Die Erfindung sieht die Verwendung eines Sensors mit einer Polymermembran
für ionensensitive Messung als Pseudoreferenzsensor vor.
Einleitung
Die Ermittlung von Ionenspezies in Proben wie Blut mit Hilfe von ionenselektiven
Elektroden wird routinemäßig mit herkömmlichen Mehrzweck-Durchflussanalysatoren
und in letzter Zeit mit einmal verwendbaren oder begrenzt wieder verwendbaren Einwegsensorpatronen
durchgeführt. Die ersteren nutzen typischerweise eine herkömmliche Silber-/Silberchloridbezugselektrode
in einer hoch konzentrierten equitransferanten Lösung (typischerweise 3M KCl)
mit einer frei fließenden Flüssigkeitsgrenzfläche oder mit einer
diffusionsbeschränkten Grenzfläche wie einer Fritte, während die
letzteren häufig mikrogefertigte Silber-/Silberchloridelektroden mit einer
Oberflächenschicht wie Hydrogel umfassen, die eine relativ konstante Konzentration
an Chloridion enthält. Die Grenzfläche, an der sich die Probe und die
Referenzlösung bzw. das Gel treffen, liefert ein Flüssigkeitsgrenzflächenpotential.
Die veränderliche Natur von Blut oder anderen Proben kann nicht quantifizierbare
Veränderungen des Flüssigkeitsgrenzflächenpotentials verursachen,
was zu erheblichen Fehlern führen kann. Das Vorsehen einer Bezugselektrode,
die keine Flüssigkeitsgrenzfläche hat, würde – aufgrund größerer
Nähe der Sensoren und der Bezugselektrode – das Flüssigkeitsgrenzflächenpotential
beseitigen und könnte die erforderliche Probenmenge senken. Ferner könnte
eine Bezugselektrode dieser Art für den Einmalgebrauch die Herstellung von
Einmalgebrauch-Sensorpatronen und die Auslegung herkömmlicher Durchfluss-Analysatoren
vereinfachen. Eine Bezugselektrode für den Einmalgebrauch könnte im medizinischen
Gebiet oder in anderen Bereichen eingesetzt werden, in denen eine potenziometrische
Erfassung eingesetzt wird, beispielsweise Umweltüberwachung.
Polymermembranelektroden werden in Bezugselektroden ohne Flüssigkeitsgrenzfläche
eingesetzt (Bakker8). Mi et al.5 beschreiben eine polyionenselektive
Elektrode, die auf Anionenaustauscher-Tridodecylmethylammoniumchlorid beruht. Längeres
Einwirken des polyanionischen Antikoagulans Liquoid ergab einen Sensor, der aufgrund
der Substitution der Chloridionen durch die Polyanionenspezies auf Chloridione weitgehend
nicht reagierte. Es wurde vorgeschlagen, dass der Sensor als Bezugselektrode für
die Messung kleiner Kationen im polyanionischen Antikoagulans enthaltenden Blut
verwendet werden könnte. Es ist aber längeres Einwirken der polyanionischen
Spezies erforderlich, um eine vollständige Substitution der Chloridionen vor
der Verwendung sicherzustellen.
Eine Bezugselektrode, die aus zwei parallelen Membranen besteht, wovon
eine auf Anionen anspricht und die andere auf Kationen, wurde von Morf und Rooij3
und von Eine et al.4 beschrieben. Wenn die Reaktionen der beiden Membranen
gleich sind, können sich die Potentialbeiträge von den beiden Membranen
aufheben und die Elektrode kann als Bezugselektrode dienen. Die Verwendung der Elektrode
als Bezugselektrode ist aufgrund von Nichtäquivalenz der Gefälle der Reaktion
auf die Kationen und Anionen in echten Proben beschränkt.
Lee et al.6 haben über eine Polyurethanmembran berichtet,
die sowohl Anionen- als auch Kationenaustauscher enthält und praktisch auf
viele Ionen oder pH nicht anspricht und ein in etwa konstantes Potential vorsieht,
so dass sie als Bezugselektrode verwendet werden kann. Man meint (Bakker8),
dass das Polyurethan gegenüber der inneren Fülllösung als Membran
niedriger Permeabilität dient, was die Elektrode bei hohen Probenionenkonzentrationen
unwirksam machen würde.
Bei potenziometrischen Messungen mit ionenselektiven Sensoren wird
die Reaktion eines ionenselektiven Sensors für gewöhnlich im Verhältnis
zur Reaktion einer gewöhnlichen Bezugselektrode gemessen, wobei die herkömmliche
Bezugselektrode während einer Messung eine konstante Reaktion hat und jede
Veränderung der Reaktion der herkömmlichen Bezugselektrode zu einem Fehler
führt. Alternativ zu einer herkömmlichen Bezugselektrode kann eine Pseudoreferenzelektrode
verwendet werden, wobei die Pseudoreferenzelektrode während der Messung eine
veränderliche Reaktion aufweist und diese Reaktion auf eine oder mehrere Spezies
zurückzuführen ist und sich in einer vorhersehbaren Weise verhält.
Die hierin erwähnte Pseudoreferenzelektrode reagiert auf mehrere Spezies.
Die Reaktion eines ionensensitiven Sensors (der auf nur eine der mehreren
Spezies reagiert) verhält sich gemessen zur Reaktion der Pseudoreferenzelektrode
ebenfalls in vorhersehbarer und messbarer Weise. Pseudoreferenzsensor
bezieht sich auf die Verwendung einer Pseudoreferenzelektrode, die auf mehrere Spezies
reagiert, in Kombination mit einem Sensor oder mehreren Sensoren, die auf eine der
mehreren Spezies ansprechen.
Elektroden, die herkömmliche ionenselektive Polymermembrane enthalten,
die mehr als ein Ionophor umfassen, sind bei spezifischen Anwendungen außer
Pseudoreferenzelektroden bekannt.
Von Lee et al.7 wird die Verwendung einer Multi-Ionophoren-Membran,
die vier Ionophore enthält, die für Natrium-, Kalium-, Calcium- und Ammoniumionen
selektiv ist, als Multi-Ionen-Detektor bei Ionenchromatographie beschrieben. Es
wird keine theoretische Beschreibung der Reaktion geliefert, und die Reaktion auf
jedes Ion wurde bei Fehlen eines anderen Ions beobachtet. Von Forster und Diamond
wurde die Verwendung einer Mischionophorenmembranelektrode, die drei Ionophore für
Natrium-, Kalium- und Calciumionen enthält, in einer Ionen erfassenden Anordnung
beschrieben. Die Mischmembranelektrode wurde in Verbindung mit Einionophorelektroden
für die einzelnen Kationen und einer herkömmlichen Bezugselektrode verwendet.
Doppelionophorenmembranen, die ein wasserstoffionenselektives Ionophor
und ein zweites Ionophor enthalten, wurden von Bakker und Pretsch2 untersucht.
Die Reaktion der Membran auf das zweite Primärion bei hohem pH wurde zum Ermitteln
der Stabilitätskonstanten der Ionophoren-Ionen-Komplexe mit Hilfe eines Modells
verwendet, das auf einem Verdrängungsmechanismus von Wasserstoffionen durch
das zweite Primärion beruht. Die Reaktion der Mischionophorenmembran wird nur
für die Situation modelliert, bei der die Konzentration eines Ions um Größenordnungen
größer als die des anderen Ions ist, so dass die Elektrode nur bei hoher
Konzentration auf das Ion anspricht.
