Gebiet der Erfindung
Die Erfindung betrifft ein radiographisches Gerät. Insbesondere
betrifft die Erfindung ein radiographisches Gerät zum Nachweisen verborgener
Artikel, Substanzen und Materialien. Beispielsweise kann die Erfindung zum Nachweisen
von verborgenen Waffen, Sprengstoffen, Schmuggelware, Drogen und anderen Artikeln,
Substanzen und Materialien in Gegenständen wie Flugzeuggepäck, Luftfracht
oder Schiffscontainern verwendet werden.
Allgemeiner Stand der Technik
Technologien basierend auf Röntgenstrahlen, Gammastrahlen und
Neutronen sind vorgeschlagen worden, um dieses Problem in Angriff zu nehmen (Hussein,
E. 1992, Gozani, T., 1997, An, J. et al, 2003). Die am weitesten angenommene Technologie
stellt der Röntgenstrahl-Scanner dar, der ein Bild eines Gegenstandes bildet,
der durch Messen der Transmission von Röntgenstrahlen durch den Gegenstand
von einer Quelle zu einem räumlich segmentierten Detektor untersucht wird.
Röntgenstrahlen werden am stärksten durch dichte Materialien mit hoher
Ordnungszahl, wie Metalle, gedampft. Folglich sind Röntgenstrahl-Scanner ideal
zum Nachweisen von Gegenständen wie Schusswaffen, Messer und andere Waffen.
Röntgenstrahlen bieten jedoch eine geringe Unterscheidungskraft zwischen organischen
und anorganischen Elementen. Unter Verwendung von Röntgenstrahlen ist die Trennung
unerlaubter organischer Materialien, wie Sprengstoffe oder Narkotika, von allgemein
gefundenen harmlosen, organischen Materialien nicht möglich.
Derzeit wird ein elementares Identifikationssystem für die Untersuchung
von Gebrauchsgegenständen entwickelt, die auf Paletten verladen werden. Das
NELIS (Neutron Elemental Analysis System) genannte System verwendet einen 14-MeV-Neutronegenerator
und drei Gammastrahlendetektoren, um induzierte Gammastrahlen von der Ladung zu
messen (Dokhale, P. A. et als, 2001; Barzilov, A. P., Womble, P. C. und Vourvopoulos,
G., 2001). NELIS ist kein bildgebendes System und wird zusammen mit einem Röntgenstrahl-Scanner
verwendet, um unterstützend beim Bestimmen großer Zusammensetzungsanomalien
zu wirken.
Ein auf gepulster schneller Neutronenanalyse (Pulsed Fast Neutron
Analysis – PFNA) basierendes Ladungsprüfsystem ist entwickelt (Gozani,
T. 1997, Sawa et al., 1991) und durch die Ancore Corporation vermarktet worden.
Das PFNA-System verwendet einen gebündelten Strahl von in Nanosekunden gepulsten
schnellen Neutronen, wobei das resultierende Spektrum von Gammastrahlen gemessen
wird. Das PFNA-Verfahren ermöglicht, dass die Verhältnisse organischer
Schlüsselelemente gemessen werden können. Die in Nanosekunden gepulsten
schnellen Neutronen sind erforderlich, um die spezifischen Bereiche zu lokalisieren,
die zu dem gemessenen Gammastrahlensignal durch Flugzeitspektrometrie beitragen.
In der Praxis ist diese Technik durch den sehr teuren und komplexen Teilchenbeschleuniger,
die begrenzte Stärke der Neutronenquelle und den geringen Wirkungsgrad der
Gammastrahlendetektion sowie durch die sich ergebenden geringen Scannergeschwindigkeiten
begrenzt.
Neutronenradiographiesysteme haben den Vorteil, übermittelte
Neutronen direkt zu messen und sind daher wirksamer, als Techniken, die die Sekundärstrahlung
messen, wie Neutroneninduzierte Gammastrahlen. Die schnelle Neutronenradiographie
hat das Potenzial, das „organische Bild" der Sichtlinie von Objekten zu bestimmen
(Klann, 1996). Im Gegensatz zu Röntgenstrahlen werden Neutronen am stärksten
durch organische Materialien gedämpft, insbesondere die mit einem hohen Wasserstoffgehalt.
Ein schnelles Neutronen- und Gammastrahl- und Radiographiesystem ist
von Rynes et al (1999) entwickelt worden, um PFNA zu ergänzen. In diesem System
werden die in Nanosekunden gepulsten schnellen Neutronen und Gammastrahlen von einem
Beschleuniger durch den Gegenstand durchgelassen, und die nachgewiesenen Neutronen-
und Grammstrahlensignale werden bei der Ankunftszeit getrennt. Es wird beansprucht,
dass das resultierende System die Vorteile sowohl der Röntgenstrahlradiographie
als auch der PFNA-Systeme verbindet. Es wird jedoch durch den sehr teuren und komplexen
Teilchenbeschleunigter begrenzt.
Bartle (1995) hat vorgeschlagen, die schnelle Neutronen- und Gammastrahlentransmissionstechnik
(Millen et al, 1990) zu verwenden, um den vorhandenen Schmuggel in Gepäckstücken
etc. nachzuweisen. Diese Technik wurde jedoch für die Bildgebung nicht verwendet,
und ihre praktische Anwendung für das Erkennen von Schmuggelware ist nicht
untersucht worden.
Mikerov, V. I. et al (2000) haben die Möglichkeit der schnellen
Neutronenradiographie unter Verwendung eines 14-MeV-Neutronengenerators und eines
Leuchtbildschirm/CCD-Kameradetektionssystems untersucht. Mikerov befand, dass Anwendungen
sowohl durch die geringe Nachweiseffizienz des 2 mm dicken Leuchtbildschirms für
schnelle Neutronen, als auch durch die große Empfindlichkeit des Bildschirms
gegenüber Röntgenstrahlen begrenzt waren, die von dem Neutronengenerator
erzeugt wurden.
Neutronenradiographiesysteme, die einen 14-MeV-Generator und thermische
Neutronendetektion verwenden, sind im Handel erhältlich (Le Tourneur, P., Bach,
P. und Dance, W. E., 1998). Die Tatsache, dass die schnellen Neutronen vor Ausführen
der Radiographie verlangsamt (thermalisiert) werden, begrenzt jedoch die Größe
des Objekts, das auf ein paar cm abgebildet wird. Es sind keine schnellen Neutronenradiographiesysteme
im Handel erhältlich, die eine schnelle Neutronendetektion mit sich bringen.
Die meiste zur Neutronenradiographie durchgeführte Arbeit ist
im Labor unter Verwendung von Neutronen von Nuklearreaktoren oder Teilchenbeschleunigern
ausgeführt worden, die nicht für Frachthandhabungsanwendungen geeignet
sind (Lefevre, H. W. et al, 1996, Miller, T. G., 1997, Chen, G. und Lanza, R. C.
2000, Brzosko, J. S. et al, 1992).
Um die Fähigkeit schneller Neutronenradiographiesysteme zu verbessern,
um eine Unterscheidung zwischen verschiedenen organischen Materialien bereitzustellen,
sind Systeme vorgeschlagen worden, die mehrere Neutronenenergiequellen zusammen
mit Detektoren mit den Mitteln zum Unterscheiden zwischen den unterschiedlichen
Neutronenenergien verwenden (Chen, G. und Lanza, R. C., 2000, Buffler, 2001). Die
Hauptnachteile dieser Systeme sind, dass sie auf komplexen Energie-unterscheidenden
Neutronendetektoren basieren und/oder dass sie technisch ausgereifte Hochenergiebeschleuniger-basierte
Neutronenquellen verwenden.
Perion et al. (Perion 2000) haben einen Scanner vorgeschlagen, der
eine hochenergetische (MeV) Röntgenstrahl-Bremsstrahlung oder Radioisotop-Quelle
verwendet. Indem entweder die durchschnittliche Quellenenergie durch schnelles Einsetzen
und Entfernen eines Filters für geringe Ordnungszahlen moduliert wird oder
die Energie nachgewiesener Röntgenstrahlen gemessen wird, ist es möglich,
die Transmission durch das gescannte Objekt über zwei unterschiedliche Röntgenstrahlenergien
zu messen, eine, bei der Compton-Streuung dominiert und eine, bei der die Paarbildung
wesentlich ist. Diese Informationen können verwendet werden, um die Dichte
und die durchschnittliche Ordnungszahl des Materials in jedem Pixel des gescannten
Bilds zu folgern. Der Hauptnachteil dieser Anordnung ist der geringe Kontrast zwischen
unterschiedlichen Elementen, selbst wenn sehr hochenergetische Röntgenstrahlquellen
verwendet werden. Die Kosten für die Perion-Detektoranordnung wären also
sehr hoch. Alternativ schlägt Perion vor, dass das Messen der Transmission
sowohl von Röntgenstrahlen als auch von Neutronen (die entweder direkt in dem
Bremsstrahlungsziel erzeugt werden oder durch Einsetzen eines Neutronen-erzeugenden
Filters) ähnliche Informationen erzielen kann. Der Hauptnachteil dieses Verfahrens
ist die geringe Energie der über (Gamma, n)-Reaktionen erzeugten Neutronen.
