Die Erfindung betrifft ein Steuerventil, das für eine Fluidzirkulationsschaltung,
insbesondere eine Kühlschaltung eines Verbrennungsmotors eines Kraftfahrzeugs
bestimmt ist.
Das erfindungsgemäße Ventil umfasst einen Körper, der
mit einem Fluideingang und mindestens zwei Fluidausgängen versehen ist und
der eine Rotationslagerung für ein Regelelement begrenzt, das sich um eine
Drehachse drehen und verschiedene Winkelpositionen einnehmen kann, um die Verteilung
des Fluids durch die Ausgänge zu kontrollieren, wobei der Körper eine
Bodenwand, in die der Fluideingang mündet, und eine Seitenwand umfasst, in
die die Fluidausgänge münden.
Ein solches Ventil kann als „Drehventil" in dem Maße bezeichnet
werden, als sich sein Regelelement um eine Drehachse dreht. Bei einem Ventil dieses
Typs begrenzt die Seitenwand meistens eine zylindrische Lagerung, die das Regelelement
aufnehmen kann, das eine homologe zylindrische Form aufweist.
Das Fluid, das in den Ventilkörper durch den Fluideingang eindringt,
wird zwischen den Fluidausgängen in Abhängigkeit von der Winkelposition
des Regelelements verteilt.
Bei einem Steuerventil dieses Typs ist es erforderlich, eine Dichtigkeit
zwischen dem Regelelement und der Seitenwand des Ventilkörpers zu sichern.
Diese Dichtigkeit soll jedes zufällige Austreten von Fluid zu einem Ausgang
verhindern, wenn dieser Ausgang durch das Regelelement verschlossen werden soll.
Verschiedene Lösungen wurden bereits vorgeschlagen, um eine solche
Dichtigkeit zu sichern, siehe beispielsweise die Dokumente WO
03/006858, US 6 164 248 oder
WO 01/14773.
Diese Dichtigkeit kann direkt durch Kontakt zwischen den jeweiligen
Materialien des Ventilkörpers und des Regelelements gewährleistet werden.
Für die Dichtigkeit kann auch auf eine Zwischendichtung, beispielsweise
in Form einer Büchse, zurückgegriffen werden, die zwischen dem Regelelement
und der Seitenwand des Ventilkörpers eingesetzt ist.
Bei allen diesen bekannten Lösungen neigt der Kontakt zwischen
dem Regelelement und der Seitenwand des Ventilkörpers dazu, Reibungen zu erzeugen,
die bei der Drehsteuerung des Regelelements beseitigt werden müssen.
Dies erfordert folglich einen großen Kraftaufwand bei dieser
Drehsteuerung, entweder manuell oder durch ein Betätigungselement.
Die Erfindung soll insbesondere die vorgenannten Nachteile beseitigen.
Sie soll insbesondere ein Steuerventil des oben genannten Typs vorschlagen,
bei dem die Reibungen zwischen dem Regelelement und dem Ventilkörper verringert
sind, wobei gleichzeitig eine bessere Dichtigkeit zwischen ihnen gewährleistet
wird.
Erfindungsgemäß ist das Regelelement von einem Dichtungssegment
in Form eines offenen Ringes umgeben, der drehfest mit dem Regelelement verbunden
und mit einem geringen Spiel um das Regelelement angeordnet ist, wodurch es dem
Dichtungssegment möglich ist, innen an die Seitenwand angelegt zu werden, um
eine Abdichtung unter der Wirkung des Drucks des Fluids zu gewährleisten.
So ist die Dichtigkeit durch den Druck des Fluids gesichert, welches
sich zwischen das eigentliche Regelventil und das Dichtungssegment auf Grund des
zwischen den beiden bestehenden Spiels mischt.
Diese Lösung erfordert, dass ein ringförmiger Raum, wenn
auch nur teilweise, zwischen dem Regelelement und dem Dichtungssegment besteht,
um es dem Fluid zu ermöglichen, in diesen vorzudringen und seinen Druck gegen
das Dichtungssegment auszuüben.
Ferner bietet diese Lösung den Vorteil, dass sie den Verschleiß
des Dichtungssegments ausgleicht.
Das Spiel zwischen dem Regelelement und dem Dichtungssegment beträgt
beispielsweise 1/10 bis 1 mm, insbesondere ungefähr 3/10 Millimeter.
Bei der Erfindung ist das Dichtungssegment aus einem Material mit
geringem Reibbeiwert hergestellt. Es kann sich insbesondere um ein Material des
Typs Polyamid oder auch des Typs Polytetrafluorethylen (PTFE) handeln.
Nach einem weiteren Merkmal der Erfindung umfasst das Dichtungssegment
eine glatte Außenfläche, in die eine Vielzahl von Grundlöchern mündet,
die regelmäßig verteilt sind, wobei dadurch die Kontaktfläche zwischen
dem Dichtungssegment und der Seitenwand verringert werden kann.
