Gebiet der Erfindung
Diese Erfindung betrifft ein biochemisches Verfahren zur Detektion
von Proteineigenschaften gemäß der Präambel von beiliegendem Anspruch
1 und auch ein Gerät zur Detektion von Proteineigenschaften gemäß
der Präambel von beiliegendem Anspruch 16.
Hintergrund der Erfindung
In den letzten Jahren hat sich ein beträchtliches Interesse an
den Verfahren und damit in Verbindung stehenden Systemen zur Bestimmung von Proteineigenschaften
von zahlreichen Arten von Organismen, z.B. Hefe, Bakterien und Säugetiere,
sowie Zelllinien ergeben. Derzeit erfordern Tests zur Detektion von Proteineigenschaften
eine große Zahl an Versuchsschritten, die nacheinander durchgeführt werden.
Die Schritte umfassen zweidimensionale Gel-Elektrophorese (2D-Gele), Post-Elektrophorese-Extraktion
der Proteine gefolgt von Massenspektrophotometrie. Die Verfahren zur Proteinanalyse
entwickeln sich in Richtung größerer Automatisierung mit damit in Verbindung
stehendem höheren Detektionsdurchsatz. Solche technologischen Entwicklungen
sind z.B. vom Human Genome Project veranlasst worden. Dieses Projekt hat gezeigt,
dass es im menschlichen Genom tatsächlich 30.000 bis 40.000 Gene gibt. Mit
der Entdeckung neuer Geneigenschaften hat es auch ein erhöhtes Interesse daran
gegeben, zu verstehen, wie/warum verschiedene Proteine produziert werden und wirken.
Mit Millionen Proteineigenschaften und Tausenden verschiedenen Spezies, die zu analysieren
sind, sind Hochdurchsatzverfahren zur Analyse von Proteineigenschaften für
den kontinuierlichen Fortschritt der Proteinwissenschaft sehr wichtig geworden.
Es gibt z.B. derzeit einen Bedarf für massive parallele Hochdurchsatztechnologie
zur Identifikation und Charakterisierung von Proteinen (Proteomik) in Verbindung
mit Arzneimittelforschung und -entwicklung.
Im Gegensatz zu Genen können Proteine in vitro amplifiziert werden,
und deshalb sind nur geringe Mengen zur Analyse verfügbar. Daher ist die Entwicklung
von Proteinanalyseverfahren, die bessere Empfindlichkeit und Durchsatz bereitstellen,
von größter Bedeutung für die wirkungsvolle Verwendung von Proteinsequenzdatenbanken.
Trotz dieses Bedarfs an neuen Hochdurchsatztechnologien sind nur wenige Verfahren
zur Bestimmung von Proteineigenschaften im Handel verfügbar geworden. Derzeitige
Verfahren sind nicht in der Lage, den Durchsatz und die Reaktionsumgebung zu erreichen,
die für die Detektion von Proteineigenschaften erforderlich sind.
Die zur Bestimmung von Proteineigenschaften verwendeten Verfahren
umfassen eine Vielzahl von konstituierenden Versuchen, die individuell markiert
sind; wenn die Versuche beendet worden sind, können sie unter Einsatz der assoziierten
Markierungen zur Identifikation gelesen werden. Die derzeit verwendeten Markierungen
umfassen:
- (a) die Position jedes Versuchs in einer Mikrotiter-Platte, in einem Röhrchen,
auf einem 2D-Gel oder in einen Massenspektrophotometer injiziert;
- (b) die Position jedes Versuchs auf der Oberfläche einer Membran;
- (c) die Position jedes Versuchs auf der Oberfläche eines integrierten Testschaltkreises,
als „Proteinanordnung" bekannt, und
- (d) Fluoreszenzspektrum oder andere Verfahren zur Identifikation von Teilchen,
an welche die Versuche gebunden sind.
Solche bekannte Verfahren haben den Nachteil, dass sie Komponenten
für ihre Ausführung verwenden, die schwierig und teuer herzustellen und
zu verwenden sind.
Wie oben erwähnt ist der Hauptansatz zur Detektion von Proteineigenschaften
zweidimensionale (2D-)Gele. Dieses Verfahren hat wie zuvor beschrieben den Nachteil
schwieriger Analyse, schlechter Reproduzierbarkeit, Variabilität der Ergebnisse
und eingeschränkten Probendurchsatz. Die zweidimensionalen Gele sind sehr arbeitsintensiv
und resultieren in der Proteincharakterisierung oft in einer Erfolgsrate von nur
50 %. Zusätzliche Nachteile für 2D-Gele sind, dass nur wenige gleichzeitige
Versuche durchgeführt werden können und zusätzliche Verarbeitung
durch Massenspektrometrie erforderlich ist, bevor Versuchsergebnisse erreicht werden
können.
Derzeit besteht eingeschränkte kommerzielle Verfügbarkeit
von Proteinmikroanordnungen, und die meisten Wissenschafter verwenden ein „selbstgebrautes"
Verfahren zur Analyse von Proteinen, z.B. Herstellung einer Anordnung durch Anbringen
einer Zahl von Proteinen an einen Objektträger. Es überwiegt vermutlich
dieser Ansatz, kombiniert mit Verfahren, wie z.B. 2D-Gelen und Massenspektrophotometrie,
wenn kein alternatives Verfahren im Handel erhältlich ist.
Im US-Patent Nr. US 6.329.209,
abgetreten an Zyomyx Inc., ist eine Proteinmikroanordnung beschrieben. Die Mikroanordnung
wird zur simultanen Detektion einer Vielzahl von Proteinen verwendet, die Expressionsprodukte,
oder Fragmente davon, einer Zelle oder Population von Zellen in einem Organismus
sind. Die Mikroanordnung betrifft ein Substrat, dessen Oberfläche in eine Vielzahl
von beabstandeten Immobilisierungsregionen mit einer Vielzahl von Proteinfangmitteln
darin geteilt ist. Jede Immobilisierungsregion wird von Grenzen umgeben, die einer
nicht-spezifischen Proteinbindung standhalten. Jede Stelle ist durch ihre räumliche
Position auf der Oberfläche des Substrats wirksam markiert. Der Proteinprofiling-Biochip
von Zymomyc Inc. ist in der Lage, durch parallele Analyse in der Größenordnung
von 1200 Proteinen zu analysieren. Während die Verarbeitungsschritte der Proteinanalyse
mit dieser besonderen Anordnung verglichen mit traditionellen Verfahren modernisiert
werden können, bietet sie nicht notwendigerweise einen Anstieg des Durchsatzes,
da viele 2D-Gele bis zu Tausend Proteine trennen können.
Da die Zahl der getesteten Proben auf derselben Mikroanordnung steigt,
macht die Nachfrage nach damit verbundener Miniaturisierung der Produktionsanlagen
und der Umgang mit spezialisierten Materialen die Herstellung solcher Mikroanordnungen
zunehmend komplex. Die Proteineigenschaften der Proben, die auf solchen Mikroanordnungen
beobachtet werden, müssen im Vorhinein bekannt und isoliert sein; ein solches
Vorwissen macht es zu einem komplizierten und teuren Verfahren, um für die
Anforderungen der Kunden für jeden unterschiedlichen Typ von Organismus oder
Spezies, der/die untersucht werden soll, spezifische Mikroanordnungen herzustellen.
Weiters ist das Ausmaß der Wechselwirkung zwischen einem großen
Volumen von Proteinen oder Peptidfragmenten, die auf derselben Oberfläche immobilisiert
werden, nicht gut verstanden und könnte eine adäquate Bindung mit der
Testprobe verhindern. Dies ist problematisch, da sie deshalb die Empfindlichkeit
und/oder Spezifität des Versuchs verringern kann sowie möglicherweise
eine erhöhte Menge von Proteinprobe im Test erfordern kann. Weitere Nachteile,
die mit dieser Technologie in Zusammenhang stehen, sind geringe Flexibilität,
schlechte Reaktionskinetik, lange Herstellungsdurchlaufzeiten, fortschrittliche
Lesetechnologie, hohe Kosten und geringe Datenqualität.
Biotests, die auf Mikroteilchen durchgeführt werden, stellen
eine andere Form von massiver paralleler Anordnungstechnologie bereit. Verfahren
zur gegenseitigen Trennung verschiedener Proben sind durch Anbringen von Informationsmolekülen
an kleine Träger erreicht worden, sodass viele Tests gleichzeitig durchgeführt
werden können. Ein System, das dazu verwendet wird, die Träger gegenseitig
zu unterscheiden, ist normalerweise Fluoreszenz oder Reflexionsindizes.
