Die vorliegende Erfindung betrifft ein Vierwege-Differential-Getriebesystem
(„four branch differential transmission system" – „FBD") zur
Verwendung in sogenannten Getrieben mit Leistungsaufteilung („power split
transmissions" – „PST"), insbesondere zur Verwendung in Fahrzeugen.
Solche Getriebe übertragen mechanische Energie über zwei parallele Wege,
und deren Geschwindigkeitsverhältnis kann in einer stufenlosen und gesteuerten
Weise verändert werden.
Herkömmliche Dreiwege-Differential-Getriebesysteme enthalten
einen Planetenrad-Getriebezug, in welchem ein Sonnenrad mit einer zentralen Welle
verbunden, und innerhalb eines Innenzahnkranzes konzentrisch angeordnet ist. Zwischen
dem Sonnenrad und dem Innenzahnkranz sind einige Planetenräder angeordnet und
mit diesen im Eingriff. Die Planetenräder werden durch Lager auf einem Träger
gehalten, welcher konzentrisch an der Zentralwelle drehbar montiert ist. Mit dieser
typischen Anordnung ist es sowohl dem Sonnenrad, als auch dem Innenzahnkranz möglich,
um die Zentralachse zu rotieren. Die Planeten können um ihre eigene Achse rotieren
und werden durch den Träger in ihren relativen Lagen gehalten, sodass sie um
die Zentralachse kreisen können. Im Allgemeinen sind zwei aus Sonnenrad, Innenzahnkranz
und Träger mit einer Antriebs- und einer Abtriebswelle verbunden. Dadurch bleibt
einer der drei unverbunden. Wenn dieser freie Zweig durch einen zusätzlichen
gesteuerten Antrieb gedreht wird, kann das Verhältnis von Antriebsgeschwindigkeit
zu Abtriebsgeschwindigkeit angepasst werden.
Dieses Verfahren zur Veränderung von Getriebeverhältnissen
macht Planetengetriebe besonders attraktiv für Fahrzeuggetriebe, da automatische
Getriebe einfach konstruiert werden können. Indem zwei Planetengetriebe gekoppelt
werden, kann ein FBD geschaffen werden, wobei unter Verwendung zweier verstellbarer
Antriebe, die an die zwei Zweige angeschlossen sind, die nicht mit dem Antrieb oder
dem Abtrieb verbunden sind, das Gesamt-Übersetzungsverhältnis über
einen sehr hohen Geschwindigkeitsbereich eingestellt werden kann. Die
US 5558589 zeigt die praktische Anwendung
solch eines Getriebes, welches verschiedene Systeme für ein Landwirtschaftsfahrzeug
nutzt. Zwei Planetengetriebezüge sind parallel angeordnet, um das FBD auszubilden,
wobei der Träger eines Getriebes mit dem Zahnkranz des anderen Verbunden ist.
Die zwei verstellbaren Antriebe sind als Elektromotoren ausgebildet. Das Verstellen
der Geschwindigkeit eines Elektromotors reicht aus, um das Getriebeverhältnis
des FBD zu verändern. Um den erforderlichen Bereich für die Abtriebsgeschwindigkeiten
zu erreichen, sind jedoch mehrere Übertragungssysteme erforderlich, die durch
das Ein- und Ausschalten mehrerer Kupplungen erzielt werden.
Die WO94/08156 und die
WO94/10483 beschreiben einige Mehrfachsystem-PST,
welche FBD (Ravigneaux-Getriebezüge) verwendeten. Wiederum sind einige Doppelkupplungen
und zusätzliche Getriebekasten-Bauteile erforderlich, um das System zu wechseln.
Die GB 2363173 A zeigt
ein elektrisches Einzelsystem-PST für Automobil-Fahrzeuge, wobei die zwei Planetengetriebezüge
Seite an Seite angeordnet sind. Die Getriebe sind über die Sonnen, die an einer
gemeinsamen Welle montiert sind, und über den Träger des ersten Getriebezugs,
der mit dem Zahnkranz des zweiten verbunden ist, miteinander verbunden. Der Antriebseingang
stammt von einem Schwungrad, das mit dem Träger des Ersten Getriebezuges verbunden
ist, und der Abtrieb ist über den Träger des zweiten Getriebezuges ausgeführt.
