Die vorliegende Erfindung hat eine Schuhsohle zum Gegenstand, welche
für das Gehen auf Eis oder auf vereistem Untergrund und/oder auf mit Schnee
bedecktem Untergrund bzw. Boden bestimmt ist.
Um das Problem des Gehens auf vereisten Böden zu lösen,
ist es aus den Schweizer Druckschriften CH 172 710
und CH 218 631 bekannt, den Umfang der Sohle
mit metallischen Beschlägen oder mit Nägeln zu versehen, welche ein besseres
Einhaken auf dem Eis erlauben. Diese Nägel oder Beschläge weisen jedoch
hingegen den Nachteil auf, auf anderen Geländen, wie z.B. Straßenbelag,
Zement und steinigen Untergründen, rutschig zu sein.
Des Weiteren sind die Beschläge im Falle eines Gehens auf verschneiten
Untergründen nicht effizient, da der Schnee an der Sohle haftet, sich zwischen
den Beschlägen einlegt und schnell Klötze bildet, welche diese letzteren
ineffizient machen.
Kürzlich wurde es durch die JP
10337203 vorgeschlagen, in der Sohle Glasfasern einzuschließen, welche
in Richtung zu der Kontaktoberfläche mit dem Untergrund ausgerichtet sind und
dazu ausgesetzt sind bzw. herausstehen, derart, um einen Rutschverhinderungseffekt
auf einer vereisten oder verschneiten Oberfläche zu erhalten.
Eine derartige Sohle weist den Nachteil auf, stark erhöhte Realisierungskosten
aufzuweisen.
Die EP 682 886 sieht für
das Gehen auf glatten, rutschigen Oberflächen, wie z.B. feuchten Untergründen
oder vereisten Untergründen, vor, die Sohle mit profilierten umfänglichen
Blöcken auszustatten, welche mit Lamellen versehen sind, deren Höhe der
Gesamthöhe des Blocks entspricht. Ein derartiger Schuh ist nicht besonders
an eine gemischte Verwendung Schnee/Eis oder an nicht-ebene Gelände angepasst.
Des Weiteren macht die große Tiefe der Lamellen sie sehr anfällig gegenüber
der Abnutzung.
Es ist die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, die oben genannten
Nachteile zu vermeiden und bei vorteilhaften Kosten eine Sohle vorzuschlagen, welche
es erlaubt, ebenso auf Eis wie auf Schnee zu gehen, ja sogar auf unregelmäßigen
Untergründen, und welche die Probleme eines „Verklumpen" (frz. bottage)
des Schnees vermeidet.
Diese Aufgabe wird bei der Sohle gemäß der Erfindung durch
die Tatsache gelöst, dass die Sohle für das Gehen auf Eis in mindestens
einer zentralen Zone der Laufoberfläche eine Reihe von im Ruhezustand nebeneinanderliegenden
Lamellen aufweist und dass sie Stollen an ihrem äußeren Umfang aufweist.
Man hat tatsächlich auf überraschende Art und Weise festgestellt,
dass die im Ruhezustand nebeneinanderliegenden Lamellen, welche in einer zentralen
Zone der Sohle angeordnet sind, es während dem Gehen erlauben, eine gute Haftung
auf Eis zu haben, wohingegen die umfänglichen Stollen ein gutes Einhaken auf
dem Schnee ermöglichen.
Die Erfindung wird jedenfalls besser verstanden werden und andere
Merkmale von dieser werden offenbar werden unter Zuhilfenahme der Beschreibung,
welche nachfolgend mit Bezug auf die schematische beigefügte Zeichnung erfolgt
und in welcher:
1 eine Ansicht von unten einer Sohle gemäß
einer ersten Ausführungsform ist;
2 eine ähnliche Ansicht zu der 1
einer Sohle gemäß einer zweiten Ausführungsform ist;
3 eine schematische Seitenansicht ist, welche die Funktionsweise
der seitlichen Stollen darstellt;
4 eine schematische Schnittansicht gemäß
IV-IV aus der 1 ist, bei der die Lamellen im Ruhezustand
sind;
5 eine schematische Ansicht ähnlich zu der
4 ist, welche die Funktionsweise der Lamellen während
dem Gehen darstellt; und
6 eine Detailansicht in Perspektive aus der
1 ist.
