Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Antreiben von nebeneinanderliegenden
Streckwerkzylindern in insbesondere einer Ringspinnmaschine über Motoren und
zwischengeschaltete Getriebe, wobei ein Motor über zumindest ein endloses Antriebselement
mit dem Getriebe verbunden ist und das Getriebe ausgangsseitig mit einem Streckwerkszylinder
gekoppelt ist.
In Streckwerken von Spinnmaschinen, insbesondere Ringspinnmaschinen,
laufen Streckwerkszylinder mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten. Der Antrieb
dieser Streckwerkszylinder stellt ein Problem für sich dar. Zum einen ist der
Raum für die Antriebe in derartigen Spinnmaschinen sehr begrenzt, so dass sie
so klein wie möglich gehalten werden müssen. Deshalb wird der Antrieb
heute z.B. nach der DE 41 38 868 A1
und der DE 26 41 434 A1 direkt mit
einem Getriebe gekoppelt, welches entweder zwei oder drei Streckwerkzylinder antreibt,
wobei die unterschiedlichen Geschwindigkeiten der Streckwerkzylinder durch entsprechende
Übersetzungen bestimmt werden. Aus letzterer Schrift ist auch bekannt, dass
eine Antriebswelle des Motors direkt an einen Streckwerkzylinder anschliesst.
Aus der DE 39 34 576 C2
ist ferner ein Streckwerk mit einem Kraftübertragungsmittel zum Antrieb der
Streckwerkswalzen bekannt, bei dem das Kraftübertragungsmittel ein Triebscheiben
umschlingender Flachriemen ist. Auch bei der DE
36 10 830 C2 erfolgt der Antrieb über endlose Zugglieder in Form eines
Zahnriemens.
Durch diese Anordnung wird aber viel Raum vor allem in Längsrichtung
der Ringspinnmaschine in Anspruch genommen. Ferner ist die Koppelung zwischen Motor,
Getriebe und Streckwerkzylinder starr und kann nur schwer variiert werden. Aus textiltechnischen
Gründen ist es wünschenswert, dass die Streckwerkzylinder in ihrer Lage
zueinander verändert werden. Dies kann nur mit zeitraubenden Montagearbeiten
geschehen.
Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung
der o.g. Art zu verbessern und insbesondere den Antrieb der Streckwerkzylinder variabler
und raumsparender zu gestalten.
Zur Lösung dieser Aufgabe führt, dass mindestens zwei wandartige
Supporte in Längsrichtung der Zylinder in einem Gestell gehalten und nebeneinander
angeordnet sind, an denen die Getriebe sitzen, und die Motoren ebenfalls an den
Supporten oder über Halter mit den Getrieben verbunden sind, wodurch die Getriebe
und die Motoren in Längsrichtung der Maschinen und/oder quer dazu gestaffelt
innerhalb des Gestells gelagert sind.
Bei einem Ausführungsbeispiel der Erfindung soll der Motor fliegend
angeordnet sein, wobei sich zwischen Getriebe und Motor ein Halter befindet. Hierdurch
kann der Motor an einer Stelle vorgesehen werden, die von der Raumbeanspruchung
her gesehen am günstigsten ist. Eine Befestigung des Motors an einem Teil des
Maschinengestells entfällt.
Durch die verwendeten Antriebselemente, die vor allem als Riemen und
insbesondere als Zahnriemen ausgebildet sind, ist es möglich, Getriebe und
Motor in einer Ebene anzuordnen, so dass nur ein Minimum des Raumes in Längserstreckung
der Ringspinnmaschine in Anspruch genommen werden muss.
Um die Spannung des endlosen Antriebselementes einstellen zu können,
ist eine streifenartige Brille vorgesehen, die eine Ausnehmung aufweist, in der
das Getriebe sitzt. Andererseits befindet sich eine Ausnehmung, in der entweder
der Motor oder ein Spannrad sitzt, wobei zur Längeneinstellung in zumindest
einer Ausnehmung ein Exzenterring angeordnet ist, der drehbar ist. An dem Exzenterring
sitzt Motor, Getriebe oder Spannrad. Wird der Exzenterring gedreht, so wird der
Abstand zwischen Motor und Getriebe verändert oder das Antriebselement gespannt.
