Die vorliegende Erfindung betrifft Maximum-Likelihood-Detektoren zur
Wiederherstellung gesendeter Signale. Genauer gesagt betrifft die Erfindung die
Anwendungen von Kugeldecodierern auf die Wiederherstellung von Informationen, die
von Mehrfachgruppenantennen gesendet werden.
Allgemeiner Stand der Technik
Auf dem Gebiet der drahtlosen Kommunikation ziehen Techniken der mehreren
Eingänge und mehreren Ausgänge (MIMO) auf Grund der hohen Datenraten,
die sie erzielen können, Interesse auf sich. Bei der MIMO-Kommunikation werden
gesendete Datensymbole über mehrere Sendeantennen verteilt und die empfangenen
Symbole werden über mehrere Empfangsantennen verteilt. Da jede Empfangsantenne
ein zusammengesetztes Signal mit Beiträgen von jeder der Sendeantennen erfaßt,
ist Signalverarbeitung notwendig, um die ursprünglichen Datensymbole zu rekonstruieren,
die gesendet wurden. In vielen Fällen verwendet diese Signalverarbeitung eine
Kanalmatrix H, die die Amplituden- und Phasenänderung ausdrückt, die ein
konstantwertiger Impuls bei Transit von jeder Sendeantenne zu jeder Empfangsantenne
erfährt. H wird im allgemeinen aus Messungen von Pilotsignalen geschätzt.
Ein Detektor des Typs Maximum-Likelihood (ML) mit Informationen über
a-posteriori-Wahrscheinlichkeit (APP) hat sich in MIMO-Empfängern als sehr
effektiv erwiesen. Diese Form der Detektion ist besonders nützlich, weil sie
sogenannte "Soft-Informationen" über die decodierten Bit liefert. Soft-Eingangsdecoder,
wie zum Beispiel Turbodecoder, verwenden die Soft-Informationen zur Korrektur von
Fehlern in geeignet codierten Bitströmen. Die mit einem gegebenen detektierten
Bit assoziierten Soft-Daten bestehen in der Regel aus einem Acht-Bit-Wort, das ein
log-Wahrscheinlichkeitsverhältnis (LLR) ausdrückt, auf einem Maßstab
von –127 bis +127, der zwei möglichen Ergebnisse (d. h. logisch 1 oder
logisch 0) der Detektion des gegebenen Bit.
Im Sender wird gemäß bestimmten MIMO-Verfahren ein Datenwort
x, das aus einer Binärkette besteht, auf ein Vektorsymbol s abgebildet. Das
Vektorsymbol hat so viele Komponenten, wie Sendeantennen vorliegen. Jede Komponente
wird aus einer entsprechenden Konstellation von (möglicherweise komplexen)
Symbolen, wie zum Beispiel einer QPSK- oder QAM-Konstellation ausgewählt. Solche
Symbole sollen hier als skalare Symbole bezeichnet werden. Bei der Übertragung
sendet jede Sendeantenne ein jeweiliges der gewählten skalaren Symbole.
Die Antenne reagiert im Empfänger wie durch den Vektor y symbolisiert,
der eine jeweilige Komponente von jeder der Empfangsantennen enthält.
Der Effekt des Ausbreitungskanals wird durch die Gleichung y = Hs
+ n dargestellt, worin n ein Vektor ist, der additives Rauschen repräsentiert.
Das Ziel der ML-APP-Detektion ist bei gegebenem y den Wert von s (oder
äquivalent von x) zu bestimmen, der die Kostenfunktion J = ∥Hs –
y∥2 minimiert, sowie die LLRs für jedes für die Bit
in dem Datenwort x zu bestimmen. Die Suche nach dem minimierenden Wert von s wird
auf das Gitter beschränkt, das durch die diskreten skalaren Symbole der Konstellation
definiert wird.
Es wurden verschiedene Verfahren zur Durchführung der Suche nach
dem minimierenden Wert von s vorgeschlagen. Obwohl ausschöpfendes Suchen zu
extrem niedrigen Bitfehlerraten (BERs) führen kann, wird es undurchführbar
komplex für Konstellationen vernünftiger Größen, wenn mehr als
zwei oder drei Sendeantennen vorliegen. Deshalb wurden andere Verfahren vorgeschlagen,
die weniger als eine erschöpfende Suche ausführen.
