Die Erfindung betrifft das Gebiet der Umbildung halogenierter Materialien
und insbesondere Verfahren zur Partikelentfernung aus einem Vergasungsprodukt in
einem Verfahren zur Umbildung halogenierter Materialien.
Damit verbundene Erfindungen umfassen eine vorherige Patentanmeldung
für ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Herstellung eines oder mehrerer
nützlicher Produkte aus weniger wertvollen halogenierten Materialien, siehe
die internationale PCT-Anmeldung PCT/US/98/26298,
die am 1. Juli 1999 mit der internationalen Veröffentlichungsnummer
WO 99/32397 veröffentlicht wurde. Die
PCT-Anmeldung offenbart Verfahren und Vorrichtungen zur Umbildung einer Einspeisung,
die im Wesentlichen aus halogenierten Materialien besteht, insbesondere chlorierten
Kohlenwasserstoffen als Nebenprodukt und Abfall, wie sie bei einer Reihe von chemischen
Herstellungsverfahren hergestellt werden, in ein oder mehrere „wertvollere
Produkte" über einen Umbildungsschritt mit Teiloxidation in einem Vergasungsreaktor.
Die Vergasung ist eine Technologie zur Umsetzung halogenierter Materialien,
typischerweise flüssiger, chlorierter, organischer Nebenprodukte und Abwasserströme
(RCls), in nützliche Produkte. Die erfolgreiche Implementierung einer Vergasungstechnologie
könnte flüssige thermische Oxidationseinrichtungen ersetzen, die das derzeitige
Verfahren in der Industrie zur Behandlung dieser Abwasserströme darstellen.
Die Vergasung bietet mehrere Vorteile gegenüber der thermischen Oxidation,
einschließlich niedrigere ökonomische Kosten, verringerte Emissionen und
eine optimalere Erfassung des chemischen Werts von Bestandteilen aus Zufuhrströmen.
Die Vergasung ist auch insofern flexibler als damit konkurrierende Abfallbehandlungstechnologien
für halogenierte Materialien, dass sie einen wesentlich breiteren Bereich von
möglichen Zusammensetzungen des Ausgangsmaterials aufweist.
Eine bevorzugte Ausführungsform für ein Vergasungsverfahren
wird im Allgemeinen unten in Verbindung mit einem dargestellten Blockfliesdiagramm
in 1 und einer in 2 dargestellten
Vergasungseinheit besprochen.
Die Entfernung von Russ aus wässrigen Strömen wird im Allgemeinen
nicht in der Vergasungsliteratur erwähnt. Dies ist wahrscheinlich so, weil
typische Vergasungsverfahren, die sich im Wesentlichen auf kohlenwasserstoffhaltige
Ausgangsmaterialien beziehen, sich mit der Herstellung eines Produkts (Synthesegas)
auseinandersetzen, anstatt auch mit der Herstellung einer vermarktbaren Säure,
und dem entsprechend ist die Aufreinigung von Prozesswasser zur Entfernung von Russ
typischerweise kein kritischer Betriebsschritt. Im Gegensatz dazu ist bei der Vergasung
von halogenierten oder chlorierten Ausgangsstoffen, um die es hier geht, bei denen
ein vermarktbares Halogenwasserstoffsäureprodukt herzustellen ist, die effiziente
Russentfernung kritisch. Die Erfindung offenbart kosteneffektive und effiziente
Verfahren zur Erfassung und Entfernung des Rußes aus wässrigen Strömen,
damit sie nicht ein Synthesegasprodukt verunreinigen und dass ein Halogenwasserstoffprodukt
mit hoher Reinheit hergestellt werden kann.
Der Begriff „Gasstrom", wie er hierin verwendet wird, bezieht
sich auf Gas und/oder Dampf und/oder Aerosol oder ein Gas mit suspendierten Teilchen
und/oder flüssigen Tröpfchen. Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf
Verfahren zur Partikelentfernung in Prozessen zur Umbildung halogenierter Materialien.
Die Verfahren umfassen das Mischen eines Gasstroms aus einem Reaktor (RGS von
3A), wobei der Gasstrom Halogenwasserstoffe enthält,
mit einem ersten Flüssigkeitsstrom (LS1 von 3A),
um einen gequenchten Gasstrom (QGS von 3A) zu bilden.
Vorzugsweise ist der erste Flüssigkeitsstrom ein wässriger Flüssigkeitsstrom
und mehr bevorzugt ein Recyclingstrom, der eine Lösung aus Halogenwasserstoffen
enthält, die optional von einem nachgeschalteten Absorber recycelt wird. Vorzugsweise
ist der erste Flüssigkeitsstrom eine gequenchte Flüssigkeit, die verwendet
wird, um die heißen Synthesegase aus dem Reaktor zu kühlen.
