzschichtstruktur
eine höhere magnetische Koerzitivkraft aufweist und magnetisch polarisierbar
ist bidirektional und parallel zu mehr als einer Achse eines während einer
Schreiboperation angelegten magnetischen Feldes, so dass Information in der Referenzschichtstruktur
gespeichert wird während die anti-ferromagnetische Schichtstruktur über
ihre Blockiertemperatur erhitzt wird.
Gemäß einem anderen Ausführungsbeispiel der Erfindung
wird eine magnetische Vielfachzugriffsspeicherzelle bereitgestellt mit einer Referenzschichtstruktur,
welche eine anti-ferromagnetische Schichtstruktur zum Festlegen der magnetischen
Orientierung der Referenzschichtstruktur aufweist. Weiterhin ist eine Freie-Schichtstruktur
vorgesehen und eine nicht-magnetische Tunnelbarriere-Schichtstruktur,
welche zwischen der Referenzschichtstruktur und der Freie-Schichtstruktur angeordnet
ist. Die Referenzschichtstruktur weist eine größere magnetische Koerzitivkraft
auf als die Freie-Schichtstruktur und die Referenzschichtstruktur ist magnetisch
polarisierbar bidirektional und parallel zu zwei unterschiedlichen Achsen mittels
eines magnetischen Feldes, welches während einer Schreiboperation angelegt
wird, so dass Information in der Referenzschichtstruktur gespeichert wird, während
die anti-ferromagnetische Schichtstruktur über ihre Blockiertemperatur erhitzt
wird.
Eine Wortleitungselektrode und eine Bitleitungselektrode zum Erzeugen
des magnetischen Feldes können in einem Ausführungsbeispiel der Erfindung
in den magnetischen Vielfachzugriffsspeicherzellen vorgesehen sein.
Gemäß einer anderen Ausgestaltung der Erfindung weist die
Freie-Schichtstruktur eine „leichte" Achsenrichtung auf (Easy Axis) parallel
zu dem magnetischen Feld, welches von einer der Elektroden erzeugt wird.
Gemäß einer anderen Ausgestaltung der Erfindung ist die
Bitleitungselektrode elektrisch mit der Speicherzelle und der Freie-Schichtstruktur
gekoppelt, wobei die Freie-Schichtstruktur eine leichte Achsenrichtung parallel
zu dem magnetischen Feld aufweist, welches von der Bitleitungselektrode erzeugt
wird.
Weiterhin kann die Freie-Schichtstruktur eine Kobalt-Eisen-Bor-Schicht
aufweisen oder sein mit einer einachsigen Anisotropie, welche die leichte Achsenrichtung
definiert.
Die Freie-Schichtstruktur kann ferner eine Kobalt-Eisen-Bor-Schicht
sein mit einer Schichtdicke in einem Bereich von ungefähr 15 Angström
bis ungefähr 25 Angström.
Weiterhin kann die anti-ferromagnetische Schichtstruktur eine Iridium-Mangan-Schicht
oder eine Eisen-Mangan-Schicht sein.
Die Iridium-Mangan-Schicht oder Eisen-Mangan-Schicht kann eine Schichtdicke
in einem Bereich von ungefähr 20 Angström bis ungefähr 150 Angström
aufweisen.
Weiterhin kann die ferromagnetische Schichtstruktur eine Kobalt-Eisen-Schicht
sein oder eine Kobalt-Eisen-Bor-Schicht.
Die Kobalt-Eisen-Schicht oder die Kobalt-Eisen-Bor-Schicht kann eine
Schichtdicke von ungefähr 18 Angström aufweisen.
Weiterhin kann die magnetische Vielfachzugriffsspeicherzelle eine
Heizstromquelle aufweisen zum Bereitstellen des Heizstroms für die magnetische
Vielfachzugriffsspeicherzelle, womit die anti-ferromagnetische Schicht geheizt wird.
Gemäß einem anderen Ausführungsbeispiel der Erfindung
wird eine magnetische Vielfachzugriffsspeicherzelle bereitgestellt mit einer Referenzschichtstruktur,
welche eine anti-ferromagnetische Schichtstruktur zum Festlegen der magnetischen
Ausrichtung der Referenzschichtstruktur aufweist. Weiterhin kann eine Freie-Schichtstruktur
vorgesehen sein sowie eine nicht-magnetische Tunnelbarriere-Schichtstruktur, welche
zwischen der Referenzschichtstruktur und der Freie-Schichtstruktur angeordnet ist.
Die Referenzschichtstruktur kann eine höhere magnetische Koerzitivkraft aufweisen
als die Freie-Schichtstruktur und die Referenzschichtstruktur kann magnetisch polarisierbar
sein bidirektional und parallel zu einem magnetischen Feld, welches erzeugt wird
von einer Bitleitungselektrode und parallel zu einem magnetischen Feld, welches
erzeugt wird von einer Wortleitungselektrode während einer Schreiboperation,
so dass Information in die Referenzschichtstruktur gespeichert werden kann während
des Erhitzens der anti-ferromagnetischen Schichtstruktur über ihre Blockiertemperatur.
Die Bitleitungselektrode kann elektrisch mit der Speicherzelle gekoppelt
sein und die Freie-Schichtstruktur kann eine leichte Achsenrichtung aufweisen parallel
zu dem magnetischen Feld, welches von der Bitleitungselektrode erzeugt wird.
Die anti-ferromagnetische Schichtstruktur kann eine künstliche
anti-ferromagnetische Schichtstruktur sein.
Ferner kann die anti-ferromagnetische Schichtstruktur aufweisen eine
erste magnetische Schicht, welche ein erstes magnetisches Moment aufweist, eine
zweite magnetische Schicht, welche ein zweites magnetisches Moment aufweist, und
eine anti-ferromagnetische Schicht, welche zwischen der ersten magnetischen Schicht
und der zweiten magnetischen Schicht angeordnet ist, wobei die erste magnetische
Schicht in Kontakt mit der nicht-magnetischen Tunnelbarriere-Schichtstruktur ist.
