Technisches Gebiet
Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf eine Destillierkolonne
mit thermisch integriertem Aufbau, die derart ausgebildet ist, daß ein Vielfachrohr
an beiden Enden mit einem Körpermantel über Rohrplatten verbunden ist,
um dadurch einen Rohrinnenraum von jedem der Vielfachrohre von einem Rohraußenraum
von diesen im Inneren des Körpermantels zu trennen. Jeder Rohrinnenraum und
Rohraußenraum ist mit Einlässen und Auslässen für Gase und Flüssigkeiten
versehen.
Es wird eine Differenz beim Betriebsdruck zwischen dem Rohrinnenraum
und dem Rohraußenraum gebildet, um dadurch einen Unterschied in der Betriebstemperatur
zwischen diesen zu erzeugen, und Wärme wird von einer Seite höheren Drucks
zu einer Seite niedrigeren Drucks übertragen, wobei eine Wand von jedem der
Vielfachrohre als Wärmeübertragungsfläche verwendet wird, so daß
die Seite höheren Drucks zu einem Anreicherungsbereich wird und die Seite niedrigeren
Drucks zu einem Abstreif- bzw. Strippbereich wird.
Stand der Technik
Eine Destillierkolonne mit thermisch integriertem Aufbau ist als Vorrichtung
bekannt, die zu einem Prozeß mit besseren Energieeinspareigenschaften führt.
Sie weist eine Kolonne mit niedrigerem Druck und eine Kolonne mit höherem Druck
auf, wobei zwischen diesen ein Wärmeaustausch erfolgt, so daß die Notwendigkeit
umgangen wird, daß dem Prozeß Wärme zugeführt oder Wärme
aus dem Prozeß abgeführt wird. Es ist wissenschaftlich anerkannt, daß
dieser Prozeß unter dem Gesichtspunkt der Steigerung der Energieeinsparung
bei einem Destilliervorgang die vielversprechendste Verfahrensweise darstellt.
Ferner ist eine Destillierkolonne mit thermisch integriertem Aufbau
vorgeschlagen worden, bei der ein Vielfachrohr an beiden Enden mit einem Körpermantel
über Rohrplatten verbunden ist, um dadurch einen Rohrinnenraum des Vielfachrohrs
von einem Rohraußenraum von diesem im Inneren des Körpermantels zu trennen.
Der Rohrinnenraum und der Rohraußenraum sind mit Einlässen und Auslässen
für Gase und Flüssigkeiten versehen.
Bei dem Betriebsdruck zwischen dem Rohrinnenraum und dem Rohraußenraum
wird eine Differenz erzeugt, so daß die Betriebstemperatur zwischen diesen
unterschiedlich ist, und Wärme wird von einer Seite höheren Drucks zu
einer Seite niedrigeren Drucks übertragen, wobei eine Wand des Vielfachrohrs
als Wärmeübertragungsfläche verwendet wird und dadurch eine Destillierkolonne
geschaffen wird, bei der die Seite höheren Drucks als Anreicherungsbereich
dient und die Seite niedrigeren Drucks als Abstreif- bzw. Strippbereich dient (JP-A-8-66601).
Wie in den 4(a) und 4(b) gezeigt
ist, weist diese Destillierkolonne mit thermisch integriertem Aufbau einen Körpermantel
1 und ein Vielfachrohr (Rohr) 25 auf, das in den Körpermantel
1 eingeführt ist und an seinen beiden Enden mit dem Körpermantel
1 über Rohrplatten (eine obere Rohrplatte (eine obere Kolonnenrohrplatte)
3a und eine untere Rohrplatte (eine untere Kolonnenrohrplatte)
3b) verbunden ist, so daß der Rohrinnenraum 4 des Vielfachrohrs
25 von einem Rohraußenraum 5 von diesem getrennt ist und
der Rohrinnenraum 4 als Anreicherungsbereich auf einer Seite höheren
Drucks dient und der Rohraußenraum 5 als Abstreif- bzw. Strippbereich
auf einer Seite niedrigeren Drucks dient (alternativ hierzu kann der Rohrinnenraum
4 auch als Strippbereich auf einer Seite niedrigeren Drucks verwendet werden
und der Rohraußenraum 5 kann als Anreicherungsbereich auf einer Seite
höheren Drucks verwendet werden.
Bei dieser Destillierkolonne mit thermisch integriertem Aufbau sind
der Rohrinnenraum (der Anreicherungsbereich) 4 und der Rohraußenraum
(der Abstreif- bzw. Strippbereich) 5 mit Füllmaterial gefüllt.