Das Verfahren umfasst das Abtrennen eines ersten gewaschenen Gasstroms
(WGS1 von 3A), der Halogenwasserstoffe enthält,
von dem gequenchten Gasstrom und das Abtrennen wenigstens eines Teils eines Bodenstroms
(QGS von 3A) aus dem gequenchten Gasstrom und das Entfernen
von Feststoffen aus dem Teil des Bodenstroms in einer Filtereinheit (siehe
3B).
Vorzugsweise umfasst das Verfahren auch das Mischen des ersten gewaschenen
Gasstroms WGS1 mit einem zweiten Flüssigkeitsstrom (LS2 von 3A)
zur Bildung eines zerstäubten Gasstroms (AGS von 3A).
Der zweite Gasstrom LS2 ist vorzugsweise ein wässriger Flüssigkeitsstrom
und mehr bevorzugt ein recycelter Strom, der eine Lösung aus Halogenwasserstoff
enthält, die optional von einem nachgeschalteten Absorber wieder recycelt wird.
Vorzugsweise umfasst das Verfahren das Abtrennen eines zweiten gewaschenen
Gasstroms (WGS2 von 3A), der Halogenwasserstoffe aus
der zerstäubten Gasmischung enthält, und das Abtrennen wenigstens eines
Teils des Bodenstroms aus dem zerstäubten Gasstrom und das Entfernen von Feststoffen
aus dem Teil des Bodenstroms in einer Filtereinheit (3B).
Bei bevorzugten Konstruktionen verwendet das Quenchmischen des ersten
Flüssigkeitsstroms einen Überlaufquencher, der mit einer Dampf/Flüssigkeits-Scheidetrommel
verbunden ist, und das Mischen des zweiten zerstäubten Gasstroms mit dem zweiten
Flüssigkeitsstrom umfasst einen nassen Venturi-Gaswäscher, der mit einer
zweiten Dampf/Flüssigkeits-Scheidetrommel verbunden ist. In bevorzugten Konstruktionen
werden Teile der Bodenströme aus den ersten und zweiten Trennschritten miteinander
verbunden und in eine Filtereinheit fließen gelassen. Die Filtereinheit umfasst
vorzugsweise einen Primärfilter und einen Sekundärfilter. Das Filtrat
aus der Filtereinheit kann zur Verwendung in dem ersten Flüssigkeitsstrom zurück
gebracht werden, während der nasse Kuchen aus der Filtereinheit entfernt wird.
Man kann ein besseres Verständnis der vorliegenden Erfindung
erhalten, wenn die folgende detaillierte Beschreibung der bevorzugten Ausführungsform
in Verbindung mit den folgenden Zeichnungen berücksichtigt wird, in denen:
1 in einem Blockfliesdiagram Stufen einer bevorzugten
Ausführungsform für ein Vergasungsverfahren für halogenierte Materialien
darstellt.
2 im Detail ein Vergasungsschritt und Verfahren in
einer bevorzugten Ausführungsform für die Vergasung der halogenierten
Materialien darstellt.
3A und 3B ein Quench-
und Partikelentfernungsverfahren zur Verwendung bei der Vergasung von halogenierten
Materialien darstellt.
4 einen Absorberprozess zur Verwendung in einem Verfahren
zur Vergasung halogenierter Materialien darstellt.
Eine bevorzugte Ausführungsform eines Vergasungsverfahrens für
halogenierte Materialien wird zuerst allgemein zur Erklärung des Hintergrundes
diskutiert. Die bevorzugte Ausführungsform des Verfahrens besteht aus fünf
großen Prozessbereichen, die in dem Blockfliesdiagramm der 1
dargestellt werden.
- 1. Vergaser 200
- 2. Quencher 300
- 3. Partikelentfernung und Rückgewinnung 350
- 4. Wässrige Rückgewinnung von HCl und Aufreinigung 400,
450
- 5. Fertigstellung des Syngases 700
Jeder Bereich wird kurz diskutiert werden. Eine bevorzugte Ausführungsform
eines Vergasungsreaktors, wie sie in 2 dargestellt
wird, wird auch diskutiert werden. Von den halogenierten Materialien wird angenommen,
dass sie in der folgenden Ausführungsform chlorierte organische Verbindungen
sind.
Es werden nun Bezug nehmend auf die 1
mehrere flüssige chlorierte Kohlenwasserstoffausgangsmaterialien (CHCs) vorzugsweise
in einem Zufuhrtank vermischt (natürlich mit sinnvollen chemischen Beschränkungen),
aus dem sie durch einen Vorwärmer zum Einspritzen in einen Vergaser gepumpt
werden können.