Das erste magnetische Moment und das zweite magnetische Moment können
bei Raumtemperatur ausgeglichen sein, was zu einer Abwesenheit eines magnetischen
Offset-Feldes der künstlichen anti-ferromagnetischen Schichtstruktur führt,
wobei bei einer hohen Temperatur das erste magnetische Moment über das zweite
magnetische Moment dominiert.
Die erste magnetische Schicht kann hergestellt sein
aus Kobalt-Eisen-Bor und die anti-ferromagnetische Schicht kann aus Ruthenium hergestellt
sein.
Weiterhin kann die erste magnetische Schicht eine Schichtdicke von
ungefähr 18 Angström aufweisen.
Die anti-ferromagnetische Schicht kann eine Eisen-Mangan-Schicht aufweisen.
Die Eisen-Mangan-Schicht kann eine Schichtdicke von ungefähr
120 Angström aufweisen.
Weiterhin kann die Freie-Schichtstruktur eine künstliche anti-ferromagnetische
Schichtstruktur aufweisen.
Die künstliche anti-ferromagnetische Schichtstruktur der Freie-Schichtstruktur
kann eine erste magnetische Schicht aufweisen, welche ein erstes magnetisches Moment
aufweist, eine zweite magnetische Schicht, welche ein zweites magnetisches Moment
aufweist, und eine anti-ferromagnetische Schicht, welche zwischen der ersten magnetischen
Schicht und der zweiten magnetischen Schicht angeordnet ist, wobei die erste magnetische
Schicht in Kontakt mit der nicht-magnetischen Tunnelbarriere-Schichtstruktur ist.
Das zweite magnetische Moment kann bei Raumtemperatur über das
erste magnetische Moment dominieren.
Weiterhin kann bei Raumtemperatur das zweite magnetische Moment ungefähr
zwei Mal so groß sein wie das erste magnetische Moment.
Bei einer hohen Temperatur können das erste magnetische Moment
und das zweite magnetische Moment ausgeglichen sein, was in einer Abwesenheit eines
magnetischen Offset-Feldes der Freie-Schichtstruktur resultiert.
Die erste magnetische Schicht kann hergestellt sein aus Kobalt-Eisen-Bor
und die anti-ferromagnetische Schicht kann hergestellt sein aus Ruthenium.
Die erste magnetische Schicht kann eine Schichtdicke von ungefähr
25 Angström aufweisen.
Bei einem Verfahren zum Betreiben einer magnetischen Vielfachzugriffsspeicherzelle
kann zum Schreiben ein Magnetfeld angelegt werden, welches eine Referenzschichtstruktur
der magnetischen Vielfachzugriffsspeicherzelle in einer von zwei möglichen
Richtungen parallel zu einer von mehreren möglichen Achsen polarisiert, so
dass Information in die Referenzschichtstruktur gespeichert wird.
Gemäß dem Verfahren kann die Speicherzelle geheizt werden
mittels Anlegens eines Heizstroms.
Das Magnetfeld kann von einem Feldstrom erzeugt werden, welcher durch
mindestens eine der mehr als eine Feldelektrode geführt wird.
Gemäß einer anderen Ausgestaltung der Erfindung ist es vorgesehen,
dass das Magnetfeld erzeugt wird von einem Feldstrom durch eine Bitleitungselektrode
oder durch eine Wortleitungselektrode der magnetischen Vielfachzugriffsspeicherzelle.
Gemäß einer anderen Ausgestaltung der Erfindung ist es vorgesehen,
dass das Magnetfeld erzeugt wird von einem Feldstrom, welcher geführt wird
durch eine Bitleitungselektrode und durch eine Wortleitungselektrode der magnetischen
Vielfachzugriffsspeicherzelle.
Gemäß einem anderen Ausführungsbeispiel der Erfindung
ist ein Verfahren zum Betreiben einer magnetischen Vielfachzugriffsspeicherzelle
vorgesehen, wobei zum Lesen ein Magnetfeld angelegt wird, welches eine Freie-Schichtstruktur
der magnetischen Vielfachzugriffsspeicherzelle polarisiert parallel zu jeder von
mehr als einer Achse und zum Ermitteln eines jeweiligen Tunnel-Magneto-Widerstand-zustands.
Gemäß einem anderen Ausführungsbeispiel der Erfindung
ist ein Verfahren zum Betreiben einer magnetischen Vielfachzugriffsspeicherzelle
zum Lesen vorgesehen, wobei ein Magnetfeld angelegt wird, welches eine Freie-Schichtstruktur
der magnetischen Vielfachzugriffsspeicherzelle polarisiert parallel zu einer Achse
von mehr als einer möglichen Achse und es wird ein Achsen-ausgerichteter Tunnel-Magneto-Widerstand-Zustand
ermittelt. Solange der Achsen-ausgerichtete Tunnel-Magneto-Widerstand-Zustand weder
einen logischen „0"-Zustand noch einen logischen „1"-Zustand repräsentiert,
wird ein Magnetfeld angelegt, welches die Freie-Schichtstruktur parallel zu einer
anderen Achse der mehr als einen möglichen Achsen polarisiert und es wird der
jeweilige Achsen-ausgerichtete Tunnel-Magneto-Widerstand-Zustand ermittelt.
Das Magnetfeld kann erzeugt werden von einem Feldstrom, welcher durch
mindestens eine der mindestens zwei Feldelektroden fließt.
Das Magnetfeld kann ferner erzeugt werden von einem Feldstrom, welcher
durch eine Bitleitungselektrode und/oder durch eine Wortleitungselektrode der magnetischen
Vielfachzugriffsspeicherzelle fließt.
