Die Neuerung bezieht sich auf ein leichtgewichtiges Photovoltaiksystem
aus in Reihen und Spalten angeordneten Photovoltaikmodulen, die aus einem Photovoltaikpaneel
und einer dazu beabstandeten, auf einem Substrat angeordneten selbsttragenden Leichtbauplatte
aus einem wasserabweisenden Material bestehen, wobei alle Isolierelemente innerhalb
der Photovoltaikanordnung durch Führungs- und Verbindungselemente lückenlos
miteinander verbunden sind, und einem Rahmen- sowie einem Seilspannsystem.
Die Photovoltaik bietet unter den erneuerbaren Energieträgern
aufgrund der modularen Bauweise der Photovoltaiksysteme aus einzelnen Photovoltaikmodulen
die vielseitigsten Einsatzmöglichkeiten. Die Hauptanwendung liegt heute im
Bereich der Verbraucheranwendung, d.h., Photovoltaiksysteme werden zur Umsetzung
von Sonnenenergie in Elektroenergie genutzt. Dazu müssen die Photovoltaiksysteme
auf sonnenzugänglichen Substraten installiert werden. Hierbei handelt es sich
in der Regel um Freiflächen oder Dächer und Fassaden von Bauwerken. Für
Photovoltaikmodule auf Flachdächern (Definition nach DIN bis 5° Neigung)
ergeben sich auf Grundlage der DIN 1055-T4 und der DIN EN 1991-1- Teil 1–4
Lastansätze mit anzusetzenden Windlasten. Bei Flachdächern sind für
die Bemessung von Photovoltaiksystemen maßgeblich die Windsoglasten von Bedeutung.
Rechnerisch sind Werte für Windsoglasten auf Flachdächern für die
Bundesrepublik Deutschland in der Windlastzone II zwischen 0,82 kN/m2–1,02
kN/m2anzusetzen. Es kann daher für Berechnungen ein Wert mit ~1,00
kN/m2 in Ansatz gebracht werden. Für Europa kann davon ausgegangen
werden, dass dieser Lastansatz noch erhöht werden muss. Die Lastannahmen für
Europa entsprechen der deutschen Windlastzone III.
Die anstehenden Windsoglasten werden in der Regel durch das Eigengewicht
eines Photovoltaiksystems mit einer Sicherheit gegen das Abheben aufgenommen (Schwerkraftsystem).
Zusätzlich wird eine Sicherheit eingerechnet, die sich aus den Veränderungen
in den anzunehmenden Reibkräften zwischen dem Substrat, beispielsweise der
Dachhaut, und dem Schwerkraftsystem ergibt. Demnach muss eine Kraft von ca. 1,00
kN/m2 (Bundesrepublik Deutschland, Windlastzone II, Gebäudehöhe
< 20m) in das Dach eingeleitet werden, um ein Anheben des ungesicherten Photovoltaiksystems
zu verhindern. Diese anzunehmende Flächenlast wird im Allgemeinen in eine Streckenlast
umgewandelt und in die Dachfläche eingeleitet. Im Bereich der Kraftübertragung
zwischen den Auflagern des Photovoltaiksystems und der Dachhaut entstehen so hohe
Punkt- oder Streckenbelastungen, die die Dachfolie und Dachdämmung im erheblichen
Maß beschädigen können. In den Wintermonaten wird diese Belastung
noch durch zusätzlich anfallende Schnee- und Eislasten erhöht.
Eine weitere Problematik ergibt sich aus der in der Regel horizontalen
Lage des Photovoltaiksystems. Zwischen der Systemunterseite und dem Substrat entsteht
ein Windkanal, der zusätzliche Auftriebskräfte in das System bringt. Um
nicht die Gesamtlast des Photovoltaiksystems zu erhöhen, muss deshalb umlaufend
um das System ein Windabweiser verbaut werden. Eine andere Problematik ergibt sich
aus den Lastreserven des Substrates, in der Regel der Dachkonstruktionen. Es ist
davon auszugehen, dass schwere Dachkonstruktionen im Allgemeinen eine Lastreserve
in ihrer konstruktiven Ausbildung besitzen. Bei den leichten Dachtragwerken muss
jedoch davon ausgegangen werden, dass diese kaum Lastreserven beinhalten. Daraus
folgt, dass ein Schwerkraftsystem auf leichten Dachkonstruktionen nicht einsetzbar
ist.
Die meisten handelsüblichen Systeme setzen auf Gewicht. Üblicherweise
wird dieses Gewicht über große Standflächen aus Steinquadern eingebracht.
Eine andere Möglichkeit besteht darin, Wannen aus Kunststoff zu bauen, die
dann mit Kies zur Beschwerung befüllt werden. Ein weiteres System baut Füße
mit großen Platten an der Standfläche. Diese Flächen werden dann
wie bei den anderen Systemen mit schweren Steinplatten, Steinquadern oder Kies beschwert.
Eine Alternative dazu bildet ein leichtgewichtiges Photovoltaiksystem, wie es auch
bei der Neuerung eingesetzt wird.
Stand der Technik
Aus der US 5.746.839 ist ein
leichtgewichtiges Photovoltaiksystem bekannt, bei dem jedes Photovoltaikmodul aus
einer Leichtbauplatte aus einem wasserabweisenden Material besteht, auf der mittels
Abstandshalter ein Photovoltaikpaneel angeordnet ist. Alle Leichtbauplatten sind
mittels einer Randprofilierung als Führungselement nach Art einer Nut- und
Federverbindung definiert zueinander angeordnet. Das gesamte Photovoltaiksystem
ist von einem geschlossenen Rahmensystem in Form eines Windabweisers umgeben. Die
einzelnen Photovoltaikmodule sind rahmenlos. Das Rahmensystem wird durch ein Seilspannsystem
in Form gehalten, wodurch auch die einzelnen Photovoltaikmodule gegeneinander gedrückt
werden. Das Seilspannsystem besteht aus mehreren Zugseilen, die durch die Reihen
und Spalten der Photovoltaikmodule hindurch gezogen sind und an gegenüberliegenden
Innenseiten des Rahmensystems angreifen. Zwischen den Leichtbauplatten und dem Substrat,
beispielsweise einem Flachdach, ist ein Spalt vorgesehen. Dieser dient dem Druckausgleich
Ober- und unterhalb des leichtgewichtigen Photovoltaiksystems. Zusammen mit dem windabweisenden
umlaufenden Rahmensystem soll das Photovoltaiksystem so trotz seiner Leichtigkeit
ohne weitere Sicherungsmaßnahmen den geforderten Windsoglasten standhalten.