Der Vergaserbereich 200, wie er genauer in 2
dargestellt wird und weiter unten mehr im Detail diskutiert wird, besteht aus zwei
Reaktionsgefäßen, R-200 und R-210, und deren Zubehör für den
grundlegenden Zweck der Umbildung des halogenierten Materials, typischerweise von
RCls in Synthesegas und Halogenwasserstoffprodukten. (Halogeniertes Material wird
hierin als RCls bezeichnet, eine typische Form). Die RCls oder ein ähnlicher
Flüssigkeitsstrom 144 werden vorzugsweise in einem Primärreaktor
R-200 zerstäubt, vorzugsweise mit reinem Sauerstoff 291 und dem Strom
298. In einer harten Vergasungsumgebung werden die RCls oder die ähnlichen
Komponenten teilweise oxidiert und in Synthesegas (Syngas) oder in einen Synthesegasstrom
umgebildet, der hauptsächlich aus Kohlenmonoxid, Salzsäure und Wasserstoff
mit kleineren Mengen an Wasserdampf und Kohlendioxid und Spurenmengen von anderen
Elementen einschließlich Ruß, das im Wesentlichen Kohlenstoff ist, besteht.
Das Syngas fließt vorzugsweise in einen Sekundärreaktor R-210, um es allen
Reaktionen zu ermöglichen, vollständig abzulaufen, was somit sehr hohe
Umbildungseffizienzen für alle halogenierten Spezies ergibt und unerwünschte
Nebenprodukte minimiert. Bezug nehmend auf 1 werden
heiße Gase aus dem Reaktorabschnitt 200 vorzugsweise in einem Quenchbereich
300 durch direkten Kontakt mit einem zirkulierenden Wasserstrom
gekühlt. Der Quenchbereich 300 und der Bereich zur Partikelentfernung
350 werden im Detail unten diskutiert.
Vom Quenchbereich 300 wird als nächstes partikelfreies
Syngas aus einem Dampf/Flüssigkeits-Scheidetrommelwäscher in eine Säureabsorbtionskolonne
400 eingeführt. Nicht kondensierbare Komponenten des Syngases sollten
oben durch die Absorberköpfe und zu einem Fertigstellungsbereich für das
Syngas 700 überführt werden. Das HCl in dem Syngas aus der Umbildung
der RCl-Ausgangsstoffe wird an einen Bodenstrom mit konzentrierter Säure von
ungefähr 35 Gewichtsprozent HCl absorbiert. Dies ist ein qualitativ hochwertiger
wässriger Säurestrom und wird vorzugsweise filtriert und durch ein Adsorptionsbett
450 durchgeführt, um letzte Spuren von Partikeln und organischen Stoffen
zu entfernen, was ein wässriges HCl-Produkt ergibt, das für den Vertrieb
oder firmeninterne Verwendungen geeignet ist.
Ein kaustischer Gaswäscher und eine Syngas-Fackelanlage („flare
system") können den Bereich zur Fertigstellung des Syngases 700 ausmachen.
Der kaustische Gaswäscher oder die Fertigstellungssäule für das Syngas
verwenden in dem unteren Abschnitt der Säule Zeilausfluss zur Absorption letzter
Spuren von HCl und Cl2 aus dem Syngasstrom. Wasser kann in dem oberen
Abschnitt der Säule als letzter Waschschritt des Produkts Syngas verwendet
werden. Wenn der Kunde nicht in der Lage ist, das Syngas abzunehmen, kann es in
einer zweckgebundenen Fackelanlage abgeflammt werden. Die verbrauchte Lösung
aus den Säulenböden kann in ein geeignetes Abwasserbehandlungssystem entsorgt
werden (nicht gezeigt). Nach der Besprechung einer bevorzugten Ausführungsform
eines Vergasungsreaktorverfahrens für halogenierte Materialien im Allgemeinen
wird nun der Vergasungsbereich 200, wie er in den 2
dargestellt wird, mehr im Detail besprochen werden. Wie es oben diskutiert wurde,
besteht der Vergasungsbereich 200 in einer besonders bevorzugten Ausführungsform
aus zwei Reaktionsgefäßen R-200 und R-210 und deren Hilfszubehör
für den grundlegenden Zweck der Umbildung von halogeniertem Ausgangsmaterial
und der Umsetzung in Produkte mit höherem Wert. Für den Zweck der folgenden
Diskussion geht man davon aus, dass das halogenierte Material RCls, eine typische
Form, enthält. Der RCl-Flüssigkeitsstrom wird vorzugsweise in einem ersten
Reaktor R-200 mit vorzugsweise einem reinen Sauerstoffstrom 291 und einem
Dampfstrom 298 durch einen Hauptbrenner oder die Düse BL-200 zerstäubt.