Dies begrenzt die Fähigkeit der Neutronen, durch dicke Frachtgüter durchzudringen
und erhöht die Schwierigkeit, die durchgelassenen Neutronen adäquat nachzuweisen.
Insbesondere ist es unwahrscheinlich, dass der offenbarte Stapelszintillator-Detektor
in der Lage wäre, Neutronen in Gegenwart eines wesentlich intensiveren Röntgenstrahls
nachzuweisen. Ein Nachteil sowohl der Doppelenergie-Röntgenstrahlanordnung
als auch der Röntgenstrahl/Neutronen-Anordnung ist, dass die Röntgenstrahlen
und Neutronen einen großen Energiebereich abdecken. Das heißt, es ist
nicht möglich, die Transmission unter Verwendung einer einfachen exponentiellen
Beziehung zu modellieren und es ist nicht einfach, quantitative Querschnittsinformationen
zu extrahieren, die zur Materialbestimmung verwendet werden könnten.
Aus Patentschrift US-A-5098640
ist bekannt, einen Gegenstand unter Verwendung eines Generators mit versiegelter
Röhre zu untersuchen, der monoenergetische schnelle Neutronen erzeugt. Dieses
Dokument schlägt überdies innerhalb des gleichen physischen Gehäuses
eine Neutronenprüfvorrichtung und eine Röntgenstrahlprüfvorrichtung
vor.
Überdies offenbart Dokument US-A-5519225
eine Doppelstrahlungsquelle zum abwechselnden Bestrahlen eines Gegenstandes mit
Neutronen und Röntgenstrahlen oder Gammastrahlen. Ein Gasionisierungsdetektor
wird zum Messen beider Strahlungsarten verwendet, die abwechselnd durch den Gegenstand
dringen.
Offenbarung der Erfindung
Die vorliegende Erfindung ist ein radiographisches Gerät, umfassend:
eine Quelle im Wesentlichen monoenergetischer schneller Neutronen, die über
die Deuterium-Tritium- oder Deuterium-Deuterium-Fusionsreaktionen erzeugt werden,
umfassend einen Generator mit versiegelter Röhre oder einen ähnlichen
Generator zum Erzeugen der Neutronen;
eine separate Röntgenstrahl- oder Gammastrahlquelle mit ausreichender Energie,
um einen abzubildenden Gegenstand im Wesentlichen zu durchdringen;
einen Kollimatorblock, der die Neutronen- und Röntgenstrahl- und Gammastrahlquellen
umgibt, abgesehen von dem Bereitstellen eines oder mehrerer Schlitze/s zum Aussenden
im Wesentlichen fächerförmiger Strahlungsstrahlen;
eine Detektoranordnung umfassend eine Mehrzahl einzelner Szintillatorpixel, um die
Neutronenstrahlung und die Röntgenstrahl- und Gammastrahlstrahlung, die von
den jeweiligen Quellen ausgesendet werden, zu empfangen und in
Lichtpulse zu konvertieren, wobei die Detektoranordnung mit den fächerförmigen
Strahlungsstrahlen ausgerichtet ist, die von dem Quellenkollimator ausgesendet und
kollimiert werden, um im Wesentlichen andere Strahlung zu verhindern, als die, die
direkt von den Quellen übermittelt wird, die die Anordnung erreicht;
Konvertierungsmittel zum Konvertieren der Lichtpulse, die in den Szintillatoren
erzeugt werden, in elektrische Signale;
Fördermittel zum Fördern des Gegenstands zwischen den Quellen und der
Detektoranordnung;
Rechenmittel zum Bestimmen der Dämpfung der Neutronen- und der Röntgenstrahl-
oder Gammastrahlstrahlen von den elektrischen Signalen und zum Erzeugen einer Ausgabe,
die die Massenverteilung und die Zusammensetzung des Gegenstands darstellt, der
sich zwischen den Quellen und der Detektoranordnung befindet; und
Anzeigemittel zum Anzeigen von Bildern, basierend auf der Massenverteilung und der
Zusammensetzung des gerade gescannten Gegenstands.
Ein Vorteil der vorliegenden Erfindung ist, dass die Neutronen im
Wesentlichen monoenergetisch sind. Somit ist es möglich, die Neutronentransmission
unter Verwendung einer einfachen exponentiellen Beziehung zu modellieren, und darüber
hinaus werden Informationen genauer erhalten, die für die Materialbestimmung
nützlich sind.
Das Gerät gemäß mindestens einer Ausführungsform
der Erfindung weist den zusätzlichen Vorteil direkter Messung der durchgelassenen
Neutronen auf und ist daher wesentlich effizienter im Vergleich zu Systemen des
Stands der Technik, die Sekundärstrahlung wie Neutronen-induzierte Gammastrahlen
messen.
Das radiographische Gerät kann eine oder mehrere Neutronenenergien
nutzen. In einem Beispiel einer Doppelneutronenenergietechnik kann das radiographische
Gerät zwei Röhren nutzen, eine um im Wesentlichen 14-MeV-Neutronen über
die Deuterium-Tritium-Fusionsreaktionen zu erzeugen, und eine zweite, um im Wesentlichen
2,45-MeV-Neutronen über die Deuterium-Deuterium-Fusionsreaktionen zu erzeugen.
Die Messung der Neutronentransmission bei einer zweiten Energie kann genutzt werden,
um die Fähigkeit der Einzelenergie-Transmissionstechnik zu verbessern.
Die Quelle der Röntgenstrahlen oder Gammastrahlen kann eine Radioisotopquelle
umfassen, wie 60Co oder 137Cs mit ausreichender Energie, um
im Wesentlichen durch den abzubildenden Gegenstand durchzudringen. Die
60Co oder 137Cs-Quelle kann eine Energie von ungefähr
1 MeV haben, obgleich andere Energien verwendet werden können, abhängig
von der Quelle. Alternativ könnte eine Röntgenstrahlröhre oder ein
linearer Elektronenbeschleuniger verwendet werden, um Bremsstrahlungsstrahlung zu
erzeugen.
Die Kollimation sowohl der Quelle von Röntgenstrahlen oder Gammastrahlen
als auch der Quelle von Neutronen agiert vorteilhafterweise so, dass die Streuung
minimiert wird. Außerdem gewährleistet die angemessene Kollimation sowohl
der Quellen als auch des Detektors eine schmale Strahlenbündelgeometrie und
daher eine größere Genauigkeit beim Bestimmen der Dämpfung von Neutronen-
und Gammastrahlen durch einen Gegenstand. Darüber hinaus bietet der stark kollimierte
fächerförmige Strahl eine erhöhte Strahlungssicherheit. Der Kollimatorblock
kann aus dickem Paraffin, dickem Beton, Eisenkugelbeton-Schutzblöcken, Stahl,
Blei oder Ähnlichem hergestellt sein. Ähnlich kann die oder jede Detektoranordnung
innerhalb eines Detektorgehäuses untergebracht sein, das einen Schlitz aufweist,
um die Kollimation bereitzustellen. Die Detektor-Kollimationsschutzabdeckung kann
aus Eisen bestehen und eine Dicke von mehr als 100 mm aufweisen. Die Breite des
Schlitzes kann so ausgewählt sein, dass der direkte Durchgang von Neutronen
und Gammastrahlen von der Quelle zum Detektor zugelassen wird, und dass die Detektoranordnung
vor gestreuter Strahlung geschützt ist. Der Detektorschlitz kann ungefähr
die gleiche Breite aufweisen, wie die Detektoranordnung. Die Quellen-Kollimatorschlitze
können schmaler sein.
Die Detektoranordnung kann eine oder mehrere Säulen von Szintiliatorpixeln
aufweisen.
Die gleiche Detektoranordnung kann sowohl Neutronen- als auch Röntgenstrahlen
oder Gammastrahlen erfassen. Die Energieunterscheidung kann verwendet werden, um
die Signale zu unterscheiden oder der Detektor kann sequentiell an den Neutronen-
und Röntgenstrahlen oder Gammastrahlen arbeiten. Ein Vorteil der Verwendung
der gleichen Detektoranordnung zum Erfassen von Neutronen- und Röntgenstrahlen
oder Gammastrahlen ist, dass eine Kostenreduktion der Detektoranordnung erreicht
werden kann.
Optional können separate Detektoranordnungen verwendet werden,
um die Neutronen- und Röntgenstrahlen oder Gammastrahlen jeweils zu erfassen,
mit oder ohne separate Detektor-Kollimatoren für Neutronen und Röntgenstrahlen
oder Gammastrahlen.
Die Szintillatoren können so ausgewählt sein, dass ihr spektrales
Ansprechen nah an die Photodioden angepasst ist. Die Szintillatoren können
überdies von einer Maske umgeben sein, um mindestens einen Teil jedes Szintillators
abzudecken, wobei jede Maske eine erste Reflexionsfläche aufweist,
um entwichene Lichtpulse zurück in den Szintillator zu reflektieren. Die Maske
weist eine Öffnung auf, um zu ermöglichen, dass Szintillatorlicht von
der Photodiode nachgewiesen wird. Die Maske kann Schichten von PTFE-Band und/oder
Tyvek-Papier umfassen. Vorteilhafterweise kann der Wirkungsgrad von Kunststoffszintillatoren
mit einer Maske für Neutronen größer als 10% sein. Das Material,
das die Szintillatoren umgibt, fungiert, um zu gewährleisten, dass Licht, das
aus den Szintillatoren entweicht, zurück reflektiert wird, um nachgewiesen
zu werden. In einem Beispiel, in dem jede Detektoranordnung Kunststoffszintillatoren
und Silizium-Photodioden umfasst, die Orange-Licht aussenden, kann das Gerät
vorteilhafterweise einen größeren Leistungswirkungsgrad aufweisen, der
es ermöglicht, dass Bilder schneller gesammelt werden. Darüber hinaus
kann das Gerät bei relativ günstigeren Kosten hergestellt werden.
