Warnwesten sind bereits in einigen Ländern bei Pannen im Straßenverkehr
vorgeschrieben. Die Warnwesten sind mit fluoreszierender Warnfarbe und reflektierenden
Signalstreifen ausgestattet. Die Warnwesten werden vorne geöffnet und mit Klett-
oder anderen Verschlüssen wieder geschlossen. Die Klettverschlüsse bestehen
aus zwei unterschiedlichen Streifen. Auf dem einen Streifen sind harte Kunststoffhäkchen,
nachfolgend Klettstreifen beziehungsweise Klette genannt. Auf dem anderen Streifen
sind verfilzte weiche Fäden, die nachfolgend Klettfilze oder Filze genannt
werden. Da es austauschbar ist, an welchen Stellen die Kletten und an welchen die
Klettfilze angebracht sind, wird zur Vereinfachung nachfolgend nur eine Möglichkeit
beschrieben. Die umgekehrte Anbringung ist natürlich auch möglich.
Bei einer Panne nimmt man die Warnweste aus der Verpackungsfolie,
öffnet die Klettverschlüsse und zieht die Weste wie eine Jacke an.
Italien und die Schweiz schreiben sogar vor, dass die Warnweste bereits
vor dem Verlassen des Fahrzeuges angelegt sein muss.
Das Problem ist, dass die herkömmliche Warnweste, mit Öffnung
und Verschluss ausschließlich auf der Brust, beim Anlegen im Auto unhandlich
ist. Personen mit Schulter- oder Ellbogengelenksbeschwerden haben noch zusätzliche
Probleme. Die Weste wird daher von den meisten Nutzern erst außerhalb des Fahrzeuges
enthüllt, vorne geöffnet und angezogen werden. Das vernünftige Gebot
Italiens und der Schweiz wird damit missachtet. Es vergeht dadurch wertvolle Zeit,
in der bereits ein Unfall geschehen kann. Auch können sich die Frontverschlüsse
vor, beziehungsweise beim Anziehen der Warnweste wieder verhaken und ein zügiges
Anlegen erheblich behindern.
Beim Einkleiden eines Kindes mit einer herkömmlichen Warnweste
treten die vorgenannten Schwierigkeiten erst recht zutage. Der Schlupf durch die
Armlöcher ist beim Anziehen des Kindes für die Eltern zwar alltägliche
Übung, trotzdem ist dies in der Hektik einer Pannen- oder Unfallsituation bei
einer herkömmlichen Warnweste zeitraubend.
Es gibt auch keine Warnwesten in Kindergrößen. Ein Kind
könnte auf eine zu lange Warnweste treten, dadurch beim Laufen behindert sein
und sogar stürzen.
Der im Schutzanspruch 1 angegebenen Erfindung liegt das Problem zugrunde,
eine überziehbare Warnweste zu schaffen, die leichter und damit auch schneller
bereits im Fahrzeug angelegt werden kann und die die Sturzgefahr für Kinder
vermeidet.
Dieses Problem wird mit den im Schutzanspruch 1 aufgeführten
Merkmalen gelöst.
Mit der Erfindung wird erreicht, dass die Warnweste bereits im Fahrzeug
beziehungsweise während des Aussteigens ohne Schwierigkeiten angezogen werden
kann. Wesentlicher Bestandteil ist, dass die Warnweste an beiden Seiten unterhalb
der Armausschnitte (2) bis zum unteren Ende geteilt (1) ist. So
kann die Warnweste bei einer Panne oder einem Unfall leichter und schneller bereits
im Fahrzeug übergezogen werden. Zum Anlegen wird die Warnweste an beiden Seiten
des Rückenteils (5), falls mit Seitenverschlüssen versehen, an
den Seitenverschlüssen (12) gefasst und mit dem Halsausschnitt (3)
von oben über den Kopf gezogen. Durch die Seitenöffnungen (1)
mit Armausschnitt (2) kann die Warnweste problemlos und schnell über
den Oberkörper und unter die Arme positioniert werden. Dies ist auch für
Personen mit Schulter- oder Ellbogenbeschwerden gut möglich. Spätestens
beim Verlassen des Fahrzeugs wird der Rückenteil (5) von selbst über
den Rücken bis nach unten gleiten. Von Vorteil ist dabei, wenn die Westeninnenfläche
(7) glatter als bei den herkömmlichen Warnwesten ausgestattet ist.
