Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung
zur Durchführung chemischer und biochemischer Assays. Die Möglichkeit,
Prozesse auf einem zellulären oder subzellulären Level zu charakterisieren,
ist sowohl für die Wirkstoffentdeckung als auch für klinische Diagnosen
wichtig. Eine Klasse kürzlich untersuchter Wechselwirkungen ist die Bindung
eines biologischen Moleküls an ein anderes Molekül, an eine Zelle oder
einen Teil einer Zelle. Dies kann bspw. die Bindung von Antikörpern an Antigene
sein, von Hormonen an Rezeptoren, von Liganden an Zelloberflächenrezeptoren,
von Enzymen an Substraten, von Nucleinsäuren an anderen Nucleinsäuren,
von Nucleinsäuren an Proteine und von Viren an Zelloberflächen.
Eine andere Klasse von Wechselwirkungen, die für die Biologie
der Zelle wichtig ist, ist die Diffusion oder der Transport von Molekülen oder
Zellen über Membranen hinweg. Dies kann bspw. bei der Osmose auftreten, über
spezielle Transportproteine oder durch Phagozytose.
Viele Krankheiten werden durch Binde- oder Transportprozesse charakterisiert.
Bei der Heilmittelentdeckung ist es das Ziel, Mittel zur Verstärkung oder zur
Blockierung des Prozesses zu identifizieren. Bei der klinischen Diagnostik ist es
das Ziel, abnormale Funktionen dieser Prozesse zu detektieren; ferner das Vorliegen
von abnormalem Nucleinsäurematerial; oder zur Identifizierung von Fremdkörpern
(wie bspw. Viren oder Bakterien), um eine Krankheit zu diagnostizieren, so dass
eine geeignete Behandlung verabreicht werden kann.
Mit der vorliegenden Erfindung soll ein schnelles und einfaches Assay
bereitgestellt werden, um Binde- und Transportprozesse zu detektieren und quantifizieren,
die bei der Heilmittelentdeckung und für klinische Diagnosen wichtig sind.
Für die Zwecke der folgenden Beschreibung soll „Rezeptor"
jedes biologische Molekül, Zelle oder Struktur bedeuten, die ein anderes Molekül,
Zelle oder Struktur bindet. Ähnlich soll „Ligand" jedes organische oder
anorganische Molekül bedeuten, das an den „Rezeptor" bindet. In der
Beschreibung und den Beispielen liegt der Schwerpunkt auf einem Assay mit einem
markierten Liganden, der an einen Rezeptor bindet. Der beschriebene Stand der Technik
und die Erfindung kann derart erweitert werden, dass die Wechselwirkung eines nicht-markierten
Agonisten oder Antagonisten in einem Kompetitionsassay eingeschlossen ist, wie es
für die Heilmittelentdeckung gewöhnlich eingesetzt wird.
Das grundliegende Prinzip einer reversiblen Bindereaktion wird durch
die folgende Gleichung beschrieben:
Dissoziationskonstante (Kd) = [L] × [R]/[L.R]
in welcher [L] = die Konzentration des ungebundenen Liganden im Gleichgewicht, [R]
= die Konzentration des ungebundenen Rezeptors im Gleichgewicht, und [L.R] = die
Konzentration des gebundenen Liganden-/Rezeptorkomplex im Gleichgewicht ist.
Die Konzentration wird üblicherweise in Mol berechnet, und Kd
steht für den Liganden; die Proteinwechselwirkung liegen typischerweise im
Bereich 10-4 bis 10-5 M-1.
Das in der Heilmittelentdeckung und bei der Diagnostik klassischerweise
verwendete Assay ist das Separations-Assay. Bei diesem Assay wird eine Komponente
(bspw. der Ligand) gelöst oder in Lösung suspendiert. Die andere Komponente
(bspw. der Rezeptor) kann auf einer Oberfläche, wie bspw. die Wände einer
Vertiefung (Well) in einer Mikrotiterplatte, immobilisiert sein, oder kann auf der
Oberfläche einer Zelle vorliegen. Eine oder beide Komponenten können eine
Markierung tragen, wie bspw. einen fluoreszierenden oder radioaktiven Marker, der
an diese angebracht ist, um die Messung mit einem Instrument zu unterstützen.
Das Assay wird durch Hinzufügen der löslichen Komponente zu einer Vertiefung,
die die immobilisierte Komponente enthält, und durch Ermöglichen der Bindung
der Komponenten zur Erreichung eines Gleichgewichts durchgeführt. Mit herkömmlichen
Detektoren, wie bspw. collorimetrischen, fluoreszierenden oder Radioaktivität-Plattenlesern
ist es nicht möglich, die Menge des gebundenen markierten Liganden in Gegenwart
von freiem markierten Liganden zu bestimmen. Das Problem wird dadurch gelöst,
dass der freie Ligand von gebundenen Liganden durch Abkippen der Lösung, die
den freien Liganden enthält, gelöst. Ein oder mehrere Waschschritte mit
frischem Lösungsmittel können durchgeführt werden, um jeden Überschuss
an freiem Liganden zu entfernen. Eine Messung der verbleibenden Markierung soll
die Konzentration des gebundenen Komplexes in der ursprünglichen Lösung
darstellen. Dieses Verfahren kann auch dann durchgeführt werden, wenn der Rezeptor
auf einer Zelle vorliegt. Wenn die Zellen nicht in die Vertiefung anhaften, werden
die Waschschritte über spezielle Filterplatten durchgeführt, die die Zellen
zurückhalten, die jedoch das Waschlösungsmittel hindurchlaufen lassen.
Dieses Verfahren funktioniert dann gut, wenn die Dissoziationsrate
des gebundenen Komplexes langsam ist, und wird tatsächlichen bei vielen Assays
erfolgreich angewandt. Nichtsdestotrotz birgt dieses Assay-Verfahren bedeutende
Nachteile, wenn es in einem breiteren Bereich angewandt wird.
Wenn die Dissoziationsrate schnell ist, werden einigen der gebundenen
Markierungen zurück in die Waschlösung freigesetzt, was zu einem Fehler
beim Auslesen führt. Die Effizienz des Waschens selber kann von einer Probe
zur nächsten variieren, wodurch die Wiederholbarkeit des Assays reduziert wird.
Es ist wünschenswert, die Waschschritte in automatisierten Systemen zu reduzieren
oder zu eliminieren, um den Durchsatz zu erhöhen, die Komplexizität zu
reduzieren und das Risiko einer Kreuz-Verunreinigung zwischen Proben zu eliminieren.
Einige nicht-Separations-Assayverfahren sind in den vergangenen Jahren
entwickelt worden, um diese Probleme zu beseitigen, einschließlich des Scintillations-Proximitäts-Assays
(SPA), der Fluoreszenzpolarisation (FP), der Fluoreszenzkorrelations-Spektroskopie
(FCS) und der zeitaufgelösten Fluoreszenz (TRF). Nichtsdestotrotz bergen diese
Techniken Nachteile, die deren Anwendbarkeit beschränken.
SPA beruht auf dem Energietransfer von einem radiomarkierten Liganden
auf einen scintillierenden Bead, auf welchem der Rezeptor angebracht ist. Das Assay
muss mit relativ hohen Konzentrationen durchgeführt werden, um ein hinreichendes
Signal zu produzieren. Die Gesetzgebung bezüglich der Beseitigung des radioaktiven
Materials und das Risiko der Aussetzung für die Durchführenden veranlasste
viele Firmen, nach Alternativen zu suchen. SPA ist bei einigen Assays, bei denen
ganze Zellen verwendet werden, nicht geeignet, und kann auch nicht dazu eingesetzt
werden, Rezeptoren oder Proteine innerhalb von Zellen zu untersuchen. Dies bedeutet,
dass ein funktioneller Rezeptor aus der Zelle isoliert werden muss, um das Assay
durchzuführen, was kostenintensiv und schwierig ist, und in einigen Fällen
überhaupt nicht erreicht werden kann.
Mit der FP-Technik wird die Masse eines fluoreszierenden Objekts ausgehend
von seiner Rotationsgeschwindigkeit oder Translokationsgeschwindigkeit durch Diffusion
berechnet. Die Probe wird durch einen Impuls von polarisiertem Licht beleuchtet,
und die emittierte Fluoreszenz wird in der gleichen oder einer anderen Polarisationsebene
gemessen. Wenn die Markierung an ein großes Objekt gebunden ist, wird die Rotation
oder Translokation langsamer sein, und die Emission wird in der gleichen Polarisationsebene
sein wie die Anregung für einige Zeit nach Beleuchtung. Wenn der freie Marker
bedeutend kleiner ist als der gebundene Komplex, kann das Molekül sich schneller
aus der Ebene des einfallenden polarisierten Lichts bewegen und in eine andere Ebene
emittieren. Unter der Voraussetzung, dass der Fluorophor eine hinreichend lange
Zerfallszeit besitzt, wird das Licht, das den Detektor erreicht, nach Anregung langsamer
zerfallen, wenn eine hinreichend große Anzahl von Fluorophor-markierten Liganden
in der Lösung an größere Moleküle gebunden ist.
Das Verfahren ist eher eine Korrelation als eine direkte Messung des
gebundenen und freien Markers. Teilweise wird der freie Marke in der gleichen Ebene
wie die der Anregung emittieren. Auch ist notwendig, dass der markierte Ligand viel
kleiner ist als der Rezeptor, und dass die Zerfallszeit für den Fluorophor
länger ist als die Rotationsgeschwindigkeit der Zielmoleküle. Diese Technik
hat viele Nachteile: es ist schwierig, zwischen unspezifischer Bindung sowie verunreinigender
Hintergrund-Fluoreszenz und spezifisch gebundenem markierten Ligand zu unterscheiden;
sie kann nicht dazu eingesetzt werden, intrazelluläre Wechselwirkungen zu untersuchen;
die Empfindlichkeit des Verfahrens wird dadurch reduziert, dass sie eher auf dem
Zerfall des Signals basiert, als auf einer Peak-Fluoreszenz, und sie ist auf die
Verwendung von bestimmten Fluorophoren begrenzt.
