Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur dynamischen Messung der
Oberflächenspannung von Flüssigkeiten oder Festkörpern nach dem Oberbegriff
des Patentanspruchs 1.
Aus der US 4 644 782 ist eine
Messvorrichtung bekannt, bei der ein transparenter Zylinder mit zwei Flüssigkeiten
verschiedener Dichten gefüllt wird. Die Messvorrichtung ist dazu geeignet,
den Durchmesser der Flüssigkeit mit der geringen Dichte und die Drehgeschwindigkeit
des Zylinders zu messen.
Aus der US 4 250 741 ist eine
Messvorrichtung bekannt, die die Grenzflächenspannung zwischen zwei flüssigen
Phasen ermittelt. Bei der Messung wird das hydrodynamische Prinzip angewandt.
Aus der US 4 523 456 ist eine
Oberflächenmessvorrichtung bekannt, bei der Bewegung einer Luftblase der leichteren
Flüssigkeit beobachtet wird.
Die Erfindung weist die Merkmale des Patentanspruchs 1 auf.
Vorteile der Erfindung
Bei der Erfindung handelt es sich um ein Verfahren und eine Vorrichtung
zur dynamischen Messung der Oberflächenspannung von Flüssigkeiten oder
Festkörpern, so dass die Definition der spezifischen Oberflächenenergie
genutzt wird, die zahlen- und dimensionsmäßig mit der Oberflächenspannung
identisch ist.
Def.:
&Dgr; W – Zunahme der Energie
&Dgr; A – Zunahme der Oberfläche
Für den Zweck der Messung der Änderung der Energie und der
Änderung der Oberfläche bedient sich die Erfindung eines rotierenden Kreiskegelstumpfs
(2) auf dessen schmaleres Ende eine Probe, mittels eines Probengebers (3)
gegeben und stets eine vergleichbare Menge der Flüssigkeit dosiert wird und
sie aufgrund des Drehmoments eines Mess-Motors (1) zum breiteren Ende des
Kegelstumpfs eine lamellenartige Flüssigkeitsblase bildet und sie aufgrund
der axialen Rotationskraft zu einem bestimmten Moment platzen wird. Für den
Zweck der Erfassung der momentanen Blasenaufplatzung könnte eine Lichtschranke
oder ein Abstandsmessgerät (4) z.B. ein Leser genutzt werden. Für
die Ermittlung der Energiezunahme könnte man sich der Leistungskennlinien des
elektrischen Motors
(P = M·&ohgr;) und der Winkelgeschwindigkeit, des Drehmoments (M = F ×
r) oder der Drehenergie (d W = F·dr) oder der Kraft, bei der die Zunahme der
fortschreitenden lammelenartigen Blasen-Höhe
(&sgr; = dW/dA = F·dh/dA) stattfindet, bedienen. Ferner wäre es auch
möglich andere rotierenden Geometrie-Körper zu verwenden.
Es wäre auch denkbar die Möglichkeit der Messung der aufgrund
der Rotation entstandenen lamellenartigen Blasengeometrie zu ermitteln.
Der rotierende Kreiskegelstumpf kann selbstverständlich austauschbar
eingesetzt werden, so dass sich verschiedene Winkel &agr; und diverse Durchmesser
sowie Höhen ergeben.
Durch den rotierenden Kreiskegelstumpf kann die Messung der Arbeit,
die verrichtet werden muss, um die Moleküle der Flüssigkeit an die Grenzfläche
zu bringen, mittels der Leistungsaufnahme des Motors effizienter und genauer ermittelt
werden, wobei die dazu gehörige Erfassung der Oberfläche der Flüssigkeit
am besten sensorisch durchgeführt werden und unter temperierten Thermostatierungs-Bedienungen
(zur besseren Temperaturermittlung mittels eines Temperatursensors) stattfinden
sollte. Daher wäre es möglich, eine Kühlvorrichtung um den drehende
Körper sowie eine Wärmepumpe und einen Wärmeaustauscher im Raum der
Messvorrichtung zur effizienteren Temperaturkonstanthaltung einzubringen. Eine Vorrichtungsisolation
wäre in dem Zusammenhang sicherlich vorteilhaft.