Silikonöl, GE-688 Schmiere, Polysiloxan, optischer Zement wie
Eljen EJ-500 Z oder Ähnliches, kann verwendet werden, um die Photodioden mit
den jeweiligen Szintillatoren optisch zu koppeln.
Wo das radiographische Gerät eine einzelne Detektoranordnung
zum Erfassen von sowohl Neutronen als auch Röntgenstrahlen oder Gammastrahlen
umfasst, können die Szintillatoren Kunststoffszintillatoren oder Flüssigszintillatoren
sein.
In einem weiteren Beispiel, in dem das radiographische Gerät
Doppelneutronenquellen und eine Quelle von Röntgenstrahlen oder Gammastrahlen
umfasst, können die Szintillatoren Kunststoff- oder Flüssigszintillatoren
sein. In diesem Beispiel können die Szintillatoren an Photovervielfacher gekoppelt
sein.
Wo das radiographische Gerät separate Neutronen- und Gammastrahl-Detektoranordnungen
umfasst, können die Neutronenszintillatoren vorzugsweise Kunststoffszintillatoren
oder Flüssigszintillatoren sein, und die Gammastrahlszintillatoren können
Kunststoffszintillatoren, Flüssigszintillatoren oder anorganische Szintillatoren
wie Cäsiumiodid, Natriumiodid oder Wismutgermanat sein. Alternativ können
die Röntgenstrahl- oder Gammastrahl-Detektoren Ionisationskammern sein.
Die Strahlung-empfangende Seitenfläche jedes Szintillators oder
die „Fläche" jedes Szintillators entspricht einem einzelnen Pixel. Die
Fläche jedes Szintillators kann typischerweise kleiner als ungefähr 20
mm mal 20 mm sein. Kleinere Flächen führen zu einer verbesserten räumlichen
Auflösung.
Die Dicke jedes Szintillators kann im Bereich 50 bis 100 mm liegen
und kann eine Funktion der Nachweiseffizienz und Lichtsammeleffizienz sein. In einem
Beispiel, in dem der abzubildenden Gegenstand eine Ladeeinheit oder ULD ist, wie
die, die typischerweise in Flughafenumgebungen verwendet werden, kann die Strahlung-empfangende
Seitenfläche der Szintillatoranordnung Abmessungen von ungefähr 120 mm
× 3300 mm aufweisen und kann ungefähr 1000 Pixel umfassen. In Kombination
mit einer 14-MeV-Neutronenquellenenergie von ungefähr 1010 Neutronen/Sekunde
können die Inhalte einer einzelnen ULD über einen Zeitraum von ungefähr
einer Minute abgebildet werden.
Alternativ können separate Neutronen- und Gammastrahl-Szintillatoren
verwendet werden, umfassend zum Beispiel ungefähr 1000 Neutronenpixel und ungefähr
500 Gammastrahlenpixel. In der Praxis können die Gammastrahlenpixel kleiner
sein als die Neutronenpixel, was vorteilhafterweise räumliche Bilder hoher
Auflösung bereitstellt.
In einem weiteren Beispiel können die Konvertierungsmittel Photovervielfacher
und Wellenlängen-verschiebende optische Fasern (Wavelength Shifting Optical
Fibres – WSF) umfassen. In diesem Beispiel kann Licht von einer Reihe oder
Säule von Szintillatorstäben von dem WSF gesammelt und zu einem Photovervielfacher
mit mehreren Anoden durchgelassen werden. Durch Indexieren der Reihe und Spalte,
die den Lichtpuls erzeugt, kann auf den Szintillatorstab geschlossen werden, der
die Strahlung abfangt.
Die Konvertierungsmittel können rauscharme Verstärker und
Hochleistungsverstärker umfassen, um die Ausgangssignale zu verstärken.
Die Konvertierungsmittel können einen Rechner umfassen, um die Bildverarbeitung
auszuführen und die Bilder einem Bediener auf einem Rechnerbildschirm anzuzeigen.
Der Detektor kann temperaturgesteuert sein, um das Rauschen zu verringern
und die Stabilität zu verbessern. Beispielsweise können die Photodioden
und Vorverstärker auf ungefähr –10°C oder weniger gekühlt
werden.
Wenn ein abzubildender Gegenstand gescannt wird, werden in einem Beispiel
eine oder mehrere Ausgaben erhalten, die die Transmission von beispielsweise den
14-MeV-Neutronen durch den Gegenstand und die Transmission der 1-MeV-Röntgenstrahlen
oder Gammastrahlen durch den Gegenstand messen. Für das Doppelenergieneutronen-Scanning
wird die Transmission der beispielsweise 2,45-MeV-Neutronen durch den Gegenstand
ebenfalls gemessen. Die Erfindung ist nicht auf die Verwendung dieser Energien alleine
begrenzt.
Wo eine einzelne Detektoranordnung zum Empfangen von Strahlungsenergie
von der Röntgenstrahl- oder Gammastrahlquelle und der Neutronenquelle
verwendet wird, kann der Gegenstand mehr als einmal gescannt werden.
Wo separate Detektoren verwendet werden, um Strahlungsenergie von
der Neutronen- und der Röntgenstrahl- oder Gammastrahlquelle zu empfangen,
kann das Ausgangssignal eine erste Ausgabe von der ersten Szintillatoranordnung
und eine zweite Ausgabe von der zweiten Szintillatoranordnung umfassen, wobei sich
die erste Ausgabe auf die Neutronenzählrate an jedem Pixelort des Detektors
und die zweite Ausgabe auf die Röntgenstrahl- oder Gammastrahlzählrate
an jedem Pixelort des Detektors bezieht.
Jede Quelleneingabe kann separat verarbeitet werden. Ein einfaches
Szintillatorspektrum kann separat für jedes Pixel der Anordnung gesammelt werden,
um Neutronen- und Röntgenstrahl- oder Gammastrahl-Zählraten für jedes
Pixel abzuleiten. Die Informationen können dann zusammengesetzt werden, um
ein vollständiges zweidimensionales Neutronenbild und ein vollständiges
zweidimensionales Röntgenstrahl- oder Gammastrahlbild zu bilden. Das sich ergebende
Bild kann eine senkrechte Auflösung aufweisen, die von der Pixelgröße
bestimmt ist, und eine horizontale Auflösung, die von der Pixelgröße
und der Häufigkeit, mit der die Anordnung ausgelesen wird, bestimmt ist.
Der Rechner kann auch in der Lage sein, eine automatische Materialbestimmung
durchzuführen. Beispielsweise können die Transmissionsausgaben in Massen-Dämpfungskoeffizienten-Bilder
für jedes Pixel zur Anzeige auf einem Computerbildschirm mit unterschiedlichen
Pixelwerten konvertiert werden, die in unterschiedlichen Farben abgebildet werden.
Insbesondere können Massen-Dämpfungskoeffizienten-Bilder von den Zählraten
erhalten werden, die von den Transmissionen für jede der 14-MeV-Neutronen und
Röntgen- oder Gammastrahlen oder der 14-MeV-Neutronen, 2,45-MeV-Neutronen und
Röntgen- oder Gammastrahlen gemessen werden.
Die Analyse der Massendämpfungskoeffizienten-Bilder erlaubt,
dass eine Vielzahl anorganischer und organischer Materialien unterschieden wird.
Eine solche Analyse kann das Bilden von Querschnittverhältnis-Bildern zwischen
Paaren von Massendämpfungskoeffizienten-Bildern umfassen. Abhängig davon,
ob einzelne oder doppelte Neutronenquellen verwendet werden, können Querschnittverhältnis-Bilder
aus den Massendämpfungskoeffizienten-Bildern der Quelle von Neutronen und der
Röntgenstrahlen oder Gammastrahlen gebildet werden oder von den ersten und
zweiten Quellen der Neutronen und der ersten oder zweiten Quelle von Neutronen und
den Röntgenstrahlen oder Gammastrahlen. Beispielsweise die 14-MeV-Neutronen
und die Röntgenstrahlen oder Gammastrahlen, die 14-MeV-Neutronen und die 2,45-MeV-Neutronen
und die 2,45-MeV-Neutronen und die Röntgenstrahlen oder Gammastrahlen. Vorteilhafterweise
sind solche Verhältnisse unabhängig von der Masse des Gegenstands.
Die Proportionen, in denen die Querschnittverhältnis-Bilder kombiniert
sind, können Bediener-angepasst sein, um den Kontrast und die Empfindlichkeit
auf einen bestimmten Gegenstand zu maximieren, der in dem Bild untersucht wird.
Es kann ein Bild gebildet werden, das eine lineare Kombination von
zwei Querschnittverhältnis-Bildern ist.