Gemäß einem anderen Ausführungsbeispiel der
Erfindung wird ein Verfahren zum Betreiben einer magnetischen Vielfachzugriffsspeicherzelle
zum Auslesen bereitgestellt, bei dem ein Feldstrom durch eine Bitleitungselektrode
gepulst wird, bei dem ein erster Lesestrom durch die magnetische Vielfachzugriffsspeicherzelle
gepulst wird zum Ermitteln eines ersten Achsen-ausgerichteten Tunnel-Magneto-Widerstands-Zustands,
bei dem ein Feldstrom durch eine Wortleitungselektrode gepulst wird, und bei dem
ein zweiter Lesestrom durch die magnetische Vielfachzugriffsspeicherzelle zum Ermitteln
eines zweiten Achsen-ausgerichteten Tunnel-Magneto-Widerstand-Zustands gepulst wird.
Gemäß einer Ausgestaltung der Erfindung erfolgt das Pulsen
eines Feldstroms durch eine Wortleitungselektrode und das Pulsen eines zweiten Lesenstroms
durch die magnetische Vielfachzugriffsspeicherzelle zumindest teilweise überlappend.
Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in den Figuren dargestellt
und werden im Folgenden näher erläutert.
Es zeigen
1 eine herkömmliche MRAM-Zellenstruktur gemäß
dem Stand der Technik;
2 eine MRAM-Zellenstruktur gemäß einem Ausführungsbeispiel
der Erfindung;
3 ein Verfahren zum Auslesen von Information gemäß
einem Ausführungsbeispiel der Erfindung;
4 eine MRAM-Zellenstruktur gemäß einem anderen
Ausführungsbeispiel der Erfindung.
Im Rahmen dieser Beschreibung werden die Begriffe "verbunden", "angeschlossen"
sowie "gekoppelt" verwendet zum Beschreiben sowohl einer direkten als auch einer
indirekten Verbindung, eines direkten oder indirekten Anschlusses sowie einer direkten
oder indirekten Kopplung. In den Figuren werden identische oder ähnliche Elemente
mit identischen Bezugszeichen versehen, soweit dies zweckmäßig ist.
Aus Gründen der Klarheit werden, soweit sinnvoll, für gleiche
oder ähnliche Elemente in allen Figuren identische Bezugszeichen verwendet.
2 zeigt eine MRAM-Zellenstruktur 200 gemäß
einem Ausführungsbeispiel der Erfindung. Die beispielhafte MRAM-Zellenstruktur
200 weist eine Freie-Schichtstruktur 202 auf, eine Referenzschichtstruktur
204 und eine Barriere-Schichtstruktur 206, welche zwischen der
Freie-Schichtstruktur 202 und der Referenzschichtstruktur 204
angeordnet ist. Gegenüber der Barriere-Schichtstruktur 206 ist die
Freie-Schichtstruktur 202 mit einer oberen Abdeckschicht 201 gekoppelt
und die Referenzschichtstruktur 204 ist gekoppelt mit einer unteren Abdeckschicht
209 mittels einer Keimschicht 208. Eine obere Elektrode, welche
in dem dargestellten Ausführungsbeispiel auch als Bitleitungselektrode
110a bezeichnet wird, ist mit der oberen Abdeckschicht 201 gekoppelt
und eine untere Elektrode, welche in dem dargestellten Ausführungsbeispiel
auch als Wortleitungselektrode 110 bezeichnet wird, ist neben der unteren
Abdeckschicht 209 angeordnet.
Es wird ein Strompfad zwischen der Bitleitungselektrode
110a bereitgestellt durch die obere Abdeckschicht 201, die Freie-Schichtstruktur
202, die Barriere-Schichtstruktur 206, die Referenzschichtstruktur
204, die Keimschicht 208, und die untere Abdeckschichtstruktur
209. Der Strompfad ist beispielsweise eingerichtet zum Leiten eines Lesestroms
mittels eines Schaltertransistors, welcher mit der unteren Abdeckschicht
209 verbunden ist, zum Ermitteln des Zustands der MRAM-Zelle
200.
Die Freie-Schichtstruktur 202 kann gebildet werden von einer
Schicht oder von mehreren Schichten, welche zusammen eine magnetische Polarisation
aufweisen, welche bei Existenz eines Magnetfeldes verändert werden kann. In
einem Ausführungsbeispiel der Erfindung besteht die Freie-Schichtstruktur
202 aus einer „freien" magnetischen Schicht 2020, welche
hergestellt ist aus beispielsweise Kobalt-Eisen-Bor (CoFeB), Kobalt-Eisen-Nickel
(CoFeNi), Nickel-Eisen (NiFe) oder Kobalt-Eisen-Bor-Silizium-Molybdän (CoFeBSiMo).
In einem Ausführungsbeispiel der Erfindung weist die freie magnetische Schicht
2020 eine Schichtdicke von ungefähr 15 Angström bis ungefähr
25 Angström auf. In einem Ausführungsbeispiel der Erfindung ist die „freie"
magnetische Schicht 2020 hergestellt aus CoFeB mit einem Bor-Gehalt von
5 % bis 30 %, beispielsweise mit einem Bor-Gehalt von ungefähr 8 %.
In einem weiteren Ausführungsbeispiel ist die Freie-Schichtstruktur
202 eingerichtet derart, dass sie eine sehr niedrige Aktivierungsenergie
aufweist, d.h. die Freie-Schichtstruktur 202 weist eine niedrige magnetische
Koerzitivkraft auf und ihre magnetische Polarisation kann schon bei der Präsenz
eines schwachen Magnetfeldes verändert werden (Aktivierungsenergie Ea ~ zu
1/2 &mgr;0Ms
2 &pgr;/4abc2 (1/b – 1/a) ~ 20 kb T; a = Länge,
b = Weite, c = Dicke der freien Schicht, Ms = Sättigungsmagnetisierung, &mgr;0
= magnetische Feldkonstante, kb = Boltzmannkonstante). Ferner ist in einem spezifischen
Ausführungsbeispiel der Erfindung die Freie-Schichtstruktur 202 eingerichtet
als ein rundes Element (oder als ein Element mit einem niedrigen Aspektverhältnis
= Länge/Weite < 1,5) und weist eine leichte Achsenrichtung (Easy Axis) auf.
