Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur kontinuierlichen
Herstellung von Wasserstoffperoxid (H2O2).
Mehr im Besonderen betrifft die vorliegende Erfindung ein Verfahren
zur kontinuierlichen Herstellung alkoholischer oder hydroalkoholischer Lösungen
von Wasserstoffperoxid und deren direkte Verwendung in Oxidationsverfahren.
Insbesondere sind Oxidationsverfahren unter Verwendung von Wasserstoffperoxid
als Oxidationsmittel bekannt, bei denen sich die Verwendung alkoholischer oder hydroalkoholischer
Lösungen, die Gegenstand der vorliegenden Erfindung sind, als nützlich
erwiesen hat.
Beispiele für diese Verfahren sind jene, die Titansilicalit als
Katalysatoren verwenden, wie die Epoxidation von Olefinen (EP-100
119), die Ammoximation von Carbonylverbindungen (US
4 794 198), die Oxidation von Ammoniak zu Hydroxylamin (US
5 320 819) und die Hydroxylierung aromatischer Kohlenwasserstoffe (US
4 369 783).
Die industrielle Herstellung wässriger Lösungen von H2O2
durch ein kompliziertes zweistufiges Verfahren ist bekannt. In diesem Verfahren
wird eine Lösung eines Anthrachinons, wie Butylanthrachinon oder Ethylanthrachinon,
in einem mit Wasser nicht mischbaren organischen Medium zuerst hydriert und dann
mit Luft oxidiert, um H2O2 herzustellen, das anschließend
in wässriger Phase extrahiert wird.
Aufgrund der hohen Investitionskosten, die für die komplizierte
Herstellungsanlage erforderlich sind, und der Notwendigkeit der Abtrennung und Entsorgung
der während der Oxidationsphase erzeugten Nebenprodukte und der Reinigung und
Erneuerung der Anthrachinonlösung vor der Wiederverwendung ist dieses Verfahren
teuer.
Aus diesen Gründen wurden Verfahren für die direkte Synthese
von Wasserstoffperoxid aus H2 und O2 untersucht, und sie scheinen
vom technischen und wirtschaftlichen Standpunkt aus interessant.
Diese Verfahren verwenden im Allgemeinen ein katalytisches System,
das aus einem Edelmetall besteht, insbesondere aus Metallen der Platingruppe oder
Mischungen davon, in Form von Salzen oder als geträgerte Metalle, wobei die
beiden Gase in einem Lösungsmittel umgesetzt werden, das aus einem wässrigen
Medium oder einem wässrig-organischen Medium besteht.
Die Ausführung dieser Verfahren hat sich jedoch im technischen
Maßstab aus folgenden Gründen als schwierig erwiesen:
- A) Verwendung von Mischungen von H2 und O2 in Konzentrationen
im Explosionsbereich, da die Mischung explosiv wird, wenn die Konzentration von
H2 einen Wert überschreitet, der je nach dem Druck und der Konzentration
an O2 von 4,5 bis 6 Vol.-% variiert;
- B) selbst wenn der Betrieb außerhalb des Explosionsbereichs von H2-O2-Mischungen
erfolgt, ist die Verwendung hoher O2-Konzentrationen in der Handhabung
riskant und mit der Gegenwart brennbarer organischer Lösungsmittelmedien schwer
vereinbar;
- C) die Verwendung hoher Promotorkonzentrationen, z.B. saurer, halogenierter
Promotoren und/oder anderer Additive in dem Reaktionsmedium macht das katalytische
System oder die H2O2-Lösung instabil. Dies erfordert
das Zusetzen von Stabilisatoren und kostspielige Reinigungsoperationen der hergestellten
H2O2-Lösung vor der Verwendung;
- D) niedrige Produktivität und Selektivität der Reaktion oder Herstellung
von H2O2-Lösungen, die für eine wirtschaftliche
industrielle Verwertung zu verdünnt sind;
- E) niedrige Stabilität des katalytischen Systems unter den Reaktionsbedingungen.
Beispielsweise beschreiben die US-Patente
3 361 533, 4 009 252 und
4 661 337 Verfahren zur Herstellung von
H2O2, die gasförmige Mischungen von H2 und
O2 verwenden, die typischerweise den Explosionsbereich einschließen.
Um diese Sicherheitsprobleme zu vermeiden, verwenden einige Verfahren
ausgeklügelte und komplizierte Reaktorlösungen.
Das US-Patent 5 194 242 beschreibt
ein kontinuierliches Verfahren zur Herstellung von H2O2 in
wässriger Lösung, welches die Verwendung eines geeigneten
Reaktors und einer Mischung von H2 und O2 in Verhältnissen
im Explosionsbereich beim Zuführen zum Reaktor, aber außerhalb dieses
Bereiches im den Reaktor verlassenden Gasstrom beinhaltet.
