WILLEMSEN, Oscar H., NL-5656 AA Eindhoven, NL; HOLTSLAG, Antonius H., NL-5656 AA Eindhoven, NL; IJZERMAN, Willem L., NL-5656 AA Eindhoven, NL; DE ZWART, Siebe T., NL-5656 AA Eindhoven, NL
Vertreter
Volmer, G., Dipl.-Ing., Pat.-Anw., 52066 Aachen
DE-Aktenzeichen
602004006284
Vertragsstaaten
AT, BE, BG, CH, CY, CZ, DE, DK, EE, ES, FI, FR, GB, GR, HU, IE, IT, LI, LU, MC, NL, PL, PT, RO, SE, SI, SK, TR
Die vorliegende Erfindung betrifft eine zweidimensionale Scanningvorrichtung
zur Verwendung in einer Projektionsanzeige, welche eine Fläche umfasst, die
an mindestens zwei Torsionselementen aufgehängt ist, welche eine Torsionsachse
festlegen, und die einen ersten Aktor umfasst, um die Fläche um die Torsionsachse
herum zu schwenken.
Kürzlich ist vorgeschlagen worden, kleine in der Hand tragbare
elektronische Geräte, wie z.B. Mobiltelefone oder Minicomputer, mit Bildprojektoren
auszustatten. Die Fähigkeit zur Darstellung von Informationen auf einer weit
größeren Fläche als den derzeitigen Bildschirmen wird den Weg für
Aktivitäten, wie das Betrachten von Echtzeit-Videos, das Ausführen von
Spielen, den gemeinsamen Zugriff auf Bilder, ebnen.
Eine derartige Projektionsanzeigevorrichtung muss kompakt, preiswert,
leicht, energiesparend und robust sein. Für die Anzeige von Video-Informationen
sollte die Bildwiederholfrequenz höher als oder gleich 50 Hz sein. Die Zeilenfrequenz
hängt von der Bildfrequenz, der Anzahl der dargestellten Zeilen und davon ab,
ob das Bild fortschreitend oder mit Zeilensprung gescannt wird. Eine grobe Abschätzung
der in einem derartigen Scanner benötigten Frequenz ist 16 kHz.
Das Konzept einer Video-Anzeige auf Basis des Laserscannens ist vom
Stand der Technik her gut bekannt, und es schließt üblicherweise eine
Laserdiode und zwei einzelne Scanningspiegel ein, von denen einer gewöhnlich
ein rotierender Polygonspiegel ist. Dieses Konzept weist den Nachteil auf, dass
schwerwiegende Rasterverzerrungen verursacht werden, da die Ablenkungspunkte für
die horizontale und die vertikale Richtung nicht an dem gleichen Punkt positioniert
sind. Anders als die Rasterverzerrungen, die in einer Kathodenstrahlröhre auftreten,
weisen derartige Verzerrungen keine Quadrantensymmetrie auf und sind folglich schwerer
elektronisch zu korrigieren. Es gibt auch eine Anzahl von praktischen Problemen.
Die Scanningspiegel weisen eine Reflexionsfläche von 5·5 mm2
auf, was sie zu sperrig macht, um in einem kleinen in der Hand tragbaren elektronischen
Gerät verwendet zu werden. Zusätzlich muss der Spiegel für die Schnellabtastrichtung
über seine Resonanzfrequenz hinaus angetrieben werden, was eine übermäßige
Eingangsleistung für den Scanner zur Folge hat.
Beispiele für alternative Scanner, die zum Überwinden dieser
Probleme vorgesehen sind, sind die Torsions-Scanner (siehe z.B. US
5,629,790) und die Ausleger-Scanner (siehe z.B. EP
875 780). Ein Torsions-Scanner enthält einen Spiegel, der durch zwei
Torsionsstifte (Federn) über einer Aussparung in einem Sockel aufgehängt
ist. Wenn er angesteuert wird, dann schwenkt der Spiegel um die Achse der Torsionsstifte.
