GEBIET DER ERFINDUNG
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Manipulation
von Teilchen unter Verwendung von Dielektrophoresekräften für Screeningprozeduren
mit hohem biologischem Wert, durchgeführt bei potenziellen pharmazeutischen
Verbindungen, das zur Diagnostik und Analyse von landwirtschaftlichen Erzeugnissen
geeignet ist. Die Erfindung betrifft ebenfalls eine Vorrichtung zur Ausführung
des offenbarten Verfahrens.
HINTERGRUND DER ERFINDUNG
In einem sich ausdehnenden Fachgebiet, das die Entdeckung von neuen
Medikamenten und kombinatorische Chemie umfasst, die bei der Herstellung von neuen
Anwärterverbindungen verwendet wird, wird es insbesondere vorteilhaft sein,
in der Lage zu sein, eine große Anzahl an Substanzen mittels einer Prozedur
zu screenen, die einen hohen Durchsatz zu dem Zweck der Beobachtung ihrer physiologischen
Auswirkung auf Tiere und auf Menschen bietet. Vor dem „teilweise erfolgreichen"
Testen der Wirksamkeit eines Medikamentenanwärters an Tieren, sollte die Substanz
auf ihre potenzielle Giftigkeit in Bezug auf lebende Zellen getestet werden. Umgekehrt
ist es die herkömmliche Praxis, dass viel versprechende Verbindungen nahezu
sofort in umfassenden Studien an Tiermodellen getestet werden, Studien, die gleichzeitig
lang und teuer sind. Weiterhin wird die Praxis zum umfassenden Testen an Tieren
weniger und weniger in den Vereinigten Staaten und in Europa kulturell akzeptabel.
Wenn potenzielle pharmazeutische Verbindungen getestet werden, um ihre Wechselwirkungen
mit lebenden Zellen zu beobachten, bevor Studien an Tiermodellen durchgeführt
werden, kann dies die Anzahl an Tieren, die für anschließende Versuche
benötigt wird, durch Ausschließen von vielen der Anwärter reduzieren,
bevor die Stufe des Testens an Tieren erreicht wird.
Gegenwärtige Prozeduren für die Analyse von Zelle-Medikament-Wechselwirkung
bieten weder einen hohen Durchsatz noch einen hohen biologischen Wert aufgrund der
eingeschränkten Anzahl an Zellen und Verbindungen, die in einer gegebenen Zeitdauer
analysiert werden können, der unzureichenden Durchführbarkeit der Verfahren,
die zur Verabreichung der Verbindungen notwendig sind, und den erforderlichen, beträchtlichen
Volumen der Verbindung.
Dementsprechend sind Anstrengungen unternommen worden, um diese Nachteile
durch Studieren von alternativen Verfahren für die Analyse von Wechselwirkungen
zwischen Zelle und Medikament oder noch allgemeiner zwischen biologischen Proben
und biologisch aktiven Mitteln zu überwinden, wie beispielsweise jenen, die
nachstehend beispielhaft angegeben sind.
Zellmatrizen
Es sind einige Verfahren zur Herstellung von gleichmäßig
mikromodellierten Zellmatrizen beschrieben worden, zum Beispiel Photolithography
(Mrksich & Whitesides, Ann. Rev. Biophys. Biomol. Struc. 25:55-78, 1996). Gemäß
diesem Verfahren, das eine Glasplatte verwendet, werden ein fotoempfindliches Material
und eine Maske eingesetzt, um eine Platte zu erhalten, die eine Matrix aus reaktiven
oder hydrophilen Stellen auf einer Oberfläche zeigt, die im Gegensatz dazu
hydrophob ist. Die Matrix aus hydrophilen Gruppen stellt ein Substrat dar, um auf
ihm eine nichtspezifische und nichtkovalente Bindung von bestimmten Typen an Zellen
zu erhalten, die jene aus neuronalem Ursprung einschließen (Kleinfeld et al.,
J. Neurosci. 8:4098-4120, 1988).
In einem anderen Verfahren, das auf spezifischen, aber nichtkovalenten
Wechselwirkungen basiert, wird Lichtpausen verwendet, um eine Goldoberfläche
herzustellen, die Stellen aus Laminin, einem Zell-bindenden Protein, zu erzeugen,
das normalerweise in der extrazellulären Matrix gefunden wird. (Singhvi et
al., Science 264:696-698, 1994).
Eine spezifischere, gleichförmige Bindung kann durch Vernetzung
von spezifischen Molekülen, wie beispielsweise Proteinen, an reaktiven Stellen
des modellierten Substrats erhalten werden (Aplin & Hughes, Analyt. Biochem. 113:
144-148, 1981).
Eine andere Entwicklung eines optischen Systems zum Modellieren eines
Substrats und Bilden von reaktiven Stellen basiert auf der Verwendung von tiefen
UV-Strahlen, die durch eine optische Maske gerichtet werden, um aktive Orte zu erhalten,
die aus polaren Silanolgruppen bestehen. Diese Gruppen bilden die Stellen der Matrix
und werden durch Paarung mit anderen reaktiven Gruppen weiterhin modifiziert, wie
in US Patent Nr. 5,324,591 offenbart. Dieses
optische Verfahren zum Bilden von gleichförmigen Zellmatrizen auf einem Substrat
erfordert weniger Schritte als das fotolithografische Verfahren, aber erfordert
ultraviolettes Licht in hoher Intensität, und geeignete Lichtquellen sind sehr
teuer.
In all diesen Verfahren ist die resultierende Zellmatrix zudem gleichförmig,
weil die biochemisch spezifischen Moleküle an die chemisch mikromodellierten
Matrizen gebunden sind. Mit dem Fotolithografie-Verfahren binden die Zellen an Matrizen
aus hydrophilen Stellen und/oder an spezifische Moleküle, die an den Stellen
anhaften, die die Zellen binden. Dementsprechend binden die Zellen an all die Stellen
der Matrix auf die gleiche Weise. Mit dem optischen Verfahren binden die Zellen
an Matrizen, die Stellen aus freien Aminosäuregruppen enthalten, durch Haftung.
Es gibt wenig oder keinen Unterschied zwischen diesen Stellen. Hier binden die Zellen
wieder an all die Stellen auf die gleichen Weise, und es ist möglich, nur einen
gegebenen Zellwechselwirkungtyp unter Verwendung dieser Matrizen zu studieren, weil
irgendeine Stelle im Wesentlichen die gleiche wie eine andere ist.
Diesem Matrixtyp fehlt daher eine Flexibilität als ein Instrument
für die Analyse einer einzelnen spezifischen Varietät von Zelle oder Wechselwirkung.
Folglich entsteht der Bedarf zur Herstellung von Zellmatrizen, die nicht gleichförmig
mikromodelliert sind, um die Anzahl an Zellen oder Wechselwirkungen zu erhöhen,
die gleichzeitig analysiert werden können.
Die Internationalen Patentanmeldungen WO
00/39587 und WO 00/47996 veranschaulichen
ein System aus Sensoren und Verfahren zur Herstellung von Matrizen, zusammengesetzt
oder anders, aus Beads oder Zellen, die an den Spitzen von Bündeln von optischen
Fasern zufällig angeordnet sind. Während einerseits die in diesen Anmeldungen
beschriebenen Verfahren ein großes analytisches Potenzial, insbesondere in
dem Fall von Proteinen und Nukleinsäuren, bieten, ist es ein Nachteil, dass
sie dem Experimentator weder gestatten, Bestände von Interesse, die identifiziert
werden können, abzutrennen noch geschweige denn wieder zu gewinnen.
Zellphysiologie und Fluoreszenz
Eine Durchführung einer Untersuchung mit hohem Durchsatz bei
vielen Tausenden an Verbindungen erfordert die parallele Manipulation und die Behandlung
von vielen Verbindungen und der Reagenzien, die in dieser Untersuchung enthalten
sind; zudem muss es ein Verfahren zum Identifizieren und Messen der Resultate des
Experiments in der einfachsten, möglichen Weise geben. Die üblicheren
Untersuchungen verwendenden homogene Elends aus Verbindungen und biologischen Reagenzien
zusammen mit mindestens einer Markerverbindung, die in eine Standard-Mikrotiterplatte
mit 96 oder 384 Vertiefungen geladen werden (Kahl et al., J. Biomol. Scr. 2:33-40,
1997). Die von jeder Vertiefung gemessenen Signale, ob Fluoreszenzemissionen, optische
Dichte oder Radioaktivität, werden mit dem Signal von all dem Material integriert,
das die Vertiefung einnimmt, um einen allgemeinen Durchschnitt des Bestands von
allen Molekülen in der Vertiefung zu geben. Dieser Untersuchungstyp wird üblicherweise
eine homogene Untersuchung genannt.
Weil Fluoreszenz unter den Systemen am meisten verbreitet verwendet
wird, sind verschiedene Verfahren zur Erzeugung von Bildern von fluoreszierenden
Zellen mit einem Mikroskop und Extrahieren von Information über die räumliche
Verteilung und die Änderungen entwickelt worden, die über die Zeit in
diesen Zellen auftreten. Viele dieser Verfahren und ihre Anwendungen sind in einem
Artikel von Taylor et al., Am. Scientist 80:322-335, 1992 beschrieben.
Die vorgeschlagenen Verfahren sind bei der Herstellung einer kleinen
Anzahl an Proben im Hinblick darauf entworfen und optimiert worden, dass die Verteilung,
Menge und biochemisches Profil der fluoreszierenden Reportermoleküle, die in
den Zellen vorhanden sind, gemessen werden können, wobei ein hohes Niveau an
räumlicher und zeitlicher Auflösung erhalten wird.
Nützliche Detektionsverfahren schließen Behandelung der
Zellen mit Farbstoffen und fluoreszieren den Reagenzien ein, um Bilder zu erhalten
und/oder die Zellen genetisch zu modifizieren, derart, dass sie fluoreszierende
Proteine wie modifiziertes grünes fluoreszierendes Protein (GFP) herstellen
werden. Die Verwendung von GFP in der Studie der Genexpression und der Lokalisierung
von Proteinen werden ausführlich von Chalfic et al., in Science 263:803-805
diskutiert.
Dennoch sind diese Verfahren komplex, teuer und langsam, und sie können
nur verwendet werden, um Zellen in Gruppen, nicht einzeln, zu studieren.
Dielektrophorese
Dielektrophorese betrifft das physikalische Phänomen, durch das
dielektrische Teilchen, die räumlich ungleichförmigen elektrischen Gleichstrom-
oder Wechselstrom-Feldern unterworfen sind, einer Nettokraft ausgesetzt sind, die
in Richtung zu jenen Raumbereichen gerichtet ist, die durch ansteigende (pDEP) oder
abnehmende (nDEP) Feldstärke charakterisiert sind. Wenn die Stärke der
resultierenden Kräfte vergleichbar mit der Schwerkraft ist, ist es im Wesentlichen
möglich, ein Gleichgewicht an Kräften zu bilden, das die Levitation von
kleinen Teilchen ermöglicht. Die Stärke, Richtung und Orientierung der
Dielektrophoresekraft sind stark von den dielektrischen und leitenden Eigenschaften
des Körpers und von dem Medium abhängig, in das er geworfen wird, und
diese Eigenschaften variieren wiederum mit der Frequenz.
Studien, die die Effekte von Dielektrophoresekräften auf Mikroorganismen
oder biologische Stoffe im Allgemeinen (Zellen, Bakterien, Viren, DNA usw.) und
auf anorganische Stoffe analysieren, haben irgendwann einmal die Vorstellung der
Ausbeutung dieser Kräfte als ein Mittel zum Selektieren eines besonderen Körpers
aus einer Probe, die eine Vielzahl an Mikroorganismen enthält, unter Charakterisierung
der physikalischen Eigenschaften von Mikroorganismen und im Allgemeinen unter Gestatten
ihrer Manipulation angedeutet.
Beispielhaft lehrt die Internationale Patentanmeldung WO
00/47322 die Manipulation von generischen „Packungen" aus Substanzen
(flüssig, fest oder gasförmig) unter Verwendung von Dielektrophoresekräften,
die zwischen benachbarten Elektroden einer ansprechbaren Anordnung erzeugt werden.
Trotzdem ist das in dieser Druckschrift beschriebene Verfahren nicht zur Durchführung
einer Studie mit hohem biologischen Wert an Zellen und allgemeiner an Mikroorganismen
oder Teilen davon (DNA- und RNA-Sequenzen, Plasmide usw.) geeignet, weil einerseits
die „Packung" signifikanten Spannungen unterworfen wird, um ihre Manipulation
durch Dielektrophorese zu gestatten, und andererseits allgemeiner Reibung gegenüber
der Reaktionsoberfläche unterworfen wird, die die Anordnung von Elektroden
trägt.