Die genannten konstruktiven Maßnahmen scheinen aber offensichtlich
nicht auszureichen, weshalb in der US
2003/0164187 A1, einer zeitlich nachfolgenden Anmeldung desselben Anmelders,
von der die vorliegende Neuerung als nächstliegendem Stand der Technik ausgeht,
ein ähnliches leichtgewichtiges Photovoltaiksystem offenbart wird, bei dem
die Leichtbauplatten jedoch für einen besseren Druckausgleich zwischen Ober-
und Unterseite jedes Photovoltaikmoduls Durchgangslöcher aufweisen. Diese schwächen
jedoch die Druckstabilität der Leichtbauplatten. Außerdem sind in dem
Zwischenraum zwischen dem Photovoltaikpaneel und der Leichtbauplatte strömungsführende
strahlenförmige Barrieren angeordnet. Alle Photovoltaikpaneele müssen
einen relativ großen Abstand zueinander aufweisen, damit Luft zwischen ihnen
hindurch in die Durchgangsöffnungen einströmen kann. Dadurch wird die
effektive Photovoltaikfläche verringert. Schließlich können immer
zwei Leichtbauplatten auf ihrer Oberseite durch zusätzliche Verbindungselemente
miteinander verbunden sein. Diese gegenüber der US
5.746.839 zusätzlich ergriffenen, relativ aufwändigen Maßnahmen
zeigen, dass eine Sicherung eines Leichtbausystems auf einem Substrat ohne eine
direkte Fixierung am Substrat gegen das Abheben aufgrund von Windsoglasten problematisch
ist. Das bekannte leichtgewichtige Photovoltaiksystem ist somit nur bedingt witterungsbeständig
und hält erhöhten Windsoglasten nicht Stand.
Die zuvor genannten leichtgewichtigen Photovoltaiksysteme sind für
eine Anordnung auf einem festen Substrat, in der Regel ein Flachdach, gedacht. Insbesondere
durch die Leichtgewichtigkeit ist aber auch eine Anordnung auf Wasser möglich
und bekannt. In der DE 2004 002 860 U1
beispielsweise wird eine Solarzelle zum Betrieb einer Fontäne auf einem Schwimmkörper
angeordnet. Schwimmende Solarkollektoren aus Kunststofffolien sind beispielsweise
aus der DE 39 19 125 A1 und aus
der DE 198 57 174 A1 bekannt. Die
DE 20 2007 000 702 U1 offenbart
die Anordnung eines Solarnachführsystems auf einer schwimmenden Insel.
Aufgabenstellung
Die Aufgabe für die vorliegende Neuerung ist daher darin zu sehen,
das eingangs beschriebene gattungsgemäße leichtgewichtige Photovoltaiksystem
so weiterzubilden, dass eine erhöhte Witterungsbeständigkeit gegeben ist.
Dabei soll insbesondere auch unter extremen Windsogbedingungen eine zuverlässige
Fixierung auf dem Substrat gegeben sein. Schließlich sollen die Mittel zur
Verbesserung der Witterungsbeständigkeit einfach herstell- und handhabbar sowie
unempfindlich gegen Witterungseinflüsse und kostengünstig sein.
Als Lösung für diese Aufgabe ist bei einem gattungsgemäßen
leichtgewichtigen Photovoltaiksystem deshalb neuerungsgemäß vorgesehen,
dass
- • an jedem Photovoltaikpaneel an gegenüberliegenden Seiten zwei
offene Rahmenprofile angeordnet sind, in die auf der Unterseite jedes Photovoltaikpaneels
ein Klemmsystem als Verbindungselement mit einem Koppelprofil als Führungselement
eingreift, wobei jedes Klemmsystem gleichzeitig in vier um einen gemeinsamen Kreuzungspunkt
benachbarte Photovoltaikpaneele eingreift und diese fest miteinander verbindet,
und dass
- • eine durch die feste Verbindung aller Photovoltaikmodule mittels der
Klemmsysteme gebildete Modulplatte als Photovoltaiksystem mittels des Seilspannsystems
an zumindest zwei gegenüber liegenden Stellen festgelegt und an einem Abheben
vom Substrat gehindert ist.
Bei dem neuerungsgemäßen Photovoltaiksystem wird unter Erhaltung
aller bereits bekannten Vorteile eines Leichtbausystems (insbesondere leichte Montage,
Anordnung auch auf belastungsschwächeren Substraten, witterungs- und feuerbeständig,
druckfest) noch zusätzlich gewährleistet, dass alle unter normalen Witterungsbedingungen
auftretenden Windsogkräfte sicher aufgenommen werden. Das Abheben des neuerungsgemäßen
Photovoltaiksystems wird durch die Schaffung einer gemeinsamen Modulplatte und deren
Absicherung durch ein einfaches Zugseilsystem an zumindest zwei Stellen zuverlässig
verhindert.