Das US-Patent 5 641 467 beschreibt
ein kontinuierliches Verfahren zur Herstellung von H2O2 aus
H2 und O2, das innerhalb des Explosionsbereichs von H2/O2-Mischungen
arbeitet, wobei eine Reaktionsvorrichtung verwendet wird, die für die Herstellung
einer Reihe von Gasblasen geeignet ist, die ausreichend klein und genügend
dispergiert und voneinander in dem flüssigen Reaktionsmedium getrennt sind,
um eine mögliche Explosion in dem Reaktor zu vermeiden.
Diese Verfahren sind jedoch vom industriellen Standpunkt aus kompliziert
und die ihnen innewohnende Sicherheit ist zweifelhaft.
Auf der anderen Seite beschreiben zahlreiche Verfahren die Verwendung
von Mischungen von H2 und O2, die arm an Wasserstoff sind,
i.e. mit H2-Konzentrationen von weniger als 4–5 Vol.-% in Bezug
auf die Gasmischung, zu dem gleichen Zweck, i.e. um Sicherheitsprobleme zu vermeiden,
die sich aus der Verwendung explosiver H2-O2-Mischungen ergeben.
Diese Verfahren verwenden jedoch außerordentlich hohe O2-Konzentrationen,
deren Verwendung nur möglich ist, wenn in einem wässrigen Lösungsmittelmedium
gearbeitet wird, und sie sind daher normalerweise auf die Herstellung wässriger
H2O2-Lösungen gerichtet, wobei das Vorhandensein organischer
Medien ausgeschlossen ist.
Beispielsweise beschreibt das US-Patent
5 500 202 ein kontinuierliches Verfahren zur Herstellung wässriger
Lösungen von H2O2 aus H2 und O2,
das in einem Rieselfestbettreaktor ("trickle bed") abläuft, wobei bei der Zufuhr
eine Gasmischung von H2/O2/N2 verwendet wird, die
4,6–6,2 Vol.-% H2 und 57–62 Vol.-% O2 enthält,
sodass die den Reaktor verlassende Mischung außerhalb des Explosionsbereichs
ist.
Das US-Patent 4 279 883 beschreibt
ein kontinuierliches Verfahren zur Herstellung wässriger H2O2-Lösungen
aus H2 und O2, wobei das Verfahren durch eine spezielle Vorbehandlung
der Lösung und des Katalysators mit H2 gekennzeichnet ist und die
Gasmischung beim Reaktorauslass bei der Volumenzusammensetzung 3% H2
und 30% O2 gehalten wird, wobei die restlichen Prozente N2
sind.
Die internationale Patentanmeldung WO
93/14025 beschreibt ein Verfahren zur Herstellung wässriger H2O2-Lösungen
aus H2 und O2, welches Verfahren durch die Verwendung spezieller
Katalysatoren und Stabilisatoren der katalytischen Aktivität gekennzeichnet
ist und in Gegenwart einer Gasmischung durchgeführt wird, die außerhalb
der Explosionsgrenzen von H2 gehalten wird, wobei O2 in reiner
Form oder vorzugsweise gemischt mit N2 zugeführt wird, um eine bevorzugte
H2/O2/N2-Zusammensetzung zu erhalten, die 3,2/86,8/10,0
Vol.-% ist.
Die internationale Patentanmeldung WO
92/15520 beschreibt ein Verfahren zur Herstellung wässriger H2O2-Lösungen
aus H2 und O2, welches Verfahren durch die Verwendung spezieller
Katalysatoren und Stabilisatoren der katalytischen Aktivität gekennzeichnet
ist und in Gegenwart einer Gasmischung durchgeführt wird, die außerhalb
der Explosionsgrenzen von H2 gehalten wird, wobei O2 in reiner
Form, ohne Inertgase, zugeführt wird.
EP 0 627 381 beschreibt ein Verfahren zur
Herstellung wässriger H2O2-Lösungen aus H2
und O2, das durch die Verwendung spezieller Katalysatoren gekennzeichnet
ist und in Gegenwart einer Gasmischung, die außerhalb der Explosionsgrenzen
von H2 gehalten wird, in Gegenwart von Inertgasen, wie Stickstoff, durchgeführt
wird, um eine bevorzugte H2/O2/N2-Zusammensetzung
gleich 3/47/50 Vol.-% zu erhalten.
EP 0 274 830 offenbart die Verwendung eines
bimetallischen Pd/Pt-Katalysators, der auf Kohle, Siliciumdioxid, Aluminiumoxid
oder Ionenaustauscherharzen geträgert und in einer wässrigen Reaktionslösung
dispergiert ist. Die Verwendung dieses bimetallischen Katalysators führt zu
einer Wasserstoffperoxidlösung mit einer Wasserstoffperoxidkonzentration von
mehr als 15 Gew.-% und mit einer Selektivität zu Wasserstoffperoxid von mehr
als 60%. Es wird gezeigt, dass die Verwendung eines Einzelmetallkatalysators (Pd
oder Pt) weniger wirksam und weniger selektiv für Wasserstoffperoxid ist.
