Die Erfindung betrifft einen integriert optischen Lumineszenzsensor
mit einem Anregungslichtbündel mit einer ersten optischen Achse, mit einem
planaren Wellenleiter, mit einer mit dessen evaneszentem Feld wechselwirkenden Probe
und mit einem vom Wellenleiter abgehenden Detektionsstrahlengang mit einer zweiten
optischen Achse und mit einem Auskoppelgitter zur Auskopplung des im Wellenleiter
geführten Teils des Lumineszenzlichts, bei dem das mittels eines Lumineszenzdetektors
zu detektierende Lumineszenzlicht vom Anregunglicht räumlich getrennt ist.
Derartige Sensoren werden nach dem Stand der Technik eingesetzt,
um oberflächen-sensitive optische Stoff-Sensoren zu betreiben. In der Affinitäts-Sensorik
werden die nachzuweisenden Moleküle selektiv an die Sensoroberfläche gebunden
und durch die Wechselwirkung mit der geführten Lichtwelle nachgewiesen. Im
Falle der direkten Affinitäts-Sensorik geschieht dies durch die Messung von
Brechzahländerungen, alternativ kann die von der geführten Welle angeregte
Lumineszenzstrahlung nachgewiesen werden.
Die Verwendung planarer Wellenleiter zum Nachweis lumineszierender
Substanzen ist in
D. Christensen et al. Proc. SPIE 1886 (1993), 2-8
beschrieben. Der Strahlengang liegt in einer Ebene, so dass zur Unterdrückung
von Reflexionen und Streulicht (z.B. von den Sensorkanten) die Verwendung von dichroitischen
Strahlteilern und von Kantenfiltern notwendig ist, mit Nachteilen für den dynamischen
Bereich und die Nachweisempfindlichkeit.
Sensoren mit planaren Wellenleitern und einem oder mehreren
Gitterkopplern zum Ein- und/oder Auskoppeln der geführten Wellen sind z.B.
aus
WO 93/01487
bekannt, jedoch nur für die direkte Nachweismethode über die
Brechzahländerung.
Für die Verwendung dieser Anordnungen zum Lumineszenznachweis
kann von Nachteil sein, dass generell die Strahlführung in einer optischen
Ebene senkrecht zur Wellenleiteroberfläche erfolgt (d.h. k-Vektoren von ein-
und ausgekoppelter Strahlung liegen in einer optischen Ebene). Daher sind für
die Separation von Anregungs- und Lumineszenzlicht, sowie zur Unterdrückung
von Reflexionen und Streulicht, auch hier Massnahmen wie dichroitische Strahlteiler,
Blenden, Interferenz-, Notch- oder Kantenfilter notwendig.
Auch bei der in
US-A-5,081,012
beschriebenen Anordnung unter Verwendung von Koppelgittern erfolgt die
Kopplung von Anregungs- und Lumineszenzlicht kollinear oder Anregungs- und Lumineszenzstrahlengang
liegen in einer optischen Ebene. Zur räumlichen Separation dieser Lichtanteile
müssen gekrümmte Gitterlinien verwendet werden, die zu einer sehr aufwendigen
Fertigung des Sensorelementes führen.
Ein Verfahren und eine Anordnung dieser Art sind auch in
der
WO 95/33198
beschrieben.
Die Erfindung geht von der Aufgabe aus, eine hintergrundarme,
hochempfindliche Lumineszenz-Detektion unter Verwendung einer optischen Sensorplattform
mit einem Koppelgitter zu ermöglichen, bei der durch die Strahlführung
von Anregungs- und Lumineszenzlicht oder zusätzlich durch Verwendung unterschiedlicher
Polarisationseigenschaften von Anregungs- und Lumineszenzlicht eine räumliche
Trennung von Anregungslicht - einschliesslich Reflexionen - und Lumineszenzlicht
erreicht wird.
Die Aufgabe wird gelöst mit einem Lumineszenssensor
gemäss Anspruch 1.
Ein bevorzugter Integrierter optischer Lumineszenzsensor
umfasst
- ein Detektionssystem mit einem Detektionsstrahlengang (60, 61, kaus)
und einem Detektor (11), welches das Lumineszenzlicht nachweist, vorhanden ist,
- durch ein Einkoppelgitter (4) ein Anregungslichtbündel (A) in den Wellenleiter
(1) eingekoppelt wird, eine geführte Welle (5) ausbildet und so mit der Probe
(80) wechselwirkt und Lumineszenzlicht erzeugt.