FCS ist ähnlich wie FP, mit der Ausnahme, dass mit FCS Beziehungen
einzelner Moleküle untersucht werden. Mit dieser Technik wird die Größe
eines fluoreszierenden Partikels oder Moleküls ausgehend von dessen Translokationsgeschwindigkeit
durch einen fixierten Laserstrahl durch die Braun'sche Bewegung vorhergesagt. Um
diese Technik durchzuführen, ist es wünschenswert, dass nur ein einzelnes
Fluorophor-Molekül im Laserstrahl zu einem gegebenen Zeitpunkt vorliegt. Daher
besteht eine praktische Grenze bezüglich darauf, wie eng der Laserstrahl sein
kann (typischerweise im Bereich von wenigen Mikrometern im Durchmesser). Ferner
ist es unpraktisch, eine extrem kurze Weglänge durch das Fluid zu haben. Aus
diesen Gründen wird FCS gewöhnlich mit sehr niedrigen Konzentrationen
des Markers durchgeführt. Diese Technik ist für verunreinigende Hintergrund-Fluoreszenz,
die bei praktischen Assays typisch ist, sehr anfällig. Ferner ist sie vergleichsweise
langsam, und es dauert bis zu einer halben Stunde kontinuierlicher Messungen, um
die Bindung an große Moleküle zu detektieren.
Die FCS-Technik ist seit mehr als zwanzig Jahren bekannt. Die Schwierigkeit
der Verwendung dieser Technik für praktische Assays hat bis vor kurzem ihrem
Einsatz entegegengestanden. Einige der Nachteile dieser Technik sind: der fixierte
FCS-Strahl untersucht lediglich eine Wechselwirkung zu einem gegebenen Zeitpunkt,
der nicht für die gesamte Probe repräsentativ sein muss; es kann nicht
direkt zwischen spezifischer und unspezifischer Bindung unterschieden werden; bei
der Technik ist es notwendig, die Assays bei einer sehr niedrigen Konzentration
durchzuführen, was weitere Probleme mit sich führen kann, wie bspw. der
Verlust eines Signals durch eine unspezifische Bindung des Markers oder Rezeptors
an die Gefäßwände, sowie ein niedriges Signal-Geräuschpegelverhältnis
als Ergebnis einer niedrigen Signalstärke. Die Technik ist ferner gegenüber
wärmeinduzierten Wirbelströmen empfindlich. Diese schwerwiegenden Einschränkungen
könnten dadurch reduziert werden, dass eine etablierte Technik, die für
die Untersuchung des Flusses in Flüssigkeiten eingesetzt wird, angewandt wird.
Durch ein Scannen des Laserstrahls wäre es möglich, ein Schnappschuss
der Lage einer Anzahl von fluoreszierenden Partikeln zu erhalten. Mit aufeinanderfolgenden
Schnappschüssen könnte die Geschwindigkeit und die Richtung der Translokation
dieser Partikel und daher deren Massen bestimmt werden. Jedoch würden immer
noch viele der grundlegenden Beschränkungen der oben aufgeführten Techniken
im Raum stehen.
TRF ist ähnlich wie SPA, wobei es auf dem Energietransfer von
einem Molekül auf ein anderes in enger Nachbarschaft zueinander basiert. In
diesem Fall wird die Energie von einem Fluorophor in enger Angrenzung zu einem anderen
Fluorophor übertragen. Bei der Technik ist notwendig, dass sowohl der Rezeptor
als auch der Ligand löslich sind, und dass ein Fluorophor sowohl auf dem Liganden
als auch auf dem Rezeptor vorliegt. Dies ist daher bei Assays nicht geeignet, bei
welchem kein löslicher Rezeptor gewonnen werden kann, und ferner kann darüber
hinaus die chemische Modifizierung des Rezeptors durch die Hinzufügung eines
Markers schwierig sein und kann zu einer Reduktion oder Eliminierung der Aktivität
führen.
In den vergangenen Jahren ist eine Vielzahl von Instrumenten und Techniken
für ein Screening von Zellen mit niedrigem Durchsatz eingeführt worden,
die auf bildgebenden Techniken basieren, und zwar unter Verwendung von Mikroskopobjektiven
und/oder CCD-Kameras. Charakteristisch hierfür sind Fluoreszenzmikroskope und
CCD-Scansysteme. Bei diesen Systemen wird eine Lichtquelle eingesetzt, um eine durchsichtige
Platte von unten zu beleuchten. Die Zellen wachsen auf dem Boden der Vertiefungen
der Platten oder werden darauf aufgebracht, und ein fluorszierender Marker oder
fluoreszierendes Reagens wird zu der Lösung über die Zellen hinzugefügt.
Der Detektor fokussiert nur auf den Boden der Vertiefungen (auf den Zellrasen),
um zu vermeiden, dass Signale aus der überschüssigen Lösung, die
den freien Marker enthält, erhalten werden. Die Probe wird auf einem CCD-Array
sichtbar gemacht, und der resultierende Rahmen bezüglich Helligkeit mittels
Software analysiert. Dieser Ansatz kann verwendet werden, um Fluoreszenz innerhalb
oder die Bindung an Zellen oder Beads sichtbar zu machen, jedoch bestehen einige
Nachteile, die dessen Verwendung für quantitative Assays begrenzen.
Ein CCD hat eine begrenzte Auflösung. Die größten CCDs,
die heutzutage verfügbar sind, haben ca. 1 Million Pixel, jedoch haben die
kostenintensiven Vorrichtungen, die bei wissenschaftlichen Instrumenten eingesetzt
werden, bedeutend weniger Pixel. Daher gibt es einen Kompromiss zwischen Sichtfeld
und Auflösung. Dies bedeutet, dass das Sichtfeld im besten Fall typischerweise
lediglich 1 mm2 mit einer Auflösung von 4 &mgr;m ist. Damit können
nur schlecht aufgelöste Bilder von ca. 100 Zellen gleichzeitig erhalten werden,
was zur Gewinnung von statistisch signifikanten Ergebnissen bei einigen Assaytypen
nicht ausreichend ist. Die Auflösung reicht nicht aus, um eine genaue Messung
der Größe- und Formcharakteristika von Zellen oder Beads zu ermöglichen.
Die Empfindlichkeit der CCDs ist wesentlich niedriger als die von PMTs, wodurch
sie nicht hinreichend empfindlich genug sind, um mit ihnen quantitative Messungen
bei niedrigen Lichtleveln durchzuführen (bspw. markierter Ligand gebunden an
Zelloberflächenrezeptoren aus Zellen, mit niedriger Expression, vielleicht
lediglich 5.000 Rezeptoren pro Zelle). Bei quantitativen Kompetitionsassays muss
man in der Lage sein, die gebundene Fluoreszenz weit unter der Sättigung messen
zu können, und bei CCD-bildgebenden Systemen fehlt diese Möglichkeit.
Jedes Pixel aus dem CCD-Array hat eine unterschiedliche Empfindlichkeit, so dass
die Messungen über den Scan nicht konsistent sind. Jeder Pixel kann lediglich
eine Farbe zu einem gegebenen Zeitpunkt detektieren. Vielfarbenbilder können
durch Verwendung eines Filterrads vor einem CCD-Array gewonnen werden, und es können
viele verschiedene Rahmen mit unterschiedlichen Filtern gewonnen werden. Dies verlangsamt
die Lesezeit, und wenn sich die Probe während der Messung bewegt (wie es freie
Zellen und Beads sehr wahrscheinlich in Flüssigkeiten tun werden), geht die
Spektral-Information verloren. Viele verschiedene CCD-Arrays können eingesetzt
werden, um Bilder in vielen verschiedenen Farben zu sammeln, jedoch ist es nicht
möglich, eine perfekte Pixel-Ausrichtung zwischen den Detektoren zu erreichen,
oder eine echte simultane Multi-Wellenlängendetektion zu erreichen. CCD-Arrays
zeigen keine einheitliche Empfindlichkeit über den sichtbaren Bereich hinweg.
Bei einer Hintergrundzurückweisung bei niedrigen Signalleveln ist es wichtig,
dass echte simultane Spektralmessungen durchgeführt werden.
Mit CCD-Arrays ist es nicht möglich, ein Gebiet wiederholt mit
Geschwindigkeiten zu scannen, die schnell genug sind, Messungen von schnellen Übergängen
oder Zeit-aufgelösten Fluoreszenztechniken durchzuführen (Nanosekunden
bis Mikrosekunden Erfassungs-Geschwindigkeiten).
Einige Systeme, wie bspw. das „FLIPR" von Molecular Devices
und FMATTM von Perkin Elmer scannen die Probe mit einem Laser. Bei diesen
Systemen werden konfokale Optiken eingesetzt, um die Tiefe des Felds des Detektors
bewusst zu begrenzen, wodurch das Hintergrundsignal des freien Markers
minimiert wird. Dieses Signal wird nicht zur Messung von Konzentrationen des gebundenen
gegenüber dem freien Marker eingesetzt. Darüber hinaus ist die Auflösung
dieser Systeme zu schlecht, um eine genaue Messung der Form oder Größe
von kleinen Beads oder Zellen zu ermöglichen.
Sämtliche bildgebende Systeme versuchen nicht, die Konzentration
des freien Markers zu messen. Bei Assays, die in ein dynamisches Gleichgewicht resultieren,
wie bspw. Rezeptor-/Liganden-Bindungsassays, ist es notwendig, eine Messung von
sowohl von freien als auch dem gebundenen Liganden zu erhalten, um die Gleichgewichtskonstante
oder verwandte Messungen, wie bspw. IC50 zu erhalten. Dies ist insbesondere bei
praktischen Assays wichtig, bei welchen die Variabilität bei den flüssigen
Handhabungsvorrichtungen und der Verdampfungseffekt bedeuten kann, dass die Konzentration
des Liganden im Assay nicht mit der erwünschten Konzentration korrespondiert.
Zusätzlichen zu den beschriebenen Beschränkungen jede der
Techniken bestehen allgemeine Nachteile bei all den Techniken für Anwendungen
über den breiten Assaybereich hinweg. Mit der Entwicklung des Hochdurchsatz-Screenings
ist es wichtig, dass so viele Assaytypen wie möglich mit einem einzigen System
ausgeführt werden können. Bei jeder der zuvor genannten Techniken wird
ein eigener Detektor benötigt. Hierfür werden oftmals ganze Screening-Teams
benötigt, die unterschiedliche Detektoren in die automatisierten Systeme anschrauben
müssen, wenn von einem Assaytyp zu einem anderen gewechselt wird. Dadurch wird
noch mehr Zeit benötigt und dadurch müssen üblicherweise auch die
automatisierten Maschinen reprogrammiert werden.