Der Stand der Technik umfasst ein anderes System, das auf der Bildung
von dreidimensionalen Zellenmanipulationskäfigen durch Konstruieren von Mikrooktupolen
basiert (T. Schnelle et al., in Biochimica et Biophysica Acta, 1157:127-140); in
diesem Fall ist das Zellmaterial frei schwebend und daher von Reib- oder anderen
mechanischen Belastungen unbeeinflusst, insbesondere in dem Fall, in dem die Abmessungen
des angepassten Manipulationssystems mit jenen der Teilchen, die manipuliert werden,
vergleichbar sind, folglich die Größenordnung der Spannungen reduzierend,
die verwendet werden, um die notwendigen Feldverteilungen zu bilden, wenn unerwünschte
Effekte auftreten (Washizu & Kurosawa, Trans. Ind. Appl. 26:1165-1172, 1990; Washizu
et al., Trans. Ind. Appl. 30:835-843, 1994).
Die in der Literatur vorgeschlagenen Strukturen treffen jedoch auf
Ausführungsformprobleme, wenn die Abmessungen des geplanten Käfigs sich
jenen der tatsächlichen Zellen (mit dem Zweck eine einzelne Zelle einzufangen)
annähern. In diesem Fall besteht das Problem in der Ausrichtung der zwei Strukturen,
die miteinander auf einer mikrometrischen Skala zusammengebaut sind, die das Oktupol
bilden.
Dieses besondere Problem wird gemäß der Internationalen
Patentanmeldung WO 00/69565 gelöst,
die eine Vorrichtung und ein Verfahren für die Manipulation von Teilchen (der
Ausdruck „Teilchen", wird hierin nachstehend verwendet, um dielektrophoretisch
manipulierte, in Experimenten verwendete Elemente zu bezeichnen, ob sie biologische
Funktionseinheiten, mit einem Zuführmittel vermischte Substanzen oder beides
sind; welcher der drei Fälle beabsichtigt ist, wird aus dem Kontext erkennbar
sein) unter Verwendung von geschlossenen Dielektrophoresepotenzialkäfigen offenbart.
Weitere Verfahren sind aus der WO 00/32774,
EP-A-1088592, WO
99/38612, EP-A-0815942 und
WO 00/47322 bekannt.
Auf alle Fälle sind die letzteren Verfahren zur Manipulation,
die auf dielektrophoretischer Levitation des Materials zur Analyse basieren, gegenwärtig
auf die Trennung und/oder Zählung der manipulierten Teilchen eingeschränkt,
was durch Erkennung von eben derselben Teilchen unter Verwendung von geeigneten
Sensoren vom spezifischen Typ ermöglich wird, die in der Anordnung von Elektroden
hergestellt und integriert sind und/oder innerhalb oder außerhalb der Kammer
angeordnet sind, in der die levitationale Manipulation stattfindet. Das bedeutet,
dass solche Verfahren nur für Teilchen mit intrinsischen, ausgeprägten
Charakteristiken (unterschieden auf der Basis der Größe, zum Beispiel)
verwendet werden können, die mit spezifischen Sensoren detektierbar sind, die
auf einer Basis des fallweisen Vorgehens hergestellt werden müssen.
ZUSAMMENFASSUNG DER ERFINDUNG
Die Aufgabe der Erfindung ist, die verschiedenen Nachteile, auf die
in Verfahren vom Stand der Technik gestoßen wird, wie vorstehend
für die Manipulation von Zellen und allgemeiner von chemischem/biologischem
Material umrissen, zu dem Zweck zu überwinden, dass chemische und pharmakologische
Untersuchungen mit hohem Durchsatz rasch, effizient, ökonomisch, mit Präzision
und ohne den Bedarf (zumindest anfänglich) der Verwendung von Tieren, wie beispielsweise
Meerschweinchen, durchgeführt werden können.
Chemisches/biologisches Material bedeutet, insbesondere hier und überall
in der Beschreibung, irgendeine gegebene „Funktionseinheit", ob bestehend
aus einer „Verbindung" oder einer „Verbindungseinheit", wie nachstehend
definiert, oder aus einer Zelle.
Hier und überall in der Beschreibung wird der Ausdruck „Verbindung"
benutzt, um irgendeine gegebene Substanz zu bedeuten, die wahrscheinlich zur pharmazeutischen
Aktivität in der Lage ist, nämlich potenziell transformante DNA oder eine
chemische Substanz, wie gefunden, oder, wenn notwendig, auf der Oberfläche
von Mikrobeads geeignet immobilisiert oder in einer Lipid-Doppelschicht oder Liposom
mikroverkapselt, oder in einem Virus, der genetisch oder auf eine andere Weise modifiziert
ist, der in der Lage ist, als ein Vektor für genetisches Material zu fungieren.
Hier und überall in der Beschreibung wird der Ausdruck „Verbindungseinheit"
benutzt, um ein Liposom, das eine vorbestimmte Menge einer Verbindung, wie vorstehend
definiert, enthält, oder ein einzelner Vektorvirus zu bedeuten. In dem Fall,
dass chemische Substanzen verwendet werden, um ein Mikrobead zu beschichten, wird
eine „Verbindungseinheit" benutzt, um ein Mikrobead zu bedeuten, das eine
vorbestimmte Menge einer Verbindung aufweist, die auf seiner Oberfläche immobilisiert
ist.
Mit den vorangehenden Definitionen im Gedächtnis ist eine erste
Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Verfahren zur Durchführung von Tests
und Untersuchungen mit hohem Durchsatz und hohem biologischen Wert bei Funktionseinheiten
bereitzustellen, die aus einzelnen Zellen oder aus Verbindungseinheiten bestehen,
deren Natur a priori sogar unbekannt sein kann, sodass es eine Identifizierung von
Zellen oder Verbindungseinheiten von unbekannter Natur in einem anfänglich
gemischten Bestand und möglicherweise danach eine Trennung der identifizierten
Zellen und/oder Verbindungseinheiten von dem anfänglichen Bestand gestattet.
Eine zweite Aufgabe der Erfindung ist, ein Verfahren zur Durchführung
von Tests und Untersuchungen mit hohem Durchsatz und hohem biologischen Wert bei
einzelnen Zellen bereitzustellen, das eine Identifizierung der biologischen Aktivität
bei den einzelnen Zellen von einer oder mehreren ausgewählten Verbindungen,
die möglicherweise von einer oder mehreren einzelnen identifizierbaren Verbindungseinheiten
zugeführt werden, durch Überwachen der Antwort auf die Zellen bei der
Verabreichung solcher Verbindungen gestattet. Bevorzugt ist ebenfalls eine Aufgabe
der Erfindung, ein Verfahren des vorgeschlagenen Typs zur Untersuchung der biologischen
Aktivität bereitzustellen, das einer Verbindung gestattet, zu einer Zeit zu
den Zellen, bevorzugt unter Einsatz von vorbestimmten und einstellbaren Dosierungen,
verabreicht zu werden.
Eine dritte Aufgabe der Erfindung ist, eine Testvorrichtung bereitzustellen,
die Verwendung von einer dielektrophoretischen Manipulation macht und zur Ausführung
der vorstehend angegebenen Verfahren geeignet sein wird, die eine stabile Levitation
von neutralen dielektrischen Teilchen oder elektrisch geladenen Teilchen (Zellen
oder Verbindungen) zu dem Zweck der Verifizierung und Steuerung der Position jeder
einzelnen Zelle oder Verbindung gestattet, die in der Vorrichtung vorhanden ist.
Eine weitere Aufgabe der Erfindung ist schließlich, ein einfaches,
rasches, effektives und zuverlässiges Verfahren zur Zuführung von Verbindungen
oder Verbindungseinheiten zu Zellen oder Mikroorganismen bereitzustellen.
Unter Betrachtung eines ersten Aspekts der Offenbarung betrifft die
Erfindung ein Verfahren zur Durchführung von Tests und Untersuchungen mit hohem
Durchsatz und hohem biologischen Wert bei einer Probe, welche chemisches/biologisches
Material enthält, bestehend aus unbekannten Funktionseinheiten, wie in Anspruch
1 beansprucht. Insbesondere umfasst solch ein Verfahren die Schritte:
- (a) – Einführen der Probe einschließlich der unbekannten Funktionseinheiten
in eine erste Kammer einer Testvorrichtung, umfassend mindestens eine Anordnung
von ersten selektiv ansteuerbaren und aktivierbaren Elektroden und mindestens eine
zweite den ersten Elektroden gegenüber angeordnete und zugewandte zweite Elektrode;
- (b) – Einführen von chemischem/biologischem Material in eine erste
Kammer der Testvorrichtung, bestehend aus bekannten Funktionseinheiten, die innerhalb
der Testvorrichtung identifizierbar sind und eine vorausgesetzte Affinität
mit den unbekannten Funktionseinheiten aufweisen;
- (c) – selektives Bilden von geschlossenen bewegbaren Potentialkäfigen
innerhalb der ersten Kammer mittels Dielektrophoresekraft, gebildet durch die gegenüberliegenden
Elektroden, und Einfangen mindestens eines Teils der unbekannten
Funktionseinheiten innerhalb der bewegbaren Käfige;
- (d) – Bewegen mindestens eines der bewegbaren Käfige, enthaltend
die bekannten Funktionseinheiten, in Richtung der bewegbaren Käfige, enthaltend
die unbekannten Funktionseinheiten, und Hervorrufen einer Wechselwirkung von mindestens
einer unbekannten Funktionseinheit mit mindestens einer bekannten Funktionseinheit
mindestens eines ersten Typs durch Bewirken der Fusion mindestens eines Paares von
bewegbaren Käfigen, enthaltend die jeweiligen Funktionseinheiten;
- (e) – Verifizieren der Bildung oder auf andere Weise einer stabilen Bindung
zwischen der mindestens einen unbekannten Funktionseinheit und der mindestens einen
bekannten Funktionseinheit des ersten Typs zu dem Zweck der Bestimmung, ob eine
Affinität zwischen den beiden besteht, und folgliches Identifizieren der mindestens
einen unbekannten Funktionseinheit.
Die auf diese Weise identifizierten, unbekannten Funktionseinheiten
werden bevorzugt gezählt und von den verbleibenden Funktionseinheiten getrennt
und außerhalb von der Testvorrichtung wieder gewonnen, nachdem sie zu einer
zweiten Kammer der Testvorrichtung übertragen wurden.
Auf diese Weise und insbesondere unter Verwendung von Mikrobeads als
die bekannten Funktionseinheiten (funktionalisiert, zum Beispiel, mit speziellen
Antikörpern oder mit einem Liganden) kann das Verfahren gemäß der
Erfindung in dem Gebiet der Diagnostik zur Identifizierung und denkbar zur Zählung
eines gegebenen Organismus in einer Probe, zur Trennung von Zellen auf der Basis
der antigenetischen Charakteristiken, zum Beispiel, beim Trennen von neoplastischen
Zellen von normalen Zellen oder zum Studieren der Zellantwort verwendet werden,
die durch die Bindung eines Ligands an seinen spezifischen Rezeptor ausgelöst
wird.
Unter Betrachtung eines zweiten Aspekts der Offenbarung betrifft die
Erfindung ein Verfahren zur Durchführung von Tests und Untersuchungen mit hohem
Durchsatz und hohem biologischen Wert bei einer Vielzahl von ersten Funktionseinheiten,
ausgewählt aus einer Gruppe, einschließlich Zellen, Viren, Mikroorganismen,
Nukleinsäuren und Kombinationen von diesen, und einer Vielzahl von zweiten
Funktionseinheiten, bestehend aus Verbindungen oder Verbindungseinheiten, welche
hinsichtlich ihrer biologischen Aktivität gegenüber den ersten Funktionseinheiten
getestet werden sollen, wie in Anspruch 20 beansprucht; insbesondere umfasst solch
ein Verfahren die Schritte:
- (a) – Einführen der ersten und der zweiten Funktionseinheiten in
eine erste Kammer einer Testvorrichtung, umfassend mindestens eine Anordnung von
ersten selektiv ansteuerbaren und aktivierbaren Elektroden und mindesten einer zweiten
gegenüber den ersten Elektroden und diesen zugewandt angeordneten zweiten Elektrode;
- (b) – selektives Bilden von geschlossenen bewegbaren Potentialkäfigen
innerhalb der ersten Kammer mittels einer Dielektrophoresekraft, gebildet durch
die gegenüberliegenden Elektroden, und Einfangen mindestens eines Teils der
Funktionseinheiten innerhalb der bewegbaren Käfige;
- (c) – Bewegen mindestens eines der bewegbaren Käfige, enthaltend
die ersten Funktionseinheiten, in Richtung der bewegbaren Käfige, enthaltend
die zweiten Funktionseinheiten, und Hervorrufen einer Wechselwirkung mindestens
einer ersten Funktionseinheit mit mindestens einer zweiten Funktionseinheit mindestens
eines ersten Typs durch Bewirken der Fusion mindestens eines Paars von bewegbaren
Käfigen, welche die jeweiligen Funktionseinheiten enthalten;
- (d) – Verifizieren der biologischen Aktivität der zweiten Funktionseinheit
gegenüber der ersten Funktionseinheit durch Analysieren der resultierenden
Wechselwirkung unter Verwendung von zur Detektion irgendeines Beweises fähigen
Sensors in der ersten Funktionseinheit mindestens eines aus einer ausgewählten
Gruppe von Effekten, nämlich der cytostatischen, cytotoxischen, mitotischen
Expression eines Markers.
