Diese Erfindung bezieht sich auf eine Zusammensetzung, die ein Einkomponentenharz
und Teilchen auf Siliciumdioxidbasis enthält, worin die Teilchengröße
in dem Bereich von feinen mikronisierten Teilchen bis zu ungemahlenen kleinen Perlen
liegt.
2. Beschreibung des Standes der Technik
Es ist in der Technik bekannt, Teilchen auf Siliciumdioxidbasis mit
größeren Teilchengrößen als Träger für organische
Flüssigkeiten, wie flüssige organische Zusätze für Kautschuk,
zu verwenden. Es ist in der Technik ebenfalls bekannt, Teilchen auf Siliciumdioxidbasis
mit kleineren Teilchengrößen in Entschäumeranwendungen zu verwenden.
Teilchen auf Siliciumdioxidbasis sind verwendbar als Träger für
organische Flüssigkeiten, da die organische Flüssigkeit durch das Siliciumdioxid
absorbiert und die Kombination danach als ein frei fließendes Pulver gehandhabt
werden kann.
Teilchen auf Siliciumdioxidbasis haben verschiedene Kapazitäten
für organische Flüssigkeiten. Die Tragefähigkeit kann angesehen werden
als annähernd die maximale Menge von organischer Flüssigkeit, die durch
das Siliciumdioxid derart absorbiert werden kann, dass die resultierende Mischung
die Charakteristiken eines frei fließenden Pulvers beibehält. Wenn die
Teilchen auf Siliciumdioxidbasis eine organische Flüssigkeit absorbieren, ändert
sich die Mischung von einer frei fließenden Form zu einer Form einer semiplastischen
Agglomeration mit einem begleitenden Anstieg der Viskosität. Es wird darauf
hingewiesen, dass die Tragefähigkeit eines Siliciumdioxids für eine besondere
organische Flüssigkeit sowohl von den Charakteristiken und Eigenschaften des
Siliciumdioxids als auch der Flüssigkeit abhängt.
Teilchen auf Siliciumdioxidbasis werden gewöhnlich als Träger
für flüssige Chemikalien und Harze verwendet, die bei der Herstellung
von Kautschukgegenständen verwendet werden. So wird z.B. Siliciumdioxid Hi-Sil
233, das im Handel von PPG Industries, Incorporated erhältlich ist, als Trägerprodukt
verwendet, um ein Drahtadhäsionspromotorharz, als HMMM (Hexamethoxymethylmelamin)
bezeichnet, zu absorbieren. Dieses Harz ist gewöhnlich als Cyrez CRA 963 von
Cytec Industries, Incorporated erhältlich und wird bei der Herstellung von
Reifen verwendet.
Es ist in der Technik bekannt, Resorcin mit Harzen, wie HMMM, in Kautschukanwendungen
zu verwenden. So erfordert z.B. Cyrez CRA 963 gewöhnlich die Verwendung eines
Donorakzeptors, wie Resorcin, um das Harz mit dem Siliciumdioxid in einer Kautschukanwendung
zu vernetzen. Mit der Verwendung von Resorcin sind jedoch Gesundheits- und Sicherheitsprobleme
verbunden. Die US-Patentschrift Nr. 5,321,070
ist auf eine Mischung gerichtet, die Resorcin und Siliciumdioxid enthält, welche
ein beschränktes Sublimationsverhalten in Bezug auf Resorcin aufweist. In dieser
Literaturstelle wird genannt, dass die mit Resorcin verbundenen Probleme und Gesundheitsrisiken
auf der Sublimation von Resorcin beruhen. Daher beschreibt diese Literaturstelle
die Verwendung von Resorcin-Vorkondensaten, um die Sublimation von Resorcin zu beschränken.
Ferner sind resorcinfreie vulkanisierbare Kautschukzusammensetzungen
bekannt. So beschreibt z.B. die US-Patentschrift
Nr. 5,298,539 vulkanisierbare Kautschukzusammensetzungen, die ungehärteten
Kautschuk, ein Vulkanisiermittel und wenigstens einen Zusatz enthalten, ausgewählt
aus der Gruppe bestehend aus Derivaten von Melamin-, Acetoguanamin-, Benzoguanamin-,
Cyclohexylguanamin- und Glycoluril-Monomer und Oligomeren dieser Monomere.
Eine andere Art des Eliminierens von Resorcin aus vulkanisierbaren
Kautschukzusammensetzungen hat sich auf die Verwendung von alternativen Co-Reaktanten
verlassen. Die US-Patentschrift Nr. 4,038,220
beschreibt eine vulkanisierbare Kautschukzusammensetzung, die einen Kautschuk, ein
Füllmaterial, ein N-substituiertes Oxymethylmelamin und wenigstens ein Glied
aus der Gruppe von &agr;- oder &bgr;-Naphthol enthält. Diese Literaturstelle
verwendet die einwertigen Phenole &agr;- oder &bgr;-Naphthol als Methylenakzeptoren
in der harzbildenden Reaktion während der Vulkanisation in Abwesenheit von
Resorcin.
Die Verwendung von Resorcin-Formaldehyd-Harz zum Ersatz von Resorcin
in vulkanisierbaren Kautschukzusammensetzungen ist ebenfalls bekannt; A. Peterson
et al., "Resorcinol Bonding Systems for Steel Cord Adhesion", Rubber World (August
1984). Ferner ist die US-Patentschrift Nr. 5,891,938
auf eine vulkanisierbare Kautschukzusammensetzung gerichtet, die einen hoch iminoalkylierten
Triazinharzzusatz ohne die Verwendung von Resorcin oder resorcinäquivalenten
Co-Reaktanten enthält.
Einkomponentenharze erfordern typischerweise nicht die Anwesenheit
von Resorcin. Einkomponentenharze sind jedoch gewöhnlich mit Siliciumdioxidteilchen
unverträglich. So ist z.B. gezeigt worden, dass Cyrez CRA 138L (welches im
Handel von Cytec Industries, Incorporated erhältlich ist) mit dem Siliciumdioxidprodukt
von PPG, im Handel als Hi-Sil SC 72C bekannt, und mit dem Siliciumdioxid von Rhodia,
im Handel als Zeosil 1165 bekannt, nicht verträglich ist. Wenn Cyrez CRA 138L
in Siliciumdioxid Hi-Sil SC 72C imbibiert und gealtert wurde, polymerisierte das
Harz und bildete harte Perlen. Solche harten Perlen sind typischerweise nicht dispergierbar
und daher zur Verwendung in dem Herstellungsverfahren von Kautschukprodukten, wie
Reifen, unerwünscht. In der Theorie wird angenommen, dass die resultierenden
harten Perlen auf einer Vernetzung des Einkomponentenharzes beruhten.
