Die vorliegende Erfindung betrifft ein neues Verfahren zum Herstellen
von Silicium. Insbesondere betrifft sie ein Verfahren zum Herstellen von Silicium
durch die Umsetzung von Trichlorsilan (das nachstehend als TCS abgekürzt werden
kann) mit Wasserstoff, wobei die Behandlung von Tetrachlorsilan (das nachstehend
als STC abgekürzt werden kann), das bei einer Silicium-Abscheidungsreaktion
entsteht, industriell äußerst günstig durchgeführt werden kann.
Stand der Technik
Aus TCS erhaltenes hochreines Silicium kann durch Umsetzen von TCS
mit Wasserstoff hergestellt werden. Als industrielles Herstellungsverfahren ist
das so genannte „Siemens-Verfahren" bekannt, bei dem die Oberfläche
eines Siliciumstabs erwärmt und dem Stab TCS zusammen mit Wasserstoff zugeführt
wird, um Silicium auf dem Stab abzuscheiden und einen wachsenden polykristallinen
Siliciumstab zu erhalten.
Die vorstehend beschriebene Abscheidungsreaktion wird im Allgemeinen
bei einer Temperatur von 900 bis 1250 °C durchgeführt, in erster Linie
bei 900 bis 1150 °C, um Silicium stabil abzuscheiden, wobei bei der Abscheidungsreaktion
STC und Chlorwasserstoff als Nebenprodukte entstehen.
Hinsichtlich der bei der Silicium-Abscheidungsreaktion in dem vorstehend
angegebenen Temperaturbereich, der bei dem vorstehend beschriebenen Siemens-Verfahren
eingesetzt wird, entstehenden Mengen von STC und Chlorwasserstoff wird STC in einer
sehr großen Menge gebildet.
Wenn durch das Siemens-Verfahren in dem vorstehend angegebenen Temperaturbereich
1 Tonne hochreines Silicium hergestellt wird, entstehen STC in einer Menge von 15
bis 25 Tonnen und Chlorwasserstoff in einer Menge von 0,1 bis 1 Tonne.
Das bei dem Silicium-Abscheidungsverfahren als Nebenprodukt entstehende
STC ist eine chemisch viel stabilere Verbindung als TCS. Wie in den nachstehenden
Reaktionsformeln gezeigt ist, nimmt bei zunehmendem Gehalt von STC in TCS die Reaktionsrate
der Siliciumabscheidung ab, wodurch die Wirtschaftlichkeit des Silicium-Abscheidungsverfahrens
auf Grund eines hemmenden Einflusses des Gleichgewichts stark verringert wird.
Die Ausbeute von Si bei gleichen Reaktionsbedingungen beträgt
Formel (1):Formel (2) = 5:1.
• Hemmung durch das Gleichgewicht
TCS + H2 → Si + HCl + DCS + TCS + STC
Wenn bei der vorstehenden Formel das STC des entstehenden Systems
auch in dem System des Ausgangsmaterials vorhanden ist, tendiert das Gleichgewicht
zur linken Seite (Gesetz von Le Chatelier).
Aus diesem Grund muss in einem System zum Durchführen der Silicium-Abscheidungsreaktion
in industriellem Maßstab ein Teil des STC, das bei der Silicium-Abscheidungsreaktion
in großen Mengen entsteht, oder das Gesamte davon zu einem nahe oder entfernt
angeordneten Behandlungssystem (das nachstehend „System zur STC-Behandlung"
genannt wird) abgeführt werden.
Beispiele des Systems zur STC-Behandlung umfassen ein System zum Herstellen
von Siliciumdioxid- oder Quarzstaub durch Hydrolysieren von STC mit Knallgasflammen,
und ein epitaktisches System für Siliciumwafer.
Der Verbrauch von STC in dem System zur STC-Behandlung wird aber von
der Nachfrage an dem darin hergestellten Quarzstaub oder dergleichen
betroffen. Bei einer abnehmenden Nachfrage muss überschüssiges STC, das
nicht behandelt werden kann, verworfen werden. Aus diesem Grund ist es schwierig,
die Herstellung von Silicium und die Nachfrage nach STC miteinander abzugleichen,
wobei eine grundlegende Lösung für die Behandlung von STC, das in großen
Mengen entsteht, noch nicht gefunden worden ist.
Um das vorstehend beschriebene Problem zu lösen, sind in
JP-A 52-133022 und JP-A
10-287413 (wie hier verwendet, bezeichnet der Begriff „JP-A" eine
„ungeprüfte, veröffentlichte japanische Patentanmeldung") geschlossene
Systeme als selbsttragende Verfahren zum Verringern des Ausstoßes von STC,
bei denen kein STC abgeführt wird, vorgeschlagen worden. Diese Systeme stehen
aber nur auf der Grundlage eines idealen Systems. Dabei stellt das System von
JP-A 52-133022 ein geschlossenes System
zum Bestimmen der Zusammensetzung eines Gases, das bei der Siliciumabscheidung zum
Abscheiden von Silicium bei einer Temperatur von 900 bis 1250 °C verwendet
wird, bereit, um das Entstehen von STC als Nebenprodukt zu unterdrücken. Aus
seinen Beispielen ist jedoch ersichtlich, dass das Reaktionssystem zum Abscheiden
von Silicium unter Bedingungen nahe eines Gleichgewichtszustands (Idealsystem) geführt
wird, indem die Menge des zugeführten Gases bezogen auf die Reaktionsfläche
äußerst klein gemacht wird. Unter diesen Bedingungen ist es schwierig,
einen industriell wirtschaftlichen Ausstoß zu sichern. Wenn die Zufuhr des
Ausgangsgases mit der vorstehend angegebenen Zusammensetzung erhöht wird, um
den Ausstoß zu sicherzustellen, verringert sich die Reaktionsrate von TCS sehr
stark und es wird schwierig, die Silicium-Abscheidungsreaktion in industriellem
Maßstab durchzuführen.
Um Silicium bei der vorstehend genannten Abscheidungstemperatur in
einer industriell günstigen Menge herzustellen, muss zum Verbessern der Reaktionsrate
von TCS der Anteil des gasförmigen Wasserstoffs verringert werden, wodurch
die Nebenproduktion von STC stark erhöht wird.
Aus diesem Grund ist bei der Durchführung der Siliciumabscheidung
bei einer vergleichsweise niedrigen Temperatur von 1250 °C oder weniger in
industriellem Maßstab die Nebenproduktion einer großen Menge STC wie vorstehend
beschrieben unvermeidbar, weshalb bisher keine Technologie zum industriellen Durchführen
eines geschlossenen Systems gefunden worden ist.
Als Verfahren zum Herstellen von TCS aus STC ist in JP-A
57-156318 ein Verfahren zum Herstellen von TCS durch Umwandeln von STC
zu TCS durch Reduzieren mit Wasserstoff und anschließendes Umsetzen des Chlorwasserstoffs
des Reaktionsgases mit unreinem Silicium von metallurgischer Qualität (metallurgischem
Silicium) beschrieben worden. Dieses Verfahren liefert jedoch keine Lösung
des Problems für den Schritt, bei dem STC in einer sehr großen Menge entsteht.
Mittlerweile ist in JP-A 11-314996
ein Verfahren zum Durchführen einer Silicium-Abscheidungsreaktion bei etwa
1410 °C, dem Schmelzpunkt von Silicium, vorgeschlagen worden. Dabei sind jedoch
keine Untersuchungen über die Gaszusammensetzung bei der vorstehend genannten
Abscheidungstemperatur sowie über ein industrielles Verfahren durchgeführt
worden.
Aufgaben der Erfindung
Eine erste Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist daher das Bereitstellen
eines Verfahrens zum Herstellen von Silicium, wobei die Wirtschaftlichkeit der Herstellung
von TCS verbessert, ein industriell vorteilhafter Ausstoß gewährleistet
und die Menge an STC, das als Nebenprodukt entsteht, verringert ist.
Eine zweite Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist das Bereitstellen
eines selbsttragenden Verfahrens zum Herstellen von Silicium, das keine umfangreiche
Reduktionsvorrichtung für das als Nebenprodukt entstehende STC benötigt
und das Entwerfen eines geschlossenen Systems ermöglicht.
Eine dritte Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist das Bereitstellen
eines Verfahrens zum Herstellen von Silicium, wobei die Menge des als Nebenprodukt
entstehenden STC leicht gesteuert werden kann und daher die Menge des STC, das einem
System zur STC-Behandlung zugeführt werden soll, wenn ein System zur STC-Behandlung
eingerichtet ist, auf einen beliebigen Wert eingestellt werden kann.