Die Gewähr gegen Abheben wird bei dem neuerungsgemäßen
Photovoltaiksystem durch einen festen geführten Verbund aller einzelnen vorkonfektionierten
Photovoltaikmodule zur Bildung einer gemeinsamen stabilen Modulplatte auf dem Substrat
gegeben. Diese Modulplatte ist dann wie eine Modulmatrix aus allen einzelnen Reihen
und Spalten der einzelnen Photovoltaikmodule zusammengesetzt. Die Modulplatte wird
dann in einfacher Weise an zumindest zwei gegenüber liegenden Stellen sicher
festgelegt. Die Windsogkräfte und die Fixierungskräfte verteilen sich
aufgrund der festen Verbindung aller Photovoltaikmodule untereinander in der gesamten
Modulplatte. Druckausgleichsmaßnahmen mit einer Reihe von aufwändigen
Zusatzmaßnahmen oder aufwändige Befestigungen jedes einzelnen Photovoltaikmoduls,
die eine Dachhaut als Substrat an vielen Stellen verletzen, entfallen. Dabei wird
die feste Verbindung bei dem neuerungsgemäßen Photovoltaikmodul durch
offene Rahmenprofile erzeugt, die genau an zwei gegenüberliegenden Seiten jedes
Photovoltaikpaneels angeordnet sind. Hierbei handelt es sich in
der Regel um die Schmalseiten eines rechteckigen Photovoltaikpaneels. Einen das
gesamte Photovoltaiksystem umgebenden Rahmen, der als Zusammenfassung und als Windabweiser
dient und außerhalb der Vorkonfektion der einzelnen Photovoltaikmodule vor
Ort aufwändig zu montieren ist, gibt es nicht. Auf der Unterseite jedes Photovoltaikpaneels
weisen diese Rahmenprofile Klemmsysteme auf, die nach der Anordnung von vier Photovoltaikmodulen
um einen gemeinsamen Kreuzungspunkt in den Rahmenprofilen über diesen Kreuzungspunkt
geschoben und fixiert werden. Dadurch ist sicher gewährleistet, dass immer
vier um einen gemeinsamen Kreuzungspunkt angeordnete Photovoltaikmodule fest miteinander
verbunden sind. Durch Vorsehen einer Vielzahl dieser Klemmsysteme entsteht dann
die gemeinsame stabile Modulplatte.
Um eine derartige, in sich stabile Modulplatte sicher festzulegen,
bedarf es nur weniger Ankerpunkte, sodass auch das Substrat nur an wenigen Stellen
beeinflusst werden muss. Im einfachsten Fall handelt es sich dabei um zwei Fixierungen
an gegenüber liegenden Seiten der Modulplatte. Günstiger sind vier Fixierungen
an allen vier Seiten des Photovoltaiksystems oder an den Längsseiten. Die Anordnung
der Fixierungen ist dabei abhängig von der Form der Modulplatte, den Gegebenheiten
durch das Substrat und den konkreten zu erwartenden Windsoglasten. Dabei soll an
dieser Stelle angemerkt werden, dass das Eigengewicht der gesamten Modulplatte aus
der Gewichtsaddition aller einzelnen Photovoltaikmodule bereits eine gute Garantie
gegen Abheben aufgrund von normalen Windsoglasten auch ohne Fixierungen zum Substrat
bietet.
Es gibt verschiedene Wahlmöglichkeiten für das Substrat,
auf dem die in sich stabile, aber trotzdem leichtgewichtige Modulplatte auf einem
Substrat angeordnet werden kann. Der häufigste Fall wird die Anordnung der
Modulplatte auf einem Feststoffuntergrund als Substrat sein. Hierbei handelt es
sich in der Regel um ein flaches oder gering geneigte Dach oder Dachhaut oder auch
um einfache ebene Flächen, beispielsweise den Betonboden eines Parkdecks. Auf
diese Anordnung der Modulplatte auf einem festen Substrat wird weiter unten noch
ausführlich eingegangen werden. An dieser Stelle soll zunächst noch eine
andere, derzeit noch relativ selten anzutreffende Möglichkeit der Anordnung
genannt werden: die Anordnung auf einem Fluid. Hierbei handelt es sich in der Regel
um eine Flüssigkeit, im allgemeinen Wasser. Das leichtgewichtige Solarmodul
nach der Neuerung ist – eine wasserdichte Laminierung der Solarzellen selbst
und aller elektrischer Leitungen vorausgesetzt – in besonderer Weise auch
dafür geeignet, direkt auf eine Wasseroberfläche ausgebracht zu werden.
Das Substrat ist dann Wasser. Die Leichtbauplatten sorgen dabei für den erforderlichen
Auftrieb, sodass die Modulplatte im Wasser schwimmt, die festen Verbindungen der
Photovoltaikpaneele für den festen Verband der Modulplatte und die Festlegung
der Modulplatte an zumindest zwei Stellen, beispielsweise an Pfählen oder Grundankern,
sorgt dafür, dass die Modulplatte nicht durch Windeinwirkung vom Wasser abheben
kann und dass sie ortsfest ist, wobei Wellenbewegungen natürlich berücksichtigt
werden.
Bei dem Fluid kann es sich aber auch um Gas handeln, sodass die Modulplatte
nach der Neuerung ähnlich einem Gleitschirm auf dem Gas schwebt und über
die Festlegungen ortsfest angeschlagen ist. Die Leichtbauplatten sorgen für
ein geringes Flächengewicht der Modulplatte, sodass diese schon bei geringeren
Gasdrücken schwebend gehalten werden kann. Die Festlegung erfolgt dann beispielsweise
auch an Pfählen oder Bodenankern oder auch an Gebäuden oder Schornsteinen.
Bei dem Gas kann es sich um einen Luftstrom, aber auch um ein Gaskissen (frei unterhalb
der Modulplatte oder gekapselt) mit einer geringeren Dichte als Luft handeln. Eine
derartige Anordnung eines Photovoltaikmoduls direkt auf einem Gas ist zwar zurzeit
noch ungewöhnlich. Bekannt ist aber bereits eine Anordnung von Solarzellen
beispielsweise auf einer Ballonhaut. Mit dem zunehmenden Erfordernis der Energiegewinnung
aus Solarstrom ist aber eine Anordnung der Modulplatte nach der Neuerung in einem
gasförmigen Fluid durchaus sinnvoll, da kein direkter Stellplatz auf dem Erdboden
benötigt wird.