In dem Ausführungsbeispiel der Erfindung ist die leichte Achsenrichtung
definiert nur durch eine einachsige Anisotropie, welche bereitgestellt wird von
einem Material, beispielsweise von Kobalt-Eisen-Bor (CoFeB).
In einem weiteren Ausführungsbeispiel der Erfindung ist die leichte
Achsenrichtung ausgerichtet parallel zu einem Magnetfeld, welches von einem Feldstrom
erzeugt wird, welcher durch die Bitleitungselektrode 110a fließt.
Bidirektionale Feldstrom-Treiber sind eingerichtet zum Treiben des Feldstroms in
beide Richtungen durch die Bitleitungselektrode 110a und durch die Wortleitungselektrode
110b, womit eine Polarisation der Freie-Schichtstruktur 202 in
beiden Richtungen parallel zu einer jeweiligen Achse erhältlich ist, wobei
die Achse senkrecht zu der Richtung des Feldstroms ist, d.h. senkrecht zu der longitudinalen
Erstreckung der Bitleitungselektrode 110a.
In dem dargestellten spezifischen Ausführungsbeispiel weist die
Bitleitungselektrode 110a eine longitudinale Ebene in die Zeichnung hinein
und aus der Zeichnung heraus, wobei die Wortleitungselektrode 110b eine
longitudinale Ebene aufweist in der Zeichnungsebene, obwohl andere Orientierungen
in alternativen Ausführungsbeispielen der Erfindung verwendet werden können.
Die Referenzschichtstruktur 204 gemäß dem dargestellten
Ausführungsbeispiel der Erfindung repräsentiert die Schichtstruktur, in
welcher Information gespeichert wird. Die Referenzschichtstruktur 204 kann
gebildet werden von einer Schicht oder von mehreren Schichten, welche zusammen eine
magnetische Polarisation aufweisen, welche bei Existenz eines Magnetfeldes verändert
werden kann. Verglichen mit der Freie-Schichtstruktur 202 weist die Referenzschichtstruktur
204 eine höhere magnetische Koerzitivkraft auf.
In einem Ausführungsbeispiel der Erfindung ist die Referenzschichtstruktur
204 eingerichtet derart, dass sie eine temperaturabhängige Koerzitivkraft
aufweist, was eine Basis darstellt zum thermisch-unterstützten Programmieren.
Zu diesem Zweck ist in einem weiteren Ausführungsbeispiel der Erfindung die
Referenzschichtstruktur 204 gebildet aus einer Referenz-Magnetschicht
2041 und einer anti-ferromagnetischen Schicht 2042, welche mit
der Referenz-Magnetschicht 2041 gekoppelt ist. In einem Ausführungsbeispiel
der Erfindung ist die Referenz-Magnetschicht 2041 hergestellt aus Kobalt-Eisen
(CoFe) oder Kobalt-Eisen-Bor (CoFeB) oder aus einer Doppelschicht aufweisend Nickel-Eisen/Kobalt-Eisen-Bor
(NiFe/CoFeB), und die anti-ferromagnetische Schicht 2042 ist hergestellt
aus Iridium-Mangan (IrMn), Eisen-Mangan (FeMn), Nickel-Mangan (NiMn) oder Platin-Mangan
(PtMn).
In einem weiteren Ausführungsbeispiel der Erfindung weist die
Referenz-Magnetschicht 2041 eine Schichtdicke in einem Bereich von ungefähr
10 Angström bis ungefähr 25 Angström auf und die anti-ferromagnetische
Schicht 2042 weist eine Schichtdicke von ungefähr 20 Angström
bis ungefähr 150 Angström auf.
Die Referenzschichtstruktur 204, welche eine anti-ferromagnetische
Schicht 2042 aufweist, zeigt einerseits eine hohe magnetische Koerzitivkraft
auf, wenn der Anti-Ferromagnet aktiv ist, d.h. bei einer Temperatur unterhalb seiner
Blockiertemperatur, beispielsweise bei Raumtemperatur. Andererseits zeigt die Referenzschichtstruktur
204 eine relativ niedrige Koerzitivkraft, wenn der Anti-Ferromagnet inaktiv
ist, d.h. bei einer Temperatur beispielsweise oberhalb seiner Blockiertemperatur.
Dieser beeinflussende Effekt eines Anti-Ferromagneten auf einen Ferromagneten wird
manchmal auch als „Pinning" (Festlegen) bezeichnet. Für thermisch-unterstütztes
Programmieren muss die anti-ferromagnetische Schicht 2042 zunächst
erhitzt werden, bevor ein Magnetfeld die Polarisation einer befestigten magnetischen
Schicht ändern kann, welche in dem zuvor beschriebenen Ausführungsbeispiel
der Erfindung beispielsweise die Referenz-Magnetschicht 2041 ist. Das Erhitzen
kann bewirkt werden mittels eines Schreibstroms, welcher durch die Barriere-Schichtstruktur
206 geführt wird, mittels einer zusätzlichen Heizschicht, einem
anderen Heizmittel oder einer Kombination derselben.
Die Barriere-Schichtstruktur 206 ist zwischen der Freie-Schichtstruktur
202 und der Referenzschichtstruktur 204 angeordnet, d.h. in dem
zuvor im Detail beschriebenen Ausführungsbeispiel zwischen der freien magnetischen
Schicht 2020 und der Referenz-Magnetschicht 2041. Die Barriere-Schichtstruktur
206 ist ein magnetischer Tunnelübergang (MTJ) der MRAM-Zelle
200. Die Barriere-Schichtstruktur 206 kann eine Vielzahl von Schichten
aufweisen und einen oder mehrere magnetische Tunnelübergänge (MTJ). In
einem Ausführungsbeispiel der Erfindung weist die Barriere-Schichtstruktur
206 auf oder besteht aus einer nicht-magnetischen Barriereschicht
2260, wodurch in einem Ausführungsbeispiel die Barriereschicht
2060 hergestellt ist aus Magnesiumoxid (MgO) und in einem bestimmten Ausführungsbeispiel
der Erfindung weist die Barriereschicht 2060 eine Schichtdicke in einem
Bereich von ungefähr 5 Angström bis ungefähr 12 Angström auf.