Der obere Bereich des Körpermantels 1 ist mit einem Abstreifbereich-Flüssigkeitseinlaß
6 zum Zuführen von Flüssigkeit zu dem Rohraußenraum (dem
Abstreif- bzw. Strippbereich) 5 sowie mit einem Abstreifbereich-Dampfauslaß
7 zum Abziehen von Dampf von dem Rohraußenraum (dem Strippbereich)
5 versehen.
Eine Endkammer 14a steht mit dem Rohrinnenraum (dem Anreicherungsbereich)
4 in Verbindung, und oberhalb der oberen Kolonnenrohrplatte 3a
ist die Endkammer 14a mit einem Anreicherungsbereich-Flüssigkeitseinlaß
8 zum Zuführen von Flüssigkeit zu dem Rohrinnenraum (dem Anreicherungsbereich)
4 sowie mit einem Anreicherungsbereich-Dampfauslaß 9 zum
Abziehen von Dampf von dem Rohrinnenraum (dem Anreicherungsbereich) 4 versehen.
Andererseits ist der untere Bereich des Körpermantels
1 mit einem Abstreifbereich-Dampfeinlaß 10 zum Zuführen
von Dampf zu dem Rohraußenraum (dem Abstreif- bzw. Strippbereich)
5 sowie mit einem Abstreifbereich-Flüssigkeitsauslaß
11 zum Abziehen von Flüssigkeit aus dem Rohraußenraum (dem Strippbereich)
5 versehen. Eine Endkammer 14b steht mit dem Rohrinnenraum (dem
Anreicherungsbereich) 4 in Verbindung, und unterhalb der unteren Kolonnenrohrplatte
3b ist die Endkammer 14b mit einem Anreicherungsbereich-Dampfeinlaß
12 zum Zuführen von Dampf zu dem Rohrinnenraum (dem
Anreicherungsbereich) 4 sowie mit einem Anreicherungsbereich-Flüssigkeitsauslaß
13 zum Abziehen von Flüssigkeit von dem Rohrinnenraum (dem Anreicherungsbereich)
4 versehen.
Bei einer solchen Destillierkolonne mit thermisch integriertem Aufbau,
wie sie in 2 schematisch dargestellt ist, wird eine
Lösung, die sich unter Berücksichtigung ihrer Konzentration auf der Temperatur
ihres Siedepunktes befindet, an der Kolonnenoberseite des Strippbereiches
5 zugeführt, und an der Kolonnenoberseite des Anreicherungsbereiches
4 vorhandener Dampf wird als Produkt abgeführt.
Ferner wird an der Kolonnenoberseite vorhandener Dampf von dem Strippbereich
5 über einen Kompressor 21 zu dem Kolonnenboden des Anreicherungsbereiches
4 der Seite höheren Drucks geleitet. Ein Teil der am Kolonnenboden
vorhandenen Flüssigkeit des Strippbereiches 5 wird als "Bodensatz"
nach außen ausgeleitet, während der Rest der Flüssigkeit über
einen Aufkocher 22 zu dem Kolonnenboden des Strippbereiches 5
zurückgeführt wird.
Außerdem wird eine vorbestimmte Menge der am Kolonnenboden vorhanden
Flüssigkeit aus dem Anreicherungsbereich 4 über ein Druckreduzierventil
23 dem Strippbereich 5 zugeführt.
Hinsichtlich der in dieser Weise ausgebildeten Destillierkolonne mit
thermisch integriertem Aufbau erzielt man den niedrigsten Energieverbrauch, wenn
die Menge des zu der Oberseite des Anreicherungsbereiches ansteigenden Dampfes äquivalent
zu dessen Menge (der Ausbeute) ist, die von der Säule als Produkt an der Oberseite
abgeführt wird.
In diesem Fall wird die minimale Menge des Dampfes, der von dem Kolonnenboden
des Anreicherungsbereiches nach oben steigt, aus einem theoretischen Mindest-Wiederverflüssigungsverhältnis
berechnet. Diese Mindestmenge des Dampfes ist als Mindest-Dampfmenge anerkannt,
die von dem Kompressor bei einer Destillierkolonne mit thermisch integriertem Aufbau,
die typischerweise in der in 2 dargestellten Weise
ausgebildet ist, verarbeitet wird.
