Hintergrund
Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf eine Probenahmevorrichtung
für die thermische Analyse von erstarrendem Metall, insbesondere für die
thermische Analyse bei der Herstellung von Gussteilen.
Die thermische Analyse ist eine Technik, welche Variationen des Temperaturwechsels
von geschmolzenen Substanzen während der Erstarrung beobachtet, um fähig
zu sein, die Feinstruktur zu bestimmen und folglich die Eigenschaften der Substanzen
im festen Zustand zu bestimmen. Dieses erfolgt durch das Nehmen von Proben aus der
Schmelze, Überführen der Probe in ein Probegefäß und Aufzeichnen
und Bewerten einer zeitabhängigen Temperaturänderung in der Probe während
des Erstarrens, mit Hilfe von temperaturempfindlichen Sensoreinrichtungen, wie Thermoelemente
oder andere im Stand der Technik bekannte Vorrichtungen.
Wenn die thermische Analyse zum Aufzeichnen der Erstarrung von geschmolzenen
Metallen, wie von Gusseisen mit Vermikulargrafit (CGI) benutzt wird, ist es wichtig,
dass die Analyse unter den gleichen geometrischen und thermischen Bedingungen erfolgt,
wie diese in den Gussteilen vorliegen. Der Beitrag des Probegefäßes besteht
darin, dass Kühlen während des Erstarrens der Probe aus geschmolzenem
Metall zu steuern, derart, dass die geometrischen und thermischen Bedingungen im
Probekörper mit denen vergleichbar sind, die in den Gussteilen vorliegen. Die
Fähigkeit zum exakten Messen des Erstarrungsverhaltens des geschmolzenen Metalls
gestattet einer Gießerei ihren Prozess zu steuern und eine hohe Produktionsqualität
zu gewährleisten.
Probegefäße für die thermische Analyse sind in einer
Vielzahl von Gestaltungen bekannt. Diese können zur Verwendung mit Aluminiumschmelzen
aus Grafit hergestellt sein oder können aus einem keramischen Werkstoff bestehen,
wenn ihre Verwendung mit Gusseisen beabsichtigt ist. Wegen Auflösung und/oder
thermischem Ungleichgewicht können sie jedoch nicht aus Stahl bestehen.
Ein Nachteil vieler Gefäße besteht darin, dass sie aus Werkstoffen
gemacht sind, welche schwer zu bearbeiten sind. Ein anderer Nachteil ergibt sich
daraus, dass sie in das (schmelzflüssige) Metall eingetaucht werden, wenn eine
Probe genommen wird, was die Gefahr thermischer Schockrisse in sich birgt, insbesondere,
wenn sie aus keramischen Werkstoffen bestehen, wodurch sie leicht reißen.
Die WO-A1-96/23206
beschreibt ein Probegefäß, welches in ein Bad eines zu analysierenden
geschmolzenen Metalls eingetaucht wird. Es wird ein Probegefäß beschrieben
in Form eines doppelwandigen Stahlgefäßes mit einem Raum zwischen den
Wänden, mit einer geringen radialen Wärmeleitfähigkeit. Der Raum
kann mit einem isolierenden Gas, wie Luft, gefüllt werden. Die Innenwand des
Gefäßes ist dünn und beinhaltet demzufolge eine geringe Wärmekapazität,
so dass es leicht sein wird, innerhalb kurzer Zeit stabile thermische Bedingungen
zu erhalten. Ferner werden Wärmeverluste aus der Außenoberfläche
der Innenwand nicht in die Umgebungsluft entlassen, weil eine als Strahlungsschild
wirkende Außenwand die Innenwand und den isolierenden Raum zwischen den Wänden
umgibt.
Das vorstehend erwähnte Probegefäß gemäß
WO-A1-96/23206 ist durchaus geeignet
für die thermische Analyse bei der Herstellung von Gusseisen mit Vermikulargrafit
wegen seiner speziellen Eigenschaften. Dieses Gefäß ist jedoch teuer in
der Herstellung, was einen Nachteil darstellt, da es nur einmal benutzt werden kann.
Die Thermoelemente sind eigens positioniert, d.h., dass eines nahe der Innenwand
positioniert ist und eines in einer Position welche sich bemüht, das Zentrum
einer hypothetischen Kugel aus geschmolzenem Metall zu simulieren mit gleichförmigem
Wärmeverlust pro Flächeneinheit. Tatsächlich ist der Wärmeverlust
aus dem Bodenabschnitt weit geringer als aus der Oberseite. Ein Grund für dieses
ungleichförmige Verhalten ist darin zu sehen, dass der offene obere Abschnitt
weit mehr Wärme je Flächeneinheit abgibt als der abgerundete Bodenabschnitt.