Es können zwei Bereiche in einem Bild bestimmt werden, die eine
erste Substanz enthalten, aber nur einer der Bereiche kann eine zweite Substanz
enthalten. Durch Durchführen von Querschnittsubstraktionen kann das Bild der
ersten Substanz effektiv entfernt werden, wobei das Bild der zweiten Substanz zur
Bestimmung zur Verfügung bleibt. Die Masse der zweiten Substanz kann von den
Röntgen- oder Gammastrahl-Transmissionsdaten erhalten werden.
In einem Beispiel sind die Neutronenquelle und der Detektor stationär
und das Fördermittel ist so angeordnet, dass der Gegenstand vor die Quelle
von Neutronen und Gammastrahlen bewegt wird. In einem weiteren Beispiel kann der
Gegenstand stationär sein und das Fördermittel ist so angeordnet, dass
sich die Quelle und der Detektor synchron an beiden Seiten des Gegenstands bewegen.
In noch einem weiteren Beispiel können mehrere Detektorensätze um Quellen
herum angeordnet sein, die zentral angeordnet sind, um zu ermöglichen, dass
Scans einer Mehrzahl separater Gegenstände gleichzeitig erhalten werden. Dies
hätte den Vorteil, den Durchsatz zu verbessern. In einem solchen Beispiel kann
das Fördermittel so angeordnet sein, dass die Gegenstände zwischen der
Quelle von Neutronen und dem jeweiligen Detektor bewegt werden können. Alternativ
können die Quellen und Detektoren um die zu untersuchenden Gegenstände
gedreht werden, um zu ermöglichen, dass mehrere Ansichten erhalten werden.
Die Geschwindigkeit, bei der das Objekt vor entweder die Quelle von
Neutronen oder die Quelle von Neutronen und Röntgenstrahlen oder Gammastrahlen
bewegt werden kann, ist teilweise abhängig von der Intensität der Neutronen-
und Gammastrahlenquellen. Die Intensität der einzelnen Neutronenquelle von
14 MeV kann in der Größenordnung 1010Neutronen/Sekunde liegen
oder so hoch sein, wie praktisch möglich, um die Zählstatistik zu verbessern.
Die Geschwindigkeit, bei der der Gegenstand vor die Neutronen- und
Röntgenstrahl- oder Gammastrahlquelle bewegt werden kann, ist überdies
abhängig von der Strahlung-empfangenden Seitenfläche der Szintillatoranordnung
und der Szintillatoranzahl. Außerdem ist die Länge der Anordnung teilweise
abhängig von der Länge des abzubildenden Gegenstands.
Der Gegenstand kann zwischen den Neutronen- und Gammastrahlenquellen
und dem Detektor gescannt werden und kann durch einen abgeschirmten Tunnel gelangen.
Das Fördermittel kann ein Paar Schienen für die Positionierung eines Rollwagens
oder einer Plattform umfassen, auf dem/der der Gegenstand transportiert werden kann.
Alternativ kann das Fördermittel ein Förderband oder eine ähnliche
Anordnung umfassen, um dafür zu sorgen, dass Gegenstände durch den Tunnel
geführt oder mittels einer Winde befördert werden. Das Fördermittel
kann automatisiert sein, so dass der Gegenstand bei einer steuerbaren gleichförmigen
Geschwindigkeit stroßfrei vor die Quelle von Neutronen transportiert wird.
Die Erfindung kann auf die nicht-invasive Untersuchung von Seefracht,
Luftfracht-Ladeeinheiten (Unit Load Devices – ULDs) oder auf kleinere Container
oder Pakete, auf das Nachweisen von Schmuggelware, Sprengstoffen und anderen Artikeln,
Substanzen und Materialien angewandt werden. Sie kann eine bessere Spezifität
für Schmuggelware, wie organische Materialien in in erster Linie anorganischen
Matrices, bereitstellen. Sie ist insbesondere für den Nachweis von Sprengstoffen,
Narkotika und anderen Schmuggelwaren geeignet, die in Flugzeuggepäck, Luftfrachtcontainern
und Schiffscontainern verborgen sind.
Ein weiterer Vorteil mindestens einer Ausführungsform der Erfindung
ist, dass die Verwendung eines Neutronengenerators zum Erzeugen von Neutronen ein-
und ausgeschaltet werden kann.
Sie kann auch eine erhöhte Automation des Untersuchungsvorgangs
bereitstellen, wobei geringere Verantwortung auf die menschlichen Bediener entfällt.
Außerdem kann sie eine schnelle Scan-Geschwindigkeit bereitstellen,
so dass ein hoher Durchsatz erreicht werden kann. Sie ist einfach, kostengünstig
und verwendet sichere Strahlungsquellen; und einfache, kostengünstige Strahlungs-Nachweissysteme.
Sie kann bei einer hohen Nachweisgeschwindigkeit und geringer Falschalarm-Wahrscheinlichkeit
arbeiten.
Kurzbeschreibung der Zeichnungen
Nachfolgend werden verschiedene Beispiele der Erfindung mit Bezug
auf die begleitenden Zeichnungen beschrieben, in denen:
1 eine perspektivische Ansicht des radiographischen
Geräts ist;
2 eine schematische Darstellung eines Moduls der Detektoranordnung
des radiographischen Geräts ist;
3 ein Balkendiagramm des berechneten Verhältnisses
R, dem Verhältnis der 14-MeV-Neutronen- zum 60Co Gammastrahl-Massendämpfungskoeffizienten,
für eine große Anzahl harmloser Narkotika und Sprengstoffe ist;
4 der Ausdruck des berechneten Verhältnisses R,
dem Verhältnis der 14-MeV-Neutronen- zum 60Co Gammastrahl-Massendämpfungskoeffizienten,
für einen Elementenbereich ist;
5 eine Anzeigeausgabe eines Gammastrahl-Scans eines Motorrads ist,
5b eine Anzeigeausgabe ist, in der das Bild gemäß
dem Massendämpfungskoeffizientenverhältnis R für 14-MeV-Neutronen
und Gammastrahlen gefärbt ist;
6a eine schematische Darstellung einer Auswahl Materialproben
und allgemeinen Gegenständen ist, die auf Holzborden angeordnet sind;
6b eine Anzeigeausgabe eines Gammastrahl-Scans ist;
6c eine Anzeigeausgabe ist, in der das Bild gemäß
dem Massendämpfungskoeffizientenverhältnis R für 14-MeV-Neutronen
und Gammastrahlen gefärbt ist;
7a eine schematische Darstellung einer Auswahl Materialproben,
verborgener Schmuggelware, Alkohol sowie simulierter und echter Sprengstoffe ist;
7b eine Anzeigeausgabe eines Gammastrahl-Scans ist;
7c eine Anzeigeausgabe ist, in der das Bild gemäß
dem Massendämpfungskoeffizientenverhältnis R für 14-MeV-Neutronen
und Gammastrahlen gefärbt ist;
8a eine Photografie einer ULD ist, die ausgewählte
Haushaltselektronik-Metallartikel, Metallblöcke und verborgene Schmuggelware
enthält; 8b eine Anzeigeausgabe eines Gammastrahl-Scans
ist; 8c eine Anzeigeausgabe ist, in der das Bild gemäß
dem Massendämpfungskoeffizientenverhältnis R für 14-MeV-Neutronen
und Gammastrahlen gefärbt ist; 8d die Anzeigeausgabe
von 8c ist, die weiter verarbeitet wurde, um das organische
Material hervorzuheben;
9a eine Photografie einer ULD ist, die ausgewählte
Haushaltsartikel und verborgene Drogen enthält; 9b
eine Anzeigeausgabe eines Gammastrahl-Scans ist; 9c
eine Anzeigeausgabe ist, in der das Bild gemäß dem Massendämpfungskoeffizientenverhältnis
R für 14MeV-Neutronen und Gammastrahlen R gefärbt ist; 9d
die Anzeigeausgabe von 9c ist, die weiter verarbeitet
wurde, um das organische Material hervorzuheben;
10a eine Photografie einer ULD ist, die ausgewählte
Haushaltsartikel und verborgene Drogen enthält, 10b
eine Anzeigeausgabe eines Gammastrahl-Scans ist; 10c
eine Anzeigeausgabe ist, in der das Bild gemäß dem Massendämpfungskoeffizientenverhältnis
R für 14-MeV-Neutronen und Gammastrahlen gefärbt ist; 10d
die Anzeigeausgabe von 10c ist, die weiter verarbeitet
wurde, um das organische Material hervorzuheben;
11 ein Ausdruck einer großen Anzahl harmloser
Narkotika und Sprengstoffe ist, in Bezug auf zwei Querschnittverhältnis-Bilder,
nämlich 2,45-MeV-Neutronen-/14-MeV-Neutronenquerschnitte gegenüber 14-MeV-Neutronen-/Röntgen-
oder Gammastrahl-Querschnitte;
12a ein DT-Neutronenbild einer simulierten Zählrate
eines Koffers ist; 12b ein DD-Neutronenbild einer simulierten
Zählrate des Koffers ist; 12c ein Röntgenstrahlenbild
einer simulierten Zählrate des Koffers ist; 12d
ein DT/Röntgenstrahl-Querschnittbild und 12e ein
DD/DT-Querschnittbild ist; und
13a ein simuliertes 14-MeV-Neutronenbild eines Luftfrachtcontainern
ist; 13b ein Röntgenstrahlenbild jeweils des gleichen
Containers ist; und 13c ein kombiniertes Bild des gleichen
Containers ist.