Weitere Aufgaben und Vorteile der vorliegenden Erfindung werden aus
der nachstehenden Beschreibung ersichtlich werden.
Zusammenfassung der Erfindung
Die Erfinder der vorliegenden Erfindung haben eingehende Untersuchungen
durchgeführt, um die vorstehend beschriebenen Aufgaben zu lösen, und haben
dabei gefunden, dass ein industrielles Verfahren, bei dem die Menge des entstehenden
STC auf einen äußerst kleinen Wert verringern kann, der für das Siemens-Verfahren
nicht erreichbar ist, durch das Durchführen einer Silicium-Abscheidungsreaktion
zwischen TCS und Wasserstoff in einem bestimmten hohen Temperaturbereich, der bisher
nicht bei der industriellen Herstellung verwendet worden ist, geschaffen werden
kann. Die vorliegende Erfindung wurde auf der Grundlage dieser Entdeckung erhalten.
Die erste Aufgabe bzw. der erste Vorteil der vorliegenden Erfindung
wird durch ein Verfahren zum Herstellen von Silicium erzielt, umfassend einen Silicium-Abscheidungsschritt
zum Bilden von Silicium durch Umsetzen von Trichlorsilan mit Wasserstoff bei einer
Temperatur von 1300 °C oder höher, einen Trichlorsilan-Bildungsschritt
zum Bilden von Trichlorsilan durch Kontaktieren des Abgases des vorstehend beschriebenen
Silicium-Abscheidungsschritts mit Silicium-Ausgangsmaterial, um Chlorwasserstoff,
der in dem Abgas enthalten ist, mit Silicium umzusetzen, und einen ersten Trichlorsilan-Rückführungsschritt
zum Trennen von Trichlorsilan von dem Abgas des Trichlorsilan-Bildungsschritts und
Rückführen desselben an den Silicium-Abscheidungsschritt.
Sie haben dabei gefunden, dass ein geschlossenes System, bei dem im
Wesentlichen kein STC von dem Verfahren nach außen abgeführt wird, durch
Reduzieren von STC mit Wasserstoff entworfen werden kann, da die Menge des als Nebenprodukt
entstehenden STC äußerst klein ist.
Die vorstehend beschriebene zweite Aufgabe bzw. der zweite Vorteil
der vorliegenden Erfindung wird vorteilhaft durch ein Verfahren zum Herstellen von
Silicium erzielt, umfassend einen Silicium-Abscheidungsschritt zum Bilden von Silicium
durch Umsetzen von Trichlorsilan mit Wasserstoff mit einem Wasserstoff/Trichlorsilan-Molverhältnis
von 10 oder mehr bei einer Temperatur von 1300 °C oder höher, einen Trichlorsilan-Bildungsschritt
zum Bilden von Trichlorsilan durch Kontaktieren des Abgases des vorstehend beschriebenen
Silicium-Abscheidungsschritts mit Silicium-Ausgangsmaterial, um Chlorwasserstoff,
der in dem Abgas enthalten ist, mit Silicium umzusetzen, einen ersten Trichlorsilan-Rückführungsschritt
zum Trennen von Trichlorsilan von dem Abgas des Trichlorsilan-Bildungsschritts und
Rückführen desselben an den Silicium-Abscheidungsschritt, einen Tetrachlorsilan-Reduzierungsschritt
zum Reduzieren von Tetrachlorsilan, das in dem Rückstand nach dem Abtrennen
von Trichlorsilan bei dem ersten Trichlorsilan-Rückgewinnungsschritt enthalten
ist, mit Wasserstoff, um Trichlorsilan zu erhalten, und einen zweiten Trichlorsilan-Rückführungsschritt
zum Rückführen des Abgases des Tetrachlorsilan-Reduzierungsschritts an
den vorstehend beschriebenen Trichlorsilan-Bildungsschritt.
Ferner haben die Erfinder der vorliegenden Erfindung gefunden, dass
die Menge des als Nebenprodukt entstehenden STC durch Verändern des Wasserstoff/TCS-Molverhältnisses
bei der Silicium-Abscheidungsreaktion in dem vorstehend genannten hohen Temperaturbereich
auf einen äußerst weiten Bereich eingestellt werden kann, ohne die Qualität
des erhaltenen Siliciums zu beeinträchtigen, wodurch die Menge des STC, das
einem System zur STC-Behandlung zugeführt werden soll, leicht gesteuert werden
kann, wenn ein System zur STC-Behandlung eingerichtet ist.
Aus diesem Grund wird die vorstehend beschriebene dritte Aufgabe bzw.
der dritte Vorteil der vorliegenden Erfindung durch ein Verfahren zum Herstellen
von Silicium erzielt, umfassend einen Silicium-Abscheidungsschritt zum Bilden von
Silicium durch Umsetzen von Trichlorsilan mit Wasserstoff bei einer Temperatur von
1300 °C oder höher, einen Trichlorsilan-Bildungsschritt zum Bilden von
Trichlorsilan durch Kontaktieren des Abgases des vorstehend beschriebenen Silicium-Abscheidungsschritts
mit Silicium-Ausgangsmaterial, um Chlorwasserstoff, der in dem Abgas enthalten ist,
mit Silicium umzusetzen, einen ersten Trichlorsilan-Rückführungsschritt
zum Trennen von Trichlorsilan von dem Abgas des Trichlorsilan-Bildungsschritts und
Rückführen desselben an den Silicium-Abscheidungsschritt, einen Tetrachlorsilan-Reduzierungsschritt
zum Reduzieren eines Teils des Tetrachlorsilans, das in dem Rückstand nach
dem Abtrennen von Trichlorsilan bei dem ersten Trichlorsilan-Rückgewinnungsschritt
enthalten ist, mit Wasserstoff, um Trichlorsilan zu erhalten, einen zweiten Trichlorsilan-Rückführungsschritt
zum Rückführen des Abgases des Tetrachlorsilan-Reduzierungsschritts an
den vorstehend beschriebenen Trichlorsilan-Bildungsschritt, und einen Tetrachlorsilan-Zuführungsschritt
zum Zuführen des Ausgleichs an Tetrachlorsilan, das dem Tetrachlorsilan-Reduzierungsschritt
zugeführt wird, an ein System zur Tetrachlorsilan-Behandlung, wobei die Menge
an Tetrachlorsilan, die dem vorstehend genannten System zur Tetrachlorsilan-Behandlung
zugeführt werden soll, bei dem vorstehend genannten Tetrachlorsilan-Zuführungsschritt
verändert wird, indem das Molverhältnis von Wasserstoff zu Trichlorsilan, die
dem Silicium-Abscheidungsschritt zugeführt werden sollen, verändert wird.
Kurze Beschreibung der Abbildungen
1 und 2 zeigen Vorrichtungen
zur Siliciumabscheidung, die zum Durchführen des Verfahrens der vorliegenden
Erfindung geeignet verwendet werden. 3 zeigt ein Schaubild,
in dem die Menge des STC und der Menge des Chlorwasserstoffs bei jeder Abscheidungstemperatur
dargestellt sind. 4 zeigt ein Prozessdiagramm einer
typischen Ausführungsform der vorliegenden Erfindung. 5
zeigt ein Prozessdiagramm einer weiteren typischen Ausführungsform der vorliegenden
Erfindung.
Bevorzugte Ausführungsformen der Erfindung
Bei der vorliegenden Erfindung handelt es sich bei dem Silicium-Abscheidungsschritt
um das Umsetzen von TCS mit Wasserstoff bei einer Temperatur von 1300 °C oder
höher, vorzugsweise bei 1300 bis 1700 °C, stärker bevorzugt bei dem
Schmelzpunkt von Silicium oder höher und 1700 °C oder tiefer.