Luminex Corporation und Upstate Biotechnology stellen ein Verfahren
zur Detektion von Serin/Threoninkinasen unter Verwendung von basischem Myelinprotein
(MBP) bereit, das an eine Reihe von Fluoreszenzträgern gebunden ist. Die festen
Träger sind Mikroteilchen und verwenden optische Markierungen, um mit dem MBP
zu reagieren, um eine assoziierte Reaktion anzuzeigen. Ein fortschrittliches Sortiergerät
wird dann verwendet, um Träger auszusortieren, die reagiert haben, wobei eine
solche Sortierung durch unterschiedliche optische Signalintensität erreicht
wird, die mit den verschiedenen Trägern in Verbindung steht; wobei die optischen
Markierungen lichtemittierend sind und die Mikroteilchenträger abhängig
von der Intensität des davon emittierten Lichts sortiert werden. Ein solches
Sortierungsverfahren ermöglicht größere Flexibilität als Mikroanordnungen
bei der Detektion von Proteineigenschaften durch die Verwendung von unterschiedlich
beladenden Mikroteilchen. Jedoch bestehen immer noch Probleme hinsichtlich der Komplexität
der Ausstattung mit Instrumenten, die zur Bestimmung der unterschiedlichen Intensitätsausmaße
von Licht erforderlich sind, das von den aktivierten Mikroteilchen emittiert wird.
Der Durchsatz dieser Technologie ist derzeit auch auf 100 Proben beschränkt,
was nicht das Ausmaß von Multiplexing bereitstellt, das für Versuche mit
hohen Volumen erforderlich ist.
In der veröffentlichten internationalen PTC-Anmeldung Nr.
WO 00/16893 ist ein Verfahren betreffend
der Verwendung von festen Trägern in einem Biotest und ein Verfahren zur Herstellung
solcher Träger beschrieben. Die Träger werden aus einem anodisierten Metall,
vorzugsweise Aluminium, hergestellt. Die Träger weisen zum Beispiel daran angeheftete
Antikörper zur Bindung an Antigene auf.
WO-A-97/14028 und US-A-5.981.180
offenbart ein Verfahren zur diagnostischen und genetischen Multiplexanalyse von
Enzymen, DNA-Fragmenten, Antikörpern und anderen Biomolekülen. Durchflusszytometrie
wird zur Klassifizierung von markierten Kügelchen innerhalb einer Kügelchenreihe
verwendet.
WO-A-00/55363 offenbart ein Verfahren
zur Detektion und Analyse von Unterschieden zwischen Nucleinsäuren aus zwei
Quellen, worin Targetkügelchen mit zwei Nucleinsäuren gemischt werden
und durch Durchflusszytometrie gemischt werden.
EP-A-0126450 offenbart ein Verfahren zur
Detektion von Antigenen oder Antikörpern in einem Fluid, worin Populationen
von Teilchen voneinander mithilfe einer fluoreszierenden Substanz, der Menge dieser
Substanz und der Partikelgröße unterschieden werden können.
US-A-5.206.143 offenbart ein Verfahren zur
Unterscheidung von multiplen Subpopulationen von biologischen Teilchen in einer
Probe basierend auf Unterschieden der Fluoreszenzintensität, die auf ein oder
zwei Fluorochrome zurückzuführen sind, mit welchen die biologischen Teilchen
markiert sind.
DE-A-10031028 offenbart ein Verfahren zur
Selektion von Teilchen mit einer vorbestimmten Eigenschaft aus einer Population,
die eine große Zahl von unterschiedlichen Teilchen umfasst. WO-A-95/32425
offenbart ein Verfahren zum Kodieren von kombinatorischen Bibliotheken unter Einsatz
von mit Fluorophor markierten Kügelchen, und US-A-6.096.496
offenbart ein Kügelchen kombinatorischer Chemie, das einen Emittenten von elektromagnetischem
Spektrum als einzigartigen Identifikator umfasst. US-A-4.568.630
offenbart ein Verfahren zur Herstellung einer anodisierten Aluminiumdruckplatte.
US-A-5.519200 offenbart ein Identifikationsgerät,
das einen magnetisch-optischen Streifen und einen optischen Barcode umfasst, worin
der magnetisch-optische Streifen an einem bekannten Ort relativ zum optischen Barcode
positioniert ist, sodass bei visueller Identifikation des Barcodes der Ort des magnetisch-optischen
Streifens zu finden ist.
Eine andere bekannte Anwendung zur Charakterisierung und Identifikation
von Proteinen ist die Analyse von Analyten, die mit der Erkrankung in Verbindung
stehen. Die Analyse von Analyten wird derzeit unter Einsatz einer Vielzahl von Verfahren
durchgeführt, die ELISA (enzymgekoppelte Immunadsorptionsbestimmung), RIA (Radioimmunoassay),
chromogene Tests, HPLC (Hochleistungsflüssigkeitschromatographie), GCMS (Gaschromatographie-Massenspektroskopie),
DC (Dünnschichtchromatographie), NIR (Nah-Infrarotanalyse) umfassen. Diese
Verfahren haben den Nachteil, dass die Zahl von Analyten eingeschränkt ist,
die zu einem beliebigen Zeitpunkt getestet werden kann, dass sie zeitraubend sind
und teure Ausrüstung erfordern.
Ein anderes Problem, das bei heutiger Proteincharakterisierungstechnologie
auftritt, ist der Bedarf an gut ausgebildetem Personal, das verschiedene Systemanordnungen
versteht, die erforderlich sind, wenn steigende Zahlen von Versuchen zur Bestimmung
von Proteineigenschaften durchgeführt werden. Diese Personalerfordernisse führen
zu relativ großen anfänglichen Investitionen in die Ausbildung von Personal.
Es ist oft notwendig, wegen Validierungserfordernissen und zur Steigerung der Verlässlichkeit
der Analyseergebnisse wiederholt Versuche durchzuführen, die eine Kontrolle
durch Wissenschafter erfordern, was die Verfügbarkeit dieser Wissenschafter
für andere Aktivitäten reduziert. Weiters gibt es in vielen Industrien,
wie z.B. Arzneimittelforschung und -entwicklung, große Bereiche von Technologien,
die im gesamten Verfahren verwendet worden sind, die alle validiert sein müssen,
was zu beträchtlichen zeitlichen Erfordernissen und Kosten führt.
Zusammenfassung der Erfindung
Ein erstes Ziel der Erfindung ist es, ein verbessertes Verfahren zur
Detektion von Proteineigenschaften bereitzustellen.
Ein zweites Ziel der Erfindung ist es, ein kostengünstiges Hochdurchsatzverfahren
zur Durchführung von Versuchen zur Detektion von Proteineigenschaften bereitzustellen.
Ein weiteres Ziel der Erfindung ist es, ein verbessertes Gerät
zur Detektion von Proteineigenschaften bereitzustellen.
Gemäß dem ersten Aspekt der Erfindung wird, um eines oder
mehrere der zuvor genannten Ziele der Erfindung und andere Ziele zu erreichen, die
sich aus der folgenden Beschreibung ergeben, ein wie im beiliegenden Anspruch 1
definiertes Verfahren bereitgestellt.
Weiters wird gemäß dem zweiten Aspekt der vorliegenden Erfindung
zur Erreichung eines oder mehrerer der zuvor genannten Ziele der Erfindung und anderer
Ziele, die sich aus der folgenden Beschreibung ergeben, ein Gerät wie in beiliegendem
Anspruch 16 definiert bereitgestellt.
Das Verfahren und Gerät sind von Vorteil insofern, als dass sie
in der Lage sind, die zuvor genannten Ziele der Erfindung zu erreichen.
Daher betrifft der erste Aspekt der vorliegenden Erfindung ein Verfahren
zur Detektion von Proteineigenschaften, wo Träger mit spezifischen Barcodes
ein Informationsmolekül aufweisen, das an die Hauptoberfläche davon angebracht
ist. Das Anbringen der Moleküle an die Träger und das Suspendieren dieser
in einem Fluid ermöglicht eine sehr gute Reaktionskinetik, wodurch die Empfindlichkeit
verbessert wird sowie das Reaktionsvolumen und die Zeit reduziert werden. Die Probe,
die möglicherweise eine Proteineigenschaft aufweist, die detektiert wird, wird
zum Fluid zugegeben. Ein Multiplexversuch von Hunderttausenden Tests in einem ist
möglich, da eine große Zahl von Trägern mit unterschiedlichen Barcodes
und angebrachten Informationsmolekülen gleichzeitig im Biotest vorliegen können.