Die Fluoreszenz-Dektektion wird zum Verfahren der Wahl für die
Heilmittelentdeckung, damit Empfindlichkeiten bereitgestellt werden, die nahe denjenigen
von Assays mit radioaktiven Markierungen sind, jedoch ohne Gesundheitsrisiken und
die Beseitigungsprobleme. Die vorliegende Erfindung bietet eine praktische Lösung
für die oben beschriebenen Probleme.
Gemäß der vorliegenden Erfindung wird ein Verfahren zur
Durchführung eines nicht-Separations-Assays bereitgestellt, zum Bestimmen des
Ausmaßes der Bindung einer Komponente an eine andere, wie im nachfolgenden
Anspruch 1 beansprucht.
Durch die Anwendung mathematischer Berechnungen auf die Signale, die
von dem Detektor empfangen werden, können bestimmte Parameter bestimmt werden.
Das beleuchtende Licht kann durch einen Laserstrahl erzeugt werden.
Das empfangene Licht kann ein Licht sein, das durch Fluoreszenz erzeugt wird, und
mehr als eine Wellenlänge des Lichtes kann empfangen werden.
Die empfangene Intensität kann dazu eingesetzt werden, die Größe
und/oder das Volumen jeder Zelle, Beads, Oberfläche oder jeder Vertiefung und
die Anzahl der darin gebundenen Moleküle zu bestimmen.
Das beleuchtende Licht kann derart angeordnet werden, dass die Probe
von oben oder von unten bestrahlt wird, wobei das emittierte Licht von oberhalb
oder unterhalb der Probe in irgendeiner Kombination derart detektiert wird, dass
das beleuchtende Licht sowohl die Stelle als auch ein bedeutendes Volumen der Lösung
oberhalb oder angrenzend zu der Stelle beleuchtet wird.
Mit der vorliegenden Erfindung wird ferner eine Vorrichtung zur Durchführung
eines nicht-Separations-Assays bereitgestellt, zur Bestimmung des Ausmaßes
der Bindung einer ersten markierten Komponente in Lösung an eine zweite Komponente,
wie im nachstehenden Anspruch 11 beansprucht.
Ein Vorteil der vorliegenden Erfindung ist es, dass sie dazu eingesetzt
werden kann, einen Referenzwert für die Lösung, in welcher die Beads,
Zellen, Oberfläche oder Vertiefungen liegen, bereitgestellt wird, so dass die
Konzentration jeder fluoreszierenden Komponente in der Lösung gemessen werden
kann (freie Komponente) und die Anzahl der Moleküle jeder fluoreszierenden
Komponente, die an den Bead, die Zelle, Oberfläche oder Vertiefungen (gebundene
Komponente) gebunden ist, gemessen werden kann, und ein Ausgleich für jedes
Signal von der freien Komponente geschaffen werden kann, das mit dem Signal von
der gebundenen Komponente zusammenfällt, so dass ein genauer Wert für
die Anzahl der an die Beads, Zelle, Oberfläche oder Vertiefung gebundenen Moleküle
gemessen werden kann, und ferner, dass die Verhältnisse zwischen gebundenen
und freien Signalen geschätzt werden kann, ohne dass es nötig wäre,
die Komponenten zu trennen. Darüber hinaus ist es mit dem Verfahren und der
Vorrichtung gemäß der Erfindung möglich, nicht nur das Ausmaß
der Bindung, sondern auch die Fläche des Beads, der Zelle, der Oberfläche
oder das Volumen jeder Vertiefung zu bestimmen, um genauere Ergebnisse sicherzustellen.
Die Lichtquelle kann die Lösung und die Stellen auf lineare Art
und Weise scannen, wobei ein Scan den nächsten Scan überlappt, so dass
eine kontinuierliche Messung der empfangenen Lichtintensität bereitgestellt
werden kann. Die Daten, die sich auf die empfangene Lichtintensität beziehen,
können durch Anwendung eines festgesetzten oder variablen Grenzwertes gefiltert
werden, um die Datenmenge, die verarbeitet werden muss, zu reduzieren.
Ein weiterer Vorteil der vorliegenden Erfindung ist, dass es durch
Einsatz des kontinuierlichen Scannens der Beads, Zellen, Oberflächen oder Vertiefungen
und Lösungen möglich ist, die Lage der Beads, Zellen, Oberfläche
oder Vertiefung genau zu bestimmen, und auch eine verlässliche Anzeige falscher
Ergebnisse zu ermöglichen, die durch Verunreinigungen und Ähnlichem verursacht
werden.
Noch ein weiterer anderer Vorteil der vorliegenden Erfindung ist es,
dass der Meniskus der Probe gleichzeitig mit der Messung des gebundenen/freien Markers
gemessen und in der mathematischen Analyse kompensiert werden kann.
Ein Beispiel der vorliegenden Erfindung wird nun mit Bezug auf die
beigefügten Zeichnungen näher erläutert, in welchem:
1 eine schematische Zeichnung einer Vorrichtung ist,
die zur Ausführung der vorliegenden Erfindung eingesetzt werden kann;
2 eine schematische Darstellung ist, die den Scan-Vorgang
der Vorrichtung aus 1 zeigt; und
3 eine schematische Seitenansicht des Verfahrens und
der Vorrichtung der Erfindung ist, die auf zwei Assay-Stellen angewandt werden;
4 und 5 die grundlegenden
theoretischen Elemente der Erfindung darstellen;
6 bis 14 Diagrammsets sind, die den
Output einer Vorrichtung gemäß der Erfindung an verschiedenen Etappen
während eines Verfahrens zeigen, mit welchen ein Assay durchgeführt wird;
und
15 bis 21 ein Diagrammset
zeigen, das sich auf ein drittes Beispielassay bezieht, mit welchem theoretische
Hypothesen bereitgestellt werden.
Die US-A-5663057 beschreibt
ein Verfahren zur schnellen Detektion von Mikroorganismen im Wasser. Letzte Verfahrensschritte
dieses Verfahrens schließen das Scannen eines Lasers über eine Filtermembran
mit ein, auf welchem Fluoreszenzmarkierte Bakterien zurückgehalten werden.
Bei dem System wird eine Kombination aus Diskriminanten und Grenzwert-Algorithmen
eingesetzt, um einzelne Zellen gegen den kontinuierlichen Hintergrund des freien
Markers und der Hintergrund-Fluoreszenz zu selektieren. Die Linienamplitude, die
für jede Zelle gewonnen wird, ist eine genaue Messung der Fluoreszenzintensität
der Zelle und kann kalibriert werden, wodurch eine Messung der Menge des gebundenen
Fluorophors erzielt wird. Aufgrund der Markierung der Bakterien liegt immer etwas
freier Marker vor, jedoch ist dies für die bakterielle Detektion unerwünscht,
und das Verfahren gemäß der US-A-5663057
versucht dies dadurch zu minimieren, dass der Marker soweit wie möglich innerhalb
der Zellen zurückgehalten wird, und versucht die Flüssigkeit auf der Probe
durch die Verwendung einer porösen Membran zu minimieren. Aus diesen Gründen
gibt es gegenwärtig keine definierte und homogene Flüssigkeitsschicht,
die für die Messung einer Konzentration eines Markers in Lösung geeignet
wäre. Das System misst die durchschnittliche Hintergrund-Fluoreszenz. Diese
Daten werden für Referenzzwecke gesammelt und nicht bei der Detektion von Mikroorganismen
eingesetzt.
1 zeigt ein schematisches Diagramm einer Vorrichtung,
die in der US-A-5663057 eingesetzt wird,
die jedoch zur Durchführung des Verfahrens gemäß der Erfindung angepasst
ist, wobei diese Vorrichtung nachstehend detaillierter beschrieben werden wird.
Bezug nehmend auf 1 strahlt ein Laser
1 einen beleuchtenden Lichtstrahl 2 ab, der an einer Reihe von
Spiegeln vorbeigeführt wird, sowie an einem Strahlerweiterer 3. Der
beleuchtende Strahl 2 wird dann über die Scan-Spiegel 4 und
eine Linse 5 weiter ausgerichtet. Die Scan-Spiegel 4 können
gesteuert werden, um den Strahl 2 über die Oberfläche eines Filters
6 und einer Assayprobe 7 derart hinwegzuscannen, wie es nachstehend
mit Bezug auf 2 beschrieben wird.
An der Strahlerweiterungsposition 3 kann ein Teleskop eingeführt
werden, um den Spot mit unterschiedlichen Abständen zu der Scan-Linse
5 fokussieren zu können, oder aber um die Größe des Laserspots
auf dem Ziel zu steuern.
Das Licht von der Assayprobe 7 wird durch den Filter
6, die Linse 7 und die Spiegel 4 zu einem oder mehrerer
Lichtempfangeinheiten 8 zurückgeführt, welche in diesem Beispiel
Fotovervielfacher sind. Die Signale, die durch den Fotovervielfacher 8
generiert werden, werden einer Analyse 9 zugeführt, welche Amplitikations-
und Erfassungselektroniken 10 aufweist. Das amplifizierte und erfasste
Signal wird anschließend an Datenverarbeitungsmittel 11 weitergeleitet,
deren Arbeitsweise nachstehend beschrieben werden wird. Der Output der Verarbeitungsmittel
11 wird an eine Display-Vorrichtung 12 weitergeleitet, die ein
einfacher Monitor oder ein Computer sein kann.
Bezug nehmend auf 2 ist ersichtlich,
wie der Lichtstrahl 2 sequentiell über die Assayprobe 7
gescannt wird, so dass die gesamte Probenoberfläche bedeckt
ist. Es ist bevorzugt, wenn der Scan-Vorgang derart durchgeführt wird, dass
jeder benachbarte Scan den vorherigen Scan überlappt, wodurch sichergestellt
ist, dass keine Merkmale ausgelassen werden. Die Verarbeitungsmittel 11
können derart ausgestaltet sein, dass sie die Überlappung kompensieren.