US 4,762,594 und US
4,946,562 beschreiben die Verwendung eines ersten Sensors, der auf eine
erste und zweite Spezies anspricht, eines zweiten Sensors, der auf die erste Spezies
anspricht, und eines dritten Sensors, der auf die zweite Spezies anspricht, um ein
Mittel zum Ermitteln unbekannter Konzentrationen der ersten und zweiten Spezies
in einer Probe vorzusehen. Es ist unklar, wie die Sensoren aufgebaut sind. Die mathematische
Beschreibung der Reaktionen dieser drei Sensoren impliziert eine Nernstian-Reaktion
auf jede der zwei Spezies am Sensor, der auf zwei Spezies anspricht, doch ist der
genaue Mechanismus unklar.
Kurzdarlegung der Erfindung
Die Erfindung sieht die Verwendung eines Sensors mit einer Polymermembran,
die ein Polymer, ein lipophiles Salz und mindestens zwei Ionophore selektiv für
unterschiedliche chemische Spezies umfasst, als Pseudoreferenzsensor selektiv für
mehrere Spezies, vor.
Die Polymermembranen sind bei ionenselektiver Elektrodenmessung, die
die Verwendung von speziessensitiven Membranen bei herkömmlichen Elektrodenformaten
mit einer inneren Fülllösung umfasst, oder zur Verwendung als Festkontaktelektroden
geeignet. Alternativ können die erfindungsgemäßen speziessensitiven
Polymermembranen in anderen Formaten eingesetzt werden, die für potenziometrische
Erfassungsmembranen mit einem Ionophor geeignet sind. Die Sensoren können eingetaucht
in Lösung, entweder in einer Dauerfluss- oder Stopp-Fluss-Betriebsart, oder
in einem strömungsfreien Verfahren wie einem Messlattensensor oder Sensoren,
bei denen ein Tropfen Blut auf die Oberfläche aufgebracht wird, verwendet werden.
Die Polymermembranen werden bevorzugt bei einer potenziometrischen ionensensitiven
Messung verwendet.
Eine Polymermembran kann optional einen Weichmacher umfassen. Eine
erfindungsgemäße Polymermembran ohne Weichmacher umfasst zweckmäßigerweise
85 bis 95 Gewichtsprozent Polymer, bevorzugt 95 bis 99 Gewichtsprozent und bevorzugter
98 bis 99 Gewichtsprozent.
Die Membran umfasst zweckmäßigerweise 0,1 bis 5,0 Gewichtsprozent
lipophiles Salz, bevorzugt 0,1 bis 1 Gewichtsprozent, bevorzugter 0,25 bis 0,6 Gewichtsprozent.
Die Membran kann auch eine Gesamtmenge von 0,1 bis 10 Gewichtsprozent Ionophor,
bevorzugt von 0,5 bis 2,0 Gewichtsprozent, bevorzugter von 1,0 bis 2,0 Gewichtsprozent,
am bevorzugtesten von 1,2 bis 1,8 Gewichtsprozent umfassen.
Das Polymer wird zweckmäßigerweise aus Polyvinylchlorid
(PVC) oder Derivaten davon, Polyurethan, Cellulosederivaten oder Copolymeren davon,
einschließlich Celluloseacetat und Ethylcellulose, Silikongummi, Alkylmethacrylate
und Derivate oder Copolymere davon, Polystyren oder Derivate oder Copolymere davon,
Poly(vinyliden)chlorid, Polysiloxane und Gemische dieser Polymere, gewählt.
Geeignete Derivate von PVC umfassen carboxyliertes PVC oder aminiertes PVC. Das
Polymer ist bevorzugt PVC oder ein Copolymer oder Derivat davon und ist am bevorzugtesten
PVC.
Die Polymermembran kann auch einen Weichmacher enthalten. Geeignete
Weichmacher umfassen Bis(2-ethylhexyl)sebacat (DOS), 2-Nitrophenyloctylether (NPOE),
Tris(2-ethylhexyl)phosphat, Dibutylsebacat, Dioctylsebacat, Bis(2-ethylhexyl)adipat,
Bis(2-ethylhexyl)phthalat und Dioctylphenylphosphonat. Es können auch Gemische
von Weichmachern verwendet werden. Die Art des in der Membran verwendeten Weichmachers
kann gewählt werden, wobei die Zusammensetzung des jeweiligen Polymers berücksichtigt
wird. Zum Beispiel kann eine Kombination aus PVC-Polymer mit DOS oder NPOE in der
erfindungsgemäßen Membran verwendet werden. Der Weichmacher kann die relativen
Raten der Verteilung der zu erfassenden Spezies in die Membran beeinflussen.
Falls enthalten, kann der Weichmacher in einer Menge von 40 bis 80
Gewichtsprozent, bevorzugt 60 bis 70 Gewichtsprozent, bevorzugter etwa 66 Gewichtsprozent
vorliegen. Zweckmäßigerweise umfasst eine erfindungsgemäße weich
gemachte Polymermembran 20 bis 60 Gewichtsprozent, bevorzugt 30 bis 40 Gewichtsprozent,
bevorzugter 32 bis 34 Gewichtsprozent Polymer.
Die Bestandteile der Polymermembran ergeben insgesamt 100 Gewichtsprozent.
Die Polymermembran umfasst ein lipophiles Salz oder Gemische von lipophilen
Salzen. Das Salz kann zum Stabilisieren der Elektrodenreaktion und zum Senken des
spezifischen Widerstands der Membran dienen. Das lipophile Salz ist zweckmäßigerweise
ein Salz, in dem mindestens eines von Anion und Kation lipophil ist. Beispiele für
geeignete Salze, bei denen die lipophile Spezies anionisch ist, umfassen Kaliumtetrakis-(4-chlorphenyl)borat
(KTCPB), Natriumtetrakis-(4-fluorphenyl)borat, Natriumtetraphenylborat und Ammoniumtetrakis-(chlorphenyl)borat.
Weiterhin können auch quaternäre Boratsalze der Formel X+B(R1R2R3R4)–,
wobei B(R1R2R3R4)–
ein lipophiles Boratanion ist und X+ ein hydrophiles Kation ist, geeignet
sein.
Beispiele für Salze, bei denen die lipophile Spezies kationisch
ist, umfassen Tetraoctadecylammoniumbromid, Tridodecylmethylammoniumnitrat, Tetradodecylammoniumnitrat
und Tridodecylmethylammoniumchlorid Trioctylpropylammoniumchlorid. Weitere quaternäre
Ammoniumsalze (R1R2R3R4)N+X–,
bei denen B(R1R2R3R4)N+ ein
lipophiles Ammoniumkation ist und X– ein hydrophiles Anion ist,
können ebenfalls geeignet sein.
Bevorzugt sind sowohl das Anion als auch das Kation lipophil. Beispiele
für geeignete Salze umfassen Tetradodecylammonium-tetrakis(4-chlorphenyl)borat
(TDDA TCPB), Tetrabutylammoniumtetraphenylborat, Tetraheptylammoniumtetraphenylborat
und Tetraphenylphosphoniumtetraphenylborat. Das lipophile Salz ist bevorzugt TDDA
TCPB.
Die Polymermembran umfasst mindestens zwei für verschiedene chemische
Spezies selektive Ionophore. Geeignete Ionophore können aus den für Natrium-,
Kalium-, Lithium-, Wasserstoff-, Calcium-, Magnesium- und Ammoniumionen selektiven
Ionophoren gewählt werden.