Wie vorstehend bemerkt, ist es in der Technik bekannt, Teilchen auf
Siliciumdioxidbasis mit kleineren Teilchengrößen in Entschäumeranwendungen
zu verwenden. Typischerweise sind Teilchen auf Siliciumdioxidbasis, die in Entschäumeranwendungen
verwendet werden, hydrophobes oder wenigstens teilweise hydrophobes Kieselhydrogel.
Beispiele solcher hydrophober und teilweise hydrophober Kieselhydrogelteilchen sind
in den US-Patentschriften Nr. 6,191,122,
4,377,493 und 4,344,858
beschrieben.
Zusätzlich enthalten Teilchen auf Siliciumdioxidbasis häufig
mehrwertige Kationen, wie Calcium, Magnesium und Aluminium. Nicht beschränkende
Beispiele solcher Materialien umfassen Aluminosilicate, wie Zeolex 23A, das 9 Gew.-%
Al als Al2O3 enthält, erhältlich von J.M. Huber
Corporation, und die Calciumsilicate, erhältlich als Hubersorb 600, die 26
Gew.-% Calcium als CaO enthalten, erhältlich von J.M. Huber Corporation, und
Sipernat 880, das 6 Gew.-% Calcium als CaO enthält, erhältlich von Degussa
AG.
Häufig können die mehrwertigen Kationen aus den Teilchen
auf Siliciumdioxidbasis ausgelaugt werden, was zu unerwünschten Wechselwirkungen
zwischen den mehrwertigen Kationen und den anderen Komponenten des Systems oder
der Zusammensetzung führt, zu welcher die Teilchen auf Siliciumdioxidbasis
zugesetzt worden sind. Als ein nicht beschränkendes Beispiel werden Fettsäuresalze
von mehrwertigen Kationen häufig in wässrigen Systemen unlöslich.
Es wäre erwünscht, Siliciumdioxidteilchen zu entwickeln,
die nicht die Anwesenheit von Resorcin erfordern und/oder im Wesentlichen frei von
mehrwertigen Kationen sind.
ZUSAMMENFASSUNG DER ERFINDUNG
Die vorliegende Erfindung ist auf eine Zusammensetzung gerichtet,
die ein Einkomponentenharz und ein teilchenförmiges Material auf Siliciumdioxidbasis
enthält. Ein Verfahren zum Herstellen eines solchen teilchenförmigen Materials
auf Siliciumdioxidbasis wird ebenfalls beschrieben. Das teilchenförmige Material
auf Siliciumdioxidbasis ist gekennzeichnet durch eine mittlere Teilchengröße
von wenigstens 20 &mgr;m, eine BET-Oberfläche von wenigstens 90 m2/g
und einen pH von wenigstens 9,5 und kann weniger als 5 Gew.-% eines mehrwertigen
Kations enthalten, bezogen auf das Oxid des Kations. Solche Siliciumdioxide mit
größerer Teilchengröße können z.B. als Träger oder
in Trägerzusammensetzungen verwendet werden.
AUSFÜHRLICHE BESCHREIBUNG DER ERFINDUNG
Sämtliche Zahlen oder Ausdrücke, wie diejenigen, welche
Strukturabmessungen, Drücke, Fließgeschwindigkeiten usw. ausdrücken,
die in der Beschreibung und in den Beispielen verwendet werden, sind in sämtlichen
Fallen als durch den Ausdruck "etwa" modifiziert zu verstehen, falls nicht anders
angegeben.
Wie hierin und in den Patentansprüchen verwendet, soll "Siliciumdioxid",
"Siliciumdioxidteilchen", "Teilchen auf Siliciumdioxidbasis" oder "teilchenförmiges
Material auf Siliciumdioxidbasis" sich auf jeden in Wasser unlöslichen Feststoff
beziehen, der durch Ausfällen aus einer Flüssigkeit, mit oder ohne vorherige
oder nachfolgende Behandlung, erhalten wird und im Wesentlichen eine Mischung von
Substanzen enthält, ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus Kieselsäuren,
Siliciumdioxid und den Silicaten oder sämtlichen Mischungen davon oder auf
jede Kombination solcher Mischungen mit einer großen Vielzahl von metallischen
Salzen; insbesondere erwähnenswert sind die Siliciumdioxide und Silicate. In
sämtlichen Fällen, die sich auf Siliciumdioxid beziehen,
kann das Siliciumdioxid ein Kieselhydrogel sein.
Wie hierin und in den Patentansprüchen verwendet, bezieht sich
der Ausdruck "mehrwertiges Kation" auf Materialien, die befähigt sind, eine
positive ionische Ladung von +2 oder größer zu tragen. Nicht beschränkende
Beispiele von "mehrwertigen kationischen" Materialien umfassen solche, die in der
Gruppe II und III des Periodischen Systems der Elemente enthalten sind. Spezielle
nicht beschränkende Beispiele von "mehrwertigen kationischen" Materialien,
auf die hierin Bezug genommen wird, umfassen Magnesium, Calcium, Strontium, Barium,
Bor und Aluminium.
Die Teilchen auf Siliciumdioxidbasis der vorliegenden Erfindung können
mehrwertige kationische Materialien als Verunreinigung oder sonst als ein unerwünschtes
Nebenprodukt des Herstellungsverfahrens enthalten. Die vorliegenden Teilchen auf
Silicumdioxidbasis können weniger als 5 Gew.-%, in einigen Fällen nicht
mehr als 4 Gew.-%, in anderen Fällen nicht mehr als 3 Gew.-%, in einigen Fällen
nicht mehr als 2,5 Gew.-%, in anderen Fällen nicht mehr als 2 Gew.-%, in einigen
Situationen nicht mehr als 1 Gew.-%, in anderen Situationen nicht mehr als 0,5 Gew.-%
und in ausgewählten Situationen nicht mehr als 0,1 Gew.-% eines mehrwertigen
Kations enthalten. Jedes einzelne mehrwertige Kation kann in den vorliegenden Teilchen
auf Siliciumdioxidbasis in jedem der vorstehend genannten Bereiche vorhanden sein.
Zusätzlich können sämtliche Kombinationen von mehrwertigen kationischen
Materialien in den vorliegenden Teilchen auf Siliciumdioxidbasis in jedem der vorstehend
genannten Bereiche vorhanden sein.
Wie hierin und in den Patentansprüchen verwendet, bezieht sich
der Ausdruck "hydrophil", wenn er zum Beschreiben von Teilchen auf Siliciumdioxidbasis
verwendet wird, auf Teilchen auf Siliciumdioxidbasis mit einer Methanol-Benetzbarkeit
von weniger als 10 Gew.-%.