Exakter werden die vorstehend erwähnten cytostatischen, cytotoxischen,
mitotischen Effekte durch Verifizieren der Anwesenheit und/oder geänderten
Anwesenheit der ersten Funktionseinheiten in den bewegbaren Käfigen detektiert,
die um sie und/oder in Nähe zu einer Vielzahl an ersten Elektroden gebildet
sind, die unmittelbar benachbart zu den bewegbaren Käfigen positioniert sind,
die die ersten Funktionseinheiten enthalten, und die vor der Ausführung des
vorstehend erwähnten Schritts (c) durch leer bewegbare Käfige frei oder
belegt gelassen werden.
Es wird folglich möglich, viele Tausende von Experimenten parallel
innerhalb der gleichen Vorrichtung durchzuführen. Zellen des gleichen Typs
können mit einer Kombination von verschiedenen Verbindungen behandelt werden,
oder alternativ kann eine Kombination von Zellen mit einer Verbindung behandelt
werden, oder wiederum kann eine Kombination aus beiden Lösungen verwendet werden.
Die Anzahl an Experimenten, die mit diesem Verfahren möglich ist, kann weiterhin
durch Variieren der „Dosis" der zu jeder einzelnen Zelle verabreichten
Verbindungen oder der Menge eines bestimmten Verbindungstyps erhöht werden.
Neben dem Vorteil des hohen Durchsatzes gestattet das Verfahren, dass
Experimente bei hoher Geschwindigkeit mittels der Verwendung von geringen Reaktionsvolumen,
das heißt kleinen Mengen von Verbindungen, ebenso von Puffern und anderen Reagenzien,
durchgeführt werden. Tatsächlich weist das Hilfsmittel zur Positionierung
der Teilchen durch dielektrophoretische Levitation den Effekt der Minimierung der
Manipulation der Flüssigkeit unter Verwendung von unhandlichen und teuren Mikrofluidsystemen
auf.
Dies weist ebenfalls einen zusätzlichen und offensichtlichen
positiven Einfluss auf die Unkosten der Durchführung des Experiments auf, weil
es möglich ist, den Bedarf an großen Mengen von Verbindungen zu reduzieren,
die besonders teuer und/oder schwierig durch Synthese zu erhalten sind.
Im Gegensatz zu „traditionellen" Systemen zur Immobilisierung
von Zellen (basierend auf einer chemischen Bindung – spezifisch oder auf
eine andere Weise – mit einem Substrat), wird die Anordnung von Zellen gemäß
der vorliegenden Erfindung mittels dielektrophoretischer Levitation erreicht, sodass
es keinen Kontakt und keine Bindung, egal welche, zwischen dem Material und der
Vorrichtung gibt, und dies soll gewährleisten, dass die physiologische Antwort
natürlicher ist.
Im Vergleich zu Systemen, die auf vielen Kammern (Mikrotitern usw.)
basieren, besteht ein weiterer Unterschied und Vorteil in der Tatsache, dass die
Zelle-Verbindung-Wechselwirkungen alle in der gleichen Kammer der einen Vorrichtung
und in der Praxis gleichzeitig auftreten können. Dies reduziert das Auftreten
von Fehlern in der Analyse, die mit dem Apparat auftreten, der getrennte Kammern
oder Vertiefungen aufweist, weil die Bedingungen, unter denen das Experiment durchgeführt
wird, durch eine größere Gleichförmigkeit gekennzeichnet sind.
Das offenbarte Verfahren ermöglicht ebenfalls die Analyse einer
Antwort einer einzelnen Zelle und nicht nur die des statistischen Mittels in einem
Bestand aus homogenen Zellen, wie es in nahezu allen der bis jetzt vorgeschlagenen
Verfahren auftritt. Dies wird durch die Übernahme von integrierten Abtastsystemen
vom optischen oder kapazitiven Typ ermöglicht, die einen Verzicht von sperrigen
Instrumenten erlaubt, die zu dem Zweck in diesem Gebiet (TV-Kamera, Mikroskop) traditionell
verwendet werden, wenn auch solche Instrumente genauso gut für die visuelle
Überwachung von Ereignissen, die innerhalb der Vorrichtung auftreten, oder
einfach, wenn bevorzugt, aus welchen Grund auch immer, verwendet werden können.
Zudem können herkömmliche Regelungstechniken eingesetzt
werden, die die Information verarbeiten, die von den Sensoren zurückkommt,
die in die Vorrichtung integriert sind, um eine Reihe von komplexen Tätigkeiten
im vollständig automatischen Modus auszuführen, wie beispielsweise die
selektive Wiedergewinnung von bestimmten Teilchen, die eine Analyse durchmachen.
Eigentlich kann das gesamte Verfahren automatisiert und elektronisch
gesteuert werden, was es insbesondere anpassbar an variierende Benutzeranforderungen
macht. Das erreichbare hohe Automatisierungsniveau schränkt ebenfalls das Auftreten
von Fehlern ein, das üblicherweise mit den wiederholten manuellen Tätigkeiten
verbunden ist, die in anderen Screening-Prozeduren durchgeführt werden.
Zudem kann das offenbarte Verfahren verwendet werden, um nicht nur
potenzielle pharmazeutische Verbindungen, die mikroverkapselt oder anders sind,
sondern ebenfalls passend funktionalisierte Mikrobeads zuführen.
Solche Beads können Abmessungen aufweisen, die mit jenen von
Zellen vergleichbar oder sogar viel kleiner sind, und durch herkömmliche Verfahren,
zum Beispiel, mit Antikörpern (Ab) oder anderen Substanzen beschichtet werden,
die fähig sind, mit Zellrezeptoren zu Wechselwirken.
Mit Sonden-DNA (oder RNA) passend beschichtete Mikrobeads können
hergestellt werden, sodass sie mit anderen, die mit Ziel-DNA (oder RNA) beschichtet
sind, als Teil eines Hybridisierungstests Wechselwirken, zum Beispiel, um das Ziel
(Molekulardiagnostik) oder in der Einzel-Nukleotid-Polymorphismus-(SNP bzw. bzw.
single nucleotid polymorphism) Analyse zu identifizieren.
Unter Betrachtung eines dritten Aspekts der Offenbarung betrifft die
Erfindung eine multifunktionelle Testvorrichtung, bestehend aus einem ersten Modul,
umfassend eine Anordnung von ersten Elektroden, welche einzeln und selektiv ansteuerbar
und aktivierbar mindestens zum Teil sind, angeordnet auf einem isolierenden Träger;
einem zweiten Modul, umfassend mindestens eine zweite Elektrode, positioniert gegenüber und
den ersten Elektroden zugewandt, und eine obere Trägerstruktur; ebenso einem
Abstandselement, welches zwischen dem ersten und zweiten Modul angeordnet ist und
eine flüssige oder halbflüssige Umgebung während des Betriebs abgrenzt,
dadurch gekennzeichnet, dass das Abstandselement in einer solchen Art und Weise
ausgeführt ist, dass mindestens eine erste Kammer und mindestens eine zweite
Kammer innerhalb der Vorrichtung vorgesehen ist, hydraulisch mittels mindestens
einer schmalen Passage verbunden, und die flüssige oder halbflüssige Umgebung
abgrenzend, welche auf diese Weise durch die mindestens eine schmale Passage in
mindestens zwei Teilumgebungen aufgeteilt ist, welche gegenseitig hydraulisch unbeeinflusst
sind und mit den mindestens zwei Kammern übereinstimmen.
Die zwei Kammern sind mit selektiv und kontrollierbar zu öffnenden
Öffnungen versehen, die als jeweilige Einlassöffnungen und Auslassöffnungen
dienen, und wobei die Anordnung der ersten Elektroden als Boden der Kammern und
der mindestens einen schmalen Passage, welche den Austausch zwischen den Kammern
ermöglicht, dient.
Mit dieser Lösung wird es möglich, Tests und Tätigkeiten
in Anzahlen auszuführen, die bis jetzt nicht durch eine einzelne Testvorrichtung
gehandhabt, rasch und zuverlässig, mit Leichtigkeit und geringen Kosten (vorausgesetzt,
dass die Prozeduren alle ohne Schwierigkeit durch elektronische Programmierung ausgeführt
werden können) ausgeführt werden konnten. Tatsächlich offenbaren
die Lösungen vom Stand der Technik, die bis jetzt in dem Gebiet der Kombinatorischen
Chemie vorgeschlagen wurden, allerlei Probleme, von denen viele mit der Vorrichtung
gemäß der Erfindung aufgrund ihrer Fähigkeit überwunden werden
können, eine räumliche Verteilung von Teilchen zu bilden oder einfacher
ihre Position zu steuern, wobei eine gezielte Verteilung von elektrischen Feldern
eingesetzt wird, die entworfen sind, um geschlossene Potenzialkäfige mittels
Dielektrophoresekraft zu bilden. Diese Käfige können auf eine solche Weise
manipuliert werden, dass ein innerhalb eines entsprechenden Käfigs gefangenes
Teilchen gebildet wird, um nennenswerte Abstände innerhalb der Vorrichtung
abzudecken.
Schließlich betrifft die Vorrichtung ein Verfahren zum Transportieren
erster Funktionseinheiten, bestehend aus Verbindungen oder Verbindungseinheiten,
in zweite Funktionseinheiten, wie in Anspruch 40 beansprucht; solch ein Verfahren
umfasst die Schritte:
- (a) – des Einführens der ersten und zweiten Funktionseinheiten in
eine Kammer einer Testvorrichtung, umfassend mindestens eine Anordnung erster selektiv
ansteuerbarer und aktivierbarer Elektroden und mindestens eine zweite Elektrode,
welche gegenüber den ersten Elektroden und diesen zugewandt angeordnet ist;
- (b) – des selektiven Bildens von geschlossenen bewegbaren Potentialkäfigen
innerhalb der Kammer mittels einer Dielektrophoresekraft, gebildet durch die gegenüberliegenden
Elektroden, und des Einfangens mindestens eines Teils der Funktionseinheiten innerhalb
der bewegbaren Käfige;
- (c) – der Identifizierung und Auswahl der die ersten Funktionseinheiten
enthaltenden Käfige;
- (d) – des Bewegens mindestens eines der bewegbaren Käfige, enthaltend
die ersten Funktionseinheiten, in Richtung der bewegbaren Käfige, enthaltend
die zweiten Funktionseinheiten;
- (e) – des Hervorrufens der Fusion mindestens eines bewegbaren Käfigs,
enthaltend eine erste Funktionseinheit, mit einem bewegbaren Käfig, enthaltend
eine zweite Funktionseinheit.
Das Verfahren bietet folglich die Möglichkeit des Bringens von
ausgewählten Substanzen in Kontakt mit anderen ausgewählten Substanzen
oder Organismen in einer gesteuerten Weise, rasch und effektiv, nicht nur zu dem
Zweck des Durchführens von Tests, sondern ebenfalls zum vorsätzlichen
Herbeiführen von Änderungen oder Reaktionen, während des Haltens
der Reaktionsprodukte „innerhalb von Grenzen", zum Beispiel, unter Erzeugung
von genetischen Änderungen in Mikroorganismen, die anschließend leicht
wieder gewonnen werden können.