Die Prinzipien des Betriebs des Systems gemäß der Erfindung
werden nun Bezug nehmend auf die 3 und 4
erläutert. 3 zeigt, wie Linienamplituden erhalten
werden, wenn eine Probe gescannt wird. 4 zeigt die
Prinzipien des Assays.
Beispiel 1
Zur erleichterten Darstellung eines einfachen Beispiels gemäß
der Erfindung werden zunächst eine Anzahl von Hypothesen vorgenommen:
- 1. Der Laserstrahl soll ein Volumen von nr2h beleuchten, wobei r
der Radius des Strahls (in unserem Beispiel 3 &mgr;m) ist, und h die Tiefe der
Flüssigkeit ist. Dies wird als Laserbeleuchtungsvolumen (N) bezeichnet.
- 2. Die Fluorophor-Lösung ist verdünnt, es gibt ein minimales Quenching,
und jedes Molekül des Fluorophor in dem Volumenelement strahlt mit der gleichen
Intensität.
- 3. Eine Zelle oder ein Bead besitzt ein sphärisches Volumen, und alle Fluorophor-Moleküle,
die an diese Zelle oder das Volumen gebunden sind, besitzen eine ähnliche Fluoreszenz,
wie sie in Lösung haben würden. Dies wird als Bead-Volumen (BV) bezeichnet.
- 4. Jedes Bead oder jede Zelle soll jeweils eine lokale Konzentration eines Rezeptors
repräsentieren, welche die Rezeptoranzahl geteilt durch das Bead-Volumen ist.
- 5. Wo kein Bead oder keine Zelle im Volumenelement vorliegt („leeres
Volumenelement") liest der Detektor die Fluoreszenzintensität nur aufgrund
des freien Markers. Dieser Intensitätswert wird „leeres Volumenelementsignal"
oder UVS bezeichnet. Wenn eine Zelle oder ein Bead in dem Laservolumenelement liegt
(ein „gefülltes Volumenelement") wird das Intensitätssignal aus
den additiven Intensitäten des Markers berechnet, der auf der Zelle oder dem
Bead konzentriert ist, und dem Signal des freien Markers im Überschuss des
Volumenelements über dem Bead oder der Zelle. Dieses Signal wird als „gefülltes
Volumenelementsignal" oder PVS bezeichnet.
Während ein Fachmann diese Hypothesen als ungenau betrachten
mag, haben wir in den Beispielen 3 sowie in den 15
bis 21 gezeigt, dass diese Hypothesen hinreichend sind,
um das Verfahren mit einer hohen Korrelation zwischen beobachteten und erwarteten
Werten durchzuführen.
Es ist klar, dass die Konzentration der fluoreszierenden Moleküle
im Zellvolumen signifikant höher oder niedriger als das äquivalente Volumen
der Lösung sein müsste, damit das System einen Unterschied detektieren
kann:
Signalverhältnis PVS/UVS = <1>
In den meisten Fällen, wurde auf PVS/UVS >1 abgezielt, um
die Bindung eines Fluorophors an eine Zelle oder ein Bead zu zeigen. Die Helligkeit
des Zellvolumens beruht vorrangig auf drei Faktoren: die Anzahl der Bindestellen
(oder Rezeptoren) auf der Zelle oder dem Bead; der Kd der Assoziierung
sowie der Konzentration des markierten Liganden in Lösung beim Gleichgewicht.
Es ist auch klar, dass die vorliegende Erfindung dazu eingesetzt werden
kann, das Ausmaß der Bindung oder die Nähe eines Fluorophores an eine
Oberfläche dort zu bestimmen, wo diese Oberfläche den Fluorophoren modifizieren
kann, oder die Emission maskieren oder derart quenchen kann, dass das Licht-Output
von Fluorophor reduziert oder lokal eliminiert wird. Beispiele schließen die
Umwandlung einer fluoreszierenden Verbindung in eine nichtfluoreszierende Verbindung
durch ein Enzym mit ein, einer Reduktion der Fluoreszenz aufgrund des Vorliegens
eines quenchenden Stoffes auf einer Oberfläche, einem Bead oder Zelle; die
Translokation eines Markers in eine Zelle und der Wechsel in den Spektrum-Charakteristika
eines Fluorophores; die Beispiele sind jedoch nicht hierauf beschränkt.
Wenn die Konzentration des freien Fluorophors zu groß ist und/oder
die Flüssigkeit zu tief ist, wird es nicht möglich sein, die markierte
Zelle zu detektieren. Daher müssen bei praktischen Assays diese Parameter innerhalb
der empfindlichen Grenzen erhalten werden. 5 zeigt
vorhergesagte Werte für die PVS/UVS-Signalverhältnisse, die gegen Kd
bezüglich der folgenden Konditionen geplottet sind: Bead: 6 &mgr;m Durchmesser,
mit variierenden angezeigten Anzahlen von Bindestellen; Laserstrahl: 6 &mgr;m
Durchmesser; Flüssigkeitstiefe: 100 &mgr;m; und eine Konzentration des markierten
Liganden im Gleichgewicht von 1 nM.
Mit den oben gemachten Hypothesen ist es möglich, eine Berechnung
für die Anzahl der Moleküle oder der Oberflächenkonzentration eines
Liganden, der an jedes Bead oder jede Zelle gebunden ist, sowie für die Konzentration
des freien Liganden abzugeben. In diesem Fall gilt:
[frei] ∝ UVS
[gebunden] ∝ PVS – (UVS.(IV-BV/IV)
in welcher
Konzentration des freien Markers = [frei]
Konzentration des gebundenen Markers = [gebunden]
Dies stellt einen sehr vereinfachten Fall für beispielhafte Zwecke
dar. In der Praxis ist es notwendig, eine Anzahl von Faktoren zu korrigieren, wie
bspw. die Feldtiefe, die Flüssigkeitstiefe, der Meniskus der Flüssigkeit,
die Laserverzögerung, das Quenchen etc. Korrektionsverfahren für dieses
Modell, um die Genauigkeit der Messung zu verbessern, werden in späteren Beispielen
vorgestellt.
Ein praktisches Beispiel der Erfindung wird nun beschrieben.
Beispiel 2
Ein einfaches Beispiel einer Ausführungsform gemäß
der Erfindung ist in 6 gezeigt. Eine 5 &mgr;l Probe einer Lösung
mit 48 nM Fluoresceinisothiocyanatmarkiertem Biotin (FITC-Biotin) wird zu 5 &mgr;l
einer Pufferlösung hinzugefügt, die ein einzelnes Bead mit 2,8 &mgr;m
Durchmessern enthält, welches mit Streptavidin beschichtet ist (erhalten von
Dynal). Die Probe wurde dem Instrument zum Scannen zugeführt, und zwar als
ein 10 &mgr;l Tröpfchen auf der Oberfläche eines Glas-Objektträgers.
Die Beleuchtung und die Lichtsammlung wurde von oberhalb der Probe angeordnet. Das
Instrument wurde derart eingerichtet, dass es Fluoreszenz-Intensitätsmessungen
mit 1 &mgr;m Intervallen über die Probe in x-Richtung mit einem Linie-zu-Linie-Schritt
von 2,2 &mgr;m in die y-Richtung durchführte. Als Laserspotgröße
wurde 6 &mgr;mm gewählt, was die Überlappung zwischen jeder Scan-Linie
ermöglichte. Die Histogramme geben die relative Intensität (analog-in-digital-Umwandler
oder ADC-Zahler) gegen die Position (Probennummer) bezüglich mehrerer benachbarter
Scan-Linien wieder. Anfänglich hatte das FITC-Biotin nicht genügend Zeit,
um zu den Streptavidin-Stellen, die auf dem Bead konzentriert waren, zu diffundieren.
Die Probe wurde über die Dauer des Experiments mit Intervallen gescannt. Es
ist leicht ersichtlich, dass das von der Beleuchtung erhaltene Signal proportional
zu der Anzahl der Markermoleküle (FITC-Biotin) im Weg des Lasers zu jedem gegebenen
Punkt sein wird. Wenn, wie in diesem Fall, der Marker durch das Tröpfchen hindurch
homogen verteilt ist, dann ist das Signal an jedem Punkt proportional zur Weglänge
des Lasers durch die Probe. Das obere Diagramm zeigt klar, dass jede Scan-Linie
einen Durchschnitt durch das Tröpfchen darstellt, und dass der Meniskus des
Tröpfchens in diesem Fall, wie erwartet, halbkugelförmig ist.
Wenn die Konzentration des Markers bekannt ist, ist es offensichtlich,
dass das Volumen und die Form einer Probe (in diesem Falle ein Tröpfchen) durch
Berechnungen geschätzt werden kann. Daraus folgt, dass, wenn das Volumen oder
die Höhe einer Lösung bekannt ist, dass es nach Kalibrierung der Vorrichtung
mit bekannten Lösungen möglich ist, die Berechnung des freien Markers
aus den gewonnenen Intensitätssignalen zu berechnen.
Über die Zeit diffundiert das FITC-Biotin zu dem Bead und wird
schrittweise auf der Oberfläche des Beads (untere Plots) konzentriert. Bei
diesem Experiment war nach 30 Minuten ein Gleichgewicht erreicht. Es ist ersichtlich,
dass das Signal auf dem Bead signifikant höher ist als das eines äquivalenten
Volumens an Lösung, und dass das Signal von diesem Bead zu dem Signal der Lösung
hinzugefügt wird (PVS/UVS = ungefähr 6,1 im Gleichgewicht).