Diese Verkleinerung der Kontaktfläche trägt zur Verringerung
der Reibung ohne Beeinträchtigung der Dichtigkeit bei.
Vorzugsweise beträgt das Verhältnis zwischen der Oberfläche
der Grundlöcher und der glatten Oberfläche des Dichtungssegments zwischen
25% und 40%. Dieses Verhältnis liegt vorzugsweise nahe 33%.
Die Grundlöcher, die nicht durchgehende Löcher darstellen,
haben vorzugsweise eine kreisförmige Kontur. Sie können insbesondere jeweils
die Form einer Kugelkappe haben.
Nach einem weiteren Merkmal der Erfindung umfassen das Regelelement
und das Dichtungssegment Reliefs von angepasster Form, um ihre Drehverbindung zu
ermöglichen.
Bei einer bevorzugten Ausführungsart der Erfindung begrenzt die
Seitenwand des Ventilkörpers eine zylindrische Lagerung, und das Dichtungssegment
weist eine zylindrische Außenfläche auf.
Bei einer Ausführungsart mündet der Fluideingang axial in
der Bodenwand, während die Fluidausgänge radial in der Seitenwand des
Ventilkörpers münden.
Unter einem weiteren Aspekt betrifft die Erfindung eine Fluidzirkulationsschaltung,
umfassend ein Steuerventil, wie vorher definiert, dessen Fluideingang mit einer
Fluidquelle verbunden ist, und dessen Fluidausgänge mit jeweils mit Zweigleitungen
der Schaltung verbunden sind.
Eine solche Schaltung ist vorzugsweise in Form einer Kühlschaltung
eines Verbrennungsmotors eines Kraftfahrzeugs ausgeführt, durch die ein Kühlfluid
unter der Wirkung einer Umlaufpumpe strömt.
Das Steuerventil stellt nun vorzugsweise ein Dreiwegeventil dar, dessen
Fluideingang mit einer Kühlfluidzuleitung vom Motor verbunden ist, und dessen
drei Fluidausgänge mit einer ersten Zweigleitung der Schaltung, die einen Kühlradiator
umfasst, einer zweiten Zweigleitung der Schaltung, die eine Abzweigung des Kühlradiators
darstellt, bzw. einer dritten Zweigleitung der Schaltung verbunden sind, die eine
Lufttherme für die Erwärmung des Karosseriegehäuses umfasst.
In der nachfolgenden Beschreibung, die nur als Beispiel angeführt
ist, wird auf die beiliegenden Zeichnungen Bezug genommen, wobei:
1 eine perspektivische Ansicht eines Steuerventils
vom Typ Dreiwegeventil nach einer Ausführungsart der Erfindung ist;
2 eine Schnittansicht des Steuerventils aus
1 ist, wobei die Schnittebene durch die Drehachse des
Regelelements verläuft;
3 eine entsprechende Schnittansicht des Regelelements
und des Dichtungssegments, mit dem es versehen ist, ist;
4 eine schematische Schnittansicht des Steuerventils
der 1 und 2 ist, wobei
die Schnittebene senkrecht auf die Drehachse des Regelelements ist;
5 eine perspektivische Ansicht des Dichtungssegments
ist;
6 eine Querschnittansicht des Dichtungssegments aus
5 ist;
7 ein Detail in vergrößertem Maßstab
aus 6 ist;
8 die ausgebreitete Oberfläche des Dichtungssegments
ohne Grundlöcher darstellt;
9 eine Ansicht analog zu 8
mit den Grundlöchern ist; und
10 eine Kühlschaltung eines Verbrennungsmotors
eines Kraftfahrzeugs darstellt, die mit einem erfindungsgemäßen Steuerventil
versehen ist.
Die 1 und 2
zeigen ein Steuerventil 10, das einen zylindrischen Körper
12 umfasst, der von einer Bodenwand 14 und einer zylindrischen
Seitenwand 16 mit der Achse XX begrenzt ist. In die Bodenwand
14 mündet axial eine Rohrleitung 18 für den Fluideingang.
In die zylindrische Seitenwand 16 münden drei Rohrleitungen für
den Fluidausgang 20, 22 und 24. In dem Beispiel münden
die Ausgangsrohre 20, 22 und 24 radial in die Wand
16. Die Rohrleitungen 20 und 24 sind diametral gegenüberliegend,
während die Rohrleitung 22 einen Winkel von 90° zur gemeinsamen
Achse der Rohrleitungen 20 und 24 bildet. Ferner haben die Rohrleitungen
20, 22 und 24 nach und nach abnehmende Querschnitte.