Ein Ausleger-Scanner enthält einen Spiegel auf einem Auslegerarm, der in einem
seiner kurzen Enden am Sockel angebracht ist. Wenn er angesteuert wird, dann wird
sich der Auslegerarm verbiegen, und sein freies Ende dreht sich somit um eine Achse,
die senkrecht zu seiner Längsausdehnung ist. In beiden Fällen wird ein
Aktor angeordnet, um ein Schwingen des Spiegels und seiner mechanischen Halterung
bei der Resonanzfrequenz zu verursachen. Der Aktor kann zum Beispiel elektrostatisch
sein, wobei er eine Spannung zwischen dem Spiegel und dem Sockel bereitstellt, er
kann ein Bimorph-Aktor oder ein piezoelektrischer Aktor sein.
Durch Kombination von zwei Torsions-Scannern kann ein zweidimensionaler
Scanner erhalten werden, wie in US 5,629,780
dargestellt ist. Ein zweidimensionaler Torsions-Scanner mit einem elektrostatischen
Aktor ist in der US-Patentanmeldung 2001/0022682
offenbart.
Diese vorgeschlagenen Scanner weisen eine relativ große Reflexionsfläche
und somit eine große Masse auf. Durch Kombination der großen Masse mit
steifen Torsionsstiften oder Auslegern kann die Resonanzfrequenz des Spiegels in
der Schnellabtastrichtung die Anforderungen für Video-Anwendungen erfüllen.
Ein steifer Ausleger oder Torsionsstift hat jedoch zur Folge, dass der optische
Abtastwinkel des Spiegels üblicherweise in der Größenordnung von
fünf Grad liegt, was für den Einsatz in einer Projektionsanzeige, die
bei einer nahen Entfernung betrieben wird, zu klein ist. Außerdem werden die
Scanner im Vakuum betrieben, um eine Luftdämpfung zu vermeiden, so dass ein
kostspieliger Kapselungsschritt erforderlich ist. Werden stattdessen schwächere
Torsionsstifte oder Ausleger verwendet, dann kann der Abtastwinkel vergrößert
werden, aber das ist mit einer Resonanzfrequenz verbunden, die zu gering ist, um
den Strahl bei einer Bildfrequenz zu scannen, die für Video-Anwendungen geeignet
ist.
In US 6,201,629 wird eine
zweidimensionale Scanningvorrichtung entsprechend dem Oberbegriff von Anspruch 1
offenbart.
Eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, die erwähnten
Probleme zu bewältigen und eine verbesserte zweidimensionale Scanningvorrichtung
bereitzustellen, die für eine Projektionsanzeige geeignet ist.
Erfindungsgemäß werden diese und andere Aufgaben durch eine
Scanningvorrichtung der Art gelöst, wie sie einführend erwähnt wurde,
wobei sie ferner umfasst: einen Auslegerarm, der ein bezüglich der Fläche
befestigtes Ende und ein gegenüberliegendes Ende aufweist,
das eingerichtet ist, sich um eine Achse zu biegen, die nicht parallel zu der Torsionsachse
ist; eine Reflexionsfläche, die auf dem Auslegerarm vorgesehen ist, und einen
zweiten Aktor, um den Auslegerarm dazu zu bringen, bei seiner Resonanzfrequenz zu
schwingen.
Die Fläche und der erste Aktor bilden einen Torsions-Scanner,
der in einem ersten Frequenzbereich arbeitet, welcher die Resonanzfrequenz des Torsions-Scanners
einschließen kann, aber keineswegs darauf beschränkt ist. Dieser Scanner
trägt dann auf seiner Fläche einen zweiten Scanner vom Auslegertyp, der
eingerichtet ist, bei seiner Resonanzfrequenz zu schwingen, die bedeutend höher
ist als die Frequenz des ersten Scanners. Da die Reflexionsfläche des zweiten
Scanners um zwei unterschiedliche Achsen geschwenkt oder gedreht werden kann, kann
er als zweidimensionaler Scanner verwendet werden.
Die Kombination aus einem langsamen Torsions-Scanner und einem schnelleren
Ausleger-Scanner liefert einen zweidimensionalen Scanner, der in der Lage ist, einen
Laserstrahl in einem Rastermuster zu scannen, um ein Bild zu projizieren.