Bei allen Anordnungsmöglichkeiten können die Leichtbauplatten
mit einer umlaufenden Perimeterdämmung ausgeführt sein. Dabei können
die Platten aus dem Vollen gesägt oder in Form gegossen werden. Alternativ
können vorteilhaft die Leichtbauplatten als Sandwichplatten aus zwei Kunststoffplatten,
die durch ein Raumfachwerk miteinander verbunden sind, oder aus einem Drahtgeflecht,
das mit luftgefüllten Behältern gefüllt ist, ausgebildet sein.
Bei der Fixierung der Modulplatte auf einem Feststoffuntergrund als
Substrat ist es besonders vorteilhaft, wenn die Modulgatte bei dem neuerungsgemäßen
Photovoltaiksystem direkt auf dem Substrat angeordnet ist. Aufwändig mit Abstandshaltern
herzustellende flächige Spalte unterhalb der Leichtbauplatten für einen
Druckausgleich entfallen. Bei der Montage können die Leichtbauplatten direkt
auf das Substrat aufgelegt und aneinander geschoben werden. Allerdings ist bei der
direkten Auflage darauf zu achten, dass auf dem Substrat auftretendes Wasser auch
ungehindert abfließen kann. Dazu weisen die Leichtbauplatten bei der Neuerung,
die an sich aus einem wasserabweisenden Material sind, vorteilhaft zusätzlich
eine wasserdurchlässige Struktur auf. Hierbei kann es sich beispielsweise um
eine poröse Struktur handeln, wie sie von Drainageplatten bekannt ist. Abfließendes
Wasser würde dann die gesamte Leichtbauplatte durchströmen.
Grundsätzlich ist die Struktur in ihrer Ausprägung an die anfallenden
Wassermengen anzupassen. Dabei darf die wasserdurchlässige Struktur aber die
Stabilität der selbsttragenden Leichtbauplatte und das Photovoltaikpaneel nicht
gefährden. Weiterhin kann es sich um Profilierungen der unteren Oberfläche
der Leichtbauplatte, die auf dem Substrat aufliegt, handeln. Diese Profilierungen
können einen in weiten Bereichen frei wählbare Anordnung, Verlauf und
Querschnitt aufweisen. Beispielsweise kann es sich um einfache halbrunde oder eckige
Längsrinnen mit einem mittleren Abstand zueinander handeln. Gemäß
einer besonders vorteilhaften Weiterbildung der Neuerung kann die wasserdurchlässige
Struktur der Leichtbauplatten aber auch von einer auf der dem Substrat zugewandten
Seite der Isolierelemente vorgesehenen Trapezstruktur mit Längs- und Querrillen
gebildet sein. Dabei weisen die verbleibenden Kreuzungspunkte der Leichtbauplatten
aber noch ausreichende Stabilität auf, um die in der Modulplatte auftretende
Gesamtlast sicher zu tragen.
Bei einer Anordnung der Modulplatte auf einem Feststoffuntergrund
als Substrat ist es nach einer nächsten Neuerungsausgestaltung vorteilhaft,
wenn die Photovoltaikpaneele außerhalb einer Wasserrückstauebene auf dem
Substrat angeordnet sind. Zu Erreichung dieser Bauhöhe können die Leichtbauplatten
eine entsprechende Bauhöhe aufweisen. Dies gilt auch für wasserfeste Photovoltaikpaneele,
die vorteilhaft als wetterfeste Laminate ausgebildet sind. Bei Laminaten sind die
Solarzellen wasserdicht eingeschlossen. Trotzdem kann der Einfluss von Wasser dem
Laminat oder seinen elektrischen Anschlüssen schaden. Bei einer Ausbildung
der Photovoltaikpaneele als Laminate können diese vorteilhaft mittels zweier
Klemmleisten auf der Oberseite der Laminate jeweils in die beiden Rahmenprofile
an der Seite jedes Photovoltaikmoduls gedrückt werden. Dabei werden die Laminate
im Randbereich von Profil- oder Klemmgummis geschützt und elastisch gelagert.
Die Verschraubung über die Klemmleisten erfolgt zwängungsfrei. Weiterhin
können vorteilhaft die Laminate bifaciale Solarzellen aufweisen. Derartige
Solarzellen sind besonders effizient, da sie auf beiden Oberflächen unter Lichteinstrahlung
photoaktiv sind. Damit auch Licht auf die Unterseite der bifacialen Solarzellen
fällt, ist es weiterhin vorteilhaft, wenn auf der Oberseite der Leichtbauplatten
unterhalb des Photovoltaikpaneels ein Reflektor, beispielsweise in Form einer flächigen
Reflektorfolie, angeordnet ist.
Schließlich kann bei der Neuerung noch vorteilhaft vorgesehen
sein, dass die Klemmsysteme jeweils aus einem oberen Klemmbock und einem unteren
Klemmbock bestehen, die seitlich gemeinsam einen Trapez bilden, das in Trapezführungen
in den Rahmenprofilen eingreift. Die Trapezführung bildet damit neben der Nut-
und Federführung der einzelnen Leichtbauplatten untereinander ein weiteres
Führungselement, das die Rahmenprofile der einzelnen Photovoltaikmodule miteinander
verbindet. Andere als trapezartige Führungen sind bei der Neuerung natürlich
ebenso einsetzbar. Die beiden Klemmböcke sind gegeneinander verkeilbar ausgebildet
und fixieren so die einzelnen Photovoltaikmodule miteinander. Damit wirken die beiden
Klemmböcke wie ein „Modulschloss" zur sicheren, stabilen, kraftübertragenden,
dauerhaften Verbindung der einzelnen Photovoltaikmodule untereinander. Zur Verbindung
der einzelnen Photovoltaikmodule werden oberer und unterer Klemmbock übereinander
gelegt und in die Trapezführungen der Rahmenprofile benachbarter Photovoltaikmodule
bis über die Kreuzungspunkte eingeschoben. Anschließend werden die beiden
Klemmböcke beispielsweise durch Auflagerschrauben gegeneinander verspannt,
sodass sie fest, aber lösbar in den Rahmenprofilen sitzen. Vorteilhaft kann
der untere Klemmbock eine Durchgangsbohrung zur Aufnahme eines Seils des Seilspannsystems
aufweisen, sodass eine zusätzlich Sicherung der einzelnen Modulreihen möglich
ist.