Ein solches Verfahren ist der Kugeldecoder, der zum Beispiel in David
Garrett et al., "APP Processing for High Performance MIMO Systems", in Proc. Custom
Integrated Circuits Conference, September 2003, S. 271-274; und in David Garrett
et al., "Silicon Complexity for Maximum Liklihood MIMO Detection using Spherical
Decoding", geplante Veröffentlichung in IEEE Journal an Solid-State Circuits,
Sommer 2004, beschrieben wird.
Der Kugeldecoder wird auch in EP-A-1460813
beschrieben.
Jedes skalare Symbol, das von einer Antenne gesendet wird, soll einen
Teil der Binärkette x übermitteln. Für einen gegebenen Empfangssignalvektor
y führt der Kugeldecoder eine Baumsuche durch. Jede Ebene des Baums entspricht
einer jeweiligen der Sendeantennen gemäß einer Ordnung, die ihnen auferlegt
wurde. Auf jeder Ebene des Baums gibt es so viele Zweige pro Knoten wie skalare
Symbole für die betreffende Antenne, aus denen auszuwählen ist. Somit
akkumuliert sich auf einem Weg von der Wurzel des Baums zu einem Blatt ein Teil
einer Binärkette an jedem Knoten und jedes Blatt des Baums entspricht einem
der Kandidaten für die volle Kette x.
Der Kugeldecoder berücksichtigt nicht jedes Blatt des Baums.
Stattdessen wird ein Radius r gewählt. Zusammen mit dem Kettenteil,
der sich an jedem Knoten akkumuliert, akkumuliert sich auch ein entsprechender Beitrag
zu der Kostenfunktion J. Wenn sich an einem gegebenen Knoten zeigt, daß J (bis
zu diesem Punkt akkumuliert) r übersteigt, werden die Child-Knoten des gegebenen
Knotens als außerhalb des Suchradius deklariert und nicht berücksichtigt.
Folglich können große Komplexitätsreduktionen in bezug auf die erschöpfende
Suche erzielt werden.
Weitere Reduktionen der Komplexität lassen sich erzielen, wenn
man erlaubt, daß die Kugel schrumpft. Das heißt, daß jedesmal, wenn
eine Kandidatenkette gefunden wird, die die Bedingung J < r erfüllt, wird
der Radius auf einen kleineren Wert gesetzt.
Wie bei anderen Arten von ML-APP-Detektion gibt der Kugeldecoder Soft-Daten
zurück, die bei der iterativen Decodierung der Ausgangsbinärkette nützlich
sind. Es wurde jedoch beobachtet, daß die Qualität der Soft-Daten beeinträchtigt
werden kann, weil der Umfang der Suche häufig drastisch zurückgeschnitten
wird. Somit wurde ein Detektionsverfahren benötigt, das die Vorteile der Kugeldecodierung
unter Erhaltung der Qualität der Soft-Daten aufweist.
Kurzfassung der Erfindung
Die Verfasser haben ein solches Detektionsverfahren gefunden. Dieses
Verfahren ist ein Kugeldecoder, der im wesentlichen wie oben beschrieben angewandt
wird, um nach der Binärkette, die das eingeschränkte ML-Problem löst,
zu suchen und diese zu erhalten. Eine solche Kette wird als die höchstwahrscheinliche
Binärkette bezeichnet. Außerdem wird für jedes Bit der Binärkette
ein LLR berechnet. Die Berechnung des LLR reagiert nicht nur auf die partiellen
Ketten, die während der Suche betrachtet wurden, sondern auch auf eine weitere
Menge von Binärketten. Die weitere Menge umfaßt jede Bitkette, die durch
Umklappen eines oder mehrerer Bit der höchstwahrscheinlichen Kette erhalten
werden kann. Bei spezifischen Ausführungsformen der Erfindung wird jede weitere
Kette erhalten, indem man genau ein Bit der höchstwahrscheinlichen Kette umklappt.
Kurze Beschreibung der Zeichnung
1 ist ein Konzeptdiagramm eines im Stand der Technik
bekannten MIMO-Kommunikationssystems.
2 ist ein Diagramm einer in der Technik bekannten Baumsuche.
3 ist ein Konzeptflußdiagramm eines Kugeldecoders.
4 ist ein Konzeptflußdiagramm eines Nachprozessors
für einen Kugeldecoder, der im Stand der Technik bekannt ist.
5 ist ein Konzeptflußdiagramm eines Nachprozessors
für einen Kugeldecoder gemäß den Prinzipien der vorliegenden Erfindung
in einer Ausführungsform.
