Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf eine Vakuumpumpenanordnung,
bestehend aus einem Turbomolekularpumpenmechanismus und einem Molekularpumpenmechanismus,
die in Reihe geschaltet sind.
Eine bekannte Vakuumpumpenanordnung umfasst einen Turbomolekularpumpenmechanismus,
der in Reihe mit einem Molekularpumpenmechanismus geschaltet ist, wobei der letztere
von irgendeiner geeigneten Bauart sein kann, wie beispielsweise ein Holweck- oder
ein Gaede-Pumpenmechanismus. Eine Vorpumpe wird im allgemeinen vorgesehen, um den
Druck am Auslaß der Anordnung abzusenken, und kann von irgendeiner geeigneten
Bauart sein, wie beispielsweise eine regenerative Pumpe oder eine Klauenpumpe.
Der Turbomolekularpumpenmechanismus umfasst eine oder mehrere umfangsmäßige
Anordnungen abgewinkelter Blätter, die von einem etwa zylindrischen Rotorkörper
getragen werden. Während des normalen Betriebs wird der mit einer Antriebswelle
gekuppelte Rotor mit zwischen 20.000 und 200.000 Umdrehungen pro Minute gedreht,
wobei die Rotorblätter mit Molekülen in einem Gas kollidieren, was diese
gegen den Pumpenauslaß drängt. Der Molekularpumpenmechanismus umfasst
einen Rotor, der einen Hohlzylinder in einem Pumpenmechanismus der Holweck-Bauart
umfassen kann, der mit der Antriebswelle für gleichzeitige Drehung mit dem
Turbomolekularpumpenmechanismus gekuppelt ist. Die Drehung des Molekularpumpenmechanismus
teilt den Gasmolekülen, die vom Auslaß des Turbomolekularpumpenmechanismus
darin eintreten, eine Geschwindigkeit tangential zum Umfang des Zylinders und entlang
spiraliger Kanäle mit, die zwischen einem Stator und dem Zylinder zum Pumpenauslaß
hin gebildet sind.
Der Zylinder eines Holweck-Pumpenmechanismus verläuft etwa axial
mit einem Umfang um die Achse der Antriebswelle und wird durch eine radial von der
Antriebswelle zwischen dem Turbomolekularpumpenmechanismus und dem Zylinder wegragenden,
mit einer Öffnung versehenen Platte getragen. Daher gelangt im Betrieb Gas
vom Auslaß des Turbomolekularpumpenmechanismus durch die mit der Öffnung
versehenen Platte hindurch und den Molekularpumpenmechanismus.
Die US-6 168 374 beschreibt
eine Reibungsvakuumpumpe mit einer Turbomelukularpumpenstufe, die von einer Schraubenpumpenstufe
gefolgt wird.
Es ist wünschenswert, eine verbesserte Vakuumpumpenanordnung
zu schaffen.
Die vorliegende Erfindung schafft eine Pumpenanordnung, die einen
Turbomolekularpumpenmechanismus und einen Molekularpumpenmechanismus in Reihenschaltung
umfasst, dadurch gekennzeichnet, dass ein Rotor des Molekularpumpenmechanismus durch
die Rotorblätter des Turbomolekularpumpenmechanismus getragen wird.
Weitere Aspekte der vorliegenden Erfindung sind in den anliegenden
Ansprüchen definiert.
Damit die vorliegende Erfindung gut verständlich ist, werden
zwei Ausführungsformen hiervon, die nur beispielshalber angegeben sind, nunmehr
mit Bezug auf die anliegenden Zeichnungen beschrieben, in denen:
1 eine Schnittdarstellung einer Vakuumpumpenanordnung
zeigt, die schematisch dargestellt ist,
2 eine perspektivische Ansicht von oben und einer Seite
eines Rotors eines Turbomolekularpumpenmechanismus zeigt,
3 eine perspektivische Ansicht von unten und einer
Seite des Rotors in 2 zeigt,
4 einen Aufriß des Rotors in 2
zeigt,
5 eine Draufsicht des Rotors in 2
zeigt, und
6 eine Schnittdarstellung einer weiteren Pumpenanordnung
zeigt, die schematisch dargestellt ist.