In einem Ausführungsbeispiel der Erfindung ist eine Keimschicht
208 bereitgestellt, auf welcher die anti-ferromagnetische Schicht
2042 angeordnet ist. Die Keimschicht 208 ist hergestellt aus einem
kristallinen ferromagnetischen Material, welches ein gutes Wachstum während
des Herstellens und damit eine gute Struktur des anti-ferromagnetischen Materials
bewirkt, was seinerseits zu einer hohen Pinning-Fähigkeit der anti-ferromagnetischen
Schicht 2042 führt. In einem weiteren Ausführungsbeispiel der
Erfindung ist die Keimschicht 208 hergestellt aus Nickel-Eisen (NiFe) und
weist eine Schichtdicke auf in einem Bereich von ungefähr 10 Angström
bis ungefähr 30 Angström.
In einem Ausführungsbeispiel der Erfindung ist eine obere Abdeckschicht
201 auf einem Schichtenstapel gebildet, beispielsweise auf der Freie-Schichtstruktur
202, zum Schützen der magnetischen Materialien vor einer Einwirkung
der Umgebung. Demgemäß ist eine untere Abdeckschicht 209 auf
der Unterseite des Schichtenstapels vorgesehen. In einem Ausführungsbeispiel
der Erfindung kann die untere Abdeckschicht 209 unter der existierenden
Keimschicht 208 gebildet werden, oder die Keimschicht 208 kann
auf der existierenden unteren Abdeckschicht 209 gebildet werden. Zusätzlich
zu dem Zwecke des Schützens des Schichtenstapels kann die obere Abdeckschicht
201 verwendet werden zum elektrischen Kontaktieren mit einer Verdrahtung
in einer oberen Ebene, beispielsweise der Bitleitungselektrode 110a, und
die untere Abdeckschicht 209 kann verwendet werden zum Bereitstellen eines
elektrischen Kontakts mit einer Verdrahtung in einer unteren Ebene, beispielsweise
mit einem Lesestrom-Schaltertransistor.
Beide Abdeckschichten 201, 209 sind typischerweise
gebildet aus einem leitfähigen Material wie beispielsweise Tantal (Ta), Tantalnitrid
(TaN), Titan (Ti) oder Titannitrid (TiN). In einem Ausführungsbeispiel der
Erfindung ist die obere Abdeckschicht 201 hergestellt aus Tantalnitrid
(TaN) und weist eine Schichtdicke von ungefähr 100 Angström auf. Die untere
Abdeckschicht 209 kann beispielsweise eine Doppelschicht sein, gebildet
von einer Tantalnitrid(TaN)-Schicht mit einer Schichtdicke von ungefähr 100
Angström und einer Tantal(Ta)-Schicht mit einer Schichtdicke von ungefähr
20 Angström.
Ein Fachmann wird erkennen, dass die Reihenfolge des Schichtenstapels
umgekehrt werden kann, d.h., die Referenzschichtstruktur 204 kann oben
auf dem Schichtenstapel angeordnet sein und die Freie-Schichtstruktur
202 kann unterhalb der Barriere-Schichtstruktur 206 angeordnet
sein. In diesem Fall ist auf der Referenzschicht eine Keimschicht (eine Keimschicht
wird üblicherweise bereitgestellt unterhalb des Anti-Ferromagneten zum Bereitstellen
der korrekten Struktur des Wachstums des Anti-Ferromagneten).
In dem dargestellten Ausführungsbeispiel weist die Bitleitungselektrode
110a eine longitudinale Ebene in die Zeichnung hinein und aus der Zeichnung
heraus, und die Wortleitungselektrode 110b weist eine longitudinale Ebene
in der Zeichnungsebene auf, obwohl andere Orientierungen insbesondere diejenigen,
welche um einen 90 Grad-Winkel zwischen den Elektroden und Orientierungen mit zusätzlichen
Elektroden können in alternativen Ausführungsbeispielen der Erfindung
verwendet werden.
Unter einem Programmieren einer MRAM-Zellenstruktur wird ein Schreiben
von Information in die MRAM-Zellenstruktur verstanden. Wie zuvor erläutert
worden ist, wird bei einer MRAM-Zellenstruktur gemäß einem Ausführungsbeispiel
der Erfindung Information in der Referenzschichtstruktur 204 gespeichert.
Information wird repräsentiert mittels der Achse und der Ausrichtung der Achse
der Referenzschichtstruktur, wenn diese polarisiert ist. Beispielsweise können
mit zwei verfügbaren Achsen zwei Bits gespeichert werden, und mit vier verfügbaren
Achsen können drei Bits gespeichert werden. Im Allgemeinen kann eine Anzahl
benötigter Achsen zum Speichern von n Bits berechnet werden gemäß
der Formel:
a = 2n-1.
Polarisationsachsen können bereitgestellt werden von Magnetfeldern,
welche erzeugt werden von Feldströmen, welche durch Feldelektroden fließen,
beispielsweise durch die Bitleitungselektrode 110a und die Wortleitungselektrode
110, wobei jedoch die Ausführungsbeispiele der Erfindung nicht darauf
beschränkt sind.
Obwohl in alternativen Ausführungsbeispielen der Erfindung ein
Magnetfeld als ein Ergebnis von mehr als einem erzeugten Magnetfeld genommen werden
kann, d.h. wenn mindestens zwei Elektroden gleichzeitig ihr eigenes Magnetfeld erzeugen,
und die Achse des resultierenden Magnetfelds kann ferner angepasst werden mittels
der Leistung der angelegten Feldströme, wobei jedoch im Nachfolgenden zur einfacheren
Erläuterung nur das Erzeugen eines Magnetfeldes angenommen wird mittels nur
einer Elektrode zu einer Zeit, wenn dies nicht speziell anders beschrieben ist.