Ein weiterer Grund liegt darin, dass der Kontakt zwischen den beiden Oberflächen
an der oberen Verbindung der Wärme gestatten, den isolierenden Luftraum zu
umgehen. Darin liegt ein beträchtlicher Nachteil, weil sich korrekte Ergebnisse
nicht immer erzielen lassen.
Es ist äußerst wichtig mit einer vergleichbaren Geschwindigkeit
wie diejenige der zu kontrollierenden Gussteile abzukühlen. Abkühlen unter
Gleichgewichtsbedingungen würde zu lange dauern, um von praktischem Wert für
die Prozesssteuerung zu sein, beispielsweise für die Herstellung von Gusseisen
mit Vermikulargrafit, weil Ergebnisse nicht zur Verfügung stünden bevor
der Gießprozess abgeschlossen ist. Außerdem würde Abkühlen unter
Gleichgewichtsbedingungen nicht zu einem Material mit vergleichbarem Feingefüge
führen.
Weiterhin ist es wichtig, dass die Probenahmevorrichtung nicht zu
teuer ist, weil sie nur einmal benutzt werden kann. Weil spezielle genaue Messelemente,
wie Thermoelemente teuer sind, wird bevorzugt, sie mehrfach zu benutzen. Ein Hauptnachteil
vieler bekannter Probevorrichtungen ist, dass die recht teuren Thermoelemente nur
einmal benutzt werden.
Ein anderer Nachteil besteht darin, dass es schwierig ist, große
Serien von Probegefäßen zu niedrigen Kosten herzustellen, wobei alle Gefäße
vergleichbare Eigenschaften hinsichtlich geometrischer und thermischer Bedingungen
etc. aufweisen.
Offenbarung der Erfindung
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, diese beträchtlichen
Nachteile zu überwinden durch Verwendung einer verbesserten Probenahmevorrichtung,
mit einem Probebehälter mit kontrolliertem Wärmeverlust je Flächeneinheit,
welcher eine Kugel aus geschmolzenem Metall simuliert, weil eine Kugel am gleichmäßigsten
ist und deshalb die am besten geeignete und zuverlässige Gestalt für die
thermische Analyse. Diese Probenahmevorrichtung mit kontrolliertem Wärmeverlust
je Flächeneinheit simuliert eine sphärische Erstarrung der Metallschmelze
im Inneren des Probebehälters, hat aber keine sphärische Gestalt, z.B.
wegen herstellungsbedingter Beschränkungen. Die Probenahmevorrichtung nach
der Erfindung umfasst einen doppelwandigen Behälter, der mit einem Strahlungsschild
an der Oberseite und mit einem kontrollierten Raum zwischen den Wandungen versehen
ist, wobei diese Vorrichtung einen besser kontrollierten Wärmeverlust zeigt,
nicht bei hohen Temperaturen versagt, nicht teuer ist und eine verbesserte Positionierung
der temperaturabhängigen Sensoreinrichtungen, wie von Thermoelementen aufweist,
welche leicht ausgebaut und wieder verwendet werden können.
Ein weiteres wichtiges Problem, welches die vorliegende Erfindung
löst, besteht in dem Verschieben eines thermischen Zentrums der simulierten
Kugel aus geschmolzenem Metall, welche sich nach unten verschiebt sobald die freiliegende
obere Oberfläche der Probe im Inneren des Behälters erstarrt.
Alle diese Bedürfnisse werden befriedigt mit Hilfe des Behälters
mit den im beigefügten Patentanspruch 1 angegebenen Merkmalen. Bis jetzt stand
eine solche Probenahmevorrichtung nicht zur Verfügung.
Die Probenahmevorrichtung ist für einmalige Verwendung vorgesehen,
ist preiswert und erbringt reproduzierbare geometrische und thermische Konditionen.
Es ist gefunden worden, dass von der Außenoberfläche der
Behälterinnenwand abgegebene Wärme nicht notwendigerweise in die Umgebungsluft
entlassen werden muss, da dieses es sehr schwierig machen würde, eine gesteuerte,
langsame und reproduzierbare Wärmeabfuhrrate zu erzielen. Deshalb liegt der
Zweck der Außenwand darin, zusammen mit der Innenwand einen Raum zwischen den
Wänden zu definieren, welcher steuert wo Wärme aus dem Boden und den Seiten
des erstarrenden Metalls verlorengeht.