Die Verwendung solcher Moleküle in Kombination mit Trägern verringert
den Bedarf, gesammelte oder wiederholte Versuche durchzuführen. Verschiedene
Formen von Signalen werden dazu verwendet, die Barcodes der Träger und das
Wechselwirkungssignal anzuzeigen, das eine Wechselwirkung mit einer oder mehreren
Proteineigenschaften angibt. Ein solcher Ansatz resultiert in weniger fortschrittlichen
Lese- und Detektoreneinheiten, die zur Durchführung von Testmessungen erforderlich
sind, wodurch möglicherweise Kosten reduziert werden.
In einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung werden die
Träger vor der Anheftung von Informationsmolekülen daran oxidiert. Eine
solche Anbringung ermöglicht der Oberfläche der Träger, über
verbesserte mechanische und chemische Anheftungseigenschaften zu verfügen.
Alternativ oder zusätzlich dazu sind die Träger mit einem oder mehreren
molekularen Bindungsmitteln umhüllt, um die Anbringung des Informationsmoleküls
daran zu verstärken.
In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der Erfindung führt
eine Messeinheit die Detektion von signalemittierenden Markierungen und das Lesen
der Barcodes im Wesentlichen simultan durch. Diese gleichzeitige Messung verringert
das Risiko von falschem Lesen und erhöht den Durchsatz, da fortschrittliche
Software nicht zum Nachverfolgen der Träger verwendet wird.
In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung umfasst das Lesen
des Barcodes das Orten einer oder mehrerer Eigenschaften, die anzeigen sollen, wie
die gesammelte Information zu interpretieren ist. Dies macht es möglich, die
Träger unabhängig von ihrer Position oder Durchflussrichtung durch z.B.
ein Durchflusszytometerlesesystem zu identifizieren.
Eine weitere Ausführungsform der Erfindung verfügt über
ein Fluid, das geladene Träger umfasst, die auf ein Substrat platziert sind
und in der Folge an ein Substrat angebracht sind. Diese ermöglicht einen mehrfachen
Anstieg der Durchsatzkapazität der Standard-Planarleseverfahren, während
sie nur geringfügige Anpassungen an bestehende Ausrüstungsanordnungen
erfordert.
Gemäß einem speziellen Ansatz der Erfindung umfasst das
Lesen der Messeinheit das Fortbewegen des Substrats mit seinen assozierten Trägern
entlang eines vorgegebenen Wegs. Eine solche Bewegung entlang des Wegs wird bevorzugt
durch Bewegung des Substrat mit sich darauf befindenden Trägern erreicht, während
die Messeinheit stationär ist. Es ist offensichtlich, dass, alternativ dazu,
die Messeinheit bewegt werden könnte, während das Substrat mit Trägern
stationär ist. Solche Ansätze sind in der Lage, dazu zu führen, dass
im Wesentlichen alle Träger im Fluid analysiert werden. Die entsprechenden
Positionen dieser Träger, die sich nur teilweise im Fokusbereich der Messeinheit
entlang des Messwegs befinden, sind registriert, sodass sie nur einmal analysiert
werden.
In anderen bevorzugten Ausführungsformen der Erfindung dienen
die detektierten Proteineigenschaften dem Arzneimitteltargeting, der Proteomik oder
Analyse von Analyten. Diese Ausführungsformen der Erfindung umfassen ein System
zur Durchführung von massiv parallelen multiplen Biotests zum Arzneimitteltargeting,
zur Proteomik und/oder Analyse von Analyten in einer kostengünstigen, schnellen
und geeigneten Art und Weise. Ein solches Schema erreicht einen höheren Durchsatz
durch die Herstellung einer Suspension, umfassend viele Tausende verschiedene Arten
von z.B. mikrobearbeiteter kodierter Träger, die auch Markierungen oder Mikromarkierungen
genannt werden. Jeder dieser Träger trägt z.B. Nucleinsäure, Peptidnucleinsäure
(PNA), Enzym und/oder Proteininformationsmoleküle. Die Träger mit angehefteten
Informationsmolekülen werden mit der Probe gemischt, die potenziell die getestete
Proteineigenschaft gemeinsam mit einer signalemittierenden Markierung umfasst, nämlich
ein Reportersystem, wie z.B. Fluoreszenz. Nur Träger mit Nucleinsäuren,
PNAs, Enzymen und/oder Proteinsonden, die sich an die untersuchten Proteineigenschaften
binden, binden an die signalemittierende Markierung, die dann ein Signal, z.B. Fluoreszenz,
emittiert.
Im zweiten Aspekt der Erfindung wird ein Gerät zur Detektion
von Proteineigenschaften bereitgestellt, das Detektionsmittel und Identifikationsmittel
aufweist, die zwei verschiedene Signaltypen registrieren sollen, wobei das erste
Signal mit der Detektion von aktivierten signalemittierenden Markierungen assoziiert
ist und das zweite Signal mit dem Lesen von Barcodes von Trägern assoziiert
ist. Eine solche Vielfalt von verschiedenen Signaltypen verringert den potenziellen
Bedarf, fortschrittliche und teure Bildverarbeitungsausrüstung zu verwenden.
Eine Ausführungsform eines festen Trägers, der in geeigneter
Weise mit dem Gerät in einem biochemischen Arzneimitteltargeting-, Proteomik-
oder Analytenanalyse-Test verwendet wird, hat eine im Wesentlichen lineare oder
planare Form und eine anodisierte metallische Oberflächenschicht. Die größte
Dimension des Trägers ist bevorzugt geringer als etwa 250 µm, noch bevorzugter
geringer als 150 µm und am bevorzugtesten geringer als etwa 100 µm lang,
wodurch eine wässrige Suspension aus einer Vielzahl von Trägern formbar
ist. Dies ermöglicht die Verwendung derselben Form von Biotest für mehrere
verschiedene Versuchstypen.
In weiteren Ausführungsformen weist die Oberflächenschicht
des Trägers eine Anodisationsschicht mit einer Zellstruktur mit der Wachstumsrichtung
der Zellen der Anodisationsschicht lotrecht zur Ebene der Oberflächenschicht
auf. In geeigneter Weise weist der Träger eine Nucleinsäure, PNA, Enzym
und/oder Proteininformationsmoleküle (Sonde) auf, die an die Oberflächenschicht
gebunden ist/sind. Die Oberflächenschicht des Trägers kann aus Aluminium
bestehen und auch porös sein. Weiters wird die Porengröße der Oberflächenschicht
geeignet in etwa an die Größe der zu bindenden Nucleinsäure-, PNA-,
Enzym- und/oder Proteinmoleküle gebunden.
Dies stellt den Träger mit exzellenten mechanischen und chemischen
Bindungseigenschaften zur Anheftung von Informationsmolekülen bereit.
Der in den Träger aufgenommene Barcode ist ein räumlich
variierendes Muster für Identifikationszwecke. In geeigneter Weise wurde die
Messeinheit, z.B. ein optisches Lesegerät, zum Lesen der Muster und Identifizieren
der Träger verwendet.
Es versteht sich, dass Eigenschaften der Erfindung, die im Vorangegangenen
beschrieben wurden, in einer beliebigen Kombination kombiniert werden können,
ohne vom Schutzumfang der Erfindung abzuweichen.
Beschreibung der Zeichnungen
Ausführungsformen der Erfindung sind nun durch Beispiele unter
Verweis auf die begleitenden Zeichnungen beschrieben, worin:
1 ein Grundriss und eine Seitenansicht eines einzelnen
Trägers ist, der einen Barcode umfasst;
2 eine schematische Darstellung eines Biotests ist,
der Träger, Informationsmoleküle und signalemittierende Markierungen umfasst;
3 eine Querschnittsansicht in der Durchflussrichtung
eines auf Durchfluss basierenden Lesegeräts ist;
4 ein schematisches Flussdiagramm des Inkubations-
und Leseverfahrens eines planarbasierten Lesegeräts ist;
5 eine schematische Darstellung ist, die ein planarbasiertes
Lesegerät zum Abfragen von Trägern auf einem Planarsubstrat darstellt;
und
6a, 6b schematische Grundrisse
eines Planarsubstrats sind, die Beispiele für den von planarbasierten Lesegeräten
eingeschlagenen Messweg veranschaulichen.