Grenzwertsetzung und Datenreduktion
In Beispiel 2 wurde eine Messung vorgenommen und die Daten zu jedem
Punkt in der Probe gespeichert. Der Chemscan®RDI, der für diese
Anwendung modifiziert wurde, besitzt drei Detektorkanäle, und mit ihm können
im Überschuss 600 Millionen Ablesungen in einem einzigen Scan mit 400 mm2
erreicht werden. Es ist wünschenswert, die Menge an Daten, die an den Computer
zur Endanalyse weitergegeben wird, zu reduzieren, um die Analyse zu beschleunigen
und um die Menge der Daten, die für die Archivierung gespeichert werden muss,
zu vermindern. Dies kann durch die Anwendung eines Grenzwert-Algorithmus auf die
Rohdaten erreicht werden. Die Erfindung setzt dabei zwei Typen an Grenzwert-Algorithmen
ein. Bei der „Frequenz-Tabelle"-Grenzwertsetzung wird jede Messung in eine
Tabelle von Intensitätswerten gesetzt. Wenn eine einzelne Messung die durchschnittliche
Intensität sämtlicher Messungen, die bis zu diesem Punkt genommen wurden,
mit einem vorbestimmten Prozentsatz überschreitet (bspw. 20 %) dann wird die
Messung an den Computer weitergeleitet. Alle Messungen, die diesen Grenzwert nicht
überschreiten, werden verworfen. Bei der „dynamischen Grenzwertsetzung"
berechnet das System einen sich bewegenden Durchschnitt des Signals und behält
diejenigen Messungen zurück, die mit einem vorbestimmten Prozentsatz überhalb
des sich bewegenden Durchschnitts befinden. Es ist auch möglich, eine dynamische
Grenzwertsetzung durchzuführen, indem der Verlauf der Signalantwort kontinuierlich
gemessen und der Start und das Ende eines Ereignisses angestoßen wird, wenn
der Verlauf oder die Rate des Wechsels des Verlaufs größer oder kleiner
ist als ein vorbestimmter Wert oder ein gesetzter Prozentsatz des Durchschnitts.
Frequenztabellen-Grenzsetzung funktioniert dann gut, wenn es wenig
helle Objekte in der Probe gibt, und der Hintergrund niedrig ist. Die dynamische
Grenzwertsetzung besitzt den Vorteil, dass mit ihr Signale isoliert und aufgezeichnet
werden können, die auf einzelne Stellen in Gegenwart von bedeutenden
Konzentrationen des freien Markers.
Die Rohdaten für ein oder mehrere der Linien wird über einen
kurzen Zeitraum durch das System während des Scannens zurückbehalten.
Dies bedeutet, dass, wenn ein Objekt wie bspw. ein Bead oder eine Zelle durch die
Grenzwertsetzung detektiert wird, die Messproben sofort vor und nach dem Objekt
zurückgehalten werden können, zusammen mit dem Rest der Messproben für
das Objekt vor Zurückweisung des Rests der Hintergrunddaten. Diese werden als
Prä- und Post-Proben bezeichnet.
In 7 ist eine typische Scan-Karte fluoreszierender
Partikel gezeigt, die in einer flüssigen Probe mit einem Chemscan®RDI-Instrument
des Typs gemessen wurden, der in der US-A-5663059
gezeigt ist, wobei gleichzeitig ein dynamischer Grenzwert verläuft. Die Scan-Karte
auf der linken Seite zeigt sämtliche gefundenen fluoreszierenden Partikel;
die Scan-Karte auf der rechten Seite zeigt diejenigen Partikel, die auf die Charakteristika
passen, die bezüglich der Beads fortgesetzt wurden, die mit Fluoreszenz markiert
sind, und zwar in einem Assay, das gemäß dem Verfahren der vorliegenden
Erfindung durchgeführt wurde.
Berechnung der Größe und des Volumens des Beads oder
der Zelle
8 zeigt die Linienamplituden eines typischen markierten
Beads. Beads und Zellen, die in vielen Fällen kugelförmig sind, führen
zu Linienamplitude-Plots („Z"), die „Halbsinuskurven" in X und Y sind.
Diese Plots stellen keine exakten Repliken der Beads oder Zellen dar. Dies ist lediglich
eine Näherung. So besitzt bspw. der Prototyp eine Strahlenergie, die gemäß
der Gauß'schen Verteilung verläuft. Ein Beads ist kugelförmig. Deshalb
ist eine Korrigierung hinsichtlich der weiteren Breite der Beads eine Kombination
aus einer Gauß'schen Verteilung und einer Sinuskurvenfunktion. Die Erfassungsrate
ist höher als die Scanrate, weshalb bspw. Proben jeweils in einem Intervall
von 1 &mgr;mm gezogen werden (Scannen bei 2 ms-1 und Abfragen bei 2
MHz), jedoch ist die Laserspotgröße größer (6 &mgr;mm Durchmesser).
Dies bedeutet, dass der wahre Durchmesser eines Beads oder einer Zelle ungefähr
der Breite des Plots minus zweimal des Durchmessers des Laserspots entsprechen wird.
Beads mit einer bekannten Größe werden dazu eingesetzt, das Instrument
zu kalibrieren.
Messung von freier und gebundener Fluoreszenz
Wenn ein Bead oder eine Zelle kleiner oder gleich groß ist wie
der Durchmesser des Laserspots, dann sollte die Peak-Intensität auf dem Plot
der Linienamplitude direkt proportional zur Menge des Fluorophor sein, der an dem
Bead oder die Zelle gebunden ist, und zu dem Volumen der Fluorophor-Lösung
oberhalb dessen. Dies kann als die PVS genommen werden. Bei Beads oder Zellen, die
größer als der Laserspot sind, wird der Wert der Peak-Intensität
durch einen Wert unter-lesen, der proportional zum Durchmesser der Zelle oder des
Beads ist, wofür jedoch kompensiert werden kann. Der Bereich unterhalb des
3-D-Plots kann auch dazu eingesetzt werden, die PVS mit einer anderen Kalibrierung
darzustellen.
Die UVS kann aus den Prä- und Post-Proben gewonnen werden, die
vor und nach einem durch einen Grenzwert-Algorithmus detektiertem Bead oder Zelle
gezogen wurden.
Auf diese Weise ist es möglich, Auslesungen sowohl für den
gebundenen als auch den freien Marker zu erhalten, ohne sämtliche gesammelten
Rohdaten zu speichern. Bezüglich des Signals von freien Marker, der zu dem
gebundenen Marker hinzugefügt wird, kann eine Korrektur vorgenommen werden,
indem ein korrespondierender Abschnitt des UVS bis zu 100 % abgezogen wird. Alternativ
wird mit dem dynamischen Grenzwert automatisch eine Grundlinie für den Beitrag
des freien Markers zur PVS bereitgestellt, und der gebundene Marker kann als die
Höhe oder das Gebiet des Peaks oberhalb dieses Grenzwerts genommen werden.
Es ist ersichtlich, dass der Wert für die Peak-Intensität für das
gefüllte Volumenelement aus dem Maxima dieses Plots gewonnen werden kann, und
dass die Intensität des freien Volumenelements von den Prä- und Post-Proben
der Ränder des Plots erhalten werden kann.
Das freie Volumenelementsignal kann auch von dem durchschnittlichen
Hintergrundgrenzwert erhalten werden, der durch das System aufgezeichnet wird, oder
als das niedrigste Signal, das irgendwo im Scan gewonnen wird.
Statistische Abfrage und Analyse
Einzelne Beads oder Zellen können in Schlüsselparametern
wie bspw. Größe, Anzahl der Bindestellen oder Rezeptor-Expression enorm
variieren. Aus diesen Gründen ist es zu vermeiden, sich auf die Messung von
Signalen aus lediglich einer handvoll Beads oder Zellen zu verlassen, wenn quantitative
Daten gesammelt werden. Bei dem Verfahren gemäß der Erfindung kann eine
signifikante Anzahl an Beads oder Zellen verwendet werden (typischerweise 100-1000
in einer Probe). Die Schlüsselparameter, wie bspw. Peak- oder Durchschnitts-Intensitäten
aller Beads oder Zellen, werden individuell abgespeichert, diese Daten werden anschließend
als eine Population verarbeitet. Jeder Bead oder jede Zelle ist effektiv ein separates
Assay, und die Daten, die für die Population erhalten werden, stellen typischerweise
eine Gauß'sche Verteilung dar (siehe 9).
Die Erfindung setzt Populationsstatiken ein, um genaue Daten für
eine darauffolgende mathematische Analyse bereitzustellen. Die Werte für die
Peak-Intensität oder Gebietsintensität der Zielstelle sowie die Intensität
des benachbarten freien Markers wird hinsichtlich jeder Stelle in der Probe aufgezeichnet.
Diese Daten werden dann als Frequenzhistogramm geplottet. Auf die Populationsdaten
wird eine Gauß'sche Verteilung angewandt, und der Mittelwert wird berechnet.
Das gleiche Verfahren der Gauß'schen Anpassung wird auf Frequenzhistogramme
für andere größere Diskriminanten, wie bspw. die Größe,
Form und Spektral-Charakteristika angewandt. 10 zeigt
ein Frequenzhistogramm hinsichtlich der Peak-Intensität einer Bead-Population
mit einer Intensität, die nahe dem Hintergrundgeräusch-Grenzwert-Cutt-Off
ist. Hier ist ersichtlich, dass die Anpassung dieser Daten auf eine Gauß'sche
Verteilung zu einer genauen Darstellung der Population führt, wohingegen ein
Durchschnitt diejenigen Ergebnisse ignorieren würde, die unterhalb des detektierbaren
Grenzwertes liegen. 11 zeigt die Korrelation zwischen
Histogrammen bezüglich unterschiedlicher Messungen der gleichen Population.
12 zeigt ein typisches Histogramm der „Gauß'schen
Form", die eine Population kontaminierender Partikel unterscheidet. Man beachte,
dass die Population der kontaminierenden Partikel selber nicht über eine Gauß'sche
Form verteilt ist.