Weitere konstruktive Einzelheiten zu den zuvor beschriebenen Ausführungsformen
der Neuerung sind dem nachfolgenden speziellen Beschreibungsteil zu entnehmen. Dabei
wird der häufigste Fall der Anordnung des leichtgewichtigen Photovoltaikmoduls
auf einem Feststoffuntergrund als Substrat näher erläutert. Diese Erläuterungen
gelten aber in analoger Weise ebenso insbesondere für eine schwimmende Anordnung
des leichtgewichtigen Photovoltaikmoduls nach der Neuerung (mit wassertest gekapselter
Elektrik) auf der Wasseroberfläche.
Ausführungsbeispiele
Ausbildungsformen des leichtgewichtigen Photovoltaiksystems nach der
Neuerung werden nachfolgend zu deren weiteren Verständnis anhand der schematischen
Figuren näher erläutert. Dabei ist die Neuerung aber nicht auf die Ausführungsbeispiele
beschränkt. Im Einzelnen zeigt:
1 eine perspektivische Ansicht des Photovoltaiksystems
auf einem Substrat,
2 eine perspektivische Ansicht eines Photovoltaikmoduls
in Explosionsdarstellung,
3 einen Querschnitt durch ein vorkonfektioniertes Photovoltaikmodul
(eine Hälfte),
4 ein Detail des Photovoltaikmoduls im Bereich des
Rahmenprofils und
5 ein Detail des Rahmenprofils im Bereich des Klemmsystems.
Die 1 zeigt ein leichtgewichtiges Photovoltaiksystem
PVS, das direkt auf einem Substrat SU, beispielsweise einem Flachdach, angeordnet
ist. Das gezeigte Photovoltaiksystem PVS besteht aus 16 einzelnen Photovoltaikmodulen
PVM, die in Reihen und Spalten angeordnet sind und die Photovoltaikpaneele PVP tragen.
Durch eine feste Verbindung aller Photovoltaikmodule PVM untereinander wird eine
stabile eckige Modulplatte MP im Sinne einer Modulmatrix aus allen Reihen und Spalten
der einzelnen Photovoltaikmodule PVM gebildet, die alle auftretenden Belastungen
sicher aufnehmen und verteilen kann. Die Montage erfolgt direkt auf dem Substrat
SU. Jedes Photovoltaikmodul PVM ist komplett vorkonfektioniert. Bei der Montage
werden die Photovoltaikmodule PVM lediglich zusammen geschoben (von Vorteil ist
dabei die direkte Lagerung auf dem Substrat SU ohne eine abstandsbildende Aufständerung)
und fest untereinander verbunden. Die feste Verbindung wird durch ein Klemmsystem
KS bewirkt, das sich übergreifend zwischen den Photovoltaikmodulen PVM erstreckt,
sodass immer vier um einen Kreuzungspunkt KP angeordnete, benachbarte Photovoltaikmodule
PVM fest miteinander verbunden sind. Die durch eine derartige Überdeckung im
Randbereich der Modulplatte MP entstehenden Lücken in den Rahmenprofilen RP
werden durch entsprechend halbierte Klemmsysteme KS ausgeglichen, sodass der stabile
Modulverbund der einzelnen Photovoltaikmodule PVM in der Modulplatte MP bis in den
Randbereich sicher garantiert ist.
Letzter Arbeitsschritt bei der Montage ist das Verbinden der Modulplatte
MP mit dem Substrat SU. Im gezeigten Ausführungsbeispiel ist die Modulplatte
MP an nur vier Stellen mittels eines Seilspannsystems SSS an das Substrat SU angebunden.
Das Seilspannsystem SSS greift in Rahmenprofile RP ein und besteht jeweils aus einem
Stahlzugseil SZS, das den statischen Lastanforderungen entsprechend bemessen ist,
einem Spannschloss SPS zur Erzeugung einer Vorspannung und einer Federkonstruktion
FKS, die für eine gleichmäßige Federspannung bei thermischen Schwankungen
sorgt.
Weiterhin ist in der 1 eine Strukturierung
(hier eine Trapezstruktur mit Längs- und Querrillen) von Leichtbauplatten LBP
auf der Kontaktseite mit dem Substrat SU zu erkennen, die der Ableitung von anfallendem
Wasser dient. Die Leichtbauplatten LBP sind selbsttragend und bilden die Grundlage
jedes Photovoltaikmoduls PVM. Weitere Details sind den nachfolgend erläuterten
Figuren zu entnehmen.
In der 2 ist eine auseinander gezogene
perspektivische Darstellung eines Photovoltaikmoduls PVM dargestellt. Die Leichtbauplatte
LBP dient als selbsttragende Grundlage jedes Photovoltaikmoduls PVM und damit der
gesamten Modulplatte MP (vergleiche 1). Die Leichtbauplatte
LBP besteht im Ausführungsbeispiel aus einem wasserabweisenden Material, beispielsweise
EPS-Hartschaumplatte (EPS = Expandierbares PolyStyrol) und ist entweder in Form
geschäumt oder geschnitten worden. An ihrer Unterseite ist die Leichtbauplatte
LBP strukturiert, um trotz der direkten Auflage auf dem Substrat SU (vergleiche
1) einen Wasserabfluss zu ermöglichen. Umlaufend
ist die Leichtbauplatte LBP mit einer Profilierung als Führungselement FE versehen.