Vorzugsweise weist der Auslegerarm eine derartige Masse und derartige
Abmessungen auf, dass seine Resonanzfrequenz im Bereich von 10 kHz–100 kHz
und vorzugsweise im Bereich von 15 kHz–35 kHz liegt. Das ist ein geeigneter
Frequenzbereich für Video-Projektionsausführungen. In der Praxis kann
das erreicht werden, indem eine Reflexionsfläche mit Abmessungen in der Größenordnung
von 100 &mgr;m mal 100 &mgr;m vorliegt, die auf einem Auslegerarm vorgesehen
ist, der aus Silizium oder Siliziumnitrid angefertigt ist. Ferner weist der Ausleger
vorzugsweise eine solche Dicke auf, dass er einen Biegebereich von mindestens 10
Grad und vorzugsweise mehr als 25 Grad erlaubt, wodurch ein optischer Abtastwinkel
bereitgestellt wird, der zweimal so groß wie dieser Bereich, d.h. mehr als
50 Grad, ist.
Gemäß der einen Ausführungsform der Erfindung weist
der Auslegerarm zwei Schenkel auf, von denen jeder bezüglich der Fläche
fixiert ist und wobei sich die Reflexionsfläche so erstreckt, dass sie die
zwei Schenkel verbindet. In dieser Bauform ist der Reflexionsbereich biegesteifer
als die Arme. Somit ist der Biegebereich mehr oder weniger vom Reflexionsbereich
getrennt. Ferner ist der Ausleger in der Torsionsrichtung (d.h. der Drehung entlang
der Längenachse) steifer. Somit wird die Biegung des Auslegers durch die Verschiebung
des Arms infolge Torsion weniger gestört. Die Form der Reflexionsfläche
ist vorzugsweise rechteckig, was eine Verringerung des Apertur-Formfaktors bewirkt,
wodurch die Winkelstreuung im reflektierten Strahl verringert wird.
Vorzugsweise sind der Auslegerarm und die Oberfläche des Torsions-Scanners
aus einem Substrat ausgebildet, wobei sich der Auslegerarm von der einen Seite einer
Öffnung in der Fläche erstreckt. Diese Bauform umgeht die Notwendigkeit,
zwei getrennte Scanningvorrichtungen aufeinander auszurichten. Die Oberfläche
und die Torsionsstifte des Torsions-Scanners können durch Ätzen eines
Substrats aus Silizium oder Siliziumnitrid ausgebildet sein.
Der zweite Aktor kann ein piezoelektrischer Aktor sein. Er kann unmittelbar
auf der Schwenkfläche oder von dieser Fläche getrennt angeordnet sein.
Die mechanische Erregung vom piezoelektrischen Aktor verursacht die Schwingung des
Auslegers.
Der erste Aktor kann unterschiedlichen Typs, zum Beispiel ein galvanischer
Aktor oder ein elektrostatischer Aktor, sein. Alternativ kann der erste Aktor [Anspruch
8] umfassen. Ein derartiger Aktor ist an sich vom Stand der Technik her neu und
kann vorteilhaft in verschiedenen Typen von Torsions-Scannern, einschließlich
anderer Typen als der in der vorliegenden Anmeldung beschriebenen, realisiert werden.
Entsprechend einer zweiten Ausbildung der Erfindung können die
obigen Aufgaben durch eine Projektionsvorrichtung gelöst werden, die eine Scanningvorrichtung
in Übereinstimmung mit oben umfasst.
Diese und andere Ausbildungen der vorliegenden Erfindung werden nun
ausführlicher mit Bezugnahme auf die beigefügten Zeichnungen beschrieben,
welche die gegenwärtig bevorzugten Ausführungsformen der Erfindung zeigen.
1 ist eine schematische Ansicht einer Projektionsvorrichtung,
welche vorteilhaft eine Scanningvorrichtung gemäß vorliegender Erfindung
implementiert.
2 ist eine perspektivische Ansicht eines Ausleger-Scanners
gemäß einer ersten Ausführungsform der Erfindung.
3a und 3b sind Draufsichten
von Ausleger-Scannern gemäß einer zweiten bzw. einer dritten Ausführungsform
der Erfindung.
4 ist eine Schnittansicht einer Scanningvorrichtung
gemäß einer ersten Ausführungsform der Erfindung.
5 ist eine Draufsicht einer Scanningvorrichtung gemäß
einer zweiten Ausführungsform der Erfindung.