Diese Anordnung weist eine gute Effizienz auf, da die Motoren so ausgebildet sind,
dass ein Motor die elektrische Energie nutzt, die von dem anderen erzeugt wird.
Dadurch können Verluste elektrischer Energie weitgehend vermieden werden.
Die Planetengetriebe bekannter FBD bestehen üblicherweise aus
zwei sogenannten „Minusgetrieben", die Seite an Seite angeordnet sind. Epizyklische
Minusgetriebe sind solche, die drei Getriebeelemente enthalten, und bei denen eine
Drehung des Sonnenrades in eine Richtung dazu führt, dass das Getriebeelement,
mit dem die Planetenräder im Eingriff sind, sich in die Gegenrichtung dreht,
während der Träger festgehalten wird. Bei einem positiven Getriebezug
drehen sich das Sonnenrad und das Getriebeelement, mit dem die Planetenräder
im Eingriff sind, in der selben Richtung, wenn der Träger festgehalten wird.
Bekannte FBD enthalten im Allgemeinen zwei Zahnkränze, die in der Herstellung
teuer sind, insbesondere wenn eine hohe Präzision benötigt wird, wie dies
bei den meisten dieser Getriebezüge der Fall ist. Weiters ist es schwierig,
Standübersetzungen (Anzahl der Zähne auf dem Zahnkranz dividiert durch
die Anzahl der Zähne auf dem Sonnenrad) von weniger als –2,00 (Minusgetriebe)
zu erzielen, da die Planetenräder zu klein werden. Für viele Anwendungen
ist jedoch eine niedrige Übersetzung wünschenswert.
Die EP 1279545 A2
beschreibt wiederum eine Anwendung eines sogenannten Ravigneaux-Planetengetriebezuges.
Dies ist eine Kombination aus einem Plus- und einem Minusgetriebezug, wobei die
Einheit nur einen Zahnkranz erfordert. Das Problem, dass Übersetzungsverhältnisse
über +2,00 und unter –2,00 nicht erzielt werden können, besteht
jedoch immer noch.
Das Dokument EP 1281559, welches
den nächstliegenden Stand der Technik darstellt, zeigt alle
Merkmale des Oberbegriffs des unabhängigen Anspruchs 1.
Das Ziel der Erfindung ist es, ein FBD bereitzustellen, welches die
Anzahl kostspieliger Teile verringert, und welches Übersetzungsverhältnisse
von weniger als +/–2,00 erzielt.
Gemäß der Erfindung wird diese Aufgabe durch die kennzeichnenden
Merkmale des Anspruchs 1 gelöst.
Die FBD gemäß der Erfindung weist eine erste Antriebswelle
und eine zweite Abtriebswelle auf. Weiters gibt es dritte und vierte Wellen, die
jeweils mit ersten und zweiten Veränderungsgliedern verbunden sind, welche
die Geschwindigkeit (oder das Drehmoment) der Welle steuern, mit der sie verbunden
sind. Jedes Veränderungsglied kann beispielsweise ein Elektromotor sein, der
die Geschwindigkeit dieser Wellen anpassen kann. Die vier Wellen (Zweige) des FBD
sind über Zahnräder direkt oder indirekt verbunden. Gemäß der
Erfindung weist das FBD Stirnrad-Planetengetriebesätze auf. Bin Zahnkranz ist
nicht erforderlich. Gemäß der Erfindung enthält das FBD zwei Planetengetriebesätze,
welche mehrere Sonnen- und Planetenstirnräder verwenden, die eine Kombination
aus einem Plus-Planetengetriebesatz und einem Minus-Planetengetriebesatz ausbilden.
Jeder der zwei Planetengetriebesätze weist zwei Sonnenräder
und zwei Planetensätze auf, wobei ein Sonnenrad und ein Planetensatz gemeinschaftlich
zu beiden Getriebesätzen gehören, und wobei die zwei Getriebesätze
über einen gemeinsamen Planetenträger miteinander verbunden sind, der
entweder aus zwei verbundenen Trägern bestehen, oder eine einteilige Einheit
sein kann.