KURZE BESCHREIBUNG DER ZEICHNUNGEN
Andere Merkmale und Vorteile der Erfindung werden von der folgenden
Beschreibung von bestimmten bevorzugten Ausführungsform, die beispielhaft veranschaulicht
sind, und keine Einschränkung beinhalten, mit Hilfe der begleitenden Zeichnungen
klarer zum Vorschein kommen.
1 veranschaulicht einen Teil einer herkömmlichen
Vorrichtung für die Manipulation von Proben durch Dielektrophorese, schematisch
und in Perspektive gesehen;
2 ist eine schematische dreidimensionale Ansicht der
Vorrichtung, die gemäß der Vorliegenden Erfindung ausgeführt ist;
3 ist eine schematische Veranschaulichung, die eine
der möglichen Ordnungsstrategien zeigt, die in dem Verfahren gemäß
der Erfindung verwendet werden kann, die aus Einführung und Platzierung besteht,
was nacheinander für die verschiedenen Typen an Zellen ausgeführt wird;
4 veranschaulich eine Ordnungsstrategie, die aus der
gleichzeitigen Einführung von einigen Spezies und der selektiven Platzierung
von verschiedenen Spezies besteht;
5 zeigt die Kurve, die durch Dielektrophoresekraft
unter Bedingungen des Variierens der Frequenz für Zellen (BIO) und für
Mikrobeads (BEAD) beschrieben wird;
6 veranschaulicht die Tätigkeit des Dielektrophoresesystems,
das gemäß der Erfindung verwendet wird, wenn zwei Käfige fusioniert
werden, wobei einer eine Zelle zur Analyse enthält, und der andere ein mit
Antikörpern beschichtetes Mikrobead mit Abmessungen enthält, die mit jenen
der Zelle vergleichbar sind, in dem Fall eines Zusammenpassens (6a) und keines Zusammenpassens
(6b) zwischen Antigen und Antikörper;
7 veranschaulicht die Tätigkeit des Dielektrophoresesystems,
das gemäß der Erfindung verwendet wird, wenn zwei Käfige fusioniert
werden, wobei einer eine Zelle zur Analyse enthält, und der andere mit Antikörpern
beschichtete Mikrobeads mit Abmessungen enthält, die geringer als jene der
Zelle sind, in dem Fall eines Zusammenpassens zwischen Antigen und Antikörper
mit einer vorherrschenden positiven Dielektrophoresekraft (7a), eines Zusammenpassens,
aber mit einer vorherrschenden negativen Dielektrophoresekraft (7b) und keines Zusammenpassens
(7c);
8 schließt eine Grafik ein, die eine Anzahl an
Potenzialminima zeigt, und veranschaulicht die Versetzung einer neu erzeugten Zelle
von dem Minimum, das von der Elternzelle belegt ist, zu dem benachbarten Minimum;
9 veranschaulicht die Schritte der Analyse und Selektion
von spezifischen Zellen unter Verwendung von Mikrobeads, die mit spezifischen Antikörpern
funktionalisiert sind.
BESTE WEISE ZUR AUSFÜHRUNG DER ERFINDUNG
Unter Bezugnahme auf 1 und
2 basiert die vorliegende Erfindung auf der Verwendung
einer Testvorrichtung, die eine Technologie ausführt, die in der Internationalen
Patentanmeldung WO 00/69565 offenbart ist,
die von der selben Anmelderin eingereicht ist, deren Inhalt hier einbezogen ist,
insoweit sie eine nützliche Bezugnahme für die Zwecke der vorliegenden
Offenbarung bereitstellt; tatsächlich beinhaltet die hierin beschriebene Vorrichtung
neue und originelle strukturelle Merkmale, die nicht in der vorstehend erwähnten
Anmeldung erwähnt sind, die insbesondere in solch einer Weise entworfen sind,
dass die Test- und Untersuchungsverfahren gemäß der vorliegenden Erfindung
einfach, effizient, ökonomisch und mit einer rationellen Verwendung vom Raum
durchgeführt werden können.
Die vorgeschlagene Vorrichtung, die in 1
schematisch veranschaulicht ist, umfasst zwei Hauptmodule, von denen ein erstes
aus einer Anordnung M1 von Elektroden LIJ besteht, die in ordnungsgemäßer
Basis auf einer isolierenden Trägerstruktur A1 angeordnet sind. Die Elektroden
LIJ können aus irgendeinem gegebenen leitfähigen Material gestaltet sein,
das bevorzugt ausgewählt ist aus den Metallen, die mit der Technologie der
elektronischen Integration kompatibel sind, während das isolierende Medium
der Trägerstruktur A1 Siliziumoxid oder gewiss irgendein anderes isolierendes
Material sein kann.
Die Form der Elektroden LIJ, die die Anordnung M1 bilden, kann aus
einer Anzahl an Typen ausgewählt werden; in 1
sind die Elektroden LIJ quadratisch, wenn dies auch keine Einschränkung beinhaltet.
Jedes Element der Anordnung M1 besteht aus einer einzelnen Elektrode LIJ, die dazu
dient, einen Dielektrophoresekäfig S1 zu erzeugen, um mittels dem eine biologische
Probe BIO innerhalb einer flüssigen oder halbflüssigen Umgebung L zu manipulieren,
die durch ein Abstandselement A3 abgegrenzt ist.
Eine Region C unterhalb der Elektroden dient dazu, integrierte Abtastschaltungen
unterzubringen, die in die Vorrichtung integriert werden können, das heißt,
Sensoren aus einer herkömmlichen Ausführungsform (der Einfachheit halber
nicht veranschaulicht), die aus einer Anzahl an Typen ausgewählt sind, sodass
sie die Anwesenheit einer zu manipulierenden Funktionseinheit innerhalb der von
den Elektroden erzeugten Potenzialkäfige S1 detektieren werden. In einer bevorzugten
Ausführungsform der Vorrichtung besteht das zweite Hauptmodul im Wesentlichen
aus einer einzelnen großen Elektrode M2, die die Vorrichtung in ihrer Gesamtheit abdeckt.
Schließlich kann die Vorrichtung ebenfalls eine obere Trägerstruktur A2
einschließen, die ebenfalls als ein Deckel für die Vorrichtung fungiert
und die die flüssige oder halbflüssige Umgebung L einschließt.
Die einfachste Form für die zweite Elektrode M2 ist die einer
glatten, flachen und gleichmäßigen Oberfläche; andere Formen mit
größerer oder geringerer Komplexität sind möglich (zum Beispiel
ein Gitter aus gegebener Maschengröße, durch das Licht passieren kann).
Das am meisten geeignete Material für die Elektrode M2 wird ein transparentes,
leitfähiges Material sein, das auf einer Trägerstruktur A2 aus Glas abgelagert
ist. Neben dem Gestatten des Einschlusses von Abtastschaltungen, wie vorher umrissen,
wird diese Lösung ebenfalls die Verwendung von traditionellen optischen Inspektionsmitteln
(Mikroskop und TV-Kamera) ermöglichen, die über der Vorrichtung positioniert
sind.
Das schematische Diagramm von 2 stellt
eine Vorrichtung DE dar, die gemäß der Erfindung ausgeführt ist und
die von der Vorrichtung von 1 abgeleitet ist, und dementsprechend
sind solche Details, die ähnlich oder identisch in den zwei Zeichnungen erscheinen,
der Einfachheit halber unter Verwendung der gleichen Bezugszeichen angegeben.
Die Vorrichtung DE umfasst ein oberes Modul A2, das eine einzelne
Elektrode M2 zeigt (die im Interesse der Einfachheit nicht angegeben ist), ein unteres
Modul C, das eine Anordnung M1 von selektiv ansteuerbaren und aktivierbaren Elektroden
LIJ (nicht veranschaulicht) trägt, ebenfalls einen Abstandshalter A3, der zwischen
die zwei Hauptmodule A2 und C zwischengeschoben ist und eine flüssige oder
halbflüssige Umgebung L umgibt, die bei Betrieb aus geeigneten Pufferlösungen
bestehen wird. In diesem Fall ist der Abstandshalter A3 jedoch gemäß der
Erfindung in solch einer Weise gestaltet, sodass er zwei innere Kammern F und FL
bildet, die mittels mindestens einer schmalen Passage D hydraulisch verbunden sind
und die Umgebung L abgrenzen, die folglich durch die schmale Passage D in zwei Teilumgebungen
geteilt ist, die voneinander hydraulisch unbeeinflusst sind und mit den zwei Kammern
F und FL übereinstimmen. Jede Kammer F und FL ist weiterhin mit selektiv und
steuerbar öffenbaren Öffnungen ausgerüstet, die als Einlassöffnungen
und Auslassöffnungen fungieren, die jeweils als I1 und O1 (Kammer F) und I2
und O2 (Kammer FL) bezeichnet sind; die Anordnung M1 von Elektroden LIJ fungiert
als der Boden der beiden Kammern F und FL und der verbindenden schmalen Passage
D.
Die so ausgeführte Vorrichtung wird gemäß der Erfindung
in einer nun zu beschreibenden Weise verwendet.
Hochdurchsatz-Screening
In dem Verfahren gemäß der vorliegenden Erfindung kann der
Experimentator die Probe (seien es Zellen, mikroverkapselte potenzielle pharmazeutische
Verbindungen oder funktionalisierte Mikrobeads) durch die relativen Einlassöffnungen
I1 (2) und in die Manipulationsumgebung unter Verwendung
herkömmlicher Instrumente, die dem Fachmann bekannt sind (peristaltische Pumpen,
Pipettierhilfen, Hamilton-Spritzen usw.), unter Einsatz einer Prozedur einführen,
die entsprechend den Anforderungen ganz automatisch sein oder die manuell vonstatten
gehen kann. Die Probe wird einer Dielektrophoresekraft von geeigneter Stärke
in solch einer Weise unterworfen, dass sie innerhalb eines Potenzialminimums eingefangen
wird und sie veranlasst wird, innerhalb der Vorrichtung größere oder geringere
Abstände zurückzulegen. Bevor diese Tätigkeiten beginnen können,
müssen in jedem Fall die Kammern F und FL (2)
der Vorrichtung mit einer geeigneten Pufferlösung mittels der Öffnungen
I1 und I2 gefüllt werden. Während dieses Schritts werden die Öffnungen
O1 und O2 auf der gegenüberliegenden Seite der Kammern offen gelassen, um die
Bildung von Luftblasen zu vermeiden, die verhindern würden, dass die Vorrichtung
DE korrekt funktioniert.
Die Tatsache, dass sie in der Lage ist, frei schwebende Teilchen durch
die alleinige Dielektrophoresekraft zu versetzen, ist beim Minimieren der Manipulation
der Flüssigkeit unter Verwendung von unhandlichen und teuren strömungsdynamischen
Systemen (Mikrofluiden) behilflich. Die ausgewählten Teilchen können in
der Einlassfläche F (an der vorübergehend ein hoher Durchfluss und eine
mögliche Turbulenz ist) gesammelt und dann durch die schmale Passage D in dem
zentralen Trenner und in die normalerweise durchflusslose benachbarte Kammer FL
unter Bewegung der Teilchen eher als die Flüssigkeit und folglich unter Vermeidung
von Belastung durch Reibung und Kontakt gerichtet werden. In dieser Weise können
die Teilchen in einer ordnungsgemäßen Matrix angeordnet oder ihnen einfacher
gestattet werden, die spontan innerhalb der Kammer angenommene Position aufrecht
zu erhalten.
Die erforderliche Platzierung erzeugt und/oder aufrecht erhalten habend,
ist es dann möglich, andere Teilchen zu versetzen, seien sie Zellen oder Verbindungen,
die anzuordnen bzw. zu untersuchen sind, und sie in Kontakt mit
jenen zu bringen, die zu analysieren sind.
Es ist daher möglich, Tausende von parallelen Experimenten innerhalb
der gleichen Vorrichtung durchzuführen. Zellen des gleichen Typs können
mit einer Kombination aus verschiedenen Verbindungen behandelt werden oder alternativ
kann eine Kombination aus Zellen mit einer Verbindung behandelt werden. Es ist ebenfalls
möglich, verschiedene Zellen mit verschiedenen Verbindungen in dem Verlauf
von einem Experiment zu behandeln. Die Anzahl an Experimenten, die mit diesem Verfahren
möglich ist, kann weiterhin durch Variieren der „Dosierung" der zu jeder
Zelle verabreichten Verbindungen, d.h. der Anzahl an Einheiten eines bestimmten
Verbindungstyps, oder sogar Verabreichen von verschiedenen Verbindungen in Folge
zu jeder einzelnen Zelle erhöht werden.
