Die Erfindung betrifft eine Absperrarmatur und insbesondere Absperrarmaturen
des Wasser- und Gasbereichs, bevorzugt für Hausanschlüsse, mit einem Schließelement,
das zum Verschließen einer Fluidleitung dient, wobei das Schließelement
von einer Spindel über eine Spindelmutter bewegbar ist, gemäß dem
Oberbegriff des Anspruchs 1.
Derartige Absperrarmaturen nach dem Stand der Technik verfahren das
Schließelement, auch Absperrschieber genannt, in den freien Leitungsquerschnitt
beispielsweise einer Abwasserleitung, wobei das Schließelement über die
Spindelmutter entlang der Spindel verfahren wird und das Schließelement koaxial
zur Spindelachse in den Leitungsquerschnitt hineingefahren wird. Bei der maximalen
Einfahrstellung des Schließelementes in die Fluidleitung, d.h. in der Verschlussstellung
der Absperrarmatur, tritt eine maximale Belastung durch einen Rückstaudruck
am Absperrschieber auf. Die Spindel wird in diesem Zustand mit hohen Scherkräften
oder Hebelkräften beaufschlagt und es kann vorkommen, dass das Spindellager
beschädigt wird bzw. der Absperrschieber von der Dichtung, mit der er in der
geschlossenen Stellung in Kontakt sein sollte, abhebt, womit die Absperrarmatur
undicht werden kann.
Es ist die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Absperrarmatur
und insbesondere eine Absperrarmatur für den Wasser- und Gasbereich, bevorzugt
für Hausanschlüsse, vorzuschlagen, bei der die Spindel sowie die zugehörige
Mechanik entlastet werden kann.
Diese Aufgabe wird durch eine Absperrarmatur bzw. eine Absperrarmatur
für den Wasser- und Gasbereich nach dem Anspruch 1 gelöst. Zweckmäßige
Ausführungsformen gehen aus den Unteransprüchen hervor.
Die gemäß der Erfindung erzielbaren Vorteile beruhen darauf,
dass die Spindel schließelementseitig, d.h. auf der Seite, auf der im geschlossenen
Zustand das Schließelement angelenkt wird, mittels einer radial sperrenden
Lageeinrichtung abgestützt ist. Hierdurch wird der auf die Spindel wirkende
Hebel verkürzt und etwaige Scherkräfte werden von der radial sperrenden
Lageeinrichtung aufgenommen. Insoweit die radial sperrende Lageeinrichtung stabil
genug ausgebildet ist, sind Schädigungen der Spindelmechanik und der Dichtungen,
die die Spindel gegenüber der Umwelt abdichten, nicht mehr zu befürchten.
Vorteilhafter Weise umfasst die radial sperrende Lageeinrichtung eine
bolzenartige Erstreckung. Diese bolzenartige Erstreckung kann sich in eine korrespondierende,
axial erstreckte Ausnehmung am schließelementseitigen Ende der Spindel hinein
ausdehnen, um die anfallenden Scherkräfte bzw. Hebelkräfte aufzunehmen
und abzuleiten.
Eine weitere vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung kann darin gesehen
werden, dass die Spindel schließelementseitig in eine wenigstens teilweise
ring- oder topfartige Erstreckung hineinreicht, die das Spindelende wenigstens teilumfänglich
umfasst. Auch eine derartige Abstützung des Spindelendes gegenüber Scherkräften,
Hebelkräften und dgl., die im besonderen Maße im geschlossenen Zustand
der Absperrarmatur auftreten können, kann die oben aufgezeigten Vorteile gemäß
der Erfindung bereitstellen.
Insoweit die bolzenartige Erstreckung zum Einsatz gelangt, kann diese
in Richtung der Spindel einen zulaufenden Verjüngungsbereich aufweisen, der
insbesondere bei der Montage der Absperrarmatur sehr hilfreich sein kann.
Entsprechend kann auch die ring- oder topfartige Erstreckung, die
ebenfalls von der radial sperrenden Lageeinrichtung umfasst werden kann, einen Erweiterungs-
bzw. Verengungsbereich aufweisen, um das Einführen der Spindel bei der Montage
oder bei Wartungsarbeiten zu erleichtern, womit auch eine verbesserte Zentrierung
der Spindel relativ zu den übrigen Bestandteilen der Absperrarmatur sichergestellt
werden kann.