Wie hierin verwendet, bezieht sich der Ausdruck "hydrophob", wenn
er zum Beschreiben von Teilchen auf Siliciumdioxidbasis verwendet wird, auf Teilchen
auf Siliciumdioxidbasis mit einer Methanol-Benetzbarkeit von größer als
50 Gew.-%. Typischerweise wird hydrophobes Siliciumdioxid durch chemische Reaktion
von Materialien, wie Silicone oder Silane, mit Teilchen auf Siliciumdioxidbasis
hergestellt. Um Siliciumdioxid hydrophob werden zu lassen (Wasserabstoßungsfähigkeit,
wie durch eine Flotation auf Wasser gekennzeichnet), ist ausreichendes organisches
Material erforderlich, um die Oberfläche von Siliciumdioxid zu bedecken. Diese
Menge ist gewöhnlich größer als 0,5 Gew.-% organischer Kohlenstoffgehalt.
Teilchen auf Siliciumdioxidbasis mit einer Methanol-Benetzbarkeit von zwischen 10
Gew.-% und 50 Gew.-% werden als "teilweise hydrophob" bezeichnet.
Die Methanol-Benetzbarkeit ist ein Maß dafür, wie hydrophob
ein Siliciumdioxid Ist. In dem Verfahren werden Siliciumdioxide unter Verwendung
einer Methanol/Wasser-Mischung benetzt. Der Anteil von Methanol in der Mischung,
ausgedrückt als Gewichtsprozent, ist ein Maß der Wasserabstoßung
des modifizierten Siliciumdioxids. Je höher der Anteil von Methanol ist, desto
besser ist die Substanz hydrophobiert.
Typischerweise wird eine Siliciumdioxidprobe verschiedenen Konzentrationen
von Methanol/Wasser-Mischungen unterworfen, die mit Methanol-Zunahmen von 5 % hergestellt
wurden. Jede Siliciumdioxidprobe wird in einzelne Glasampullen eingewogen und getrennt
vor einem besonderen Bereich von Methanol/Wasser-Mischungen angeordnet. Jede Ampulle
erhält dann 8 ml der jeweiligen Methanol/Wasser-Mischung, die Ampulle wird
heftig geschüttelt und 30 Minuten bewegungslos stehen gelassen. Die Siliciumdioxid-Methanol/Wasser-Mischungen
werden dann untersucht, um zu bestimmen, ob eine Benetzung stattgefunden hat. Typischerweise
wird bei einem vorgegebenen Verhältnis von Methanol/Wasser nicht angenommen,
dass eine Benetzung eingetreten ist, falls das gesamte Siliciumdioxid schwimmt und
das Methanol/Wasser nicht trüb ist oder der größte Teil des Siliciumdioxids
in einer trüben unteren Schicht schwimmt. Spurenmengen von Siliciumdioxid können
am Boden der Ampulle festgestellt werden. Ein Benetzen bei einem vorgegebenen Verhältnis
von Methanol/Wasser wird als eingetreten angesehen, wenn der größte Teil
des Siliciumdioxids benetzt ist, aber Spurenmengen noch schwimmen, kein Siliciumdioxid
schwimmt, aber keine klare obere Schicht von Methanol/Wasser festgestellt wird oder
das gesamte Siliciumdioxid benetzt ist und eine klare Methanol/Wasser-Schicht auf
der Oberseite des Siliciumdioxids festgestellt wird. Die Methanol-Benetzbarkeit
wird in Gewichtsprozent Methanol des Verhältnisses der ersten Methanol-/Wasser-Mischung
angegeben, die zeigt, dass eine Benetzung stattgefunden hat. Die Methanol-Benetzbarkeit
ist im Einzelnen in den Beispielen beschrieben.
Die "mittlere Teilchengröße", wie hierin und in den Patentansprüchen
mit Bezug auf das teilchenförmige Material auf Siliciumdioxidbasis verwendet,
bezieht sich auf die Größe, wie sie auf der Basis eines Verfahrens der
Laserbrechung gemessen wird, für welche es zahlreiche industrielle Instrumentlieferanten
gibt. In der vorliegenden Erfindung wurde ein Beckman Coulter Inc. (Hialeah, FL)
Modell LS 230 verwendet. Es wurde das Verfahren befolgt, dass von
dem Instrumentlieferanten empfohlen war. Gewöhnlich wurde die Teilchengrößenverteilung
von in entionisiertem Wasser dispergiertem Siliciumdioxid bestimmt unter Verwendung
eines Lasers mit einer Wellenlänge von 750 nm für Teilchengrößen
mit Durchmessern von 0,04 &mgr;m bis 2000 &mgr;m. Die Teilchen streuen das Licht
in Mustern, die durch ihre Größen bestimmt sind, und Anordnungen von Fotodetektoren
weisen das gestreute Licht nach und messen es. Die Fotodetektoren werden gescannt,
und ihre Ausgangswerte werden in digitale Werte umgewandelt, die auf einen Computer
übertragen werden. Weitere Information betreffend die Messung der Teilchengröße
findet sich in der US-Patentschrift Nr. 5,104,221,
die hierin durch Bezug eingeschlossen ist. Falls nicht anders angegeben, sollen
sämtliche Angaben der Teilchengröße sich auf die mittlere Teilchengröße,
wie vorstehend erläutert, beziehen.
Die Oberfläche der hierin beschriebenen Teilchen auf Siliciumdioxidbasis
wird als "eine BET-Oberfläche" bezeichnet. Wie hierin und in den Patentansprüchen
verwendet, ist "eine BET-Oberfläche" die Oberfläche der im Wesentlichen
trockenen, frei fließenden Teilchen auf Siliciumdioxidbasis, bestimmt durch
das Verfahren von Brunauer, Emmett, Teller (BET) gemäß ASTM C 819-77 unter
Verwendung von Stickstoff als Adsorbat, aber modifiziert durch das Ausgasen des
Systems und der Probe für eine Stunde bei 180°C.
Die BET-Oberfläche des vorliegenden teilchenförmigen Materials
auf Siliciumdioxidbasis beträgt wenigstens 90 m2/g, in einigen Fällen
wenigstens 100 m2/g, in anderen Fällen wenigstens 125 m2/g,
in einigen Anwendungen wenigstens 150 m2/g, in anderen Anwendungen wenigstens
175 m2/g und in bestimmten Anwendungen wenigstens 200 m2/g.
Die jeweilige BET-Oberfläche für das teilchenförmige Material auf
Siliciumdioxidbasis variiert in Abhängigkeit von der beabsichtigten Verwendung.
Die BET-Oberfläche des teilchenförmigen Materials auf Siliciumdioxidbasis
kann zwischen jeder Zahl oder jedem Bereich von Zahlen, die vorstehend genannt sind,
variieren.
Ein teilchenförmiges Material auf Siliciumdioxidbasis ist aufgefunden
worden, das mit flüssigen organischen Zusätzen für Kautschuk und
Einkomponentenharzen verträglich ist. Die mittlere Teilchengröße
liegt in dem Bereich von feinen mikronisierten Teilchen bis zu ungemahlenen kleinen
Perlen. Die mittlere Teilchengröße des teilchenförmigen Materials
kann von der Verwendung abhängen. So kann z.B. eine mittlere Teilchengröße
von größer als 20 &mgr;m oder sogar größer in flüssigen
Trägeranwendungen aufgrund der frei fließenden Eigenschaft, der Schüttdichte
und den erforderlichen Handhabungscharakteristiken verwendet werden. In einer Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung kann eine größere mittlere Teilchengröße
von bis zu 100 &mgr;m oder größer als 100 &mgr;m oder größer
als 150 &mgr;m auch in flüssigen Trägeranwendungen verwendbar sein.