Bei dem vorstehend beschriebenen Silicium-Abscheidungsschritt ist
das Verfahren zum Durchführen der industriellen und kontinuierlichen Abscheidung
von Silicium nicht besonders beschränkt. Bei dem Verfahren wird vorzugsweise
die in 1 gezeigte Vorrichtung verwendet, wobei die
Vorrichtung im Wesentlichen folgendes umfasst: (1) ein zylindrisches Gefäß
1 mit einer Öffnung 2, bei der es sich um eine Silicium-Auslassöffnung
handelt, am unteren Ende, (2) eine Heizvorrichtung 3, die die Innenwand
des vorstehend beschriebenen zylindrischen Gefäßes 1 von dessen
unterem Ende bis zu einer beliebigen Höhe auf eine Temperatur erwärmen
kann, die gleich dem oder höher als der Schmelzpunkt von Silicium ist, (3)
ein Chlorsilan-Zuführungsrohr 4 zum Zuführen eines Chlorsilans
A, welches Rohr zu einem Raum 5 hin, der von der auf eine Temperatur von
1300 °C oder höher erwärmten Innenwand des vorstehend beschriebenen
zylindrischen Gefäßes 1 umgeben ist, offen und abwärts gerichtet
ist, (4) ein Sperrgas-Zuführungsrohr 6 zum Zuführen von Wasserstoffgas
als Sperrgas B in den Raum, der von der Innenwand des zylindrischen Gefäßes
1 und der Außenwand des Chlorsilan-Zuführungsrohrs
4gebildet wird, und (5) ein Kühlmaterial 9, das unterhalb
des vorstehend beschriebenen zylindrischen Gefäßes 1 mit einem
dazwischen liegenden Zwischenraum angeordnet ist.
Um das Gewinnen des Abgases D aus dem zylindrischen Gefäß
1 mit der vorstehend beschriebenen Vorrichtung wirtschaftlich durchzuführen,
sind das zylindrische Gefäß 1 und das Kühlmaterial
9 vorzugsweise mit einem geschlossenen Gefäß 7 umgeben,
das mit einem Auslassrohr 12 für das Abgas D ausgestattet ist.
Ein Sperrgas C, wie z. B. Stickstoff, Wasserstoff oder Argon, wird
vorzugsweise durch ein Sperrgas-Zuführungsrohr 11 in den Raum, der
von der Außenwand des zylindrischen Gefäßes 1 und der Innenwand
des geschlossenen Gefäßes 7 gebildet wird, zugeführt.
Bei der vorstehend beschriebenen Vorrichtung ist die Heizvorrichtung
3 zum Wärmen des zylindrischen Gefäßes 1 vorzugsweise
eine Hochfrequenzspule. Das zylindrische Gefäß 1 ist vorzugsweise
aus einem Material hergestellt, das mit Hochfrequenzwellen erwärmt werden kann
und das bei dem Schmelzpunkt von Silicium beständig ist. Im Allgemeinen wird
vorzugsweise Kohlenstoff verwendet. Kohlenstoff, der mit Siliciumcarbid, thermisch
aufgeschlossenen Kohlenstoff oder Bornitrid beschichtet ist, ist bevorzugt, da er
die Beständigkeit des zylindrischen Gefäßes und die Reinheit des
Siliciumprodukts verbessern kann.
Bei der vorstehend beschriebenen Vorrichtung kann das durch das Chlorsilan-Zuführungsrohr
4 zugeführte Chlorsilan mit Wasserstoff gemischt sein. Ein Chlorsilan-Gas
oder ein Mischgas aus einem Chlorsilan und Wasserstoff wird zusammen mit Wasserstoff
als Sperrgas, das durch das Sperrgas-Zuführungsrohr 6 zugeführt
wird, dem Raum 5 des zylindrischen Gefäßes 1 zugeführt
und durch die Heizvorrichtung 3 erwärmt, um Silicium auf der Innenwand
des zylindrischen Gefäßes 1 abzuscheiden.
Wenn das zylindrische Gefäß 1 auf die Temperatur
des Schmelzpunkts von Silicium oder höher erwärmt wird, fließt das
abgeschiedene Silicium an der Innenwand des zylindrischen Gefäßes als
geschmolzene Siliciumflüssigkeit ab und tropft spontan in Form eines Tröpfchens
14 durch die Öffnung 2. Aus diesem Grund kann der Innenraum
des zylindrischen Gefäßes ständig in einem gleich bleibenden Zustand
gehalten werden, ohne einen Temperaturerhöhungs-Arbeitsgang durchzuführen.
Wenn das zylindrische Gefäß 1 auf eine Temperatur
von 1300 °C oder höher aber unterhalb des Schmelzpunkts von Silicium erwärmt
wird, scheidet sich Silicium als Feststoff ab. Wenn die Menge des abgeschiedenen
Siliciums einen bestimmten Wert erreicht, wird die Wärmeabgabe erhöht
oder die Gaszufuhr verringert, um die Temperatur des zylindrischen
Gefäßes 1 auf den Schmelzpunkt von Silicium oder höher zu
erhöhen und einen Teil des Abscheideguts oder das Gesamte davon zu schmelzen
und abzutropfen. Auf diese Weise kann Silicium gewonnen und das Abscheiden kontinuierlich
durchgeführt werden.
In diesem Zusammenhang ist bei der Umsetzung von TCS und Wasserstoff
an der Abscheideoberfläche des vorstehend beschriebenen zylindrischen Gefäßes
die Reaktionstemperatur gleich der Heiztemperatur des zylindrischen Gefäßes.
Wenn das zylindrische Gefäß 1 auf eine Temperatur
in der Nähe des Schmelzpunkts von Silicium erwärmt wird, kann sich Silicium
teilweise in festem Zustand und teilweise in geschmolzenem Zustand abscheiden. Wenn
die Menge des abgeschiedenen Siliciums einen bestimmten Wert erreicht, wird die
Temperatur erhöht, um einen Teil des Feststoffs oder das Gesamte davon zu schmelzen
und abzutropfen, wodurch es wie bei dem vorstehend beschriebenen Verfahren gewonnen
wird.
Ein Tröpfchen der geschmolzenen Siliciumflüssigkeit oder
teilweise geschmolzenes festes Silicium, das aus dem vorstehend beschriebenen zylindrischen
Gefäß fällt, tropft auf das Kühlmaterial 9, das eine
Aufnahmevorrichtung ist, um fest zu werden und als Silicium 8 gewonnen
zu werden.
Wenn das Silicium als geschmolzene Flüssigkeit abgetropft werden
soll, kann die geschmolzene Siliciumflüssigkeit durch ein bekanntes Verfahren
fein gemacht werden, bevor das fallende Silicium von dem Kühlmaterial
9 aufgenommen wird oder während das Silicium vor dem Aufnehmen von
dem Kühlmaterial 9 fällt.
Das fest gewordene Silicium-Abscheidegut, das auf das Kühlmaterial
9 getropft ist, kann aus dem geschlossenen Gefäß 7 entnommen
werden, nachdem die Abscheidungsreaktion beendet ist, wobei es aber vorzugsweise
entnommen wird, während die Abscheidungsreaktion weiter abläuft. Zum Gewinnen
des Siliciums bei laufender Umsetzung wird ein Verfahren eingesetzt, bei dem die
Temperatur des zylindrischen Gefäßes 1 auf 1300 °C oder
höher aber niedriger als der Schmelzpunkt eingestellt wird, um das Fallen von
geschmolzener Siliciumflüssigkeit zu verhindern, dann wird ein Ventil, das
zwischen dem Abscheidungsreaktor und einem Sammelgefäß angeordnet ist,
geschlossen, um eine Sammeleinheit zu öffnen; oder es wird ein Verfahren eingesetzt,
bei dem eine in einer Sammeleinheit angeordnete Mahlvorrichtung verwendet wird,
um auf das in der Sammeleinheit fest gewordene Silicium-Abscheidegut eine mechanische
Kraft auszuüben und es zu einem gewissen Maß zu mahlen, anschließend
wird das Silicium E durch eine Silicium-Auslassöffnung 13, die unterhalb
des Kühlmaterials 9 angeordnet ist, periodisch entnommen.
Bei dem in 1 gezeigten Reaktor wird das
Ausgangsgas dem Innenraum des zylindrischen Gefäßes zugeführt. Es
kann auch ein Reaktor bevorzugt verwendet werden, bei dem das zylindrische Gefäß
1 wie in 2 gezeigt eine mehrfache Struktur
mit einer Öffnung am Boden aufweist und das Ausgangsgas A einem Raum
15 zwischen den Zylindern von oben zugeführt wird.
Bei der Verwendung der in 2 gezeigten
Vorrichtung wird empfohlen, die Reaktionstemperatur auf den Schmelzpunkt von Silicium
oder höher einzustellen, um das Blockieren des vorstehend beschriebenen Raums
durch Silicium-Abscheidegut zu verhindern.