Korrektur der Meniskuseffekte der Flüssigkeit
Der Meniskus der Flüssigkeit kann bei der Durchführung der
Assays ein Problem darstellen. Es ist wünschenswert, eine festgesetzte Weglänge
durch die Flüssigkeit zu haben (einheitliche Tiefe), um genaue und reproduzierbare
Messungen sowohl innerhalb einer Vertiefung als auch von einer Vertiefung zum nächsten
zu erhalten, wenn die Probe von oben gescannt wird. Der Meniskus fungiert auch als
eine Linse, was möglicherweise dazu führt, dass Abschnitte der Probe außerhalb
des Fokus liegen. Leider kann es extrem schwer sein, den Meniskus in den kleinen
Volumen, die für das Arzneimittel-Screening gefordert werden (< 1 &mgr;l),
zu kontrollieren, da sowohl ein konvexer als auch ein konkaver Meniskus in der gleichen
Vertiefung vorliegen kann. 6 zeigt die Möglichkeit der Vorrichtung,
den Meniskus einer flüssigen Probe zu plotten. Diese Probe war in Tropfen auf
einen flachen Objektträger. Das System wurde auch dazu verwendet, die Meniski
von Proben in Mikrovertiefungen zu plotten, und zwar während von oben oder
von unten gescannt wurde. Die Konzentration des freien Markers ist über das
Volumen der Probe im Wesentlichen konstant, und die UVS kann dazu eingesetzt werden,
den Meniskus zu plotten, wodurch eine mathematische Anpassung auf die Daten übertragen
werden kann, um dessen Auswirkungen zu korrigieren. Die Daten können durch
Plotten der UVS von den Signalen, die von den durch die dynamische Grenzwertsetzung
detektierten Stellen erhalten wurden, weitestgehend reduziert werden. Auf diese
Weise würden eintausend Stellen (bspw. Zellen) für mehrere tausend UVS
Auslegungen sorgen, was es ermöglicht, dass der Meniskus in hinreichender Weise
korrigiert wird, wenn auch bei einer niedrigeren Auflösung. Das PVS/UVS-Verhältnis
kann durch die Messung der Peak-Intensität (für PVS) und des Durchschnitts
der Prä- und Post-Proben (für UVS) für jede Stelle bestimmt werden.
Kalibrierung
Das von dem Detektor erhaltene Signal ist nicht immer direkt proportional
zum Laserdurchmesser- und zur Flüssigkeitstiefe. So ist bspw. Folgendes denkbar:
- 1. Der Laserspot fokussiert vorzugsweise auf den Boden der Vertiefung. Je nach
optischem Set-up kann die Tiefe des Fokusses sich mit dem Spotdurchmesser ändern.
Mit dem experimentellen System erreichte eine Laserspotgröße von 6 &mgr;m
Durchmesser eine ± 26 &mgr;m Fokustiefe. Eine Erhöhung dieses Wertes
auf 10 &mgr;m ergab eine ± 74 &mgr;m Fokustiefe. Wenn die Flüssigkeitstiefe
größer ist als die Fokustiefe, wird ein Abschnitt des Laservolumenelements
außerhalb des Fokusses liegen.
- 2. Der Winkel der Lichtsammlung wird beschränkt sein, wobei die Lichtsammlung
von Markermolekülen in der Flüssigkeit, die dem Detektor am nächsten
liegen, effizienter sein wird als diejenige, die weiter weg liegen.
- 3. Die Refraktion des abgestrahlten Lichts bei Zwischenflächen, insbesondere
Flüssigkeit/Luft, wird die Effizienz der Lichtsammlung von Markermolekülen
in der Flüssigkeit reduzieren.
- 4. Moleküle im Weg des Lasers können die Erregung oder Ausstrahlung
derart verzögern, dass das erhaltene Signal eine nichtlineare Beziehung zu
der Konzentration für eine vorgegebene Weglänge besitzt.
- 5. Der Detektor kann über Abschnitte seines Bereiches nichtlinear sein.
Diese Probleme können durch die Kalibrierung des Systems mit
Beads mit bekanntem Fluorophorgehalt und Größenverteilung in Lösungen
mit bekannten Tiefen und Fluorophor-Konzentration korrigiert werden. Die erhaltenen
Werte können in einer Software-Nachschlagtabelle eingesetzt werden, oder können
dazu eingesetzt werden, Algorithmen abzuleiten, um das grundlegende mathematische
Modell, das in Beispiel 1 beschrieben ist, zu korrigieren. Unter Verwendung dieser
Algorithmen ist es dann möglich, Folgendes genau zu bestimmen:
Die Tiefe eines Fluids mit bekannter Fluorophor-Konzentration; die Fluorophor-Konzentration
eines Fluids mit bekannter Tiefe; die Menge eines Fluorophores, das
mit einem Objekt innerhalb einer Fluorophor-Lösung gebunden oder mit diesem
assoziiert ist.
Der Laserspot wird auf den Grund der Platte, wo die Beads oder die
Zellen platziert sind, fokussiert. Magnetische Beads können eingesetzt werden,
so dass ein Magnet die Beads in die Fokusebene des Lasers zieht. Der Großteil
der Lösung selber liegt nicht innerhalb der Fokustiefe, wird jedoch durch einen
Lichtkegel erleuchtet.
Jedoch besitzt das Nadelloch des Detektors ein Gebiet, das bedeutend
größer ist als die Spotgröße, und die Emission von diesem Kegel
wird gesammelt. Daher wird ein Fluoreszenzsignal erhalten, das ähnlich zu demjenigen
ist, das gewonnen werden würde, wenn der Strahl tatsächlich kollimiert
wäre. Dadurch erreicht man eine nahezu lineare Beziehung zwischen der Flüssigkeitstiefe
und dem Signal, und zwar für jede vorgegebene Fluorophor-Konzentration, sogar
unterhalb der Fokustiefe des Lasers. 13 zeigt die Kalibrierung
der Vorrichtung mit Fluorescein-Losungen fixierter Tiefe und bekannter Konzentration.
14 zeigt eine Kalibrierung der Vorrichtung mit Beads
mit bekanntem Fluoresceingehalt (Sigma Chemical Co.) und bekannter Größe
innerhalb einer Flüssigkeit mit bekannter Tiefe.
Anwendung von Diskriminanten
In Beispiel 2 ist die Kd der Liganden-/Rezeptorassoziierung
sehr niedrig und die Konzentration der Rezeptoren an der Stelle ist relativ hoch.
Bei diesem Modell-Experiment würden wir keine signifikante Beeinflussung einer
Hintergrund-Kontaminierung erwarten. Bei praktischen Assays, insbesondere bei der
Heilmittelentdeckung, ist es üblich, einen schwächeren Kd-Wert
zu haben, und niedrigere Konzentrationen an Rezeptoren. Eine Kd von 10-9
ist typisch, wobei vielleicht 50.000-100.000 Rezeptoren auf einer Zelle, oder wenige
100.000 Rezeptoren auf den Beads vorliegen. Es ist auch wünschenswert, niedrige
Konzentrationen des markierten Liganden zu verwenden, um Kosten zu reduzieren, oder
um eine Sättigung der Rezeptoren zu vermeiden. Dies führt zu niedrigeren
Signalen aus den Assays. Eine als Hintergrund auftretende natürlich vorkommende
Auto-Fluoreszenz von Komponenten des Assays, insbesondere der Zellkulturkomponenten
und Partikeln auf der Stammflüssigkeit des markierten Liganden, kann eine Helligkeit
besitzen, die gleich ist oder größer als die zu untersuchenden Stellen.
Praktische Experimente haben gezeigt, dass in einem echten Assay bis zu 60.000 kontaminierende
Objekte in 1 &mgr;l vorliegen können, mit einer Helligkeit die ähnlich
zu derjenigen der markierten Stelle ist.
Die Reinigung der biologischen Proben zur Reduzierung der Hintergrundsverunreinigung
ist teuer und führt oftmals zu einer reduzierten Aktivität. Es ist wünschenswert,
Assays mit einem Minimum an Komponentenreinigung durchführen zu können.
Bei der vorliegenden Erfindung wurden die Linie-zu-Linie-Korrelation,
die Größendiskrimination, das Kriterium der Gauß'schen Form, der
Farbunterscheidung und andere Diskriminanten eingesetzt, die in der US-A-5663057
beschrieben wurden, um die Signale von verunreinigten Objekten auszuschließen.
Diese Diskriminanten wurden dazu entwickelt, um Bakterien positiv zu identifizieren
und aufzuzählen, die viel heller markiert sind als der Hintergrund, und welche
daher nicht immer passend sind für den Ausschluss einer Hintergrundverunreinigung
in biochemischen Assays, bei welchen der Zielanalyt manchmal heller ist als die
Kontamination. Daher wurden zu der Technik neue Diskriminanten hinzugefügt,
um die vorliegende Erfindung durchzuführen:
Das Hintergrundrauschen, das nahe dem Empfindlichkeitslimit des Instrumentes liegt,
zeigt oftmals eine Gauß'sche Form, die ähnlich der des Ziels im primären
Kanal ist. Bei Signalen mit niedriger Intensität setzt die Erfindung eine Korrelation
zwischen den Detektoren ein. Die Zielobjekte geben Signale, die in mehr als einem
der Detektionskanäle eine Gauß'sche Form aufweisen, wohingegen Hintergrundgeräusche,
wie bspw. elektrische Geräusche, dies nicht tun.
Eine bakterielle Detektion zielt auf eine Detektion eines seltenen
Ereignisses ab. Die relative Intensität jedes Ereignisses ist nicht wichtig,
vorausgesetzt es liegt über einem Grenzwert. Bei der vorliegenden Erfindung
ist ein Intensitätswert sowohl für den gebundenen als auch für den
freien Marker notwendig.
Dieses Beispiel wird zeigen, wie das Verfahren gemäß der
Erfindung eingesetzt werden kann, eine Dissoziationskonstante für ein Assay
zu berechnen, das auf Beads basiert und das Ausmaß der kompetitiven Inhibierung
dieser Assoziation durch eine aktive Verbindung zu messen. 4
zeigt die Messprinzipien.
Magnetische Beads, beschichtet mit den Rezeptoren, werden hergestellt.
Die Anzahl der Rezeptoren auf den Beads wird durch deren Inkubation in einer Lösung
an markierten Liganden geschätzt. Die Liganden-Konzentration wird so ausgewählt,
dass sie überhalb der erwarteten Kd für die Assoziierung liegt.
Die Menge des gebundenen Liganden wird dadurch gemessen, dass die Beads mit einem
Magneten in den Fokuspunkt des Instruments gezogen werden und dass die Suspension
gemessen wird. Ein dynamischer Grenzwert-Algorithmus wird eingesetzt, um lediglich
diejenigen Objekte zu detektieren, die signifikant heller als der Hintergrund sind.
Ein Set an Diskriminanten für die halbe Breite, die Größe, die Spektral-Verhältnisse,
die Gauß'sche Form etc. wird auf die Rohdaten angewandt,
und lediglich diejenigen Objekte, die auf die Charakteristika der Beads passen,
werden angezeigt.