Zwei Seiten sind mit einer Profilnut PN, zwei Seiten mit einer Profilfeder PF versehen
(in der 2 nur schematisch dargestellt). Diese erleichtern
die Montage auf der Baustelle zu erkennen, mit deren Hilfe benachbarte Leichtbauplatten
LBP gegeneinander fixiert werden. Die Längen- und Breitenmaße jeder Leichtbauplatte
LBP richten sich nach den technischen Erfordernissen des Photovoltaikpaneels PVP.
Die Unterseite der Leichtbauplatte LBP ist mit einer Trapezstruktur TZS in Längs-
und Querrichtung profiliert, um den Wasserabfluss zu gewährleisten. Diese Profilierung
gewährleistet auch ein Ablüften der Leichtbauplatte LBP an ihre Unterseite
nach Regen oder Schneeschmelzperioden.
Der EPS-Hartschaumplatte hat eine bauaufsichtliche Zulassung als Perimeterdämmung,
und ist hinsichtlich der Baustoffklasse nach DIN 4102 in seinem Brandverhalten in
der Klasse B1 eingestuft. Die Rohdichte wird mit ~20–30 kg/m3
angegeben, und erfüllt somit die Forderung nach einer möglichst geringen
Dichte. Die Wasseraufnahme des Materials wird mit ±0,05% (gewichtsbezogen)
angegeben, und erfüllt damit die Forderung wasserfest bzw. wasserabweisend
zu sein. Der EPS-Schaum ist resistent gegen pflanzliche, tierische und mikrobiologische
Schädlinge. Das Material bietet ihnen keinen Nährboden; es fault, schimmelt
und verrottet nicht. Selbst, wenn sich bei starker Verschmutzung und unter besonderen
Bedingungen Mikroorganismen auf dem Schaumstoff ansiedeln, so dient er lediglich
als Träger und ist am biologischen Vorgang völlig unbeteiligt. Die abführbare
Druckspannung wird mit 150 KN/m2 angegeben, und erfüllt die Forderung
nach einer dynamischen Steifigkeit um ein Vielfaches. Direkte Einwirkung von Sonnenlicht
führt aufgrund des hohen UV-Anteils nach einigen Wochen zu einer Vergilbung
der Schaumstoffoberfläche. Für die mechanische Festigkeit ist diese Versprödung
wegen der geringen Eindringtiefe ohne Bedeutung. Dieser Punkt kann jedoch als unkritisch
eingeschätzt werden, da nur ein geringer Teil der Leichtbauplatte LBP, nämlich
die Schmalseiten der Randbereiche, wirklich dem UV-Licht ausgesetzt sind. Als Abhilfe
kann die EPS-Hartschaumplatte mit Lacken, Blechen oder Schutzanstrichen versehen
werden. Denkbar ist auch ein Putzauftrag als Kantenschutz. Hartschaumplatten aus
EPS bestehen bei den üblichen Rohdichten zu 1–5% aus Polystyrol, einem
thermoplastischen Kunststoff. Der lineare Ausdehnungskoeffizient bei Wärmeeinwirkung
wird mit 7·10-5/K angegeben. Energiereiche Strahlung,
d.h. kurzwellige UV-Strahlung, Röntgen- und &ggr;-Strahlung, verursacht bei
längerer Einwirkung eine Versprödung des Schaumstoffgerüstes und
haben somit eine direkte nachteilige Auswirkung auf die Druck- und Biegespannung
des Materials. Diese Verschlechterung der Materialeigenschaften kann aber aufgrund
der vielfachen Überdimensionierung der Leichtbauplatten LBP ebenfalls als unkritisch
angesehen werden. Weiterhin werden die Leichtbauplatten LBP nicht als verbundmaterial
eingesetzt (weitere Komponenten werden lösbar verschraubt und nicht verklebt),
sodass eine Rückführung und Wiederverwendung möglich ist.
Mögliche Ausführungsformen der Leichtbauplatte LBP werden
nachfolgend beschrieben. Das Leichtbauplatte LBP kann mit einer als Perimeterdämmung
zugelassenen EPS-Hartschaumplatte ausgeführt werden. Die Dämmung wird
in großen Blöcken vergossen und nachträglich mit einer Thermosäge
auf Maß geschnitten und profiliert. Vorteile sind hier: geringe Rohdichte,
geringes Transportgewicht, wasserfest, witterungsbeständig, widerstandsfest
gegen Frost-Tau Wechselbeanspruchung, druckfest, Brandverhalten entsprechend den
Landesbauordnungen, Formatänderungen jederzeit möglich. Nachteilig ist,
dass durch die nachträgliche Bearbeitung die „Schäumhaut" beschädigt
wird, wodurch Strukturänderungen im Materialgefüge, Gefahr durch Wasseraufnahme
(die bearbeiteten Flächen müssen nachträglich imprägniert werden),
Nachdunkeln der dem UV-Licht ausgesetzten Kanten auftreten kann. Eine andere Variante
sieht deshalb vor, dass die Leichtbauplatte LBP mit einer als Perimeterdämmung
zugelassenen EPS-Hartschaumplatte ausgeführt wird. Die Dämmung wird stückweise,
in einer eigens dafür angefertigten Form vergossen. Besonders vorteilhaft ist
hierbei, dass die „Schäumhaut" auf allen Oberflächen erhalten bleibt
und keine nachträgliche Bearbeitung erforderlich ist.