Eine Heizvorrichtung 16, wie z. B. eine Hochfrequenzspule
oder eine elektrische Heizvorrichtung, ist in dem zentralen Raum des Mehrzylindergefäßes
angeordnet, um insbesondere das innen liegende zylindrische Gefäß vollständig
zu heizen. Dabei ist in dem geschlossenen Raum zum Betreiben der Heizvorrichtung
16 vorzugsweise ein inertes Gas vorhanden. Der geschlossene Raum kann auch
evakuiert sein. Ferner kann ein Wärmeisolator (nicht gezeigt) zum Schützen
der Heizvorrichtung 16 bereitgestellt sein.
Bei dem Verfahren der vorliegenden Erfindung muss die Reaktionstemperatur
1300 °C oder mehr betragen. Dies liegt daran, dass die Menge an STC, die bei
dem Silicium-Abscheidungsschritt entsteht, so wirksam verringert und die Menge an
Chlorwasserstoff für die Herstellung von TCS aus STC erhöht wird.
3 zeigt die Menge des bei der Umsetzung als Nebenprodukt
entstehenden STC und der Menge des als Nebenprodukt entstehenden Chlorwasserstoffs
bei 1050 °C, 1150 °C, 1350 °C und 1410 °C, wenn das Molverhältnis
von Wasserstoff zu TCS gleich 10 ist. Wie aus 3 ersichtlich
ist, nimmt bei einer Temperatur von höher als etwa 1300 °C die Menge des
als Nebenprodukt entstehenden STC stark ab und die Menge des als Nebenprodukt entstehenden
Chlorwasserstoffs nimmt zu.
Obwohl der Grund noch nicht geklärt worden ist, warum das Reaktionsergebnis
bei einer Abscheidungs-Reaktionstemperatur von 1300 °C oder
höher und das Reaktionsergebnis bei einer herkömmlich vorgeschlagenen
Abscheidungs-Reaktionstemperatur von 1250 °C oder niedriger wie vorstehend
beschrieben voneinander verschieden sind, wird angenommen, dass die Temperatur des
Grenzfilms nahe der Abscheideoberfläche damit eng in Verbindung steht.
Dabei wird das zugeführte TCS an dem Grenzfilm mit einer hohen
Temperatur vollständig aktiviert, um seine Umwandlung zu Silicium zu erhöhen,
während die Aktivierung von TCS an einem Grenzfilm mit niedriger Temperatur
eher ungenügend ist, mit dem Ergebnis, dass leicht eine Disproportionierungsumsetzung
von zwei Molekülen TCS zu Dichlorsilan und STC abläuft und eine weitere
Umsetzung nicht stattfindet. Tatsächlich ist bei der Abscheidungsreaktion,
die bei der Temperatur gemäß der vorliegenden Erfindung durchgeführt
wird, die Menge des entstehenden Dichlorsilans viel geringer als bei dem Siemens-Verfahren
im Stand der Technik.
Bei den Untersuchungen im Zuge der vorliegenden Erfindung ist gefunden
worden, dass die Abscheidungs-Reaktionstemperatur, bei der die Aufgabe der vorliegenden
Erfindung vollständig erfüllt werden kann, 1300 °C oder mehr beträgt.
Durch das Durchführen der Silicium-Abscheidungsreaktion bei der vorstehend
genannten Temperatur kann die Menge des entstehenden STC im Vergleich zu dem Siemens-Verfahren
im Stand der Technik in manchen Fällen auf 1/2 oder weniger verringert werden,
in anderen Fällen auf 1/3. Zugleich kann die Menge des entstehenden Chlorwasserstoffs
im Vergleich zu dem Siemens-Verfahren in manchen Fällen 5-fach oder mehr erhöht
werden, in anderen Fällen 10-fach. Darüber hinaus kann die Abscheidungsrate
von Silicium im Vergleich zu dem Siemens-Verfahren in manchen Fällen 5-fach
oder mehr erhöht werden, in anderen Fällen 10-fach, und die Reaktionsrate
des Ausgangsmaterial-TCS kann im Vergleich zu dem Siemens-Verfahren in manchen Fällen
1,5-fach oder mehr erhöht werden, in anderen Fällen 2-fach, wodurch es
möglich wird, eine große Menge an Silicium mit einem Abscheidungsreaktor
von sehr kleiner Größe herzustellen.
Es ist bevorzugt, das bei der vorstehend beschriebenen Umsetzung verwendete
Molverhältnis (H2/TCS) von Wasserstoff zu TCS auf einen Wert von
10 oder mehr einzustellen, vorzugsweise auf 15 bis 30, um die bei dem Silicium-Abscheidungsschritt
entstehende Menge an STC wirksam zu verringern und die entstehende Menge an Chlorwasserstoff
stark zu erhöhen.
Der Druck bei der vorstehend beschriebenen Umsetzung ist nicht besonders
beschränkt, er liegt jedoch vorzugsweise bei Normaldruck oder höher.
Bei der vorliegenden Erfindung ist der TCS-Bildungsschritt der Schritt
der Herstellung von TCS durch Kontaktieren des Abgases des Silicium-Abscheidungsschritts
mit Silicium-Ausgangsmaterial, um Chlorwasserstoff, der in dem Gas enthalten ist,
mit Silicium umzusetzen.
Das Abgas des Silicium-Abscheidungsschritts umfasst Chlorwasserstoff
und STC als Hauptprodukte und kleine Mengen Dichlorsilan (nachstehend als DCS angekürzt)
und Oligomere von Chlorsilanen. Das Gas umfasst auch nicht umgesetztes TCS. Wenn
dieses Mischgas mit Silicium-Ausgangsmaterial kontaktiert wird, setzt sich Chlorwasserstoff
selektiv um, um TCS zu bilden. Diese Umsetzung ist eine exotherme Reaktion, bei
der TCS energetisch viel vorteilhafter als bei der endothermen Reaktion zum Herstellen
von TCS durch Reduzieren von STC mit Wasserstoff hergestellt werden kann.
Als das vorstehend genannte Silicium-Ausgangsmaterial kann ohne Einschränkung
ein bekanntes Silicium von metallurgischer Qualität verwendet werden, das allgemein
als Ausgangsmaterial zum Herstellen von Silicium verwendet wird.
Jeder Reaktor, bei dem das Silicium-Ausgangsmaterial mit dem Abgas
der Abscheidungsreaktion kontaktiert werden kann, kann als der Reaktor bei der vorstehend
beschriebenen Umsetzung verwendet werden. Als Beispiel wird für die Herstellung
in industriellem Maßstab ein Fließbettreaktor zum Umsetzen eines Siliciumpulver-Ausgangsmaterials
mit einem Gas bevorzugt, wobei es von dem Gas verflüssigt wird. Zum Einstellen
der Temperatur dieses Fließbettreaktors kann ein beliebiges bekanntes Verfahren
verwendet werden. Ein Beispiel dafür ist ein Wärmeaustauscher innerhalb
oder außerhalb des Fließbetts, oder es wird die Temperatur eines Vorwärmgases
eingestellt.
Bei dem Trichlorsilan-Bildungsschritt beträgt die Temperatur
zum Starten der Umsetzung zwischen Silicium und Chlorwasserstoff beinahe 250 °C.
Aus diesem Grund muss die Reaktionstemperatur 250 °C oder mehr betragen. Um
die Ausbeute an TCS zu verbessern, beträgt sie vorzugsweise 400 °C oder
weniger. Zum industriell stabilen Durchführen der Umsetzung wird die Reaktionstemperatur
vorzugsweise auf 280 bis 350 °C eingestellt.
Bei der vorliegenden Erfindung wird das Abgas des TCS-Bildungsschritts
einem ersten TCS-Rückführungsschritt zugeführt, um das in dem Gas
enthaltene TCS abzutrennen und es dem vorstehend beschriebenen Silicium-Abscheidungsschritt
zuzuführen. Der Wasserstoff, der rückgeführt werden soll, wird vorzugsweise
durch Entfernen von Teilen der Chlorsilane aus dem Gas erhalten. Es können
verschiedene Verfahren zum Trennen des Wasserstoffs von den Chlorsilanen verwendet
werden, es kann jedoch einfach durch Abkühlen des Gases industriell durchgeführt
werden. Um das Gas abzukühlen, kann es einfach durch einen gekühlten Wärmeaustauscher
fließen oder mit einem kondensierten und gekühlten Kondensat gekühlt
werden. Diese Verfahren können allein oder in Kombination verwendet werden.
Die vorstehend genannte Kühltemperatur beim Kondensieren von Teilen der Chlorsilane
ist nicht beschränkt, sie liegt jedoch vorzugsweise bei 10 °C oder tiefer,
stärker bevorzugt bei –10 °C oder tiefer, am stärksten bevorzugt
bei –30 °C oder tiefer, um die Reinheit des Wasserstoffs zu verbessern.