Bevorzugte Ausführungsform der Erfindung
1 zeigt die allgemeine Anordnung des radiographischen
Geräts 10. Das Gerät 10 umfasst zwei separate Strahlungsgeneratoren,
der erste ist ein A-325 MF-Physics-Neutronengenerator, der ein D-T-Neutronen-aussendenes
Modul aufweist, um eine Neutronenenergiequelle 12 zu erzeugen, die eine
Energie von 14 MeV aufweist. Der Neutronengenerator wird bei einer Spannung von
80 bis 110 kV betrieben. Der zweite Strahlungsgenerator ist eine 0,82 GBq (oder
22 mCi) 60Co-Quelle 14, um eine Gammastrahlenquelle zu erzeugen
und befindet sich rechts von und neben dem Neutronengenerator. Der Neutronengenerator
und die 60Co-Quelle 14 befinden sich innerhalb eines abgeschirmten
Quellengehäuses 16.
Eine 1600 mm lange und 20 mm breite Detektoranordnung 18
befindet sich in der Nähe der Strahlungsquelle und ist in einem Detektor-Abschirmungsgehäuse
20 untergebracht. Die Detektoranordnung 18, die eindeutiger in
2 gezeigt ist, ist aus acht Kunststoffszintillatorstäben
19 aufgebaut (von denen nur ein Teil gezeigt ist), die jeweils eine Strahlung-empfangende
Fläche von 20 mm × 20 mm und eine Länge von 75 mm aufweisen. Die
Strahlung-empfangende Fläche jedes Szintillatorstabs 19 entspricht
einem einzelnen Pixel im Bildrahmen. Die Bezeichnung Bildrahmen wird verwendet,
um die zweidimensionale Anordnung zu beschreiben, die die Anzahl Zählungen
umfasst, die in jedem Pixel gemessen wird, akkumuliert über ein festes Zeitintervall.
Die Szintillatorstäbe 19 bestehen aus einem orangefarbenenen Kunststoffszintillator,
um das spektrale Ansprechen der Siliziumphotodioden 21 mit den jeweiligen
Kunststoffszintillatoren abzustimmen. Die Photodioden 21 sind optisch mit
den jeweiligen Szintillatoren 19 mit optischem Zement gekoppelt. Auf jede
der Kombination aus orangefarbenem Szintillatorstab und Photodiode wird eine Reflexionsmaske
aufgemalt, um den Verlust beliebigen Lichts zu minimieren, das aus den Szintillatorstäben
entweicht.
In der primären Ausführungsform wird das Szintillationslicht,
das in einem Stab 19 durch einen einfallenden Neutronen- oder Röntgen-
oder Gammastrahl erzeugt wird, von einer Photodiode 21 erkannt, die an
dem Ende des Stabs 19 angebracht ist. In einer ersten Abwandlung wird Licht
von einer Reihe oder Spalte der Szintillatorstäbe von einer Wellenlängen-verschiebenden
optischen Faser gesammelt und an die Photodioden durchgelassen. Durch Indexieren
der Zeile und Spalte, die den Lichtpuls erzeugen, kann auf den Szintillatorstab
geschlossen werden, der die Strahlung abfangt. In einer zweiten Abwandlung wird
Licht von einer Mehrzahl Szintillatorstäbe von einer Wellenlängen-verschiebenden
oder Licht-durchlässigen optischen Faser gesammelt und zu einer positionsempfindlichen
Photodiode oder Multi-Anoden-Photovervielfacher geleitet, um zu ermöglichen,
dass mehrere Szintillatorstäbe von einem einzelnen Detektor ausgelesen werden.
In einer dritten Abwandlung wird Licht von verschiedenen Reihen oder Spalten der
Szintillatorstäbe von Wellenlängen-verschiebenden optischen Fasern gesammelt
und an eine positionsempfindliche Photodiode oder eine Multi-Anoden-Photovervielfacher
durchgelassen. Durch Indexieren der Reihe und Spalte, die den Lichtpuls erzeugen,
kann auf den Szintillatorstab geschlossen werden, der die Strahlung abfängt.
Da die jeweiligen Photodioden 21 keine innere Verstärkung
aufweisen, umfasst die Signalaufbereitungselektronik 23 Vorverstärker,
die zusammen mit Hochleistungsverstärkern verwendet werden, um das Ausgangssignal
sowohl für Neutronen als auch für Gammastrahlen zu verstärken.
Das Gerät 10 beherbergt eine ULD 28 mit einer
Breite bis zu 2,5 m und einer Höhe von 1,7 m. Jede abzubildende ULD
28 ist auf einer Plattform 30 montiert, die Laufschienen aufweist,
die in ein Paar Spuren 32 eingreifen. In der Praxis könnten die ULDs
in einem Flughafen gescannt werden, während sie noch immer auf ihren jeweiligen
Rollwagen montiert sind, die verwendet werden, um die ULDs um den Flughafen herum
zu transportieren. Die ULDs und ihre Rollwagen könnten auf eine Plattform gefahren
werden, die die Strahlungsstrahlen bei einer bekannten Geschwindigkeit durchquert.
Dies würde die Handhabung der ULDs am Flughafen minimieren.
Eine weitere Abschirmung in Form eines Tunnels 34 wird bereitgestellt.
Der Tunnel 34 ist ausreichend lang, dass das Gerät ohne Türen
an beiden Enden betrieben werden kann. Dies ermöglicht, dass die Anzahl ULDs,
die durch das Gerät 10 gelangt, maximiert wird.
Kollimationsschlitze (nicht dargestellt) werden jeweils in die Quellen-
und Detektorabschirmung geschnitten und dienen dazu, einen fächerförmigen
Strahlungsstrahl zu bestimmen, der von den Quellen 12 und 14 in
Richtung des Strahlungsdetektors 18 gerichtet ist. Der Detektor-Kollimatorschlitz
38 und der Detektor 18 erstrecken sich über die volle Höhe
des Tunnels 34. Schlitze (nicht dargestellt) in den Seiten der Abschirmung
34 sind bereitgestellt und auf die Kollimatorschlitze und für den
Durchgang der Strahlung von den Quellen 12, 14 zum Detektor
18 abgestimmt.
Jede Strahlungsabschirmung 16, 20 und
34 dämpft und absorbiert sowohl Gammastrahlen als auch Neutronen.
Die verwendeten Abschirmungsmaterialien umfassen Beton, Eisen und Polyethylen. Die
Strahlungsabschirmungen 16, 20 und 34 bieten einen radiologischen
Schutz für die Bediener des Geräts oder andere Personen in seiner unmittelbaren
Nähe.
Im Betrieb befinden sich abzubildende Gegenstände auf der Plattform
30, die dann durch den Tunnel 34 motorisiert wird. In dem hier
beschriebenen Prototyp-Scanner in Originalgröße wird die Plattform
30 typischerweise bei einer Geschwindigkeit betrieben, so dass jedes 10
mm-Inkrement ungefähr 40 Sekunden zum Sammeln braucht. Dies entspricht einer
Geschwindigkeit von 0,25 mm/sek; folglich sind ungefähr 2,5 Stunden erforderlich,
um das Bild einer vollen ULD zu sammeln. In der Praxis kann die Geschwindigkeit,
bei der sich die ULD durch das Gerät bewegt, um einen Faktor von über
100 erhöht werden, indem die Intensität der Neutronenquelle erhöht
wird und indem die Fläche der Detektoranordnung erhöht wird.
Wenn der Gegenstand durch den Tunnel 34 gelangt, wird ein
Szintillationsspektrum separat für jedes Element der 80-Pixel-Anordnung gesammelt.
Diese Spektren werden ausgelesen und jedes Mal zurückgesetzt, wenn die Plattform
30 10 mm durchquert, wobei die Spektren verwendet werden, um Neutronen-
und Gammastrahl-Zählraten von jedem Pixel abzuleiten. Die Informationen in
jedem senkrechten Streifen werden dann zusammengesetzt, um vollständige zweidimensionale
Neutronen- und Gammastrahlenbilder zu bilden.
Das resultierende Bild hat eine vertikale Auflösung von 20 mm,
die durch die Pixelgröße bestimmt wird, und eine horizontale Auflösung
von 10 mm, die durch die Häufigkeit bestimmt wird, mit der die 80-Pixel-Anordnung
ausgelesen wird. Wie im Folgenden besprochen, wird die Entfaltung des endgültigen
Bilds ausgeführt, um jedes beliebige Verzerren zu korrigieren, das als Folge
der Kombination der Bewegung der Plattform 30 während des Scans und
der 20 mm Breite der Pixel auftreten kann.
Angenommen, die Neutronenintensität und die Gammastrahlenintensität,
die durch einen Gegenstand durchgelassen und in einem bestimmten Pixel von jedem
Bild nachgewiesen werden, sind In beziehungsweise Ig, und
die Neutronenintensität und die Gammastrahlenintensität, die in einem
bestimmten Pixel von jedem Bild durchgelassen und nachgewiesen werden, ohne dass
ein Gegenstand vorhanden ist, sind Ion beziehungsweise Iog.