Ionophore, die verwendet werden können, um dem Sensor Empfindlichkeit
zu verleihen, umfassen Valinomycin, 4-Tert-butylcalix[4]-Aren-viersäuriger
Tetraethylester (allgemein als Natriumionophor X bekannt), Nonactin, Kronenether,
Calixarene, Trialkylamine und Phosphatester. Geeignete Ionophore und die Empfindlichkeiten,
die sie verleihen, umfassen:
Valinomycin, Bis[(benzo-15-Krone-4)-4'ylmethyl]pimelat (allgemein als Natriumionophor
II bekannt) oder 2-Dodecyl-2-methyl-1,3-propanedi-yl-bis[N-(5'-nitro(benzo-15-Krone-5)
(allgemein als BME 44 bekannt) für Kaliumionenreaktion,
4-Tert-butylcalix[4]aren-viersäuriger Tetraethylester (allgemein als Natriumionophor
X bekannt), Methoxyethyltetraester-calix[4]aren (allgemein als METE bekannt) oder
Derivate von Monensin für Natriumionenreaktion,
N,N'-diheptyl-N,N',5,5-tetramethyl-3,7dioxanonoanediamid (allgemein als Lithiumionophor
I bekannt) für Lithiumionenreaktion, Octyldecylisonicotinat (allgemein als
Wasserstoffionophor IV oder ETH 1778 bekannt) oder 4-Nonadecylpyridin (allgemein
als Wasserstoffionophor II oder ETH 1907 bekannt) für Wasserstoffionenreaktion,
Calcimycin (allgemein als Calciumionophor III bekannt) oder N,N-Dicyclohexyl-N',N-Dioctadecyl-3-oxapentanamid
(allgemein als Calciumionophor IV bekannt) für Calciumionenreaktion,
N,N''-Octamethylenbis(N'-heptyi-N'-methylmalonamid (allgemein als Magnesiumionophor
III oder ETH 4030 bekannt) für Magnesiumionenreaktion und
Nonactin (allgemein als Ammoniumionophor I bekannt) für Ammoniumionenreaktion.
Die Gesamtmenge des in einer Mischionophorenmembran enthaltenen Ionophors
sollte ähnlich der Menge sein, die in einer herkömmlichen Einionophormembran
enthalten ist. Hohe Ionophorenkonzentrationen können zu unvorhersehbaren
Reaktionen führen.
Die Mischionophorenmembran umfasst mindestens zwei Ionophore. Die
Membran kann 2, 3, 4, 5 oder sogar 6 Ionophore, bevorzugt 2, 3 oder 4, bevorzugter
2 oder 3, am bevorzugtesten 2 enthalten.
Die Polymermembran wird zweckmäßigerweise mit Hilfe bekannter
Verfahren zum Erzeugen von Polymermembranen erzeugt, zum Beispiel durch Auflösen
der Bestandteilmaterialien in einem organischen Lösungsmittel wie Cyclohexanon
oder Tetrahydrofuran. Es können andere Lösungsmittel oder Gemische von
Lösungsmitteln verwendet werden. Die so gebildete Membranlösung kann dann
manuell oder durch ein automatisiertes Abgabeverfahren auf eine darunter liegende
leitende Struktur aufgebracht werden. Man lässt das Lösungsmittel verdampfen,
um die weich gemachte Erfassungsmembran zu erhalten.
Die darunter liegende leitende Struktur, auf die die Membranlösung
aufgebracht werden kann, umfasst Kohlenstoffgranulat oder -stäbe, leitende
Siebdruckschichten oder mikrogefertigte Strukturen, ist aber nicht hierauf beschränkt.
Die Membranlösung kann auf leitende Flächen aufgebracht werden, die chemisch
modifiziert wurden, um das Driften der Sensorreaktion zu mindern oder ein stabiles
Potential an der inneren Grenzfläche vorzusehen. Diese können Modifikationen
mit Silber/Silberchlorid, mit einem Redoxpaar oder mit einer leitenden Polymerschicht
umfassen, sind aber nicht hierauf beschränkt. Weiterhin können die darunter
liegenden Flächen behandelt worden sein, um das Anhaften der Polymermembran
zu verbessern oder das Strömen der Membranlösung über die darunter
liegende Struktur zu unterstützen.
Bei einem alternativen Verfahren zum Erzeugen der Membran kann eine
Membranlösung wie vorstehend erzeugt werden und zum Bilden einer Scheibe aus
Membranmaterial verwendet werden, allgemein durch Abscheiden in einen Träger
wie einen auf eine Glasplatte geklemmten Glasring. Das Lösungsmittel wird verdampft,
um das Membranmaterial zu erhalten. Eine Scheibe des Membranmaterials wird dann
zugeschnitten und kann zum Bilden einer herkömmlichen Elektrode mit Philips-Körper
verwendet werden.
Die Polymermembran, die mindestens 2 für verschiedene chemische
Spezies selektive Ionophore umfasst, kann in einem Pseudoreferenzsensor verwendet
werden. In diesem Fall umfasst der Pseudoreferenzsensor bevorzugt mindestens 2 weitere
Polymermembranen, die jeweils ein Polymer, ein lipophiles Salz und eines der mindestens
2 Ionophore umfassen. Der Sensor kann als Mischionophorenmembransensor beschrieben
werden.
Zweckmäßigerweise umfasst bei der Ermittlung von monovalenten
Kationen A und B ein erfindungsgemäßer Mischionophoren-Pseudoreferenzsensor
eine erste Membran, die auf jeweils A und B sensitive Ionophore umfasst, und zwei
individuelle Membranen, wovon eine ein auf A sensitives Ionophor und die andere
ein auf B sensitives Ionophor umfasst.
Analog würde bei der Ermittlung von Ionen A, B, C der Pseudoreferenzsensor
zweckmäßigerweise eine erste Membran mit jeweils gegenüber A und
B sensitiven Ionophoren und drei individuelle Membrane umfassen, wovon eine ein
gegenüber A sensitives Ionophor umfasst, eine andere ein gegenüber B sensitives
Ionophor und die andere ein gegenüber C sensitives Ionophor umfasst. Alternativ
würde bei der Ermittlung von Ionen A, B und C der Pseudoreferenzsensor eine
Membran mit Ionophoren, die gegenüber jedem von A, B und C sensitiv sind, und
drei individuelle Membranen umfassen, wovon eine ein gegenüber A sensitives
Ionophor umfasst, eine andere ein auf B sensitives Ionophor umfasst und die andere
ein auf C sensitives Ionophor umfasst.
Bei dem Mischionophormembransensor, der wie vorstehend beschrieben
zwei Ionophore enthält, glaubt man, dass der Mechanismus der Erzeugung einer
potenziometrischen Reaktion in der Erzeugung von Ladung an der wässrigen Proben-/Membrangrenzfläche
bei Extraktion von Spezies aus der wässrigen Probe in die Membran und der anschließenden
Bildung eines Komplexes mit dem Ionophor liegt. Bei einer Ionophore IA
und IB enthaltenden Membran, die gegenüber Primärilonen A bzw.
B sensitiv sind, verteilen sich beide Ionen von der wässrigen Probe in die
Membran und binden bevorzugt mit ihrem jeweiligen Ionophor, um Komplexe IA.A
und IB.B zu bilden.
Eine herkömmliche Einionophormembran zum Erfassen eines monovalenten
Kations weist im Allgemeinen eine hohe Ionophorenvolumenkonzentration auf, die die
der Molmenge von lipophilem Salz übersteigt, wobei das Kation hydrophil und
das Anion lipophil ist. Ladungsbilanz wird in der Masse der Membran durch Bildung
eines ausreichenden positiv geladenen Ionophoren:Primärionkomplexes verwirklicht,
um die Ladung an der anionischen Zusatzstoffkonzentration zu bilanzieren. Die für
diese Ladungsbilanz erforderliche Ionophorenmenge kann nicht bei
dem Potential erzeugenden Mechanismus an der Membranoberfläche mitwirken.