In 1 ist eine Projektionsvorrichtung
1 schematisch dargestellt, in der ein erfindungsgemäßer
Scanner implementiert ist. Die Vorrichtung ist in der Lage, einen Laserstrahl
2 auf eine Fläche, wie z.B. eine (nicht dargestellte) Wand zu projizieren,
und die Abmessungen der Vorrichtung sind derart, dass sie in einer mobilen Anwendung,
z.B. einem Mobiltelefon oder einem Minicomputer, verwendet werden kann. Üblicherweise
bedeutet das in der Größenordnung von 10 mm mal 10 mm.
In der dargestellten Projektionsvorrichtung 1 wird eine gewünschte
Farbe durch Vereinigen von roten, blauen und grünen Laserstrahlen
3a, 3b, 3c in einem Verhältnis erhalten, das durch
ein Videosignal festgelegt ist. Der vereinigte Laserstrahl 2 wird dann
auf eine Scanningvorrichtung 13 ausgerichtet und über einen Schirm
14 gescannt, um ein Farbbild zu erhalten.
Die Laserstrahlen in roter und blauer Farbe werden vorzugsweise durch
Laserdioden 4a, 4b erzeugt, die Licht im roten bzw. blauen Wellenlängenbereich
emittieren. Während rote und blaue Laserdioden gegenwärtig handelsüblich
sind, sind es grüne Laserdioden gegenwärtig nicht (obwohl es für
die Zukunft erwartet wird). In dem dargestellten Projektor wird das grüne Licht
deshalb durch eine Diodenpumpe 5 erzeugt, die einem Kristall
6 Infrarotlicht zuführt, der zwei Infrarotphotonen in ein Photon des
grünen Lichts umwandelt. Eine andere (nicht dargestellte) Option besteht in
der Verwendung einer Upconversion-Faser, die als ein Laser wirkt, wenn sie mit einer
UV-Laserdiode gepumpt wird. Noch eine weitere Option ist die Verwendung eines optisch
gepumpten Halbleiterlasers (OPSL) für die Erzeugung des grünen (und blauen)
Lichts.
Wenn das grüne Licht bei der Videofrequenz nicht durch Modulieren
der Diodenpumpe 5 moduliert werden kann, dann kann ein Lichtmodulator
7 in den Strahlengang des grünen Strahls eingesetzt werden.
Ein Treiber 8 ist eingerichtet, das Video-Informationen enthaltende
Videosignal zu empfangen und die Laserstrahlen 3a, 3b,
3c entsprechend diesen Informationen zu modulieren. Die Vorrichtung umfasst
ferner einen Satz von Linsen 10a, 10b, 10c, die um einen
dichroitischen Spiegel 11 herum angeordnet sind, und eine weitere Linse
12, die zwischen dem dichroitischen Spiegel und einer erfindungsgemäßen
Scanningvorrichtung 13 angeordnet ist. Der dichroitische Spiegel
11 kann ein dichroitischer Würfel von einer Art sein, die aus LCD-Projektoren
gut bekannt ist, und er ist vorteilhaft ganz klein und somit billig.
Dadurch dass die Laserstrahlen 3a, 3b,
3c die Linsen 10a, 10b, 10c und den dichroitischen
Spiegel 11 durchlaufen, werden sie zu einem parallelen Strahl
2 vereinigt und kollimiert, welcher auf die Scanningvorrichtung
13 passt. Zum Beispiel wird das Licht aus der roten Laserdiode
4a durch eine erste Linse 10a fokussiert, wonach es in dem dichroitischen
Spiegel 11 vereinigt und mit einer kleinen Linse 12 kollimiert
wird. Die Details zu den Linsen, ihren Abständen voneinander und ihren Stärken
können von einem Fachmann bestimmt werden.