Wie hierin verwendet, bezieht sich "Zusätze für Kautschuk"
auf Chemikalien und andere Materialien, die in der Kautschukverarbeitung verwendet
werden. Solche Chemikalien und andere Materialien umfassen ein Einkomponentenharz,
das auf der Oberfläche des teilchenförmigen Materials auf Siliciumdioxidbasis
adsorbiert oder durch das teilchenförmige Material auf Siliciumdioxidbasis
absorbiert sein kann. Als solche ist die vorliegende Erfindung auf Siliciumdioxid-Kautschuk-Zusatzzusammensetzungen
gerichtet, die einen Zusatz für Kautschuk und das vorliegende teilchenförmige
Material auf Siliciumdioxidbasis umfassen.
Wie aus der vorstehenden Diskussion einfach ersichtlich ist, kann
die mittlere Teilchengröße des teilchenförmigen Materials auf Siliciumdioxidbasis
bis zu 500 &mgr;m, in einigen Fällen bis zu 400 &mgr;m, in anderen Fällen
bis zu 300 &mgr;m, in einigen Fällen bis zu 250 &mgr;m, in anderen Fällen
bis zu 200 &mgr;m und in besonderen Situationen bis zu 150 &mgr;m, in anderen
Situationen bis zu 100 &mgr;m betragen, während einige Anwendungen mittlere
Teilchengrößen von bis zu 50 &mgr;m, bis zu 40 &mgr;m und bis zu 30
&mgr;m erfordern. Zusätzlich kann die mittlere Teilchengröße des
teilchenförmigen Materials auf Siliciumdioxidbasis in einigen Fallen wenigstens
30 &mgr;m, in anderen Fällen wenigstens 50 &mgr;m betragen, während
einige Anwendungen mittlere Teilchengrößen von wenigstens 75 &mgr;m,
wenigstens 100 &mgr;m, wenigstens 120 &mgr;m, wenigstens 140 &mgr;m erfordern
und in Anwendungen feines teilchenförmiges Material auf Siliciumdioxidbasis
von wenigstens 150 &mgr;m erfordern. Der jeweilige Bereich der mittleren Teilchengrößen
für das teilchenförmige Material auf Siliciumdioxidbasis variiert in Abhängigkeit
von der beabsichtigten Verwendung. Die mittlere Teilchengröße des teilchenförmigen
Materials auf Siliciumdioxidbasis kann zwischen jeder Zahl oder jedem Bereich von
Zahlen, die vorstehend genannt sind, variieren.
Wie hierin und in den Patentansprüchen verwendet, bezieht sich
"Einkomponentenharz" auf ein selbstkondensierendes Harz. Beispiele von selbstkondensierenden
Harzen umfassen, sind aber nicht beschränkt auf HMMM und Melaminharze. Selbstkondensierende
Melamine sind in der Technik bekannt. Selbstkondensierende Melamine umfassen einen
flüssigen Zusatz, der ein selbstkondensierendes alkyliertes Triazinharz mit
wenigstens einer Imino- oder Methylolfunktionalität umfasst, worin das selbstkondensierende
alkylierte Triazinharz
(i) ein selbstkondensierendes alkyliertes Triazinharz mit wenigstens einer Imino-
oder Methylolfunktionalität und wiedergegeben durch die Formel
(I):
(ii) ein Oligomer von (i) oder
(iii) eine Mischung von (i) und (ii) ist,
worin
Z -N(R)(CH2OR1), Aryl mit 6 bis 10 Kohlenstoffatomen, Alkyl
mit 1 bis 20 Kohlenstoffatomen oder eine Acetylgruppe ist,
jedes R unabhängig Wasserstoff oder -CH2OR1 ist und
jedes R1 unabhängig Wasserstoff oder eine Alkylgruppe mit 1 bis
12 Kohlenstoffatomen ist,
mit der Maßgabe, dass wenigstens ein R Wasserstoff oder -CH2OH ist
und wenigstens ein R1 aus der Alkylgruppe ausgewählt ist.
In einer Ausführungsform der Erfindung umfassen die teilchenförmigen
Materialien auf Siliciumdioxidbasis Kieselhydrogel in Form von festen Pellets oder
Perlen.
Ein in der vorliegenden Erfindung verwendetes Siliciumdioxid kann
gewöhnlich durch Umsetzen eines Alkalimetallsilicats, wie Natriumsilicat, mit
einer geeigneten Säure, wie Schwefelsäure, Chlorwasserstoffsäure
und/oder Kohlendioxid, in Gegenwart von Wasser hergestellt werden. Das Reaktionsprodukt
umfasst eine Siliciumdioxidaufschlämmung. Die Aufschlämmung kann unter
Verwendung einer in der Technik bekannten Trocknungstechnik getrocknet werden. In
einer Ausführungsform kann die Aufschlämmung filtriert, mit Wasser zum
Verringern der Konzentration des Alkalimetallsalz-Nebenprodukts gewaschen, filtriert
und entweder durch Rühren des Filterkuchens allein oder durch Rühren,
begleitet von der Zugabe von Wasser, wieder aufgeschlämmt werden.
In der vorliegenden Erfindung kann jedes geeignete Siliciumdioxid
verwendet werden. So sind z.B. Siliciumdioxid und Verfahren zu seiner Herstellung
in den US-Patentschriften Nr. 2,657,149,
2,940,830, 4,495,167,
4,617,294, 4,681,750,
4,717,561 und 5,094,829
und in den internationalen Patentanmeldungen Nr. WO
01/12730 A1, WO 01/12731 A1,
WO 01/12732 A1, WO
01/12733 A1, WO 01/12734 A1
und WO 01/121715 A1 beschrieben,
die hierin durch Bezug eingeschlossen sind.
In der vorliegenden Erfindung ist das teilchenförmige Material
auf Siliciumdioxidbasis gekennzeichnet durch eine mittlere Teilchengröße
von wenigstens 20 &mgr;m, eine BET-Oberfläche von wenigstens 90 m2/g
und einen pH von wenigstens 9,5. Das teilchenförmige Material auf Siliciumdioxidbasis
kann weniger als 5 Gew.-% eines mehrwertigen Kations enthalten, bezogen auf das
Oxid des Kations, und die mittlere Teilchengröße kann 30 &mgr;m bis
50 &mgr;m oder alternativ 150 &mgr;m bis 300 &mgr;m betragen. Zusätzlich
kann das Siliciumdioxid in einer Ausführungsform ein hydrophiles Siliciumdioxid
sein. Ferner kann das teilchenförmige Material auf Siliciumdioxidbasis dieser
Ausführungsform als ein Träger oder in einem Träger, welcher das
teilchenförmige Material auf Siliciumdioxidbasis enthält, verwendet werden.