In der bevorzugten Ausführungsform ist der Satz dritter Planetenräder
im Eingriff mit einem Satz vierter Planetenräder, die montiert sind, um rund
um entsprechende Planetenwellen zu rotieren, die mit dem gemeinsamen Träger
verbunden sind, wobei jedes vierte Planetenrad in Eingriff mit einem entsprechenden
dritten Planetenrad ist, wobei das dritte Sonnenrad in indirektem Eingriff mit den
dritten Planetenrädern ist und in der selben Richtung rotiert, wie die dritten
Planetenräder.
Das FBD gemäß der Erfindung erfordert keinen Innenzahnkranz.
Dies hat den Vorteil, dass der Durchmesser des Getriebes kleiner ist, sodass, beispielsweise
bei einer bevorzugten Anwendung in Automobil-Fahrzeugen, herkömmliche Getriebe
leicht ersetzt werden können. In der Praxis werden alle Stirnräder eine
Außenverzahnung aufweisen, und ein Vorteil davon sind geringere Kosten, aufgrund
der Vermeidung teurer Zahnkränze. Zusätzlich können Übersetzungsverhältnisse
unter 2,00 leicht erzielt werden, ohne dass die Planetenräder so klein werden,
dass sie nicht mehr hergestellt werden können, oder dass sie der erwarteten
Belastung nicht mehr standhalten können.
Grundsätzlich kann jeder der vier Wellen mit den Antriebs- oder
Abtriebswellen verbunden sein. In einer bevorzugten Ausführungsform ist der
gemeinsame Planetenträger entweder mit der Antriebs- oder mit der Abtriebswelle
verbunden, was bedeutet, dass der gemeinsame Träger auch die Antriebs- oder
Abtriebswelle sein kann. Wenn der Träger beispielsweise eine topfartige oder
allgemein zylindrische Form aufweist, kann sein Umfang ein Zahnrad oder ein Ritzel
ausbilden oder tragen, wodurch eine seitliche Leistungsabführung oder -einbringung
ermöglicht wird. Eine Topfform, welche die zwei Getriebesätze teilweise
oder vollständig umschließt, ist im Allgemeinen bevorzugt, da dies den
Platzbedarf des FBD verringern kann.
In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform ist die Antriebs-
oder die Abtriebswelle mit dem dritten Sonnenrad steif verbunden oder einteilig
mit diesem ausgebildet. Diese koaxiale Beziehung ermöglicht einen durchlaufenden
Antrieb. Die Veränderungsglieder können verschiedene Formen annehmen,
es ist jedoch bevorzugt, dass die Veränderungsglieder Elektromotoren/Generatoren
aufweisen, die vorzugsweise koaxial angeordnet sind.
Das Gesamt-Übersetzungsverhältnis des FBD wird durch die
zwei Veränderungsglieder beeinflusst, die mit den ersten bzw. zweiten Planetengetriebesätzen
verbunden sind, um die Abtriebsgeschwindigkeit und/oder das Abtriebsdrehmoment einzustellen.
Die Veränderungsglieder können jede beliebige Bauart aufweisen,
wie etwa die reversibler pneumatischer oder hydraulischer Maschinen, es ist jedoch
bevorzugt, dass sie reversible elektrische Maschinen sind, d.h. Motoren/Generatoren,
vorzugsweise vom Typ mit Permanentmagnet oder mit variabler Reluktanz.
In einer bevorzugten Ausführungsform sind die Statoranschlüsse
der zwei Motoren/Generatoren über eine oder mehrere Steuereinheiten miteinander
verbunden, die selektiv betrieben werden können, um die elektrische Energie,
die zwischen den zwei Motoren/Generatoren übertragen wird, zu variieren, und
somit das Übersetzungsverhältnis das Getriebesystems zu variieren. Die
Veränderungsglieder können mittels elektrischer Kabeln oder einer Sammelschiene
untereinander verbunden sein, wenn sie elektrisch sind, oder mittels pneumatischer/hydraulischer
Rohrleitungen, wenn sie vom pneumatischen oder hydraulischen Typ
sind, wodurch die Übertragung elektrischer oder fluidischer Energie zwischen
ihnen ermöglicht wird. Jedes Veränderungsglied kann seine eigene Steuereinheit
haben, welche den Strom oder den Fluidfluss, und somit das Abtriebsdrehmoment und/oder
die Abtriebsgeschwindigkeit des Getriebes steuert.