Gemäß 1 ist eine Vakuumpumpenanordnung
10 gezeigt, die einen Molekularpumpenmechanismus 12 und einen
Vorpumpenmechanismus 14 umfaßt. Der Molekularpumpenmechanismus
12 besteht aus einem Turbomolekularpumpenmechanismus 16 und einem
Molekular- oder Reibungspumpenmechanismus 18, die in Reihe angeordnet sind.
Der Vorpumpenmechanismus 14 umfaßt einen regenerativen Pumpenmechanismus
der, wie dargestellt, auf derselben Antriebswelle angeordnet ist und angetrieben
wird wie der Molekularpumpenmechanismus. Alternativ kann eine Vorpumpe als seperate
Einheit getrennt vom Molekularpumpenmechanismus vorgesehen sein. Ein weiterer Molekularpumpenmechanismus
20 kann zwischen dem Molekularpumpenmechanismus 18 und dem regenerativen
Pumpenmechanismus 14 vorgesehen sein. Der Molekularpumpenmechanismus
20 umfaßt drei Molekularpumpenstufen in Reihe, während der Molekularpumpenmechanismus
18 zwei Molekularpumpenstufen parallel zueinander umfasst.
Die Vakuumpumpenanordnung 10 weist ein Gehäuse
mit drei separaten Teilen 22, 24, 26 auf. Die Teile
22 und 24 können die Innenwandflächen des Molekularpumpenmechanismus
12 und des Molekularpumpenmechanismus 20 bilden, wie dargestellt.
Das Teil 26 kann den Stator des regenerativen Pumpenmechanismus
14 bilden.
Das Teil 26 bildet eine angesenkte Aussparung 28,
die ein geschmiertes Lager 30 zum Abstützen einer Antriebswelle
32 aufnimmt. Das Lager 30 kann beispielsweise mit Fett geschmiert
werden, da es in einem Teil der Pumpenanordnung 10 ist, der vom Einlaß
der Pumpenanordnung entfernt ist. Der Einlaß der Pumpenanordnung kann in Strömungsverbindung
mit einer Halbleiterverarbeitungskammer stehen, in welcher eine saubere bzw. ölfreie
Umgebung verlangt wird.
Die Antriebswelle 32 wird von einem Motor 34 angetrieben,
der, wie dargestellt, von den Teilen 22 und 24 des Gehäuses
abgestütz wird. Der Motor kann in irgendeiner zweckmäßigen Position
in der Vakuumpumpenanordnung abgestützt sein. Der Motor 34 ist dafür
ausgelegt, den regenerativen Pumpenmechanismus 14, den Molekularpumpenmechanismus
20 und dem Molekularpumpenmechanismus 12 anzutreiben. Im allgemeinen
erfordert ein regenerativer Pumpenmechanismus mehr Betriebsleistung als ein Molekularpumpenmechanismus,
da der regenerative Pumpenmechanismus bei Drücken nahe Atmosphärendruck
betrieben wird, wo Wind- und Luftwiderstand relativ hoch sind. Ein Turbomolekularpumpenmechanismus
oder Molekularpumpenmechanismus braucht relativ weniger Betriebsleistung, und daher
ist ein zum Betreiben einer regenerativen Pumpe gewählter Motor im allgemeinen
auch zum Antreiben eines Turbomolekularpumpenmechanismus oder Molekularpumpenmechanismus
geeignet. Der regenerative Pumpenmechanismus umfasst einen Rotor, der relativ zur
Antriebswelle 32 ist. Wie dargestellt, umfasst der regenerative Pumpenmechanismus
14 drei Pumpenstufen, und für jede Stufe verläuft eine umfangsmäßige
Anordnung von Rotorblättern 38 im wesentlichen orthogonal von einer
Fläche des Rotorkörpers 36. Die Rotorblätter 38
der Teilanordnungen laufen axial in jeweils umfangsmäßige Pumpenkanäle
40 hinein, die konzentrisch im Teil 26 angeordnet sind, das den
Stator des regenerativen Pumpenmechanismus 14 bildet. Im Betrieb dreht
die Antriebswelle 32 den Rotorkörper 36, was bewirkt, dass
die Rotorblätter 38 durch die Pumpenkanäle hindurchlaufen und
Gas vom Einlaß 42 der Reihe nach durch den radial äußeren
Pumpenkanal, den radial mittleren Pumpenkanal und den radial inneren Pumpenkanal
fördern, wo es aus dem Auslaß 44 bei Drücken nahe oder mit
Atmosphärendruck ausgestoßen wird.