Nachfolgend wird die folgende Erfindung anhand der beigefügten
Figuren näher erläutert, wobei weitere Vorzüge, Merkmale sowie Zielsetzungen
gemäß der Erfindung offenbart werden. In den Darstellungen zeigen:
1 einen perspektivischen Querschnitt durch eine Absperrarmatur
mit Merkmalen gemäß der Erfindung;
2 in einer perspektivischen Ansicht Einsatzelemente
einer Einsatzeinrichtung bzw. eines Absperrpakets einer Absperrarmatur gemäß
der Erfindung; und
3 eine zusammengebaute Einsatzeinrichtung und damit
ein zusammengebautes Absperrpaket einer erfindungsgemäßen Absperrarmatur
in einer perspektivischen Darstellung, wobei das Absperrpaket die Einsatzelemente
gemäß 2 aufweist.
Nachfolgend werden gleiche oder entsprechende Bestandteile jeweils
mit den gleichen Bezugszeichen benannt, so dass sich eine mehrfache Beschreibung
gleicher Bestandteile erübrigt.
In 1 ist eine Absperrarmatur mit Merkmalen
gemäß der Erfindung wiedergegeben. Die Absperrarmatur umfasst einen Leitungsarmaturabschnitt
10 und einen Sperrschieberabschnitt 12. Der Leitungsarmaturabschnitt
10 weist jeweils endseitig Leitungsanschlussbereiche 11 auf. An
diesen Leitungsanschlussbereichen 11 kann beispielsweise eine Hausabwasserleitung
einerseits und eine T-Abzweigung eines öffentlichen Netzes des Wasser- und
Gasbereichs angeschlossen werden. Der Sperrschieberabschnitt 12 umfasst
ein Schließelement 14 in der Form eines Absperrschiebers, der in den
Leitungsarmaturabschnitt 10 eingeführt werden kann, um diesen abzusperren,
bzw. herausbewegt werden kann, um den Leitungsquerschnitt des Leitungsarmaturabschnitts
10 freizugeben.
Bekanntermaßen umfasst der Sperrschieberabschnitt 12
eine Spindel 42, auf der eine Spindelmutter 40 in Axialrichtung
der Spindel 42 durch Drehen der Spindel bewegbar ist, so dass die Spindelmutter
in Axialrichtung der Spindel voran- und zurückbewegt werden kann. An der Spindelmutter
ist ein Schließelement 14, und in der vorliegenden Ausführungsform
ein Absperrschieber 14 vorgesehen. Am oberen Ende der Spindel
42 ist diese in einem dichtenden Lager gehalten, das eine Gleitscheibe
46 sowie O-Ringe 48 umfasst. Das Gleitlager wird durch einen Rundgewindeadapter
44 nach außen hin mechanisch abgesichert. Das Ende der Spindel
42 kann mit einem Hebel in Wirkverbindung gebracht werden, um die Spindel
in eine Drehbewegung zu versetzen, um die Spindelmutter 40 in Axialrichtung
voran- oder zurückzubewegen.
Um die Spindel herum ist ein Spindelgehäuse 41 vorgesehen,
das an seinem unteren Ende mittels eines Kantenschutzes 50 über ein
Sicherungselement 52 sowie ein Zentrierelement 54 an einer Montageerstreckung
57 festgelegt ist, die einen Teil des Leitungsarmaturabschnitts
10 darstellt, der auch als Unterteil der Absperrmontur bezeichnet werden
könnte. Eine Dichtung 56 dichtet das Spindelgehäuse
41 gegenüber dem Leitungsarmaturabschnitt 10 ab.