Einer der vier Wellen (Zweige) der FBD kann mit dem gemeinsamen Planetenträger
verbunden sein, einer mit dem gemeinsamen Sonnenrad, und je einer mit den anderen
Sonnenrädern, wobei die anderen Enden dieser Wellen gemäß den Erfordernissen
an die Anwendung, das Verhältnis und den Bereich entweder mit der Antriebswelle,
der Abtriebswelle oder den Veränderungsgliedern verbunden sind.
Zusätzlich zu den ersten und zweiten Planetengetriebesätzen
kann das FBD auch mit weiteren Getriebesätzen verbunden sein, um weitere Geschwindigkeitsverringerungs-
oder Geschwindigkeitserhöhungs-Verhältnisse vorzusehen. Diese zusätzlichen
Getriebesätze können entweder herkömmliche fixe Getriebesätze
oder Planetengetriebesätze sein.
Die zusätzlichen Getriebesätze können auch ein erfindungsgemäßes
FBD enthalten, und sie können entweder parallel oder in Serie angeordnet sein,
und sie können unterschiedliche Standübersetzungen aufweisen. Somit können
sehr breite Stellbereiche erzielt werden, um allen Anwendungen zu entsprechen.
In dem FBD gemäß der Erfindung sind die Gesamtabmessungen
des Getriebes ausreichend klein, sodass ein Ersetzen herkömmlicher Getriebe
möglich ist, ohne dass es notwendig wird, das Fahrzeug oder die Antriebsmaschine
zu modifizieren.
Das FBD gemäß der Erfindung ist nicht nur für Hauptgetriebe
jedes Typs geeignet, sondern kann überall dort angewendet werden, wo eine stufenlose
Steuerung der Abtriebsgeschwindigkeit wünschenswert ist. Als solche ist es
für den Antrieb von Generatoren, Pumpen und Kompressoren geeignet, und es kann
als Hilfsantrieb für Kühlpumpen, Lüfter, Aufladegebläsen, Ladegeneratoren
und Klimaanlagen dienen. Weiters kann es bei allen Transportarten angewendet werden,
wie etwa Automobil-Fahrzeugen, Traktoren, Eisenbahn-Triebwägen, Flugzeugen,
Booten und Schiffen, Motorrädern, Militärfahrzeugen etc. Die Anwendung
erstreckt sich auch auf ortsgebundene Anlagen, Erdbewegungs-Maschinen, und landwirtschaftliche
Maschinen.
Weitere Merkmale und Details der Erfindung werden aus der folgenden
Beschreibung zweier beispielhafter Ausführungsformen von FBDs, die besonders
für die Anwendung im Automobilbereich geeignet sind, klar werden, wobei die
Beschreibung beispielhaft mit Bezugnahme auf die beigefügten Zeichnungen dargelegt
ist, wobei:
1 eine schematische Schnittansicht einer ersten bevorzugten
Ausführungsform mit einer seitlichen Leistungsabgabe ist;
2 ein Diagramm der erforderlichen elektrischen Leistung
über dem Vorwärtsantriebsbereich bei einem Knotenpunktverhältnis
von 3,00 ist; und
3 eine schematische Schnittansicht einer zweiten bevorzugten
Ausführungsform mit einem konzentrischen Abtrieb ist.
Das in 1 dargestellte FBD hat eine Antriebswelle
(erster Zweig) 10 und eine Abtriebswelle (zweiter Zweig) 12, die
von einem gemeinsamen Planetenträger 22 ausgebildet wird. Es ist im
Grunde möglich, den Antrieb und den Abtrieb auszutauschen, und dies führt
zu dem selben Knotenpunktverhältnis (welches unten erörtert wird), jedoch
zu unterschiedlichen Geschwindigkeitsverhältnissen der Zweige. In diesem Beispiel
ist die Antriebswelle mit einem Motor-Schwungrad verbunden. Es ist eine seitliche
Leistungsabgabe vorgesehen, wie dies bei Automobil-Fahrzeugen mit Vorderradantrieb
üblich ist, der Träger 22 kann jedoch das Abtriebselement auch
in der Form eines Zahnrades oder Ritzels ausbilden, welches den Antrieb auf eine
seitlich angeordnete parallele Welle überträgt.