Im Inneren des Ventilkörpers 12 ist ein Regelelement
26, auch Drehelement genannt, vorgesehen, das in Form eines im Allgemeinen
zylindrischen Elements ausgeführt ist und sich durch eine Stange
28 verlängert, die entlang der Achse XX ausgerichtet ist. Diese Stange
28 verläuft durch eine Mittelöffnung, die ein Deckel
30 von kreisförmiger Form umfasst. Dieser Deckel ist auf einen Kragen
32 des Ventilkörpers mit Hilfe von vier Befestigungsschrauben
34 geschraubt, wobei eine Dichtung (nicht dargestellt) dazwischen angeordnet
ist. Das Regelelement 26 wird in Drehung um die Achse XX durch Motorisierungsmittel
36 angetrieben, die schematisch in 1 dargestellt
sind. Es kann sich beispielsweise um einen Schrittmotor handeln, der das Regelelement
26 in eine Vielzahl von unterschiedlichen Positionen entweder
durch aufeinander folgende Inkremente oder auf kontinuierliche Weise bringen kann.
Das Regelelement 26 umfasst ein kegelstumpfartiges Ende
38, das in dem Beispiel von einer ebenen Fläche 40 gebildet
ist, die einen Winkel nahe 45° mit der Drehachse XX bildet. So ermöglicht
es das Regelelement 26, die Fluidausgänge 20, 22
und 24 mit einem Verlauf zu kontrollieren, der in Abhängigkeit von
seiner Winkelposition im Ventilkörper definiert ist.
Erfindungsgemäß ist das Regelelement 26 auf einem
Teil seiner Peripherie von einem Dichtungssegment 42 in Form eines offenen
Ringes umgeben, das drehfest mit dem Regelelement verbunden ist und mit der Innenseite
der Seitenwand 16 in dichten Kontakt kommen kann. Dieses Dichtungssegment,
dessen Form besser in den 5 bis 7
zu sehen ist, ist mit einem geringen Spiel j (3) um
das Regelelement angeordnet. Dies ermöglicht es dem in das innere des Ventilkörpers
durch das Eingangsrohr 18 eindringenden Fluid, einen Druck auszuüben,
der radial nach außen gerichtet ist und gegen das Innere des Dichtungssegments
42 wird um es radial an die Seitenwand 16 anzulegen, um eine Dichtigkeit
zu gewährleisten. Dieser Druck ist durch die radialen Pfeile P in
4 gezeigt. Diese 4 stellt
eine schematische Zeichnung dar, und insbesondere das Regelelement 26 ist
schematisch dargestellt, wobei das mit dem Dichtungssegment bestehende Spiel absichtlich
sehr überzeichnet ist.
Wie insbesondere in den 5 und
6 zu sehen ist, weist das Dichtungssegment
42 in Form eines offenen Ringes eine im Allgemeinen zylindrische Oberfläche
auf, die sich an die kegelstumpfartige Form der Hülle des Regelelements
26 anlegt. Das Segment 42 ist am oberen Teil durch einen ebenfalls
kreisbogenförmigen Rand 46, durch zwei im Allgemeinen zur Achse parallele
Ränder 48 und 50 und durch geneigte Ränder
52 und 54 begrenzt. Ein Ausschnitt 56, der aus dem Rand
44 ausgebildet ist, ist ferner vorgesehen. Auf seiner Innenseite umfasst
das Segment 42 Rippen 58 parallel zur Achse, die jeweils dazu
bestimmt sind, mit einer ebenfalls zur Achse parallelen Nut 60 zusammenzuwirken,
die an der Peripherie des Regelelements ausgebildet ist (6).
Dies ermöglicht es dem Dichtungssegment, drehfest mit dem Regelelement verbunden
zu sein, und dem Fluid, in den Zwischenraum zwischen dem Regelelement und dem Dichtungssegment
einzudringen.
Das Dichtungssegment ist aus einem Material mit geringem Reibbeiwert
hergestellt, beispielsweise aus Polytetrafluorethylen (PTFE) oder auch aus Polyamid,
usw. Um die Reibung zwischen dem Dichtungssegment und der Innenseite der Seitenwand
16 weiter zu verringern, umfasst dieses Dichtungssegment eine glatte Außenseite,
in der eine Vielzahl von regelmäßig verteilten Grundlöchern
62 münden. Diese Grundlöcher erscheinen besser in den
5 bis 7. Wie in den Figuren
zu sehen ist, hat jedes der Grundlöcher, d.h. die nicht durchgehend sind, eine
kreisförmige Kontur. In dem Beispiel hat jedes der Grundlöcher die Form
einer Kugelkappe (siehe 7).