Wie es die 1 zeigt, weist die Laufsohle
1 gemäß der Erfindung zwei zentrale Zonen auf, jeweils eine vordere
Zone 2 und eine hintere Zone 3, welche jeweils eine Reihe oder
ein Pflaster aus Lamellen 10 aufweisen, die vollständig nebeneinanderliegend
sind, d.h. keinerlei Intervall zwischen zwei im Ruhezustand aneinander angrenzenden
Lamellen lassen.
In dem dargestellten Beispiel ist jede der Lamellen 10 im
Wesentlichen geradlinig und erstreckt sich in einer Richtung D, die im Wesentlichen
transversal zu der longitudinalen Achse L der Sohle ist.
Jedes Pflaster 2, 3 aus Lamellen 10 ist
darüber hinaus von peripheren Stollen 20 umgeben, d.h. Stollen, welche
sich dem Rand der Sohle bündig anschließen und welche weiter unten mehr
im Detail beschrieben werden.
Die Lamellen 10 sind aus einem polymeren Material realisiert,
z.B. aus Kautschuk, der eine niedrige Härte aufweist, vorzugsweise in der Größenordnung
von 55 Shore A, und dessen Härte bei niedrigen Temperaturen wenig variiert,
bis in etwa zu –20°C.
Dieses Material ist vorzugsweise ein Kautschuk, jedoch kann ein Polymer,
wie z.B. ein Polyurethan und insbesondere expandiertes PU, welches die Eigenschaften
einer Härte und einer niedrigen Variierung bei niedrigen Temperaturen aufweist,
welche gewünscht sind, ebenso verwendet werden.
Die Lamellen 10 sind durch Ausstanzen mit Hilfe eines geeigneten
schneidenden Werkzeugs realisiert, das Klingen von sehr niedriger Dicke aufweist,
wie z.B. Cutter-Klingen.
Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform weist jede
Lamelle eine Tiefe von in etwa 4 mm und eine Breite von in etwa 2 mm für eine
Höhe des Pflasters 2, 3 von in etwa 6 mm auf. Andere abmessungsbezogene
Eigenschaften können selbstverständlich vorgesehen sein, insbesondere
in Abhängigkeit von dem Material, welches die Sohlen bildet, und dem Temperaturbereich
der Verwendung. Es ist wichtig, dass die Lamellen 10 eine Tiefe aufweisen,
welche nicht drei Viertel der Höhe des zugehörigen Pflasters
2, 3 überschreitet, derart, um die Abnutzung der Lamellen
zu begrenzen und eine vorzeitige Abnutzung zu vermeiden. Gemäß dem gewünschten
Effekt kann diese relative Tiefe jedoch erhöht werden.
Die 4 und 5
stellen die Funktionsweise der Lamellen 10 dar. Im Ruhezustand, d.h. bei
Nichtvorhandensein einer Last, wie es in der 4 dargestellt
ist, ist der Abstand „e" zwischen zwei aufeinanderfolgenden Lamellen null,
und die Lamellen 10 erscheinen vollständig nebeneinanderliegend bzw.
aneinandergrenzend. Wie es die 4 gut zeigt, sind die
Lamellen 10 im Ruhezustand vollständig parallel und im Wesentlichen
gerade.
Während dem Gehen stellen sich tangentiale Kräfte T ein,
die Lamellen 10 verformen sich somit elastisch, wie es bei „d" in
der 5 gezeigt ist, und setzen sich dem Rutschen bzw.
dem Gleiten der Sohle selbst auf Eis entgegen.