Ausführliche Beschreibung
In 1 kommunizieren der Sender
10 und der Empfänger 20 über den Ausbreitungskanal
50 über vier Sendeantennen 30a–30d und vier
Empfangsantennen 40a–40d. Allgemeiner liegen M Sendeantennen
vor, die mit 0, 1, ..., M-1 indiziert werden, und N Empfangsantennen, die mit 0,
1, ..., N-1 indiziert werden. Kanal 50 wird durch eine N×M-Kanalmatrix
H mit Koeffizienten hij gekennzeichnet. In der Figur sind zwei solche
Koeffizienten angegeben.
Jede gleichzeitige Übertragung eines skalaren Symbols von jeder
Sendeantenne wird als eine "Kanalbenutzung" bezeichnet. Um auf jede Kanalbenutzung
vorzubereiten, wird eine Binärkette x auf ein Vektorsymbol s = (s0,
s2, sM-1) abgebildet, wobei jedes der si ein aus
der Konstellation ausgewähltes skalares Symbol ist. Wenn die Gesamtzahl der
Symbole in der Konstellation P beträgt, ist Q = log2 P die Anzahl
der Bit pro Symbol. Somit wird eine Q Bit lange Binärkette auf jedes skalare
Symbol abgebildet und die Länge der kompletten bei einer Kanalbenutzung zu
übertragenden Binärkette ist MQ.
Wie bereits erwähnt, sucht der Empfänger nach dem Kandidatenvektorsymbol
s, das die Kostenfunktion J minimiert, die oben als J = ∥y – Hs35∥2
definiert wurde. Es soll nun eine neue Kostenfunktion definiert werden, die zweckmäßiger
ist, aber für die Zwecke der Suche, die beschrieben werden soll, gleichermaßen
gültig ist. Im folgenden wird J die neue Kostenfunktion bezeichnen.
(1) HHH ist eine M×M-Matrix, wobei das hochgestellte H komplexe
Transponierung bedeutet. Durch wohlbekannte lineare algebraische Methoden kann man
ohne weiteres eine obere Dreiecksmatrix U erhalten, die UHU = HHH
erfüllt.
(2) Die Pseudoinverse von H ist die Matrix (HHH) –1HH.
Bei gegebenem y ist eine grobe Approximation an die ML-Lösung die uneingeschränkte
ML-Lösung ŝ (HHH) –1HHy.
(3) Bei gegebenem Kandidatenvektorsymbol s wird die neue Kostenfunktion durch
J = (s-ŝ)HUHU(s-ŝ) definiert. Für die Zwecke
der Kugelsuche ist somit für jedes gegebene Vektorsymbol, das aus den Empfangsantennen
eingegeben wird, die Mitte der Kugel der Vektor ŝ.
Im Empfänger verwendet man bekannte Techniken der MIMO-Signalverarbeitung,
um (im allgemeinen in verfälschter Form) das durch jede Sendeantenne gesendete
skalare Symbol wiederherzustellen und es als Eingabe dem Kugeldecoder
zuzuführen. Der Kugeldecoder vergleicht dann jedes Eingangssymbol mit mindestens
einem Teil der Kandidatensymbole. Wie gezeigt (z. B. in 2),
wird der Vergleichsvorgang gemäß einer Baumsuche durchgeführt.
Nunmehr mit Bezug auf 2 ist ersichtlich,
daß in dem hier dargestellten Beispiel vier Sendeantennen mit dem Index i =
0, 1, 2, 3 vorliegen. Es gibt P Kandidaten-Skalarsymbole mit dem Index P = 0, 1,
2, ..., P-1. Das p-te Kandidatensymbol an der i-ten Sendeantenne wird somit als
s
(p)i
bezeichnet.
Beginnend mit der Wurzel 50 des Baums schreitet die Suche
nach unten der Reihe nach von Ebene i = 3, die die letzte Sendeantenne repräsentiert,
zu den Blättern des Baums auf der Ebene i = 0, die die erste Sendeantenne repräsentiert,
herunter. Auf jeder Ebene wird die Kostenfunktion für jedes Kandidatensymbol
inkrementiert, die Kandidatensymbole, für die die Radiusprüfung erfüllt
ist, werden für die Suche auf der nächsten Ebene gesichert, und die, die
die Radiusprüfung nicht bestehen, werden verworfen. Das Verfahren zur Inkrementierung
der Kostenfunktion wird nachfolgend beschrieben.