Dies wird durch die folgende Formel veranschaulicht:
NE = n·2(c·p)
Wobei NE die Anzahl an einzelnen Experimenten ist, die innerhalb des
Gesamtexperiments durchgeführt werden können, n die Anzahl an verschiedenen
verwendeten Zellen ist, c die Anzahl an verschiedenen verwendeten Zellen ist, und
p die Dosierung der Verbindungen ist.
Verfahren zur Zuführung von Substanzen
Die Weise, in der zu verabreichende Substanzen zu den Zellen von Interesse
zugeführt werden, wird zuallererst davon, wo die Aktion stattfinden muss, in
anderen Worten, ob die Substanz in die Zelle eingeführt werden muss oder ob
sie mit einem Rezeptor außerhalb von der Zelle Wechselwirken kann, sowie von
den chemischen und physikalischen Eigenschaften der Substanz abhängen, die
getestet wird.
Substanzen, die in die Zelle eintreten müssen
In Fällen, in denen die Substanz in die Zelle eingeführt
werden muss, um ihre hypothetische Aktivität auszuführen, werden sich
die Verfahren zur Zuführung gemäß den chemischen und physikalischen
Eigenschaften von eben derselben Substanz signifikant ändern:
• Substanzen, die KEINE Mikroverkapselung erfordern
Diese Kategorie umfasst all jene Substanzen, die natürlich in
der Lage sind, durch Zellgrenzen (Membran und Wand, wenn überhaupt eine vorhanden
ist) durchzugehen, in anderen Worten weitgehend apolare Substanzen, die im Allgemeinen
eine getrennte Phase in wässerigen Lösungen bilden (mit der Ausnahme von
bestimmten polaren Substanzen, die in die Zelle durch Membrantransporterproteine
spontan eingeführt werden). Für viele dieser apolaren Substanzen ist es
ausreichend, Emulsionen unter Verwendung von Verfahren gemäß dem Stand
der Technik herzustellen, in denen der Durchmesser der Substanzbeads in der Emulsion
mit den Abmessungen der Dielektrophoresekäfige kompatibel sind, in denen sie
manipuliert werden. Andere (z.B. Retinolsäuren) werden durch ein Liposom zugeführt,
eingeschoben in Phospholipide als Bestandteile der Lipidschicht des Liposoms.
• Substanzen, die eine Mikroverkapselung erfordern
Diese Kategorie umfasst alle polaren Substanzen, die in die Zelle
eintreten müssen, um ihre Aktion durchzuführen, aber die sich in wässerigen
Lösungen lösen (einschließlich Nukleinsäuren). Um in die Zelle
einzutreten, müssen diese Substanzen mikroverkapselt sein, zum Beispiel, in
eine Doppelschicht aus Phospholipid (Liposom) eingebettet sein. Unter Fusion mit
der Wand der Zielzelle kann das Liposom seinen Inhalt in das Cytoplasma zuführen.
Es ist ebenfalls möglich, spezifische, mit der Substanz von Interesse imprägnierte
Mikrobeads zu verwenden, die von der Zelle absorbiert werden.
Alternativ können, wie in dem Fall von Nukleinsäuren, zum
Beispiel, Substanzen durch Viren vektorisiert werden, die, wenn angemessen, durch
herkömmliche Verfahren genetisch modifiziert sind. Während Viren signifikant
kleiner als Zellen sind, fällt das Hilfsmittel zur Manipulation von ihnen durch
Dielektrophorese dennoch in den Umfang von Stand der Technik in diesem Gebiet.
Substanzen, die nicht in die Zelle eintreten müssen
Diese Kategorie schließt all jene Substanzen ein, deren Aktion
der eines Rezeptor-Ligand-Mechanismuses entspricht. Ausgenommen, dass diese kleine
Moleküle sind, die in dem ausgewählten Puffer löslich sind, müssen
sie mit Hilfe von Mikrobeads zugeführt werden, das heißt unter Beschichtung
von Mikrobeads aus geeignetem Material mit diesen gleichen Substanzen. Andere Typen
an Molekülen können ebenfalls auf der Oberfläche von Liposomen zugeführt
werden. Schließlich können andere Zellen selbst den Liganden zuführen.
Strategien zum Ordnen von Zellen und Verbindungen
Um Experimente auszuführen, die das offenbarte Verfahren einsetzen,
muss der Experimentator notwendigerweise in der Lage sein, die Position und den
Typ jeder verwendeten Zell und/oder Verbindung zu kennen.
Strategien zur Ordnen von Zellen und Verbindungen fallen im Wesentlichen
in zwei Kategorien:
• Einführung der Reihe nach
Eine mögliche Prozedur ist, die Zellen und/oder Verbindungen
in die Vorrichtung der Reihe nach einzuführen. 3
zeigt ein Beispiel, wie Zellen der Reihe nach geordnet werden. In diesem Beispiel
ist der Zelltyp offensichtlich vorher bekannt, und es ist ausreichend, Näherungssensoren
in einer Ausrichtung mit mindestens einer Elektrodentasche der Vorrichtung anzuordnen.
Die Käfige, die sich über diese Tasche bewegen, können gemäß
der Anwesenheit oder Abwesenheit des Teilchens gekennzeichnet werden. Wenn die Anwesenheit
abgetastet wird, wird das Teilchen auf der Anordnung platziert; wenn nicht, kann
der Käfig ignoriert werden und der nächste Käfig in der Folge wird
abgetastet. Die vorgeschlagene Prozedur kann unter Verwendung von externen Sensoren,
wie beispielsweise mit einem Mikroskop verbundene TV-Kameras, ausgeführt werden,
oder alternativ kann die Trägerstruktur A1 beide Elektroden, die dazu dienen,
die biologischen Teilchen zu manipulieren, und die Vorrichtungen aufnehmen, die
dazu dienen, sie abzutasten. Die Sensoren können vom kapazitiven oder optischen
Typ sein. Einmal durch die Einlassöffnung I1 (3)
in die Durchflusskammer F der Vorrichtung eingeführt, werden die biologischen
Elemente oder Teilchen in einer ordnungsgemäßen Anordnung R2 in der durchflusslosen
Kammer FL platziert, wo bereits andere Zelltypen R1 sein können, eingeführt
und vorher geordnet und in das gleiche Experiment eingeschlossen. Wenn andererseits
all die Taschen mit Sensoren ausgerüstet sind, dann wird die Situation vereinfacht.
Die Käfige, die Teilchen enthalten, werden in der Durchflusskammer F unmittelbar
im Anschluss an die Einführung der neuen Spezies identifiziert und zu den ausgewählten
Positionen in der durchflusslosen Kammer FL bewegt.
Überschüssige Teilchen können durch Einführen
von weiterer Flüssigkeit durch die Einlassöffnung I1 der Durchflusskammer
entfernt werden, dadurch die Teilchen aus der Kammer zusammen mit der überschüssigen
Flüssigkeit mittels der relativen Auslassöffnung O1 spülend.
• Unterscheidung innerhalb der Vorrichtung
Verwendung von Sensoren, die fähig sind, den Zell- oder Substanztyp
zu identifizieren Eher als Einführen von Zellen oder Verbindungen in ordnungsgemäßer
Reihenfolge, existiert die Möglichkeit, mit einer Vorrichtung, die Sensoren
einschließt, die fähig sind, nicht nur die Anwesenheit, sondern ebenfalls
den Zell- oder Verbindungstyp zu detektieren, der in einem Käfig eingefangen
sein kann, die Zellen zufällig einzuführen, und die Vorrichtung sie automatisch
anordnen zu lassen (wie in dem Patent PCT/WO 00/69565
beschrieben). Ebenso wird in diesem Fall die Prozedur mit Hilfe von entweder extern
positionierten Sensoren oder von optischen oder kapazitiven Sensoren durchgeführt,
die in die Vorrichtung integriert sind. 4 zeigt ein
Beispiel dieser Lösung. Die biologischen Teilchen werden mittels der Einlassöffnung
I1 in die erste Kammer F der Vorrichtung eingeführt, die einen temporären
Durchfluss aktiviert. Hier werden sie gemäß dem Typ durch die Unterscheidungssensoren
identifiziert. Danach wird jedes einzelne Teilchen gemäß dem Typ in die
durchflusslose Kammer FL zusammen mit den anderen seiner Art R1 und R2 geordnet.
Ein Typ-Unterscheidungssensor kann unter jeder Tasche oder sogar nur unter einer
Tasche positioniert werden. In dem letzteren Fall wird es vorteilhaft sein, den
Sensor unter einer Tasche nahe der Passage D zwischen den beiden Kammern zu positionieren,
durch den die Käfige notwendigerweise gerichtet werden.
In Bezug auf die Version des Verfahrens, das die Verwendung von funktionalisierten
Mikrobads involviert, wird das Problem des Ordnens der in dem Test enthaltenen Teilchen
und insbesondere ihrer Identifizierung teilweise durch die Charakteristiken
der Mikrobeads erleichtert. Wenn einmal die gewünschte Anordnung der Zellen
unter Verwendung von einer der beschriebenen Strategien erzeugt und/oder aufrecht
erhalten worden ist, kann der Experimentator eine Mischung aus Mikrobeads, die mit
verschiedenen Antikörpern funktionalisiert sind, in die Vorrichtung mit keinen
Bedarf der Anpassung einer sequentiellen Prozedur einfach einführen. Es ist
ausreichend, dass die Substanzen homogene Paare mit physikalischen und immunologischen
Charakteristiken aufweisen, in anderen Worten, dass jeder spezifische Antikörpertyp
mit verschiedenen Charakteristiken der Teilchen übereinstimmt, durch die er
zugeführt wird. Ein Beispiel von diesen ist in Tabelle 1 gezeigt: Drei Antikörper
(spezifische mAbs) für drei verschiedene Antigene von drei verschiedenen Organismen
werden verwendet, um drei Teilchentypen zu beschichten, die sich einerseits in Bezug
auf die Farbe und andererseits in Bezug auf die dielektrische Konstante unterscheiden.
Physikalische Charakteristiken vom Mikrobead
Antikörpertyp
Farbe
Dielektrische Konstante
Weiß
&egr;1
S.aureus Ag H
Gelb
&egr;1
H. influenzae Ag K
Grün
&egr;1
E. coli Ag O
Weiß
&egr;1
S. aureus Ag H
Weiß
&egr;2
H. influenzae Ag K
Weiß
&egr;3
E. coli Ag O
Tabelle 1. Beispiel vom Paaren zwischen physikalischen und immunologischen
Charakteristiken von funktionalisierten Mikrobeads. Antigenetische Charakteristiken
können mit verschiedenen physikalischen Charakteristiken des Mikrobeads assoziiert
werden.
Die Anzahl an Teilchen kann ebenfalls durch Anpassen von Kombinationen
von physikalischen Charakteristiken erhöht werden. Ein Beispiel von diesem
ist in Tabelle 2 gezeigt.
Physikalische Charakteristiken vom Mikrobead
Antikörpertyp
Farbe
Dielektrische Konstante
Gelb
&egr;1
Ab1
Gelb
&egr;2
Ab2
Grün
&egr;1
Ab3
Grün
&egr;2
Ab4
Tabelle 2. Beispiel des Paarens zwischen physikalischen und immunologischen
Charakteristiken von funktionalisierten Mikrobeads.
Neben Farbe können anderen Charakteristiken, wie beispielsweise
Reflexion und möglicherweise Fluoreszenz leicht mit der Hilfe eines geeigneten
externen Sensors detektiert werden. Transparenz und Differenz in der dielektrischen
Konstante können jeweils mit integrierten Sensoren vom optischen und kapazitiven
Typ detektiert werden.
Ähnlich können durch die Antigen-Antikörper-Wechselwirkung
zwischen Zelle und Bead gebildete Komplexe, die leicht durch das Zusammenpassen
zwischen den physikalischen und immunologischen Charakteristiken der Mikrobeads
identifiziert werden, an diesem Punkt gemäß der Erfindung weiterhin verarbeitet
werden, wie zur gegebenen Zeit beschrieben. Eine Unterscheidung auf der Basis der
physikalischen Charakteristiken unter Verwendung von Fluoreszenz insbesondere kann
verwendet werden, um Teilchen zu identifizieren, die nicht nur aus funktionalisierten
Mikrobeads bestehen, sondern ebenfalls aus Liposomen, die gegebene Verbindungen
entweder im Innern oder auf der Oberfläche tragen.