Dann kann die Dämpfung der im Wesentlichen monoenergetischen
schellen Neutronen durch einen Gegenstand der Dichte &rgr; und der Dicke x unter
Verwendung folgender Gleichung berechnet werden:
In/Ion = exp(–&mgr;14 &rgr; x)(1)
Ähnlich kann die Dämpfung von im Wesentlichen monoenergetischer
Gammastrahlendämpfung durch den Gegenstand geschrieben werden als:
Ig/Iog = exp(–&mgr;g &rgr; x)(2),
wobei &mgr;14 der Neutronen-Massendämpfungskoeffizient bei 14
MeV ist und &mgr;g der Massendämpfungskoeffizient. Das Massendämpfungskoeffizienten-Verhältnis
kann dann direkt berechnet werden:
R = &mgr;14/&mgr;g = ln(In/Ion)/ln(Ig/Iog)(3),
wobei R direkt auf die Zusammensetzung des Gegenstands bezogen ist und ermöglicht,
dass eine große Vielzahl anorganischer und organischer Materialien und Elemente
unterschieden wird.
3 und 4 zeigen die Fähigkeit
von R, eine große Vielzahl anorganischer und organischer Materialien zu unterscheiden.
Natürliche Materialien, die in erster Linie auf Kohlenhydraten
basieren sind, wie Baumwolle, Papier, Holz sowie viele Lebensmittel, Protein-basierte
natürliche Materialien wie Wolle, Seide und Leder sowie synthetische organische
Materialien – hauptsächlich Polymere – können allgemein
unterschieden werden. Wie dargestellt, sind anorganische Materialien wie Töpferwaren,
Keramik und Metallartikel einfach von organischen Materialien zu unterscheiden.
Aufgrund der höheren Zählraten und der geringeren Hintergrundstreuung
der Gammastrahlen, trägt das Gammastrahlenbild die meisten Informationen über
die Form und die Dichte. Für jedes Pixel in dem Bild wird die Menge ln(Ig/I0g)
berechnet, die proportional zur Gesamtmasse pro Einheitsfläche des Materials
entlang der Linie von der Strahlungsquelle zu dem betreffenden Pixel ist. Ein Sombrero-Schärfungsfilter
wird auf dieses Bild angewandt, um die Gegenstandsdefinition zu verbessern und die
Effekte der Bewegungs- und Pixelgrößenverzerrung herabzusetzen, die die
horizontale Auflösung des Bilds beeinträchtigen.
Das Pixel-für-Pixel-Verhältnis der Neutronen- und Gammastrahlenbilder
trägt Informationen über die durchschnittliche Zusammensetzung jedes Pixels,
was unabhängig von der Menge des dazwischen liegenden Materials ist.
Aufgrund der relativ geringen Zählstatistik im Neutronenbild
ist ein beträchtliches Pixel-für-Pixel-Rauschen in dem zusammengesetzten
Bild vorhanden. Folglich wird ein gausscher 5×5-Pixel-Glättungsfilter
auf dieses Bild angewandt. Während dies die Auflösung der Zusammensetzungsinformationen
in dem endgültigen Bild herabsetzt, verbessert das erheblich die Sichtbarkeit
subtiler Veränderungen der Zusammensetzung für Gegenstände mit Abmessungen
von mehr als ungefähr 50 mm.
Die Ergebnisse von sechs Scans sind in 5 bis
10 gezeigt. Die Graustufen-Bilder zeigen die Ergebnisse des Gammastrahl-Scans
allein und als solches die Ergebnisse, die von einem herkömmlichen Röntgenstrahl-Scanner
erzielbar waren. Bereiche mit geringem oder keinem dazwischen liegenden Material
sind weiß und dichtere Materialien als dunklere Grauschattierungen gezeigt.
Die Farbbilder kombinieren die Gammastrahlenform- und die Dichte-Informationen zusammen
mit den Zusammensetzungsinformationen von dem Neutronen-/Gammaverhältnis-Bild.
Die Dichte der Farbe zeigt die Materialdichte, wobei Weiß keinem dazwischen
liegenden Material entspricht und dichtere Bereiche eine gesättigte Farbe aufweisen.
Die Farbe eines Pixels entspricht dem R-Wert für das Pixel, wobei geringere
R-Werte blau gefärbt sind, Zwischenwerte türkis über grün bis
gelb und höhere Werte orange gefärbt sind. Das exakte Abbilden zwischen
R-Wert und Farbe ist für jedes Bild unterschiedlich, wobei die Farbskala so
angepasst ist, dass sie für jeden Fall die maximalen Informationen zeigt. Für
die ULD-Scans wird auch ein verbessertes organisches Bild vorgestellt. Dieses hebt
organische Bereiche des Bilds hervor, die gelb, orange und rot gefärbt sind.
5a zeigt das Ergebnis nur des Gammastrahl-Scans eines
Motorrads. 5b zeigt die kombinierten Informationen
der Gammastrahl-Form und Dichte zusammen mit den Zusammensetzungsinformationen von
dem Neutronen-/Gammaverhältnis-Bild-Scans eines Motorrads. Dieses Bild bietet
eine gute Angabe über die bildgebenden Fähigkeiten des Geräts insgesamt.
Insbesondere sind kleine Einzelheiten wie die vorderen Bremskabel 52 ziemlich
eindeutig in 5b gezeigt, obgleich sie beträchtlich
kleiner sind als die 20 mm Pixelgröße. Der Metallrahmen 54 und
der Motor 56 des Motorrads sind in 5b blau
dargestellt; wobei der Kraftstoff 58 in dem Benzintank, die Gummireifen
60, der Kunststoffsitz 62 und die Kunststoffleuchten orange dargestellt
sind. Das Öl 64 in der Ölwanne (unmittelbar über dem Kippständer)
wird, wenn es zusammen mit dem es umgebenden Metall gemittelt wird, grün gezeigt.
Im Gegensatz dazu ist es von dem herkömmlichen Gammastrahl-Bild in
5a schwierig oder unmöglich, zwischen dem Öl
64 und der Ölwanne zu unterscheiden.
6a bis 6c zeigen eine
Auswahl Materialproben und allgemeiner Gegenstände, die auf Holzborden angeordnet
sind. Wie in 6c dargestellt, sind erneut Metalle wie
Eisen 66, Blei 68 und Aluminium 70 dunkelblau gezeigt.
Zwischenmaterialien wie Beton 72, Glas 74 (in dem Computer-Bildschirm
75) und Keramikpulver (Aluminiumoxid, Al2O3)
76 sind in hellerem Blau gezeigt. Die organischen Materialien, umfassend
elementare Simulanzien von Heroin 77, Methamphetamin 78, Kokain
80 und TNT 82, sind schließlich in einer Vielzahl Farben
von Grün bis Orange dargestellt, abhängig von dem R-Wert des Materials.
Zwei Keramikstatuen auf dem oberen Bord, eine gefüllt mit Eisenkugeln
84 und die anderen mit Zucker 86 können klar unterschieden
werden, beide durch die Dichte und durch die Zusammensetzung.
7a bis 7c zeigen eine
weitere Auswahl Materialien, umfassend verborgene Schmuggelware, Alkohol und sowohl
simulierte als auch echte (Detasheet) Sprengstoffe. Drei hohle Betonblöcke
sind auf dem oberen Bord positioniert. Der linke Block enthält verborgenes
organisches Material 94 (Drogenersatzstoff); der mittlere Block ist leer
und der rechte Block enthält Aluminiumpulver 96. Diese drei Blöcke
bieten einfache Modelle von Drogen, die in einem Keramik- oder Töpferwarengegenstand,
einem hohlen leeren Gegenstand und einem hohlen leeren Gegenstand mit verstärkten
Wänden verborgen sind. Während das Gammastrahl-Bild
von 7b eindeutig zwischen dem leeren 95 und
den gefüllten Blöcken 94 und 96 unterscheidet, kann
es nicht den mit Drogenersatzstoff gefüllten Block 94 von dem mit
Aluminiumoxid gefüllten Block 96 trennen. Im Gegensatz dazu enthüllt
das Neutronenbild von 6c eindeutig die verborgene organische
Füllung 94, die als gelbe/orangefarbene Fläche angezeigt wird.
Auf der linken Seite des mittleren Bords sind zwei Behälter positioniert, einer
gefüllt mit reinem Alkohol 98 (Meths) und einer mit Wasser
100 (H2O). Der Alkohol 98 wird eindeutig als „organischer"
(höherer R-Wert) angezeigt und seine Farbe ist überwiegend orange; das
Wasser 100 mit einem geringeren R-Wert ist vorwiegend grün. Auf dem
gleichen Bord sind der simulierte 102 und der echte 104 Sprengstoff
mit der gleichen Farbe angezeigt, was darstellt, dass das Simulanz ein guter Ersatzstoff
für echten Sprengstoff ist. Auf dem unteren Bord befindet sich ein Behälter,
der 12 Glasflaschen enthält, von denen nur vier sichtbar sind, zwei gefüllt
mit simuliertem Alkohol 106 (40% Ethanol, 60% Wasser) und zwei gefüllt
mit Wasser 108. Die mit Alkohol gefüllten Flaschen 106 werden
erneut mit einem höheren R-Wert angezeigt (grüner/orangefarbener) als
das Wasser 108 (vorwiegend blau). Dies steht im Gegensatz zu den Flaschen,
die in 7b gezeigt sind, die überwiegend nicht
zu unterscheiden sind.