In der harten Vergasungsumgebung werden die RCl-Komponenten teilweise
oxidiert und in Synthesegas (Syngas) umgesetzt, das hauptsächlich aus Kohlenmonoxid,
Wasserstoff, Salzsäure und kleineren Mengen an Wasserdampf und Kohlendioxid
sowie Spurenelementen, die teilchenförmigen Kohlenstoff (oder Ruß) umfassen,
besteht. Das Syngas fließt vorzugsweise in einen Sekundärreaktor R-210,
der zur Verfügung gestellt wird, um es allen Reaktionen zu ermöglichen,
zur Vollständigkeit zu gelangen, wodurch sehr hohe Umsetzungsausbeuten für
alle halogenierten Spezies (alle RCls) erreicht werden und unerwünschte Nebenprodukte
minimiert werden.
Der primäre Vergaser (R-200) fungiert in der dargestellten bevorzugten
Ausführungsform als ein niedrig feuernder durch Luftstrom gerührter Reaktor,
dessen Hauptzweck es ist, den flüssigen Brennstoff zu zerstäuben, den
flüssigen Brennstoff zu verdampfen und ausgiebig den Brennstoff mit Sauerstoff,
einem Moderator und heißen Reaktionsprodukten zu vermischen. Der Vergaser wird
bei ungefähr 1450°C und 5 bar Druck (75 psig) betrieben. Diese harten
Bedingungen stellen eine fast vollständige Umsetzung oder Umbildung aller RCls
oder halogenierten organischen Zufuhrkomponenten sicher.
Der sekundäre Vergaser R-210 fungiert in der bevorzugten Ausführungsform,
um es den im primären Vergaser begonnenen Reaktionen zu ermöglichen, zum
Gleichgewichtszustand zu gelangen. Der sekundäre Vergaser R-210 wird bei ungefähr
1400°C und 5 bar Druck (75 psig) betrieben. Dies ist einfach eine Funktion
der Bedingungen, die im primären Vergaser etabliert wurden, abzüglich
eines beschränkten Wärmeverlustes. Fast der gesamte Sauerstoff wird in
dem primären Vergaser R-200 verbraucht.
Das Folgende stellt eine typische Betriebsleistung des Vergasersystems
in Bezug auf die Herstellung von Spezies ausser dem gewünschten CO, H2
und HCl dar:
Konzentration an CO2 des ausgehenden Gases:
1,0–10,0 Volumenprozent
Konzentration an H2O des ausgehenden Gases:
1,0–10,0 Volumenprozent
Das folgende Beispiel wird für Hintergrundwissen zur Verfügung
gestellt.
Beispiel 1
Die folgenden Zufuhrströme werden zu dem Vergaser durch eine
geeignete Mischdüse geführt:
Chloriertes organisches Material:
9.037 kg/Std.
Sauerstoff (99,5 Prozent rein):
4.419 kg/Std.
Recycelter Dampf oder Moderator:
4.540 kg/Std.
- [58,8 Gewichtsprozent Wasserdampf, 41,2 Gewichtsprozent Salzsäure].
Die resultierenden Vergasungsreaktionen führten zu einem Synthesegasstrom,
der reich an Salzsäure ist sowie zu Kammerbedingungen von ungefähr 1.450°C
und einem Druck von 5 bar.
Unter Berücksichtigung der zuvor genannten Beschreibung einer
bevorzugten Ausführungsform eines Vergasungsverfahrens im Allgemeinen, das
einen Vergaser sowie die Produkte der Vergasung umfasst, werden unten unter besonderer
Bezugnahmen auf die 3A, 3B
und 4 bevorzugte Ausführungsformen der vorliegenden
Erfindung diskutiert. Es wird angenommen, dass das halogenierte Material chlorierte
organische Verbindungen sind und es wird angenommen, dass die Halogenwasserstoffe
HCl sind. Wie oben umfasst der Begriff „Gasstrom" Gase und/oder Dämpfe
und/oder Aerosole", die teilchenförmiges Material und/oder Flüssigkeitströpfchen
enthalten.
Ein heißer Gasstrom 210 (der RGS) vom Reaktor R-210
wird vorzugsweise in einem Quenchbereich 300 durch direkten Kontakt mit
einem Flüssigkeitsstrom 317 (oder LS1), vorzugsweise einem Strom aus
zirkulierendem wässrigen Halogenwasserstoff oder Chlorwasserstoff gekühlt.