Die meisten Verunreinigungen in dem Silicium-Ausgangsmaterial, wie z. B. Schwermetalle,
Phosphor und Bor, können durch das Entfernen von Teilen der Chlorsilane von
dem Wasserstoff entfernt werden, wodurch die Reinheit des abgeschiedenen Siliciums
verbessert werden kann.
Nach dem Abtrennen von Teilen der Chlorsilane weist der gewonnene
Wasserstoff eine ausreichend hohe Reinheit auf, er kann jedoch entsprechend den
Abtrennungsbedingungen eine vergleichsweise große Menge einer Borverbindung
enthalten. Aus diesem Grund ist es gemäß der erforderlichen Reinheit des
Siliciumprodukts erwünscht, die Borverbindung aus dem Wasserstoffgas zu entfernen.
Das Verfahren zum Entfernen der Borverbindung ist nicht besonders beschränkt,
es wird jedoch ein Verfahren bevorzugt, bei dem eine Substanz mit einer funktionellen
Gruppe wie -NR2 (wobei R einen Alkylrest mit 1 bis 10 Kohlenstoffatomen
darstellt), -SO3H, -COOH oder -OH mit dem vorstehend beschriebenen Wasserstoffgas
kontaktiert wird. Das einfachste Verfahren ist das Kontaktieren eines Ionenaustauscherharzes,
das eine der vorstehend genannten funktionellen Gruppen aufweist, mit dem Wasserstoffgas.
Zum Abtrennen des TCS von dem bei der Herstellung von TCS entstehenden
Gas kann jedes bekannte Verfahren verwendet werden. Beispielsweise kann beim Abtrennen
des vorstehend genannten Wasserstoffs das TCS durch Destillationsreinigen des kondensierten
Gases abgetrennt werden. Der Rückstand nach dem Abtrennen des TCS durch Destillationsreinigen
enthält eine kleine Menge an DCS als leichtes Ende, sowie STC, kleine Mengen
an Chlorsilanen, Oligomeren von Chlorsilanen und Schwermetallverbindungen als schweres
Ende.
Das vorstehend beschriebene leichte Ende braucht von dem TCS nicht
abgetrennt zu werden. Wenn es jedoch abgetrennt wird, wird es der STC-Reduzierungsreaktion
zusammen mit STC zugeführt, oder es wird gasförmig gemacht, um wieder
dem TCS-Bildungsschritt zugeführt zu werden. Da das schwere Ende STC als die
Hauptkomponente umfasst, wird nach dem Tennen von STC und den Schwermetallverbindungen
durch ein bekanntes Verfahren das STC durch den nachstehend beschriebenen Reduzierungsschritt
zu TCS umgewandelt, oder es wird durch einen weiteren Behandlungsschritt für
eine sinnvolle Verwendung behandelt.
Um die Borverbindung gemäß der erforderlichen Reinheit des
Siliciumprodukts aus den als Flüssigkeit gewonnenen Chlorsilanen zu entfernen,
kann das Reaktionsprodukt nach dem Kontaktieren der vorstehend beschriebenen festen
oder flüssigen Verbindung, die eine funktionelle Gruppe aufweist, mit den Chlorsilanen
durch Destillation wie benötigt gereinigt werden.
Nach dem Abtrennen und dem Gewinnen des größten Teils des
STC von dem schweren Ende wird der Rückstand im Allgemeinen neutralisiert und
verworfen. Für das so verlorene Chlor kann dem System Chlorwasserstoff oder
ein Chlorsilan zugeführt werden, um den Verlust auszugleichen.
Selbstverständlich umfasst das geschlossene System der vorliegenden
Erfindung eines Modus zum Zuführen von Wasserstoff, dessen Menge unvermeidbar
abnimmt.
Bei der vorliegenden Erfindung ist zum Rückführen des Gases
eine treibende Kraft erforderlich. Dabei kann jede bekannte Druckvorrichtung zum
Erzeugen einer treibenden Kraft verwendet werden. Hinsichtlich der Anordnung der
Gasdruckvorrichtung kann diese stromaufwärts mit Bezug auf den TCS-Bildungsschritt
eingerichtet sein, wobei dann die Vorrichtungen für den TCS-Bildungsschritt
und den Schritt des Abtrennens von Wasserstoff von den Chlorsilanen in ihrer Größe
verringert werden können, vorzugsweise auch stromaufwärts mit Bezug auf
den Silicium-Abscheidungsschritt, wobei dann die Gesamtmenge an Substanzen, die
in der Druckvorrichtung Probleme verursachen, am geringsten ist.
Das Verfahren zum Herstellen von Silicium gemäß der vorliegenden
Erfindung kann die Menge an STC, das bei der Silicium-Abscheidungsreaktion entsteht,
durch die mehrfache Wirkung des Durchführens der Silicium-Abscheidungsreaktion
bei 1300 °C oder höher und des Einstellens des Molverhältnisses von
Wasserstoff zu TCS bei der Abscheidungsreaktion in manchen Fällen auf 1/4 von
jener bei dem Siemens-Verfahren im Stand der Technik verringern, und in anderen
Fällen auf 1/5.
Aus diesem Grund kann das Verfahren zum Herstellen von Silicium mittels
eines geschlossenen Systems zum Umwandeln der gesamten Menge an STC, das bei dem
Silicium-Abscheidungsschritt entsteht, zu TCS, das rückgeführt wird, äußerst
vorteilhaft verwirklicht werden. Außerdem kann auf Grund der hohen Reaktionsrate
von TCS und der hohen Ausbeute an Silicium die Größe der Vorrichtung zum
Rückführen des Gases auf etwa 1/2 oder weniger im Vergleich zu der des
Siemens-Verfahrens verringert werden.
4 zeigt ein Prozessdiagramm mit dem Verfahren zum Herstellen
von Silicium durch das vorstehend beschriebene geschlossene System. Wie in der Fig.
gezeigt ist, umfasst das Verfahren einen Silicium-Abscheidungsschritt
101 zum Bilden von Silicium durch Umsetzen von TCS mit Wasserstoff mit
einem Wasserstoff/TCS-Molverhältnis von 10 oder mehr bei einer Temperatur von
1300 °C oder höher, einen TCS-Bildungsschritt 102 zum Bilden
von TCS durch Kontaktieren des Abgases des vorstehend beschriebenen Silicium-Abscheidungschritts
mit Silicium-Ausgangsmaterial, um Chlorwasserstoff, der in dem Gas enthalten ist,
mit Silicium umzusetzen, einen ersten TCS-Rückführungsschritt
103 zum Trennen von TCS von dem Abgas des TCS-Bildungsschritts und Rückführen
desselben an den Silicium-Abscheidungsschritt, einen STC-Reduzierungsschritt
104 zum Herstellen von TCS durch Reduzieren von STC, das in dem Rückstand
nach dem Abtrennen von TCS bei dem ersten TCS-Rückführungsschritt enthalten
ist, mit Wasserstoff, und einen zweiten TCS-Rückführungsschritt
105 zum Rückführen des Abgases des STC-Reduzierungsschritts an
den vorstehend beschriebenen TCS-Bildungsschritt.
Ein Wasserstoff/Trichlorsilan-Trennungsschritt 201 zum Trennen
von Wasserstoff und Chlorsilanen durch Kondensieren wird vorzugsweise nach dem vorstehend
beschriebenen TCS-Bildungsschritt 102 wie vorstehend beschrieben durchgeführt.
Bei dem ersten TCS-Rückführungsschritt 103 wird das Abtrennen
von TCS durch einen Destillationsreinigungsschritt 202 zum Reinigen einer
Kondensatlösung aus dem vorstehend beschriebenen Wasserstoff/Trichlorsilan-Trennungschritt
201 durch Destillation durchgeführt.