Durch den zeitlichen Gewinn beim Überziehen über den Kopf wird mehr Sicherheit
erreicht. Dabei ist ein sofortiges Verschließen der Seitenöffnungen nicht
erforderlich.
Um die Warnweste an den Seiten zu verschließen, sind die dort
vorhandenen Klett- oder sonstige Verschlüsse zu bedienen. Bei Klettverschlüssen
ist es vorteilhaft, wenn sich Klette (12) und Klettfilze (11)
kreuzen, statt wie sonst üblich genau paralell aufeinander gelegt zu werden.
Die Suche, welches Klettband auf welchen Klettfilz gelegt werden muss, könnte
ablenken. Vorzugsweise sind die Klettfilze (11) auf der Westenvorderseite
(4, 1) senkrecht am rechten und linken Außenrand
(1) und die Klettflächen (12) in waagrechten Streifen, beziehungsweise
auch breiten oder runden Flächen, an der Innenseite (7) des Rückenteils
(5, 2) befestigt.
Die Filz- (11), vorzugsweise die Klettseite (12)
ist mit einer Schutzabdeckung (13, 4) abzudecken,
um das Überziehen der Weste nicht durch vorzeitiges Verhaken zu behindern.
Der Verhakungsschutz kann aus Folie, Klebestreifen usw. bestehen. Vorzugsweise ist
er so zu gestalten, dass der Klettstreifen (12) am äußeren Ende
in einen dort fest verbundenen Klettfilz (13) übergeht, der auf die
Klettfläche umgeklappt (14) wird, um sich dort zu verhaken. Am Ende
dieses Schutzstreifens schließt sich noch eine glatte, nicht haftende Fläche
(15) an, die das Ergreifen und Lösen der Schutzabdeckung erleichtert,
beziehungsweise erst ermöglicht.
Beim Verschließen der Weste wird die Schutzabdeckung kurz aufgerissen,
nach vorne gezogen und der anhängende Klettstreifen (12) kreuzweise
auf den senkrechten Klettfilzstreifen (11) der Westenvorderseite gelegt.
Dies kann dann geschehen, wenn wichtigere Maßnahmen, wie Unfallstelle sichern,
Erste Hilfe leisten usw., erledigt sind. Die Warnfunktion der Weste ist dadurch
nicht beeinträchtigt.
Um die Warnweste schnell an den optimalen Stellen zum Überziehen
zu ergreifen, sind die Zugriffstellen (16., 5),
die vorzugsweise bei den Verschlüssen (12) des Rückenteils sind,
mit Markierungen (17) versehen. Die Zugriffstellen sind mit Hinweispfeilen
(17), stilisierter Hand, oder Ähnlichem sowie mit nationaler und internationaler
Hinweisbeschriftung zu versehen. Vorzugsweise sind die Markierungen zum Kontrast
mit anderer Leuchtfarbe, sehr dunkler Farbe oder schwarz ausgestattet. Damit die
Zugriffsposition bereits beim Kauf der Warnweste ersichtlich ist und die Beschriftung
bereits vor einer Panne gelesen wurde, ist diese hinter der Verpackungsfolie oder
einem Sichtfenster der Folie zu präsentieren.
Die Frontseite der Warnweste kann wie bisher geteilt und mit Verschlüssen
(10) versehen sein. Zur einfacheren Herstellung kann die Westenvorderseite
auch ungeteilt sein. Besser ist jedoch eine Frontöffnung (10), um
an wichtige Gegenstände, Notfallausweis, Brusttascheninhalt usw. zu gelangen.
Für den Fall, dass die Warnweste in der Hektik, trotz Kennzeichnung,
mit der Innenseite nach außen angelegt wird, ist die Weste auf der Innenfläche
ebenfalls mit reflektierenden Signalstreifen und fluoreszierender Warnfarbe versehen.