Jedes Kandidatensymbol, das gesichert wird, trägt ein Segment
mit einer Länge von Q Bit zu einer Kandidaten-Binärkette bei. Eine komplette
Trajektorie durch den Baum ist in 2 durch Kanten dargestellt,
die fett durchgezogen sind und die Bezugszahl 60 tragen. Wenn z. B. vier
Symbole in der Konstellation vorliegen, (d. h. P = 4), trägt jedes Symbol zwei
Bit bei und die komplette durch die Trajektorie 60 repräsentierte
Binärkette ist 00110001.
Die Kostenfunktion J kann in rekursiver Form, die Berechnungen erleichtert,
umgeschrieben werden. Man bezeichne die Koeffizienten der Matrix U als uij
und definiere für jedes Paar (i, j) qij = (uij/uii).
Ferner definiere man für die i-te Sendeantenne
und definiere Incrementp(i) = u
2ii
|s
(p)i
– ŝj + Innersum(i)|2. In dem Ausdruck für
Innersum(i) werden die Symbole sj nicht durch p, d. h. nach Kandidatensymbol,
indiziert, weil die Ebenen j = i + 1, ..., M – 1 bereits durchquert wurden
und die entsprechenden Kandidatensymbole für die gegebene Trajektorie hier
bereits bestimmt wurden. Im Gegensatz dazu führen auf der neuen Suchebene i
die P möglichen Auswahlen des Kandidatensymbols jeweils zu einem verschiedenen
Wert für Incrementp(i) und sind dann natürlich der Abzweigungspunkt
für eine verschiedene Trajektorie.
Mit dieser Nomenklatur lautet die auf der i-ten Ebene des Suchbaums
berechnete partielle Kostenfunktion
Incrementp(k)(k), wobei ausdrücklich angegeben wurde, daß die Wahl p des
Kandidatensymbols für jede Ebene k der Suche verschieden sein kann. Es sei
Outersum(i) die partielle Kostenfunktion auf der i-ten Ebene. Man erhält somit
die rekursive Formel Outersump(i) = Outersum(i + 1) + Incrementp(i).
Wenn man nach unten durch den Suchbaum (siehe 2) arbeitet,
d. h. mit abnehmenden Werten von i, muß die Suchmaschine nur Incrementp(i)
auf jeder Ebene für jedes der Kandidatensymbole berechnen.
3 zeigt den Gesamtfluß für den Kugeldecodierungsprozeß.
Für einen gegebenen Eingangsvektor y berechnet Block 70 die Schätzung
ŝ für uneingeschränkte ML, die dem Block 80 als Eingabe
zugeführt wird. Block 75 führt die obere Triangulisierung der
Matrix H durch, um die Matrix U zu erhalten. Dieses Ergebnis kann wiederverwendet
werden und somit für einen oder mehrere Eingangsvektoren y verwendet werden.
Block 80 ist die Suchmaschine, die die oben beschriebene Baumsuche durchführt.
Für einen gegebenen Eingangsvektor y enthält die Ausgabe des Blocks
80 alle Kandidatenvektorsymbole s (oder ihre äquivalenten Binärketten),
die die Radiusprüfung bestanden haben. Zusammen mit jedem Kandidatenvektorsymbol
s liefert die Suchmaschine im Block 80 außerdem den assoziierten Wert
J = Outersum(0) der Kostenfunktion.
Bei Durchführung gemäß der vorliegenden Erfindung enthält
die Ausgabe der mit Block 80 assoziierten Operationen in der Regel außerdem
den höchstwahrscheinlichen Kandidatenvektor sML. Der Vektor sML
ist in 3 als in der Ausgabe von Block 80 enthaltend
angegeben.
Block 90 ist der APP-Nachprozessor. Er nimmt die Kandidatenvektorsymbole
und ihre assoziierten Kostenfunktionen als Eingabe an, und das Ziel des Blocks
90 ist die Ausgabe eines Vektors mit derselben Dimension wie x, d.h. mit
MQ Einträgen, wobei jeder Eintrag das log-Wahrscheinlichkeitsverhältnis
(LLR) für ein entsprechendes Bit von x ist.
Eine Version des APP-Nachprozessors wird in der oben angeführten
Patentanmeldung EP-A-1460813 beschrieben.
4 zeigt ein Funktionsflußdiagramm eines solchen
Nachprozessors im Stand der Technik. Die Ausgabe einer Sequenz von Verarbeitungsschritten,
die in der Figur durch die Blöcke 100–130 dargestellt
ist, umfaßt einen Vektor von log-Wahrscheinlichkeitsverhältnissen LLR(i),
i = 1, K, MQ – 1.