Weiterhin kann die Leichtbauplatte LBP als Sandwichkonstruktion ausgeführt
sein. Dieses wird aus zwei Kunststoffplatten gebildet, die durch ein Raumfachwerk
miteinander verbunden sind. Vorteilhaft ist hierbei eine mittlere Rohdichte, die
aber deutlich über den Rohdichten von PU-Schäumen liegt. Nachteilig ist
der Bau einer aufwändigen und kostenintensiven Kunststoffspritzform, weiterhin
sind Formatänderungen nicht möglich. Das Raumfachwerk bildet einen Kanal,
der zu unerwünschten Windauftriebskräften führen kann. Schließlich
kann das Sandwich auch aus einem Drahtgeflecht gebildet sein, das mit Luftbehältern,
beispielsweise Tischtennisbällen, gefüllt wird. Bei einem Durchmesser
eines Tischtennisballs von ∅ 40 mm und einem Gewicht von 2,7g: Packung auf
einen dm3 = 2,5 Bälle in Länge, Breite und Höhe →
2,5 × 2,5 × 2,5 = ~16 Stk./dm3 → 16 Stk. × 2,7
= 43,2 g/dm3 = 43,2 Kg/m3 > PU-Dammstoffe oder EPS Hartdämmplatten.
Auf die Leichtbauplatte LBP wird im gezeigten Ausführungsbeispiel
ein Reflektor RF aufgelegt, Der Reflektor RF dient bei der Verwendung von bifacialen
Solarzellen BSZ der Bestrahlung der Solarzellenrückseite. An beiden Schmalseiten
der Leichtbauplatte LBP werden zwei Rahmenprofile RP (vergleiche 4)
festgeschraubt. Diese Rahmenprofile RP dienen der zwängungsfreien Halterung
des Photovoltaikpaneels PVP (zusammen mit Klemmleisten KL, vergleiche
4) und des Klemmsystems KS (vergleiche 4
und 5). Der Profilquerschnitt des Rahmenprofils RP
wird den statischen Erfordernissen angepasst.
Das Photovoltaikpaneel PVP ist im gewählten Ausführungsbeispiel
in Form eines wetterfesten Laminats LT ausgebildet. Das Laminat LT wird auf Grundlage
von angefertigten Simulationsrechnungen modifiziert. Es wird mit den Abmessungen
1796 mm × 1110 mm aus 4 mm dicken ESG-Weißglas (Einscheibensicherheitsglas)
entsprechend den statischen Erfordernissen gefertigt. Auf das ESG-Weißglas
sind im gewählten Ausführungsbeispiel sechs Reihen von je 12 Solarzellen
SZ gelegt. Bei den Solarzellen SZ handelt es sich im gewählten Ausführungsbeispiel
um bifaciale Solarzellen BSZ, die einen beidseitigen Strahlungseinfall umsetzen
können (weshalb unterhalb jedes Photovoltaikpaneels PVP ein Reflektor RF vorgesehen
ist). Anstelle der zweiseitigen Solarzellen BSZ können aber auch ohne weiteres
einseitige Solarzellen eingesetzt werden. Der Abstand zwischen den einzelnen Reihen
beträgt ungefähr 60 mm. Der Randabstand in Richtung der optisch aktiven
Fläche beträgt 30 mm. Auf der Seite, auf der das Photovoltaikpaneel PVP
aufgelagert wird, beträgt der Abstand 140 mm. Das Photovoltaikpaneel PVP ist
mit einer Anschlussdose AD mit 3 Dioden ausgerüstet. Als Einbettungsmaterial
der Solarzellen SZ zu deren elektrischer Isolation wird eine EVA-Folie eingesetzt.
Den mechanischen Schutz auf der Rückseite des Laminats LT bildet eine transparente
Tedlarfolie.
Die 3 zeigt ein fertig vorkonfektioniertes
Photovoltaikmoduls PVM im Querschnitt. Das gesamte Photovoltaikmodul PVM hat eine
Länge von 1850 mm, eine Breite von 1100 mm und eine Höhe von 200 mm. Zu
erkennen ist das als Laminat LT ausgebildete Photovoltaikpaneel PVP, das mit einem
Abstand von 50 mm zum Reflektor RF angeordnet ist. Der Reflektor RF ist unmittelbar
mit der Leichtbauplatte LBP verbunden ist. Das Laminat LT ist im Rahmenprofil RP
gelagert und mit der Klemmleiste KL fixiert. Das Rahmenprofil RP nimmt im unteren
Bereich das Klemmsystems KS auf und ist mit vier rostfreien Ansatzschrauben AS (4×50
mm bzw. 4,5×55 mm) in Dämmstoffdübeln DSD in der Leichtbauplatte
LBP festgeschraubt (je vier Verschraubungen pro Photovoltaikmodul
PVM). Mit den Ansatzschrauben AS wird auch der Reflektor RF auf der Leichtbauplatte
LBP fixiert. Die Dämmstoffdübel DSD sind aus Kunststoff. Aufgrund der
geschützten Lage unter dem Reflektor RF haben Witterungseinflüsse und
UV-Licht kaum einen Einfluss auf die Langzeiteigenschaften der Dämmstoffdübel
DSD.
Deutlich ist die Profilierung der Leichtbauplatte LBP mit Profilfeder
PF (die entsprechende Profilnut PN ist auf der anderen, nicht dargestellten Hälfte
der Leichtbauplatte LBP angeordnet) im Randbereich und Trapezstruktur TZS auf der
Unterseite zu erkennen. Die Höhe der Leichtbauplatte LBP kann mit 0,10 m bis
0,20 m angesetzt werden, um über eine angenommene Wasserrückstaugrenze
(bei horizontal orientierten Substraten SU (vergleiche 1))
zu kommen (und das Photovoltaikpaneel PVP trocken zu halten). Diese Forderung leitet
sich aus der Flachdachrichtlinie ab. Nach der Flachdachrichtlinie werden alle wasserführenden
Schichten bis mindestens 0,15 m über die Dachhaut geführt. Die Rückstauhöhe
wird ebenfalls mit 0,15 m angesetzt.