Während der Energieverbrauch bei einer allgemeinen Destillierkolonne,
bei der kein Wärmeaustausch stattfindet, lediglich aus der Wärmemenge
besteht, die in dem Aufkocher verbraucht wird (Energieverbrauch einer Wärmequelle,
wie zum Beispiel eines Dampfbildners), benötigt eine Destillierkolonne mit
thermisch integriertem Aufbau die Energie zum Antreiben des Kompressors zusätzlich
zu der Wärmemenge, die in dem Aufkocher verbraucht wird.
Im allgemeinen wird elektrischer Strom als Energie zum Betreiben des
Kompressors verwendet, wobei bei der Umwandlung von elektrischem Strom in Wärme
(beispielsweise unter Verwendung eines Dampfbildners) aufgrund einer geringen Erzeugungseffizienz
beispielsweise eines Dampfbildners, das Dreifache der erzeugten Wärmeenergie
(kW) an elektrischer Energie (kW) erforderlich ist.
Der Energieverbrauch (E) einer Destillierkolonne mit thermisch integriertem
Aufbau ist in der nachfolgenden Formel dargestellt.
E = (Wärmemengen-Verbrauch (kW) in dem Aqufkocher) + 3 × (elektrischer
Energieverbrauch (kW) in dem Kompressor).
Selbst wenn die Dampfmenge, die von dem Kolonnenboden des Anreicherungsbereiches
nach oben ansteigt, auf ihr Minimum reduziert wird, hat der Kompressor somit einen
hohen Energieverbrauch, wobei dieser einen hohen Prozentsatz des Energieverbrauchs
insgesamt einer Destillierkolonne mit thermisch integriertem Aufbau darstellt. Es
ist somit schwierig, den Energieverbrauch der Destillierkolonne mit thermisch integriertem
Aufbau insgesamt zu begrenzen.
Das Dokument EP 0 726 028,
das als nächstkommender Stand der Technik betrachtet wird, offenbart eine Vorrichtung
gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1 sowie ein Verfahren zum Betreiben
dieser Vorrichtung gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 2.
Die vorliegende Erfindung soll das vorstehend geschilderte Problem
lösen, und ein Ziel der vorliegenden Erfindung besteht in der Angabe einer
Destillierkolonne mit thermisch integriertem Aufbau, bei der eine geringere Dampfmenge
von dem Kompressor verarbeitet wird, so daß sich eine Reduzierung des Energieverbrauchs
durch den Kompressor ergibt und dadurch der Energieverbrauch der Destillierkolonne
mit thermisch integriertem Aufbau insgesamt verringern läßt.
Offenbarung der Erfindung
Eine Destillierkolonne mit thermisch integriertem Aufbau, bei der
ein Vielfachrohr mit einem Körpermantel über Rohrplatten verbunden ist,
von denen eine an jedem Ende angeordnet ist, so daß der Rohrinnenraum von jedem
Rohr in dem Vielfachrohr von dem Rohraußenraum getrennt ist.
Bei dem Rohraußenraum handelt es sich um einen Bereich, der von
der Innenoberfläche des Körpermantels, den Außenoberflächen
der Rohre, welche das Vielfachrohr bilden, und den gegenüberliegenden Seiten
von jeder der Rohrplatten gebildet ist und einen ersten Destillierbereich oder Strippbereich
in der Kolonne bildet und ferner mit einem Flüssigkeitseinlaß und einem
Gaseinlaß sowie mit einem Flüssigkeitsauslaß und
einem Gasauslaß versehen ist.
Jeder von den Rohrinnenräumen steht mit Endkammern in Fluidkontakt,
welche an jedem Ende der Rohre in dem Vielfachrohr gebildet sind, wobei die Endkammern
gebildet sind von der Innenoberfläche des Körpermantels und den gegenüberliegenden
Seiten der Rohrplatten, welche den Rohraußenraum bilden.
Die Rohrinnenräume und die Endkammern bilden einen zweiten Destillierbereich
oder Anreicherungsbereich in der Kolonne, der weiterhin mit einem Flüssigkeitseinlaß
und einem Gaseinlaß sowie einem Flüssigkeitsauslaß und einem Gasauslaß
versehen ist.
Ein Kompressor ist zwischen dem Gasauslaß des Abstreif- bzw.
Strippbereiches und dem Gaseinlaß des Anreicherungsbereiches vorgesehen und
bildet eine Einrichtung, um Gas zu komprimieren, das von dem Abstreif- bzw. Strippbereich
in den Anreicherungsbereich strömt.