8a bis 8d, 9a
bis 9d und 10a bis
10d zeigen die Ergebnisse der Bildgebung von ULDs,
gefüllt mit einer Vielzahl Gegenständen. In allen drei Figuren ist die
Füllung der ULD bewusst einfach gehalten, um die Erörterung der erhaltenen
Ergebnisse zu vereinfachen. Insbesondere ist das meiste Verpackungsmaterial, das
normalerweise vorhanden wäre (Kartons, Schaum, Polystyrol etc.) weggelassen
worden, so dass die Gegenstände in der ULD eindeutig gesehen werden können.
Es wird anerkannt, dass die meisten ULDs in der Realität wesentlich vollgestopfter
wären.
8a bis 8d zeigen eine
ULD gefüllt mit einer Vielzahl Haushaltselektronikwaren (ein Kühlschrank
120 und verschiedene Computer 122), Metallteile, hohle Betonblöcke
124 (die Keramikrohre oder hohle Statuen oder Figurine ersetzen) und Werkzeuge.
Zwei Pakete Kunststoffperlen, die Drogen 126 ersetzen, sind in einem der
Computer und in einem der Betonblöcke verborgen. Ein Propangaszylinder
128 ist ebenfalls in der ULD versteckt. 8a
zeigt eine Photografie des ULD-Scanners. 8b zeigt die
Ergebnisse nur des Gammastrahl-Scans. Keines der Pakete der Ersatzstoffdrogen
126 ist besonders offensichtlich. Der Propangaszylinder 128 kann
aufgrund seiner Form bestimmt werden, obgleich die organische Natur seines Inhalts
nicht eindeutig ist. 8c und 8d
sind gemäß dem Neutronen-/Gammaverhältnis R gefärbt, folglich
sind die anorganischen Materialien in 8c blau gezeigt
(die Ersatzstoffdrogen 126 und der Gaszylinder 128) und die organischen
Materialien orange (der Computer 122 und die Blöcke 124).
Die Proportionen, in denen die zwei Bilder kombiniert sind, werden von dem Bediener
angepasst, um den Kontrast und die Empfindlichkeit für organische Materialien
zu maximieren, die gelb und rot gefärbt sind, und um die Effekte des Durcheinanders
zu minimieren, die aus sich überlappenden Gegenständen resultieren, das
Ergebnis ist in 8d dargestellt. Es können eindeutig
beide Pakete verborgener Drogen 126 bestimmt werden.
9a bis 9d zeigen eine
ULD mit Drogen 124, die in zwei Computern 122 und einem Kühlschrank
120 verborgen sind. Während in dem Gammastrahl-Bild von
8b gesehen werden kann, dass die oberen zwei Computer
122 etwas anders erscheinen als die unteren zwei, ist nicht eindeutig,
ob dies ein echter Unterschied in der Struktur der Maschinen ist. In den
9c und 9d ist jedoch sofort
offensichtlich, dass der Unterschied auf ein großes Volumen organischen Materials
beruht, wie durch die helle Orange-Farbe dieser beiden Bereiche mit Drogen
124 gezeigt. Die oberen zwei Computer 122 enthalten ~ 1 kg Taschen
mit Kunststoffperlen, die verpackte Drogen simulieren. Dies steht im Gegensatz zu
der vorwiegend blauen (anorganisch oder geringer R-Wert) Farbe des Rests der Computerstruktur
126. Ähnlich wird von dem Gammastrahl-Bild von 9b
des Kühlschranks 120 nicht deutlich, ob die Anomalie in der Mitte
des Bilds Teil der Struktur des Kühlschranks ist oder nicht. In 9c
und 9d ist jedoch zu sehen, dass die Anomalie
124 eindeutig organisch ist und im Gegensatz zu der vorwiegend anorganischen
Struktur steht, die im Rest des Kühlschranks sichtbar ist (insbesondere der
Kompressor 125 unten rechts und das Tiefkühlfach oben). In dem verbesserten
organischen Bild von 9d sind die verborgenen Drogen
124 erneut eindeutig sichtbar. Außerdem ist das andere organische
Material in der ULD (vor allem die Holzborde 128 hinter dem Kühlschrank
120 und dem Wasserbehälter 127 links auf den Kühlschrank
120) ebenfalls orange dargestellt.
10a bis 10d zeigen eine
zweite ULD mit echten verborgenen Drogen (jeweils 1 kg Heroin und Methamphetamin).
Das Heroin 130 ist in einem hohlen Betonblock 132 versteckt. Das
Methamphetamin 134 ist in einer kleinen Kiste versteckt, die in einer größeren
Kiste 136 platziert ist, die mit Kleidung gefüllt ist. Die organische
Natur der verborgenen Drogen ist aus der Farbgebung in den Zusammensetzungsbildern
von 10c und 10d offensichtlich.
Das verbesserte organische Bild von 10d enthüllt
erneut effektiv die verborgenen Drogen 130 und 134, insbesondere
das Heroin 130, das in den Betonblöcken 132 gelb gefärbt
ist. Da das Methamphetamin 134 in der Kiste 136 mit der Kleidung
(direkt hinter der Vordergabel des Fahrrads 140) verborgen
ist, ist die Zusammensetzungsunterscheidung in diesem Fall weniger aufschlussreich.
Das Paket Drogen 134 kann jedoch aufgrund seiner Form und der höheren
Dichte als potenzielle Anomalie bestimmt werden.
Das beschriebene radiographische Gerät kann auf mindestens drei
Weisen zum Nachweisen und Bestimmen von Schmuggelmaterialien verwendet werden. Erstens
stellen die Gammastrahl-Bilder beträchtliche Informationen über die Formen,
Größen und Dichten von Gegenständen in einem Gegenstand wie einer
ULD bereit. Einige verdächtige Materialien können auf dieser Basis bestimmt
werden. Besondere Beispiele wären Drogenpakete, die in Räumen oder Hohlräumen
hohler Gegenstände verborgen sind. Zweitens bietet die Farbgebung des Gammastrahl-Bilds
auf der Grundlage von Zusammensetzungsinformationen, die von den Neutronenmessungen
abgeleitet wurden, leistungsstarke zusätzliche Hinweise bei der Interpretation
gescannter Bilder und der Bestimmung verdächtiger Materialien. Insbesondere
wird der Nachweis organischer Materialien in vorwiegend anorganischen Gegenständen
in hohem Maße vereinfacht. Drittens kann das Gerät unter gewissen Umständen
verwendet werden, um das Neutronen-/Gammaverhältnis (R-Wert) verdächtiger
Materialien zu messen, um weiter zu ihrer Bestimmung beizutragen. Dieser Ansatz
funktioniert am besten, wenn sich um die zu messende Substanz wenig über- oder
unterliegendes Material befindet oder wenn das über- und unterliegende Material
in der unmittelbaren Nähe des Messbereichs ziemlich gleichmäßig ist.
Unter diesen Umständen ist es möglich, eine Näherungskorrektur für
die Absorption von Neutronen und Gammastrahlen in dem über- und unterliegenden
Material anzustellen, um den R-Wert nur der betreffenden Substanz zu erhalten.
Eine zweite Ausführungsform wird direkt auf die Ausführungsform
der schnellen Neutronentransmission mit Doppelenergie für 14 MeV und 2,45 MeV
angewandt. Die folgende Diskussion gilt jedoch auch für die Doppelenergietransmission
bei unterschiedlichen Energien bis 2,45 und 14 MeV. Anders als die zuvor besprochene
Einzelenergie-Neutronentransmission werden jedoch drei Zählraten bei jedem
Pixel gemessen, anstatt zwei im Falle der Einzelneutronentransmission und zwei Querschnittverhältnis-Bilder
können berechnet werden.
Angenommen die Zählraten in einem bestimmten Pixel von jedem
Bild sind r14, r2,45 beziehungsweise rX. Diese
Raten sind bezogen auf die (unbekannte) Masse Material m zwischen der Quelle und
den Nachweispunkten und den (unbekannten) Massendämpfungskoeffizienten dieses
Materials für 14-MeV-Neutronen, 2,45-MeV-Neutronen und Röntgen- oder Gammastrahlen,
geschrieben als &mgr;14, &mgr;2,45 beziehungsweise &mgr;X
durch die Beziehungen:
r14 = R14exp(–m&mgr;14)(4)
rX = RXexp(–m&mgr;X)(5)
r2,45 = R2,45exp(–m&mgr;2,45)(6)
wobei R14, R2,45 und RX jeweils die Zählraten
für 14-MeV-Neutronen, 2,45-MeV-Neutronen und Röntgen- oder Gammastrahlen
sind, wenn keine dazwischen liegenden Gegenstände vorhanden sind.
Die Querschnittverhältnisse können direkt berechnet werden:
&mgr;14/&mgr;X = log(r14/R14)/log(rX/RX)(7)
&mgr;2,45/&mgr;14 = log(r2,45/R2,45)/log(r14/R14)(8)
Es ist zu beachten, dass diese beiden Verhältnisse unabhängig
von der Masse des Materials sind, das in dem Strahl zwischen der Quelle und dem
Detektor vorhanden ist.