Wenn das teilchenförmige Material auf Siliciumdioxidbasis der
vorliegenden Erfindung als ein Träger oder in einer Trägerzusammensetzung
verwendet wird, kann der Träger durch die Ölabsorption gekennzeichnet
werden.
Wie hierin und in den Patentansprüchen verwendet, bezieht sich
"Ölabsorption" auf die DBP-Ölabsorption einer statistisch großen
Population von Teilchen von im Wesentlichen frei fließendem teilchenförmigem
Material auf Siliciumdioxidbasis, bestimmt gemäß ASTM D 2414-93, modifiziert
zum Verwenden eines Absorptometers vom Typ E und Dibutylphthalat als Absorbat. Die
Ergebnisse werden als Milliliter DBP pro 100 Gramm trockenes Siliciumdioxid angegeben,
d.h. Siliciumdioxid, korrigiert um den adsorbierten Wassergehalt.
Wenn das teilchenförmige Material auf Siliciumdioxidbasis der
vorliegenden Erfindung als ein Träger oder in einer Trägerzusammensetzung
verwendet wird, hat der Träger eine Ölabsorption von größer
als 220 ml/100 g, in einigen Fällen von größer als 235 ml/100 g,
in anderen Fällen von größer als 250 ml/100 g und in einigen Situationen
von größer als 300 ml/100 g. Die Ölabsorption des teilchenförmigen
Materials auf Siliciumdioxidbasis kann zwischen jeder Zahl oder
jedem Bereich von Zahlen, die vorstehend genannt sind, variieren.
In einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung wird ein
Kieselhydrogel hergestellt durch Umsetzen einer wässrigen, Na2O
enthaltenden Natriumsilicatlösung mit Kohlendioxid zum Bilden einer alkalischen
Aufschlämmung von amorphem Kieselhydrogel. Der pH der Aufschlämmung wird
unter Verwendung einer geeigneten Säure erniedrigt und zum Herstellen eines
Filterkuchens filtriert. Verfahren zum Herstellen solcher Kieselhydrogele sind in
der US-Patentschrift Nr. 5,906,843 beschrieben,
die hierin durch Bezug eingeschlossen ist.
Der Filterkuchen hat einen Feststoffgehalt von etwa 10 bis 20 Gew.-%,
typischerweise von 15 Gew.-%. Der Filterkuchen wird dann mit Wasser vermischt, typischerweise
in einem dreistufigen Verflüssiger, um eine pumpbare Aufschlämmung von
gleichmäßiger Konsistenz zu erhalten. Die Aufschlämmung ist viskos
und hat einen Feststoffgehalt von 9 bis 15 Gew.-%, typischerweise von etwa 13 Gew.-%.
Zu der Kieselhydrogelaufschlämmung wird ein Alkali zugesetzt,
um ihren pH vor, während und/oder nach dem Verflüssiger zu erhöhen.
Die Auswahl des Alkali ist nicht kritisch; es kann jedes Alkali verwendet werden,
das in der Technik zum Erhöhen des pH bekannt ist. Geeignete Alkalis umfassen,
sind aber nicht beschränkt auf Natriumsilicat, Kaliumsilicat, Natriumhydroxid,
Kaliumhydroxid, Ammoniak und organische Amine.
In einer weiteren Ausführungsform des vorliegenden Verfahrens
zum Bilden eines teilchenförmigen Materials auf Siliciumdioxidbasis wird ein
Filterkuchen bereitgestellt, der Siliciumdioxid enthält, auf welchen Wasser
und eine Scherkraft aufgebracht werden, um eine Siliciumdioxidaufschlämmung
zu bilden. Ein geeignetes alkalisches Material wird zu dem Kuchen entweder vor,
während oder nach dem Aufbringen von Wasser und der Scherkraft zugesetzt, um
eine alkalische Siliciumdioxidaufschlämmung zu bilden. Die Siliciumdioxidaufschlämmung
wird getrocknet, um ein teilchenförmiges Material auf Siliciumdioxidbasis zu
bilden, das gekennzeichnet werden kann als weniger als 5 Gew.-% eines mehrwertigen
Kations aufweisend, bezogen auf das Oxid des Kations. Dieses Verfahren kann verwendet
werden, um das vorstehend beschriebene hydrophile teilchenförmige Material
auf Siliciumdioxidbasis bereitzustellen.
Der pH der alkalischen Aufschlämmung und des resultierenden teilchenförmigen
Materials auf Siliciumdioxidbasis beträgt wenigstens 9,5, in einigen Fällen
wenigstens 10, in anderen Fällen wenigstens 10,5 und in einigen Fällen
wenigstens 11. Der pH der alkalischen Aufschlämmung und des resultierenden
teilchenförmigen Materials auf Siliciumdioxidbasis kann so hoch wie 13, in
einigen Fällen so hoch wie 12,5, in anderen Fällen so hoch wie 12 und
in einigen Fallen so hoch wie 11,5 sein. Der pH der alkalischen Aufschlämmung
und des resultierenden teilchenförmigen Materials auf Siliciumdioxidbasis kann
zwischen jedem der vorstehend genannten pH-Werte variieren.
Die alkalische Siliciumdioxidaufschlämmung wird getrocknet. Die
alkalische Siliciumdioxidaufschlämmung kann durch ein in der Technik bekanntes
Trocknungsverfahren getrocknet werden. Geeignete Trocknungsverfahren umfassen, sind
aber nicht beschränkt auf Sprühtrocknen, Rotationstrocknen und Schnelltrocknen.
In einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung wird die
alkalische Siliciumdioxidaufschlämmung durch Sprühtrocknen getrocknet.
Gewöhnlich wird Sprühtrocknen zum Verdampfen von Wasser aus fließenden
Tropfen einer Aufschlämmung von Kieselhydrogel in im Wesentlichen gleich strömendem
heißem Gas verwendet. In einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung
hat das teilchenförmige Material auf Kieselhydrogelbasis einen pH von 9,5 oder
größer, wenn die mittlere Teilchengröße 20 &mgr;m oder größer
ist.
In einer Ausführungsform der Erfindung ist das teilchenförmige
Material auf Kieselhydrogelbasis hydrophil. Die Reaktion von Natriumsilicat mit
Mineralsäure ergibt gewöhnlich hydrophiles Siliciumdioxid. Ein hydrophiles
Siliciumdioxid hat typischerweise einen organischen Kohlenstoffgehalt von weniger
als 0,5 Gew.-% und in einigen Fällen von weniger als 0,3 Gew.-%. In einer Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung beträgt der organische Kohlenstoffgehalt weniger
als 0,1 Gew.-%.