Mit selektivem Antrieb
Es ist möglich, den Weg auszunutzen, in dem sich das Verhalten
der Teilchen in der Vorrichtung mit der Variation in der Frequenz der angelegten
elektrischen Felder ändert. Wenn die Frequenz variiert, können die Zellen
tatsächlich eine Änderung in der Richtung und/oder Stärke der dielektrischen
Netto-Dielektrophoresekraft durchmachen, die sie in Richtung zu
Bereichen der Vorrichtung mit abnehmender Feldstärke (nDEP) oder sie in Richtung
zu Bereichen der Vorrichtung mit ansteigender Feldstärke (pDEP) treibt. Verschiedene
Zellen weisen verschiedene Übergangskurven auf, die von ihren dielektrischen
und leitenden Eigenschaften (ihren so-genannten „Spektralsignaturen") abhängen.
In der Praxis kann dieses Phänomen verwendet werden, um eine einzelne Zellenspezies
einzufangen und zu bewegen (wie in Patent PCT/WO
00/69565 beschrieben), und um folglich verschiedene Spezies von einer Masse
an Organismen abzutrennen. In diesem Fall führt der Experimentator unter Kenntnis,
wie die Zellen bei der ausgewählten Frequenz wandern werden, und unter Aufweisens
von Sensoren, die fähig sind, die Anwesenheit der Zellen zu detektieren, eine
Mischung aus Organismen in die Kammer ein, die dann direkt durch die Vorrichtung
getrennt wird. Die Anwesenheit der Sensoren kann wieder durch Sensoren detektiert
werden, die extern oder in die Vorrichtung integriert arbeiten (optisch oder kapazitiv).
Während des Verlaufs dieser Tätigkeiten kann die von den
Sensoren zurückkehrende Information verwendet werden, um die Steuerung und
die Tätigkeiten zu modifizieren, die entsprechend dem Status des Systems auszuführen
sind, und um die Programmierung der Vorrichtung zu ändern oder einzustellen.
Es ist ebenfalls möglich, eine virtuelle Darstellung (Grafik, zum Beispiel)
des Status des Systems zu dem Zweck der Optimierung des Schnittstelle zwischen Vorrichtung
und Benutzer zum Zweck der Programmierung und der Analyse der Resultate zu erzeugen.
Durchführung der Experimente
Experimente mit Liposomen, Viren oder Substanzen, die in der zu verwendenden
Pufferlösung emulgierbar sind
In der Praxis besteht dieser Experimenttyp aus der Erzeugung oder
in allen Fällen der Aufrechterhaltung einer geordneten Anordnung von Zellen
(oder Verbindungen) und aus dem Hervorrufen einer Wechselwirkung mit den Verbindungen
(oder Zellen), die angeordnet bzw. untersucht werden. Dies wird einfach durch Veranlassen
der Dielektrophoresepotenzialkäfige durchgeführt, die die Zellen und Verbindungen
enthalten/befördern, zusammen zu fusionieren. In dem Fall der mikroemulgierten
apolaren Verbindungen (z.B. Steroiden oder Triglyceriden) laufen diese spontan durch
die Zellgrenzen und sind folglich fähig, sie zu ihrer Aktion, wenn irgendeine
vorhanden ist, innerhalb der Zelle zu bringen. In dem Fall von Verbindungen, die
in Liposomen mikroverkapselt sind, fusioniert der Phospholipidbeutel mit der Zellmembran
unter Freisetzung der Verbindung in die Zelle, wo sie ihre Aktion erzeugen wird,
wenn eine vorhanden ist. Wo Teilchen mit genetisch modifizierten viralen Vektoren
verbunden werden, wird das Gen der Substanz, die getestet wird, in die DNA des Virus
durch eine herkömmliche Prozedur eingefügt. Durch die Vermittlung der
besonderen Mechanismen, die ihm eigen sind, wird der Virus das genetische Material
in die Zelle einführen, wo es dann seine Aktion erzeugen wird, wenn irgendeine
vorhanden ist.
Experimente unter Verwendung von Beads, die mit Antikörpern funktionalisiert
sind
Mit Antikörpern funktionalisierte Mikrobeads werden in allen
Fällen verwendet, wenn ein Bedarf besteht, eine Zelle auf der Basis von charakteristischen
Molekülen (Antigenen) zu unterscheiden, die an ihrer Oberfläche (Wand
oder Membran) augesetzt sind. Typische Beispiele sind diagnostische Anwendungen
und Prozeduren, die die Trennung von besonderen Beständen von Zellen von anderen
betreffen, die ansonsten nicht unterschieden werden könnten.
Mit Antikörpern funktionalisierte Beads können mittels eines
Dielektrophoresepotenzialkäfigs zu der Zelle zugeführt und in Kontakt
mit der Zelle einfach durch Veranlassen angeboten werden, dass der Käfig, der
das Bead enthält, mit dem Käfig fusioniert, der die Zelle enthält.
Unter den einzigartigen Charakteristiken des Verfahrens gemäß der Erfindung
ist die, dass es verwendet werden kann, um eine Bindungskontrolle mit dem Antikörper
und dem identifizierten Antigen durchzuführen.
Der Experimentator kann danach streben, die Zellen von den funktionalisierten
Mikrobeads abzulösen, und folglich eine zuverlässige Verifikation der
Stärke der Bindung zwischen Antigen und Antikörper unter Anpassen von
einer der folgenden Strategien auszuführen:
Variieren der elektrischen Feldstärke
Bei konstanter Frequenz kann der Experimentator mit der Zelle und
den Mikrobaeds, die beide der nDEP ausgesetzt sind, die Stärke der Bindungskraft
zwischen dem das Bead beschichtenden Antikörper und dem auf
der Oberfläche des biologischen Teilchens vorhandenen Antigen unter Verfizierung
des Widerstands des Antigen-Antikörperkomplexes zu der Trennungskraft kontrollieren,
wenn die zwei Teilchen in zwei verschiedene Käfige durch Variieren der Stärke
von ∇(Erms)2 angezogen werden, d.h. der Stärke
der dielektrischen Kraft, die ist:
<F> ∝ Re[fcm(&ohgr;)] ∇ (Erms)2
in anderen Worten proportional zu ∇ (Erms)2. Unter
Erhöhung der Spannungen der Elektroden, das heißt, unter Erhöhung
der Amplitude der zwischen den Elektroden angelegten Spannung, ist es ebenfalls
möglich, die Stärke der Dielektrophoresekraft zu erhöhen, die die
zwei Teilchen in verschiedene Käfige anzieht.
Variieren der Frequenz des elektrischen Felds
Die Frequenzantwort der Dielektrophoresekraft (Re[fcm] in
5) ist im Allgemeinen jeweils in Mikrobeads und Zellen
verschieden. Tatsächlich weist das Variieren der Frequenz den Effekt der Beeinflussung
des Kraftfaktors fcm(&ohgr;) auf. Dies weist wenig Effekt auf die Mikrobeads (BEAD
in 5) auf, in Bezug auf die die Dielektrophoresekraft
im Wesentlichen konstant in dem negativen Sektor (nDEP) bleibt. In der Praxis fahren
die Beads fort, in Richtung zu dem Zentrum der Dielektrophoresepotenzialkäfige
gezogen zu werden. Im Vergleich mit Zellen (BIO in 5)
ändert sich die Dielektrophoresekraft vom Negativen in das Positive mit der
Variation in der Frequenz zwischen den Elektroden. Der Effekt von diesem in der
Praxis ist, dass die Zellen dazu neigen, von dem Zentrum der Käfige in Richtung
zu den Elektroden gezogen zu werden, wo das elektrische Feld am stärksten ist.
Gleichzeitiges Variieren der Frequenz und Stärke des elektrischen
Felds
Es ist ebenfalls möglich, das Zusammenpassen der Bindung zwischen
Antigen und Antikörper basierend auf den zwei vorstehend erwähnten Parametern
durch Variieren von sowohl der Frequenz des elektrischen Felds, d.h. dielektrischer
Kraft, die abnimmt (nDEP) oder die ansteigt (pDEP), als auch der elektrischen Feldstärke,
d.h. des Moduls des Dielektrophoresekraftfelds, zu kontrollieren.
Beispiele der Kontrolle der Spezifizität einer Antigen-Antikörper-Bindung
Die Situationen, die entstehen, hängen von einem großen
Ausmaß von den Abmessungen der Mikrobeads, der vorherrschenden, positiven oder
negativen Dielektrophoresekraft und von der Existenz oder auf einer anderen Weise
von einer Bindung zwischen Antigen und Antikörper ab:
• Trennung nur unter Verwendung von nDEP
Das folgende Verfahren ist in dem Fall der Beads besonders geeignet,
die Abmessungen aufweisen, die mit jenen des Partikels BIO und des Käfigs vergleichbar
sind.
Zusammenpassen (veranschaulicht in Fig. 6a)
Anfänglich (Zeit T1 in 6a) belegen die Zelle
BIO und das funktionalisierte Mikrobead BEAD zwei benachbarte Käfige. Die Käfige
sind durch relative Phantomlinien S1 schematisch angezeigt, die jeweils den Raumabschnitt
anzeigen, in dem eine signifikante Dielektrophoresekraft erzeugt wird. Dann (Zeit
T2 in 6a) wird ein größerer Käfig erzeugt, wenn
die zwei Teilchen sich nähern und im Grunde in physischen Kontakt innerhalb
dieses gleichen Käfigs eintreten. In dem Fall eines Zusammenpassens erkennen
die Antikörper an dem Mikrobead ihr spezifisches Antigen und binden an ihm.
Danach (Zeit T3 in 6a) werden die anfänglichen Käfige
wieder hergestellt, aber das Mikrobead verbleibt aufgrund der Antigen-Antikörper-Bindung
an der Zelle verankert, und die zwei fahren fort den einen Käfig zu belegen.
Kein Zusammenpassen (veranschaulicht in Fig. 6b)
Anfänglich (Zeit T1 in 6b) belegen die Zelle
und das funktionalisierte Mikrobead zwei benachbarte Käfige. Dann (Zeit T2
in 6b) wird ein größerer Käfig erzeugt, wenn die
zwei Teilchen sich nähern und im Grunde in physischen Kontakt innerhalb dieses
gleichen Käfigs eintreten. Wenn jedoch kein Zusammenpassen vorliegt, erkennen
die Antikörper an dem Mikrobead nicht irgendein spezifisches Antigen und werden
folglich nicht an die Zelle binden. Danach (Zeit T3 in 6b) werden
die anfänglichen Käfige wieder hergestellt, und das Mikrobead und die
Zelle belegen wieder ihre ursprünglichen Positionen.
• Trennung unter Verwendung von nDEP und pDEP
Das folgende Verfahren ist in dem Fall geeignet, dass die Beads entweder
Abmessungen aufweisen, die kleiner sind als jene der Zelle BIO, oder Abmessungen
aufweisen, die vergleichbar sind mit denen der Zelle BIO.
Zusammenpassen mit vorherrschender positiver Kraft auf den Mikrobead-Zellkomplex
Anfänglich (Zeit T1/Zusammenpassen & vorherrschende pDEP in
7a) belegen die Zelle BIO und eine Anzahl an funktionalisierten
Mikrobeads BEAD zwei benachbarte Käfige. Die Käfige sind hergestellt,
um sich durch Veränderung der Polarität der Elektroden in der Anordnung
M1 zu nähern (siehe 7a). Als ein Resultat (Zeit T2/Zusammenpassen
& vorherrschende pDEP in 7a) treten die Beads in physischen Kontakt
mit der Zelle und sammeln sich um ihre Oberfläche. In dem Fall eines Zusammenpassens
erkennen die Antikörper an den Mikrobeads ihre spezifischen Antigene und binden
an ihnen. Eine Frequenzänderung wird nun angewendet, deren Effekt ist, die
Zelle der positiven Dielektrophoresekraft zu unterwerfen und zu veranlassen, dass
der Zell-Mikrobeadkomplex in eine Zone mit maximalem Potenzial oder zwischen die
Elektroden fällt (Zeit T3/Zusammenpassen & vorherrschende pDEP in
7a). Die Käfige werden in einem Versuch manipuliert, die Zellen
von den Beads abzutrennen, aber diese fahren fort, an der Zelle als eine Folge der
Antigen-Antikörper-Bindungskraft zu haften (Zeit T4/Zusammenpassen & vorherrschende
pDEP in 7a). Danach wird die Situation durch Verifizierung der
Anwesenheit von Teilchen in der Nachbarschaft der Elektrode L100 und der Abwesenheit
von Teilchen in der Nachbarschaft der Elektrode L200 bewertet (Zeit T5/Zusammenpassen
& vorherrschende pDEP in 7a). Dies kann unter Verwendung von optischen
Sensoren (die integriert sind oder anders) oder kapazitiven Sensoren ausgeführt
werden.