Beschreibung von Ausführungsformen der Erfindung
In 1 ist eine Darstellung eines bevorzugten
einzelnen Trägers 1 bereitgestellt. Ein solcher Träger wird in
der folgenden Beschreibung auch als „Mikromarkierung" bezeichnet. Der Träger
1 kann aus einer großen Reihe von Materialien, die von Polymeren,
Glas bis zu Metalllegierungen reichen, hergestellt werden, wird aber bevorzugt aus
einem Metall und am bevorzugtesten aus Aluminium hergestellt. Träger
1 inkorporiert einen Barcode 2, der in Form von zumindest einer
Rille, Kerbe, Vertiefung, Ausstülpung, Fortsatz (oder einer Kombination davon)
und am bevorzugtesten Loch sein kann. Barcode 2 ist in geeigneter Weise
ein optischer Transmissionsbarcode. Barcode 2 wird als räumlich sequenzielle
Reihe von Löchern eingeführt, die sich durch den Träger
1 erstrecken. Solche Löcher können verschiedener Form und Größe
sein. Sie sind auch in der Lage, einen guten optischen Kontrast bereitzustellen,
da feste Bereiche von Träger 1 Licht im Wesentlichen nicht übertragen,
während Löcher von Barcode 2 Licht höchst wirkungsvoll übertragen,
das daran empfangen wird.
Träger 1 kann verschiedenster Form sein, hat aber bevorzugt
eine im Wesentlichen planare Form mit zumindest einer Hauptoberfläche
11. Jeder Träger 1 dieser Form hat eine größte
Dimension 3 von weniger als etwa 250 µm, noch bevorzugter weniger
als 150 µm und am bevorzugtesten weniger als etwa 100 µm Länge. Träger
1 weist in geeigneter Weise ein Verhältnis von Breite 4 zu
Länge 3 in einem Bereich von etwa 1:2 bis etwa 1:20 auf, obwohl ein
Verhältnisbereich von etwa 1:5 bis etwa 1:15 besonders bevorzugt ist. Weiters
hat Träger 1 eine Dicke 5, die bevorzugt geringer ist als
etwa 3 µm und noch bevorzugter geringer als etwa 1 µm. Es hat sich erwiesen,
dass die Dicke von weniger als etwa 1 µm ausreichend mechanische Trägerstärke
bereitstellt, um Träger 1 in Biotests nutzbar zu machen. Eine bevorzugte
Ausführungsform der Erfindung betrifft Träger 1 mit einer Länge
3 von etwa 100 µm, einer Breite 4 von etwa 10 µm und
eine Dicke 5 von etwa 1 µm; solche Träger sind in der Lage, bis
zu 100.000 verschiedene Identifikationssequenzbarcodes 2 zu speichern.
Es sind Versuchsdemonstrationen von bis zu 100.000 verschiedenen Varianten der Träger
1 zur Verwendung in Biotests für Proteincharakterisierungsversuche
unternommen worden. Träger 1 verschiedener Länge 3 in
einem Bereich von 40 bis 100 µm, die zwischen zwei und fünf Dezimalziffern
von Daten im Barcode 2 tragen, sind zur Verwendung in verschiedenen Versuchen
zur Detektion von Proteineigenschaften hergestellt worden.
Etwa zehn Millionen solcher Träger 1, nämlich Mikro-Markierungen,
können auf einem einzigen Substrat mit einem Durchmesser von 6 Zoll hergestellt
werden, zum Beispiel ein Siliciumwafer, unter Einsatz derzeitiger Herstellungsverfahren.
Herkömmliche Photolithographie und Trockenätzverfahren sind Beispiele
für solche Herstellungsverfahren, die zur Herstellung und Mustergebung einer
anodisierten Aluminiumschicht verwendet werden, um separate feste Träger
1 zu ergeben.
Ein Verfahren zur Herstellung einer Vielzahl von Trägern, die
Träger 1 ähnlich sind, umfasst die folgenden Schritte:
- (1) Abscheiden einer löslichen Trennschicht auf ein planares Substrat;
- (2) Abscheiden einer Schicht eines Aluminiummaterials auf der
Trennschicht fern vom Substrat;
- (3) Definieren der Trägereigenschaften in der Aluminiummaterialschicht
durch photolithographische Verfahren und Ätzverfahren;
- (4) optionale Anodisation der Aluminiummaterialschicht und
- (5) Entfernen der Freisetzungsschicht unter Einsatz eines geeigneten Lösungsmittels,
um die Träger zu ergeben, die aus dem Planarsubstrat freigesetzt werden.
Es versteht sich, dass Schritte (3) und (4) in beiden Reihenfolgen
durchgeführt werden können. Weiters kann, wenn erforderlich, Schritt (4)
ausgelassen werden. Gegebenenfalls kann Gasanodisation des Aluminiummaterials in
Schritt (2) verwendet werden; eine solche Gasanodisation ist in der Lage, den Trägern
1 Anodisationsregionen zu verleihen, die sich tief in Träger
1 erstrecken. Die Trennschicht ist bevorzugt Polymethylmethacrylat (PMMA)
oder ein anderer geeigneter Typ von Material, zum Beispiel ein optischer Widerstand,
wie er in herkömmlichen Halbleitermikrofabrikation verwendet wird; die Trennschicht
wird so ausgewählt, dass sie Eigenschaften zeigt, die der Aluminiummaterialschicht
ermöglichen, hinsichtlich des planaren Substrats in den Schritten (3) und (4)
an Ort und Stelle gehalten zu werden. Wenn PMMA verwendet wird, umfasst ein geeignetes
Lösungsmittel Aceton und/oder Methylisobutylketon (MIBK).
In 2 ist ein Verfahren zur Detektion
von Proteineigenschaften in Form eines Biotests dargestellt, der im Allgemeinen
durch 6 angezeigt wird. Biotest 6 umfasst zwei Bindungsereignisversuche,
die von den gegenseitigen unterschiedlich exponierten molekularen Gruppierungen
wie angegeben angezeigt werden. Test 6 umfasst eine Vielzahl von Trägern,
wobei jeder Träger Träger 1 ähnlich ist. Weiters wird Test
6 durch Zusammenmischen von Suspensionen von gewählten Reihen aktiver
Träger 1 erzeugt. Jeder aktive Träger 1 mit einem entsprechenden
spezifischen Barcode 2 hat damit ein einzigartiges Informationsmolekül
7 assoziiert, zum Beispiel eine Nucleinsäure oder PNA-Sonde, die damit
assoziiert sind, welches sich an eine spezifische Form von Probenmolekül
8 bindet und/oder damit wechselwirkt, das während nachfolgender Proteincharakterisierungsanalyse
detektiert wird. Informationsmoleküle 7 werden in einer generischen
Bedeutung verwendet anstatt auf die Bedeutung eines Moleküls in seiner physikalischen
oder chemischen Bedeutung beschränkt zu sein. Die Informationsmoleküle
7 können an Träger 1 angeheftet werden, entweder bevor
oder nachdem die Träger 1 aus dem entsprechenden planaren Substrat
freigesetzt werden, das in ihrer Herstellung verwendet wird. Vermehrte Beschichtung
der Informationsmoleküle 7 auf den Träger 1 wird durch
Anheftung der Moleküle 7 an die Träger 1 nach deren
Freisetzung aus dem assoziierten planaren Herstellungssubstrat erreicht. Signalemittierende
Markierungen, zum Beispiel eine Markierung 9, sind bevorzugt Fluoreszenzmarkierungen.
Nur Träger mit Informationsmolekülen 7, die an das detektierte
Proteineigenschaftsprobenmolekül 8 gebunden haben, werden fluoreszieren.
Die Fluoreszenzmarkierung 9, die an das detektierte Probenmolekül
8 gebunden ist, und indirekt das Informationsmolekül 7 verursacht
diese Fluoreszenz, die mit 10 bezeichnet wird. Das Probenmolekül
8 umfasst vorzugsweise Materie zur Detektion von Proteineigenschaften.
Das Probenmolekül 8 ist vorzugsweise mit den signalemittierenden Markierungen
9 markiert, bevor es in Biotest 6 eingeführt wird, nämlich
ein Fluid, vorzugsweise eine flüssige Lösung und am bevorzugtesten eine
flüssige Lösung, die Wasser umfasst. Alternativ dazu können die signalemittierenden
Markierungen 9 in die flüssige Lösung eingeführt werden,
bevor sie zur Probe zugegeben werden, die hinsichtlich der Proteine charakterisiert
wird. Das Testergebnis wurde durch den Fluoreszenzgrad verschiedener Typen von Trägern
1 gemessen. Die Fluoreszenzintensität der signalemittierenden Markierung
9 quantifiziert das Ausmaß der detektierten Probenmoleküle
8 mit den im Biotest 6 gegenwärtigen Proteineigenschaften.