In allen diesen Verfahren werden hohe O2-Konzentrationen
verwendet, die kaum mit der Verwendung brennbarer organischer Reaktionslösungsmittel
vereinbar sind.
In anderen Fällen zeigt sich, dass die Verwendung von Mischungen
von H2 und O2 außerhalb des Explosionsbereichs und die
Verwendung niedriger O2-Konzentrationen eine niedrige Reaktionsproduktivität
und -selektivität hat oder H2O2-Lösungen bildet,
die für eine wirtschaftliche industrielle Verwertung zu verdünnt sind.
Beispielsweise beschreibt das US-Patent
5 082 647 ein Verfahren zur Herstellung wässriger Lösungen von
H2O2 aus H2 und O2, das durch die Verwendung
spezieller Katalysatoren gekennzeichnet ist und in einem Rieselfestbettreaktor durchgeführt
wird, wobei eine Gasmischung zugeführt wird, die 3 Vol.-% H2 in
Luft enthält. In dem beschriebenen Beispiel enthielt die im Reaktor umlaufende
Lösung nach 5 Stunden 0,3% H2O2.
Aufgrund des oben Gesagten scheint das Ziel der Einführung eines
Verfahrens für die direkte Synthese von H2O2 aus H2
und O2, welches Verfahren im industriellen Maßstab unter vorteilhaften
Sicherheits- und Wirtschaftlichkeitsbedingungen eingesetzt werden kann, noch nicht
erreicht.
Insbesondere scheint das Ziel, stabile Lösungen von H2O2
in wässrig-organischen Medien mit einer Konzentration, die für die direkte
Verwendung in Oxidationsverfahren geeignet ist, im industriellen Maßstab und
unter vorteilhaften Sicherheits- und Wirtschaftlichkeitsbedingungen herzustellen,
noch schwerer erreichbar.
Beispielsweise beschreiben die US-Patente
4 389 390 und 4 336 238 ein kontinuierliches
Verfahren zur Herstellung wässrig-organischer Lösungen von H2O2
aus H2 und O2, die einen vertikalen mit Katalysator gepackten
Rohrreaktor verwenden, der im Gleichstrom von Gas und Flüssigkeit betrieben
wird, und unter Verwendung einer Gasmischung von H2/O2 in
der Beschickung, die 6,3 Vol.-% H2 und 95,7 Vol.-% O2 enthält.
Die europäischen Patentanmeldungen EP
787 681 und EP 812 836, die auf
die Herstellung wässrig-alkoholischer H2O2-Lösungen
und ihre Verwendung bei der Epoxidation von Propylen gerichtet sind, beschreiben
Verfahren zur Herstellung dieser Lösungen in Gegenwart eines Halogenids und
eines Metalls der Platingruppe, unter Verwendung von H2/O2/N2-Mischungen
mit einer Zusammensetzung gleich 2,4/24/73,6 Vol.-% oder unter Verwendung von H2,
das in Luft außerhalb der Explosionsgrenzen verdünnt ist, wobei die Konzentration
von H2O2 in den erhaltenen Lösungen im Bereich von 0,05
bis 0,39 Gew.-% liegt.
Die internationale Patentanmeldung WO
98/16463 beschreibt ebenfalls ein Verfahren, das auf die Herstellung wässrig-alkoholischer
Lösungen, die mindestens 2,5 Gew.-% H2O2 enthalten, gerichtet
ist, das auf monolithisch ausgebildeten katalytischen Körpern durchgeführt
wird, das Mischungen von H2 und O2 verwendet, gegebenenfalls
in Gegenwart von Inertgasen, oder Mischungen von H2 und Luft außerhalb
der Explosionsgrenzen für H2.
Die erläuternden Beispiele dieses Dokuments umfassen jedoch alle
die Verwendung von Mischungen von H2 mit reinem O2. Außerdem
kann man anhand der Beispiele sehen, dass im Falle, dass der dem Reaktor zugeführte
Gasstrom innerhalb der Explosionsgrenzen liegt (H2-Konzentration gleich
10 Vol.-% in reinem O2), H2O2-Lösungen bei
4–7 Gew.-% mit Selektivitäten in Bezug auf H2 im Bereich
von 70 bis 82% erhalten werden. Umgekehrt, wenn bei der Beschickung ein Gasstrom
außerhalb der Explosionsgrenzen verwendet wird (H2-Konzentration
gleich 4 Vol.-% in reinem O2), übersteigt die Konzentration des
erhaltenen H2O2 2,7% nicht und die in Bezug auf H2
berechnete Selektivität sinkt auf 68%.