Das vom Reaktor ausgehende Syngas und der wässrige Strom werden vorzugsweise
innig miteinander in einem Überlaufquenchgefäß Q-310 vermischt. Die
Mischung oder der gequenchte Gasstrom fließt dann vorzugsweise zu einem Dampf/Flüssigkeits-Abscheider
D-310, wie er als eine Trommel ausgeführt wird, von dem aus ein erster gewaschener
Gasstrom WGS1 oben abfließt. Ein Bodenflüssigkeitsstrom 311 (der
QGS) von dem Abscheider D-310 wird vorzugsweise durch die Pumpe P-310 A/B/C gepumpt
und in einem Kühler wie E-310 gekühlt und zum Überlaufquencher Q-310
als Flüssigkeitsstrom 317 recycelt.
Der erste gewaschene Gasstrom WGS1, der aus dem Abscheider D-310 herauskommt,
wird vorzugsweise in einen Zerstäuber oder Venturi-Wäscher VS-310, vorzugsweise
einem nassen Venturi-Wäscher, geführt. Die partikelförmigen Teilchen
in dem ersten gewaschenen Gasstrom, die hauptsächlich aus Ruß bestehen,
werden aus dem ersten gewaschenen Gasstrom in dem zerstäubenden nassen Venturi-Gaswäscher
mittels des Einfangens der Partikel in Flüssigkeitströpfchen ausgewaschen.
Ein Flüssigkeitsstrom des Wäschers LS2 wird vorzugsweise in einer zirkulierenden
Schlaufe betrieben, so dass der Bodenflüssigkeitsstrom 322 vorzugsweise
in einer nachgeschalteten Dampf/Flüssigkeits-Scheidetrommel D-320 abgetrennt
und recycelt wird. Ein abgeführter Strom 325 von dem Flüssigkeitsrecyclingsystem
des Wäschers, siehe die Ströme 323 und 324, wird vorzugsweise
mit einem Wirbelstrom („Slipstream") 314 aus dem Quenchflüssigkeitsrecyclingsystem,
siehe Ströme 312 und 313, kombiniert und in eine Filtereinheit
fließen gelassen, vorzugsweise eine kontinuierliche Kerzenfilterpartikelrückgewinnungseinheit
350.
In einer Ausführungsform dieser Partikelrückgewinnungseinheit
350, 3B, würde der primäre Filter
FL-310 Feststoffe aus diesen Prozessströmen 314 und 325 entfernen
und die Feststoffe als eine konzentrierte Schlämmung 354 ausstoßen.
Vorzugsweise würde dieser konzentrierte Schlämmstrom 354 zu einem
Sekundärfilter FL-350 geführt werden, wo die Schlämmung filtriert
und zu einem feuchten Kuchen entwässert werden würde, der als Strom
355 zu einem RCl-Zuführtank zum Wiedereinbringen in einen Vergaser
oder zu einem geeigneten Abfallsystem entladen werden würde. Alternativ und
bevorzugt kann die Partikelrückgewinnungseinheit 350 mit einer Einzelfiltereinheit
betrieben werden, die einen trockenen Kuchen herstellt, wie zum Beispiel in der
3B, wo der Quenchflüssigkeitswirbelstrahl
330 direkt zu FL-350 geführt wird.
Es wurde herausgefunden, dass das Einfangen von partikelförmigen
Materialien aus einem Vergasungsprozess für halogenierte Materialien wirksam
mit einer Gaswäsche und insbesondere mit zwei Gaswäschen, einem Quench
kombiniert mit einem zerstäubenden Gaswäschersystem erreicht werden kann.
Es wurde auch herausgefunden, dass die Partikel, die im Wesentlichen (aber nicht
vollständig) aus Rußfiltermaterialien bestehen, effizient mit einem Kerzenfiltersystem
entfernt werden können. Wichtig ist, dass ein zweiter gewaschener Gasstrom
WGS2, der aus dem Flüssigkeits/Dampf-Abscheider des Gaswäschers herauskommt
und einem HCl-Absorptionsturm zugeführt wird, wie dem TG-410 von
4, im Wesentlichen frei von partikelförmigen Materialien
ist (nur ein kleines Kartuschenfiltersystem wäre üblicherweise notwendig,
um Spuren von Partikeln aus dem Strom WGS2 zu entfernen).