Versuche, wo eine binäre ja/nein-Reaktionsabfrage bevorzugt ist, erfordern
nur die Bestimmung, ob die Träger 1 im Biotest 6 fluoreszierend
sind oder nicht.
Die Informationsmoleküle 7, die an Träger
1 angeheftet sind, werden bevorzugt in Versuchen zur Detektion von Probenmolekülen
mit spezifischen Proteineigenschaften in verschiedenen Ausführungsformen der
Erfindung verwendet, z.B. können die Moleküle 7 Folgende sein:
- (a) Enzym-, Protein- und/oder PNA-Moleküle zur Analyse von Analyten;
- (b) Nucleinsäure-, Protein- und/oder PNA-Moleküle zum Arzneimitteltargeting
oder
- (c) Nucleinsäure-, Protein- und/oder PNA-Moleküle für Proteomik.
Es versteht sich, dass die Informationsmoleküle 7 nicht
auf die obigen (a) bis (c) beschränkt sind und eine große Reihe von Verbindungen
umfassen können, die in der Lage sind, einzigartig unterschieden und identifiziert
werden zu können. Ein Beispiel für eine geeignete Verbindung ist ein Peptidfragment,
das so geschaffen ist, dass es sich an ein spezifisches Target bindet. Alle Moleküle
in diesem großen Bereich und/oder Sonden können an Träger, die durch
die Schritte (1) bis (5) oben hergestellt sind, entweder vor oder nach Durchführung
von photolithographischen Operationen oder Freisetzung der Träger
1 aus dem planaren Substrat angeheftet werden. Die Informationsmoleküle
7 werden vorzugsweise an nur eine Seite des Trägers 1 angeheftet;
alternativ dazu bedecken die Moleküle 7 vorzugsweise Träger
1 im Ganzen oder teilweise.
Die Moleküle 7 können so angeordnet werden, dass
sie sich nur schwach an Träger 1 binden; eine solche schwache Bindung
wird durch eine Anordnung erreicht, sodass die Aluminiumoberfläche
11 in einem unbehandelten Zustand ist, wenn sie in einer flüssigen
Lösung, z.B. einer wässrigen Lösung, inkubiert wird. Durch Modifikation
der Oberfläche 11 der Träger 1 oder der Informationsmoleküle
7 kann eine solche Bindung selektiv verstärkt werden. Anodisation
der Anheftungsoberfläche 11 der Träger 1 ist ein Weg,
um eine solche Verstärkung bereitzustellen. Es sind Verfahren zur Züchtung
poröser Oberflächen auf Aluminium fachbekannt. Es sind ebenfalls Verfahren
zur Versiegelung solcher porösen Oberflächen bekannt. Der Patentanmelder
hat dieses Wissen genutzt, um ein relativ einfaches Verfahren zur Züchtung
einer absorbierenden Oberfläche mit genau kontrollierter Porosität und
Tiefe zu entwickeln. Solche porösen Oberflächen sind in der Lage, sich
gut an die bevorzugte Nucleinsäure, PNA, Enzym oder Proteinmoleküle zu
binden. Der Einsatz eines Avidin-Biotin-Systems ist ein anderer Ansatz zur Verbesserung
der Bindung zwischen den Trägern und ihren assoziierten Informationsmolekülen
7. Die Oberfläche 11 von Träger 1 kann auch
mit einem Polymermaterial, wie z.B. Silan und/oder Biotin, behandelt werden, um
die Anheftungseigenschaften weiter zu verstärken. Die Träger
1 haben vorzugsweise Silan auf ihren Oberflächen 11 gebrannt.
Die Anheftung von Bindungsmolekülen, z.B. Avidin-Biotin-Sandwichsystem, an
die Informationsmoleküle 7 verstärken weiter ihre chemischen
und molekularen Anheftungseigenschaften.
Eine solche verstärkte Anheftung ist wichtig, weil sie den Sondenmolekülen
7 ermöglicht, bei der Herstellung stark an die Trägeroberfläche
11 gebunden zu sein, während schwache nicht-spezifische Bindung von
Fluoreszenztargetmolekülen 8 während der Tests beibehalten werden.
Weiters wird eine solche verstärkte Anheftung vorzugsweise dadurch erreicht,
dass kovalente Bindungen zwischen Anheftungsoberfläche 11 von Träger
1 und dem Informationsmolekül 7 verfügbar sind. Die
kovalenten Bindungen verhindern, dass die Informationsmoleküle 7 von
den Trägern 1abgelöst werden und bei der Analyse störendes
Hintergrundrauschen im Biotest 6 verursachen. Es ist festgestellt worden,
dass es wichtig ist, die aktiven Träger 1, wobei diese Träger
über daran geheftete Informationsmoleküle 7 verfügen, nach
Anheftung zu waschen, um jegliche überschüssige Informationsmoleküle
7 zu entfernen, die andererseits das Rauschen im Biotest 6 während
der Analyse erhöhen könnten. Die Unterscheidung der Tests wird dadurch
durch ein besseres Signal-zu-Rausch-Verhältnis verstärkt.
Wie im Vorangegangenen beschrieben ist jeder andere Barcode
2, der auf den Trägern 1 hergestellt wird, mit einem einzigartigen
entsprechenden Informationsmolekül 7 verbunden. Der Barcode
2 ist vorzugsweise auf den Trägern 1 als Reihe von Löchern
gespeichert, unter Einsatz kodierender Schemen, die jenen ähnlich sind, die
auf den herkömmlichen Barcodesystemen zu finden sind, z.B. wie sie zur Markierung
von Ware im Einzelhandel verwendet wird. Ein solcher Code ermöglicht die Verwendung
von bestehender Lesetechnologie zur Identifikation von Barcodes 2 der Träger
1, wodurch die anfängliche Investition bei der Einführung der
Technologie gemäß der Erfindung verringert wird.
Es sind nun Lesesysteme zur Verwendung mit dem Biotest 6
und assoziierten Trägern beschrieben.
Der Patentanmelder hat zwei Klassen von Lesesystemen entwickelt. Diese
basieren auf Durchflusszellen zur Handhabung der Träger 1 und auf
Planarbildgebung von ausplattierten Trägern 1.
Ein durchflussbasiertes Lesesystem, das in der Konstruktion einem
Durchflusszytometer ähnelt, kann verwendet werden, um Tausende von Trägern
1 pro Sekunde durchzuziehen, wodurch gleichzeitig Barcode 2 jedes
Trägers 1 und die Ergebnisse des assoziierten Testergebnisses gelesen
werden. Das Testergebnis wird als binäres ja/nein-Ergebnis oder durch den Grad
der Fluoreszenz 10 gemessen. Alternativ dazu kann ein planares Lesesystem
verwendet werden, worin:
- (a) die Träger 1 auf ein planares Substrat ausplattiert werden
und dann
- (b) Fluoreszenzmikroskopie und assoziierte Bildgebungsverarbeitung verwendet
werden, um die Barcodes der Träger und die Ergebnisse ihrer assoziierten Tests
zu lesen.
Ausführungsformen des durchflussbasierten Lesesystems und des
Planarlesesystems werden nun unter Verweis auf die 3,
4, 5 und 6
detaillierter beschrieben.
Unter Verweis auf 3 ist ein Durchflusszellenlesegerät,
das im Allgemeinen durch 30 bezeichnet wird, dargestellt. Das Lesegerät
30 umfasst ein Durchflussröhrchen 31 mit einem Stromauf-Ende
und einem Stromab-Ende. Am Stromauf-Ende gibt es innerhalb des Röhrchens
31 eine Injektionsdüse 33 in Fluidverbindung mit einer assoziierten
Fokussierungszone 32, wobei die Zone 32 sich außerhalb des
Röhrchens 31 befindet. Zone 32 läuft spitz zusammen,
wo sie sich mit Düse 33 überschneidet. Weiters umfasst Düse
33 an ihrem fernen Ende innerhalb von Röhrchen 31 eine Austrittsöffnung
43.