In einem weiteren Ausführungsbeispiel ist vorgesehen, dass Motor
und Getriebe an einer Wand befestigt sind. Damit sind Motor und Getriebe in der
gleichen Ebene angeordnet, woraus sich in axialer Richtung eine sehr kompakte Anordnung
ergibt.
Ferner ist es möglich, über einen Motor mehrere Getriebe
anzutreiben. Hierzu ist zwischen dem Motor und bspw. zwei Getrieben eine Hilfswelle
eingeschaltet, die dann über entsprechende Antriebselemente mit jeweils dem
Motor und den Getrieben in Verbindung steht.
Die Erfindung wird anhand der nachfolgenden Zeichnung näher erläutert.
In dieser zeigt
1 einen schematisch dargestellten Ausschnitt einer
Seitenansicht aus einer Ringspinnmaschine im Bereich der Antriebe für Streckwerkszylinder;
2 eine Draufsicht auf einen Halter;
3 eine Teilausschnitt aus einer Seitenansicht eines
Teilbereiches einer Ringspinnmaschine.
In 1 sind drei Streckwerkszylinder
1, 2 und 3 angedeutet. Beim Streckwerkszylinder
1 handelt es sich um einen Einlaufzylinder, beim Streckwerkszylinder
2 um einen Mittelzylinder und beim Streckwerkszylinder um einen Auslaufzylinder.
Auf dem Einlaufzylinder 1 sitzt ein Zahnrad 4, welches
in Eingriff mit einem weiteren Zahnrad 5 auf einer Antriebswelle
6 sitzt, wobei diese Antriebswelle 6 aus einem Getriebe
7 ragt. Dieses Getriebe 7 liegt an einer Wand 8 eines
ansonsten nicht näher gezeigten Maschinengestells fest, wobei die Antriebswelle
6 durch diese Wand 8 ragt und das Zahnrad 5 der Antriebswelle
6 andererseits der Wand aufgesetzt ist. Bevorzugt sind die Zahnräder
4, 5 in einem Getriebegehäuse untergebracht und das Getriebe
ist ausgangsseitig mit dem Einlaufzylinder gekoppelt.
An das Getriebe 7 schliesst eine teilweise nur gestrichelt
angedeutete Hülse 9 an, auf welche eine Brille 10 aufgesetzt
ist. Diese Brille 10 ist in 2 näher gezeigt.
Sie ist etwa streifenartig ausgestaltet und besitzt einends eine Ausnehmung
11, in welcher ein Exzenterring 12 sitzt. Dieser Exzenterring
12 ist in Richtung des Doppelpfeiles drehbar angeordnet und weist eine
exzentrisch angeordnete Zylinderöffnung 13 auf, in welcher in Gebrauchslage
die Hülse 9 steckt. Der Exzenterring 12 dient, beispielsweise
zur Spannung des Antriebselementes 17 oder 27.
Die Festlegung erfolgt dann durch entsprechende Befestigungselemente,
wie bspw. Schrauben, die durch Bohrungen 14 eingesetzt und in entsprechende
Gewindebohrungen in dem Gehäuse des Getriebes 7 eingeschraubt werden.
Gegenüber der Ausnehmung 11 weist die Brille
10 eine weitere Lagerausnehmung 15 auf, welche der Aufnahme eines
Spannrades 16 dient. Dieses Spannrad 16 drückt gegen ein
Antriebselement 17, das bevorzugt als Zahnriemen ausgebildet ist.
Der Riemen 17 ist über eine Hilfswelle 18 gelegt,
die wiederum von einem weiteren Riemen 19 in Drehbewegung versetzt wird.
Der Riemen 19 umschlingt ein entsprechendes, nicht näher gezeigtes
Antriebsrad eines Motors 20, der wiederum an einer weiteren Wand
21 des Maschinengestells festgelegt ist.