Dies ist in der 2 nicht extra, sondern in der Detailfigur
3 Ziffer 9 dargestellt.
Für Kinder sind Erwachsenenwesten so auszurüsten, dass sie
durch entsprechend angebrachte Klettstreifen in der Länge angepasst werden
können.
In der 6 ist eine Warnweste mit waagrechten
Klettstreifen (18) am beziehungsweise auf dem unteren Rand dargestellt.
Auf der Brust- und Rückenfläche sind punkt- beziehungsweise streifenförmige
Gegenstücke dargestellt. Auch hier erlaubt eine senkrechte Anbringung von Klettfilzen
(19) eine einfachere Handhabung und sogar eine stufenlose Größenanpassung.
Zur Größenanpassung wird die Weste an den unteren Klettstreifen
(18) ergriffen und nach oben umgeschlagen. Die unteren Klettstreifen werden
dann in entsprechender Höhe auf die senkrechten Klettfilze (19) kreuzweise
gelegt. Erst durch die seitliche Teilung (1) der Warnweste ist das Umschlagen
der Brust- und Rückenteile ohne Schwierigkeiten möglich.
Durch das Umklappen des Westenunterteils wird die Innenseite nach
außen gekehrt. Somit ist eine Ausstattung der Innenfläche mit Signalstreifen
(9) und fluoreszierender Farbe unbedingt erforderlich. Für den Fall
der Verdrehung der Warnweste von innen nach außen, sind die senkrechten Klettfilze
(19) und die Klettstreifen (18) auch auf der Westeninnenseite
angebracht. Die Klettbänder für die Größenanpassung sind vorzugsweise
ebenfalls mit einem Verhakungsschutz (13) ausgestattet.
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird anhand der
1 bis 6 erläutert.
Es zeigen:
1 die Außenseite der Warnweste mit Rückenteil
in der oberen und Brustteil in der unteren Hälfte,
2 die Innenseite der Warnweste, der Rückenteil
ist ebenfalls oben und der Vorderteil unten dargestellt,
3 die Teilansicht eines seitlichen Verschlusses, angebracht
an der Innenseite des Rückenteils,
4 einen Verschlussstreifen mit umgeklappter und "verkletteter"
Schutzabdeckung,
5 eine Teilansicht der Rückenaußenseite mit
dem Beispiel der Hinweise auf die Anfass- beziehungsweise Zugriffstellen,
6 eine für Kinder anpassbare Warnweste mit Ausführungsbeispielen
der Klett- und Filzstreifen.
In den Figuren ist die Warnweste mit seitlichen Öffnungen
1, den Achselausschnitten 2 und dem Halsausschnitt 3
dargestellt.
Weiterhin sind dargestellt:
- Brust- beziehungsweise Vorderteil 4,
- Rückenteil 5
- herkömmliche glatte Außenfläche 6,
- glatte Innenfläche 7,
- Signalstreifen der Außenfläche 8,
- Signalstreifen der Innenfläche 9,
- herkömmliche Frontöffnung mit Vorderverschluss 10,
- seitliche Verschlüsse 11 am Vorderteil aus waagrechten, vorzugsweise
senkrechten Klettfilzen,
- seitliche Verschlussgegenstücke 12 am Rückenteil vorzugsweise
aus waagrechten Klettverschlüssen,
- Schutzabdeckung 13, vorzugsweise durch Klettfilze am Klettverschluss
(12), geschlossene Klettverschlussabdeckung 14,
- nicht haftendes Ende 15 der Schutzabdeckung,
- Zugriff- beziehungsweise Anfassstelle 16,
- Kennzeichnung der Zugriffstelle mit Hinweispfeil, Hinweishand usw.
17,
- Größenanpassung der Warnweste für Kinder durch am unteren Rand
angebrachte waagrechte Klettstreifen 18,
- waagrechte bzw. vorzugsweise senkrechte Gegenstücke auf Brust- und Rückenteil
aus Filzpunkten oder vorzugsweise Klettfilzstreifen 19.