Die analytische Technik, die zum Bestimmen des Kohlenstoffgehalts
in Siliciumdioxid verwendet wird, basiert auf einer Modifikation des klassischen
Verfahrens von Pregal und Dumas. Es wird ein Elementaranalysator EA 1110 (CE Elantech,
Lakewood, NJ) mit der Fähigkeit zum Nachweis der Elemente C, H, N und S (Kohlenstoff,
Wasserstoff, Stickstoff und Schwefel) verwendet. Die Siliciumdioxidprobe wird in
einer leichtgewichtigen Zinnkapsel gehalten und in ein senkrechtes Quarzrohr (CE
Elantech) eingeführt, durch welches Helium mit einer konstanten
Geschwindigkeit fließt, und bei einer Temperatur von 1060°C gehalten.
Wenn die Siliciumdioxidprobe eingeführt wird, wird das Helium mit Sauerstoff
angereichert. Es tritt eine durch Oxidation des Behälters gezündete Schnellverbrennung
auf. Eine quantitative Verbrennung wird erreicht, wenn die Gasmischung über
das Cr2O3 strömt. Weiter unten in dem Verbrennungsrohr
werden die Verbrennungsgase dann über Kupfer bei 650°C geleitet, um überschüssigen
Sauerstoff zu entfernen und die Oxide von Stickstoff zu Stickstoff zu reduzieren.
Dann strömt das Gas durch eine Chromatografiesäule von Porpak QS (CE Elantech)
bei 100°C. Die einzelnen Komponenten werden dann getrennt und als N2-CO2-H2O
eluiert. Der Kohlenstoffgehalt wird aus der eluierten CO2-Menge berechnet.
In der vorliegenden Erfindung wird das teilchenförmige Material
auf Siliciumdioxidbasis mit einem Einkomponenten-Melaminharz zum Bilden einer Siliciumdioxid/Harz-Zusammensetzung
vereinigt. Die Zusammensetzung enthält typischerweise 50 % oder weniger Siliciumdioxid
und 50 % oder mehr Harz. In einer anderen Ausführungsform enthält die
Zusammensetzung 35 % oder weniger Siliciumdioxid und 65 % oder mehr Harz. In einer
weiteren Ausführungsform hat das teilchenförmige Material auf Siliciumdioxidbasis
der Siliciumdioxid/Harz-Mischung eine mittlere Teilchengröße von 20 &mgr;m
oder größer oder von 20 bis 100 &mgr;m oder größer als 100
&mgr;m. Es ist beabsichtigt, dass das teilchenförmige Material auf Siliciumdioxidbasis
der vorliegenden Erfindung als eine Komponente in einer Mischung verwendbar sein
kann, worin die Mischung ein Material mit starken unerwünschten Wechselwirkungen
mit sauren Stellen auf den Siliciumdioxidoberflächen enthält. Gewöhnlich
sind solche Materialien in Anwesenheit von sauren Silanolen chemisch instabil, oder
diese Materialien binden irreversibel an das Siliciumdioxid. Beispiele solcher Materialien
umfassen Harnstoff-Formaldehyd-Harze, Amino enthaltende Harze oder andere ähnliche
Materialien.
Die vorliegende Erfindung wird im Einzelnen in den folgenden Beispielen
beschrieben, die nur erläuternd sein sollen, da zahlreiche Modifikationen und
Variationen darin für den Fachmann ersichtlich sind. Sämtliche Teile und
sämtliche Prozentangaben beziehen sich auf das Gewicht, falls nicht anders
angegeben.
BEISPIELE 1 bis 6
Ein 150 Kubikmeter-Reaktor, der mit einem Rührer, einem Dampfeinlass
und einem Kohlendioxidgas-Zerstäuber ausgerüstet war, wurde mit 114 Kubikmeter
einer wässrigen Natriumsilicatlösung beschickt, die 30,4 Gramm Na2O
pro Liter enthielt und ein molares Verhältnis von SiO2 : Na2O
von 3,25 hatte. Die Temperatur der Natriumsilicatlösung betrug 60°C. Kohlendioxid
wurde unter Rühren mit 8,8 Standardkubikmeter pro Minute für 2 Stunden,
mit 6,8 Standardkubikmeter pro Minute für 1 Stunde und dann mit 11,3 Standardkubikmeter
pro Minute für 1 Stunde (bezogen auf Standardbedingungen von 0°C und 760
Millimeter Quecksilber, absolut) zugesetzt. Die erhaltene Aufschlämmung von
amorphem Kieselhydrogel hatte einen pH von 9,1. Die Aufschlämmung wurde in
eine Reihe von drei Dorr-Behältern eingeführt, wo sie im Gegenstrom mit
Wasser gewaschen wurde. Bevor die Aufschlämmung in den dritten Dorr-Behälter
eintrat, wurde der pH der Aufschlämmung mit Chlorwasserstoffsäure auf
4,1 eingestellt. Nach dem Waschen in dem dritten Dorr-Behälter wurde die Aufschlämmung
unter Verwendung einer Filterpresse zum Herstellen eines Filterkuchens filtriert.
Der erhaltene Filterkuchen hatte einen Feststoffgehalt von 15,3 Gew.-%.
Der Kuchen wurde unter Verwendung von Wasser und Scherkraft zum Herstellen einer
gleichmäßigen und pumpbaren Aufschlämmung in einem dreistufigen Verflüssiger
verflüssigt. Die Siliciumdioxidaufschlämmung hatte eine Feststoffkonzentration
von 12,8 Gew.-%. Das Siliciumdioxid mit einem alkalischen pH wurde hergestellt durch
Vermischen der verflüssigten Aufschlämmung mit wässriger Ätznatronlösung
(25 Gew.-% Ätznatron) in einer Menge, die ausreichend ist, um den erwünschten
pH zu erreichen. Die Reaktionsmischung wurde dann unter Verwendung eines Niro-Sprühtrockners
und der Rotationszerstäubungstechnik sprühgetrocknet. In dieser Sprühtrocknungstechnik
wurde Wasser aus fließenden Tropfen der Aufschlämmung von Kieselhydrogel
in im Wesentlichen gleichströmendem heißem Gas verdampft.
Beispiel 1, eine Kontrollprobe, enthielt kein Alkali. In den Beispielen
2 bis 6 wurde Ätznatronlösung langsam in einer Menge zugesetzt, die ausreichend
ist, um einen pH der Aufschlämmung von 9, 9,5, 10,0, 10,5 bzw. 11,0 zu erreichen.
Die Teilchen des erhaltenen getrockneten Siliciumdioxidpulvers hatten eine mittlere
Teilchengröße von 30 &mgr;m, gemessen durch eine Laserbeugungstechnik
unter Verwendung eines Beckman Coulter Inc. Modell LS 230, wie vorstehend beschrieben,
und einen Feuchtigkeitsgehalt in dem Bereich von 3 bis 5 Gew.-%, gemessen durch
eine Feuchtigkeitswaage (Modell HR 73 von Mettler-Toledo Inc., Columbus, OH).