Am Stromab-Ende umfasst das Lesegerät 30 eine Messeinheit,
die durch 35 angegeben ist, zum Lesen der Träger 1, die in
Betrieb im Fluiddurchfluss von Düse 33 am Stromauf-Ende an das Messgerät
35 am Stromab-Ende abgegeben werden. Das Gerät 35 umfasst
eine Lesezone 34, eine Leseeinheit 37, eine Lichtquelle
38, eine Detektoreneinheit 40, eine signalemittierende Einheit
39 und eine Verarbeitungseinheit 36. Die signalemittierende Einheit
39 ist bevorzugt eine Fluoreszenzquelle.
Der Betrieb des Lesegeräts 30 ist anfänglich im
Überblick beschrieben.
Ein Biotest 6, z.B. eine Flüssigkeit, die eine Vielzahl
von Trägern 1 umfasst, die darin dispergiert sind, wird in die Fokussierungszone
32 eingeführt. Weiters wird ein Durchfluss von Fluid 45,
Z.B. filtriertes Wasser, entlang Röhrchen 31 in eine Richtung vom
Stromauf-Ende in Richtung Stromab-Ende erzeugt. Die Träger 1 in der
Fokussierungszone 32 werden durch das verjüngte Profil von Zone
32 gestärkt, um es wie veranschaulicht in einer reihenähnlichen
Formation anzuordnen. Die Träger 1 werden aus der Austrittsöffnung
43 ausgeworfen und in Durchfluss 45 entlang Röhrchen
31 in die Lesezone 34 und letztlich darüber hinaus geleitet.
Wenn einer oder mehrere Träger 1 in die Lesezone 34 eintreten,
beleuchtet Licht von Quelle 38 einen oder mehrere Träger
1, sodass sie als Umriss an der Leseeinheit 37 erscheinen. Die
Leseeinheit 37 erzeugt ein entsprechendes Umrisssignal, das mit der Verarbeitungseinheit
36 für nachfolgende Bildverarbeitung verbunden ist, um den Barcode
2 der Träger 1 zu bestimmen. Die signalemittierende Einheit
39 beleuchtet auch Zone 34 mit Strahlen mit einer Wellenlänge,
die ausgewählt ist, um Fluoreszenz in einem oder mehreren aktiven Trägern
1 zu induzieren. Die Detektoreneinheit 39 detektiert eine beliebige
Fluoreszenz, die in Zone 34 auftritt, und erzeugt ein entsprechendes Fluoreszenzsignal,
das in der Folge von der Verarbeitungseinheit 36 erhalten wird. Für
jeden Träger 1, der durch die Zone 34 transportiert wird,
wird die Verarbeitungseinheit 36 so programmiert, dass sie den Barcode
2 von Träger 1 mit der entsprechenden Fluoreszenzgröße
bestimmt. Weiters ist die Verarbeitungseinheit 36 auch mit einer assoziierten
Datenbank verbunden, die Barcode 2 mit einem Test verbindet, der durch
seine assoziierten Informationsmoleküle 7 bereitgestellt ist.
Vorzugsweise ist Fluid 45, das im Betrieb entlang Röhrchen
31 fließt, eine Flüssigkeit. Alternativ dazu kann Fluid
45 ein Gas bei reduziertem Druck in Verbindung mit Düse
33 sein, sodass eine Flüssigkeit, die Träger 1 zur Austrittsöffnung
43 transportiert, an Öffnung 43 verdampft wird, wodurch dazu
beigetragen wird, Träger 1 in das Röhrchen 31 zu lancieren.
Während es einfacher ist, einen laminaren Durchflussplan innerhalb von Röhrchen
31 zu schaffen, wenn Fluid, das dadurch fließt, eine Flüssigkeit
ist, bietet der Gasdurchfluss durch Röhrchen 31 potenziell einen extrem
schnellen Träger-1-Durchsatz und assoziiertes Abfragen in der Zone
34.
Das Design und der Betrieb des Lesegeräts 30 sind nun
detaillierter beschrieben.
Das Lesegerät 30 ist so entworfen, dass es auslöst,
dass Träger 1, nämlich Mikromarkierungen, entlang einer Hauptregion
eines Röhrchens 31 durch die definierte Abfragezone 34 fließen.
Durch die Verwendung einer beschleunigten Hüllenfluid-41-Konfiguration und
der Injektionsdüse 33 werden die Träger 1, die in die
Hauptregion des Röhrchens 31 injiziert werden, einer hydrodynamischen
Fokussierungswirkung 42 unterworfen, die verursacht, dass alle Träger
1 der Länge nach, nämlich axial, angeordnet sind und durch einen
gut definierten Fokussierungspunkt 44 in der Abfragezone 34 stromab
einer Austrittsöffnung 43 durchgeleitet werden. In Röhrchen
31 gibt es einen laminaren Fluss eines Lesefluids 45, das sich
mit der Biotestlösung 6 vermischt, die in Röhrchen
31 durch Injektionsdüse 33 eintritt. Der Abstand zwischen
der Austrittsöffnung 43 und der Abfragezone 34 muss ausreichend
lang sein, um jede beliebige Turbulenz abzuleiten, die durch Injektionsdüse
33 verursacht wird. Diese ausreichende Länge ermöglicht einen
im Wesentlichen laminaren Fluss des Lesefluids 45 und stellt daher Träger
1 mit einer nicht-oszillierenden Bewegung über den Brennpunkt
44 bereit. Wenn erforderlich kann Düse 33 mit einer radial
symmetrischen Anordnung von Zufuhrröhrchen aus der Fokussierungszone
32 bereitgestellt werden, um ein symmetrischeres Geschwindigkeitsprofil
innerhalb von Röhrchen 31 zu erhalten. Ein Geschwindigkeitsprofil
61, das in 3 dargestellt ist, stellt eine
Abbildung der Geschwindigkeit des im Wesentlichen laminaren Fluiddurchflusses in
Röhrchen 31 bereit; die Fluidgeschwindigkeit steigt von einer Hauptregion
von Röhrchen 31 zu einer internen peripheren Oberfläche von Röhrchen
31. In einer Schnittoberflächenregion nahe den peripheren Oberflächen
von Röhrchen 31 wird die Fluidgeschwindigkeit an der inneren Oberfläche
von Röhrchen 31 progressiv auf im Wesentlichen null reduziert.
Vor Eintritt in Röhrchen 31 durchfließen die Träger
1 durch die Fokussierungszone 32, die dazu dient, die Träger
1 zur Injektion in Röhrchen 31 anzuordnen. Die Träger
1 werden durch Röhrchen 31 an Abfragezone 34 transportiert,
wo sie von der Messeinheit 35 abgefragt werden, wenn sie sich am Brennpunkt
44 befinden. Vorzugsweise haben die Träger 1, die im durchflussbasierten
Lesesystem 30 verwendet werden, Informationsmoleküle 7, die
an zumindest zwei gegenüberliegende Hauptoberflächen 11 der Träger
1 angeheftet sind.
Die Lichtquelle 38 emittiert Licht, das durch die Lesezone
34 hindurchtritt und Träger 1 am Brennpunkt 44 beleuchtet.
Vorzugsweise emittiert Lichtquelle 38 Licht in einer Ebene A-A, die im
Wesentlichen lotrecht zur Richtung des Biotest-Durchflusses 45 ist und
aus zwei unterschiedlichen radialen Richtungen kommt, wobei die
radialen Richtungen vorzugsweise über einen gegenseitigen Winkelabstand verfügen,
z.B. mit einem gegenseitigen Winkelabstand von etwa 45° Abstand. Eine solche
Anordnung von Träger-1-Beleuchtung im Brennpunkt 44 ermöglicht
den Trägern 1, unabhängig von ihrer Rotationsposition entlang
ihrer Längsachse identifiziert zu werden. Die Leseeinheit 37, die
sich im Wesentlichen auf der gegenüber liegenden Seite der Abfragezone
34 im Vergleich zur Lichtquelle 38 befindet, liest das Licht,
das durch einen oder mehrere Träger 1 am Brennpunkt 44 hindurchtritt.