Die Wände von jedem der Rohre in dem Vielfachrohr bilden eine
Wärmeübertragungsfläche zwischen den Bereichen des Rohrinnenraumes
und des Rohraußenraumes. Eine Heizung ist an dem Lösungseingang vorgesehen,
dessen Ausgang eine Zuführung für einen Gas-Flüssigkeits-Separator
bildet, wobei der Gas-Flüssigkeits-Separator einen Ausgang, der mit dem Gaseinlaß
des Anreichungsbereiches verbunden ist, und einen Ausgang aufweist, der über
ein Druckreduzierventil mit dem Flüssigkeitseinlaß des Abstreif- bzw.
Strippbereiches verbunden ist. Der Gas-Flüssigkeits-Separator ist dazu ausgelegt,
Dampf von der Lösung dem Anreicherungsbereich sowie die verbleibende Flüssigkeit
von der Lösung dem Abstreif- bzw. Strippbereich zuzuführen.
Kurzbeschreibung der Zeichnungen
In den Zeichnungen zeigen:
1 eine schematische Darstellung einer Destillierkolonne
mit thermisch integriertem Aufbau, einschließlich der Details von Gas und Flüssigkeit,
Energieverbrauch und dergleichen, gemäß einem Ausführungsbeispiel
der vorliegenden Erfindung;
2 eine schematische Darstellung zur Erläuterung
einer typischen Destillierkolonne mit thermisch integriertem Aufbau gemäß
der vorliegenden Erfindung einschließlich der Details von Gas und Flüssigkeit,
Energieverbrauch und dergleichen;
3 eine schematische Darstellung zur Erläuterung
einer herkömmlichen Destillierkolonne, bei der kein Wärmeaustausch erfolgt,
einschließlich der Details von Gas und Flüssigkeit, Energieverbrauch und
dergleichen; und
4 eine Darstellung zur Erläuterung einer grundlegenden
Konstruktion einer typischen Destillierkolonne mit thermisch integriertem Aufbau
gemäß der vorliegenden Erfindung, wobei
4(a) eine im Schnitt dargestellte Frontansicht zeigt und
4(b) eine Schnittdarstellung entlang einer Linie b-b der
4(a) zeigt.
Ausführliche Beschreibung der bevorzugten Ausführungsformen
Im folgenden wird ein Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung
beschrieben, wobei die Eigenschaften von diesem im folgenden ausführlich erläutert
werden.
1 zeigt eine schematische Darstellung zur Erläuterung
einer Destillierkolonne mit thermisch integriertem Aufbau gemäß einem
Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung, einschließlich der Gas-
und Flüssigkeitsströmung, des Energieverbrauchs und dergleichen. Es ist
darauf hinzuweisen, daß eine grundlegende Konstruktion dieser Destillierkolonne
mit thermisch integriertem Aufbau ähnlich der in den 4(a)
und 4(b) dargestellten Destillierkolonne mit thermisch integriertem
Aufbau ist, wie diese bereits eingangs erläutert worden ist. Aus diesem Grund
ist eine ausführliche Beschreibung der grundlegenden Konstruktion weggelassen,
um Wiederholungen zu vermeiden. Statt dessen werden die Eigenschaften und Merkmale
der vorliegenden Erfindung unter Bezugnahme auf 1 erläutert.
Eine Destillierkolonne mit thermisch integriertem Aufbau gemäß
dem vorliegenden Ausführungsbeispiel ist derart ausgebildet, daß Wärme
von einem Anreicherungsbereich 4 einer Seite höheren Drucks (wie zum
Beispiel einem Rohrinnenraum) zu einem Abstreif- bzw. Strippbereich 5 auf
einer Seite niedrigeren Drucks (wie zum Beispiel einem Rohraußenraum) übertragen
wird.
Eine Lösung, die sich auf ihrem durch ihre Konzentration bestimmten
Siedepunkt befindet, wird der Kolonnenoberseite des Strippbereiches 5 zugeführt,
und an der Kolonnenoberseite vorhandener Dampf des Anreicherungsbereiches
4 wird als Produkt abgeführt.
Die Destillierkolonne mit thermisch integriertem Aufbau ist ferner
derart ausgebildet, daß an der Kolonnenoberseite vorhandener Dampf von dem
Strippbereich 5 über einen Kompressor 21 zu dem Kolonnenboden
des Anreicherungsbereiches 4 geleitet wird, wobei ein Teil der am Kolonnenboden
vorhandenen Flüssigkeit von dem Strippbereich 5 als Bodensatz ausgeleitet
wird.