Zwei zylindrische Molekularpumpenzylinder 46, die zusammen
die Rotoren des Molekularpumpenmechanismus 20 bilden, verlaufen orthogonal
vom Rotorkörper 36. Die Molekularpumpenzylinder 46 sind aus
Kohlefaserkompositmaterial hergestellt, das sowohl fest als auch leicht ist. Die
Verringerung der Masse bei Verwendung von Kohlefaserkompositmaterial-Molekularpumpenzylindern
erzeugt weniger Trägheit, wenn der Molekularpumpenmechanismus sich in Betrieb
befindet. Dementsprechend lässt sich die Drehzahl des Molekularpumpenmechanismus
leichter beherrschen.
Der schematisch dargestellte Molekularpumpenmechanismus
20 ist eine Holweck-Molekularpumpe, bei welcher Statorteile 48
einen spiraligen Kanal zwischen der Innenwandfläche des Gehäuseteils
24 und dem Pumpenzylinder 46 bilden. Es sind drei PUmpenstufen
dargestellt, von denen jede einen spiraligen Pfad für Gas bildet, das zwischen
dem Rotor und dem Stator strömt. Die Gasströmung folgt einem Pfad, der
aufeinanderfolgend durch die Molekularpumpenstufe in Reihe verläuft.
Der Molekularpumpenmechanismus 12 wird an einem Ende der
Antriebswelle 32 distal von dem regenerativen Pumpenmechanismus
14 angetrieben. Die Antriebswelle 32 kann gegebenenfalls durch
Hilfslager abgestützt sein. Ein magnetisches Lager 54 ist zwischen
dem Rotorkörper 52 und einem zylindrischen Teil 56 vorgesehen,
der relativ zum Gehäuse 22 feststeht. Ein passives magnetisches Lager
ist dargestellt, bei welchem gleiche Pole eines Magneten einander abstoßen,
was einer Radialbewegung des Rotorkörpers 52 relativ zu der zentralen
Achse A entgegenwirkt. Andere Arten geeigneter Lager können nach Bedarf eingesetzt
werden. Eine umfangsmäßige Anordnung abgewinkelter Rotorblätter
58 verläuft radial auswärts vom Rotorkörper 52.
Bei etwa der halben radialen Länge der Rotorblätter ist ein ringförmiger
Stützring 60 vorgesehen, an welchem der Molekularpumpenzylinder bzw.
Rotor 62 des Molekularpumpenmechanismus 18 befestigt ist, so dass
die Rotorblätter des Turbomolekularpumpenmechanismus den Rotor des Molekularpumpenmechanismus
tragen. Der Molekularpumpenmechanismus 18 weist zwei Stufen in Parallelschaltung
mit einem einzigen Molekularpumpenzylinder 62 auf, wobei eine Stufe radial
innerhalb desselben und eine Stufe radial außerhalb desselben angeordnet ist.
Jede der Stufen umfasst Statorteile 64 mit sich verjüngenden inneren
Wänden 66 des Gehäuses 22, die einen spiraligen Molekulargasströmungskanal
bilden. Ein Auslaß 68 ist zum Ausstoßen von Gas aus dem Molekularpumpenmechanismus
18 vorgesehen.
Die Verwendung der Rotorblätter des Turbomolekularpumpenmechanismus
16 zum Tragen des Rotors des Molekularpumpenmechanismus 18 vermeidet
die Notwendigkeit des Vorsehens einer separaten Tragplatte für den Rotor des
Molekularpumpenmechanismus, wie sie bei dem oben beschriebenen
Stand der Technik benutzt wird. Daher ist der Molekularpumpenmechanismus weniger
kompliziert und kompakter als im Stand der Technik. Es versteht sich außerdem,
dass die Tragplatte, obwohl eine mit Öffnungen versehene Tragplatte, in gewissem
Maße die Gasströmung zwischen dem Turbomolekularpumpenmechanismus und
dem Molekularpumpenmechanismus reduziert und daher als Behinderung der Effizienz
wirkt. Bei der Anordnung nach 1 besteht keine solche
Behinderung, wo Gas frei aus dem Turbomolekularpumpenmechanismus in den Molekularpumpenmechanismus
strömen kann.