Die Leseeinheit 37 steht in optischer Verbindung mit den Trägern
1, wenn sie durch die Abfragezone 34 hindurchtreten. Eine Eigenschaft
in Form einer Markierung an einem Ende jedes Trägers 1 wird dazu verwendet,
der Leseeinheit 37 anzuzeigen, wie die gelesene Information zu interpretieren
ist. Dies ermöglicht Träger 1, von jeder Richtung entlang ihrer
Längsachse gelesen zu werden. Die Markierung ist auch dafür empfindlich,
zur Erhöhung der Zahl möglicher Barcodes auf einem Träger
1 zu weit über 100.000 verwendet zu werden. Zum Beispiel ist die Verwendung
vier verschiedener Markierungen auf separaten Reihen von Trägern
1 in der Lage, die Zahl von Identifikationskombinationen von Trägern
auf etwa 400.000 zu erhöhen. Eine alternative Eigenschaft, um anzugeben, wie
die Informationscodes gelesen werden, ist es, jeden Block mit 0 zu beginnen und
die Enden der Blöcke mit 1 zu beginnen oder umgekehrt. Weitere Alternativen
für diese Eigenschaften sind bevorzugt Fehlerüberprüfungsdaten, für
Paritätsbitüberprüfungen und/oder Durchlassfehlerkorrektur, wodurch
die Verlässlichkeit des Tests verbessert wird.
Im Betrieb emittiert die signalemittierende Einheit 39 Strahlung,
z.B. Fluoreszenzlicht, das verursacht, dass die Träger 1, die mit
den Probenmolekülen 8 und der signalemittierenden Markierung
9 reagiert haben, die entsprechende Fluoreszenzstrahlung 10 abgeben.
Die Detektoreneinheit 40 misst das Ausmaß der Intensität der
Fluoreszenzstrahlung 10, die durch die aktivierten Signalmarkierungen
9 auf den Trägern 1 abgegeben werden. Diese Intensität
gibt den Grad der Reaktion an, der extrapoliert werden kann, um die Menge des reagierenden
Probenmoleküls 8, das in der Probe des Proteineigenschaftsbiotests
6 gegenwärtig ist, zu bestimmen. Die Verarbeitungseinheit
36 beurteilt dann die Information vom detektierten Barcode 2 der
Träger 1, die von der Leseeinheit 37 gemessen wird, und in
welchem Grad diese Träger 1 ein Signal 10 abgegeben haben,
das von der Detektoreneinheit 40 detektiert wurde. Die Information wird
dann mit der entsprechenden Information in einer Datenbank verifiziert, die vorgegebene
Information umfasst, die den spezifischen Barcode 2 mit spezifischen Informationsmolekülen
7 verbindet.
Sobald eine ausreichende Zahl von Trägern 1 gelesen
worden ist, berechnet die Verarbeitungseinheit 36 der Messeinheit
35 die Ergebnisse der Tests, die mit den Trägern 1 assoziiert
sind. Diese ausreichende Zahl liegt vorzugsweise zwischen 10 und 100 Kopien jeder
Form von Trägern 1; diese Zahl dient vorzugsweise dazu, eine statistische
Analyse zu ermöglichen, die an den Testergebnissen durchgeführt werden
kann. Zum Beispiel kann eine statistische Analyse wie z.B. eine Berechnung des Mittelwerts
und der Standardabweichung für Fluoreszenz 10 ausgeführt werden,
die mit jeder Form von gegenwärtigem Informationsmolekül 8 assoziiert
ist. Die Verarbeitungseinheit 36 kontrolliert auch das Lesegerät und
die Detektoreneinheiten 37, 40, sodass jeder einzelne Träger
1 nur einmal analysiert wird. Es kann auch möglich sein, nur Fluoreszenz-10-Träger
zu analysieren, die durch das Durchflusslesegerät 30 hindurchtreten,
um die Menge der verarbeiteten Information zu verringern.
In 4 ist ein Inkubationsverfahren
46 dargestellt, das folgende Schritte umfasst:
- (a) Positionieren der Träger 1 auf einem planaren Substrat
49, z.B. einem Chip, einem Glasobjektträger oder einer Mikroanordnung,
um ein entsprechendes trägerbeladenes Substrat 48 bereitzustellen,
und
- (b) Abfragen des trägerbeladenen Substrats 48 unter Einsatz einer
wie in 3 dargestellten und im Vorangegangenen beschriebenen
planaren Messeinheit 35.
Das Inkubationsverfahren 46 umfasst die Mischung der Träger
1, die angeheftete Informationsmoleküle 7 tragen, mit einer
Probe, die Proteineigenschaftenmoleküle 8 umfassen, in einer flüssigen
Biotestlösung 6. Die Träger 1 werden dann auf dem planaren
Substrat 49 abgeschieden und können in der Folge getrocknet werden,
um das trägerbeladene Substrat 48 zu erzeugen. Als Nächstes misst
die Messeinheit 35das Ausmaß der Fluoreszenz 10 und auch
den Barcode 2 der verschiedenen Träger 1 des trägerbeladenen
Substrats 48. Normalerweise werden alle Träger 1 auf dem
beladenen Substrat 48 analysiert, um die Gesamtqualität des Versuches
zu verifizieren. In Fällen, wo ein Interesse bestehen könnte, Zeit und/oder
Verarbeitungskapazität zu sparen, kann die Software der Verarbeitungseinheit
36 vorzugsweise konfiguriert werden, um nur die Träger 1
zu analysieren, die ein Signal 10 abgeben, z.B. durch eine Fluoreszenzsignalmarkierung
9, was angibt, dass eine Wechselwirkung mit den Proteineigenschaftsmolekülen
8 aufgetreten ist. Die Analyse des beladenen Substrats 48 unter
Einsatz der planaren Messeinheit 35 ist ein sehr kosteneffizienter, einfach
durchzuführender und geeigneter Weg zur Vermehrung der Analysekapazität
für niedrige bis mittlere Probenzahlen im Bereich von z.B. einstelligen bis
zu ein paar wenigen Tausenden Trägern auf jedem Substrat 48.
In 5 ist ein planares Lesesystem dargestellt
und im Allgemeinen mit 62 bezeichnet. Im Lesegerät 62 sind
die Träger 1 auf das planare lichtübertragende Substrat
49 ausplattiert, nämlich unbeweglich oder in einer Flüssigkeit
abgelagert. Vorzugsweise wird das planare Substrat 49 aus einem Polymer,
Glas oder einem auf Silicium basierenden Material hergestellt, z.B. ein Objektträger,
und am bevorzugtesten liegt es in Form einer Mikroanordnung vor. Danach wird die
Messeinheit 35, die so arrangiert ist, dass sie herkömmliche Fluoreszenzmikroskopie
durchführt, verwendet, um systematisch das trägerplattierte Substrat
49 zu analysieren. Bevorzugte Wege 60 zum systematischen Abfragen
des Substrats 49 sind in 6a und
6b dargestellt. 6a ist
eine mäanderförmige Darstellung eines Abfrageplans, während
6b eine Darstellung eines spiralförmigen Abfrageplans
ist. Es gibt natürlich viele andere mögliche Wege 60, die Fachleuten
bekannt sind, z.B. die Bewegung des Substrats 49 in eine entgegengesetzte
Richtung zum Weg 60 oder Bewegung des Substrats in einem gewundenen diagonalen
Weg. Jedoch sind die Pläne der 6a, 6b
wirkungsvoll, um eine erhöhte Träger-1-Lesegeschwindigkeit zu erreichen.
Vorzugsweise wird eine durch einen Schrittmotor betätigte Grundplatte
50, die das Substrat 49 trägt und aufweist, dazu verwendet,
Substrat 49 zu bewegen, während die Messeinheit 35 stationär
gehalten wird. Die Positionen der Träger 1 werden so festgestellt,
dass sie nur einmal analysiert werden.
Die Leseeinheit 37 der planaren Messeinheit 35 zur
Bildverarbeitung wird dazu verwendet, digitale Bilder jedes Bereichs von Substrat
49 einzufangen, an welche Träger 1 angeheftet worden sind.
So erhaltene digitale Bilder entsprechen Licht, das durch das Substrat
49 und Grundplatte 50 und dann durch Träger 1 übertragen
wird, wobei die Träger 1 im Umriss dargestellt sind; wobei solche
Umrisse der Träger 1 durch Leseeinheit 37 in Kombination
mit einer Verarbeitungseinheit 55 analysiert werden. Der Barcode
2, der mit jedem Träger 1 assoziiert ist, wird daher aus
seinem übertragenen Lichtprofil durch Leseeinheit 37 identifiziert.
Die signalemittierende Einheit 39 erzeugt ein Fluoreszenzsignal, wobei
das Signal die Markierungen 9 auf den Trägern 1, die mit
den Proteineigenschaftmolekülen 8 wechselgewirkt haben, zum Fluoreszieren
10 bringt. Eine Detektoreneinheit 40 detektiert die Größe
von Fluoreszenz 10 aus aktivierten Trägern 1, um den Reaktionsgrad
zu identifizieren. Das Fluoreszenzsignal 10, das über die Oberfläche
11 der aktivierten Träger 1 integriert worden ist, wird in
Verbindung mit dem Identifikationsbarcode 2 aufgezeichnet, um Datenreihen
zu schaffen, die für statistische Analyse zugänglich sind.