Bei vorbekannten Sensoren waren diese in hochsymmetrischen
Anordnungen stets koplanar, so wie das bei "direkten" Sensoren, die Brechzahländerungen
auswerten, gebräuchlich und sinnvoll ist.
Die Lösung des Anspruchs 1 hebt die Symmetrie des
Sensors schon an der ersten möglichen Stelle auf und kippt die Eintrittsebene
gegen die Einkoppelebene. Der Kippwinkel (&thgr;) beträgt ca. 1° bis
30°, bevorzugt 2° bis 15° und orientiert sich am Divergenzwinkel
des Anregungslichtstrahls, aber auch des Detektionsstrahlenganges. Vorteilhafte
Weiterbildungen sind Gegenstand entsprechender Unteransprüche.
Vorzugsweise ist der Winkel (&thgr;) grösser als
der Divergenzwinkel des Anregungslichtbündels (A).
Anspruch 1 gibt dabei die Variante mit Erfassung der in
den Raum emittierten Lumineszenzstrahlung ohne Einfluss des Wellenleiters und die
Erfassung des in den Wellenleiter eingekoppelten Lumineszenzlichts mit Einsatz eines
Auskoppelgitters an. Auch die simultane Ausführung beider Detektionsarten ist
möglich und sinnvoll.
Diese Konfiguration ist besonders unempfindlich gegen kleine
Dejustierungen und Winkeländerungen. Dies ist vor allem beim Sensorwechsel
von grosser Bedeutung, sowie bei Fertigungstoleranzen des Sensors.
Ein weiterer Vorteil der erfindungsgemässen Anordnung
ist die mögliche kompakte Ausführung des Strahlführungssystems in
einem integrierten Modul, in dem alle zur Verwendung des Sensors notwendigen Lichtstrahlen
eingekoppelt, ausgekoppelt und detektiert werden können. Die ermöglichte
Miniaturisierung dient auch vorteilhaft zur Reduzierung von umweltbedingten Störeinflüssen,
wie z.B. Fremdlicht und Vibration.
Anspruch 5 betrifft ebenfalls die Erfassung des in den
Wellenleiters eingekoppelten Lumineszenzlichts, jedoch hier mit Einsatz des zur
Einkopplung des Anregungslichts vorgesehenen Einkoppelgitters. Diese Ausführung
wird dadurch ermöglicht, dass es für die Ausbreitungsrichtung des in den
Wellenleiter eingekoppelten und in diesem geführten Lumineszenzlichts überraschenderweise
keine Vorzugsrichtung gibt. Wiederum ist auch eine simultane Ausführung dieser
Detektionsart zusammen mit einer oder beiden zuvor beschriebenen Detektionsarten
möglich. Darüber hinaus hat diese Ausführung den Vorteil, dass sowohl
für die Einkopplung des Anregungslichts als auch für die Auskopplung des
im Wellenleiter geführten Lumineszenzlichts mit anschliessender Detektion dasselbe
Gitter verwendet werden kann.
Der Anspruch 6 betrifft die Ausprägung der schiefen
Geometrie mit dem Ziel, im Detektor für das Lumineszenzlicht möglichst
wenig Störung durch Anregungslicht zu erhalten. Möglich ist auch eine
(Ausführungs-)Form, wonach das Anregungslichtbündel und der Detektionsstrahlengang
in Querschnitt, Divergenz, Orientierung und Auftreffort auf dem Wellenleiter derart
ausgeführt sind, dass Licht aus dem Anregungslichtbündel nicht durch eine
einzige Reflexion an einer beliebigen Fläche in den Detektionsstrahlengang
gelangen kann.
Unterschiedliche Polarisationseigenschaften von Anregungs-
und Lumineszenzlicht können zusätzlich und gemäss Anspruch 7 grundsätzlich
dann vorteilhaft ausgenutzt werden, wenn vollständig polarisiertes Anregungslicht,
d. h. vollständig transversal magnetisch polarisiertes Anregungslicht (TM),
zur Anregung eines im Wellenleiter geführten TM-Modes, oder vollständig
transversal elektrisch polarisiertes Anregungslicht (TE), zur Anregung eines im
Wellenleiter geführten TE-Modes, verwendet wird. Von Vorteil ist es dabei,
gemäss Anspruch 8 für die Detektion des Lumineszenzlichtes eine von der
Polarisation des Anregungslichts verschiedene Polarisation auszuwählen.