In der folgenden Diskussion werden Mischionophorensensoren mit 2 Ionophoren
in der Mischionophorenmembran erwähnt, die Diskussion gilt aber gleichermaßen
für Membranen mit mehr als 2 Ionophoren.
Wenn ein lipophiler ionischer Zusatz mit sowohl einem lipophilen Anion
als auch einem lipophilen Kation, zum Beispiel TDDA TCPB, verwendet wird, erzeugt
der Ionophor bzw. erzeugen alle Ionophore an der Membranoberfläche eine Potentialreaktion
bei Komplexbildung mit dem Primärion/den Primärionen. Die Menge der Komplexbildung
pro Ionophoren:Ionen-Komplex wird erhalten durch:
[IA.A] = KA &bgr;A,A[IA]aA(1)
wobei KA der Verteilungskoeffizient für Ion A aus der Lösung
in die Membran ist, &bgr;A,A die Komplexbildungskonstante für
Ionophor IA und Ion A ist, [IA] die Molkonzentration des freien
Ionophors IA ist und aA die Lösungsaktivität von
Ion A ist. Bei einer Membran, die mehr als einen Ionophor enthält, ermöglicht
die Kenntnis der vier Parameter KA, &bgr;A,A, (IA]
und aA das Schätzen der relativen Konzentrationen jedes Ionophoren:Ionen-Komplexes
in der Membran und das Maßschneidern der Reaktion der erfassenden Membran,
um bestimmten Erfassungsanforderungen gerecht zu werden.
Zum Beispiel ist es möglich, Membranen zu erhalten, die vorrangig
auf entweder Ion A oder Ion B reagieren, indem die relativen Mengen jedes Ionophors
verändert werden. Eine erste vorläufige Schätzung des Spezieskonzentrationsbereichs
in einer Probe kann durch jedes bekannte Verfahren ausgeführt werden, um dem
Verwender das Verändern der Konzentrationen der Ionophoren nach Bedarf zu ermöglichen.
Der Sensor der Erfindung kann zweckmäßigerweise über dem protokollierbaren
Bereich für Natrium- und Kaliumkonzentrationen in Blut reagieren, die in dem
Bereich von 100 bis 180 mM bzw. von 2 bis 9 mM liegen.
Geeignete Verhältnisse von Ionophorenmengen können auch
durch Nutzen der Kenntnis von Komplexbildungskonstanten der Ionophoren:Ionen-Komplexe
mit den Primärionen und mit eventuellen Sekundärionen ermittelt werden.
Verfahren zum Ermitteln von Komplexbildungskonstanten in Polymermembranen sind in
der Literatur bekannt, wie zum Beispiel von Bakker und Pretsch2 und von
Mi und Bakker9 berichtet wird.
Die Wirkung der Lipophilizität der Polymermembran auf den Verteilungskoeffizienten
kann ebenfalls einen gewissen Einfluss haben. Natrium- und Kaliumione verteilen
sich bekanntermaßen gleichmäßigerweise in eine Membran mit lipophilerem
Charakter, beispielsweise eine Dioctylsebacat als Weichmacher enthaltende Membran.
Bei einer NPOE als Weichmacher enthaltenden Membran dagegen verteilen sich Kaliumionen
bekanntermaßen in stärkerem Maße als Natriumionen.
Die Sensorreaktion einer Mischionophorenerfassungsmembran, die ein
lipophiles Salz wie TDDA TCPB enthält, kann abhängig von den relativen
Mengen von Ionophoren in der Membran durch eine von zwei Gleichungen beschrieben
werden, Wenn Ionophore bei ähnlichen Molkonzentrationen vorliegen, kann die
Reaktion der Erfassungsmembran durch die nachstehend dargelegte klassische Nikolsky-Eisenman-Gleichung
beschrieben werden. Diese Art von Membran wird nachstehend als Membran der Klasse
A bezeichnet. Wenn alternativ eine große Differenz zwischen den Molkonzentrationen
der Ionophoren vorliegt, kann jede Art von Ionophor eine unabhängige Reaktion
hervorrufen. Diese Art von Membran wird als Membran der Klasse B bezeichnet.
Bei einer Membran der Klasse A, die eine Mischionophorenerfassungsmembran
ist, die ähnliche Ionophorenkonzentrationen und ein lipophiles Salz enthält,
wobei sowohl das Anion als auch das Kation lipophil sind, beispielsweise TDDA TCBP,
kann die Membranreaktion durch Berücksichtigen des Beitrags jedes Ionophoren:Ionen-Komplexes
beschrieben werden. Zum Beispiel kann bei einer Mischionophorenerfassungsmembran,
die zwei Ionophore IA und IB für Primärionen A und
B enthält, wobei A und B die gleiche Ladung haben, die Sensorreaktion beschrieben
werden durch:
wobei Emix das Halbzellenpotential der Mischionophorenmembran ist, E'mix
die Konstantenbeiträge zum Potential der Halbzelle darstellt, R die molare
Gaskonstante ist, T die Temperatur ist, n die Ladung an dem Ion ist und F die Faradaysche
Konstante ist.
Diese Gleichung kann durch folgenden Ausdruck reduziert werden und
ist äquivalent zur Nikolsky-Eisenman-Gleichung:
Emix = E'mix + Smix log(aA + KmixA,B
aB)
wobei Smix das scheinbare Gefälle der Reaktion ist und K
mixA,B
i der scheinbare Selektivitätskoeffizient für den Mischionophorenmembransensor
ist.
Zu beachten ist, dass der Sensor entweder mit A oder B als Primärion
modelliert werden kann. Die Ionophore A und B sollten weit möglichst so gewählt
werden, dass die Konzentration des Ionophoren:Primärionen-Komplexes viel größer
als die Konzentration des Ionophoren:Ionen-Komplexes mit dem anderen Ion ist. Jedes
Ionophor sollte mit anderen Worten eine gute Selektivität für das interessierende
Primärion aufweisen.
Der scheinbare Selektivitätskoeffizient für einen Mischionophorenmembransensor
kann durch Verändern der relativen Mengen der Ionophore in der Membran und
auch durch Verändern der Lipophilizität der Membran, zweckmäßigerweise
durch Verwenden eines anderen Weichmachers, erheblich verändert werden. Bei
einer herkömmlichen ionenselektiven Membran, die ein Ionophor enthält,
wird der Selektivitätskoeffizient dagegen weitgehend durch das Verhältnis
der Komplexbildungskonstanten für das Primärion und das Störion mit
dem Ionophor des Primärions bestimmt.