Nach dem Trocknen wurde der angegebene pH des Siliciumdioxids erreicht.
Die Ausgangsaufschlämmung und die pH-Werte des trockenen Siliciumdioxids unterschieden
sich nicht für Siliciumdioxid-Beispiele mit einem pH von 9,5
und niedriger. Die Aufschlämmungen von pH 11, 10,5 bzw. 10 trockneten jedoch
unter Erhalt von Produkten von pH 10,6, 10,3 bzw. 9,9.
Bei Raumtemperatur wurden 100 g trockenes Siliciumdioxid in einen
Hobart-Mischer, Modell N50, mit einem nicht rostenden Stahlkessel überführt.
Der Kessel wurde 3,2 mm gehoben, indem Messing-Unterlegescheiben auf die Kesselbefestigungszapfen
aufgebracht wurden. Die Unterlegescheiben ermöglichen dem Aluminiumblatt in
der gleichen Ebene niedriger in dem Mischkessel zu sein. Der Mischer wurde auf eine
64 Upm-Einstellung eingestellt. Zu dem Siliciumdioxid wurden 257 g Harzflüssigkeit
Cyrez CRA 138L (erhalten von Cytec Industries Inc., W. Paterson, NJ) bei Raumtemperatur
während einer Zeit von 5 Minuten zugesetzt, wobei sich das Rührblatt drehte.
Das Cyrez-Harz hatte eine Monomerreinheit von 80 %, was einem Monomergehalt von
57,6 % entspricht. Nach der Zugabe der Harzflüssigkeit wurde das Mischen weitere
3 Minuten fortgesetzt. Das Pulvermischprodukt (enthaltend 72 Gew.-% Harzflüssigkeit)
wurde 3 Wochen bei 50°C gealtert, und der Monomergehalt wurde festgestellt.
In der Pulvermischung lief eine Polymerisationsreaktion ab, wobei ihr Fortschritt
durch Analyse des Monomergehalts analysiert wurde. Das folgende Gelpermeationschromatografieverfahren
(GPC-Verfahren) wurde für die Analyse entwickelt.
Es wurden Säulen vom Typ PL Gel 50A 4 × (300 × 7,5
mm) (Polymer Laboratories Inc., Amherst, MA) verwendet. Andere Bedingungen umfassten
eine Säulentemperatur von 35°C, einen Detektor 40 Rl (Empfindlichkeit
= 16, Temperatur = 35°C, Skalenfaktor = 20), eine Fließgeschwindigkeit
von 1,0 ml/min, eine mobile Phase, die Tetrahydrofuran (THF) vom nicht-spektrofotometrischen
Reinheitsgrad umfasst, eine Stoppzeit von 40 Minuten, ein Injektionsvolumen von
100 &mgr;l, eine Probenpräparation von 0,1 Gramm Probe (Siliciumdioxid-Harz-Mischung)
+ 10 ml THF, und eine Standardpräparation von 0,05 g CRA-138L + 10 ml THF.
Aus den Brechungsindexspitzen wurde die Monomermenge berechnet auf der Grundlage
der Fläche unter den Spitzen in dem erhaltenen Chromatogramm, bezogen auf eine
Referenzprobe, die eine bekannte Menge der Cyrez-Harzflüssigkeit (57,6 % monomer)
enthielt. Die Ergebnisse sind in der Tabelle 1 nachstehend gezeigt:
Tabelle 1
Beispiel Nr.Trockenes Siliciumdioxid, pHAnfangsmonomer nach 1 Tag bei 50°C (Gew.-%)Anfangsmonomer nach 3 Wochen bei 50°C (Gew.-%)16,51,51,02930,52,039,548,93,949,950,117,7510,354,630,4610,654,037,1
Die in der vorstehenden Tabelle gezeigten Ergebnisse erläutern,
dass, wenn ein Siliciumdioxidprodukt mit einem nahezu neutralen pH (d.h. pH von
6,5) verwendet wird, das Harz fast vollständig polymerisiert. Wenn der pH des
Siliciumdioxids jedoch erhöht wurde, stieg der nicht umgesetzte Monomergehalt
an. Es wurde ebenfalls beobachtet, dass die Siliciumdioxidmischung mit einem pH
von 6,5 sich bei Berührung hart anfühlte. Die Siliciumdioxid/Harz-Mischung
mit einem pH von 10,6 war bröcklig.
Die Daten zeigen, dass die Verträglichkeit von Beispiel 6 bei
50°C 93,7 % für 1 Tag und 64,4 % für 3 Wochen betrug.
Die Fließfähigkeit des Siliciumdioxid/Harz-Pulvers wurde
durch den Schüttwinkel berechnet. Der Schüttwinkel (AR) wurde unter Verwendung
einer Vorrichtung mit Winkelmarkierungen und unter den folgenden Bedingungen bestimmt.
Eine Probe von 100 g der Siliciumdioxid/Harz-Mischung wurde aus einem Trichter (4
Inch Durchmesser auf der Oberseite und 0,5 Inch auf der Unterseite) aus einer Höhe
von 18 Inch fallen gelassen. Die Grundoberfläche der Vorrichtung, wo die Mischung
fällt, besteht aus zwei Stücken derart, dass ein Seitenstück an der
Mittellinie des Haufens der Mischung abgetrennt werden kann. Die andere Seite der
Basis, welche Winkelmarkierungen und den Trichter enthält, ist fixiert und
mit dem Rest der Vorrichtung verbunden. Das bewegliche Stück wird vorsichtig
und beständig entfernt. Der Winkel der neu geschaffenen Oberfläche des
Haufens (der Siliciumdioxid/Harz-Mischung) wird auf der Vorrichtung mit Hilfe einer
geraden Kante, die parallel zu der Oberfläche gehalten wird, abgelesen.
Der Schüttwinkel wird zwischen 0 und 90° gemessen. Je niedriger
der Schüttwinkel, desto frei fließender ist das Material. Für ein
geeignetes frei fließendes Pulver wird gewöhnlich ein Schüttwinkel
von 30 bis 40° festgestellt. Ein Schüttwinkel von größer als
60° ist typischerweise repräsentativ für eine geringe Fließcharakteristik.
Der Schüttwinkel für das Beispiel 6 betrug 50°, gemessen 1 Tag nachdem
die Siliciumdioxid/Harz-Mischung hergestellt war.