Die Histogramme aller Messungen auf den Beads werden geplottet und
hinsichtlich einer Gauß'schen Verteilung in jedem Parameter überprüft,
um zu bestätigen, dass das System tatsächlich die Beads von den kontaminierenden
Partikeln im Hintergrund unterschieden hat. Das Signal, das auf den freien Liganden
zurückzuführen ist, kann im Anschluss an das Signal von den Beads gemessen
werden. Alternativ kann der Grenzwert-Algorithmus derart gesetzt werden, dass der
Hintergrund auf Null gesetzt wird, und dass lediglich Peaks überhalb dieses
Hintergrunds gemessen werden. Auf diese Weise kann das Signal, das auf den freien
Marker zurückzuführen ist, von dem Gesamtsignal abgezogen werden, wodurch
lediglich das Signal der Beads erzielt wird.
Die Peak- oder Durchschnittsintensität aller Objekte, die als
Beads bestätigt werden, wird in einem Frequenzhistogramm geplottet. Auf dieses
Histogramm wird eine Gauß'sche Anpassung gesetzt, und der Intensitätswert
im Zentrum dieser Verteilung wird als typischer Wert der Population genommen. Die
Anzahl der Fluorophor-Moleküle (und daher der Rezeptoren), die mit den Beads
assoziiert sind, wird dann durch ein Vergleich des Fluoreszenzwertes gemessen, welcher
mit einer Kalibrierungskurve erhalten wurde, der von Beads mit einem bekannten Fluorophor-Gehalt
gewonnen wurde.
Die Kd der Assoziation kann durch eine Wiederholung des
Assays mit einer Konzentration des markierten Liganden unterhalb der erwarteten
Kd geschätzt werden. Eine Messung des gebundenen markierten Liganden
wird beim Gleichgewicht für die Mitte der Verteilung der Peak-Intensitätswerte
erhalten. Die Konzentration des freien Liganden im Gleichgewicht wird erhalten vom
Signal der Lösung in unmittelbare Nachbarschaft zu den Beads. Das Volumen der
Beads kann geschätzt werden, und eine mathematische Korrektur auf die Halbbreite
angewandt werden, welche für die Beads ermittelt wurde.
Das Volumen der Beads und die durchschnittliche Anzahl der Rezeptor-Moleküle
pro Beads sind nun bekannt. Dies kann als lokale Konzentration dargestellt werden.
Das Volumen des freien Markers, der durch den Laser beleuchtet wird,
und die Konzentration dieses Volumens im Gleichgewicht ist nun ebenfalls bekannt.
Eine Messung der Dissoziationskonstanten für die Assoziation
kann nun durch Anwendung eines mathematischen Modells, wie nachstehend beschrieben,
berechnet werden:
Vereinfachtes mathematisches Modell
Bezug nehmend auf 4 ist die Kd
eines reversiblen Rezeptors: die Liganden-Wechselwirkung kann dadurch geschätzt
werden, dass angenommen wird, dass die Zelle oder der Bead eine lokale Rezeptor-Konzentration
darstellt, in welche die Rezeptor-Moleküle durch das Volumen der Zelle oder
des Beads hindurch als gleichmäßig verteilt, betrachtet werden. Dies wird
die Bead-Rezeptorkonzentration genannt (BR). Diese Arbeitshypothese funktioniert
gut in der Praxis hinsichtlich der Bead- und Zellgrößen sowie hinsichtlich
der assoziierten Rezeptoranzahlen, die in den praktischen Assays verwendet worden.
Daher gilt:
- BV
- = Beadvolumen
- NRB
- = Durchschnittliche Anzahl der Rezeptoren pro Bead
- BR
- = NRB/(BV × Avogadro'sche Zahl)
Die Konzentration des freien Liganden wird als Liganden-Konzentration
der Flüssigkeitsmasse angenommen, und als im Wesentlichen konstant (keine merkliche
Depletion des freien Liganden). Um eine Schätzung der Kd gegenüber
PVS/UVS zu erhalten, nehmen wir an:
- NLB
- = vorhergesagte Anzahl an markierten Liganden-Molekülen auf jedem Bead
- (L)
- = Konzentration der Menge des freien Liganden
- IV
- = Beleuchtungsvolumen des Laserstrahls
NLB – [L] × NRB × BV × Avogadro'sche
Zahl/(Kd + [L])
Die Anzahl der Liganden-Moleküle im UVS = [L] × IV ×
Avogadro'sche Zahl
PVS = {(IV – BV) × [L] × Avogadro'sche Zahl} + NLB
Daher kann mit diesem Modell die Kd gegenüber PVS/UVS
vorhergesagt werden, wie in 4 geplottet. Ist dieser
Plot einmal gewonnen, kann die Kd einer Assoziierung ausgehend von einer
einzelnen Messung des PVS/UVS-Signals erhalten werden, welches über einen breiten
Bereich von Konzentrationen des freien Liganden gewonnen wurde, und kann daher auf
verschiedene Assays angewandt werden, bei welchen der gebundene oder der freie Marker
variiert. Dieses mathematische Modell zeigte eine gute Korrelation mit experimentellen
Ergebnissen von PVS/UVS in Beispiel 3.
Die Technik gestattet es der Kd durch eine einzelne Messung
zu messen, ohne Serienverdünnungen testen zu müssen, jedoch können
auch Serienverdünnungen eingesetzt werden, um die Genauigkeit der Messung zu
verbessern. Es versteht sich, dass die Kd für
einen Rezeptor auf einer Oberfläche von derjenigen in Lösung variieren
kann, jedoch werden die meisten Rezeptoren auf oder in Zellmembranen gefunden. Mit
dieser Technik werden Mittel bereitgestellt, mit welchen die Kd für
Biomoleküle in deren natürlicher Umgebung geschätzt werden kann.
Die Berechnung kann auf ein mathematisches Modell reduziert werden,
das in die Software des Instruments eingebettet ist. Das Instrument bestimmt automatisch
die Signale der mittleren Peak-Intensität für die Beads oder Zellen, für
die Anzahl der Beads oder Zellen, für deren echte Dimensionen und das Signal
aufgrund der freien Fluoreszenz. Diese Werte werden auf das mathematische Modell
angewandt, um eine Messung der Kd in Echtzeit direkt zu bestimmen. Das
Instrument kann ferner das statistische Konfidenzintervall in der Genauigkeit des
Ergebnisses bestimmen.
Die kompetitive Inhibition durch eine aktive Verbindung (bspw. ein
mögliches Arzneimittel) kann ausgehend von der Änderung in den Verhältnissen
der gebundenen gegenüber den freien Signalen gemessen werden, welches beobachtet
wird, wenn die Verbindung zu einem Modell-Assay hinzugefügt wird. Es ist möglich,
IC50 auf diese Weise zu messen, und ferner die Kd der Verbindung
zu bestimmen.
Nachweismessungen
Ein spezifisch gemessenes Beispiel, auf welches als Beispiel 3 Bezug
genommen wird, wurde durch geführt, um die oben gemachten theoretischen Hypothesen
zu bestätigen, was im Folgenden nun Bezug nehmend auf die 15
bis 21 beschrieben werden wird.
In diesem Beispiel waren die Reagenzien Polystyrol-Mikrokügelchen,
beschichtet mit Ziegen-Antimaus-Antikörper, 5,5 &mgr;m im Durchmesser, Bindekapazität
1,48 &mgr;g Maus IgG/mg Beads, 1,045 × 109 Beads/ml in Borpuffer
(100 mM, pH 8,5, mit 0,1 % Rinderserumalbumin, 0,05 % Tween, 10 mM EDTA und 0,1
% Natriumazid), gelagert bei 4 °C, bezogen von Bang's Laboratories, Inc., 9025
Technology Drive, Fishers, IN 46038-2866, USA.
Maus IgG, K (MOP-21), Fluoresceinisothiocyanat(FITC)-Konjugat,
Immunglobulin-Konzentration 200 &mgr;g/ml, Proteinkonzentration 200 &mgr;g/ml,
Fluorescein/Protein-Molverhältnis 5,8 in Phosphat-gepufferter Saline (0,01
M, pH 7,4, mit 1 % Rinderserumalbumin und 15 mM Natriumazid). Spezifität (Immunelektrophoresie):
einzelner Bogen der Fällung gegenüber einem Antimaus-Gesamtserum, Antimaus
IgGI und Antimaus IgG K (vor der Konjugation). Spezifität (Ouchterlony
Doppeldiffusion): einzelner Bogen der Fällung mit AntimausIgGi, keine Reaktion
mit Antimaus IgG2a, IgG2b, IgG3, IgM oder IgA (vor der Konjugation). Erhalten von
Sigma, 3050 Spruce Street, Saint Louis, Missouri 63103, USA.
Dulbecco's Phosphat-gepufferte Saline (10 mM, pH 7,4, mit 120 mM Natriumchlorid,
ohne Calcium oder Magnesium).
Erhalten von Life Technologies Ltd., P.O. Box 35, 3 Fountain Drive,
Inchinnan Business Park Paisly, PA4 9RF, UK.
Quantum-Fluoreszenz-Beads mit 450.000 Molekülen eines äquivalenten
löslichen Fluorochroms (450.000 MESF), 7-10 &mgr;m Durchmesser, ungefähr
2 × 106 Beads/ml in Phosphatpuffer mit oberflächenaktiven Stoffen
und 0,1 % Natriumazid (Information aus der technischen Produktanleitung). Erhalten
von Sigma.
Fluoresceinisothiocyanat (FITC) Isomer 1, ungefähr 98 % rein
(HPLC-Analyse). Erhalten von Sigma.
Die erste Notwendigkeit zum Nachweis der Assay-Hypothesen ist es,
nachzuweisen, dass das Verhältnis zwischen Fluoreszenz und Fluorophor-Konzentration
bei einer festgesetzten Weglänge und zwischen der Fluoreszenz und der Weglänge
bei einer fixierten Fluorophor-Konzentration linear ist.
Die zwei biochemischen Parameter, die für den Nachweis benötigt
werden, sind die Kd der Binde-Wechselwirkung und die maximale Anzahl
der verfügbaren Bindestellen auf dem Bead. Dies kann beides in einem einzelnen
Bead-Titrations-Experiment gemessen werden.
Die Kd ist die Offensichtliche bei den zwei Messungen,
und ist zu der Konzentration eines fluoreszierenden Liganden äquivalent, was
in der Hälfte der maximalen Bead-Fluoreszenz resultiert, nachdem die mittlere
Bead-Intensität der Peakhöhe hinsichtlich der Intensität der darüber
liegenden Ligandenlösung korrigiert wurde.