Die 2 bis 5
zeigen den Rotor des Turbomolekularpumpenmechanismus 16 mehr im einzelnen.
Der Rotor umfasst den Rotorkörper 52, der eine Nabe zur Verbindung
mit der Antriebswelle 32 (in diesen Figuren nicht dargestellt) bildet.
Radial vom Rotorkörper 52 verläuft die Mehrzahl abgewinkelter
Rotorblätter 58. Einstückig mit den Rotorblättern
58 ausgebildet ist der Ring 60, der an einem mittigen radialen
Teil der Rotorblätter oder auf etwa ihrer halben Länge angeordnet ist.
Der Rotor oder Zylinder des Molekularpumpenmechanismus ist an dem Ring mittels eines
geeigneten Verfahrens befestigt, so dass die Rotorblätter den Rotor des Molekularpumpenmechanismus
tragen können.
Während des normalen Betriebs ist der Einlaß 70
der Pumpenanordnung 10 mit einer Kammer verbunden, deren Druck abgesenkt
werden soll. Der Motor 34 dreht die Antriebswelle 32, die wiederum
den Rotorkörper 36 und den Rotorkörper 52 antreibt.
Gas in molekularen Strömungsbedingungen wird durch den Einlaß
70 in den Turbomolekularpumpenmechanismus 16 eingesaugt, wo es
durch die Rotorblätter 58 entlang der beiden parallelen Molekularpumpenstufen
18 und durch den Auslaß 68 gedrängt wird. Gas wird dann
durch die drei in Reihe angeordneten Stufen des Molekularpumpenmechanismus
20 eingesaugt und durch den Einlaß 42 in den regenerativen
Pumpenmechanismus. Gas wird auf atmosphärischem Druck oder ungefähr da
durch die Auslassöffnung 44 ausgestoßen.
Es folgt nun eine Beschreibung einer weiteren Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung. Der Kürze halber wird die weitere Ausfürhungsform
nur in Bezug auf diejenigen Teile erörtert, die verschieden von der ersten
Ausführungsform sind, und für gleiche Teile werden gleiche Bezugszahlen
verwendet.
6 zeigt eine Vakuumpumpenanordnung 100, bei
welcher der Molekularpumpenmechanismus 12 einen Turbomolekularpumpenmechanismus
16 mit zwei in Reihe angeordneten Pumpenstufen hat. Zwei Anordnungen abgewinkelter
Rotorblätter 58 verlaufen radial auswärts von der Nabe des Rotorkörpers
52, wobei eine Statorformation 72 zwischen den Anordnungen angeordnet
ist. Die Rotorblätter der stromabwärtigen oder letzten Stufe des Turbomolekularpumpenmechanismus
tragen den Rotor des Molekularpumpenmechanismus und sind mit dem Ring
60 versehen, an welchem der Rotor des Molekularpumpenmechanismus befestigt.
Bei einer Modifizierung der oben beschriebenen Ausführungsformen
umfasst der Molekularpumpenmechanismus 18 mehr als einen Molekularpumpenzylinder
oder Rotor 62, der von den Rotorblättern 38 des Turbomolekularpumpenmechanismus
16 getragen wird. Die Turboblätter können daher mit radial beabstandeten
Ringen versehen sein, an denen entsprechenden Molekularpumpenrotoren befestigt sind.
Bei dieser Anordnung, wenn beispielsweise drei Molekularpumpenrotoren vorhanden
sind, können bis zu sechs parallele Molekularpumpenstufen vorhanden sein, wobei
zwei parallele Pumpenpfade radial einwärts und radial auswärts jedes Rotors
verlaufen.
Obwohl die vorliegende Erfindung mit Bezug auf die 1
und 6 beschrieben worden sind, in welchen der Molekularpumpenmechanismus
12 durch eine gemeinsame Welle mit dem regenerativen Pumpenmechanismus
14 angetrieben wird und die zusammen eine Pumpeneinheit bilden, ist die
vorliegende Erfindung nicht in dieser Weise beschränkt. Alternativ kann der
Molekularpumpenmechanismus eine Pumpeneinheit bilden, die vom regenerativen Pumpenmechanismus
getrennt ist, und die beide durch separate Motoren und separate Antriebswellen angetrieben
werden.