Die Destillierkolonne mit thermisch integriertem Aufbau gemäß
dem vorliegenden Ausführungsbeispiel ist mit einer Heizung (zum Beispiel einer
Dampfheizung) 24 zum Verdampfen eines Teils einer Lösung durch Erhitzen
versehen und ist ferner derart ausgebildet, daß Dampf, welcher von einem Teil
der Lösung nach Erhitzung mittels der Heizung 24 verdampft ist, dem
Kolonnenboden des Anreichungsbereiches 4 zugeführt wird, nachdem der
Nebel von diesem in einem Gas-Flüssigkeits-Separator 26 separiert
worden ist. Die unverdampfte Lösung wird der Kolonnenoberseite des Strippbereiches
5 über ein Druckreduzierventil 23 zugeführt.
Bei der Destillierkolonne mit thermisch integriertem Aufbau gemäß
dem vorliegenden Ausführungsbeispiel, wie es vorstehend beschrieben worden
ist, wird aufgrund der Tatsache, daß Dampf nach dem Komprimieren des Dampfes
von der Kolonnenoberseite des Strippbereiches 5 durch den Kompressor
21 der Kolonnenbodenseite des Anreicherungsbereiches 4 zugeführt
wird und Dampf, der von einem Teil der Lösung durch Erhitzen verdampft ist,
der Kolonnenbodenseite des Anreicherungsbereiches 4 zugeführt wird,
der Energieverbrauch (elektrischer Energieverbrauch) durch den Kompressor
21 um einen größeren Betrag vermindert als die Energie (Wärmemengenverbrauch),
die von der Heizung 24 benötigt wird. Dies führt zu einer Energieeinsparung
für die Destillierkolonne mit thermisch integriertem Aufbau insgesamt.
1 veranschaulicht die Menge an Gas und Flüssigkeit,
die in dem Anreicherungsbereich 4 und dem Strippbereich 5 nach
oben steigen und nach unten sinken, sowie die durch den Kompressor 21 und
die Heizung 24 verbrauchte Energie (elektrischer Energieverbrauch). Dies
gilt für einen Fall, in dem der Destillierkolonne mit thermisch integriertem
Aufbau gemäß dem vorstehend beschriebenen Ausführungsbeispiel eine
Lösung bestehend aus 180 kmol/h Benzol und 180 kmol/h Toluol (360 kmol/h insgesamt)
zugeführt wird, so daß 180 kmol/h Benzol als Produkt und 180 kmol/h Toluol
als Bodensatz gewonnen werden. Im Hinblick auf 1 ist
darauf hinzuweisen, daß die in Klammern angegebenen Werte der Menge an Gas
und Flüssigkeit in der Einheit kmol/h angegeben sind.
Für Vergleichszwecke veranschaulicht 2
die Menge an Gas und Flüssigkeit, die in dem Anreicherungsbereich
4 und dem Strippbereich 5 nach oben steigen und nach unten sinken,
sowie die in dem Kompressor 21 und einem Aufkocher 22 verbrauchte
Energie (elektrischer Energieverbrauch) bei einer typischen Destillierkolonne mit
thermisch integriertem Aufbau, wie diese im Stand der Technik beschrieben worden
ist. Diese Destillierkolonne besitzt keine "derartige Konstruktion, daß der
von einem Teil einer Lösung verdampfte Dampf der Kolonnenbodenseite eines Anreichungsbereiches
zugeführt wird".
Ferner veranschaulicht 3 die Menge an
Gas und Flüssigkeit, die in dem Anreicherungsbereich 4 und dem Strippbereich
5 nach oben steigen und absinken sowie die in dem Aufkocher 22
verbrauchte Energie (Wärmeenergieverbrauch) für eine herkömmliche
Destillierkolonne, bei der kein Wärmeaustausch stattfindet.
Wie in 3 gezeigt ist, beträgt der
Energieverbrauch (Wärmemengenverbrauch) des Aufkochers bei der herkömmlichen
Destillierkolonne, bei der kein Wärmeaustausch stattfindet, 4000 kW.
Wie in 2 gezeigt ist, hat der Energieverbrauch
(Wärmemengenverbrauch) in dem Aufkocher 22 einen Wert von 1370 kW,
und der elektrische Energieverbrauch in dem Kompressor 21 beträgt
360 kW. Dies gilt für die typische Destillierkolonne mit thermisch integriertem
Aufbau, die mit keiner Konstruktion versehen ist, bei der von einem Teil einer Lösung
verdampfter Dampf der Kolonnenbodenseite eines Anreicherungsbereiches zugeführt
wird.