Die Eigenschaften des Mess-Motors ergeben sich aus der Bekanntgabe
der Beziehung zwischen dem Drehmoment an der Motorachse und der elektrischen Versorgung,
spricht der elektrischen Stromaufnahme, Phasenlage oder Frequenz, was gewährleistet,
dass das Moment aus diesen Parametern während des Rotationsversuches ermittelt
werden kann.
Es ist darüber hinaus einleuchtend die Möglichkeit der Erfassung
der Drehzahl bei gleichzeitig konstantem Drehmoment bzw. die Messung des Drehmoments
bzw. Drehposition zu konstanter Drehzahl zu nutzen.
Die Probenuntersuchungen können Flüssigkeiten, Pasten, Schmelzen,
Gele und Beschichtungen (1.) umfassen, wobei die Erfassung
der Oberflächenspannung von Festkörpern unter der Messung der Abwanderung
der Eichflüssigkeiten stattfinden, die durch die Rotation einen Kapillaritätskegel
bilden, der aus Form eines Probe-Flüssigkeitsfilms (2)
oder des Probe-Tropfens von der fest verankerten Oberfläche, Drehscheibe (5)
des zu untersuchenden Festkörpers hinweg gedrängt wird,
der sich für den Zweck in Rotationsbewegung befindet. Hierbei sind verschiedene
Eichflüssigkeiten mit einer sich verändernden Oberflächenspannung
notwendig.
Der durch die Trägheitskraft verursachte Grad der Abwanderung
der Flüssigkeiten von der Oberfläche des Probekörpers kann ebenfalls
mit Hilfe eines Abstandsmessgeräts wie z.B. Leser gemessen werden, mittels
dessen das Kapillaritätsgesetz (&sgr;12·cos &phgr; = &sgr;13
– &sgr;23) siehe (3.) angewandt
werden kann.
Die eigentliche Messung kann bequem vorzugsweise direkt oder als eine
Vergleichmessung mittels einer Eichprobe durchgeführt werden, wobei mindestens
zwei Eichmessungen erforderlich wären.
Anspruch[de]
Vorrichtung zur dynamischen Messung der Oberflächenspannung von
Flüssigkeiten oder Festkörpern, dadurch gekennzeichnet, dass ein
rotierender Kreiskegelstumpf (2) vorgesehen ist, auf dessen schmalen Ende
eine Probe mittels eines Probengebers (3) gegeben ist, dass aufgrund des
Drehmomentes des Messmotors zum breiteren Ende des Kreiskegelstumpfs (2)
hin eine lamellenartige Flüssigkeitsblase bildbar ist, die aufgrund der axialen
Rotationskraft zu einem bestimmten Zeitpunkt platzt, dass ein Messmotor (1)
vorgesehen ist, mittels dessen der Kreiskegelstumpf (2) und die Probe in
Rotation versetzt wird, dass ein Abstandsmessgerät (4) vorgesehen
ist, mittels dessen die Blasenaufplatzung der Probe ermittelt wird, und dass aufgrund
der Leistungskennlinien des Messmotors (1) die Energiezunahme der Flüssigkeit
ermittelt wird.Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Messung
der Oberflächenspannung eines Festkörpers mit Hilfe des Kapillaritätsgesetztes
(&sgr;12·cos&phgr; = &sgr;13 – &sgr;23) mittels der Anbringung
einer austauschbaren Drehscheibe als Träger des zu untersuchenden Körpers
oder Beschichtung innerhalb des rotierenden Kreiskegelstumpfes (2), auf
den eine Reihe von Vergleichsflüssigkeiten mit unterschiedlichen Oberflächenspannungen
als ein Flüssigkeitsfilm oder Tropfen gebracht und mit Hilfe derer die Oberflächenspannung
des Festkörpers ermittelt wird. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die
Vorrichtung fixierbar, verstellbar oder drehbar ist, so dass die Schwerkraft der
Rotationsbewegung in verschiedene Richtungen ausgeführt werden kann.