Um in zwei Dimensionen zu arbeiten, umfasst die Scanningvorrichtung
13 zwei eindimensionale Scanner: einen ersten, langsamen Scanner, der mit
einem zweiten, schnellen Scanner versehen ist. Der erste Scanner ist ein Torsions-Scanner,
und er umfasst einen plattenförmigen Bereich, der an dem umliegenden Material
aus durch zwei Stifte oder Federn angehängt ist. Durch Ansteuern der Platte
unter Verwendung eines geeigneten Aktors kann die Platte dazu gebracht werden, um
die Achse zu schwenken, die durch die Stifte festgelegt ist. Der zweite Scanner
ist ein Ausleger-Scanner, und er umfasst einen mit einer spiegelnden Fläche
versehenen Auslegerarm, der an einem Ende an einem Substrat befestigt ist. Durch
Ansteuern des Arms unter Verwendung eines geeigneten Aktors wird sich der Arm um
eine Achse biegen, die senkrecht zu seiner Längsausdehnung ist, und er kann
dazu gebracht werden, bei seiner Resonanzfrequenz zu schwingen. Es ist wichtig,
dass sich die Schwingungsrichtung des Ausleger-Scanners von der Drehrichtung des
Torsions-Scanners unterscheidet, um einen zweidimensionalen Scanner bereitzustellen.
Wenn ein Scanningmuster vom Rastertyp realisiert wird, dann ist die Schwingungsrichtung
des Ausleger-Scanners vorzugsweise genau senkrecht zur Drehrichtung des Torsions-Scanners,
und der spiegelnde Bereich des Ausleger-Scanners ist genau auf der Drehachse des
Torsions-Scanners angeordnet. Um die Kapselungskosten des Scanners zu minimieren,
werden alle Ausführungsformen möglichst in Luft betrieben. Die erfindungsgemäße
13 wird nachfolgend ausführlicher beschrieben.
Mit Bezugnahme auf die 2–3
wird als erstes der Ausleger-Scanner beschrieben. In seiner einfachsten Form, die
in 2 dargestellt ist, ist ein Ausleger 20
als ein rechteckiger Arm 21 mit einer Dicke T, einer Breite W und einer
Länge L ausgebildet, der von einem Sockel 22 absteht. Die Resonanzfrequenz
(f) eines frei schwingenden Armauslegers ist gegeben durch:
wobei T die Dicke, L die Länge, E der Elastizitätsmodul und &rgr; die
Dichte des Auslegers ist. Es ist zu beachten, dass die Breite des Auslegers keinen
Einfluss auf die Resonanzfrequenz hat.
Der Ausleger kann in der Längsrichtung um eine Achse A gebogen
werden, und die Abmessungen sowie das Material des Auslegers sind so gewählt,
dass sie einen Biegewinkel &agr; ermöglichen, der für die beabsichtigte
Anwendung ausreichend ist. Vorzugsweise ist der maximale Biegewinkel &agr; ungefähr
30 Grad, was einen Abtastwinkel von 60 Grad ergibt (der Einfallswinkel ist bis zu
30 Grad groß). Das stellt selbst für eine kleine Reflexionsfläche
eine ausreichende Auflösung bereit.
Die am stärksten bevorzugte Größe des Auslegers hängt
von der Resonanzfrequenz ab, die für die Anwendung erforderlich ist. Wird der
Einfachheit halber angenommen, das der Ausleger ein homogenes Stück aus Siliziumnitrid
mit einer Dicke von 600 nm ist, dann kann errechnet werden, dass eine Länge
von 241 &mgr;m einer Resonanzfrequenz von 16 kHz entspricht. Die Breite des Auslegers
kann mit weniger Einschränkungen gewählt werden, da sie die Resonanzfrequenz
nicht beeinflusst.
Um die Reflexionskoeffizienten des Auslegers zu erhöhen, kann
ein Teil von ihm mit einem reflektierenden Material 23, wie z.B. Gold oder
Aluminium, beschichtet werden. In der Praxis wird eine Aluminiumschicht von 50 nm
auf einer Siliziumnitridschicht von 500 nm angemessen sein. Der Reflexionsbereich
des Auslegers kann steifer gemacht werden, indem mehr Siliziumnitrid auf der unteren
Seite des Reflexionsbereiches hinzugefügt wird.