Beispiel 7:
Ein Filterkuchen und eine verflüssigte Aufschlämmung wurden
unter Verwendung des gleichen Verfahrens hergestellt, wie vorstehend für die
Beispiele 1 bis 6 beschrieben. Der Kuchen hatte 15,1 Gew.-% Feststoff, und die Aufschlämmung
hatte 12,5 Gew.-% Feststoff. Zu dieser Aufschlämmung wurden 25 Gew.-% Ätznatronlösung
unter sanftem Rühren während einer Zeit von 1 Stunde in einer solchen
Menge zugesetzt, dass ein pH von 10,1 erreicht wurde. Die Aufschlämmung wurde
in eine Hochdruckpumpe eingeführt, die eine Aufschlämmungseinspeisung
zu den Düsen eines Sprühtrockners aufrecht erhielt. Der Sprühtrockner
war ein zylindrischer senkrechter Spühtrockner mit konischem Boden (erhalten
von Bayliss Technologies Inc., Randallstown, MD) mit der Fähigkeit, Siliciumdioxid
mit einer mittleren Teilchengröße von 200 bis 250 &mgr;m zu trocknen.
Das getrocknete Siliciumdioxid hatte einen pH von 10,8, eine mittlere Teilchengröße
von 204 &mgr;m und einen Endfeuchtigkeitsgehalt von 3,8 %. Eine Siliciumdioxidprobe
von Hi-Sil SC 72C (PPG Industries, Inc., Pittsburgh, PA) mit einer mittleren Teilchengröße
von 180, einem pH von 6,8 und einem Feuchtigkeitsgehalt von 4,2 % wurde als eine
Kontrollprobe verwendet.
Mischungen von Cyrez CRA 138L-Harz und Siliciumdioxid wurden in der
gleichen Weise hergestellt wie in den Beispielen 1 bis 6 beschrieben. Die Mischungen
enthielten 72 % der Harzflüssigkeit. Die Mischung des Beispiels 7 und die Kontrollmischung
waren 1 Tag nachdem sie hergestellt waren, frei fließend. Der Schüttwinkel
der mit dem Kontroll-Siliciumdioxid hergestellten Mischung betrug 35°, während
der Schüttwinkel für die Mischung des Beispiels 7 36° betrug. Beide
Mischungen wurden 1 Woche einer Temperatur von 50°C unterworfen, und der Monomergehalt
wurde unter Verwendung des gleichen Verfahrens, wie in den Beispielen 1 bis 6 beschrieben,
gemessen. Die Siliciumdioxid/Harz-Mischung des Beispiels 7 enthielt 84 % Monomer.
Ferner fühlten sich Perlen der Kontrollprobe hart an und waren nicht dispergierbar,
die Perlen der Probe des Beispiels 7 waren aber bröckelig.
Beispiel 8:
Das Siliciumdioxid für das Beispiel 8 wurde durch das gleiche
Verfahren wie in Beispiel 7 hergestellt mit der Ausnahme, dass Ätznatronlösung
in einer solchen Menge zugesetzt wurde, dass der pH 10,2 betrug. Das Siliciumdioxid
des Beispiels 8 wurde verwendet, um das Cyrez 963-Harz zu absorbieren. Die Probe
des Beispiels 8 enthielt 72 Gew.-% Harz. Das in der Kontrollprobe verwendete Siliciumdioxid
war das gleiche wie dasjenige, welches in der Kontrolle für das Beispiel 7
verwendet wurde (d.h. Hi-Sil SC 72C). Sowohl die Mischung des Beispiels 8 als auch
die Kontrollmischung hatten 1 Tag nachdem sie hergestellt waren, ähnliche Fließcharakteristiken.
Die Werte des Schüttwinkels für die Mischungen des Beispiels 8 und der
Kontrolle betrugen 36 bzw. 34°. Beide Mischungen wurden in einer Drahtadhäsionskautschukverbindung
verwendet und auf die Drahtadhäsionseigenschaften geprüft. Die Drahtadhäsionsverbindungsformulierung
und die verwendeten Prüfverfahren waren die gleichen wie diejenigen, die in
einer Veröffentlichung mit dem Titel "Wire adhesion – a review of present
day technology and a look to the future" von Charles Hoff beschrieben sind, welche
bei dem in Cleveland, Ohio am 21. bis 24. Oktober 1999 gehaltenen ACS Rubber Division
Meeting vorgelegt wurde.
Die Ergebnisse der Draht-Abreißkraft für die Proben der
Kontrolle und des Beispiels 8 sind in der Tabelle 2 nachstehend gezeigt:
Tabelle 2
Draht-Abreißkraft (kN)Kontroll-SiliciumdioxidSiliciumdioxid des Beispiels 8Originalprobe0,500,6290°C - 5 Tage im Ofen gealtert0,570,6490°C - 5 Tage bei 50 % relativer Feuchtigkeit gealtert0,600,70
Beispiele 9 bis 11:
Die Menge von Alkali, die zum Erreichen eines spezifischen pH des
trockenen Siliciumdioxids benötigt wird, hängt sowohl von dem Typ des
Siliciumdioxids als auch von seinem Ausgangs-pH ab. Die folgenden Beispiele zeigen
den Bereich von Mengen, die bei der Herstellung von Siliciumdioxidproben beteiligt
waren. Siliciumdioxid wurde aus einer Aufschlämmung mit einer vorbestimmten
Menge von Ätznatron getrocknet, die ihr, wie in den Beispielen 1 bis 6 beschrieben,
zugesetzt wurde. Ein bekanntes Volumen von 25 gew.-%-iger Ätznatronlösung
wurde zugesetzt und in 18,144 g einer Aufschlämmung mit 13 Gew.-% Feststoff
eingemischt. Das Volumen von Alkali und der resultierende pH des trockenen Produkts
sind in der Tabelle 3 wiedergegeben.
Tabelle 3
Beispiel Nr.25 % Ätznatron (ml)Trockenes Siliciumdioxid, pH9969,71019210,21128810,8
Anspruch[de]
Zusammensetzung, die ein Einkomponentenharz und ein teilchenförmiges
Material auf Siliciumdioxidbasis, das durch Ausfällung aus einer Flüssigkeit
erhalten wurde, enthält, wobei dieses Material auf Siliciumdioxidbasis ein
mehrwertiges Kation, falls vorhanden, in einer Menge von weniger als 5 Gew.-%, bezogen
auf das Oxid dieses Kations, enthalten kann und dieses Material auf Siliciumdioxidbasis
gekennzeichnet ist durch:
eine mittlere Teilchengröße von mindestens 20 &mgr;m,
eine BET-Oberfläche von mindestens 90 m2/g und
einen pH von mindestens 9,5.Zusammensetzung nach Anspruch 1, wobei die mittlere Teilchengröße
dieses teilchenförmigen Materials auf Siliciumdioxidbasis von 30 &mgr;m bis
50 &mgr;m reicht.Zusammensetzung nach Anspruch 1, wobei die mittlere Teilchengröße
dieses teilchenförmigen Materials auf Siliciumdioxidbasis von 150 &mgr;m
bis 300 &mgr;m reicht.Zusammensetzung nach Anspruch 1, wobei dieses teilchenförmige Material
auf Siliciumdioxidbasis ein hydrophiles Siliciumdioxid ist.Zusammensetzung nach Anspruch 1, wobei dieses Einkomponentenharz ein
selbstkondensierendes alkyliertes Triazinharz ist.