Die 4 zeigt ein Detail der
3 im Bereich des Rahmenprofils RP. Dieses weist auf
der rechten Seite eine Lasche LA auf, auf dem das das Photovoltaikpaneel PVP bzw.
das Laminat LT gelagert ist. Das Laminat LT wird an seinen Auflagerseiten mit einem
Profilgummi PG aus EPDM (Ethylen-Propylen-Dien-Kautschuk) geschützt (Kantenschutz)
und zwängungsfrei gelagert. Das Profilgummi PG ermöglicht ein Arbeiten
des Laminats LT durch thermische bzw. statische Einflüsse, sodass ein Bruch
verhindert wird. Als Material dient EPDM, das im Bauwesen als Standardmaterial bei
Glaskonstruktionen erfolgreich eingesetzt wird. Es ist entsprechend den Erfordernissen
witterungsbeständig und UV-lichtbeständig. Die mögliche Dichtungsfunktion
ist für das wasserdichte Laminat LT nicht von Bedeutung.
Das Rahmenprofil RP weist eine erste Führungsnut FN1 zur Aufnahme
der Klemmleiste KL und eine zweite Führungsnut FN2 (Trapezführung) zur
Aufnahme und Führung des Klemmsystems KS (vergleiche 5)
auf. Des Weiteren weist das Rahmenprofil RP in der ersten Führungsnut FN1 entsprechend
statischen Erfordernissen Bohrungen BO zur Aufnahme von selbstschneidenden Gewindeschrauben
GN auf, die als Anschraubpunkte für die Klemmleiste KL dienen. Quer zum Profilquerschnitt
des Rahmenprofils RP sind Langlöcher (nicht dargestellt) eingefräst, das
dem elektrischen Anschluss des Photovoltaikmoduls PVM, d.h. zur Durchführung
der Kabel der Anschlussdose AD zum Kabelkanal, dient.
Mit der Klemmleiste KL, die von oben in das Rahmenprofil RP eingreift,
wird das Laminat LT zwängungsfrei an das Rahmenprofil RP angepresst. Die Klemmleiste
KL ist aus Aluminium und erhält entsprechend dem Bohrbild des Rahmenprofils
RP Durchgangsbohrungen BO zur Aufnahme von metrischen Schrauben ZKS. Ein Gummiprofil
GP greift auf der gegenüberliegenden Seite an die Klemmleiste KL an und überbrückt
den Spalt zum nächsten Photovoltaikmodul PVM. Dort greift es ebenfalls an die
nächste, spiegelsymmetrisch angeordnete Klemmleiste KL an.
In 5 ist ein Detail der 3
im Bereich des Klemmsystems KS dargestellt. Das Klemmsystem KS dient als Koppelprofil
ähnlich einer Trapezführung unter den einzelnen Photovoltaikmodulen PVM,
um die statische Plattenwirkung in der gemeinsamen Modulplatte MP zu erreichen.
Das Klemmsystem KS besteht aus einem oberen Klemmbock OKB und einem unteren Klemmbock
UKB. Beide bilden zusammen im Sinne eines Modulschlosses, das die einzelnen Photovoltaikmodule
PVM sicher miteinander verschließt, den trapezförmigen Ansatz, der in
der Trapezführung geführt wird. Der untere Klemmbock UKB erhält zusätzlich
eine Bohrung BO zur Aufnahme und/oder Durchführung des Zugseilsystems. Möglich
ist es hier, in die Bohrung BO des Photovoltaikpaneels PVP am Rand der Modulplatte
MP eine Augenschraube einzusetzen, um so alle Reihen der Photovoltaikmodule PVM
durch ein Seil verbinden zu können. Der obere Klemmbock OKB erhält zum
Spannen des Klemmsystems KS entsprechend den statischen Erfordernissen ausreichend
viele Schrauben SS mit entsprechenden Gewindeaufnahmen und Kontermuttern KM.
In der 5 ist noch das Rahmenprofil RP
des nächsten Photovoltaikmoduls PVM angedeutet, in dessen trapezförmige
Führung das Klemmsystems KS ebenfalls im montierten Zustand eingreift, sodass
die einzelnen Photovoltaikmodule PVM sicher und kraftschlüssig miteinander
verbunden sind. Durch einer derartige Verbindung aller Photovoltaikmodule PVM über
die Kreuzungspunkte KP hinweg, entsteht so die stabile Modulplatte MP im Sinne einer
Modulmatrix mit fest verbunden Reihen und Spalten aus einzelnen Photovoltaikmodulen
PVM.
- AD
- Anschlussdose
- AS
- Ansatzschraube
- BO
- Bohrung
- BSZ
- bifaciale Solarzelle
- DSD
- Dämmstoffdübel
- FE
- Führungselement
- FKS
- Federkonstruktion
- FN
- Führungsnut
- GN
- Gewindeniet
- GP
- Gummiprofil
- KL
- Klemmleiste
- KM
- Kontermutter
- KP
- Kreuzungspunkt
- KS
- Klemmsystem
- LA
- Lasche
- LBP
- Leichtbauplatte
- LT
- Laminat
- MP
- Modulplatte
- OKB
- oberer Klemmbock
- PF
- Profilfeder
- PG
- Profilgummi
- PN
- Profilnut
- PVM
- Photovoltaikmodul
- PVP
- Photovoltaikpaneel
- PVS
- Photovoltaiksystem
- RF
- Reflektor
- RP
- Rahmenprofil
- SPS
- Spannschloss
- SU
- Substrat
- SS
- Schraube
- SSS
- Seilspannsystem
- SZS
- Stahlzugseil
- SZ
- Solarzelle
- TZS
- Trapezstruktur
- UKB
- unterer Klemmbock
- ZKS
- Zylinderkopfschraube