Daher löst nicht einmal dieses Verfahren die Probleme, die sich
aus der Verwendung explosiver Mischungen von H2-O2 und aus
der geringen Kompatibilität hoher O2-Konzentrationen mit brennbaren
organischen Reaktionsmedien ergeben.
Es wurde nun gefunden, dass es erfindungsgemäß möglich
ist, die oben erörterten Nachteile des Standes der Technik zu überwinden,
indem ein Bimetall-Katalysator, der auf Palladium und Platin als aktiven Komponenten
basiert, ein flüssiges Reaktionsmedium, das aus einem Alkohol oder einer Alkohol-Wasser-Mischung
mit überwiegendem Alkoholgehalt besteht, und ein gasförmiger Strom, der
Wasserstoff, Sauerstoff und ein Inertgas enthält, wobei die Konzentration von
Wasserstoff weniger als 4,5 Vol.-%, die Konzentration von Sauerstoff weniger als
21 Vol.-% beträgt, wobei die Ergänzung auf 100 Inertgas ist, zur Herstellung
alkoholischer oder alkoholisch-wässriger Lösungen von H2O2
bei einer Konzentration im Bereich von 2 bis 10 Gew.-% mit hoher Reaktionsproduktivität
und Selektivität und hoher Stabilität der katalytischen Aktivität
über eine Zeit verwendet wird.
Diese Reaktionsbedingungen bieten wesentliche Vorteile, insbesondere:
- (1) Die Möglichkeit der Durchführung des Verfahrens unter Bedingungen
hoher Sicherheit in Bezug auf die Handhabung sowohl der Wasserstoff-Sauerstoff-Mischungen
als auch der Alkohol-Sauerstoff-Mischungen. Der Betrieb unter 4,5 Vol.-% Wasserstoff
liegt deutlich außerhalb des Explosionsbereichs von H2-O2–Inertgas-Mischungen.
Ebenso sind bei einem Betrieb unter 21 Vol.-% O2 die Risken, die sich
aus der Gegenwart von Alkohol in der Gasphase ergeben, aufgrund der reduzierten
Menge an Brennstoff in dem Reaktionsmedium minimiert.
Außerdem ist die Konzentration an H2O2
in den erfindungsgemäß hergestellten Lösungen so, dass es keine mit
der Gegenwart eines organischen Lösungsmittels verbundenen Instabilitätsphänomene
gibt, Phänomene, die üblicherweise bei wesentlich höheren Konzentrationen
auftreten.
- (2) Die Möglichkeit der Minimierung der Konzentrationen an Säure-
und halogeniertem Promotor, die in dem flüssigen Reaktionsmedium vorhanden
sind. Das hat vorteilhafte Effekte auf die Stabilität des katalytischen Systems,
auf die Stabilität der erhaltenen H2O2-Lösungen
und auf die Möglichkeit der direkten Verwendung der obigen Lösungen in
den oben genannten Oxidationsverfahren.
- (3) Die Herstellung von Wasserstoffperoxidlösungen mit einer Zusammensetzung
und Konzentration, die für die direkte Verwendung in Oxidationsverfahren geeignet
und wirtschaftlich vertretbar sind, im Allgemeinen im Bereich von 2 bis 10 Gew.-%.
Demgemäß betrifft die vorliegende Erfindung ein Verfahren
zur kontinuierlichen Herstellung alkoholischer oder hydroalkoholischer Wasserstoffperoxidlösungen
mit überwiegendem Alkoholgehalt, umfassend:
- (a) Einführen:
- (i) eines aus einem Alkohol oder einer Alkohol-Wasser-Mischung mit überwiegendem
Alkoholgehalt bestehenden flüssigen Stroms, der einen Säure-Promotor und
einen halogenierten Promotor enthält;
- (ii) eines gasförmigen Stroms, der Wasserstoff, Sauerstoff und ein Inertgas
enthält, dadurch gekennzeichnet, dass die Wasserstoffkonzentration niedriger
als 4,5 Vol.-% und die Sauerstoffkonzentration niedriger als 21 Vol.-% ist, wobei
die Ergänzung auf 100 ein Inertgas ist; in einen Reaktor, der einen auf Palladium
und Platin basierenden Katalysator enthält, der heterogen und in einem flüssigen
Reaktionsmedium in Dispersion gehalten ist,
- (b) Entfernen:
- (iii) eines flüssigen Stroms, der im Wesentlichen aus dem Strom (i) besteht
und auch Wasserstoffperoxid und das durch die Reaktion gebildete Wasser enthält,
dadurch gekennzeichnet, dass die Wasserstoffperoxidkonzentration im Bereich von
2 bis 10 Gew.-% liegt; und
- (iv) eines gasförmigen Stroms, der im Wesentlichen aus nicht umgesetztem
Wasserstoff und Sauerstoff und dem Inertgas besteht, aus dem Reaktor.