Eine bevorzugte Ablaufquenchkonstruktion Q-310, die in 3A
dargestellt wird, das die erste Gaswäsche durchführt, ist im Wesentlichen
ein kurzer vertikaler Ablaufzylinder, der eine flache Platte durchdringt. Die Quenchflüssigkeit
fließt in ein ringförmiges Volumen, das von einer Gefäßwand
und dem Zylinder oberhalb der flachen Platte begrenzt wird. Die Flüssigkeit
fließt kontinuierlich oben über den Zylinder und fließt die Wände
des Zylinders herunter. Gleichzeitig fließen auch heiße Gase durch den
Zylinder in den unteren Bereich. Dieses nebeneinander Fließen von Flüssigkeit
und Gas, wobei Flüssigkeit verdampft, während sie das Gas kühlt,
stellt eine innige Mischung und Kühlung des Gassystems zur Verfügung.
Ein Vorrat an Flüssigkeit um den Überlauf herum kann in dem Fall einer
zeitweiligen Unterbrechung des Flüssigkeitsflusses als ein Reservoir dienen.
In einer bevorzugten Betriebsweise würde der Flüssigkeitsfluss den Überlauf-ID
vollständig benetzen, was letztendlich einen vollständigen Flüssigkeitsvorhang
bildet, würde aber den Querschnitt des Überlaufes nicht vollständig
füllen. Das heißt, ein Gasflussbereich ist immer noch entlang des Überlaufdurchmessers
nach unten verfügbar. In solch einer Weise fungiert der Überlaufquencher
Q-310 als ein wirksamer Gaswäscher zur Entfernung von Verunreinigungen während
des inhärenten Gas-Flüssigkeitskontaktes. Sowohl Partikel wie auch andere
Spurenspezies im Gas werden in einem bestimmten Ausmaß entfernt, wobei sich
die Effizienz der Entfernung mit einer Erhöhung der Geschwindigkeit der Flüssigkeit
erhöht. Solch ein Überlaufquencher, insbesondere wenn er mit einem weiteren
nachgeschalteten Partikelwäscher VS-320 gekoppelt wird, sollte im Wesentlichen
alle flüssigen säurelöslichen Verunreinigungen aus einem Gasstrom
entfernen, so dass die wässrige Säure, die in einem nachfolgenden Absorber
hergestellt wird, die Verunreinigungsgrenzwerte der Spezifikationen für wässrige
HCl erfüllen. Diese in Frage kommenden Verunreinigungen umfassen hauptsächlich
NH3, Metalle und Metallsalze.
Eingefangene Partikel werden wirksam aus einem zirkulierenden Quenchflüssigkeitsstrom
mittels des oben beschriebenen Wirbelstrom („slipstream")-Filtersystems abgefangen,
das zwischen einer zirkulierenden Quenchflüssigkeitspumpe P-310 und einem zirkulierenden
Quenchflüssigkeitskühler E-310 eingefügt ist. Der Fluss des Stroms
314 kann angepasst werden, um eine Konzentration an Feststoffen in dem
Hauptstrom von weniger als 0,10 Gewichtsprozent zu allen Zeiten aufrecht zu erhalten.
Bei einem erwarteten maximalen Russergebnis von 0,5 Gewichtsprozent an Ausbeute
von Russ zu RCl setzt dies zum Beispiel ungefähr 75 Liter/Minute (20 gpm) des
Wirbelstrom-(„slipstream")-Flusses voraus. Höhere Konzentrationen können
Erosionsgeschwindigkeiten und das Verstopfungspotential erhöhen. Ein bevorzugter
Filtrationsbetrieb wird im mehr Detail unten abgedeckt.
Partikel, die in einem ersten gewaschenen Gasstrom WGS1 aus dem oben
beschriebenen Quenchsystem zurück bleiben, wobei die Partikel hauptsächlich
aus Ruß bestehen, werden zusätzlich wirksam aus dem Gasstrom in dem zerstäubenden
Gaswäscher VS-320, vorzugsweise einem nassen Venturi-Gaswäscher, wie er
oben diskutiert wurde, gewaschen. Das zerstäubende Gaswäschesystem würde
typischerweise bei 90 bis 110°C sowie bei einem Betriebsdruck für ein
Syngassystem (der nominal bei 4,8 bar Druck (70 PSI) liegt) betrieben werden. Eine
normale Dampfbeladung oder Fluss ist ein effektiver Kubikmeter/Sekunde (2.100 effektive
Kubikfuß pro Minute bei Betriebsbedingungen), die ungefähr 1.875 Liter/Minute
(500 gpm) wässrige Waschflüssigkeit benötigt (wobei dazu 30 bis 35
Gewichtsprozent HCl bevorzugt sind). Der Druckabfall entlang des Zerstäubers
liegt typischerweise bei 0,7 bar (10 PSI). Die Konzentration der Feststoffe in der
zirkulierenden Waschflüssigkeit wäre ungefähr 0,5 Gewichtsprozent.