Bei dem vorstehend beschriebenen Modus ist der STC-Reduzierungsschritt
104 ein Schritt zum Umwandeln von STC, das nach dem Abtrennen von TCS in
dem Rückstand enthalten ist, zu TCS durch Umsetzen mit Wasserstoff nach dem
Abtrennen von Wasserstoff. Als Reaktionsbedingungen können bekannte Bedingungen
ohne Beschränkung verwändet werden. Zum Verbessern der Umwandlungsrate
und der Menge von STC zu TCS wird die Reaktionstemperatur der Reduzierung auf 1300
°C oder höher eingestellt, vorzugsweise auf 1300 bis 1700 °C, besonders
bevorzugt auf 1410 bis 1700 °C. Wenn die Reaktionstemperatur der Reduzierung
unter 1410 °C liegt, d. h. unterhalb des Schmelzpunkts von Silicium, kann das
Abscheiden von festem Silicium im Inneren des Reaktors durch das Einstellen des
Molverhältnisses von Wasserstoff zu dem zugeführten STC auf einen Wert
von 10 oder weniger unterdrückt werden. Wenn die Reaktionstemperatur der Reduzierung
bei 1410 °C oder höher liegt, wird das Abscheidegut von dem System unter
den Bedingungen, bei denen Silicium abgeschieden wird, als geschmolzene Flüssigkeit
nach außen abgeführt, so dass das Molverhältnis von Wasserstoff zu
STC ohne Beschränkung eingestellt werden kann.
Der bei dieser Umsetzung verwendete Reaktor ist nicht auf eine bestimmte
Struktur beschränkt, sofern er die Bedingungen der Reaktionstemperatur erzielen
kann. Als Reduktionsreaktor werden vorzugsweise die in 1
und 2 gezeigten Vorrichtungen für die Silicium-Abscheidungsreaktion
verwendet. Dabei wird in diesem Fall das STC durch das Chlorsilan-Zuführungsrohr
4 zugeführt.
Bei der vorliegenden Erfindung ist der vorstehend beschriebene zweite
TCS-Rückführungsschritt 105 ein Schritt zum Rückführen
des Abgases aus dem STC-Reduzierungsschritt 104 an den vorstehend beschriebenen
TCS-Bildungsschritt 102 zum Umsetzen von Chlorwasserstoff, der in dem Gas
enthalten ist, mit Silicium-Ausgangsmaterial. Die Erfinder der vorliegenden Erfindung
haben gefunden, dass die Zusammensetzung des Abgases der Silicium-Abscheidungsreaktion
sehr ähnlich wie die Zusammensetzung des Abgases der STC-Reduzierungsreaktion
bei den Bedingungen der vorliegenden Erfindung ist. Dies bedeutet, dass bei dem
TCS-Bildungsschritt 102 die entsprechenden Abgase durch Verwendung einer
Vielzahl von Reaktoren oder gemeinsam unter Verwendung eines einzelnen Reaktors
behandelt werden können.
Das Verfahren zum Herstellen von Silicium gemäß der vorliegenden
Erfindung weist einen Vorteil auf, der durch Durchführen der Abscheidung von
Silicium bei einer Temperatur von 1300 °C oder höher erhalten wird,
und den Vorteil, dass die Menge des entstehenden STC durch Verändern des Molverhältnisses
von Wasserstoff zu TCS in dem Silicium-Abscheidungsschritt über einen weiten
Bereich von der vorstehend genannten äußerst kleinen Menge bis zu der
gleiche Menge wie bei dem Siemens-Verfahren im Stand der Technik verändert
werden kann, ohne die Qualität des bei dem Silicium-Abscheidungsschritt erhaltenen
Siliciums zu verändern.
Dabei wird bei dem Siemens-Verfahren im Stand der Technik das Wasserstoff/TCS-Molverhältnis
bei gleich bleibenden Bedingungen in einem Bereich von 5 bis 10 geregelt. Es ist
bekannt, dass die Form und der Oberflächenzustand des Abscheideguts äußerst
stark verschlechtert werden, wenn sich das Molverhältnis während der Abscheidung
aus irgend einem Grund verändert, wodurch der Wert des Produkts verringert
wird, und dass bei der Abscheidung teilweise eine scharfe Temperaturverteilung entsteht
und dadurch die Abscheidung angeblasen wird, wodurch es schwierig wird, das Abscheiden
weiter zu führen. Aus diesem Grund kann ein Vorgang, bei dem das Molverhältnis
stark verändert wird, nicht industriell durchgeführt werden.
Im Gegensatz dazu schreitet die Abscheidungsreaktion bei dem Verfahren
zum Herstellen von Silicium gemäß der vorliegenden Erfindung mit Silicium,
das teilweise geschmolzen oder bei einer Temperatur seines Schmelzpunkts oder darüber
vollständig geschmolzen ist, fort, da das Abscheiden von Silicium bei einer
hohen Temperatur von 1300 °C nahe der Schmelztemperatur durchgeführt wird.
Das Silicium kann durch Schmelzen eines Teils des Abscheideguts oder des Gesamten
davon von einem geheizten Körper gewonnen werden.
Es ist daher im Wesentlichen unnötig, die Form und den Oberflächenzustand
des Abscheideguts zu berücksichtigen, und zwar auch dann, wenn ein Teil der
Oberfläche des Abscheideguts durch eine Änderung des vorstehend genannten
Molverhältnisses geschmolzen ist, und deshalb ist es möglich, das Wasserstoff/TCS-Molverhältnis
zu jedem Zeitpunkt auf jeden beliebigen Wert einzustellen.
Somit wird bei einer weiteren Ausführungsform der vorliegenden
Erfindung das in dem Prozessdiagramm von 5 gezeigte
Verfahren zu Herstellen von Silicium bereitgestellt, umfassend einen Silicium-Abscheidungsschritt
101 zum Bilden von Silicium durch Umsetzen von Trichlorsilan mit Wasserstoff
bei einer Temperatur von 1300 °C oder höher, einen Trichlorsilan-Bildungsschritt
102 zum Bilden von Trichlorsilan durch Kontaktieren des Abgases des vorstehend
beschriebenen Silicium-Abscheidungschritts mit Silicium-Ausgangsmaterial, um Chlorwasserstoff,
der in dem Gas enthalten ist, mit Silicium umzusetzen, einen ersten Trichlorsilan-Rückführungsschritt
103 zum Trennen von Trichlorsilan von dem Abgas des Trichlorsilan-Bildungsschritts
und Rückführen desselben an den Silicium-Abscheidungsschritt, einen Tetrachlorsilan-Reduzierungsschritt
104 zum Herstellen von Trichlorsilan durch Reduzieren von eines Teils des
Tetrachlorsilans, das in dem Rückstand nach dem Abtrennen von Trichlorsilan
bei dem ersten Trichlorsilan-Rückführungsschritt enthalten ist, mit Wasserstoff,
einen zweiten Trichlorsilan-Rückführungsschritt 105 zum Rückführen
des Abgases des Tetrachlorsilan-Reduzierungsschritts an den vorstehend beschriebenen
Trichlorsilan-Bildungsschritt, und einen Tetrachlorsilan-Zuführungsschritt
106 zum Zuführen des Ausgleichs an Tetrachlorsilan, das dem Tetrachlorsilan-Reduzierungsschritt
zugeführt wird, an ein System zur Tetrachlorsilan-Behandlung, wobei die Menge
an Tetrachlorsilan, die dem System zur Tetrachlorsilan-Behandlung zugeführt
werden soll, durch Verändern des Molverhältnisses von Wasserstoff zu Trichlorsilan,
die dem Silicium-Abscheidungsschritt zugeführt werden sollen, verändert
wird.
Wenn bei dem Verfahren zum Herstellen von Silicium gemäß
der vorliegenden Erfindung das Molverhältnis von Wasserstoff zu TCS klein gemacht
wird, kann die Menge des entstehenden STC groß gemacht werden, und wenn das
Molverhältnis groß gemacht wird, kann die Menge des entstehenden STC klein
gemacht werden. Das Abscheiden von Silicium kann daher durch Regeln des Molverhältnisses
bei dem STC-Zuführungsschritt entsprechend der Menge an STC durchgeführt
werden, die von dem System zur STC-Behandlung 203 benötigt wird. Im
Allgemeinen kann das Molverhältnis von Wasserstoff zu TCS im Bereich von 5
bis 30 geregelt werden.
Das vorstehend beschriebene System zur STC-Behandlung umfasst alle
Vorrichtungen, die von STC eine wirksame Verwendung machen können. Typische
Vorrichtungen umfassen eine Vorrichtung zum Herstellen von Quarzstaub durch Hydrolysieren
des vorstehend beschriebenen STC durch Knallgasflammen, und eine epitaktische Vorrichtung
für Siliciumwafer. Als System zur STC-Behandlung kann eine beliebige bekannte
Vorrichtung verwendet werden.