In dem dargestellten Ausführungsbeispiel ist die Rippe
58, die auch auf dem Detail der 7 zu sehen
ist, durch zwei radiale Wände 64 begrenzt, die zwischen sich einen
Winkel A bilden, der hier 30° ist. Die radialen Wände 64 schließen
an eine Innenseite 66 des Dichtungssegments gegenüber einer Außenfläche
68 an, in der die Grundlöcher 62 ausgebildet sind (6
und 7).
Die Grundlöcher haben hier jeweils einen Durchmesser (D), der
entsprechend in Abhängigkeit vom axialen Schritt und vom radialen Schritt zwischen
den Grundlöchern gewählt wird.
In 8 ist die glatte Oberfläche SL
des Dichtungssegments ohne die Grundlöcher 62 dargestellt.
In 9 ist dieselbe Oberfläche mit
den Grundlöchern 62 dargestellt. Die Gesamtfläche der Grundlöcher
wird hier ST genannt.
Ein Verhältnis R zwischen der Oberfläche der Grundlöcher
und der glatten Oberfläche SL, d.h. hier R = ST/SL, das es ermöglicht,
den Prozentsatz der glatten Oberfläche, die von den betreffenden Grundlöchern
eingenommen ist, kann definiert werden. Ganz allgemein ist es vorteilhaft, wenn
dieses Verhältnis R zwischen 25% und 40% beträgt und vorzugsweise nahe
33% ist.
In einem Ausführungsbeispiel beträgt die glatte Oberfläche
SL 4473 m2. Die Grundlöcher 62 haben jeweils einen Durchmesser
von 3 mm und sind wechselseitig durch einen axialen Schritt von 4 mm und einen radialen
Schritt von 4,45 mm getrennt. Daraus ergibt sich, dass die Oberfläche ST hier
1428 m2 beträgt, was ein Verhältnis R im Wesentlichen gleich
1/3 oder 33% ergibt.
Daraus ergibt sich, dass unter diesen Bedingungen das Reibungsmoment
zwischen dem Dichtungssegment und dem Ventilkörper um ungefähr 1/3 geringer
als das Reibungsmoment ist, das sich bei einem Dichtungssegment mit einer glatten
Oberfläche ergibt.
Unter diesen Bedingungen ist es möglich, unterschiedslos Motorisierungsmittel
36 mit geringerer Leistung zu verwenden, und zwar ohne die Dichtungseigenschaften
zu beeinträchtigen.
Das erfindungsgemäße Ventil findet insbesondere Anwendung
auf dem Gebiet der Kraftfahrzeuge. 10 zeigt eine Schaltung
70 zur Kühlung eines Verbrennungsmotors 72 eines Kraftfahrzeugs.
Die Schaltung 70 wird von einem Kühlfluid durchströmt, üblicherweise
von Wasser, dem ein Gefrierschutz hinzugefügt wurde, das unter der Wirkung
einer Pumpe 74 zirkuliert. Das vom Motor erwärmte Fluid verlässt
diesen letztgenannten durch einen Ausgang 76, der mit der Eingangsrohrleitung
18 eines Steuerventils 10 des vorher beschriebenen Typs verbunden
ist. Diese Ventil umfasst Ausgangsrohrleitungen 20, 22 und
24, die mit drei Zweigleitungen der Schaltung verbunden sind.
Diese Schaltung umfasst eine erste Zweigleitung 78, die einen
Kühlradiator 80 und ein Expansionsgefäß 82 enthält,
eine zweite Zweigleitung 84, die eine Abzweigung zum Kühlradiator
80 und zum Expansionsgefäß 82 bildet, sowie eine dritte
Zweigleitung 86, die eine Lufttherme 88 enthält, die zur
Erwärmung des Karosseriegehäuses des Fahrzeugs dient.
Die Rohrleitung 20 ist mit der Zweigleitung 78 (Radiator)
verbunden, die Rohrleitung 22 ist mit der Zweigleitung 86 (Lufttherme)
verbunden, und die Rohrleitung 24 ist mit der Zweigleitung 84
(Abzweigung) verbunden. Das Ventil ermöglicht es somit, unabhängig die
Fluidmengen in den drei vorgenannten Zweigleitungen der Schaltung zu steuern, um
die Temperatur des Verbrennungsmotors und die Erwärmung des Karosseriegehäuses
zu optimieren.
Natürlich ist die Erfindung nicht auf die Ausführungsart,
wie vorher beschrieben, beschränkt und weitere Varianten anwendbar. So ist
die Rotationsform, die vom Ventilkörper definiert wird, nicht unbedingt zylindrisch
und könnte beispielsweise konisch oder kegelstumpfartig sein. Die Anzahl und
wechselseitige Anordnung der Ausgangsrohrleitungen können auch zahlreichen
Varianten in Abhängigkeit von der jeweiligen Anwendung unterzogen werden.
Ganz allgemein findet das erfindungsgemäße Ventil insbesondere
Anwendung auf dem Gebiet der Kraftfahrzeugindustrie.