Wie in Block 100 von 4 angegeben,
erhält man die Kandidatenvektorsymbole s, die die Kugelsuche
überlebt haben. Die Menge überlebender Kandidaten wird in der Figur als
die Menge S' bezeichnet. Im Block 110 wird der Wert der Kostenfunktion
J(s') für jeden der Kandidatenvektoren s' in der Menge S' erhalten.
Zumindest in bestimmten Fällen wird es vorteilhaft sein, in S'
einige oder alle der Blattknoten aufzunehmen, die geprüft wurden, aber die
Kugelprüfung nicht bestanden haben, um gute Soft-Informationen bereitzustellen.
Im Block 120 wird LLR(i) für jede Bitposition i gemäß
der Formel
berechnet. In der Formel ist der erste Term das Ergebnis der Suche nach den niedrigsten
Kosten über die Elemente von S' hinweg, die ein 0-Bit in der i-ten Position
aufweisen. Ähnlich ist der zweite Term das Ergebis einer Suche über die
Elemente von S' hinweg, die ein 1-Bit in der i-ten Position aufweisen. Der resultierende
LLR-Vektor wird im Block 130 ausgegeben.
In bestimmten Fällen kann es passieren, daß aufgrund unzureichender
Daten keine Bitkosten berechnet werden konnten. In einem solchen Fall kann ein unterstellter
Wert, wie zum Beispiel ein Mittelwert, an der betreffenden Position i des LLR-Vektor
unterstellt werden.
Es versteht sich, daß 4 und das
begleitende Diagramm mäßig veranschaulichend sind. Für Fachleute
ist erkennbar, daß verschiedene Algorithmen im wesentlichen äquivalente
Ergebnisse herbeiführen. Alle solchen Algorithmen werden als in den Schutzumfang
der vorliegenden Erfindung fallend betrachtet.
Bei bestimmten Ausführungsformen der vorliegenden neuen Decodierungsprozedur
wird eine Kugelsuche mit einem schrumpfenden Radius verwendet. Da der Radius mindestens
in den Anfangsphasen der Suche schnell schrumpft, ist die Auswahl des Anfangsradius
nicht kritisch, solange er nicht zu klein ist. Die Kugelsuche wird im wesentlichen
wie oben ausgeführt. Jedesmal, wenn die Suche ein Blatt des Suchbaums, d. h.
einen Knoten auf der Ebene i = 0, erreicht, wird jedoch der Radius mit dem kleineren
des aktuellen Werts und des Werts an dem neuen Blatt aktualisiert.
Wie oben wird jedes Blatt, das die Suche erreicht, als ein Kandidatenvektorsymbol
an den Nachprozessor weitergeleitet. Da der Suchbaum mit schrumpfendem Radius zurückgeschnitten
wird, wird es jedoch im allgemeinen weniger resultierende Kandidaten geben als im
Fall einer Suche mit konstantem Radius.
Die Suche mit schrumpfendem Radius identifiziert auch den Kandidaten,
der mit den geringsten Kosten J assoziiert ist. Dieser Kandidat soll als der höchstwahrscheinliche
Kandidat bezeichnet werden und die entsprechende Binärkette xML
soll als die höchstwahrscheinliche Kette bezeichnet werden.
Der vorliegende Nachprozessor unterscheidet sich in bestimmten wichtigen
Aspekten von dem Nachprozessor von 4. Der vorliegende
neue Nachprozessor wird zweckmäßigerweise mit Bezug auf 5
beschrieben.
Im Block 140 von 5 erhält
man den höchstwahrscheinlichen Kandidaten sML.
Im Block 150 von 5 konstruiert
man eine Menge S'' von Kandidatenvektoren, die aus der Vereinigungsmenge der oben
definierten Menge S' mit der Menge aller Kandidatenvektoren s, für die die
entsprechende Binärkette x(s) in einem oder mehreren Bit von xML
verschieden ist, besteht. Bei einer beispielhaften Ausführungsform liegt der
Unterschied in genau einem Bit. In einem solchen Fall ist die weitere Menge die
Menge aller Kandidatenvektoren s mit |xML⨁ x(s)|2 =
1, wobei ⨁ die parallele Exklusiv-oder-Operation bedeutet.
Im Block 160 erhält man den Wert der Kostenfunktion
J(s'') für alle Vektoren s'', die Elemente der Menge S'' sind. Im Block
170 wird LLR(i) für jede Bitposition i gemäß der Formel
berechnet.