Wie aus der vorstehenden Beschreibung ersichtlich ist, kann gemäß
dem Verfahren der vorliegenden Erfindung die Menge des entstehenden STC auf einen
äußerst kleinen Wert verringert werden, der mit dem Siemens-Verfahren
unmöglich erreicht werden kann, indem die Silicium-Abscheidungsreaktion von
TCS und Wasserstoff bei einem hohen Temperaturbereich von 1300 °C oder höher
durchgeführt wird. Somit ermöglicht das Verfahren der vorliegenden Erfindung
das Entwerfen eines geschlossenen Systems, bei dem das entstehende STC von dem Verfahren
nicht nach außen abgeführt wird.
Bei der Silicium-Abscheidungsreaktion in dem vorstehend genannten
hohen Temperaturbereich kann die Menge des entstehenden STC durch Verändern
des Verhältnisses von Wasserstoff zu TCS in einem äußerst breiten
Bereich eingestellt werden, ohne die Qualität des erhaltenen Siliciums zu beeinträchtigen.
Daher kann bei der Verwendung eines Systems zur STC-Behandlung die Menge an STC,
die dem System zugeführt werden soll, leicht geregelt und ein wohlausgewogener
Herstellungsmodus erzielt werden.
Beispiele
Die nachstehenden Beispiele werden zum Zweck der weiteren Veranschaulichung
der vorliegenden Erfindung bereitgestellt, wobei sie keinesfalls als beschränkend
verstanden werden dürfen.
Beispiel 1
Silicium wurde folgendermaßen gemäß dem in
4 gezeigten Verfahren hergestellt.
Bei dem Abscheidungsschritt 101 wurde die in 1
gezeigte Vorrichtung (etwa 400 cm2 Abscheideoberfläche) verwendet,
um TCS und Wasserstoff mit dem in Tabelle 1 gezeigten Wasserstoff/TCS-Molverhältnis
zuzuführen und die Innenwand des zylindrischen Gefäßes
1 auf 1450 °C zu erwärmen und so Silicium herzustellen. Das TCS
wurde mit einem Teil des Wasserstoffs gemischt und durch das Chlorsilan-Zuführungsrohr
4 zugeführt, das restliche Wasserstoffgas wurde durch das Sperrgas-Zuführungsrohr
6 als Sperrgas zugeführt, um sicher zu stellen, dass die Gesamtmenge
an Wasserstoff wie in Tabelle 1 gezeigt ist. Eine kleine Menge an Wasserstoff wurde
durch das Sperrgas-Zuführungsrohr 11 als Sperrgas zugeführt.
Der Druck der Umsetzung betrug 50 kPaG.
Tabelle 1 zeigt die Menge des bei dem Silicium-Abscheidungsschritt
abgeschiedenen Siliciums, die Menge des entstandenen STC und die Menge des entstandenen
Chlorwasserstoffs. Die Mengen des entstandenen STC und des Chlorwasserstoffs wurden
durch Analysieren des Abgases des Silicium-Abscheidungsschritts durch Gaschromatographie
erhalten.
Das Abgas des vorstehend beschriebenen Silicium-Abscheidungsschritts
wurde unter Verwendung einer Druckvorrichtung mit etwa 700 kPaG unter Druck gesetzt,
erwärmt und dem TCS-Bildungsschritt 102 zugeführt. Bei dem TCS-Bildungsschritt
wurde ein Fließbettreaktor für Silicium von metallurgischer Qualität
als Silicium-Ausgangsmaterial verwendet. Die Reaktionsbedingungen des TCS-Bildungsschritts
umfassten eine Temperatur von 350 °C, einen Druck von 700 kPaG und eine Beschickung
mit etwa 10 kg Silicium-Ausgangsmaterial. Das Silicium-Ausgangsmaterial wies einen
mittleren Teilchendurchmesser von etwa 200 &mgr;m und eine Reinheit von 98 % auf,
wobei es als Hauptverunreinigungen Metalle wie Eisen, Aluminium, Titan und Calcium
enthielt, sowie auch Kohlenstoff, Phosphor und Bor.
Dem TCS-Bildungsschritt 102 wurde getrocknetes Chlorwasserstoffgas
zugeführt. Das zugeführte Chlorwasserstoffgas wurde verwendet, um den
in Tabelle 1 gezeigten Gehalt an Wasserstoff in dem System aufrecht zu erhalten.
Diese Menge stand in Ausgleich mit dem Chlor, das in den von dem System nach außen
abgeführten Chlorsilanen enthalten war, wie z. B. in dem von einem Destillations-Reinigungssystem
extrahierten schweren Ende und dem gemäß den Umständen als Überschuss
extrahierten STC.
Bei dem TCS-Bildungsschritt 102 wurden Chlorwasserstoff,
der bei dem Silicium-Abscheidungsschritt 101 und dem nachstehend beschriebenen
STC-Reduzierungsschritt 104 entstanden war, und Chlorwasserstoff, der zum
Aufrechterhalten des Chlorgehalts des Systems zugeführt wird, mit dem Silicium-Ausgangsmaterial
umgesetzt, um TCS als Hauptprodukt und STC als Nebenprodukt zu erhalten.
Nach dem Entfernen von feinem Pulver des Silicium-Ausgangsmaterials
aus dem Abgas des TCS-Bildungsschritts 102 durch ein Filter wurde das Gas
dem Wasserstoff/Chlorsilan-Trennungsschritt 201 zugeführt, um auf
–30 °C gekühlt zu werden, so Teile der Chlorsilane zu kondensieren
und das Wasserstoffgas abzutrennen. Das abgetrennte Wasserstoffgas wurde dem vorstehend
beschriebenen Silicium-Abscheidungsschritt 101 und dem nachstehend beschriebenen
STC-Reduzierungsschritt 104 zugeführt.
Nach dem Durchleiten des Wasserstoffgases, von dem Teile der Chlorsilane
abgetrennt worden sind, durch ein Gefäß, das mit 10 Litern eines Ionenaustauscherharzes
mit dem Substituenten -N(CH3)2 gefüllt war, und dem vollständigen
Trocknen betrug die Reinheit des Silicium-Abscheideguts 50 &OHgr;·cm für
den p-leitenden Typ. Ohne Verwendung des Ionenaustauscherharzes betrug die Reinheit
der Silicium-Abscheideguts 1 &OHgr;·cm für den p-leitenden Typ.
In der Zwischenzeit wurden die kondensierten Chlorsilane der Destillationssäule
des ersten TCS-Rückführungsschritts 103 zugeführt, um sie
in TCS und das schwere Ende mit STC und Schwermetallen aufzutrennen.
Die bei dem ersten TCS-Rückführungsschritt 103
getrennten und gereinigten TCS und STC wurden gasförmig gemacht, das TCS wurde
mit der in Tabelle 1 gezeigten Menge dem Silicium-Abscheidungsschritt zugeführt
und das STC wurde mit der in Tabelle 2 gezeigten Menge dem STC-Reduzierungsschritt
zugeführt. Bei dem STC-Reduzierungsschritt 104 wurde die Reduzierungsreaktion
durch Einstellen des Wasserstoff/STC-Molverhältnisses auf einen Wert von 10
durchgeführt. Hinsichtlich der Wasserstoffzufuhr betrug die Obergrenze der
Gesamtmenge an Wasserstoff, die dem Silicium-Abscheidungsschritt 101 und
dem STC-Reduzierungsschritt 104 zugeführt wurde, entsprechend der
Beschränkung der Druckvorrichtung etwa 50 Nm3/h. Bei der STC-Reduzierungsreaktion
wurde ein Reaktor verwendet, der dem in 1 gezeigten
Reaktor ähnlich war, wobei ein Mischgas aus STC und Wasserstoff durch das Chlorsilan-Zuführungsrohr
4 zugeführt wurde. Die weiteren Betriebsbedingungen waren gleich wie
bei der Silicium-Abscheidungsreaktion.
Tabelle 2 zeigt die Reaktionsbedingungen bei der STC-Reduzierungsreaktion
und die Menge des bei der Umsetzung gebildeten TCS. Die Menge des gebildeten TCS
wurde durch Analysieren des Abgases der STC-Reduzierungsreaktion durch Gaschromatographie
berechnet.
Das Abgas des STC-Reduzierungsschritts wurde dem vorstehend beschriebenen
TCS-Bildungsschritt 102 von dem zweiten TCS-Rückführungsschritt
105 zugeführt.
Tabelle 3 zeigt die Menge an überschüssigem STC, die Menge
an überschüssigem STC bezogen auf 1 kg des hergestellten Siliciums, die
Gesamtmenge an zugeführtem Wasserstoff bei der Abscheidungsreaktion und der
STC-Reduzierungsreaktion, sowie die zugeführte Menge an Wasserstoff bezogen
auf 1 kg des hergestellten Siliciums, um die Wirkung und die wirtschaftliche Leistung
des vorstehend beschriebenen geschlossenen Systems auszuwerten.