Hierbei wird der Energieverbrauch (E) einer Destillierkolonne mit
thermisch integriertem Aufbau durch folgende Formel ausgedrückt:
E = (Wärmemengenverbrauch (kW) in dem Aufkocher) + 3 × (elektrischer Energieverbrauch
(kW) in dem Kompressor) = 1370 kW + 3 × 360 kW = 2450 kW.
Es ist somit zu erkennen, daß eine Energieersparnis von 38,7
% gegenüber der herkömmlichen Destillierkolonne erzielt wird, bei der
kein Wärmeaustausch erfolgt (und der Energieverbrauch 4000 kW beträgt).
{(4000 kW – 2450 kW)/4000 kW} × 100 = 38,7 %.
Wie in 1 gezeigt ist, hat der Energieverbrauch
(Wärmemengenverbrauch) in der Heizung 24 einen Wert von 1240 kW, und
der elektrische Energieverbrauch in dem Kompressor 21 beträgt 320
kW. Dies gilt für die Destillierkolonne mit thermisch integriertem Aufbau gemäß
einem Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung.
In diesem Fall wird der Energieverbrauch (E) einer Destillierkolonne
mit thermisch integriertem Aufbau durch folgende Formel ausgedrückt:
E = (Wärmemengenverbrauch (kW) in der Heizung) + 3 × (elektrischer Energieverbrauch
(kW) in dem Kompressor = 1240 kW + 3 × 320 kW = 2200 kW.
Es ist somit erkennbar, daß eine Energieersparnis von 45,0 %
gegenüber der herkömmlichen Destillierkolonne erzielt wird, bei der kein
Wärmeaustausch stattfindet (und der Energieverbrauch 4000 kW beträgt).
{(4000 kW – 2200 kW)/4000} × 100 = 45,0 %.
Die Verwendung der Destillierkolonne mit thermisch integriertem Aufbau
gemäß der vorliegenden Erfindung ergibt den Effekt, daß die Energieersparnis
von 38,7 % auf 45,0 % im Vergleich zu der typischen Destillierkolonne mit thermisch
integriertem Aufbau verbessert wird, bei der der von einem Teil der Lösung
verdampfte Dampf nicht der Kolonnenbodenseite eines Anreicherungsbereiches zugeführt
wird.
Da bei der Destillierkolonne mit thermisch integriertem Aufbau gemäß
einem Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung Dampf, der von einem Teil
der Lösung verdampft ist, einem Anreicherungsbereich einer Seite höheren
Drucks zugeführt wird, nimmt der elektrische Energieverbrauch bei einer Lösungs-Pumpe
zum Zuführen der Lösung in einem gewissen Ausmaß zu. Diese Zunahme
ist jedoch im Vergleich mit dem gesamten Energieverbrauch der Destillierkolonne
mit thermisch integriertem Aufbau vernachlässigbar.
Der Fall der Destillation einer Lösung, die aus Benzol und Toluol
besteht, ist vorstehend lediglich als ein Beispiel bei der vorstehend beschriebenen
Ausführungsform beschrieben worden. Es versteht sich jedoch, daß die Arten
der Lösungen keinen besonderen Einschränkungen unterliegen und die vorliegende
Erfindung generell bei der Destillation einer aus verschiedenen Komponenten bestehenden
Lösung verwendbar ist.
Ferner ist bei dem vorstehend beschriebenen Ausführungsbeispiel
die Verwendung des Rohraußenraumes als Abstreif- bzw. Strippbereich als Beispiel
beschrieben worden. Alternativ hierzu ist die vorliegende Erfindung auch bei einer
Destillierkolonne mit thermisch integriertem Aufbau anwendbar, die derart ausgebildet
ist, daß der Rohrinnenraum als Abstreif- bzw. Strippbereich verwendet wird,
wobei in diesem Fall ein ähnlicher Effekt wie bei dem vorstehend beschriebenen
Ausführungsbeispiel erzielt werden kann.
Die vorliegende Erfindung ist auch in anderen Punkten nicht auf das
vorstehend beschriebene Ausführungsbeispiel begrenzt, sondern es können
verschiedene Anwendungen und Modifikationen im Umfang der vorliegenden Erfindung
erfolgen, wie diese in den Ansprüchen definiert ist.