Der verwendete Reaktor kann jeder Reaktor sein, der für den kontinuierlichen
Betrieb und die Durchführung der Reaktion in einem Dreiphasensystem geeignet
ist, wie der beschriebene, wobei ein wirksamer Kontakt zwischen der Gasphase, der
flüssigen Phase und dem in Dispersion gehaltenen Katalysator (sogenanntes Aufschlämmungssystem)
erhalten wird.
Für diesen Zweck geeignete Reaktoren sind beispielsweise Rührreaktoren,
Blasenreaktoren oder Gas-lift-Reaktoren mit innerer oder äußerer Zirkulation,
wie auf diesem Gebiet beschrieben.
Der Reaktor wird unter geeigneten Temperatur- und Druckbedingungen
gehalten. Gemäß dem erfindungsgemäßen Verfahren liegt die Temperatur
üblicherweise im Bereich von –10°C bis 60°C, vorzugsweise
0°C bis 40°C. Der Druck liegt üblicherweise im Bereich von 1 bis
300 bar, vorzugsweise 40 bis 150 bar.
Die Verweilzeit des flüssigen Mediums in dem Reaktor liegt üblicherweise
im Bereich von 0,05 bis 5 Stunden, vorzugsweise 0,10 bis 2 Stunden.
Der für die Zwecke der vorliegenden Erfindung verwendbare Katalysator
ist ein heterogener Katalysator, der Palladium und Platin als aktive Komponenten
enthält.
In diesen Katalysatoren ist Palladium üblicherweise in einer
Menge von 0,1 bis 3 Gew.-% und Platin in einer Menge von 0,01 bis 1 Gew.-% vorhanden,
wobei das Atomverhältnis zwischen Platin und Palladium im Bereich von 1/500
bis 100/100 liegt.
Das Palladium ist vorzugsweise in einer Menge von 0,4 bis 2 Gew.-%
und das Platin in einer Menge von 0,02 bis 0,5 Gew.-% vorhanden, wobei das Atomverhältnis
zwischen Platin und Palladium im Bereich von 1/200 bis 20/100 liegt.
Zusätzlich zu Palladium und Platin können andere Metalle
der Gruppe VIII oder IB, wie beispielsweise Ruthenium, Rhodium, Iridium und Gold,
in einer Konzentration, die im Allgemeinen nicht höher als die des Palladiums
ist, als aktive Komponenten oder Promotoren vorhanden sein.
Der Katalysator kann hergestellt werden durch Dispergieren der aktiven
Komponenten auf einem inerten Träger durch Präzipitation und/oder Imprägnierung
ausgehend von Vorläufern, die beispielsweise aus Lösungen ihrer Salze
oder löslichen Komplexe bestehen, und Reduktion zum metallischen Zustand mittels
thermischer und/oder chemischer Behandlung mit Reduktionsmitteln wie Wasserstoff,
Natriumformiat, Natriumcitrat, wobei auf dem Gebiet bekannte Präparationsmethoden
angewendet werden.
Der inerte Träger kann typischerweise aus Siliciumdioxid, Aluminiumoxid,
Siliciumdioxid-Aluminiumoxid, Zeolithen, Aktivkohle und anderen auf dem Gebiet bekannten
Materialien bestehen. Aktivkohle wird für die Herstellung der für die
Erfindung nützlichen Katalysatoren bevorzugt.
Aktivkohlen, die für die Zwecke der Erfindung verwendet werden
können, werden ausgewählt aus jenen fossilen oder natürlichen Ursprungs,
die von Holz, Lignit, Torf oder Kokosnuss abgeleitet sind und eine Oberfläche
von mehr als 300 m2/g haben und die 1400 m2/g erreichen können,
insbesondere jenen, die eine Oberfläche von mehr als 600 m2/g haben.
Bevorzugte Aktivkohlen sind jene mit niedrigem Aschegehalt.
Sulfonierte Aktivkohlen, die in der italienischen Patentanmeldung
MI 98A01843 beschrieben sind, sind ebenfalls
für den Zweck geeignet.
Bevor die Metalle geträgert werden oder damit imprägniert
wird, kann die Aktivkohle einer Behandlung wie Waschen mit destilliertem Wasser
oder Behandlung mit Säuren, Basen oder verdünnten Oxidationsmitteln, beispielsweise
Essigsäure, Salzsäure, Natriumcarbonat und Wasserstoffperoxid, unterworfen
werden.
Der Katalysator wird üblicherweise in dem Reaktionsmedium in
einer Konzentration von 0,1 bis 10 Gew.-%, vorzugsweise 0,3 bis 3 Gew.-%, dispergiert.