Das FBD enthält auch einen sogenannten Minus-Planetengetriebesatz
18 und einen zweiten, sogenannten Plus-Getriebesatz 20. Beide
Getriebesätze haben keinen Zahnkranz und sind nur aus geraden oder schrägverzahnten
Zahnrädern zusammengestellt, wodurch sich eine sehr kompakte Konstruktion ergibt.
Der Minus-Getriebesatz 18 enthält ein Sonnenrad
40, das auf der Antriebwelle 10 gelagert ist und mit einem Satz
Planetenräder 21 im Eingriff ist. Jedes Planetenrad 21 ist
an einer entsprechenden Planetenwelle 24 drehbar gelagert, wobei es mit
einem weiteren entsprechenden Planetenrad 39 einteilig ausgebildet ist,
welches einen abweichenden Durchmesser aufweist und ebenfalls an der selben Planetenwelle
21 drehbar gelagert ist. Jedes Planetenrad 39 ist mit einem entsprechenden
Planetenrad 32 im Eingriff, welches an einer entsprechenden Planetenwelle
34 drehbar gelagert ist, und in ein Sonnenrad 38 eingreift, das
an einer Welle 48 gelagert ist. Die Planetenwellen 24 und
34 sind an einem gemeinsamen topfförmigen Träger 22
gelagert, welcher die Minus- und Plus-Getriebesätze umschließt und bei
einem Teil 12 die Abtriebswelle ausbildet. Der Träger 22
enthält einen ringförmigen Flansch 36, dessen
freies Ende auf der Antriebswelle 10 gelagert ist.
Der Plus-Getriebesatz enthält ebenfalls das Sonnenrad
40 und Planetenräder 21. Die Planetenräder
21 sind auch einteilig mit einem weiteren entsprechenden Planetenrad
26 ausgebildet, welches somit mit einem entsprechenden Planetenrad
21 einteilig ausgebildet ist. Die Planetenräder 21 und
26 haben in diesem Fall den selben Durchmesser und bilden somit im Grunde
einzelne Planetenräder, sie könnten jedoch einen unterschiedlichen Durchmesser
aufweisen. Die Planetenräder 26 sind mit einem Sonnenrad
28 im Eingriff.
Das Sonnenrad 28 ist mit einer dritten Welle 42
verbunden, welche mit dem Rotor 52 eines Elektromotors/Generators verbunden
ist, dessen Stator 46 mit dem Außengehäuse 58 verbunden
ist. Die Welle 48 ist mit einer Welle 60 verbunden, die mit dem
Rotor 50 eines weiteren Elektromotors/Generators verbunden ist, dessen
Stator 52 ebenfalls mit dem Außengehäuse 58 verbunden
ist.
Die elektrischen Anschlüsse 45, 43 der zwei
Statoren 46, 52, sind über eine Sammelschiene 55
und entsprechende Steuereinheiten 51 und 53 miteinander verbunden,
sodass sie elektrische Energie austauschen können. Die Sammelschiene kann auch
direkt oder über eine weitere Steuerungseinheit und/oder einen Inverter/Transformator
an eine elektrische Speicherbatterie angeschlossen sein.
Wie am besten in 1 zu sehen ist, sind
die die Rotoren 44, 50 und Statoren 46, 52 als
eine Einheit 54 integriert. Der erste Planetengetriebesatz 18
und der zweite Planetengetriebesatz 20 sind ebenfalls als eine Einheit
56 integriert. Das Gehäuse 58 besteht aus zwei getrennten
Abteilungen, welche diese Einheiten enthalten. Diese Einheiten 54,
56 sind über die Antriebswelle 10, die dritte Welle
42 und die vierte Welle 48 untereinander verbunden, wobei diese
einen verhältnismäßig kleinen Durchmesser haben können, sodass
sie Radialwellendichtungen tragen können, wodurch zwischen den zwei Abteilungen
eine Ölundurchlässige Dichtung erzeugt wird. Somit ist es möglich,
innerhalb der Einheit 54 eine ölfreie Umgebung zu schaffen, wodurch
unnötige Öl-Planschverluste vermieden werden.