Der Ausleger kann auf verschiedenen Wegen erregt werden, um den Ausleger
zu einer Schwingung bei der Resonanzfrequenz zu bringen. Die Erregung kann mechanisch,
z.B. durch einen piezoelektrischen Kristall, erfolgen. Der Kristall kann mit dem
Substrat integriert werden, auf dem der Ausleger ausgebildet ist, er kann aber prinzipiell
weiter weg angeordnet sein, so lange wie die Oszillationswellen den Auslegerarm
erreichen können. Indem das Piezoelement bei der Resonanzfrequenz des Auslegers
betrieben wird, wird nur die Fundamental-Biegemode des Auslegers erregt, und er
wird mit einer großen Amplitude schwingen. Alternativ kann eine dünne
piezoresistive Schicht auf dem Auslegerarm aufgeschichtet werden, und an diese Schicht
kann eine Spannung angelegt werden, so dass ein Verbiegen des Armes hervorgerufen
wird. Eine weitere eng verwandte Option besteht in dem Abscheiden einer Schicht
mit einem Wärmeausdehnungskoeffizienten, der sich von jenem des Auslegers unterscheidet.
Durch Erhitzen der Schicht mit einem Strom wird ein Verbiegen des Auslegers hervorgerufen.
Eine nicht mechanische Erregung kann ausgeführt werden, indem
auf der Rückseite des Auslegers eine magnetische Schicht vorgesehen wird und
eine dicht daneben angeordnete Spule bei der Resonanzfrequenz betrieben wird. Natürlich
sollte beachtet werden, dass die Schicht sehr dünn ist, so dass die Verschiebung
der Resonanzfrequenz des Auslegers infolge der hinzugefügten Masse gering ist.
Da der Scanner in Luft betrieben werden kann, kann auch eine akustische Erregung
des Auslegerarms in Betracht gezogen werden. In diesem Falle wird durch einen Lautsprecher
(Ultra-)Schall erzeugt und über die Luft auf den Scanner übertragen.
Gemäß einer weiteren Ausführungsform des Auslegerarmes,
die in den 3a und 3b dargestellt
ist. umfasst er zwei Schenkel 30a, 30b, 33a,
33b, welche den Reflexionsbereich 31, 34 mit dem Sockel
32, 35 verbinden. Der Ausleger in 3a
ist V-förmig mit einem Reflexionsbereich 31, der an dem Schnittpunkt
der beiden Schenkel 30a, 30b angeordnet ist. Der Ausleger in
3b weist einen rechteckigen Reflexionsbereich
34 und zwei weitgehend parallele Schenkel 33a, 33b auf.
Es ist schwieriger, eine Gleichung für die Resonanzfrequenz des
Auslegers der Ausführungsformen in den 3a und
3b zu finden. Wenn jedoch der Ausleger in
3b als zwei getrennte Schenkel mit einer gleichen Resonanzfrequenz
angesehen wird, die miteinander verbunden sind, dann sollte die Masse der Verbindung
die Resonanzfrequenz herabsetzen. Folglich wird für eine gegebene Resonanzfrequenz
die Länge des Auslegers in den 3a und
3b kleiner sein als die des Auslegers in
2.
In einer erfindungsgemäßen ersten Ausführungsform des
zweidimensionalen Scanners 13, die in 4 dargestellt
ist, ist ein Ausleger-Scanner 41, wie er oben beschrieben ist, durch eine
Haltestruktur 42 auf der Schwenkplatte 43 eines herkömmlichen
galvanisch angetriebenen Torsions-Scanners 44 angebracht. Die Schwenkplatte
43 ist mittels Torsionsstiften 49 aufgehängt und mit einem
Permanentmagnet 45 versehen, und es wird ein elektromagnetisches Feld induziert,
indem ein Strom an eine Spule 46 angelegt wird, die um einen Kern
47 herum angeordnet ist. Wenn das induzierte Feld mit dem Magneten
45 wechselwirkt, dann wird eine Kraft erzeugt, und die Platte
43 wird geschwenkt.
Es sind auch andere Torsions-Scanner, einschließlich elektrostatisch
angetriebener Scanner, möglich, wo die Elektroden auf der Platte und auf dem
Sockel vorgesehen sind. Durch Anlegen von Spannungen an die Elektroden können
Anziehungs- oder Abstoßungskräfte erzeugt werden, die ein Schwenken der
Platte verursachen.
Wie oben erwähnt wurde, wird der Ausleger-Scanner 41
durch z.B. ein Piezoelement 48 erregt, um bei der Resonanzfrequenz zu schwingen.