Bei einer Membran der Klasse B, die eine Mischionophorenerfassungsmembran
sein kann, die Ionophore bei sehr unterschiedlichen Konzentrationen und ein lipophiles
Salz enthält, wobei sowohl das Anion als auch das Kation lipophil sind, beispielsweise
TDDA TCBP, folgt die Reaktion nicht der oben bei Klasse A gesehenen klassischen
Nikolsky-Eisenman-Gleichung. Stattdessen scheinen die einzelnen Ionophore relativ
unabhängig zu wirken, möglicherweise da sich diskrete Gruppen jedes Ionophors
in der Membran separat bilden. Zum Beispiel kann die Sensorreaktion bei einer Mischionophorenerfassungsmembran,
die zwei Ionophore IA und IB für Primärione A und
B enthält, wobei A und B die gleiche oder ähnliche Ladung haben, beschrieben
werden durch:
Emix = E'mix + SA,mix log(aA) + SB,mix
log(aB)(2)
wobei SA,mix und SB,mix die scheinbaren Gefälle der Reaktion auf A und B sind und alle
anderen Terme die gleiche Bedeutung wie zuvor haben. Die Reaktionen aufgrund der
Ionophore A und B werden mutmaßlich durch die Terme SA,mix log(aA)
bzw. SB,mix log(aB) beschrieben. Der Grad der Komplexbildung jedes
Ionophors mit seinem Primärion kann wie vorstehend beschrieben zum Schätzen
des relativen Beitrags jedes Ionophors zur Sensorreaktion berücksichtigt werden.
Eine Veränderung der relativen Mengen der Ionophore kann zu Sensorreaktionen
mit unterschiedlichen scheinbaren Gefällen der Reaktion (SA,mix
und SB,mix) auf Ione A und B führen.
Das Verändern der relativen Mengen von zwei Ionophoren in einer
Reihe von Erfassungsmembranen kann zu einem Übergang einer Membran Klasse B
zu einer Membran Klasse A führen, da die Ionophorenkonzentrationen gleicher
werden. Der Bereich der durch Verändern der relativen Ionophorenmengen erhaltenen
Sensorreaktionen lässt die Auswahl der optimalen Membranzusammensetzung für
eine bestimmte Anwendung zu.
Es kann auch eine dritte Klasse einer Mischionophorenerfassungsmembran,
Klasse C, beschrieben werden, wobei die Membran mehr als ein Ionophor und einen
anionischen Zusatz umfasst, bei dem nur eines von Anion und Kation lipophil ist,
beispielsweise KTCPB. Bei dieser Membranklasse bedeutet die Ladungsbilanz zwischen
dem Ionophoren:Ionen-Komplex und dem anionischen Zusatz, dass ein Teil des Ionophors
an der Grenzfläche zwischen wässriger Lösung und Membran nicht zur
Signalerzeugung verfügbar ist. Der relative Beitrag jedes der Ionophoren:Primärionenkomplexe
zur Ladungsbilanz mit dem anionischen Zusatz hängt von den relativen Konzentrationen
jedes Ionophoren:Primärionkomplexes ab. Eine Schätzung dieser Konzentrationen
kann wie vorstehend beschrieben erfolgen (Gleichung (1)). Bei einer in einer Fließinjektionsanalyse
verwendeten Mischionophorenerfassungsmembran, bei der die Membran zwischen Proben
einer konstanten Trägerlösungszusammensetzung ausgesetzt wird, kann die
Einwirkung von konstanten Primärionkonzentrationen im Träger zu relativ
konstanten Konzentrationen von Ionophor:Primärion-Komplexen führen, die
bei der Ladungsbilanz mit dem anionischen Zusatz beteiligt sind. Folglich ist die
Menge jedes Ionophorentyps, die zur Ladungserzeugung an der Grenzfläche Lösung/Membran
frei und bereit ist, relativ konstant.
Die potenziometrische Reaktion von Membranen der Klasse C ist identisch
mit der von Membranen der Klasse B, wobei die Nikolsky-Eisenman-Gleichung nicht
befolgt wird und jedes Ionophor scheinbar unabhängig auf sein Primärion
reagiert, wie durch Gleichung (2) beschrieben wird.
Die Beschreibung von Mischionophorerfassungsmembranen der Klassen
A, B und C wird nicht als umfassend angenommen. Es sind Mischionophorenerfassungsmembranen
mit anderen Zusammensetzungen als oben beschrieben möglich. Zum Beispiel Membrane
mit mehr als zwei Ionophoren, Membrane mit Ionophoren für tone unterschiedlicher
Ladung (z.B. A+ und B2+) oder Membrane mit Ionophoren, die
andere Komplexe als 1:1-Komplexe mit einem Ion bilden. Andere Arten einer potenziometrischen
Reaktion könnten auch experimentell ermittelt werden.
Wenn eines von A und B ein Wasserstoffion ist, könnte der Sensor
den pH der Lösung überwachen. Einer der Ionophoren in der Mischionophoren-Pseudoreferenzelektrode
wäre dann ein Wasserstoffionophor. In diesem Fall sollte besonders darauf geachtet
werden, dass die Mengen der Komplexbildung der zwei Ionophore abgestimmt sind, da
die Komplexbildungskonstanten von Wasserstoffionenionophoren häufig sehr hoch
sind.
Das Dreisensorensystem aus einzelnen Ionophorensensoren für A
und B und einem Mischionophorensensor sowohl für A als auch B kann als Referenzsystem
für andere potenziometrische Sensoren verwendet werden. Für jede zusätzliche
Spezies ist ein speziesspezifischer Sensor erforderlich, und das Potential dieses
Sensors wird gegen das des Mischionophorensensors gemessen. Zusätzliche Sensoren
könnten speziesspezifische Sensoren sein, die ein einzelnes Ionophor spezifisch
für diese Spezies verwenden, oder könnten ein potenziometrischer Biosensor
sein, beispielsweise ein auf der Immobilisierung von Urease auf einen ammoniumionensensitiven
Sensor beruhender Harnstoffsensor. Das Dreisensorenreferenzsystem könnte auch
in einer Anordnung potentiometrischer Sensoren sinnvoll verwendet werden, insbesondere
in einer miniaturisierten Sensoranordnung.
Mischionophorenmembransensoren als Pseudoreferenzelektroden
Bei der herkömmlichen potenziometrischen Messung der monovalenten
Katione A und B wird eine herkömmliche Bezugselektrode festen Potentials, beispielsweise
eine Silber-/Silberchloridbezugselektrode, in Verbindung mit individuellen Einionenerfassungselektroden
für jedes der tone A und B verwendet. Die Reaktionen der ionenselektiven Elektroden
für jedes von Ion A und B werden durch die Nikolsky-Eisenman-Gleichung beschrieben:
wobei K
potA,B
der Selektivitätskoeffizient für Ion A gegen Ion B ist und K
potB,A
der Selektivitätskoeffizient für Ion B gegen Ion A ist.
Im Vergleich sind bei der Ermittlung der monovalenten Kationen A und
B mit der erfindungsgemäßen Mischionophoren-Pseudoreferenzelektrode drei
Sensoren erforderlich: zwei auf A und B ansprechende einzelne Sensoren, die jeweils
ein einzelnes Ionophor selektiv für die Primärspezies verwenden, und einen
sowohl auf A als auch B ansprechenden dritten Sensor, der zwei Ionophore verwendet,
wovon jeder für eines der Primärione selektiv ist. Die gemessene Reaktion
an Sensor A ist die Differenz der Reaktion von Sensor A und der Pseudoreferenzelektrode:
EA,mix = EA – Emix
wobei EA,mix die gemessene Reaktion an Sensor A ist, EA die
potenziometrische Sensorreaktion von Sensor A ist, die durch die Nikolsky-Eisenman-Gleichung
beschrieben wird, und Emix Mischionophorenmembransensorreaktion ist.
Analog wird die Reaktion an Sensor B beschrieben durch:
EB,mix = EB – Emix.
Die erfindungsgemäße Mischionophorenerfassungsmembran kann
wie vorstehend beschrieben optimiert werden, um zu beiden Ionen über dem interessierenden
Bereich an Konzentrationen adäquate Messreaktionen zu geben.