Die Verarbeitungseinheit 55 ist mit der Lichtquelle
38, der Signaleinheit 39, der Leseeinheit 37 und der
Detektoreneinheit 40 und einem Display 56 verbunden. Weiters umfasst
die Verarbeitungseinheit 55 ein Kontrollsystem zur Kontrolle von Lichtquelle
38 und der Signaleinheit 39. Der Umriss und Fluoreszenzsignale
10 der Träger 1 treten über eine optische Anordnung
51, z.B. eine Anordnung, die eine oder mehrere Linsen und/oder eine oder
mehrere Spiegel umfasst, in Richtung Detektoreneinheit 40 und Leseeinheit
37 hindurch. Ein Spiegel 52 wird dazu verwendet, die optischen
Signale in zwei Wege zu trennen, und optische Filter 53, 54 werden
dazu verwendet, ungewollte optische Signale basierend auf ihrer Wellenlänge
auszufiltern. Alternativ dazu können die Lichtquelle 38 und Signaleinheit
39 in Intervallen auf- und abgedreht werden, z.B. gegenseitig abwechselnd.
Signale werden von der Leseeinheit 37 und Detektoreinheit 40 erhalten,
die verarbeitet werden, und entsprechende statistische Analyseergebnisse werden
auf einem Display 56 dargestellt. Es sind ähnliche Zahlen jeder Form
von Trägern 1 erforderlich, um eine optimale statistische Analyse
von Versuchen zu ergeben. Eine solche statistische Analyse ist fachbekannt.
Die bevorzugte Ausführungsform des biochemischen Verfahrens zur
Detektion einer oder mehrerer Proteineigenschaften verwendet Träger
1 mit Barcodes 2, die zuvor beschrieben sind. Das Verfahren umfasst
mehrere Schritte, die in mehreren verschiedenen Reihenfolgen verwendet werden können,
und ist nun im Detail beschrieben.
Informationsmoleküle 7 sind an zumindest eine Hauptoberfläche
11 der Träger 1 angeheftet, um die Detektion von potenzieller
Proteineigenschaftsmaterie 8 in einer Probe zu ermöglichen. Träger
1 mit zumindest einer Form von Barcode 2 werden dann in einem
Fluid 6 suspendiert, um eine dreidimensionale Anordnung zu ermöglichen,
wo die Träger 1 in Fluid 6 eingetaucht sind. Die dreidimensionale
Anordnung ermöglicht eine sehr gute Reaktionskinetik. Die Anzahl der verschiedenen
Formen von Trägern 1, die im Fluid 6 suspendiert sind, hängt
vom Testdurchsatz ab, der erforderlich ist, könnte aber in der Höhe von
Hunderten, Tausenden oder sogar Millionen sein. Die Zahl derselben Formen von Trägern
1, die im Fluid 6 suspendiert sind, ist unter anderem von der
Qualität der statistischen Analyse und der leichten Durchführbarkeit der
Analyse abhängig.
Die Probe, die potenzielle Proteineigenschaftsmaterie 8 enthält
und analysiert werden soll, wird zum Fluid 6 zugegeben, bevor oder nachdem
die Träger 1 im Fluid suspendiert worden sind. Signalemittierende
Markierungen 9 werden ebenfalls zum Fluid 6 zugegeben. Diese signalemittierenden
Markierungen 9 werden dazu verwendet, eine Wechselwirkung anzuzeigen, z.B.
Bindung zwischen den Informationsmolekülen 7 auf den Trägern
1 und der Proteineigenschaftsmaterie 8, die in der analysierten
Probe gesucht wird. Es gibt viele verschiedene Wege für die
Zugabe der signalemittierenden Markierung 9 zum Fluid 6. Sie können
z.B. separat zum Fluid 6 zugegeben werden, an die zu analysierende Proteineigenschaftsmaterie
8 angeheftet werden, bevor die Probe zum Fluid 6 hinzugefügt
wird, oder an das Informationsmolekül 7 gebunden werden, vor oder
nach ihrer Anheftung an die Träger 1. Es gibt ebenfalls verschiedene
Wege, wie die signalemittierenden Markierungen 9 angeben, dass Wechselwirkung
zwischen den Informationsmolekülen 7 und der Proteineigenschaftsmaterie
8 in der analysierten Probe besteht.
Ein solcher Weg für ein Signal, wie z.B. Fluoreszenz oder Licht
einer anderen Wellenlänge (Farbe), ist es, von der signalemittierenden Markierung
9 aktiviert zu werden, wenn eine Wechselwirkung zwischen einem Informationsmolekül
7, einer übereinstimmenden Proteineigenschaftsmaterie 8 und
der signalemittierenden Markierung 9 besteht. Alternativ dazu werden die
signalemittierenden Markierungen 9 vor jeglicher Wechselwirkung mit der
Proteineigenschaftsmaterie 8 aktiviert. Wenn eine Wechselwirkung zwischen
dem Informationsmolekül 7 und der Proteineigenschaftsmaterie
8 besteht, wird die aktive signalemittierende Markierung 9 von
anderen Molekülen freigesetzt, die ihr Signal deaktivieren. Dies würde
zur einer Detektion führen, die den zuvor erwähnten entgegengesetzt ist,
d.h. das Fehlen eines Signals gibt an, dass eine Reaktion auf einem Träger
aufgetreten ist, in z.B. einem ja/nein-Versuch. Auf ähnliche Art und Weise
kann ein Rückgang des Fluoreszenzsignals 10 ein Indikator für
die Menge der Proteineigenschaftsmaterie 8 sein, die in der analysierten
Probe gegenwärtig ist, die in das Fluid 6 eingeführt worden ist.
Das Fluid 6, das Träger 1 mit Informationsmolekülen
7, die zu analysierende Probe 8 und die signalemittierenden Markierungen
9 enthält, wird unter Einsatz einer Detektionseinheit 40
und einer Leseeinheit 37 analysiert. Die Leseeinheit 37 liest
den Barcode 2 von zumindest jenen Trägern 1 mit Informationsmolekülen
7, die mit der Proteineigenschaftsmaterie 8 in der analysierten
Probe reagiert haben. Es kann auch bevorzugt sein, die Barcodes 2 aller
Träger 1 als Qualitätskontrolle der Multiplexversuche abzulesen.
Die Detektionseinheit 40 detektiert das Fehlen oder die Gegenwart von Wechselwirkungssignalen
10 der signalemittierenden Markierungen 9. In einer alternativen
Form eines biochemischen Testverfahrens kann mehr als ein Signal auf jedem Träger
verwendet werden, was die Gegenwart von zwei oder mehreren Proteineigenschaften
8 in der analysierten Probe angibt. Dies bedeutet, dass zwei oder mehrere
verschiedene Informationsmoleküle 7 an denselben Träger
1 angeheftet sind. In einem solchen Fall würden die signalemittierenden
Markierungen 9 ein anderes Signal 10 abhängig von der Proteineigenschaftsmaterie
8 abgeben, die an die Informationsmoleküle 7 bindet. Ein
anderes bevorzugtes Verfahren, das zur Detektion von Proteineigenschaften verwendet
wird, ist es, das kombinierte Signal aus zwei oder mehreren Trägern
1 mit unterschiedlichen Barcodes 2 zu verwenden, um die Gegenwart
der Proteineigenschaft anzugeben. Die Signalkombinationen können z.B. ein aktiver
Träger A und passiver Träger B, aktive Träger A und B oder ein passiver
Träger B und aktiver Träger A sein, wobei jede andere Kombination von
Trägern anzeigt, welche Form von Proteineigenschaften im Fluid detektiert wird.
Die beabsichtigte Verwendung des biochemischen Tests zur Detektion
einer oder mehrerer Proteineigenschaften umfasst Arzneimitteltargeting, Proteomik
oder Analyse von Analyten. Diese Verwendung der Biotestverfahren ist auch zur Verwendung
im Bereich des Screenings und der Diagnostik geeignet.
Es versteht sich, dass Modifikationen an den Ausführungsformen
der Erfindung vorgenommen werden können, die im Vorangegangenen beschrieben
sind, ohne vom Schutzumfang der Erfindung wie in den beiliegenden Ansprüchen
definiert abzuweichen.