Für eine höchst effiziente Erregung sollte das Piezoelement
48 vorzugsweise direkt unterhalb der Haltestruktur 42 des Auslegers
41 angeordnet werden. Die Struktur sollte für eine optimale Erregung
sehr dicht auf dem Piezoelement befestigt sein.
Die Kombination von Ausleger 41 und Piezoelement
48 ist so klein, dass sie an der Schwenkplatte 43 des Torsions-Scanners
angebracht werden kann, ohne die Resonanzfrequenz dieses Scanners erheblich zu beeinflussen.
Deshalb sind nur kleine Anpassungen in der Treiberschaltung dieses Scanners nötig.
In einer erfindungsgemäßen zweiten Ausführungsform
des zweidimensionalen Scanners 13, die in 5
dargestellt ist, ist der Ausleger-Scanner 51, hier von dem in
3a dargestellten Typ, in der Schwenkplatte
53 des Torsions-Scanners 54 selbst ausgebildet, und er ist eingerichtet,
dass er seine Biegeachse A senkrecht zur Torsionsachse B der Torsionsstifte
55 hat. Vorzugsweise werden der Auslegerarm 51 und die Torsionsstifte
55 durch Ätzen eines Substrats 56 aus Silizium oder Siliziumnitrid
ausgebildet.
Die Abmessungen der Platte einschließlich der Auslegerhalterung
und des Auslegers werden derart gewählt, dass die Resonanzfrequenz bedeutend
höher ist als die vorgesehene Plattenfrequenz. Auf diese Weise ist es möglich,
die Langsamabtastrichtung mit einem sägezahnförmigen Signal ohne irgendeine
Rückkopplung zu betreiben. Darüber hinaus können zusätzliche
Signale eingesetzt werden, um Nichtlinearitätseffekte in der Richtung des Plattenscannings
zu kompensieren.
Der Hauptvorteil des Scanners in 5 gegenüber
dem Scanner in 4 ist, dass die Scanner für beide
Richtungen vollständig integriert sind, so dass die Notwendigkeit einer Ausrichtung
entfällt.
Wie oben erwähnt wurde, wird der Ausleger 51 durch ein
Erregungsmittel dazu gebracht, bei der Resonanzfrequenz zu schwingen. Wird ein Piezoelement
58 zur Erregung des Auslegers verwendet, dann kann es auf dem Substrat
56 außerhalb der Platte 53 angeordnet werden.
Die Platte 53 des Torsions-Scanners kann auf eine Anzahl
von Wegen angetrieben werden, einschließlich solcher, die oben bezüglich
der ersten Ausführungsform erwähnt wurden. Ein weiterer Ansatz zum Antreiben
des Torsions-Scanners, der in der Technik neuartig ist, beruht auf der Lorentz-Kraft.
Ein Aktor, der für einen solchen Antrieb geeignet ist, umfasst
zwei Leiterbahnen, die vorzugsweise durch ein Metall ausgebildet werden, das auf
einem Substrat abgeschieden wird. Eine erste Bahn 60 erstreckt sich um
den Umfang der Platte 53 herum, und eine zweite Bahn 61 erstreckt
sich entlang der inneren Grenze des umliegenden Substrats 56. Durch Anlegen
von Strömen an die zwei Bahnen wird eine Anziehungs- oder Abstoßungskraft
zwischen den Spulen erzeugt, was ein Schwenken der Platte hervorruft. Zu beachten
ist, dass die zwei Spulen in der Höhe z etwas abgetrennt sein müssen,
da die Kraft zwischen den Leitern sonst keinerlei Drehmoment erzeugt. Das kann erreicht
werden, indem vor dem Abscheiden von (einer der) Bahnen Furchen geätzt werden
oder indem eine Bahn auf der einen Seite des Substrats und die andere Bahn auf der
anderen Seite des Substrats abgeschieden wird.
In 5 werden die zwei Bahnen
60, 61 in ein Muster integriert, wodurch lediglich eine Stromversorgung
62 benötigt wird. Natürlich sind andere Muster möglich,
und die zwei Bahnen können auch getrennt sein. Ferner wird durch Anbringen
mehrerer Windungen in jeder Bahn der Treiberstrom auf Kosten der Treiberspannung
herabgesetzt.