Die Spindel 42 umfasst eine Ausnehmung 43, die mit
einer radial sperrenden Lagereinrichtung 32, hier in der Form eines Bolzens,
in Wirkverbindung bringbar ist. Die radial sperrende Lagereinrichtung
32 dient dazu, die Spindel abzustützen, wenn der Absperrschieber
14 in seiner geschlossenen Stellung ist und in dieser Stellung besonders
durch einen Rückstaudruck beaufschlagt wird, der auf die Spindel
42 zurückwirkt und diese aus ihrer gewünschten Lage auszulenken
vermag. Ein eventueller Rückstaudruck und die durch diesen auf die Spindel
ausgeübten Scher- oder Hebelkräfte können durch die radial sperrende
Lagereinrichtung 32, die hier in der Form eines Bolzens vorgesehen ist,
aufgefangen werden. Der Bolzen 32 kann noch mit einer Montageverjüngung
36 ausgebildet sein, die bei der Montage der Spindel in der Armatur gemäß
1 bei einer erfolgreichen Zentrierung hilfreich sein
kann. Da der Absperrschieber 14 gegenüber der Achse der Spindel
42 versetzt ist, muss für eine Lagerung der Spindel 42 über
den Bolzen 32 eine Registriernase 34 vorgesehen werden, insoweit
der Bolzen 32 nicht anderweitig beispielsweise an dem Leitungsarmaturabschnitt
10 vorgesehen ist, sondern wie hier an der Einsatzeinrichtung bzw. dem
Absperrpaket 8.
Anzumerken bleibt noch, dass anstelle des Bolzens 32 auch
eine ring- oder topfartige Erstreckung, etwa eine Büchse, vorgesehen sein kann,
die hier jedoch nicht dargestellt ist.
Diese Büchse kann wenigstens teilumfänglich das untere Ende
der Spindel einfassen und somit zu dem Bolzen 32 gleichwirkend sein.
Bei der dargestellten Ausführungsform einer Absperrarmatur mit
Merkmalen gemäß der Erfindung ist der Absperrschieber 14 in seine
Sperrlage innerhalb des Leitungsarmaturabschnitts 10 verbracht dargestellt.
Der Absperrschieber 14, der als Schließelement dient, ist über
eine Sperrschiebereinführöffnung 60 in die Einsatzeinrichtung
bzw. das Absperrpaket 8 eingeführt. Das Absperrpaket 8 weist
ein erstes Einsatzelement 18 und ein zweites Einsatzelement 20
auf, die über Verbindungselemente 22, 24, 26 mechanisch
miteinander verbunden werden können. Zwischen den Einsatzelementen
18, 20 ist eine Absperrdichtung 16 eingepasst. Die Absperrdichtung
16 umfasst einen oberen Teil 16a, der als Anlagedichtabschnitt
16c (siehe 2) ausgebildet ist. Der untere
Teil der Absperrdichtung 16 kann als Anlaufdichtabschnitt 16b
ausgebildet sein, an den die Stirnseite des Absperrschiebers 14 dichtend
in Anlage bringbar ist. Wie zu erkennen ist, ist die Absperrdichtung 16
zusätzlich mit Verankerungserstreckungen ausgebildet, die mit korrespondierenden
Erstreckungen bzw. Ausnehmungen innerhalb des zweiten Einsatzelements
20 in Eingriff bringbar ist. Die Absperrdichtung 16 ist bei der
dargestellten Ausführungsform mechanisch stabilisierend von den beiden Einsatzelementen
18, 20 eingefasst und kann damit auch bei einer größeren
Druckbeaufschlagung eine hervorragende Dichtwirkung erzielen, zumal der Absperrschieber
14 gegenüber Scher- oder Hebelkräften durch den Bolzen
32 abgesichert ist.
Die Verbindungselemente sind im vorliegenden Fall als Rastelement
22 an dem ersten Einsatzelement 18 und als Rasthinterschneidung
24 an dem zweiten Einsatzelement 20 vorgesehen. Ferner sind Eingriffsausnehmungen
26 sowie Eingriffserstreckungen 26a (siehe 2
und 3) vorgesehen, um nicht nur eine Fixierung, sondern
auch eine Unempfindlichkeit gegenüber axialen oder radialen Kräften
herbeizuführen, die eine Deplatzierung der Bestandteile des Absperrpakets
8 zueinander bzw. relativ zu dem Sperrschieberabschnitt 12 oder
dem Leitungsarmaturabschnitt 10 verursachen könnten.
Das Absperrpaket 8 kann einseitig mit einer Einsatzdichtung
30 versehen sein, die auf der dem ersten Einsatzelement 18 abgewandten
Seite des zweiten Einsatzelements 20vorgesehen ist, um mit einer gegenüberliegenden
Dichtfläche 31 des Leitungsarmaturabschnitts 10 in eine dichtende
Wirkverbindung zu treten. Das Rastelement 22 ist am Ende eines Rastelementträgers
29 ausgebildet.