Signifikanterweise wird die Suche nun über die ergänzte
Suchmenge S'' hinweg ausgeführt. In der Formel ist der erste Term das Ergebnis
der Suche nach den geringsten Kosten über die Elemente von S'' hinweg, die
ein 0-Bit in der i-ten Position aufweisen. Ähnlich ist der zweite Teil das
Ergebnis einer Suche über die Elemente von S'' hinweg, die ein 1-Bit in der
i-ten Position aufweisen. Der resultierende LLR-Vektor wird im Block 180
ausgegeben.
Es versteht sich, daß 5 und das
begleitende Diagramm lediglich veranschaulichend sind. Für Fach-Leute ist erkennbar,
daß verschiedene Algorithmen im wesentlichen äquivalente Ergebnisse hervorbringen.
Alle solchen Algorithmen werden als in den Schutzumfang der vorliegenden Erfindung
fallend betrachtet.
Ein Vorteil der vorliegenden neuen Prozedur besteht darin, daß
sie bessere Soft-Informationen zur Verwendung in einem Turbodecoder
oder dergleichen im Kontext einer Kugelsuche mit stark verringerter Komplexität
zum Beispiel aufgrund eines schrumpfenden Radius bereitstellt. Mit dem vorliegenden
Verfahren ist es nicht notwendig, daß man sich für Soft-Informationen
allein auf die sehr kleine Menge von Kandidatenvektoren verläßt, die eine
Kugelsuche mit schrumpfendem Radius überleben. Stattdessen werden die Ergebnisse
der Kugelsuche mit schrumpfendem Radius oder einer anderen Art von Suche durch zusätzliche
Kandidatenvektoren ergänzt, bei denen es aufgrund der Art und Weise ihrer Konstruktion
hochwahrscheinlich ist, daß sie nützlich sein werden.
Fig. 1
(STAND DER TECHNIK)
Fig. 2
(STAND DER TECHNIK)
Fig. 3
70
UNEINGESCHRÄNKTE ML-SCHÄTZUNG
75
OBERE TRIANGULARISIERUNG
80
KUGEL-KANDIDATENSUCHE
90
APP-NACHPROZESSOR
Fig. 4
(STAND DER TECHNIK)
100
MENGE S' ÜBERLEBENDER KANDIDATEN ERHALTEN s' ∈ S'
110
J(s') FÜR ALLE s' ∈ S' ERHALTEN
120
FÜR JEDE BITPOSITION i, i = 1, ..., MQ – 1, BERECHNE LLR(i) = J(s')
xi (s') = 0 xi (s') = 1
130
AUSGABE LLR(i), i = 1, ... MQ – 1
Fig. 5
140
ERHALTE sML
150
ERHALTE DIE MENGE S'' = S'U {s MIT |x(s) XOR xML|2 = 1}
160
ERHALTE J(s'') FÜR ALLE s'' ∈ S''
170
FÜR JEDE BITPOSITION i, i = 1, ..., MQ – 1, BERECHNE LLR(i) = J(s'')
xi(s'') = 0 xi(s') = 1
130
AUSGABE LLR(i), i = 1, ... MQ – 1
Anspruch[de]
Verfahren zum Decodieren eines empfangenen Vektorsymbols, das einer
Binärkette mit mehreren Bitpositionen entspricht, mit den folgenden Schritten:
(a) Ausführen (80) einer Kugelsuche, um eine Anfangsmenge von Kandidatenvektoren,
einschließlich eines wahrscheinlichsten Kandidatenvektors, zu erhalten; und
(b) Berechnen (90) eines log-Wahrscheinlichkeitsverhältnisses für
jede der Bitpositionen, dadurch gekennzeichnet, daß jedes dieser Verhältnisse
auf Werten einer Kostenfunktion, die für mindestens einige, zu der Anfangsmenge
gehörende Kandidatenvektoren berechnet wird, und auf Werten der Kostenfunktion
für mindestens einige weitere, durch Umklappen eines oder mehrerer Bit des
wahrscheinlichsten Kandidatenvektors konstruierte (150) Kandidatenvektoren
basiert.Verfahren nach Anspruch 1, bei dem ferner mindestens ein Vektor, der
durch die Kugelsuche als außerhalb eines Suchradius liegend ausgeschlossen
wurde, in die Anfangsmenge von Kandidatenvektoren aufgenommen wird.Verfahren nach Anspruch 1, wobei jeder der mindestens einigen weiteren
Kandidatenvektoren durch Umklappen von genau einem Bit des wahrscheinlichsten Kandidatenvektors
konstruiert wird.