Zur Ermittlung unbekannter Ionenaktivitäten A und B in einer
Probe kann das erfindungsgemäße Dreisensorensystem der Probe und dann
einer bekannten Kalibriersubstanz ausgesetzt werden oder kann alternativ
einer Kalibriersubstanz und dann der Probe ausgesetzt werden. Wenn der Mischionophorenmembransensor
eine Membranart der Klasse A hat, dann ist die Messreaktion an Sensor A auf eine
Kalibriersubstanz A, die A und B bei bekannten Konzentrationen A1 und
B1 enthält:
wobei SA das scheinbare Gefälle der Reaktion auf A an der Einionophorelektrode
ist. Die Messreaktion an Sensor A auf eine Probe, die A und B bei unbekannten Konzentrationen
A2 und B2 enthält, lautet:
Dann lautet für Sensor A die Differenz der Potentialreaktion
auf Kalibriersubstanz und Probe:
Unter der Annahme, dass
Für Sensor B wird ein ähnlicher Ausdruck erhalten:
Bei dem erfindungsgemäßen Dreisensorensystem, bei dem die
Konstantenwerte, die die Sensorenreaktionen charakterisieren, bekannt sind (d.h.
Gefällewerte sowie reale und scheinbare Selektivitätskoeffizienten), können
die Gleichungen (3) und (4) für unbekannte Probenaktivitäten A und B unter
Verwendung eines iterativen Vorgehens wie das von Solver in Microsoft Excel gelöst
werden. Die Gleichungen können auch durch Optimierung der Membranzusammensetzungen
der Einionophorsensoren vereinfacht werden, so dass der Selektivitätskoeffiziententerm
in der Nikolsky-Eisenmann-Gleichung vernachlässigbar ist, d.h. aufgrund des
Störions in dem Primärionkonzentrationsbereich eine vernachlässigbare
Reaktion vorliegt.
Wenn der Mischionophorenmembransensor eine Membran der Klasse B hat,
dann lautet alternativ die Messreaktion an Sensor A auf einen Kalibrierstoff, der
A und B bei bekannten Konzentrationen A1 und B1 enthält:
Die Messreaktion an Sensor A auf eine A und B bei unbekannten Konzentrationen
A2 und B2 enthaltende Probe lautet:
Dann lautet bei Sensor A die Differenz der Potentialreaktion auf den
Kalibrierstoff und die Probe:
wobei die Annahme erfolgt, dass die Konstantzellenterme und der
Selektivitätskoeffiziententerm für den Sensor vernachlässigbar sind.
Ein ähnlicher Ausdruck wird für Sensor B erhalten:
Bei dem Dreisensorensystem, bei dem die Konstantenwerte, die die Sensorreaktionen
charakterisieren, bekannt sind (d.h. Gefällewerte), können die Gleichungen
(5) und (6) für unbekannte Probenaktivitäten A und B durch einfache arithmetische
Manipulation der Gleichungen gelöst werden. Wenn alternativ der Selektivitätskoeffiziententerm
für die Reaktion von Sensor A und/oder B nicht vernachlässigbar ist, können
die Gleichungen durch ein iteratives Vorgehen, wie es oben erwähnt wurde, gelöst
werden.
Die Sensoreigenschaften wie Reaktionsgefälle und reale und scheinbare
Selektivitätskoeffizienten für die Einionophor- und Mischionophorensensoren
können vor dem Einwirken einer Probe, die unbekannte Aktivitäten von Ionen
A und B enthält, ermittelt werden. Bei der Massenfertigung von Sensoren ist
die Herstellung von Sensoren mit reproduzierbaren Reaktionen möglich, und die
Kalibrierung einer Auswahl von Sensoren von jeder Charge sollte eine kleine Veränderung
der Sensoreigenschaften ergeben. Bei den Mischionophorenmembransensoren bestimmt
das Verhältnis der Molmengen der Ionophoren die Größenordnung und
Art der Sensorreaktion auf Primärionen für die Ionophore. Folglich sollte
das Verhältnis der Molmengen bei Zubereitung der Membranlösung präzis
ermittelt werden.
Beschreibung der Figuren
1 ist eine Skizze einer potenziometrischen Durchflusszelle,
die unter Verwendung einer hierin beschriebenen Polymermembran erzeugt wurde.
2 zeigt einen Querschnitt eines hierin beschriebenen
Pseudoreferenzsensors. Das Kohlenstoffgranulatkorn (1) wird in den unteren
Polymethylacrylatblock (2) gegeben, so dass die obere Kante des Granulatkorns
eben mit dem Boden der Aussparung (3) ist. Eine hierin beschriebene Ionenerfassungsmembran
bedeckt den oberen Teil des Granulatkorns und füllt die Aussparung (4).
3 zeigt die Echtzeitreaktionen von natrium- und kaliumionenselektiven
Sensoren auf Konzentrationsänderungen von Natrium- und Kaliumionen. Die bei
der Messung verwendete Pseudoreferenzelektrode umfasst einen hierin beschriebenen
Mischionophorenmembransensor, bei dem die Mischionophorenmembran Valinomycin und
Natriumionophor X in einem Molverhältnis von 1:4 umfasst.
4 zeigt Diagramme der gemessenen Potentialverschiebung (y-Achse)
zu berechneter Potentialverschiebung (x-Achse) für die Reaktionen von (A) Natrium-
und (B) Kaliumsensoren für die potentiometrischen Reaktionen in 3.
Die Erfindung wird durch die folgenden nicht einschränkenden
Beispiele veranschaulicht.
BeispieleBeispiel 1. Durchflusszelle und Elektrodenkonfiguration
Die potentiometrische Durchflusszelle wurde von Drew Scientific, Cumbria,
U.K., geliefert. 1 zeigt eine Skizze der Durchflusszelle
einschließlich der Sensoren.
Die Zelle ist aus Polymethacrylat gefertigt und besteht aus einem
oberen Teil, der von der Seite (A) und von unten (B) gezeigt wird, sowie aus einem
unteren Teil, der von oben (C) und von der Seite (D) gezeigt wird. Der obere Teil
(A, B) enthält einen Einlass (1) und einen Auslass (2) für
Fluidfluss, zwei Löcher (3) für Schrauben und eine Gummi-O-Ringdichtung
(4). Der untere Teil (C, D) enthält Kohlenstoffstäbe (5)
von etwa 1 mm Durchmesser und 2 mm Länge, die so eingeführt sind, dass
der obere Teil des Kohlenstoffstabs eben mit der Unterseite der Aussparungen (6,
7 und 8) ist. Die Aussparungen haben einen Durchmesser von 2 mm,
wobei sie auf der Mitte der Kohlenstoffstange zentriert sind, und haben eine Tiefe
von 0,1 mm. Die Aussparungen sind mit ionenerfassender Membranlösung gefüllt
(zum Beispiel die in nachstehendem Beispiel 2 erzeugten). Zweckmäßigerweise
enthält die Aussparung (6) eine Kaliumerfassungsmembran, Aussparung
(7) enthält eine Mischionophorenmembran (Natrium und Kalium) und Aussparung
(8) enthält eine Natriumerfassungsmembran. Der unter Block weist einen
Kanal (9) von 0,2 mm Tiefe, dessen Boden eben mit der Aussparung ist, sowie
zwei Löcher (3) für Schrauben auf. Der obere und untere Block
sind mittels Muttern und Schrauben (10) aneinander befestigt,
um die Durchflusszelle (E) zu bilden. Elektrischer Kontakt wurde zur Rückfläche
des Granulats hergestellt.
