Die Erfindung betrifft ein selbständig frei stehendes Sitzkissen
gemäß Oberbegriff des Anspruchs 1.
Ein solches Sitzkissen, welches auch unter der Bezeichnung Sitzsack
bekannt ist, ist in herkömmlicher Weise mit Styroporkugeln gefüllt und
hat eine äußere Hülle aus Leder oder Kunststoff. Ein solches Sitzkissen
kann in seiner Form in gewissen Grenzen verändert werden, um beispielsweise
eine Sitzmulde mit einem angrenzenden Rückenlehnenbereich auszubilden. Diese
bekannten Sitzkissen haben aufgrund des verwendeten Füllmaterials eine geringe
Formstabilität, was bei der Benutzung zu unerwünschten Formänderungen
aufgrund der einwirkenden Belastungen führen kann.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein selbständig frei
stehendes Sitzkissen, welches auch als Liegekissen verwendet werden kann, so auszubilden,
dass einerseits gewünschte Ausformungsveränderungen möglich sind,
und andererseits bei der Benutzung des Sitzkissens eine höhere Formstabilität
erreicht wird.
Die Lösung dieser Aufgabe erhält man durch die in Anspruch
1 angegebenen Merkmale. Das erfindungsgemäße Sitzkissen besitzt eine neuartige
Füllung aus einer Vielzahl von einerseits harten und andererseits elastischen
Kunststoffteilchen, vorzugsweise aus Styroporteilchen und Polypropylenteilchen,
die unterschiedliche Reibungskoeffizienten haben. Die eher glatte Oberfläche
der Styroporteilchen und die griffige, weiche Oberfläche der Polypropylenteilchen
ergeben den Vorteil, dass bei einer Belastung des Sitzkissens die bestehende Ausformung
sehr formbeständig bleibt. Bei herkömmlichen Sitzkissen rutschen dagegen
die glatten Styroporkügelchen bei einer Belastung aus ihrer Position weg, sodass
sich insgesamt eine Formveränderung des Sitzkissens ergibt, insbesondere wenn
Belastungsänderungen bei Veränderung der Sitzposition einer auf dem Sitzkissen
sitzenden Person auftreten.
Das verwendete Mischungsmaterial aus harten und elastischen Kunststoffteilchen
hat den weiteren Vorteil, dass sich der Sitzkomfort durch die höhere Elastizität
der elastischen Kunststoffteilchen verbessert. Sehr gute Ergebnisse wurden mit einer
Füllung aus Styroporkugeln und Polypropylenteilchen erzielt, wobei ein Querschnittsdurchmesser
von etwa 4 mm eine hohe Formstabilität und auch einen guten Sitzkomfort ergab.
Das Mischungsverhältnis kann entsprechend den jeweiligen Anforderungen
in einem verhältnismäßig breiten Bereich verändert werden, wobei
jedoch für den alltäglichen Gebrauch ein Mischungsverhältnis von
50/50 der harten und der weichen Kunststoffteilchen sich als vorteilhaft erwiesen
hat. Dabei kann es vorteilhaft sein, Kunststoffteilchen mit unterschiedlicher Form
zu verwenden, beispielsweise Styroporteilchen als Kugeln und Polypropylenteilchen
mit einem ovalen Querschnitt.
Ein Sitz- und Liegekissen, welches mit Styroporkugeln mit einem Durchmesser
von 4 mm und mit Polypropylenteilchen mit einer Länge von etwa 8 mm gefüllt
war, hat in Versuchen sehr gute Nutzungseigenschaften gezeigt. Sowohl Formstabilität
als auch der Sitzkomfort waren gegenüber herkömmlichen Sitzkissen deutlich
verbessert.
Bei der bevorzugten Ausführungsform ist die Außenhülle
aus Leder, das an seiner Innenseite eine raue Oberfläche hat. Außerdem
befinden sich die Kunststoffteilchen in einem Innensack aus Textilmaterial, der
mit einem Reißverschluss zum Befüllen und zum Verschließen versehen
sein kann.
Die Erfindung wird nachfolgend anhand eines in der Zeichnung dargestellten
Ausführungsbeispiels näher erläutert.
Es zeigen:
1 die Ansicht eines Sitz- und Liegekissens,
2 eine Querschnitts-Detailansicht, die die Außenhülle,
einen Innensack und die einliegenden Kunststoffteilchen zeigt, und
3 einige Kunststoffteilchen in Originalgröße,
wie sie bei einem Sitzkissen gemäß 1 und
2 verwendet werden.
Das in 1 dargestellte Sitzkissen, welches
grundsätzlich auch als Liegekissen bezeichnet werden kann, hat bei einer Länge
von 180 cm und einer Breite von 120 cm etwa ein Volumen von 350 l. Im unbelasteten
Zustand lässt sich das Sitzkissen in eine gewünschte Sitzform oder Liegeform
bringen, die deutlich von der hier in 1 dargestellten
Form abweichen kann.
Die Querschnitts-Detailansicht von 2 zeigt
einen Schnitt des Sitzkissens von 1 im Bereich seiner
Außenhülle 1. Die Schnittdarstellung zeigt, dass die sich im
Inneren des Sitzkissens befindenden Kunststoffteilchen 2 von einem Innensack
3 aus textilem Material umschlossen sind. Der Innensack 3 ist
an die Innenform der Außenhülle 1 angepasst und erstreckt sich
somit entlang der Innenseite 4 der Außenhülle 1.
Die Darstellung von 2 zeigt, dass die
einliegenden Kunststoffteilchen 2 zumindest zwei unterschiedliche
Formen haben, nämlich einerseits eine Kugelform und andererseits eine etwa
kurze, stabförmige Form haben. Dabei handelt es sich um Styroporkugeln
5 und um Polypropylenteilchen 6.
In 3 sind die Styroporkugeln und die Polypropylenteilchen
6 in etwa in Originalgröße dargestellt. Die Styroporkugeln haben
hier einen Durchmesser von etwa 4 mm, während die Polypropylenteilchen einen
ovalen Längsquerschnitt und eine Länge von etwa 8 mm haben. Grundsätzlich
sind aber auch andere Abmessungen für die unterschiedlichen Kunststoffteilchen
möglich, insbesondere wenn für das Sitzkissen unterschiedliche Komfort-
und Verformungseigenschaften erzielt werden sollen.
Die vorliegende Erfindung ist nicht auf die dargestellte Ausführungsform
eingeschränkt, sondern umfasst auch die Verwendung anderer unterschiedlicher
Kunststoffteilchen, sofern diese aus unterschiedlichem Material mit unterschiedlicher
Härte und unterschiedlichen Reibungskoeffizienten bestehen. Insbesondere kann
auch das Mischungsverhältnis zwischen Styroporkugeln und Polypropylenteilchen
je nach Anwendungszweck stark variieren, wobei ein Bereich zwischen 20/80 bis 80/20
für das Mischungsverhältnis vorteilhaft sein kann.