Außerdem vermeidet man, da die Lamellen 10 im Verhältnis
zueinander sehr eingespannt sind, den Effekt einer Ansammlung oder „Verklumpung"
von Schnee, der bei den vorbekannten Systemen bekannt ist, und der Effekt eines
Widerstehens gegenüber Rutschen verändert sich nicht über die Zeit.
Wie es genauer die 6 zeigt, sind Kanäle
15 und 16 vorzugsweise von einer geringeren Tiefe als derjenigen
der Lamellen 10 vorgesehen, im vorliegenden Fall einer Tiefe von in etwa
gleich zu 2 mm oder 3 mm, um das Wasser abzuleiten, das sich während der Reibung
der Sohle auf dem Eis bildet, oder um den Wasserfilm aufzubrechen.
Bei dem Beispiel der 1 sind die Kanäle
15 und 16 longitudinal, jedoch können andere Formen ebenso
in Betracht gezogen werden, wie zuvor beschrieben.
Die peripheren bzw. umfänglichen Stollen 20 sind im
Gegensatz zu den Lamellen 10 weit voneinander beabstandet, derart, um einen
Halt von der Art einer „Zahnstange" zu bieten. In anderen Worten und wie
es in der 3 gezeigt ist, werden während dem Abrollen
des Fußes während dem Gehen (Pfeil M) die ersten Stollen 21 von
oben nach unten in Richtung zur Rückseite (Pfeil C) unter einem Zusammendrücken
des Schnees arbeiten, sodann die anschließenden Stollen 22 ihn eindrücken
(Pfeil S), um die gewünschte Einhakung auf dem Schnee zu liefern.
Diese Stollen 20 weisen vorzugsweise eine sehr „kantige",
im Wesentlichen rechteckige Form mit vielzähligen geraden Kanten
25 für ein optimales Einhaken auf. Jeder Stollen 20 wird
außerdem mit mindestens einem Kanal 26 für das Abführen
von Wasser ausgestattet sein. Jeder Stollen 20 weist eine Abmessung in
longitudinaler Richtung von in etwa 10 bis 15 mm und eine Abmessung in transversaler
Richtung, welche zwischen 20 mm und 40 mm variiert, auf. Zwei aufeinanderfolgende
Stollen sind um in etwa 10 mm voneinander getrennt, derart, um einen guten gewünschten
zahnstangenartigen Einhakeffekt zu haben. Die Lamellen 10 und die Stollen
20 wirken somit für einen optimalen Halt auf dem Schnee und auf dem
Eis zusammen.
Die Stollen 20 sind vorzugsweise aus dem gleichen Material
wie die Lamellen 10 realisiert. Je nach dem Fall und der gewünschten
Wirkung, wie z.B. bei Verwendung auf sehr lockerem Schnee, können die Stollen
20 aus einem polymeren Material sein, das härter ist, was bis zu 70
Shore A gehen kann.
Die Lamellen 10 können geradlinig sein, wie es in der
1 dargestellt ist, sie weisen jedoch vorzugsweise eine
sinusförmige Form auf, um eine Einhakung in verschiedenen Richtungen zu liefern.
Die 2 stellt eine bevorzugte Ausführungsform
dar, bei welcher die Lamellen 10 in Form eines Fischgrätmusters vorliegen,
d.h. gemäß einem Dreieck ausgerichtet sind. In diesem Fall sind die Lamellen
10 des hinteren Pflasters 3 in umgekehrter Richtung zu den Lamellen
des vorderen Pflasters 2 ausgerichtet, um mehr eine Bremswirkung während
dem Ansetzen des Absatzes zu haben.
Bei dem Beispiel der 2 stellt man ebenso
die Form von Ablasskanälen 15, 16 fest, die sich gleichzeitig
in longitudinaler Richtung L und in transversaler Richtung D erstrecken.
Die vorliegende Erfindung ist selbstverständlich nicht auf die
zuvor zu Zwecken nichtbeschränkender Beispiele beschriebenen Ausführungsformen
beschränkt, sondern umfasst alle ähnlichen oder äquivalenten Ausführungsformen.