Beispiel 2. Erzeugung von Sensoren für Natrium- und Kaliumioinenerfassung
Formulierung der Natriumionenerfassungsmembran
PVC (33%), NPOE (66,25%) und Natriumtetrafluorphenylborat (0,15%)
wurden in ein Glasfläschchen abgewogen und durch einstündiges Erhitzen
bei 60° in 0,5 mL Cyclohexanon aufgelöst. Der Gewichtsprozentsatz jeder
Membrankomponente wird in Gewicht pro Gesamtgewicht der Membrankomponenten ausgedrückt.
Diesem Gemisch wurde 0,6% METS (Methoxyethyltetraestercalixaren) zugegeben, und
das Gemisch wurde eine weitere Stunde lang gerührt. Das Gesamtgewicht der Membrankomponenten
betrug 0,17g.
Formulierung der Ionenerfassungsmembran
PVC (33%), Bis(2-ethylhexyl)sebacat (64,5%) und KTCPB (0,5%) wurden
in ein Glasfläschchen abgewogen und durch einstündiges Erhitzen bei 60°
in 0,5 mL Cyclohexanon aufgelöst. Diesem Gemisch wurde Valinomycin (2,0%) zugegeben,
und das Gemisch wurde eine weitere Stunde lang gerührt. Das Gesamtgewicht der
Membrankomponenten betrug 0,17g.
Formulierung der Mischionophorenmembran
PVC (32,5%), TDDA TCPB (0,57%) und Dioctylsebacat (65,4%) wurden in
ein Glasfläschchen abgewogen und durch einstündiges Erhitzen bei 60°
in 0,5 mL Cyclohexanon aufgelöst. Diesem Gemisch wurde Valinomycin (0,33%)
und Natriumionophor X (1,2%) zugegeben, und das Gemisch wurde eine weitere Stunde
lang gerührt. Das Gesamtgewicht der Membrankomponenten betrug 0,17g.
Membranabscheidung
Für jeden Sensor wurden 2 aliquote Teile von 0,8 Mikroliter der
Membranformulierung in schneller Folge in die Aussparung über dem Kohlenstoffgranulat
pipettiert. Das Lösungsmittel ließ man vor der Verwendung über Nacht
verdampfen. Das Volumen der Membranformulierung reichte aus, um die Aussparung zu
füllen. Der Sensor wird in 2 im Querschnitt gezeigt.
Beispiel 3. Pseudoreferenzelektrode für Natrium- und Kaliumionensensoren
Es wurde Fließinjektionsanalyse zum Ermitteln der Reaktion der
Sensoren auf Natrium- und Kaliumionenaktivität über den in Vollblut vorkommenden
Bereichen eingesetzt. 3 zeigt die Reaktion der Sensoren auf Probeninjektionen.
Die vorausgesagte Potentialverschiebung zur tatsächlichen Potentialverschiebung
wird in 4 gezeigt.
Die in der Pseudoreferenzelektrode verwendeten Membranen werden wie
in Beispiel 2 dargelegt erzeugt. Die Sensoren wurden in der Durchflusszelle von
1 bei einer Strömgeschwindigkeit von 120 uL/min
mit einer Probenschleifengröße von 300 uL verwendet. Die Trägerzusammensetzung
war 40 mM Bis-Tris (pH 6,95), 0,8 mM Na2EDTA, 140,4 mM NaCl und 4,2 mM
KCl. Die Kalibrierstoffe wurden aus einem Puffer erzeugt, der 40 mM Bis-Tris (pH
6,95) und 0,8 mM Na2EDTA enthielt, und hatte unterschiedliche Mengen
an NaCl und KCl, um die in 3 gezeigten Na+ und K+ Gesamtkonzentrationen
zu ergeben. Die Konzentrationen der Natrium- und Kaliumionen wurden gewählt,
um alle Kombinationen von oberen und unteren Referenzgrenzwerten und protokollierbaren
Bereichen für die zwei Ionen im Vollblut zu geben.
Die Mischionophorenerfassungsmembran war eine Membranart der Klasse
A, und die Reaktion wurde nach der Nikolsky-Eisenman-Gleichung modelliert, mit Kalium
als Primärion und Natrium als Störion. Es wurde angenommen, dass die Einionophorsensorreaktionen
vernachlässigbare Beiträge aus den Selektivitätskoeffiziententermen
haben, d.h. eine vernachlässigbare Reaktion auf das Sekundärion. Die die
Eigenschaften der Sensoren beschreibenden Konstantenterme wurden mit Hilfe von Solver
in Microsoft Excel ermittelt. Für jeden Sensor und jeden Kalibrierstoff wurden
die vorhergesagten Potentialverschiebungen mit Hilfe der modellierten Sensorreaktionen
berechnet, und das Quadrat der Differenz zwischen der beobachteten Potentialverschiebung
und der vorhergesagten Potentialverschiebung wurde berechnet. Unter Verwendung von
anfänglichen Gefällewerten von 60 mV/Dekade und eines anfänglichen
scheinbaren Selektivitätskoeffizientenwerts von 1 wurde die Summe der Quadrate
der Potentialdifferenzen unter Verwendung von Solver durch Verändern der Gefällewerte
und des scheinbaren Selektivitätskoeffizientenwerts minimiert. Die Einionophorsensorgefälle wurden
für die Natrium- bzw. Kaliumsensoren als 57,70 und 57,14 mV/Dekade ermittelt.
Bei dem Mischionophorensensor betrug das scheinbare Reaktionsgefälle 51,63
mV/Dekade und der scheinbare Selektivitätskoeffizient war 0,014. Die Summe
der Quadrate der Potentialdifferenzen betrug 1,51 (Potentialwerte in mV).
Beispiel 4. Mischionophorenerfassungsmembranen für Natrium und Kalium
Die Wirkung des Molverhältnisses von Valinomycin auf Natriumionophor
X kann durch Verändern des Molverhältnisses demonstriert werden, während
die Konzentration von Natriumionophor X in etwa konstant gehalten wird. In Beispiel
2 werden Natrium- und Kaliummembranformulierungen beschrieben. Mischionophorenmembranformulierungen
enthielten in etwa den gleichen Gewichtsprozentsatz an PVC, NPOE, TDDA TCPB und
Ionophoren. Die präzisen Membranzusammensetzungen werden nachstehend in Tabelle
1 gezeigt.
Die Kalibrierung der Sensoren wurde mit Hilfe des in Beispiel 3 umrissenen
Multikalibrierstoffexperiments ausgeführt, wobei die Mischionophorenerfassungsmembran
als Pseudoreferenzelektrode für die zwei Einionophorsensoren dient. Die Sensorreaktionen
wurden durch Berücksichtigen der Mischionophorenreaktion entweder als Membran
der Art Klasse A oder als Membran der Art Klasse B analysiert. Die Anpassungsgüte
jedes Modells wurde durch Minimieren der Summe des Quadrats der Residuen (SSR) zwischen
den vorhergesagten Sensorreaktionen und den tatsächlichen gemessenen Sensorreaktionen
mit Hilfe von Solver in Microsoft Excel ermittelt. Die Reaktionen der Natrium- und
Kaliumsensoren wurden durch die Gefällewerte SNa und SK
beschrieben, wobei vernachlässigbare Reaktionen auf das Sekundärion angenommen
wurden. Bei der Mischionophorenerfassungsmembran wurde die Reaktion der Art Klasse
A durch Smix und Kmix, das scheinbare Reaktionsgefälle
und den scheinbaren Selektivitätskoeffizienten beschrieben, modelliert mit
Kalium als Primärion und Natrium als Störion. Die Reaktion der Art Klasse
B wurde durch SNa,mix und SK,mix, die scheinbaren Gefälle
der Reaktion auf Natrium- bzw.