In einem Ausführungsbeispiel der Erfindung sind die verfügbaren
Elektroden beschränkt auf die Bitleitungselektrode 110a und die Wortleitungselektrode
110b und mit der zuvor genannten Einschränkung sind nur 2 Achsen für
die Polarisation verfügbar. Ein Feldstrom durch die Bitleitungselektrode
110a erzeugt ein Magnetfeld mit einer Polarisationsrichtung senkrecht zu
der Bitleitungselektrode 110a und ein Feldstrom durch die Wortleitungselektrode
110b erzeugt ein Magnetfeld mit einer Polarisationsrichtung senkrecht zu
der Wortleitungselektrode 110b. In einem Ausführungsbeispiel der Erfindung,
wobei angenommen werden kann, dass die longitudinale Erstreckung der Bitleitungselektrode
110a senkrecht zu der der Wortleitungselektrode 110b ist, erzeugt
die Bitleitungselektrode 110a eine Polarisationsachse
parallel zu der longitudinalen Erstreckung der Wortleitungselektrode 110b
und umgekehrt.
In einem Ausführungsbeispiel der Erfindung kann ein Programmieren
von Permutationen von zwei Bits, welche sind „00", „01", „10",
„11", eingerichtet sein in einer Weise, dass eine erste Ziffer die Achse,
beispielsweise „Ox" für die Polarisationsachse, welche von einem Bitleitungsfeld
erzeugt wird, auswählt, und eine zweite Ziffer die Polarisationsrichtung auswählt,
d.h. die Richtung des Zellstroms, welches durch eine Elektrode geführt wird.
Das zum Programmieren erzeugte Magnetfeld sollte ausreichend stark
sein zum Verändern der Polarisation der Referenzschichtstruktur 204
einer ausgewählten MRAM-Zelle. Bei einer Zellenstruktur zum thermisch-unterstützten
Programmieren kann das Auswählen durchgeführt werden mittels Heizens der
ausgewählten Zelle über die Blockiertemperatur der anti-ferromagnetischen
Schicht 2042, welche an der Referenz-Magnetschicht 2041 angebracht
ist. Alternative Ausführungsformen, bei welcher ein thermisch-unterstütztes
Programmieren nicht vorgesehen ist, können eine zusätzliche Auswählelektrode
verwenden, wobei ihr Magnetfeld das vorgesehene Magnetfeld an der Kreuzungsstelle,
an der die Zelle angeordnet ist, unterstützt.
Da die Freie-Schichtstruktur 202 eine MRAM-Zelle gemäß
einem Ausführungsbeispiel der Erfindung eine niedrige magnetische Koerzitivkraft
aufweist, wird ein zum Programmieren angelegtes Magnetfeld auch die Polarisation
der Freie-Schichtstruktur 202 verändern, was jedoch kein Problem darstellt.
Jedoch muss das Magnetfeld der Freie-Schichtstruktur 202 überwunden
werden von der Feldstärke des Magnetfeldes, welches von einer Elektrode, beispielsweise
der Bitleitungselektrode 110a, erzeugt wird.
3 zeigt ein Verfahren zum Auslesen von Information
gemäß einem Ausführungsbeispiel der Erfindung. Dieses Verfahren betrifft
eine beispielhafte Ausführungsform einer MRAM-Zelle gemäß der Ausführungsform,
wie sie in 2 dargestellt ist. Eine Folge von drei Schritten
zum Auslesen zusammen mit möglichen Polarisationsrichtungen FreeL, RefL der
Freie-Schichtstruktur 202 und der Referenzschichtstruktur 204
sowie eine beispielhafte Bit-Konfiguration „Bits" ist jeweils dargestellt,
die aus einer gegebenen Polarisationskonstellation ermittelbar ist.
Für eine Leseoperation verbleibt die Polarisation der Referenzschichtstruktur
204 stabil, weshalb keine Heizung oder ein anderes Auswahlmittel, welches
zur Programmierung verwendet werden kann, zu irgendeiner Zeit aktiv ist. Eine beispielhafte
Leseoperation startet, als ein erster Schritt, mit einem Erzeugen eines Magnetfeldes,
welches die Freie-Schichtstruktur 202 in eine definierte Richtung polarisiert.
Dies kann durchgeführt werden mittels Pulsens eines Feldstroms einer bekannten
Richtung durch eine nächstliegende Elektrode, welche in dem Ausführungsbeispiel
die Bitleitungselektrode 110a ist. Mit einer Freie-Schichtstruktur
202, welche eine Anisotropie parallel zu dem Magnetfeld ist, welches von
der Elektrode erzeugt worden ist, ist sichergestellt, dass die Freie-Schichtstruktur
202 in ihrer leichten Achsenrichtung verbleiben wird, beispielsweise mindestens
für eine kurze Zeitdauer (< 100 ns), selbst wenn das Magnetfeld der Elektrode
verschwindet.
Nachdem der Feldstrom ausgeschaltet ist, wird in einem zweiten Schritt
ein Lesestrom durch den Schichtenstapel angelegt mittels Aktivierens des Lese-Schaltertransistors.
Abhängig von der magnetischen Polarisation der Referenzschichtstruktur
204 bezogen auf die Freie-Schichtstruktur 202 können drei
unterschiedliche Spannungsdifferenzen, d.h. Magneto-Widerstände, gemessen werden.
Ein niedriger Widerstand RL bedeutet, dass die Polarisation von beiden Schichtstrukturen
dieselbe Achse und dieselbe Richtung aufweisen, was in dem Ausführungsbeispiel
eine gespeicherte Information mit zwei Bits „00" repräsentieren kann.
Ein hoher Widerstand RH bedeutet im Gegensatz dazu, dass die Polarisation beider
Schichtstrukturen dieselbe Achse aber entgegen gesetzte Richtungen haben können,
was in dem Ausführungsbeispiel eine gespeicherte Information mit zwei Bits
„01" repräsentieren kann. Wenn ein gemessener Widerstand Rm zwischen
dem niedrigen Widerstandswert und dem hohen Widerstandswert liegt, kann keine Aussage
hinsichtlich der gespeicherten Information getroffen werden.