Folglich ist der Raum zwischen der inneren und der äußeren
Wand ein wichtiger Parameter zum Regulieren des Wärmeverlustes durch Strahlung
und Wärmeleitung. Wenn dieser Raum evakuiert ist oder mit einem transparenten
Material, wie mit Luft, gefüllt ist, kann Strahlung ein wichtiger Wärmeübergangsmechanismus
sein. Steigt die Temperatur des in der Probenahmevorrichtung erstarrenden Metalls
an, so wird Strahlung zunehmend wichtiger, weil ihre Wirkung mit der vierten Potenz
der absoluten Temperatur zunimmt.
Durch Auswählen und gänzliches oder teilweises Füllen
des Raumes mit einem geeigneten Medium, und/oder durch Verändern der Höhe
des Raumes ist es möglich, die Geometrie der Wärmeabfuhrrate der Probenahmevorrichtung
an die Werte anzugleichen, die von der thermischen Analyse benötigt werden.
Das Medium kann irgendein bekanntes und geeignetes Medium sein, so wie Sand, Vermiculit,
Glimmer, Magnesiumoxid, Chlorit, verschiedene Keramiken oder Kombinationen derselben,
aber bevorzugt ist ein Gas, wie Luft, wegen der Kosten. In einer bevorzugten Ausführungsform
beträgt ein Abstand (d1) zwischen den Wänden in dem abgeflachten Bodenabschnitt
des Behälters lediglich 5–50 %, vorzugsweise etwa 20 % eines Abstandes
(d2), zwischen den Seitenwänden des Behälters, wodurch der Wärmeverlust
durch Wärmeleitung aus dem Boden ansteigt. Wegen des verringerten Raumes am
Boden des Behälters wird der Wärmeverlust durch Wärmeleitung am Boden
erhöht, was den Wärmeverlust aus dem offenen oberen Bereich des Behälters
ausgleicht, wodurch ein Wärmeverlust simuliert wird, wie er bei der sphärischen
Erstarrung einer Kugel aus geschmolzenem Metall auftritt.
Ein anderer Parameter von höchster Bedeutung ist die Gestalt
des Behälters. Um in eine Schutzröhre abgeschlossene wärmeempfindliche
Sensoren in einem gewissen Abstand von der Innenoberfläche der Innenwandung
zu positionieren, hat der Behälter eine abgeflachte Bodenfläche. Aus praktischen
Erwägungen während der Herstellung haben beide Wandungen, d.h. die Innenwand
und die Außenwand abgeflachte Boden. Die Fläche des abgeflachten Bodenteils
der inneren Wand ist wenigstens so groß wie die Fläche eines die Sensoreinrichtung
enthaltenden Schutzrohres, um einen konstanten Abschnitt bis zum Ende dieses Rohres
zu gewährleisten. In einer bevorzugten Ausführungsform ist der Durchmesser
der abgeflachten Bodenfläche zweimal so groß wie der Durchmesser der Schutzrohr-Fläche,
vorzugsweise noch größer. Das Schutzrohr, welches teilweise in das erstarrende
Metall in dem Behälter eintaucht ist an dem der Bodenfläche zugewandten
Ende verschlossen. Ein offenes Schutzrohr funktioniert nicht weil
die Sensoreinrichtung leicht zerstört wird.
Außerdem ist der obere Abschnitt (Mund) des Behälters von
höchster Bedeutung. Wärmeverluste würden normalerweise groß
sein, sofern dieser Teil nicht mit einem Deckel verschlossen ist. Deshalb wirkt
das Trägerelement (vgl. 1, Bezugszeichen 15) welches
ein Strahlungsschild umfasst, welches die Thermoelemente positioniert und mit Hilfe
von Dübeln an dem Behälter befestigt ist, wie ein Deckel, um den Strahlungswärmeverlust
aus dem oberen Bereich der Metallprobe zu verringern. Andernfalls würde der
obere Bereich der Probenahmevorrichtung wie ein kalter Körper wirken und zu
viel Strahlung aus dem warmen Behälter absorbieren. Dieses simuliert den Wärmeverlust
aus einer Kugel aus geschmolzenem Metall unter Erstarrungsbedingungen, weil es den
langsameren Wärmeverlust aus dem Boden des Behälters ausgleicht.