Der flüssige Strom (i) besteht aus einem Alkohol oder einer Mischung
von C1-C3-Alkoholen oder einer Mischung dieser Alkohole mit
Wasser mit einem vorherrschenden alkoholischen Gehalt. Eine Mischung mit einem vorherrschenden
alkoholischen Gehalt bedeutet eine Mischung, die mehr als 50 Gew.-% Alkohol oder
Mischung von Alkoholen enthält. Unter den C1-C3-Alkoholen
ist Methanol für die Zwecke der vorliegenden Erfindung bevorzugt. Unter den
Mischungen ist eine Mischung von Methanol und Wasser, die mindestens 70 Gew.-% Methanol
enthält, bevorzugt.
Der flüssige Strom enthält auch einen Saure-Promotor und
halogenierten Promotor.
Der Säure-Promotor kann jedwede Substanz sein, die in der Lage
ist, H+-Wasserstoffionen in dem flüssigen Reaktionsmedium zu erzeugen
und wird im Allgemeinen aus anorganischen Säuren wie Schwefelsäure, Phosphorsäure,
Salpetersäure oder aus organischen Säuren wie Sulfonsäuren ausgewählt.
Schwefelsäure und Phosphorsäure sind bevorzugt. Die Konzentration der
Säure liegt im Allgemeinen im Bereich von 20 bis 1000 mg pro kg Lösung
und vorzugsweise 50 bis 500 mg pro kg Lösung.
Der halogenierte Promotor kann jedwede Substanz sein, die in der Lage
ist, Halogenionen in dem flüssigen Reaktionsmedium zu erzeugen. Substanzen,
die in der Lage sind, Bromidionen zu erzeugen, sind bevorzugt. Diese Substanzen
werden im Allgemeinen aus Bromwasserstoffsäure und ihren in dem Reaktionsmedium
löslichen Salzen, z.B. Alkalibromiden, ausgewählt, wobei Bromwasserstoffsäure
bevorzugt ist. Die Konzentration an halogeniertem Promotor liegt im Allgemeinen
im Bereich von 0,1 bis 50 mg pro kg flüssiges Medium und vorzugsweise 1 bis
10 mg pro kg flüssiges Medium.
Der gasförmige Strom (ii) am Einlass enthält eine Konzentration
an Wasserstoff von weniger als 4,5 Vol.-% und eine Konzentration an Sauerstoff von
weniger als 21 Vol.-%, wobei der Rest auf 100 ein Inertgas ist, das im Allgemeinen
aus Stickstoff, Helium, Argon ausgewählt wird. Dieses Gas ist vorzugsweise
Stickstoff.
In dem gasförmigen Strom (ii) beträgt die Wasserstoffkonzentration
vorzugsweise 2 bis 4 Vol.-% und die Sauerstoffkonzentration vorzugsweise 6 bis 15
Vol.-%.
Der Sauerstoff kann in dem Strom unter Verwendung von reinem oder
im Wesentlichen reinem Sauerstoff, angereicherter Luft, die beispielsweise 21 bis
90% Sauerstoff enthält, oder Luft als Ausgangsmaterial zugeführt werden,
wobei die Zusammensetzung des Stroms dann auf die gewünschten, oben definierten
Werte gebracht wird, indem eine geeignete Konzentration Inertgas zugesetzt wird.
Der flüssige Strom (iii) am Reaktorauslass hat normalerweise
eine Konzentration an Wasserstoffperoxid von 2 bis 10 Gew.-% und vorzugsweise von
3 bis 8 Gew.-%. Er enthält auch den Säure-Promotor und halogenierten Promotor
in Mengen, die gleich jenen sind, die zusammen mit dem zugeführten flüssigen
Strom eingeführt wurden, und Wasser in einer Menge, die gleich jener ist, die
mit dem zugeführten flüssigen Strom eingeführt wurde, wobei das als
Nebenprodukt der Reaktion erhaltene Wasser hinzugefügt ist. Letzteres stellt
normalerweise eine zusätzliche Konzentration im Bereich von 0,5 bis 2,5 Gew.-%
dar.
Der flüssige Strom (iii) wird von dem Katalysator nach auf dem
Gebiet bekannten Filtrationsmethoden abgetrennt, beispielsweise durch Verwendung
von innerhalb des Reaktors angeordneten Filterpfropfen, oder in einem spezifischen
Rezirkulierungszyklus der Reaktionsmischung außerhalb des Reaktors. Im letzteren
Fall kann die Tangentialfiltrationstechnik geeignet angewendet werden.
Der flüssige Strom (iii) ist stabil für eine Lagerung ohne
das Erfordernis der Zugabe stabilisierender Substanzen und ist für die direkte
Verwendung in Oxidationsverfahren stromabwärts geeignet, wie Ammoximation von
Cyclohexanon zu Cyclohexanon-oxim in Gegenwart von Ammoniak und H2O2
und die Oxidationsreaktion von Propylen zu Propylenoxid mit H2O2.