Die Querschnittverhältnisse, die durch die Gleichungen (7) und
(8) gegeben sind, ermöglichen, dass eine große Vielzahl organischer und
anorganischer Materialien unterschieden werden kann.
11 zeigt das Verhältnis des 2,45-MeV-Neutronen-Querschnitts
zum 14-MeV-Neutronen-Querschnitt vs. dem Verhältnis des 14-MeV-Neutronen-Querschnitts
zum Röntgen- oder Gammastrahl-Querschnitt für eine Auswahl Materialien.
Die Verfügbarkeit zweier Querschnittverhältnisse verbessert überdies
die Fähigkeit der Erfindung, zwischen unterschiedlichen Materialien zu unterscheiden.
Folglich ermöglicht die Analyse der drei Massendämpfungskoeffizienten-Bilder,
dass Informationen über die Inhalte des gerade untersuchten Gegenstands gefolgert
werden.
12 zeigt den zusätzlichen Vorteil der Verwendung von Doppelneutronenenergien
unter Berücksichtigung der simulierten Bilder eines Koffers 150, die
in 12a bis 12e gezeigt
sind. Die Bilder 12a bis 12c
entsprechen den Gleichungen (4), (5) und (6) und zeigen die Transmission von 14-MeV-Neutronen,
2,45-MeV-Neutronen und Röntgen- beziehungsweise Gammastrahlen. Die Bilder
12d bis 12e entsprechen
den Gleichungen (7) und (8) und zeigen den DT/Röntgenstrahl- beziehungsweise
DD/DT-Querschnitt.
Der Koffer 150 ist mit Kleidung gefüllt, die sich aus
Baumwolle und Wolle zusammensetzt, und enthält verschiedene harmlose und verdächtige
Gegenstände. Die Flasche 152 enthält Wasser und die Flasche
154 enthält Alkohol. Die drei Blöcke, die unten rechts im Koffer
150 sichtbar sind, sind ein Papierbuch 156, Heroin 158
und RDX-Sprengstoff 160. Eine Schusswaffe 162
ist oben rechts im Koffer 150 ebenfalls sichtbar.
Von einem herkömmlichen Röntgenbild 12c
ist es schwierig oder unmöglich, zwischen den Inhalten der zwei Flaschen
152, 154 oder den drei Paketen 156, 158,
160 rechts von dem Behälter zu unterscheiden, die ähnliche Dichten
aufweisen. Die Neutronenbilder 12a, 12b
bieten mehr Kontrast zwischen den unterschiedlichen Materialien, aber die besten
Ergebnisse werden von den Querschnittverhältnis-Bildern 12d
und 12e erhalten. Insbesondere verschwindet das Buch
156 wie in 12a und 12b
gezeigt, in 12d und 12e,
da Papier eine ähnliche Zusammensetzung wie die es umgebende Kleidung hat,
wobei die Drogen 158 in 12e und die Sprengstoffe
160 in 12d und 12e
eindeutig unterschieden werden können. Ein eindeutiger Unterschied ist auch
in beiden 12d und 12e
zwischen den Flaschen zu sehen, die Wasser 152 und Alkohol 154
enthalten.
In einer ersten Abwandlung des Doppelneutronentransmissionsverfahrens
wird der Bediener ein neues Bild bilden, das eine lineare Kombination der zwei Querschnittverhältnis-Bilder
ist. Die Proportionen, in denen die zwei Bilder kombiniert sind, werden von dem
Bediener angepasst, um den Kontrast und die Empfindlichkeit für Schmuggelmaterialien
zu maximieren und um die Effekte des Durcheinanders zu minimieren, die aus sich
überlagernden Gegenständen resultieren.
13a bis 13b zeigen simulierte
14-MeV-Neutronen beziehungsweise Röntgenstrahl-Bilder eines Behälters
170, von der Seite aufgenommen. Aufgrund ihrer hohen Dichte dominieren
die Stahlrohre 176 die Bilder, was es erschwert, die Umrisse des Computer-Gerätes
zu sehen. Durch Bilden eines einzigen Bilds, 13c, von
den zwei Querschnittverhältnis-Bildern, die durch die Gleichungen (7) und (8)
gegeben sind, ist es jedoch möglich, den „Störfleck" zu entfernen,
der mit den Stahlrohren 176 zusammenhängt, um die Computer-Kästen
174 erkennen zu lassen.
Dieser Ansatz kann mit Bezug auf 11 verstanden
werden. Das Auswählen einer linearen Kombination aus Bildern (7) und (8) ist
äquivalent zum Farbgeben von Bildpixeln gemäß Ihrem Abstand von einer
willkürlich ausgerichteten Linie, die in 11 gezogen
ist. Indem ausgewählt wird, dass diese Linie parallel zu zwei ausgewählten
Materialien ist, ist jede beliebige Kombination dieser Materialien gleich gefärbt.
In dem besprochenen Beispiel ist die Linie so gewählt, dass sie parallel zu
einer Linie verläuft, die Stahl und die Polystyrolverpackung der Computer verbindet.
Auf diese Weise kann erreicht werden, dass die Stahlrohre größtenteils
verschwinden, wo sie vor den Computer verlaufen. 13c
zeigt die Ergebnisse dieses Prozesses.
Obgleich ein solches Beispiel der Erfindung besprochen worden ist,
sollte geschätzt werden, dass solch eine Ausführungsform nur eine der
vielen ist, die die Grundsätze der Erfindung verwenden. Während sich in
dem zuvor genannten Beispiel die Strahlungsquellen an einer Seite des zu untersuchende
Gegenstands befinden und die Detektoren an der gegenüberliegenden Seite, befinden
sich in einer ersten Abwandlung die Quellen über oder unter dem zu untersuchenden
Gegenstand, wobei die Detektoren auf der gegenüberliegenden Seite positioniert
sind (oberhalb beziehungsweise unterhalb). In einer zweiten Abwandlung können
die Quellen und Detektoren um den zu untersuchenden Gegenstand gedreht werden, um
zu ermöglichen, dass mehrere Ansichten erhalten werden. In einer dritten Abwandlung
werden mehrere Quellen und Detektoren verwendet, um das gleichzeitige Sammeln mehrerer
Ansichten des gleichen Gegenstands zu ermöglichen. In einer vierten Abwandlung
sind mehrere Sätze Detektoren um eine zentrale Quelle angeordnet, um zu ermöglichen,
dass Ansichten mehrerer Gegenstände gleichzeitig erworben werden.
Natürlich können im Betrieb Gegenstände, die gescannt
werden sollen, auf einem Förderband oder mittels einer Winde durch den Tunnel
gebracht oder unter Verwendung eines geeigneten Mechanismus' hindurch gedrückt
werden.
In der zuvor erwähnten Ausführungsform werden die zwei Strahlungsquellen
sequenziell betrieben, wenn der Gegenstand durch den Analysator gescannt wird. In
einer ersten Abwandlung wird der Gegenstand zweifach durch den Analysator gescannt,
wobei eine Quelle für jeden Scan betrieben wird. In einer zweiten Abwandlung
weist jede Quelle einen separat zugehörigen Detektor auf und der Gegenstand
wird nur einmal gescannt. In einer dritten Abwandlung werden die zwei Strahlungsquellen
gleichzeitig betrieben, ein einzelner Detektor wird verwendet und Energieunterscheidung
wird verwendet, um die Signale aufgrund von Neutronen und Röntgen- oder Gammastrahlen
zu trennen.
In der Abwandlung (Doppelneutronenenergietechnik-Ausführungsform)
umfasst die Strahlungsquelle drei separate Strahlungsgeneratoren, eine, die 14-MeV-Neutronen
erzeugt, eine, die 2,45-MeV-Neutronen erzeugt und die letzte, die Hochenergie-Röntgen-
oder Gammastrahl-Strahlungen erzeugt. Die Neutronenquellen sind Neutronengeneratoren
mit versiegelter Röhre oder andere Kompaktquellen ähnlicher Natur, die
Neutronen über D-T und D-D-Fusionsreaktionen erzeugen.
Die drei Strahlungsquellen werden sequenziell betrieben,
wenn der Gegenstand durch den Analysator gescannt wird. In einer ersten Abwandlung
wird der Gegenstand drei Mal durch den Analysator gescannt, wobei eine Quelle für
jeden Scan betrieben wird. In einer zweiten Abwandlung weist jede Quelle einen separaten
zugehörigen Detektor auf, und der Gegenstand wird nur einmal gescannt. In einer
dritten Abwandlung werden zwei oder mehrere Strahlungsquellen gleichzeitig mit einem
einzelnen Detektor betrieben, und Energieunterscheidung wird verwendet, um die Signale
von den Hochenergieneutronen, den Niederenergieneutronen und den Röntgen- oder
Gammastrahlen zu unterscheiden.
Fachleute werden schätzen, dass viele Abwandlungen und/oder Modifikationen
an der Erfindung vorgenommen werden können, wie in den spezifischen Ausführungsformen
gezeigt, ohne vom Geist und Umfang der Erfindung abzuweichen, wie sie allgemein
beschrieben wurde. Die vorliegenden Ausführungsformen sind daher in jeder Hinsicht
als veranschaulichend und nicht einschränkend zu betrachten.
Literaturverzeichnis
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