Kaliumionenaktivitäten beschrieben. Aus Tabelle 2 geht hervor,
dass sich die Reaktion der Mischionophorenerfassungsmembran von Klasse A zu Klasse
B ändert, wenn die Menge an Valinomycin in der Membran gesenkt wird.
Molverhältnis von Valinomycin : Natriumionophor X
Tabelle 1. Membranzusammensetzungen für Mischionophorenerfassungsmembranen,
die Valinomycin und Natriumionophor X unter Verwendung des lipophilen Zusatzes TDDA
TCPB enthalten.
Tabelle 2. Sensorreaktionseigenschaften für Natrium, Kalium-
und Mischionophorensensoren der in Tabelle 1 genannten Zusammensetzungen, wobei
der Mischionophorensensor als Pseudoreferenzelektrode verwendet wird.
Beispiel 5. Mischionophorenerfassungsmembranen für Natrium und Kalium,
die KTCPB enthalten
Die Wirkung des Molverhältnisses von Valinomycin zu Natriumionophor
X wird für Mischionophorenmembranformulierungen unter Verwendung des anionischen
Zusatzes KTCPB demonstriert. Die Membranen wurden mit in etwa dem gleichen Gewichtsprozentsatz
von PVC, NPOE, KTCPB und Ionophoren erzeugt. In Beispiel 2 werden Natrium- und Kaliummembranformulierungen
beschrieben. Die Mischionophorenmembranzusammensetzungen werden nachstehend in Tabelle
3 gezeigt.
Die Kalibrierung der Sensoren wurde mit Hilfe des in Beispiel 3 umrissenen
Multikalibrierstoffexperiments ausgeführt, wobei die Mischionophorenerfassungsmembran
als Pseudoreferenzelektrode für die zwei Einionophorsensoren dient. Die Sensorreaktionen
wurden wie in Beispiel 4 durch Berücksichtigen der Mischionophorenerfassungsreaktion
entweder als Membran der Art Klasse A oder als Membran der Art Klasse B analysiert.
Aus Tabelle 4 geht hervor, dass die Reaktion dieser Mischionophorenerfassungsmembranen,
die den lipophilen anionischen Zusatzstoff KTCPB enthalten, am besten durch den
Ausdruck für eine Membran der Art Klasse B beschrieben wird. Der Großteil
des Valinomycins wird durch Ladungsbilanzieren mit dem TCPB– Anion
aufgenommen und trägt nicht zur Reaktion der Erfassungsmembran bei. Folglich
ermöglichen die viel höheren Konzentrationen von Valinomycin in diesen
Membranen verglichen mit denen in Beispiel 4 immer noch, dass eine duale Reaktion
auf Natrium- und Kaliumione erhalten wird.
Molverhältnis von Valinomycin : Natriumionophor
X1:1,131:1,61Gewichts%PVC32,6032,50NPOE65,7565,55KTCPB0,250,25Valinomycin0,700,70Natriumionophor X 0,701,00
Tabelle 3 Membranzusammensetzungen für Mischionophorenerfassungsmembranen,
die Valinomycin und Natriumionophor X unter Verwendung des lipophilen anionischen
Zusatzes KTCPB enthalten.
Tabelle 4. Sensorreaktionseigenschaften für Natrium, Kalium-
und Mischionophorensensoren der in Tabelle 3 gegebenen Zusammensetzungen, wobei
der Mischionophorensensor als Pseudoreferenzelektrode verwendet wird.
Quellenangaben
1. R.J. Forster und D. Diamond, Analytical Chemistry, 1992, 64, 1721-1728.
2. E. Bakker and E. Pretsch, Analytical Chemistry, 1998, 70, 295-302.
3. W.E. Morf und N.F. de Rooij, Electroanalysis, 1997, 9, 903-907.
4. K. Eine, S. Kjelstrup, K. Nagy und K. Syverud, Sensors and Actuators B, 1997,
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5. Y. Mi, S. Mathison und E. Bakker, Electrochemical and Solid-State Letters,
1999, 2, 198-200.
6. H.J. Lee, U.S. Hong, D.K. Lee, J.H. Shin, H. Nam und G.S. Cha, Analytical
Chemistry, 1998, 70, 3377-3383.
7. K.S. Lee, J.H. Shin, M.J. Cha, M. Trojanowicz, D. Liu, H.D. Goldberg, R.
W. Hower und R.B. Brown, Sens. Actuators B, 1994, 20, 239-246.
8. E. Bakker, Electroanalysis, 1999, 11, 788-792.
9. Y. Mi und E. Bakker, Anal. Chem., 71, 1999, 5279-5287.
Anspruch[de]
Verwendung eines Sensors mit einer Polymermembran, die ein Polymer,
ein lipophiles Salz und mindestens zwei Ionophoren selektiv für unterschiedliche
chemische Spezien umfasst, als Pseudoreferenzsensor selektiv für mehrere Spezien.Verwendung nach Anspruch 1 für eine potenziometrische ionensensitive
Messung.Verwendung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass in dem
lipophilen Salz mindestens eines von Anion und Kation lipophil ist.Verwendung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass das lipophile
Salz aus Kaliumtetrakis-(4-chlorphenyl)borat (KTCPB), Natriumtetrakis-(4-fluorphenyl)borat,
Natriumtetraphenylborat, Ammoniumtetrakis-(chlorphenyl)borat, quaternären Boratsalzen
der Formel X+B(R1R2R3R4)–,
wobei B(R1R2R3R4)–
ein lipophiles Boratanion ist und X+ ein hydrophiles Kation ist, Tetraoctadecylammoniumbromid,
Tridodecylmethylammoniumnitrat, Tetradodecylammoniumnitrat, Tridodecylmethylammoniumchlorid,
Trioctylpropylammoniumchlorid oder Mischungen derselben gewählt wird.Verwendung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass in dem
lipophilen Salz sowohl das Anion als auch das Kation lipophil sind.Verwendung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass das lipophile
Salz aus Tetradodecylammonium-tetrakis(4-chlorphenyl)borat (TDDA TCPB), Tetrabutylammoniumtetraphyenlborat,
Tetraheptylammoniumtetraphenylborat und Tetraphenylphosphoniumtetraphenylborat oder
Mischungen derselben gewählt wird.Verwendung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
dass das Polymer aus PVC, Polyurethan, Celluloseacetat, Ethylcellulose, Silikongummi,
Alkylmethacrylaten, Poly(vinyliden)chlorid, Polysiloxanen oder Ableitungen oder
Copolymeren derselben gewählt wird.Verwendung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
dass die Membran weiterhin einen Weichmacher umfasst.Verwendung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass der Weichmacher
aus Bis(2-ethylhexyl)sebacat (DOS), 2-Nitrophenyloctylether (NPOE), Tris(2-ethylhexyl)phosphat,
Dibutylsebacat, Dioctylsebacat, Bis(2-ethylhexyl)adipat, Bis(2-ethylhexyl)phthalat
und Dioctylphenylphosphonat gewählt wird.Verwendung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
dass die mindestens zwei Ionophoren aus Ionophoren selektiv für Natrium-, Kalium-,
Lithium-, Wasserstoff-, Calcium-, Magnesium- und Ammoniumione gewählt werden.