Die von der anfänglichen Bildung von Lamellengrafit in der dicht
bei der Wand gelegenen Region freigesetzte Wärmemenge ist sehr klein und in
der Tat unzureichend, um als Steuerparameter dienen zu können. Wenn jedoch
die Gestalt der Bodenprobe des Behälters vorherrschend sphärisch ist und
wenn die Probenahmevorrichtung vorgewärmt wird (beispielsweise durch Eintauchen
in geschmolzenes Eisen), wodurch die Bildung einer Abschreckzone aus erstarrtem
Eisen in der wandnahen Region vermieden wird und, wenn die Probenahmevorrichtung
frei hängen kann, so dass keine Wärme in einen Boden oder in ein Standgerüst
abgeführt wird, so kann sich ein günstiger Konvektionsstrom innerhalb
des in der Probenahmevorrichtung enthaltenen geschmolzenen Eisens entwickeln. Diese
Konvektionsströme "spülen" den Lamellengrafit weg von den vorgewärmten
oberen Behälterwänden der Probenahmevorrichtung und konzentrieren wirksam
das Lamellenwachstum in einer flussmäßig separierten Region an der Basis
des im Wesentlichen sphärischen Behälters.
Die Innenwand des Behälters ist vorzugsweise ziemlich dünn
und/oder besteht aus einem Material mit einer niedrigen spezifischen Wärmekapazität
um der Innenwand eine wünschenswerte niedrige Gesamtwärmekapazität
zu erteilen. Zusätzlich hat die Innenwand vorzugsweise einen hohen Gesamtwärmeübergangskoeffizienten,
um die Temperatur der Probenquantität und der Wand auszugleichen. Wenn der
Gesamtwärmeübergangskoeffizient hoch ist, so ist die erforderliche Zeit
für den Transfer der Wärmemenge kurz.
Die Innenwand kann aus jeglichem Material bestehen, welches über
die obengenannten thermischen Eigenschaften verfügt, wobei thermische Stabilität
in der Probe zu nehmenden Metallschmelze gefordert ist. Typischerweise werden ein
Metall oder eine Legierung verwendet. Werkstoffe, die nicht teuer sind und eine
zuverlässige Massenproduktion gestatten, wie insbesondere Stahl, sind bevorzugt.
Es ist auch möglich, die Farbe und/oder den Oberflächenfinish
zu ändern, um die Strahlungscharakteristika der Wände zu modifizieren.
Die Innenfläche der Innenwand des Behälters ist vorzugsweise
mit einer Schutzbarriere beschichtet, um diese Wand vor Lösen in oder Reagieren
mit der heißen flüssigen Metallprobe zu schützen. Solche Schutzbeschichtungen
können auch auf die Außenoberflächen der Außenwand aufgetragen
sein, insbesondere weil der Behälter dazu bestimmt ist, bei der Probenahme
in heißes flüssiges Metall eingetaucht zu werden. Die Schutzbeschichtung
beeinträchtigt das thermische Gleichgewicht nicht, weil sie sehr dünn
ist. Die Beschichtung ist jedoch kritisch hinsichtlich der Bestimmung des Erstattungsverhaltens.
Die Beschichtung kann inert sein oder mit reaktiven Substanzen dotiert sein, um
Mg zu verbrauchen und die Bildung von Lamellengrafit in der Nähe der bodentemperaturempfindlichen
Sensoreinrichtungen zu induzieren. Dieses ist offenbart in der schwedischen Patentanmeldung
9704208-9, wobei sich weitergehende Informationen aus der schwedischen Patentanmeldung
9003289-7 ergeben. Die Schutzbeschichtung kann aus jeglichem feuerbeständigen
Oxid bestehen, wie aus Aluminiumoxid, Magnesiumoxid, Zirconiumoxid, Siliciumcarbid,
usw.
Bevorzugte Oberflächenbehandlungen für die Innenfläche
der Innenwand und/oder für die Außenfläche der Außenwand sind
in den Patentansprüchen 7 und 10 angegeben. Bevorzugte Behandlungen des Schutzrohres
sind in Patentanspruch 10 angegeben.
Die temperaturempfindlichen Sensoreinrichtungen sind in einem Trägerelement
gehaltert, welches die Sensoreinrichtung führt und an ihrem Platz festhält.