Zusammenpassen mit vorherrschender negativer Kraft auf den Mikrobead-Zellkomplex
Die Situation während der anfänglichen Schritte (Zeiten
T1–T3 in 7b) ist die gleiche wie vorstehend beschrieben,
wobei die Zelle BIO und eine Anzahl an funktionalisierten Mikrobeads BEAD zwei benachbarte
Käfige belegen (Zeit T1/Zusammenpassen und vorherrschende nDEP in
7b). Genauso sind in diesem Fall die Käfige hergestellt, um
sich durch Veränderung der Polarität der Elektroden in der Anordnung M1
zu nähern, und die Mikrobeads treten in physischen Kontakt mit der Zelle, sammeln
sich um ihre Oberfläche (Zeit T2/Zusammenpassen & vorherrschende nDEP in
7b). Dies ist wieder ein Beispiel eines Zusammenpassens, bei dem
die Antikörper, die auf dem Mikrobead vorhanden sind, ihre spezifischen Antigene
erkennen und an ihnen binden. Eine Frequenzänderung wird angewendet, als deren
Folge wird die Zelle der positiven Dielektrophoresekraft unterworfen, aber unter
Voraussetzung der vorherrschenden nDEP auf die Mikrobeads wird der Zell-Mikrobeadkomplex
in Levitation aufrecht erhalten (Zeit T3/Zusammenpassen & vorherrschende nDEP in
7b). Die Käfige werden weiterhin in einem Versuch manipuliert,
die Zellen von den Beads abzutrennen, aber die Zellen fahren als eine Folge der
Antigen-Antikörper-Bindungskraft fort, an den Beads zu haften (Zeit T4/Zusammenpassen
& vorherrschende nDEP in 7b), sodass sich der Komplex als eine
einzelne Funktionseinheit innerhalb des einen Käfigs bewegt, wie es die Variation
in der Polarität der Elektroden vorschreibt. Schließlich wird die Situation
durch Verifizierung der Abwesenheit von Teilchen in der Nachbarschaft der Elektrode
L100 und der Anwesenheit von Teilchen in der Nachbarschaft der Elektrode L200 bewertet
(Zeit T5/Zusammenpassen & vorherrschende pDEP in 7b).
Kein Zusammenpassen
Anfänglich (Zeit T1/Kein Zusammenpassen in 7c)
belegen die Zelle BIO und eine Anzahl an funktionalisierten Mikrobeads BEAD zwei
benachbarte Käfige. Die Käfige sind hergestellt, um sich durch Veränderung
der Polarität der Elektroden in der Anordnung M1 zu nähern. Die Mikrobeads
treten nun in physischen Kontakt mit der Zelle und sammeln sich um ihre Oberfläche
(Zeit T2/Kein Zusammenpassen in 7c). In diesem Fall erkennen die
Antikörper an den Mikrobeads nicht irgendein spezifisches Antigen. Eine Frequenzänderung
wird nun angewendet, als deren Resultat stehen die Mikrobeads in Levitation innerhalb
eines Käfigs, während die Zellen in Richtung zu den Elektroden fallen,
der pDEP unterworfen seiend (Zeit T3/Kein Zusammenpassen in 7c).
Die Käfige bewegen sich weiterhin, die Zelle verbleibt nahe der Elektroden,
während sich die Mikrobeads von Käfig zu Käfig verschieben (Zeit
T4/Kein Zusammenpassen in 7c). Schließlich wird die Situation
durch Verifizierung der Anwesenheit von Teilchen in der Nachbarschaft der Elektrode
L100 und der Elektrode L200 bewertet (Zeit T5/Kein Zusammenpassen in 7c).
Beobachtung einer Zellantwort
Neben der Möglichkeit der Kontrolle von jeder Zelle zu dem Zweck
der Durchführung von einer Vielfalt von Experimenten, bieten die Verfahren
gemäß der vorliegenden Erfindung den Vorteil, dass die physiologische
Antwort von Zellen direkt analysiert werden kann, ohne sie von der Testvorrichtung
wieder gewinnen zu müssen.
Es verbleibt dennoch möglich, die Merkmale der Vorrichtung voraussetzend,
die Zellen von Interesse ohne unangebrachte Schwierigkeit in dem Fall wieder zu
gewinnen, dass es gewünscht wird, weitere Experimente mit ihnen durchzuführen.
Wenn die Durchflusskammer F der Vorrichtung einmal von irgendwelchen restlichen
Teilchen mit Pufferlösung sauber gespült worden ist, können die Zellen
von Interesse von der durchflusslosen Kammer FL zu der Durchflusskammer F zurückgeführt
werden und durch Pumpen durch mehr Pufferlösung entfernt werden.
Das vorgeschlagene Verfahren gestattet dem Experimentator im Wesentlichen,
die Antwort von jeder einzelnen Zelle auf die Verbindung zu analysieren, während
andere Verfahren im Allgemeinen eine Analyse der Antwort nur in Bezug auf einen
Mittelwert gestatten, der einen homogenen Bestand an Zellen widerspiegelt. Die durch
die Verbindung erzeugten Effekte sind weitgehend in vier Typen klassifizierbar:
- • cytostatisch: Die Verbindung stellt eine Verzögerung in der Zeit
her, die genommen wird, damit eine Zellteilung stattfindet;
- • cytotoxisch: Die Verbindung induziert Zelltodmechanismen, die schließlich
zur Zelllyse führen;
- • mitotisch: Die Verbindung stimuliert Zellmitose (Zellteilung) oder
eine Reduktion in der Zeit, die zur Erzeugung einer Zelle beansprucht wird;
- • komplex: eine mehrfaktorige physiologische Antwort (Induktion von second
Messengers; Aktivierung von einem oder mehreren Genen usw.), deren Effekte nicht
leicht beobachtet werden können, aber schließlich dennoch mit einem des
Vorangehenden übereinstimmen.
Cytotoxische, cytostatische und mitotische Effekte können mit
Hilfe von externen optischen Sensoren oder integrierten Sensoren beobachtet werden.
Solche Sensoren können vom kapazitiven Typ sein, das heißt, bestehend
aus einer Schaltung, die fähig ist, kleine Kapazitätsdifferenzen zwischen
zwei Elektroden der Gruppierung zu detektieren; die Anwesenheit oder die Abwesenheit
der Zelle oder gleichermaßen ihre mögliche Lyse oder Verdopplung wird
den Wert der Kapazität ändern, dem Experimentator gestattend, nicht nur
die Zelle zu detektieren, sondern ebenfalls die Anzahl an vorhandenen Zellen zu
detektieren. Optisches Abtasten kann genauso verwendet werden, in diesem Fall ist
der Faktor, der eine Unterscheidung zwischen den Anwesenheit und der Abwesenheit
oder der Lyse und Verdopplung der Zelle die Menge an Photonen, die einen Sensor
erreicht, der unter einem Potenzialminimum positioniert ist. Wenn eine Zelle in
solch einem Minimum oder Lücke eingefangen wird, unter dem bzw. der ein Sensor
positioniert ist, werden die Photonen, die auf den Sensor einfallen, zu dem Ausmaß
weniger sein, dass die Zelle weniger durchsichtig ist als die Flüssigkeit,
in der sie suspendiert ist.
In dem Fall eines mitotischen Effekts kann eine (oder mehrere) der
erzeugten Zellen nicht in dem gleichen Käfig wie die Elternzelle enthalten
sein und fällt folglich in einen benachbarten Käfig, der zu dem Zweck
frei gelassen ist, wo sie durch den Sensor detektiert werden kann, der unter diesem
gleichen Käfig positioniert ist. 8 veranschaulicht
die vorstehende Reihenfolge an Vorgängen, die in einer schematischen Darstellung
von der Vorrichtung und in einer Grafik gezeigt sind, die die räumliche Variation
der Dielektrophoresekraft von einem Moment zu dem nächsten anzeigt.
Exakter belegt eine Zelle BIO, die eine Verbindung gerade empfangen
haben kann oder nicht, einen Käfig S1 oder eher einen minimalen Abschnitt des
durch die Vorrichtung erzeugten Dielektrophorese-Felds (Zeit T1 in 8);
ob durch den Effekt der Verbindung stimuliert oder von ihrer Abwesenheit einen Nutzen
ziehend, beginnt die Zelle, sich zu teilen. Solange die zwei neuen Zellen verbunden
verbleiben, entkommen sie nicht aus dem Käfig (Zeit T2 in 8);
mit ausgeführter Mitose werden die zwei erzeugten Zellen momentan zwischen
die zwei Käfige tatsächlich auf die Scheitelpunkte von zwei angemessenen
benachbarten Potenzialminima genommen werden, in die sie unvermeidlich fallen werden
(Zeit T3 in 8); wenn sich die Zellen einmal effektiv
geteilt haben, erreicht das System eine neue minimale Potenzialenergie, wenn jede
Zelle einen relativen Käfig belegt hat (Zeit T4 in 8).
Durch Überwachung der Anzahl an belegten Käfigen wird es unter Verwendung
des vorliegenden Verfahrens möglich, die ausgeführte Mitose zu identifizieren.
Alternativ kann Verwendung von einem kapazitiven Sensor gemacht werden, der eine
analoge Antwort proportional zu der Anzahl an erzeugten Zellen erzeugt und deshalb
so gestatten wird, dass die Zellen gezählt werden, sogar, wenn sie innerhalb
des gleichen Käfigs eingefangen sind.
Um verschiedene physiologische Zellantworten und durch eine Verbindung
induzierte Komplexe oder nicht-makroskopische Effekte oder Effekte zu analysieren,
die nicht leicht identifizierbar sind, ist das bevorzugte Verfahren, genetisch modifizierte
Zellen, die ein Reportergen an einem ausgewählten Punkt des metabolischen Wegs
enthalten, der durch die Verbindung beeinflusst werden könnte, oder ein Gen
zu verwenden, das ein sofort beobachtbares Protein, das typischerweise fluoreszierend
ist, wie beispielsweise grünes fluoreszierendes Protein (GFP) anstelle von
(oder zusammen mit, zum Beispiel, in dem Fall eines Fusionproteins) dem normalen,
aber nicht sofort beobachtbaren Genprodukts exprimiert. Dies ist eine alltägliche
Technik, und sie wird von Fachleuten in dem Gebiet der Mikrobiologie verwendet.
Wieder in diesem Fall können die Sensoren integriert oder extern sein, aber
müssen offensichtlich nur vom optischen Typ sein.
Die Möglichkeit zur Analyse von physiologischen Antworten, komplex
oder anders, wird durch die Tatsache, dass eine konstante, ausgewählte Temperatur
innerhalb der Vorrichtung aufrecht erhalten werden kann, und genauso durch die Freiheit
vereinfacht, verschiedene Puffer zu verwenden, die neben dem Aufweisen der richtigen
Dielektrophoresecharakteristiken ebenfalls Substanzen einschließen werden,
die von den Zellen metabolisiert oder anderweitig sein können und die folglich
ermöglichen, dass die Zellen in physiologischen Bedingungen innerhalb der Vorrichtung
solange wie nötig überleben werden, um eine Antwort zu erhalten.
Anwendungen
Transportiert mit Substanzen oder anderweitig durch Liposome
• Basissuche
Die Hauptanwendung dieses Verfahrens ist offensichtlich die der Basissuche,
wo die Möglichkeit der Kontrolle von Wechselwirkungen relativ zu einer einzelnen
Zelle komplett neue Gebiete zur Experimentation erschließt, insbesondere, wenn
das Liposom einen Rezeptor-spezifischen Liganden auf seiner Oberfläche trägt.
Ein anderer Vorteil in Bezug auf die Basissuche ist, dass Liposom-Liposom-Wechselwirkungen
beobachtet werden können: Wenn ein Liposom einen Liganden auf seiner Oberfläche
trägt, wobei ein anderes Liposom den Rezeptor trägt und andere Proteine
trägt, von denen bekannt ist, dass sie die Signalantwort vermitteln, wird
es möglich, ein minimales Zell-Signalisierung-System wieder aufzubauen.