1 zeigt, wie die Motoren/Generatoren koaxial ineinander
angeordnet werden können, um Platz zu sparen. In diesem Fall ist der Rotor
des inneren Motors ein externer Rotor, und der Rotor des äußeren Motors
ist ein interner Rotor. Da beide Motoren meist in der selben Richtung laufen, können
somit ihre Verluste durch Luftturbulenzen minimiert werden.
Einige Elemente der vereinfachten Darstellung der 1,
die für den tatsächlichen Betrieb des FBD nötig sind, beispielsweise
geeignete Lager und Dichtungen, sind im Allgemeinen nicht dargestellt. Dies trifft
auch auf die Trennlinien und Befestigungseinheiten zu, die erforderlich sind, um
die Elemente zu montieren und das FBD zusammenzubauen.
Die Abmessungen der Planeten und Sonnen sind nicht maßstäblich.
Die tatsächlichen Abmessungen hängen vom Drehmoment ab, das übertragen
werden soll, und von den erforderlichen Verhältnissen, die auch das Knotenpunktverhältnis
bestimmen.
Bei der Verwendung agiert einer der Motoren/Generatoren im Allgemeinen
als Generator und übermittelt elektrische Energie an den anderen Motor/Generator,
der als Motor agiert. Der Betrag der so übermittelten elektrischen Energie
kann mittels der Steuereinheiten 51, 53 verändert werden,
wodurch das Übersetzungsverhältnis des FBD verändert wird. Somit
wird durch das FBD Energie sowohl mechanisch, als auch elektrisch übermittelt,
wobei die Anteile mit veränderten Übersetzungsverhältnissen variieren,
was der Grund dafür ist, dass das erfindungsgemäße FBD auch als ein
Getriebe mit Leistungsaufteilung bezeichnet wird. Es gibt im Allgemeinen zwei Übersetzungsverhältnisse,
bei denen die elektrische Energie, die zwischen den zwei Motoren/Generatoren übertragen
wird, null ist, und diese werden als Knotenpunkte bezeichnet. Das Verhältnis
der zwei Übersetzungsverhältnisse bei diesen zwei Knotenpunkten wird als
Knotenpunktverhältnis bezeichnet.
Das Diagramm der 2 zeigt den Energiefluss
in den Veränderungsgliedern, der gegen die relative Abtriebsgeschwindigkeit
aufgezeichnet ist, d.h. der Fluss zwischen den zwei Motoren/Generatoren
44, 46, 50, 52, was in diesem Fall eine Fluss
elektrischer Energie ist. Dieses Diagramm bezieht sich auf ein FBD mit einem Leistungsdurchsatz
von 100 kW und einem Knotenpunktverhältnis 88 von drei, wobei es eine
Vielzahl möglicher Kombinationen gibt, die alle vier freie Wellen (Zweige)
10, 12, 42, 48 aufweisen. Zwei der Wellen
10, 12, 42, 48 sind der Antrieb 10
und der Abtrieb 12, und die anderen zwei Wellen 42,
48 sind mit den Motoren/Generatoren 44, 46;
50, 52 verbunden. Die Motoren sind in der Lage, in allen vier
mathematischen Quadranten betrieben zu werden. Das bedeutet, sie sind vollständig
reversibel und in der Lage als Motor und als Generator zu laufen. In dem Diagramm
wurde ein reibungsfreier und nicht hybrider Betrieb angenommen, sodass an den Knotenpunkten
90, 92, an denen einer der Motoren/Generatoren einen kompletten
Stillstand erreicht, die Leistung des Veränderungsgliedes null wird. Außerhalb
dieser Knotenpunkte 90, 92 arbeitet immer einer der Motoren
44, 46; 50, 52 als Motor und der andere als
ein Generator, und es gibt keinen externen Fluss elektrischer Energie. Unter Idealbedingungen
ist daher die mathematische Summe der zwei Leistungen der Motoren/Generatoren
immer null, und der Energiefluss zwischen den Motoren 44, 46;
50, 52 ist in dem Diagramm dargestellt. Falls zusätzliche
elektrische Energie erforderlich ist, kann diese von der elektrischen Batterie bereitgestellt
werden, die optional vorgesehen ist. In diesem Fall kann die zugehörige Steuereinheit
betrieben werden, um die Batterie in den Zeiten wiederaufzuladen, in denen ein Energieüberschuss
verfügbar ist.