Die letzte Entfernung von Partikeln aus einem Syngasstrom wird vorzugsweise mit
einem solchen Venturi-Gaswäscher VS-320 erreicht. Eine effiziente Entfernung
von Partikeln ist wünschenswert, um Verstopfungsprobleme in nachgeschaltetem
Zubehör zu vermeiden und um die Spezifikationen von Syngas bezüglich partikelförmigen
Materialien einzuhalten. Die Venturi-Technologie ist eine der effizienteren Technologien
zur Entfernung sehr feiner Feststoffe aus einem Dampfstrom. Die durch einen Venturi-Wäscher
aufgewandte hohe Energie verbessert die Einfangseffizienz für Partikel von
allen Größen im Vergleich zu anderen nassen Gaswäschervorrichtungen.
Der Druckabfall durch einen Venturi-Wäscher würde vorzugsweise bei ungefähr
10,0 PSI liegen. Die Partikel dringen durch die Flüssigkeitsbeschleunigung
und die Verlangsamung, die durch den Venturi-Wäscher bewirkt wird, in Flüssigkeitströpfchen
ein und werden darin gefangen. Der Druckabfall wird optimiert, um die Zerstäubung
und die Geschwindigkeitsunterschiede für das Einfangen von Partikeln zu optimieren.
Der Druckabfall ist jedoch bis auf unterhalb des Punktes beschränkt, bei dem
die Zerstäubung der Flüssigkeit zu fein wird, wobei Tröpfchen hergestellt
werden, die zu klein sind, um in einem Dampf/Flüssigkeits-Abscheider eines
Wäschers abgetrennt zu werden.
Vorzugsweise würde eine Dreiphasenmischung aus dem Venturi-Wäscher
VS-320 tangential in eine Dampf/Flüssigkeits-Abscheidetrommel D-320 entladen
werden. Dieser schräge Eingang kann eine zyklonische Wirkung auslösen,
wobei die Zentrifugalkraft davon die Flüssigkeitströpfchen (mit den eingefangenen
Feststoffen) zu den Wänden zwingt, wo sie verschmelzen und durch Schwerkraft
zu Boden sinken. Ein radialer Schaufelabscheider, dem ein Winkelschaufelabscheider
in der oberen Hälfte der Abscheidetrommel (nicht gezeigt) folgt, kann verwendet
werden, um die beste Entfernung von Flüssigkeitströpfchen aus dem Gasstrom
zu erreichen. Ein im Wesentlichen partikelfreier Gasstrom WGS2 kann somit auf ein
HCl-Absorptionssystem 400 fließen.
Der Bodenflüssigkeitsstrom 322 aus einem Dampf/Flüssigkeits-Abscheider
eines Gaswäschers, der tatsächlich eine sehr verdünnte Aufschlämmung
ist, kann durch die Pumpe P-320 direkt zurück zu dem Eingang des Venturi-Wäschers
VS-320 gepumpt werden. Vorzugsweise werden ungefähr 80 Prozent des Flüssigkeitsstromes
LS2 aus dem Wäscher direkt in der Mitte der Venturi-Öffnung durch eine
druckbetriebene Zerstäuberdüse zerstäubt. Die verbleibende Flüssigkeit
wird vorzugsweise über mehrere Tangentialdüsen eingeführt, um einen
wirbelnden Film aus Flüssigkeit herzustellen, der die Wände des Venturi-Wäschers
an der Öffnung benetzt. Für eine wirksame Wascheffizienz sollten die Verhältnisse
von Flüssigkeit zu Gas vorzugsweise auf oder in der Nähe von 0,25 Gallonen
Waschflüssigkeit pro effektiven Kubikfuß Gas eingestellt werden. Wegen
des intensiven Gas-Flüssigkeitskontaktes in dem Venturi-Wäscher sollte
diese Waschflüssigkeit mit der Gasphase nahe am Gleichgewichtszustand sein.
Das heißt, dass die Waschflüssigkeit typischerweise 30–32 Gewichtsprozent
HCl als Grundkonstruktionsbedingung aufweist. Die Flüssigkeit für das
System kann aus einem Absorber-Bodenstrom 406 von einem Absorbersystem
400 zur Verfügung gestellt werden, der eine genügend hohe HCl-Konzentration
haben sollte, um eine Absorption von HCl aus dem Gas zu vermeiden, und es stattdessen
eher dahin durchlassen sollte, wo es als verkäufliche Säure in dem Absorber
eingefangen werden kann.