Über die Hilfswelle 18, welche ebenfalls die Wand
21 und danach ein Lagergehäuse 22 durchdringt, wird auch
ein weiterer Riemen 23 angetrieben, der mit einer Eingangswelle
24 eines weiteren Getriebes 25 in Wirkverbindung steht. Auch diesem
Riemen 23 ist als Riemenspanner eine Brille 10.1 zugeordnet, welche
der Brille 10 entspricht. Durch ein weiteres Spannrad 16.1 wird
die Riemenspannung eingestellt, wobei die Brille 10.1 auf einer weiteren
Hülse 9.1 festgelegt ist.
Das Getriebe 25 liegt auch an der Wand 21 fest und
steht durch die Wand 21 hindurch mit dem Mittelzylinder 2 in Drehverbindung.
Dem Auslaufzylinder 3 ist ebenso wie dem Einlaufzylinder
1 ein Zahnrad 4.1 aufgesetzt, welches in Eingriff mit einem Zahnrad
5.1 auf einer Antriebswelle 6.1 eines weiteren Getriebes
26 steht. Dieses Getriebe 26 ist, ebenso wie das Getriebe
7, an der Wand 8 angeordnet. Das Getriebe 26 steht über
einen weiteren Riemen 27 in Wirkverbindung mit einem fliegend an einer
Seite gehaltenen Motor 28. Die Spannung dieses Riemens 27 wird
durch eine weitere Brille 10.2 erzeugt, die ähnlich den anderen Brillen
10 und 10.1 gestaltet ist. Allerdings besitzt sie kein Spannrad,
sondern ist einer Hülse 9.3 am Getriebe 26 aufgesetzt und
trägt den Motor 28. Durch Drehung des Exzenterringes 12 kann
der Abstand der beiden Hülsen 9.2 und 9.3 in den Ausnehmungen
11 und 15 verändert werden. Hierdurch kann die Riemenspannung
eingestellt werden.
In 3 ist erkennbar, dass das Getriebe
7 in einer schrägen Ausnehmung 30 in der Wand 8
sitzt. Hierbei ist das Getriebe 7 in dieser Ausnehmung 30 verschiebbar
in Richtung des Doppelpfeiles x gelagert.
In einem einfachen Ausführungsbeispiel dienen zwei sich gegenüberliegende
Ränder 31.1 und 31.2 als Schienen und damit als Führung
für das Getriebe 7. Die Ränder 31.1 und 31.2
greifen in gestrichelt angedeutete Nuten 32.1 und
32.2 in einem Getriebegehäuse ein. Zum Festlegen des Getriebes
7 dienen dann entsprechende, nicht näher gezeigte Klemmelemente, Befestigungsschrauben
od. dgl.
Je nach Wunsch können auch die Getriebe 25,
26 entsprechend verschiebbar in einer Ausnehmung in der Wand
8 bzw. 21 gelagert werden.
Die Wände 8 und 21 sind in einem Gestell
33 der Spinnmaschine gelagert, wie aus 1 hervorgeht.
Demnach besteht der Halter zwischen Motor 20 und Getriebe 7 aus
Teilen der Wand 8 des Gestelles 33 und der Wand 21. Die
Wände 8 und 21 müssen nicht notwendigerweise flach ausgeführt
werden; sie können allgemein als Supporte bezeichnet werden. Ein Support
8 mit Getriebe 26 und Motor 28 kann zu einer separaten
Baueinheit 34 zusammengefasst werden, die lösbar im Maschinengestell
33 befestigt ist.
Positionszahlenliste
1
Einlaufzylinder
x
Verschieberichtung
2
Mittelzylinder
3
Auslaufzylinder
4
Zahnrad
5
"
6
Antriebswelle
7
Getriebe
8
Wand
9
Hülse
10
Brille
11
Ausnehmung
12
Exzenterring
13
Zylinderöffnung
14
Bohrungen
15
Lagerausnehmung
16
Spannrad
17
Riemen
18
Hilfswelle
19
Riemen
20
Motor
21
Wand
22
Lagergehäuse
23
Riemen
24
Eingangswelle
25
Getriebe
26
"
27
Riemen
28
Motor
29
30
Ausnehmung
31
Rand
32
Nut
33
Gestell
34
Baueinheit