Der gasförmige Strom (iv) am Reaktorauslass, der im Wesentlichen
aus nicht umgesetztem Wasserstoff und Sauerstoff und dem Inertgas besteht, enthält
im Allgemeinen eine Volumenkonzentration Wasserstoff gleich oder niedriger als 2%,
normalerweise von 0,5 bis 1,5%, und eine Volumenkonzentration Sauerstoff, die im
Allgemeinen niedriger als 18% ist, normalerweise im Bereich von 6% bis 12%.
In einer Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens
wird der gasförmige Strom am Reaktorauslass zur Beschickung des Reaktors recycliert,
nachdem aus dem System die Fraktion gespült wurde, die zum Eliminieren der
mit der Beschickung überschüssig eingeführten Inertgasmenge nötig
ist, insbesondere wenn Luft als Sauerstoffquelle verwendet wird. In diesem Fall
besteht der dem Reaktor zugeführte gasförmige Strom (ii) aus der recyclierten
Fraktion des obigen Stroms (iv) unter Zufügung einer Menge Wasserstoff und
Sauerstoff (als solcher oder in Form von Luft oder angereicherter Luft), die im
Wesentlichen gleich jener ist, die von der Reaktion verbraucht wurde und die ausgespült
wurde.
Gemäß einer anderen Ausführungsform des erfindungsgemäßen
Verfahrens wird der den Reaktor verlassende gasförmige Strom (iv) einem oder
mehreren folgenden Reaktoren zugeführt, die analog wie oben beschrieben arbeiten,
nachdem jedes Mal eine Menge Wasserstoff und Sauerstoff (als solcher oder in Form
von Luft oder angereicherter Luft) zugesetzt wurde, die im Wesentlichen gleich jener
ist, die durch die in den einzelnen Reaktoren stattfindende Reaktion verbraucht
wurde.
Beim Betrieb unter den obigen Bedingungen ist es möglich, Wasserstoffperoxid
unter Sicherheitsbedingungen mit einer Reaktionsproduktivität, die normalerweise
30 bis 200 g H2O2 (ausgedrückt als 100% H2O2)
pro Liter Reaktionsmedium pro Stunde beträgt, und mit einer molaren Selektivität
zur Bildung von H2O2, bezugnehmend auf den verbrauchten Wasserstoff,
die im Allgemeinen höher als 65% ist, herzustellen.
Die folgenden Beispiele dienen der Erläuterung, schränken
aber den Umfang der beschriebenen Erfindung nicht ein.
BEISPIEL 1
Behandlung des Trägers
50 g aktivierte Seekiefer-Kohle in Pulverform (CECA) und 500 ml destilliertes
Wasser werden in einen 1-Liter-Glaskolben gebracht. Nach 2 Stunden bei 80°C
wird die Kohle abfiltriert und mit 500 ml destilliertem Wasser gewaschen.
Die noch feuchte Kohle wird dann in einen 1-Liter-Kolben gebracht,
und nach der Zugabe von 500 ml einer Lösung mit 2 Gew.-% HCl wird die Temperatur
auf 80°C gebracht. Nach etwa 2 Stunden wird die Mischung abgekühlt und
die Aktivkohle auf einem Filter mit destillierten H2O gewaschen, bis
die Chloride eliminiert sind. Die gewaschene Aktivkohle wird gewonnen
und 2 Stunden in einem Ofen bei 120°C getrocknet.
BEISPIEL 2
Herstellung des Katalysators 1% Pd–0,1% Pt/C
10 g Aktivkohle, die wie im Beispiel 1 beschrieben behandelt wurde,
werden in einen 0,5-Liter-Glaskolben gebracht, der 100 ml destilliertes Wasser und
0,32 g Na2CO3 enthält. Die Suspension wird unter Rühren
für 10 Minuten auf Raumtemperatur (20–25°C) gehalten.
10 ml einer wässrigen Lösung, die 1,0 g einer Lösung
von Na2PdCl4 mit 10 Gew.-% Pd und 0,1 g einer Lösung
von H2PtCl6 mit 10 Gew.-% enthält, werden anschließend
über eine Zeit von etwa 10 Minuten zugetropft.
Die Suspension wird 10 Minuten auf Raumtemperatur gehalten und dann
in einem Wasserbad 10 Minuten auf 90°C erhitzt. Eine Lösung, die 0,85
g Natriumformiat in 10 ml Wasser enthält, wird dann zugesetzt und das Rühren
wird 2 Stunden bei 90°C fortgesetzt.
Nach dem Abkühlen auf Raumtemperatur wird die Suspension filtriert
und der gewonnene Katalysator wird mit destilliertem Wasser gewaschen, bis die Chloride
eliminiert sind, und 2 Stunden in einem Ofen bei 120°C getrocknet.