Ein kontinuierlicher abgeführter Strom 325 zur Filtereinheit
350 zur Entfernung von Partikeln steuert die Feststoffkonzentration in
einer zerstäubenden Schlaufe zur Flüssigkeitszirkulation. Die Feststoffkonzentration
kann am Besten bei 0,5 Gewichtsprozent eingestellt werden und vorzugsweise bei nicht
mehr als 1,0 Gewichtsprozent Feststoffe. Dieses Abführen zu einer Filtereinheit
dient auch zur Steuerung der wässrigen Chemie einer zerstäubenden zirkulierenden
Flüssigkeitsschlaufe und hilft, Salz- und Metallkonzentrationen auf verträgliche
Mengen zu beschränken.
Der Flüssigkeitsstrom des Wäschers LS2 wird vorzugsweise
in einer zirkulierenden Schlaufe betrieben und wie es oben diskutiert wird, wird
ein abgeführter Strom 325 aus dieser Wäscherflüssigkeit
des Recyclingsystems mit dem Wirbelstrom 314 aus dem Quenchrecyclingflüssigkeitssystem
kombiniert und beide fließen zu einer Filtereinheit 350, vorzugsweise
der kontinuierlichen Kerzenfiltereinheit. Ein normaler Fluss zu dem Primärfilter
FL-310 könnte ungefähr 750 Liter/Minute (200 gpm) bei 100°C und 0,10
Gewichtsprozent Feststoffanteil sein. Der Primärfilter FL-310 entfernt Feststoffe
aus den Prozessströmen und entlädt diese als konzentrierten Schlämmstrom
354, der zu einem Sekundärfilter FL-350 weitergeleitet wird, wo er
filtriert und zu einem feuchten Kuchen 355 entwässert wird, der dann
in einen RCl-Zuführtank zum Wiedereinbringen in einen Vergaser oder in Verpackungen
zum Transport zu einem Brennofen oder einer Müllhalde entlassen wird. Der Primärfilter
FL-310 fungiert ähnlich wie ein konventioneller Gewebeentstäuber, nur
im Flüssigkeitsbetrieb.
Der Primärfilter FL310 besteht vorzugsweise aus einem Druckgefäß,
das mehrere Filterelemente enthält. Mehrere Kerzen-/beutelartige Filterelemente
können einen Cluster bilden. Die Cluster werden außen zusammen an dem
Gefäß befestigt, und mit Ventilen versehen, so dass sie einzeln isoliert
und pulsartig beladen werden können. Die Flussrichtung nach vorn ist von OD
zu ID. Der Feststoffkuchen wird auf dem OD des Bauteils gesammelt und wird periodisch
zurückgeführt, wo er sich am Bodenkonus des Gefäßes absetzt.
Die Cluster werden nacheinander pulsartig beladen, so dass der Filter im kontinuierlichen
Betrieb verwendet wird. Die zurückgeführte Flüssigkeit kann verdünnte
Säure aus einer Pumpe für verdünnte Säure sein. Das Filtrat
315 kann zu einem Umgebungsbereich zum Sammeln und zur Entsorgung fließen
oder zu dem Quenchkühler E-310.
Feststoffe, die sich an dem Boden eines primären Filtergefäßes
absetzen, können periodisch als ein konzentrierter Schlämmstrom
354 mit 2 Gewichtsprozent an eine Schlämmhaltetrommel D-350 entladen
werden. Dieser Tank wird gerührt, um die Feststoffe in vollständiger Suspension
zu halten. Dieser Schlamm wird dann vorzugsweise zu einem Sekundärfilter FL-350
gepumpt.
Der Sekundärfilter FL-350 hat ein ähnliches Design wie der
Primärfilter FL-310, arbeitet aber in einem anderen Modus. Der Schlamm fließt
wiederum vom OD zum ID der Bauteile, wobei der Kuchen am OD gesammelt wird. In einem
zeitlich festgelegten Intervall oder bei maximalem Differentialdruck wird der Schlämmungsfluss
abgestellt und die Flüssigkeit im Gefäß wird abgezogen. Ein Stickstofffluss
wird dann durch den Filter geleitet, um freie Flüssigkeit heraus zu blasen
und den Kuchen teilweise zu trocknen. Die Elemente werden dann mit Stickstoff durchgepulst,
um Kuchen zu lösen, der durch einen Bodenfilterkonus und in einen nassen
RCl-Tank fällt. Ein Tankrührer mischt und suspendiert die partikelförmigen
Materialien in der RCl-Flüssigkeit und kann diese dann zurück in den Vergaser
führen, wo sie vergast werden können. Der Kuchen hätte ungefähr
50 Gewichtsprozent Feuchtigkeitsanteil.