Die Sensoren für die thermische Analyse sind allgemein Thermoelemente, obgleich
die vorliegende Erfindung nicht in diesem Sinne beschränkt ist; jeglicher Sensor,
der für die thermische Analyse erstarrenden Metalls geeignet ist, kann gebraucht
werden. Beispielsweise ist in der schwedischen Patentanmeldung 9600720-8 die Infrarot-Pyrometrie
erwähnt.
Die Sensorvorrichtungen für die thermische Analyse, im Folgenden
"Thermoelemente", sind in einem konzentrisch angeordneten Schutzrohr eingeschlossen,
welches zum Teil in das in dem Behälter erstarrende Metall eingetaucht wird.
Das ein verschlossenes Ende aufweisende Schutzrohr wird in dem Trägerelement
und einem dabei ausgebildeten Strahlungsschild positioniert und gehalten, d.h.,
an zwei Punkten fixiert. Ein Thermoelement (Messteil) ist in das
geschlossene Ende des Rohres eingeführt und zwar in einer Weise, dass es leicht
entnommen werden kann. Es ist auch wichtig, einen zweiten Thermoelement-Messpunkt
(Messteil) innerhalb des thermischen Zentrums anzuordnen, um zu vermeiden, dass
die Abkühlkurven während der Messdauer wegwandern. Aus diesem Grunde ist
ein zweites Thermoelement (Messteil), gleichfalls entnehmbar, in das Schutzrohr
eingeschoben, und zwar im thermischen Zentrum der geschmolzenen Probe, vorzugsweise
in einem Abstand c von etwa 2/3 der Gesamthöhe a des inneren Behälters.
Weil die Thermoelemente herausnehmbar sind, können sie für eine Vielzahl
von Messungen verwendet werden. Das die beiden Thermoelemente umschließende
Rohr wird so dicht wie möglich an der abgeflachten inneren Bodenfläche
im Behälter angeordnet, darf aber nicht diese Fläche berühren. Es
ist wichtig sicherzustellen, dass das Schutzrohr vollständig von erstarrendem
Metall umgeben ist, wo weder Leerräume noch Blasen die Messungen beeinträchtigen
können. Ferner ist es von großer Bedeutung, dass die Thermoelemente gut
befestigt sind, damit sie sich nicht während der Analyse seitwärts bewegen.
Ein unpräzises Positionieren der Thermoelemente stellt einen beträchtlichen
Nachteil dar, welcher schwerwiegend mit den Messergebnissen kollidiert. So etwas
kann dadurch vermieden werden, dass die Thermoelemente akkurat in dem Trägerelement
und dem dabei gebildeten Strahlungsschild positioniert werden und das Schutzrohr,
welches die Thermoelemente enthält, präzise in seiner Position fixiert
wird. Der Abstand b vom geschlossenen Ende des Schutzrohres bis zum abgeflachten
Boden beträgt 1–10 % der Gesamthöhe a des inneren Behälters,
vorzugsweise etwa 5 %.
Das Schutzrohr kann aus Werkstoffen wie Stahl, vorzugsweise nicht
rostendem Stahl oder Quarzglas hergestellt sein. Stahlrohre erfordern normalerweise
eine Beschichtung.
Die Erfindung ist nicht auf die Verwendung lediglich eines Schutzrohres
oder eines Paar von Thermoelementen beschränkt. Es können so viele Thermoelemente
wie nötig in unterschiedlichen Abständen, d.h. unterschiedlichen Messpunkten
benutzt werden.
Kurzbeschreibung der Figuren
Die Erfindung wird im Folgenden unter Bezug auf die Zeichnung näher
beschrieben. In dieser zeigt
1 einen schematischen Querschnitt durch eine Probenahmevorrichtung
nach einer Ausführungsform der Erfindung, gestaltet zur Verwendung in Verbindung
mit der Produktion von Gusseisen mit Vermikulargrafit,
2 eine Darstellung von Strömungsbewegungen in
einer Probe von erstarrendem geschmolzenem Metall und wie diese Ströme die
Schicht aus Gusseisen mit Lamellengrafit beeinflussen, welches üblicherweise
in der Nähe der Behälterwand gebildet wird.