In einem dritten Schritt wird ein Feldstrom in einer definierten Richtung
durch eine andere Elektrode gepulst, welche in dem Ausführungsbeispiel die
Wortleitungselektrode 110b ist. Das von der Wortleitungselektrode
110b erzeugte Magnetfeld verändert die Polarisation der Freie-Schichtstruktur
202 in eine Achse, welche in einem Ausführungsbeispiel senkrecht zu
der Achse ist, welche in dem ersten Schritt erzeugt worden ist.
Da die Wortleitungselektrode 110b zum Lesen nicht verwendet
wird, kann das Erzeugen des Magnetfeldes und das Auslesen gleichzeitig durchgeführt
werden, was die Zugriffszeit reduziert und in einem Ausführungsbeispiel mit
einer Freie-Schichtstruktur 202 mit einer niedrigen magnetischen Koerzitivkraft
und/oder einer leichten Achsenrichtung, welche abweicht von der Achse des erzeugten
Magnetfeldes, kann auf diese Weise sichergestellt werden, dass die Polarisation
der freien Schicht während des Lesens nicht verändert wird.
Analog zu dem zweiten Schritt bedeutet ein niedriger Widerstand RL,
dass die Polarisation beider Schichtstrukturen dieselbe Achse und dieselbe Richtung
aufweisen, was in einem Ausführungsbeispiel der Erfindung eine gespeicherte
Information mit zwei Bits „10" repräsentieren kann. Ein großer
Widerstand RH im Gegensatz dazu bedeutet, dass die Polarisation beider Schichtstrukturen
dieselbe Achse aber entgegen gesetzte Richtungen aufweisen, was in dem Ausführungsbeispiel
der Erfindung eine gespeicherte Information mit zwei Bits „11" repräsentieren
kann. Wenn ein gemessener Widerstand Rm zwischen dem niedrigen Widerstandswert und
dem hohen Widerstandswert gemessen wird, kann keine Aussage bezüglich der gespeicherten
Information getroffen werden.
In einem spezifischen Ausführungsbeispiel kann eine Leseoperation
hinsichtlich einer reduzierten durchschnittlichen Zugriffszeit optimiert werden,
indem die Leseoperation an dem Ende des zweiten Schrittes gestoppt wird, wenn in
dem zweiten Schritt eine definierte Information, beispielsweise entweder „00"
oder „01", ermittelt worden ist. In dem Ausführungsbeispiel kann eine
Lese-Zugriffszeitdauer wie folgt berechnet werden. Der erste Schritt wird ungefähr
6 ns dauern, der zweite Schritt wird ungefähr 10 ns dauern und der dritte Schritt
wird ungefähr weitere 10 ns dauern. Für den Datentransfer sind zusätzliche
10 ns anzunehmen, was in 36 ns für insgesamt 2 Bits resultiert. Ohne den dritten
Schritt wären es 26 ns und unter der Annahme, dass in 50 % aller Leseoperation
der dritte Schritt weggelassen werden kann, ergibt sich eine durchschnittliche Lese-Zugriffszeit
pro Bit von 15,5 ns verglichen mit 18 ns mit einem konstanten dritten Schritt.
In einem anderen Ausführungsbeispiel der Erfindung können
diejenigen Widerstände Rm, welche zwischen dem niedrigen Widerstand RL und
dem hohen Widerstand RH liegen, verwendet werden zum Verifizieren eines korrekten
Betriebs der MRAM-Zelle und ihrer entsprechenden Treiber, weshalb ein konstanter
dritter Schritt in einer Leseoperation erforderlich wäre.
4 zeigt eine MRAM-Zellenstruktur gemäß einem
anderen Ausführungsbeispiel der Erfindung.
Diese MRAM-Zellenstruktur wird auch als erweiterte MRAM-Zellenstruktur
400 bezeichnet und sie unterscheidet sich von der MRAM-Zellenstruktur aus
2 nur in dem Aufbau der Freie-Schichtstruktur
202 und der Referenz-Magnetschicht 2041 der Referenzschichtstruktur
204. Deshalb ist die Beschreibung aller anderen Merkmale der beispielhaften
MRAM-Zellenstruktur aus 2 ebenso anwendbar auf dieselben
Merkmale der erweiterten MRAM-Zellenstruktur 400. Diese Merkmale behalten
ebenso ihre Bezugszeichen. Die Beschreibung der erweiterten MRAM-Zellenstruktur
400 ist ferner zu verstehen auch unter Bezugnahme auf 3
und ihre Beschreibung ist, ebenfalls mit nur wenigen geringen Abweichungen, welche
im Folgenden erläutert werden, anwendbar auf die erweiterte MRAM-Zellenstruktur
400.
Die erweiterte MRAM-Zellenstruktur 400 weist einen künstlichen
Anti-Ferromagneten AAF anstelle einer einzelnen freien magnetischen Schicht
2020 (siehe 2) in der Freie-Schichtstruktur
202 auf und einen künstlichen Anti-Ferromagneten AAF anstelle einer
einzelnen Referenz-Magnetschicht 2041 (siehe 2)
in der Referenzschichtstruktur 204. Ein künstlicher Anti-Ferromagnet
AAF weist mindestens ein Paar von magnetischen Schichten auf, welche sich in entgegen
gesetzte Richtungen polarisieren, was auch als anti-parallel bezeichnet wird, und
welche gekoppelt sind mittels einer anti-ferromagnetischen Schicht, üblicherweise
hergestellt aus Ruthenium (Ru), welche zwischen denselben angeordnet ist. Künstliche
Anti-Ferromagneten AAF stellen bekannterweise ein geschlossenes Fluss-Schaltverhalten
bereit, was die relativ hohen Entmagnetisierungsfelder vermeidet, welche in Kauf
genommen werden beim Schalten einer einzelnen magnetischen Schicht.