Das überschüssige STC bezieht sich auf STC, das bei dem
STC-Ausstoßschritt 106 wie in 5 gezeigt
von dem System nach außen abgeführt werden muss, da bei der Silicium-Abscheidungsreaktion
oder dergleichen auch dann, wenn die größtmögliche Menge an STC zugeführt
wird, die der STC-Reduzierungsreaktion zugeführt werden kann, eine größere
Menge STC entsteht.
Wie vorstehend beschrieben, kann die Entstehung von STC bei dem Silicium-Abscheidungsschritt
101 der vorliegenden Erfindung unterdrückt werden, und ein geschlossenes
System zum Vermeiden der Entstehung von überschüssigem STC kann sogar
mit einem STC-Reduzierungsreaktor von kleiner Größe entworfen werden.
Beispiele 2 und 3
Silicium wurde auf die gleiche Weise wie bei Beispiel 1 hergestellt,
mit der Ausnahme, dass bei dem Silicium-Abscheidungsschritt 101 das Molverhältnis
von Wasserstoff zu TCS wie in Tabelle 1 gezeigt verändert wurde.
Die Mengen der bei jedem Schritt gebildeten Produkte werden in den
Tabellen 1 bis 3 auf die gleiche Weise wie bei Beispiel 1 gezeigt. Somit kann ein
wirtschaftliches geschlossenes System wie bei Beispiel 1 entworfen werden.
Beispiel 4
Wie in Tabelle 3 gezeigt ist, konnte bei dem Silicium-Abscheidungsschritt
101 durch Verändern des Molverhältnisses von Wasserstoff zu TCS
von dem Wert von Beispiel 1 zu einem Wert von 5 15,6 kg/h überschüssiges
STC erhalten werden. Dies wurde zu 14,9 kg überschüssiges STC bezogen
auf 1 kg des hergestellten Siliciums berechnet. Somit konnte die gleiche Menge an
STC als Überschuss erhalten werden wie bei dem nachstehend
beschriebenen Siemens-Verfahren.
Beispiele 5 und 6
Das Verfahren von Beispiel 1 wurde wiederholt, mit der Ausnahme, dass
die Reaktionstemperatur bei dem Silicium-Abscheidungsschritt 101 auf 1350
°C geändert wurde, das Molverhältnis von Wasserstoff zu TCS wie in
Tabelle 1 gezeigt geändert wurde und die Temperatur der Reduzierungsreaktion
bei dem STC-Reduzierungsschritt 104 wie in Tabelle 2 gezeigt auf 1350 °C
geändert wurde. Die Temperatur der Innenwand des zylindrischen Gefäßes
wurde ein Mal stündlich für 5 Minuten auf 1450 °C oder höher
erhöht, um die Umsetzung weiter zu führen, während das Abscheidegut
periodisch geschmolzen und abgetropft wurde.
Als Ergebnis konnte ein geschlossenes System wie bei Beispiel 3 konstruiert
werden, wie in Tabelle 3 gezeigt ist.
Wie in den vorstehenden Beispielen 1 bis 6 gezeigt, ist bei der vorliegenden
Erfindung ein äußerst breiter Betriebsbereich vom Entwerfen eines perfekten
geschlossenen Systems bis zum Erhalten einer großer Menge an überschüssigem
STC mit Vorrichtungen der gleichen Abmessungen möglich, indem die Temperatur
der Abscheidungsreaktion bei dem Silicium-Abscheidungsschritt 101 auf 1300
°C oder höher eingestellt und das Molverhältnis von Wasserstoff zu
TCS verändert wird. Daher ist es gemäß der vorliegenden Erfindung
möglich, einem veränderten Bedarf eines System zur STC-Behandlung flexibel
und ohne Veränderung der Abmessungen der Vorrichtung zum Herstellen von Silicium
zu entsprechen.
Vergleichsbeispiel 1
Ein Reaktor mit einem glockenförmigen Gefäß (etwa 1200
cm2 Abscheideoberfläche), der allgemein bei dem Siemens-Verfahren
verwendet wird, wurde bei dem Silicium-Abscheidungsschritt 101 und dem
STC-Reduzierungsschritt 104 von Beispiel 1 verwendet. Die Temperatur der
Abscheidungsreaktion und der Reduzierungsreaktion war auf 1150 °C eingestellt,
was die Obergrenze der Temperatur darstellt, die bei dem Siemens-Verfahren im Stand
der Technik industriell eingestellt werden kann, der Reaktionsdruck betrug wie in
Beispiel 1 50 kPaG.
Das Molverhältnis von Wasserstoff zu TCS bei dem Silicium-Abscheidungsschritt
101 betrug 10, da die industrielle Obergrenze zum Glätten der Form
des Silicium-Abscheideguts und zum Aufrechterhalten einer stabilen Abscheidungsreaktion
etwa 10 beträgt.
Die anderen Schritte wurden unter den gleichen Bedingungen wie bei
Beispiel 1 durchgeführt.
Aus dem vorstehend beschriebenen Vergleichsbeispiel ist ersichtlich,
dass bei der Durchführung der Silicium-Abscheidung bei einer Temperatur gleich
oder tiefer als der Schmelzpunkt von Silicium, insbesondere bei dem Siemens-Verfahren
im Stand der Technik, eine große Menge an überschüssigem STC entsteht.
Aus dem Vergleich zwischen Vergleichsbeispiel 1 und Beispiel 4 ist
ersichtlich, dass der Ausstoß an Silicium bei Beispiel 4 etwa 4-mal größer
als bei Vergleichsbeispiel 1 ist, obwohl Vorrichtungen der gleichen Größe
verwendet werden, und dass das Verfahren der vorliegenden Erfindung eine äußerst
günstige wirtschaftliche Leistungsfähigkeit aufweist.
Anspruch[de]
Verfahren zum Herstellen von Silicium, umfassend:
einen Silicium-Abscheidungsschritt zum Bilden von Silicium durch Umsetzen von Trichlorsilan
mit Wasserstoff bei einer Temperatur von 1300 °C oder höher;
einen Trichlorsilan-Bildungsschritt zum Bilden von Trichlorsilan durch Kontaktieren
des Abgases des Silicium-Abscheidungsschritts mit Silicium-Rohmaterial, um Chlorwasserstoff,
der in dem Abgas enthalten ist, mit Silicium umzusetzen; und
einen ersten Trichlorsilan-Rückführungsschritt zum Trennen von Trichlorsilan
von dem Abgas des Trichlorsilan-Bildungsschritts und Rückführen
desselben an den Silicium-Abscheidungsschritt.Verfahren nach Anspruch 1, wobei das Molverhältnis von Wasserstoff
zu Trichlorsilan bei dem Silicium-Abscheidungsschritt 10 oder mehr beträgt.Verfahren nach Anspruch 2, ferner umfassend:
einen Tetrachlorsilan-Reduzierungsschritt zum Herstellen von Trichlorsilan durch
Reduzieren von Tetrachlorsilan mit Wasserstoff, das in dem Rückstand nach dem
Abtrennen von Trichlorsilan bei dem ersten Trichlorsilan-Rückführungsschritt
enthalten ist, und
einen zweiten Trichlorsilan-Rückführungsschritt zum Rückführen
des Abgases des Tetrachlorsilan-Reduzierungsschritts an den Trichlorsilan-Bildungsschritt.Verfahren nach Anspruch 3, wobei ein Teil des Tetrachlorsilans, das
in dem Rückstand enthalten ist, bei dem Tetrachlorsilan-Reduzierungsschritt
reduziert wird;
wobei das Verfahren ferner umfasst:
einen Tetrachlorsilan-Zuführungsschritt zum Zuführen des Ausgleichs an
Tetrachlorsilan, das dem Tetrachlorsilan-Reduzierungsschritt zugeführt wird,
an ein System zur Tetrachlorsilan-Behandlung, wobei:
die Menge an Tetrachlorsilan, die dem System zur Tetrachlorsilan-Behandlung zugeführt
werden soll, bei dem Tetrachlorsilan-Zuführungsschritt verändert wird,
indem das Molverhältnis von Wasserstoff zu Trichlorsilan, das dem Silicium-Abscheidungsschritt
zugeführt werden soll, verändert wird.Verfahren nach Anspruch 3 oder 4, wobei die Reaktionstemperatur bei
dem Tetrachlorsilan-Reduzierungsschritt 1300 °C oder höher beträgt.