BEISPIEL 3
Herstellung des Katalysators 1 % Pd/C
Es wird die gleiche Vorgehensweise wie im Beispiel 2 verwendet, aber
unter Verwendung von 10 ml einer wässrigen Lösung, die 1,0 g einer Lösung
von Na2PdCl4 mit 10 Gew.-% Pd enthält.
BEISPIEL 4
Herstellung des Katalysators 1% Pt/C
Es wird die gleiche Vorgehensweise wie im Beispiel 2 verwendet, aber
unter Verwendung von 10 ml einer wässrigen Lösung, die 1,0 g einer Lösung
von H2PtCl6 mit 10 Gew.-% enthält.
BEISPIEL 5
Synthese von H2O2
Es wird eine Mikropilotanlage verwendet, bestehend aus einem Autoklaven
aus Hastelloy C mit einem Volumen von 400 ml, ausgestattet mit einem Thermostat-Regelungssystem,
einem magnetischen Widerstand-Rührsystem, einem Regelungs- und Steuersystem
für den Druck während der Reaktion, einem Filter für die kontinuierliche
Entfernung der die Reaktionsprodukte enthaltenden flüssigen Phase, einem Zuführungssystem
für die Mischung des Lösungsmittels und der Promotoren, in der die Reaktion
stattfindet, einem Zuführungssystem für die gasförmigen Reaktionsteilnehmer
und einer Reihe von Regelungs- und Steuerungseinrichtungen.
Der Reaktionsverlauf wird durch kontinuierliche Analyse des Wasserstoffs
und Sauerstoffs in der Beschickung und am Reaktorauslass verfolgt.
Die Konzentration des gebildeten H2O2 wird in
dem aus dem Reaktor austretenden flüssigen Medium durch Titration mit Kaliumpermanganat
bestimmt. Die Selektivität in Bezug auf den umgewandelten Wasserstoff wird
auf Basis der H2O2-Konzentration in dem aus der Reaktion austretenden
Medium und auf Basis der Analyse des den Reaktor verlassenden H2 bestimmt,
wenn der stationäre Zustand in dem Reaktor erreicht wurde.
1,2 g Katalysator, der wie im Beispiel 2 beschrieben hergestellt wurde,
und 150 g Methanol:Wasser-Losung (95/5 auf das Gewicht bezogen), die 6 ppm HBr und
300 ppm H2SO4 enthält, werden in den Reaktor gebracht.
Der Autoklav wird ohne Rühren auf 100 bar mit einer Gasmischung,
die aus 3,6 Vol.-% H2, 11 Vol.-% O2 und 85,4 Vol.-% N2
besteht, unter Druck gesetzt. Dann beginnt das Rühren bis zu 800 Umdr./Minute,
der Druck wird gehalten mit einem kontinuierlichen Strom, 810 Normal-Liter (Nl),
der gleichen Gasmischung, und 300 g/Stunde einer Methanol:Wasser-Lösung mit
der oben definierten Zusammensetzung werden gleichzeitig zugeführt. Die Temperatur
im Reaktor wird auf 8°C gehalten. Die Ergebnisse sind in der Tabelle 1 angegeben.
Tabelle 1
Std. der Reaktion
H2O2 Gew.-%
Molare Selektivität H2O2 %
10
6,8
67
100
6,9
70
200
7,0
71
300
6,9
69
400
7,1
71
500
7,2
73
600
7,1
72
700
7,3
74
800
7,2
73
BEISPIEL 6 (Vergleich)
Synthese von Wasserstoffperoxid in Gegenwart des Katalysators Pd/C
Das Beispiel 5 wird unter Verwendung des im Beispiel 3 hergestellten
Katalysators wiederholt.
Die erhaltenen Ergebnisse sind in der Tabelle 2 angegeben.
Tabelle 2
Std. der Reaktion
H2O2 Gew.-%
Molare Selektivität H2O2 %
5
0,7
30
10
0,6
32
BEISPIEL 7 (Vergleich)
Synthese von Wasserstoffperoxid in Gegenwart des Katalysators Pt/C
Das Beispiel 5 wird unter Verwendung des im Beispiel 4 hergestellten
Katalysators wiederholt.
Die erhaltenen Ergebnisse sind in der Tabelle 3 angegeben.
Tabelle 3
Std. der Reaktion
H2O2 Gew.-%
Molare Selektivität H2O2 %
5
1,5
20
10
1,3
24
BEISPIEL 8 (Vergleich)
Die Reaktion wird wie im Beispiel 5 beschrieben durchgeführt,
aber unter Verwendung von 150 g Wasser anstelle der hydroalkoholischen Mischung.
Die erhaltenen Ergebnisse sind in der Tabelle 4 angegeben.
Tabelle 4
Std. der Reaktion
H2O2 Gew.-%
Molare Selektivität H2O2 %
5
2
64
10
1,8
62
20
1,7
60
30
1,8
61