In dem Ausführungsbeispiel weist die Freie-Schichtstruktur
202 eine „freie" magnetische Schicht 4023 auf der Barriere-Schichtstruktur
206 auf, eine nicht-magnetische Kopplungsschicht 4022 auf der
freien magnetischen Schicht 4023 und als eine korrespondierende Schicht
zu der freien magnetischen Schicht 4023 eine „freie" weiche Schicht
4021 auf der nicht-magnetischen Kopplungsschicht 4022 auf. In
einem spezifischen Ausführungsbeispiel der Erfindung ist die freie magnetische
Schicht 4023 hergestellt aus Kobalt-Eisen-Bor (CoFeB) und weist eine Schichtdicke
auf von ungefähr 15 Angström bis ungefähr 25 Angström. In einem
Ausführungsbeispiel der Erfindung ist die „freie" weiche Schicht
4021 hergestellt aus beispielsweise Kobalt-Eisen-Bor (CoFeB), Kobalt-Eisen-Nickel
(CoFeNi), Nickel-Eisen (NiFe) oder Kobalt-Eisen-Bor-Silizium-Molybdän (CoFeBSiMo).
In einem Ausführungsbeispiel der Erfindung weist die „freie" weiche
Schicht 4021 einen Schichtdicke in einem Bereich von ungefähr 15 Angström
bis ungefähr 25 Angström auf. In einem Ausführungsbeispiel der Erfindung
ist die „freie" weiche Schicht 4021 hergestellt aus CoFeB mit einem
Bor-Gehalt von 5 % bis 30 %, beispielsweise mit einem Bor-Gehalt von ungefähr
8 %.
In einem Ausführungsbeispiel der Erfindung ist die freie magnetische
Schicht 4023 hergestellt aus einem niedrig-Tc(niedrige Curie-Temperatur)-Material
wie beispielsweise CoFeSiBMo oder CoFeV oder CoFeCr.
In analoger Weise weist der künstliche Anti-Ferromagnet AAF der
Referenzschichtstruktur 204 eine Referenz-Magnetschicht 4041 unterhalb
der Barriere-Schichtstruktur 206 auf, eine nicht-magnetische Kopplungsschicht
4042 unter der Referenz-Magnetschicht 4041 und als eine korrespondierende
Schicht zu der Referenz-Magnetschicht 4041 eine weiche Referenzschicht
4043 unter der Referenz-anti-ferromagnetischen Schicht 4042. In
einem Ausführungsbeispiel der Erfindung ist die Referenz-Magnetschicht
4041 hergestellt aus Kobalt-Eisen-Bor (CoFeB) und weist eine Schichtdicke
von ungefähr 18 Angström auf. In einem Ausführungsbeispiel der Erfindung
ist die weiche Referenzschicht 4043 hergestellt aus einem niedrig-Tc(niedrige
Curie-Temperatur)-Material hergestellt wie beispielsweise CoFeSiBMo, CoFeV oder
CoFeCr.
Zusätzlich zu den schon beschriebenen Vorteilen eines niedrigen
Entmagnetisierungsfeldes erlaubt ein künstlicher Anti-Ferromagnet AAF eine
spezifische Einstellung seines magnetischen Moments mittels Auswählens des
Materials und der Schichtdicke des Paares von magnetischen Schichten in Relation
zueinander. Außerdem verwendet das Ausführungsbeispiel der Erfindung ein
zusätzliches Anpassungsmittel, welches gesehen werden kann in einem Anpassen
des Magnetfeldes abhängig von der Temperatur.
In der nachfolgenden Beschreibung können die Ausführungsbeispiele
auch die erläuterten Lagen der Freie-Schichtstruktur 202, beispielsweise
die leichte Achsenrichtung, wobei die leichte Achsenrichtung entweder nur definiert
sein kann durch die einachsige Anisotropie CoFeB oder mittels einer zusätzlichen
kleinen Formanisotropie (Aspektverhältnis der Zelle < 1,5) und einer Anisotropie
parallel zu dem Feld, welches erzeugt wird von der Bitleitungselektrode
110a.
In einem Ausführungsbeispiel der Erfindung ist der die Freie-Schichtstruktur
202 bildende künstliche Anti-Ferromagnet AAF ein wenig unausgeglichen
bei Raumtemperatur, so dass er ein kleines Offset-Feld aufweist, das ein niedriges
Schaltfeld für eine Leseoperation benötigt. Beispielsweise kann dies erreicht
werden mittels Auswählens einer freien weichen Schicht 4021 mit ungefähr
zwei mal soviel magnetischem Moment bei Raumtemperatur als das magnetische Moment
der freien magnetischen Schicht 4023 hergestellt aus CoFeB. Bei einer hohen
Temperatur sollte der die Freie-Schichtstruktur 202 bildende künstliche
Anti-Ferromagnet AAF ausgeglichen sein, so dass er kein Offset-Feld während
des Programmierens erzeugt, welches ansonsten überwunden werden müsste.
In einem spezifischen Ausführungsbeispiel der Erfindung ist der
künstliche Anti-Ferromagnet AAF der Referenzschichtstruktur 204 bei
Raumtemperatur ausgeglichen, so dass sie bei einer Leseoperation kein Offset-Feld
aufweist. Dies kann eingestellt werden beispielsweise mittels Auswählens einer
weichen Referenzschicht 4043, welche ungefähr das gleiche magnetische
Moment bei Raumtemperatur aufweist wie die Referenzmagnetschicht 4041 hergestellt
aus CoFeB. Bei einer hohen Temperatur, d.h. beim Programmieren, ist das magnetische
Moment der Referenz-Magnetschicht 4041, hergestellt aus CoFeB, größer.
Bei auf oben beschriebener Weise eingerichteten künstlichen Anti-Ferromagneten
AAF sind die Magnetfelder, die zum Programmieren, die bei Programmieroperationen
und Leseoperationen angelegt werden müssen, niedriger, was in einem reduzierten
Bedarf von Feldströmen resultiert.