Die 2 zeigt das Absperrpaket
8 in der Form des ersten Einsatzelements 18 und des zweiten Einsatzelementes
20 in einem Zustand vor der Montage. Das erste Einsatzelement
18 weist ein Rastelement 22 an einem Rastelementträger
28 auf. Die Rastelemente 22 sind entlang der Außenkontur
des ersten Einsatzelements 18 in regelmäßigen Abständen
vorgesehen, wobei nur der Bereich der Sperrschiebereinführöffnung
60 (siehe 1 und 3)
von den Rastelementen 22 freigehalten ist. Das erste Einsatzelement
18 weist ferner Eingriffsausnehmungen 26 auf, die ebenfalls entlang
der Außenkontur des ersten Einsatzelementes 18 ausgenommen im Bereich
der Sperrschiebereinführöffnung vorgesehen sind. Ein freier Leitungsquerschnitt
58 wird später zu einer korrespondierenden Öffnung in dem zweiten
Einsatzelement 20 fluchtend ausgerichtet sein, so dass der freie Leitungsquerschnitt
des Leitungsarmaturabschnitts 10 im Bereich des Absperrpakets
8 im Wesentlichen beibehalten wird. Im unteren Bereich des ersten Einsatzelements
18 ist eine Dichtungsaufnahme 38 vorgesehen, die den Anlaufdichtabschnitt
16b der Absperrdichtung 16 aufzunehmen vermag.
Entsprechend zu dem ersten Einsatzelement 18 ist das zweite
Einsatzelement 20 ausgebildet. Eine Rasthinterschneidung 24 ist
vorgesehen, um diverse Rastelemente 22 des ersten Einsatzelements
18 aufzunehmen. Ferner sind Eingriffserstreckungen 26a korrespondierend
zu den Eingriffsausnehmungen 26 im ersten Eingriffselement 18
ausgebildet. Die Absperrdichtung 16 weist einen unteren Bereich mit einem
Anlaufdichtabschnitt 16b auf, sowie einen oberen Bereich mit einem Anlagedichtabschnitt
16c.
Bei der dargestellten Ausführungsform ist die Stabilisierungserstreckung
32 in der Form eines Bolzens an einer Registriernase 34 an dem
zweiten Einsatzelement 20 vorgesehen. Natürlich kann die Stabilisierungserstreckung
32 auch beispielsweise unmittelbar an einer entsprechenden Erstreckung
am Leitungsarmaturabschnitt 10 vorgesehen sein.
3 zeigt das erste und das zweite Einsatzelement
18, 20 in montiertem Zustand, in dem das montierte Absperrpaket
8 in eine entsprechende Ausnehmung im Leitungsarmaturabschnitt
10 eingeführt werden kann. Die miteinander verbundenen Einsatzelemente
18, 20 bilden eine Art von Gehäuse, das eine Einführöffnung
60 für den Absperrschieber 14 bereitstellt.
- 8
- Einsatzeinrichtung, Absperrpaket
- 10
- Leitungsarmaturabschnitt
- 11
- Leitungsanschlussbereich
- 12
- Sperrschieberabschnitt
- 14
- Absperrschieber, Schließelement
- 16
- Absperrdichtung
- 16a
- Absperrdichtung, oben
- 16b
- Anlaufdichtabschnitt
- 16c
- Anlagedichtabschnitt
- 18
- erstes Einsatzelement
- 20
- zweites Einsatzelement
- 22
- Rastelement
- 24
- Rasthinterschneidung
- 26
- Eingriffsausnehmung
- 26a
- Eingriffserstreckung
- 28
- Rastelementträger
- 30
- Einsatzdichtung
- 31
- Dichtfläche
- 32
- Stabilisierungserstreckung, Bolzen
- 34
- Registriernase
- 35
- Aussparung, Nut
- 36
- Montageverjüngung
- 38
- Dichtungsaufnahme
- 40
- Spindelmutter
- 41
- Spindelgehäuse
- 42
- Spindel
- 43
- Ausnehmung
- 44
- Rundgewindeadapter
- 46
- Gleitscheibe
- 48
- O-Ring
- 50
- Kantenschutz
- 52
- Sicherungselemente
- 54
- Zentrierelemente
- 56
- Dichtung
- 57
- Montageerstreckung
- 58
- freier Leitungsquerschnitt
- 60
- Sperrschiebereinführöffnung, Einführöffnung