• Kombinatorische Chemie
Das Verfahren findet Anwendung, um das Gebiet der kombinatorischen
Chemie zu fördern, wo Experimentatoren Bibliotheken von Verbindungen screenen
müssen, die Tausende von Substanzen umfassen, um ihren Effekt auf Zellen von
verschiedenen Typen zu verifizieren, zur selben Zeit danach strebend, sowohl die
Zeit als auch die Mengen an Substanzen einzuschränken, die bei der Durchführung
des Tests eingesetzt werden. In diesem Fall fusionieren Liposomen mit der Zelle
und lassen ihren Inhalt in das Cytoplasma frei. Es ist ebenfalls möglich, die
Fusion von zwei Liposomen zu bewirken, die Reagenzien zu dem Zweck zum Erhalten
einer gegebenen Verbindung enthalten. Schließlich können Wechselwirkungen
zwischen Liposomen und porösen Mikrobeads verwendet werden, um eine Vielfalt
an Liposomen in die Poren der Mikrobeads zu transportieren.
Zugeführt mit Substanzen unter Verwendung von Mikrobeads
Unter den Anwendungen für das Verfahren, die Substanzen verwenden,
die fähig sind, Mikrobeads von verschiedenen Typen zu funktionalisieren, schließen
zusätzlich zu jenen, die mit Liposomen möglich sind, andere ein:
• Diagnostik
Das Verfahren kann verwendet werden, um einen Organismus in einer
biologischen Probe unter Verwendung von Mikrobeads zu identifizieren, die mit Antikörpern,
zum Beispiel monoklonalen Antikörpern, funktionalisiert sind, um ein spezifisches
Antigen des Organismus zu lokalisieren. Die Hauptvorteile dieses Verfahrens über
andere immunologische Verfahren sind insbesondere der hohe Spezifizitätsgrad,
der durch die Bindungskontrolle gewährleistet wird, die Möglichkeit der
Verwendung von bemerkenswert kleinen Mengen von sowohl dem Antikörper als auch
der Probe, die getestet wird, und nicht minder wichtig die hohe Ausführungsgeschwindigkeit,
die durch die Prozedur mittels ihrer Einfachheit und dein enthaltenen Automatisierungsniveau
erreicht wird.
Eine der möglichen Anwendungen für Diagnostikzwecke ist
in 9 gezeigt, die eine schematische Veranschaulichung
von sowohl der Weise zur Durchführung des Diagnostiktests als auch von der
Prozedur zur Bewirkung einer spezifischen Trennung von Zellen (zu gegebener Zeit
beschrieben) bereitstellt, vorausgesetzt, dass die anfänglichen Schritte in
jeden Fall die gleichen sind. Die Prozedur kann weitgehend wie folgt charakterisiert
werden: Die biologische Probe, die den Typ oder Typen von Zellen von Interesse enthält,
wird mit einem oder (sollten die zu identifizierenden/wieder zu gewinnenden Zelltypen
mehr als einer in der Anzahl sein) möglicherweise mehreren Mikrobeadtypen gemischt,
die mit Antikörpern funktionalisiert sind, die zu dem Typ oder Typen von Zellen
von Interesse spezifisch ist. Die verschiedenen Typen an Mikrobeads müssen
auf der Basis ihrer physikalischen Charakteristiken leicht identifizierbar sein.
An diesem Punkt wird die Mischung in eine der Kammern der Vorrichtung eingeführt.
Alternativ können die Mikrobeads in die Vorrichtung getrennt
von der Probe eingeführt werden, wobei der Reihe nach vorgegangen wird, sollte
es nicht möglich sein, zwischen den verschiedenen Typen an Mikrobeads innerhalb
der Vorrichtung zu unterscheiden.
Zellen und Mikrobeads, die nicht in Kontakt gekommen sind, wenn gemischt,
werden durch einen anfänglichen Dielektrophorese-Manipulationsschritt zusammen
gebracht (9a und 9b). Es werden nun Versuche gemacht,
um die Zellen von den Mikrobeads zu trennen (9c). Wo Komplexe nicht
getrennt werden können, wird angenommen, dass die Antikörper, die an den
Mikrobeads befestigt sind, an die Antigene an den Zellen gebunden worden sind, und
diese werden dementsprechend identifiziert. Getrennte Zellen werden dann mit Mikrobeads
eines verschiedenen Typs mit jenen gepaart, mit denen sie vorher in Kontakt waren
(9d und 9e). Die Tätigkeit wird wiederholt,
bis all die Zellen von Interesse identifiziert und wenn möglich nummeriert
worden sind.
Eine Anwendung für das Verfahren in dem Gebiet der Molekulardiagnostik
involviert die Verwendung von Mikrobeads, die entweder aufgrund davon, dass sie
vor ihrer Einführung in die Vorrichtung bekannt sind, oder einfach dadurch,
dass sie innerhalb der Vorrichtung auf der Basis von ihren physikalischen Eigenschaften
identifizierbar sind, wieder erkennbar sind, die mit Sonden-DNA (oder RNA) geeignet
beschichtet sind und veranlasst werden, mittels der dielektrophoretischen Manipulation
mit anderen zu Wechselwirken, die eine Beschichtung aus Ziel-DNA (oder RNA) aufweisen.
Dieses Verfahren kann beim Durchführen eines Hybridisierungstests durch Homologie
verwendet werden, um die Ziel-DNA (oder RNA) und ohne Verwendung von radioaktivem
oder fluoreszierendem Material in der Sonde zu identifizieren, wie es im Gegensatz
dazu in herkömmmlichen Verfahren erforderlich ist. Zudem wird die Stringenz
der experimentellen Bedingungen durch elektronische Mittel (d.h. nach einer Trennung
der Mikrobeads strebend) und in Echtzeit leicht gesteuert und variiert, wenn notwendig,
in anderen Worten ohne die gesamte Prozedur wiederholen zu müssen. Dies ist,
zum Beispiel, beim Lokalisieren von Einzel-Nukleotid-Polymorphismen (SNPs) besonders
vorteilhaft, die für bestimmte ernsthafte Erkrankungen typisch sind.
• Spezifische Trennung von Zellen
Eine der Anwendungen von größtem Interesse für die
vorliegende Erfindung ist die der Zellsortierung und exakter die Verwendung von
Mikrobeads, die mit Antikörpern funktionalisiert sind, beim Ermöglichen
der Selektion eines homogenen Unterbestands aus Zellen aus einer heterogenen Masse.
Tatsächlich sind die Charakteristiken des Verfahrens so, dass
sie eine hohe Erkennungsspezifizität sicherstellen, die Unterscheidung von
Zellen gestattend, die sich sogar minimal unterscheiden, und darüber hinaus
ihre Trennung und Wiedergewinnung von anderen einfach und mit vernachlässigbarem
Risiko der Kontamination von dem unerwünschten Teil des Zellbestands ermöglichend.
Diese Anwendung ist von besonderem Interesse in dem medizinischen Gebiet der Onkologie.
Die Prozedur kann weitgehend wie folgt charakterisiert werden: Die
biologische Probe, die den Typ oder Typen von Zellen von Interesse enthält,
wird mit einem oder (sollten die wieder zu gewinnenden Zelltypen mehr als einer
in der Anzahl sein) möglicherweise mehreren Typen von Mikrobeads gemischt,
die mit Antikörpern funktionalisiert sind, die zu dem Typ oder Typen von Zellen
von Interesse spezifisch ist. Die verschiedenen Typen an Mikrobeads müssen
auf der Basis ihrer physikalischen Charakteristiken leicht identifizierbar sein.
An diesem Punkt wird die Mischung in eine der Kammern der Vorrichtung eingeführt.
Alternativ können die Mikrobeads in die Vorrichtung getrennt
von der Probe eingeführt werden, wobei der Reihe nach vorgegangen wird, sollte
es nicht möglich sein, zwischen den verschiedenen Typen an Mikrobeads innerhalb
der Vorrichtung zu unterscheiden.
Zellen und Mikrobeads, die nicht in Kontakt gekommen sind, wenn gemischt,
werden durch einen anfänglichen dielektrophoretischen Manipulationsschritt
zusammen gebracht (9a und 9b). Es werden nun Versuche
gemacht, um die Zellen von den Mikrobeads zu trennen (9c). Wo Komplexe
nicht getrennt werden können, wird angenommen, dass die Antikörper, die
an den Mikrobeads befestigt sind, an die Antigene an den Zellen gebunden worden
sind, und diese werden dementsprechend identifiziert. Getrennte Zellen werden dann
mit Mikrobeads eines verschiedenen Typs mit jenen gepaart, mit denen sie vorher
in Kontakt waren (9d und 9e). Die Tätigkeit
wird wiederholt, bis all die Zellen von Interesse identifiziert worden sind. Immer
noch an Mikrobeads gebundene Zellen werden nacheinander in die zweite Kammer der
Vorrichtung in homogenen Gruppen bewegt und durch Ausspülen in Pufferlösung
wiedergewonnen (9f und 9g). Alternativ werden
stabile Komplexe des gleichen Typs in die zweite Kammer der Vorrichtung bewegt,
woraufhin eine Trennungskraft durch Variieren der Stärke und/oder der Frequenz
des elektrischen Felds zwischen ausgewählten Elektroden angewendet wird, ausreichend,
um die Mikrobeads von den Zellen zu lösen, sodass sie in der ersten Kammer
wieder verwendet werden können. Die Zellen werden von der Vorrichtung durch
Ausspülen in Pufferlösung wiedergewonnen.
• Studie von komplexen, durch Rezept-Ligand-Wechselwirkung ausgelösten
Antworten
Unter Verwendung von Mikrobeads kann das Verfahren verwendet werden,
um die Zellantwort zu studieren, die durch die Bindung eines Liganden an seinen
spezifischen Rezeptor ausgelöst wird. Die Mikrobeads können tatsächlich
ebenfalls mit Substanzen funktionalisiert werden, die anders als Antikörper
sind, die, während sie in der Lage sind, entsprechend an einen Rezeptor zu
binden (vorübergehend zu einem größeren oder kleineren Grad), ebenfalls
physiologische Antworten in der Zelle auslösen. Viele Zellantworten werden
tatsächlich durch Wechselwirkungen dieses Typs vermittelt, in dem eine Substanz,
die als ein Messenger fungiert, aber unfähig ist, in die Zelle einzutreten,
einem spezifischen Rezeptor begegnet, der das Signal durch die Zellgrenzen überträgt,
ohne notwendigerweise die Substanz durch ihn zu nehmen. Messenger aktivieren im
Allgemeinen eine Informationskaskade, die schließlich einen der vier vorher
beschriebenen Effekte erzeugen wird: cytostatisch, cytotoxisch, mitotisch und komplex.
Die Möglichkeit der Funktionalisierung von Mikrobeads mit den
beschriebenen Typen an Substanzen voraussetzend, kann der Bereich der Phänomene,
die mit dem offenbarten Verfahren studiert werden können, ausgeweitet werden,
um all jene Substanzen, tatsächlich die Mehrheit unter jenen von Interesse,
einzuschließen, die entweder durch die Zellgrenzen nicht passieren können
oder nicht sollen, noch fähig sind, dennoch die Physiologie der Zelle signifikant
zu beeinflussen.
Schließlich können funktionalisierte Mikrobeads in der Basissuche
verwendet werden, zum Beispiel, unter Hervorrufung einer Wechselwirkung mit Liposomen:
Wenn ein Mikrobead einen Liganden auf seiner Oberfläche trägt, und ein
Liposom den Rezeptor und die anderen Proteine, durch die die Antwort auf das Signal
vermittelt wird, wird es möglich, ein minimales Zell-Signalisierungs-System
wieder aufzubauen. Mikrobeads können ebenfalls als Vektor für die Einführung
von Verbindungen oder Verbindungseinheiten in Zellen oder in eine aufgeteilte Umgebung
verwendet werden, zum Beispiel, isoliert innerhalb eines Liposoms; tatsächlich
kann ein funktionalisiertes Mikrobead durch eine Zelle vereinnahmt werden, mit der
es in Kontakt gebracht wird; das gleiche gilt in dem Fall eines Liposoms.
In dem Fall, dass es die Aufgabe ist, eine Verbindung oder eine Verbindungseinheit
in eine Zelle (oder Liposom) einzuführen, kann diese gleiche Verbindung oder
eine Verbindungseinheit direkt durch ein Mikrobead oder ein Liposom oder denkbar
auf der Oberfläche der anderen Zelle getragen werden oder in einem Vektor (einem
Virus, zum Beispiel, wenn die Verbindung ein DNA/RNA-Fragment ist) enthalten sein,
der entworfen ist, um in das Innere einer Zelle oder Liposoms zu dringen, wenn in
physischen Kontakt mit diesen gebracht, und der Vektor selbst kann ebenfalls von
Zellen und/oder Mikrobeads und/oder Liposomen getragen werden.