Alle Ausführungsformen des erfindungsgemäßen zweidimensionalen
Strahlscanners haben gemeinsam, dass der schnelle Scanner (der Ausleger) bei Resonanz
angetrieben wird. Das bedeutet, dass die Eingangsleistung, die benötigt wird,
die Bewegung zu erregen, im Vergleich zu der Leistung vernachlässigbar ist,
die zur Erzeugung des Lichts benötigt wird. Auch die Leistung für die
Langsamabtastrichtung kann ziemlich gering sein. Selbst für den ziemlich sperrigen
galvanischen Torsions-Scanner in 4 liegt die Leistung
im Wesentlichen unter 100 mW. Folglich wird die Eingangsleistung der kompletten
Vorrichtung für mobile Anwendungen ausreichend klein sein.
Anspruch[de]
Zweidimensionale Scanningvorrichtung zur Verwendung in einer Projektionsvorrichtung,
mit einer Fläche (43; 53), die an mindestens zwei Torsionselementen
(49; 55) aufgehängt ist, welche eine Torsionsachse (B) festlegen,
und mit einem ersten Aktor (45, 46, 47; 60,
61) für das Schwenken der Fläche (43; 53) um
die Torsionsachse (B) herum, gekennzeichnet durch
– einen Auslegerarm (41; 51), der ein bezüglich der
Fläche befestigtes Ende und ein gegenüberliegendes Ende aufweist, das
eingerichtet ist, sich um eine Achse (A) zu biegen, die nicht parallel zu der Torsionsachse
(B) ist;
– eine Reflexionsfläche (31; 34), die auf dem Auslegerarm
(41; 51) vorgesehen ist, und
– einen zweiten Aktor (48; 58), um den Auslegerarm dazu
zu bringen, bei seiner Resonanzfrequenz zu schwingen.Scanningvorrichtung nach Anspruch 1, wobei der Auslegerarm (41;
51) eine derartige Masse und derartige Abmessungen aufweist, dass seine
Resonanzfrequenz im Bereich von 10 kHz–100 kHz und vorzugsweise im Bereich
von 15 kHz–35 kHz liegt.Scanningvorrichtung nach Anspruch 1, wobei der Auslegerarm
(41; 51) derartige Abmessungen aufweist, dass er um die Biegeachse
(A) in einem Bereich von mindestens 15 Grad und vorzugsweise mehr als 50 Grad verbiegbar
ist.Scanningvorrichtung nach Anspruch 1, wobei der Auslegerarm zwei Schenkel
(30a, 30b; 33a, 33b) aufweist, von denen jeder
bezüglich der Fläche (43; 53) fixiert ist, und wobei
sich die Reflexionsfläche (31; 34) so erstreckt, dass sie
die zwei Schenkel (30a, 30b; 33a, 33b) verbindet.Scanningvorrichtung nach Anspruch 1, wobei der Auslegerarm (51)
und die Fläche (53) aus einem Substrat ausgebildet sind, wobei sich
der Auslegerarm (51) von der einen Seite einer Öffnung in der Fläche
(53) erstreckt.Scanningvorrichtung nach Anspruch 1, wobei die Oberfläche (53)
und die Torsionsstifte (55) durch Ätzen eines Substrats aus Silizium
oder Siliziumnitrid ausgebildet sind.Scanningvorrichtung nach Anspruch 1, wobei der zweite Aktor ein piezoelektrischer
Aktor (48) ist.Scanningvorrichtung nach Anspruch 1, wobei der erste Aktor ein galvanischer
Aktor ist, der einen Elektromagneten umfasst.Scanningvorrichtung nach Anspruch 1–5, wobei das erste Ansteuerungsmittel
zwei elektrisch leitende Spulen umfasst.Projektionsvorrichtung (1) einschließlich einer Scanningvorrichtung
(13) nach Anspruch 1.Projektionsvorrichtung nach Anspruch 10, ferner umfassend:
– Mittel (4a, 4b, 5, 6) zum Erzeugen
einer Anzahl von Laserstrahlen (3a, 3b, 3c),
– einen Treiber (8) zum Modulieren der Laserstrahlen und
– Mittel (10a, 10b, 10c, 11,
12) zum Kollimieren und Vereinigen der Strahlen sowie zum Ausrichten des
vereinigten Strahls (2) auf den Scanner (13).