Die maximale Anzahl der verfügbaren Stellen auf einem Bead kann
dadurch gefunden werden, dass die aggregierte Fluoreszenz des freien Liganden (das
Assay sollte unter Bedingungen durchgeführt werden, die keine Lösungsdepletion
verursachen) bei einer fixierten Weglänge und PMT-Gewinn gegen die Liganden-Konzentration
geplottet wird. Nach Plotten der Fluoreszenz gegen die Liganden-Konzentration, kann
die Konzentration des Liganden, dessen Lösungs-Fluoreszenz gleich ist mit derjenigen
der korrigierten mittleren Peak-Bead-Intensität, genommen werden. Dieser Wert
und der Wert der Weglänge werden in eine geeignete Rechensoftware eingespeist,
und anschließend wird die effektive Anzahl der fluoreszierenden Liganden-Moleküle
im Laserweg berechnet. Die effektive Anzahl der Stellen pro Bead ist gleich mit
dieser Anzahl. Es ist wichtig, dass die Antwort der Lösungsfluoreszenz gegenüber
der Weglänge für diese Berechnung linear ist.
Es sollte bemerkt werden, dass, obwohl der Weg des Laserlichts konisch
sein wird, unser Modell vorhergesagt hat, dass die effektive Anzahl der Fluorophor-Moleküle
innerhalb dieses Kegels durch die Hypothese gemessen werden kann, dass das beleuchtete
Volumen das eines Zylinders ist, mit einem Durchmesser gleich dem Laserspotdurchmeser.
Es ist wichtig, den Wert der Bead-Intensität für die Fluoreszenz
der darüber liegenden Fluorophor-Losung zu korrigieren, da die verwendeten
Beads durchsichtig sind, wodurch das Laserlicht jeden darüber liegenden Fluorophor
anregen kann. Das Kollektionsnadelloch für das fluoreszierende Licht weist
einen Durchmesser von 2 mm auf; daher wird das meiste der Lösungsfluoreszenz
nicht durch den Bead hindurch geführt werden müssen, um erfasst zu werden.
Dies wurde experimentell nachgewiesen, indem die Fluoreszenz von 450.000 MESF-Beads
in unterchiedlichen Konzentrationen der Fluorescein-Lösung (in PBS, Nullprobe,
0,25 &mgr;M, 0,5 &mgr;M und 1,0 &mgr;M) mit einer festgesetzten Tiefe (20
&mgr;m) gemessen wurden. Ein Plot der unkorrigierten Bead-Fluoreszenz gegenüber
der Fluorescein-Konzentration ergab eine gerade Linie, wenn 100 % der Lösungsfluoreszenz
abgezogen wurde, alle der Beads besaßen eine ähnliche Intensität
(17).
Das Verhältnis der mittleren korrigierten Bead-Fluoreszenz gegenüber
der Lösungsfluoreszenz kann nun gegen die gebundenen bis freien Auslesungen
geplottet werden, welche durch Software unter Verwendung der Input-Werte von Kd,
der verfügbaren Rezeptorstellen, der Weglänge und der Fluorophor-Konzentration
vorhergesagt wurden. Wenn das Modell genau ist und die Kd und die Werte
für verfügbare Rezeptorstellen genau sind, sollte die Kurve der gemessenen
gebundenen bis freien gegenüber der vorhergesagten gebundenen bis freien Fluoreszenz
eine gerade Linie mit einer Neigung von 1 sein.
Die experimentelle Bestätigung der linearen Beziehung zwischen
Fluoreszenz- und Fluorophor-Konzentration wurde dadurch erreicht, dass die Fluoreszenz
mehrere Fluorescein-Lösungen in Dulbecco's PBS mit Konzentrationen zwischen
0,1 &mgr;M und 1 &mgr;M mit einem festgesetzten Fotovervielfacher-Gewinn bei
einer fixierten Weglänge (500 &mgr;m) gemessen wurde. Die Weglänge wurde
dadurch festgesetzt, dass eine zweckgerichtete Durchziehvorrichtung in die Fluorescein-Lösung
eingebracht wurde, welche mittels Noniusschub auf die erwünschte Tiefe gesetzt
wurde. Die Lösungen wurde auf der oben beschriebenen Vorrichtung gescannt,
welche auf einen Fluoreszenz-Aggregat-Modus eingestellt war (Grenzwertsetzung effektiv
abgeschaltet, um Daten aus der freien Lösung sammeln zu können), wobei
die abgelesene Fluoreszenz die mittlere Fluoreszenz war, geschätzt aus dem
Scan-Profil. Ein Plot der Fluoreszenz gegen die Fluorescein-Konzentration erzielte
eine gerade Linie (15). Die Bestätigung der linearen
Beziehung zwischen Fluoreszenz und Weglänge bei der Konzentration, die bei
einem fixierten PMT-Zugewinn eingesetzt wurde, wurde auf ähnliche Art und Weise
erzielt, unter Verwendung einer 1 &mgr;M-Fluorescein-Lösung und durch Variieren
der Tiefe der Durchziehvorrichtung, welche durch Noniusschub eingestellt wurde.
Ein Plot der Fluoreszenz gegen die Weglänge erzielte eine gerade Linie (16).
Lösungen von MOPC-21-FITC-Konjugaten mit Konzentrationen von
1 nM, 5 nM, 10 nM, 50 nM, 100 nM, 500 nM, 1,0 &mgr;M wurden in Dulbecco's PBS
vorbereitet. Ziege-Antimaus-Beads wurden durch Vortexen resuspendiert und wurden
auf Konzentrationen mit 2.500 Beads/&mgr;l mit Dulbecco's PBS verdünnt. Diese
verdünnte Bead-Suspension wurde anschließend zu jeder der MOPC-21-FITC-Lösungen
hinzugefügt (2 &mgr;l Beads plus 100 &mgr;l Lösung ergaben eine Endkonzentration
von 50 Beads/&mgr;l), wobei eine PBS-Blindprobe mit eingeschlossen war. Nach dem
Mischen wurden die Reaktionsgefäße 3 Stunden lang im Dunkeln und bei Raumtemperatur
inkubiert, sowie gelegentlich gemischt.
Die Bead-Suspensionen (jeweils 50 &mgr;l) wurden anschließend
von unten in einer Mikrotitterplatte mit durchsichtigen Grund in dem wie oben beschriebenen
Gerät gescannt, wobei die Probentiefe bei 200 &mgr;m fixiert war.
Die Grenzwert-Algorithmen wurden derart eingestellt, dass jedes einzelne
Bead ausgewählt wurde, und die Daten wurden hinsichtlich der Peak-Intensität
und der halben Breite gesammelt. Der Wert für die Lösungsfluoreszenz (UVS)
wurde durch Abschalten des Grenzwertes und durch Scannen eines gröberen Profils
erhalten. Der Wert für die Lösungsfluoreszenz wurde als die Mittellinie
des gezeigten Profils genommen. Die unkorrigierte mittlere Bead-Intensität
der Peak-Höhenfluoreszenz (PVS) für jede Lösungskonzentration wurde
aus dem Screen der Scan-Ergebnisse erhalten, zusammen mit dem Regelabweichungswert
und der Anzahl der betrachteten Ergebnisse. Um das Signal isolieren zu können,
das nur auf den Bead zurückzuführen ist, wurde die Lösungsfluoreszenz
von dem Fluoreszenzwert der mittleren Bead-Peak-Intensität für jeden Datenpunkt
abgezogen. Die korrigierte Bead-Fluoreszenz wurde anschließend gegen MOPC-21-FITC-Konzentration
geplottet (18). Aus diesem Plot war es offensichtlich,
dass eine Bindung eines zweiten Liganden aufzutreten begann, und
zwar überhalb der Liganden-Konzentration von 100 nM (18),
die möglicherweise auf eine Antikörper-Antikörper-Selbstbindung zurückzuführen
ist. Daher wurde beschlossen, die Titrationskurve auf 100 nM zu plotten (19)
und die Kd der Interaktion zu berechnen, sowie die Anzahl der verfügbaren
Rezeptoren pro Bead aus dieser Kurve, wie oben beschrieben, nach Plotten der Lösungs-Fluoreszenz
gegen MOPC-21-FITC-Konzentration (20). Die experimentellen
Ergebnisse bezüglich gebunden gegenüber frei wurden gegen die vorhergesagten
Werte geplottet (21).
Die Kd der Bindereaktion erwies sich als 1,2 nMol/l und
die maximale Anzahl der verfügbaren Bindestellen-Bead betrug 245.000. Der Plot
des experimentellen Verhältnisses gebunden gegenüber frei gegen das vorhergesagte
PVS/UVS-Verhältnis war linear mit einer Neigung von 1,86. Die Linearität
bei diesem Nachweis ist wichtiger als die Neigung, da angenommen wurde, dass die
Laserspotgröße 6 &mgr;m ist, und jede Variation in diesem Wert wird
die vorhergesagten B/F-Werte auf lineare Art und Weise beeinflussen.
Dieses Beispiel beweist, dass die Vorrichtung gemäß der
Erfindung dazu eingesetzt werden kann, der Kd einer Assoziierung zu messen
und zu schätzen; ferner die Größe und das Volumen eines Beads oder
einer Zelle; die Anzahl der Bindestellen auf einem Bead oder einer Zelle; die Konzentration
des freien Markers und die Belegungsrate der Bindestellen während eines Assays.
Darüber hinaus kann das System, sobald es einmal kalibriert ist, sowie das
Verfahren gemäß der Erfindung dazu eingesetzt werden, die Kd
einer reversiblen Binde-Wechselwirkung in einer einzelnen Vertiefung zu schätzen,
ohne die Notwendigkeit von Reihenverdünnungen oder von Abtrennungen, und zwar
durch Einsatz eines einfachen mathematischen Modells auf die gewonnenen Messungen.
Diese fundamentale Prinzip kann auf die Messung von komplexeren Wechselwirkungen
angewandt werden, die mehrere Dissoziationskonstanten beinhalten, und kann ferner
dazu eingesetzt werden, den Kd-Wert einer kompetitierenden Verbindung
zu berechnen.