1 zeigt eine Probenahmevorrichtung 1 nach
der Erfindung, enthaltend einen doppelwandigen Probebehälter 2, welcher
im Wesentlichen zylindrisch ist, an der Oberseite offen ist und einen halbkugelförmigen
Bodenabschnitt 2b hat, der mit einem abgeflachten Teil 2c versehen
und mit einer Probemenge einer erstarrenden Metallschmelze durch Mundöffnung
12 des Behälters gefüllt wird. Temperaturabhängige Sensoreinrichtungen
4a–b für die thermische Analyse und ein Sensorträgerelement
15, umfassend ein Strahlungsschild 19 sind mit Hilfe von Stegen
16 an dem Behälter 2 befestigt. Das Trägerelement
15 und das Strahlungsschild 19 führen eine Schutzröhre
14, in welcher die Sensoreinrichtungen 4a–b in ihrer Position
fixiert eingeschlossen sind. Die Messteile 5a– b der temperaturempfindlichen
Sensoreinrichtungen 4a–b, im Folgenden "Thermoelemente" genannt,
sind in die Probequantität 3 eingetaucht.
Der Behälter besteht aus einer Innenwand 6 und einer
Außenwand 7, wobei beide aus dünnem Strahlblech bestehen, und
zwischen diesen Wänden ist ein Raum 8 definiert durch eine Außenfläche
9 der Innenwand 6 und die Innenfläche 10 der Außenwand
7. Ein Falz 11 verbindet die Wände 6 und
7 an der Mundöffnung 12 des Behälters 2. Der
Falz 11 kann auch als kontinuierliche Schweißung oder als Punktschweißung
ausgebildet sein. Der Raum 8 ist mit Luft gefüllt. Die beiden Thermoelemente
4a–b sind vertikal untereinander im Inneren des Schutzrohres
14 angeordnet, welches aus Stahl, Keramiken, Glas oder jedem anderen geeigneten
Werkstoff besteht, wobei das erste Thermoelement 4 (Messteil
5b) an einem Ort dicht an der Innenfläche 17 der Innenwand
6 angeordnet ist und das andere Thermoelement 4 (Messteil
5a) im thermischen Zentrum der Probequantität 3 platziert
ist. Ein Sensorträgerelement 15 ist vorgesehen, um das Schutzrohr
14 entnehmbar zu halten, welches die Thermoelemente 4 während
der Analyse in einer festen Position fixiert. Die Thermoelemente 4 sind
mit einer nicht dargestellten Thermoanalysenauswertungseinrichtung mit Hilfe eines
Kabels 13 verbunden, durch welches Messsignale von den Messteilen
5a–b zu der Einrichtung zum Zwecke der Analyse übertragen werden.
Das Ende des Schutzrohres 14 ist in einem Abstand b vom abgeflachten
Boden 2c des Behälters 2 entfernt angeordnet.
Während der Analyse strömt flüssige Metallschmelze
hinunter in den Behälter 2, zwischen den Stegen 16, nach
Eintauchen in das zu analysierende geschmolzene Metall.
Wie in 1 dargestellt, ist der Behälter
2 während der Analyse stets mit der gleichen Menge geschmolzenen Metalls
gefüllt. Jede Probe soll die gleiche Menge an geschmolzenem Metall umfassen,
um konsistente Wärmebedingungen sicherzustellen und konsistente Reaktionen
mit der reaktiven Beschichtung zu gewährleisten. Ein konsistentes Probenvolumen
ist ein Problem bei herkömmlichen thermischen Analysegefäßen, welchen
eine Befüllung durch Eingießen erfordern. Die vorliegende Erfindung mit
Füllen durch Eintauchen und einem großen Raum für den Metalleintritt
minimiert Bedingungsfehler und erleichtert die Probenahme.
Die Erfindung ist nicht auf die dargestellten Ausführungsbeispiele
beschränkt und lässt sich in weiteren Ausführungsformen verwirklichen.
Es versteht sich, dass es innerhalb des Könnens des Fachmannes liegt, geeignete
Modifikationen der Probenahmevorrichtungen vorzunehmen und dass diese Vorrichtung
nicht auf die Herstellung von Gusseisen mit Vermikulargrafit (CGI) oder anderer
Formen von allein Gusseisen beschränkt ist, sondern auch bei der Herstellung
einer Vielzahl anderer Metalle verwendet werden kann.
Die Probenahmevorrichtung ist vorzugsweise angepasst an die Verwendung
in Verbindung mit der Herstellung von Gusseisen mit Vermikulargrafit, entsprechend
des in der US-A-4,667,725 offenbarten Verfahrens.