Wenn der gesamte Abtriebsgeschwindigkeitsbereich verwendet wird, haben
alle diese Getriebe zwei Knotenpunkte 90, 92, die beide positiv
sind, wenn das FBD richtig ausgelegt ist, in diesem Fall bei den relativen Abtriebsgeschwindigkeiten
von eins und von drei, was zu einem Knotenpunktverhältnis von drei führt.
Dieses Verhältnis ist das wichtigste Merkmal des FBD. Es bestimmt den Gesamtbereich
der Abtriebsgeschwindigkeiten (als ein Vielfaches ausgedrückt) &phgr; bei
voller Belastung und führt in diesem Beispiel zu einer maximalen Veränderungsglied-Leistung
von 27% des Leistungsdurchsatzes. Große Knotenpunktverhältnisse
88 führen zu höheren Veränderungsglied-Leistungen. Die oberen
und unteren &phgr;-Punkte 90, 92 werden so ausgesucht, dass die
maximalen negativen und positiven Energien, die zwischen den Veränderungsgliedern
übertragen werden, gleich sind, sodass die Motoren 44, 46;
50, 52 für diese Leistungsmaxima ausgelegt werden können.
Unterhalb des unteren Knotenpunktes 90 sind die Erfordernisse
an den Leistungsdurchsatz im Allgemeinen geringer, wobei diese Leistung theoretisch
null wird, wenn das Fahrzeug steht, auch bei vollem Abtriebsdrehmoment. Diese Leistungsverringerung
kann verwendet werden, um die Geschwindigkeitsspanne, oder das &phgr;-Verhältnis,
gewissermaßen ins Unendliche auszudehnen. Das Diagramm zeigt die Teilbelastungskurven
bei der Hälfte, einem Viertel und einem Zehntel des Nennleistungsdurchsatzes.
Zusätzlich verschieben sich die Kurven, wenn die Antriebsgeschwindigkeiten
sich ändern. Bei geringen Leistungen ist es daher möglich umzukehren,
ohne Gänge zu wechseln oder irgendwelche Kupplungen oder Ankopplungen zu verwenden,
ohne die Nennleistung der Veränderungsglieder zu überschreiten.
3 zeigt eine Anordnung, die im Prinzip der
1 ähnlich ist, wobei jedoch in diesem Fall die
Abtriebswelle an der gegenüberliegenden Seite der Antriebswelle angeordnet,
und mit dieser konzentrisch ist, wie diese normalerweise bei Getrieben für
Fahrzeuge mit Hinterradantrieb der Fall ist. Weiters wäre es mit dieser Ausbildung
möglich, ein FBD an jedem Ende eines Verbrennungsmotors oder irgendeines anderen
Hauptantriebs anzuordnen, und die Abtriebsgeschwindigkeiten und/oder das Drehmoment
der zwei Ausgänge vollständig unabhängig zu steuern. Dies ermöglicht
die Umsetzung von Fahrzeugen mit Allradantrieb mit einem FBD und einem Endantrieb
für jedes Rad, wobei die Antriebswellen das FBD und die Räder direkt verbinden
können. Auf herkömmliche Achsdifferentiale kann dann verzichtet werden.
Im Gegensatz zu 1 zeigt 3,
dass die in dem Gehäuse 58 gelagerte, konzentrisch montierte Antriebswelle
10, sehr viel länger ist, und dass die Motorabteilung 54
zur Antriebsseite hin verlegt wurde. Für Antriebssysteme, die von einer Verbrennungskraftmaschine
angetrieben werden, hat dies den weiteren Vorteil, dass das trockene Schwungradgehäuse
neben dem normalerweise trockenen Motorraum angeordnet ist, und dass hier keine
Öldichtung erforderlich ist. Das ölgeschmierte Getriebegehäuse kann
dann mit einem den Antrieb untersetzenden Endgetriebezug einteilig ausgebildet sein,
wobei die beiden eine einzelne abgedichtete Einheit bilden können.