Von besonderem Vorteil ist die polarisationsselektive Detektion
des in den Wellenleiter eingekoppelten und mit einem Koppelgitter ausgekoppelten
Teils des Lumineszenzlichts, da unterschiedlich polarisiertes Licht unter verschiedenen
Winkeln ausgekoppelt wird. Damit kann die räumliche Trennung von ausgekoppeltem
Anregungslicht und ausgekoppeltem Lumineszenzlicht, welche sich aus der spektralen
Verschiebung ergibt und in Auskopplung unter verschiedenen Winkeln resultiert, noch
deutlich vergrössert werden. Da die Ausbreitung von eingekoppeltem Lumineszenzlicht
im Wellenleiter überraschenderweise ohne Vorzugsrichtung geschieht, ist es
dabei möglich, eingekoppeltes Lumineszenzlicht sowohl an einem Auskoppelgitter
(7) als auch an dem zur Einkopplung des Anregungslichts verwendeten Gitter (4) auszukoppeln
und mit einem Detektor nachzuweisen. Bevorzugt ist bei der Verwendung von TE-polarisiertem
Anregungslicht den über ein Koppelgitter ausgekoppelten Anteil des in den Wellenleiter
eingekoppelten TM-polarisierten Lumineszenzlichts nachzuweisen, bzw. bei Verwendung
von TM-polarisiertem Anregungslicht den über ein Koppelgitter ausgekoppelten
Anteil des in den Wellenleiter eingekoppelten TE-polarisierten Lumineszenzlichts.
Berechnet man den in den Wellenleiter eingekoppelten Anteil
der Lumineszenz eines in unmittelbarer Nähe zum Wellenleiter abstrahlenden
Dipols mit Hilfe des sogenannten Helmholtz-Ansatzes, der z.B. in
Novotny, Journal of Optical Society of America A14, S. 91 (1997
), dargestellt ist, stellt sich überraschenderweise heraus, dass durch
die Wechselwirkung mit dem evaneszenten Feld des Wellenleiters die Lumineszenz lebensdauer
des Dipols abnimmt und bis zu dreimal mehr Photonen pro Zeiteinheit abgestrahlt
werden. Das Endergebnis dieser Rechnungen ist, dass diese zusätzlichen Photonen
in den Wellenleiter eingekoppelt werden. Der Anteil der in den Wellenleiter eingekoppelten
Lumineszenz kann somit bis zu dreimal so gross sein wie die vom ungestörten
Dipol in den gesamten Raumwinkel abgestrahlte Lichtintensität.
Das Ausführungsbeispiel 1 belegt diese Erkenntnis.
Weitere bevorzugte Ausführungsformen des erfindungsgemässen
integriert optischen Lumineszenzsensors sind solche, die aus einem einzigen wellenleitenden
Bereich in Verbindung mit einem Einkoppelgitter (4) oder einem Auskoppelgitter (7)
oder den beiden Gittern bestehen. Bevorzugt sind weiterhin erfindungsgemässe
Sensorplattformen, die aus mehreren getrennten wellenleitenden Bereichen bestehen.
Am Detektor ist bei den erfindungsgemässen Anordnungen
die Lumineszenzstrahlung räumlich vom Anregungslicht getrennt.
Die erfindungsgemässen Anordnungen werden anhand der
Zeichnungen näher erläutert, wobei die Zeichnungen lediglich beispielhafte
Ausführungsformen darstellen sollen. Die Zeichnungen sind nicht zur Einschränkung
der Erfindung heranzuziehen. Beispielsweise sind die verschiedenen Möglichkeiten
der vorangehend ausgeführten polarisationsseletiven Lumineszenzdetektion, sowie
die Übertragung der erfindungsgemässen Ausführungen des integriert
optischen Lumineszenzsensors auf Sensorplattformen mit mehreren getrennten wellenleitenden
Bereichen in den Zeichnungen nicht ausgeführt, gleichwohl aber, auch in Kombination
mit den zeichnerisch dargestellten Ausführungsformen, Teil der vorliegenden
Erfindung.
Es zeigen:
- Figur 1
- schematisch eine erfindungsgemässe Anordnung mit Nachweis der Volumenlumineszenz;
- Figur 2
- schematisch einen Lumineszenz-Wellenleitersensor mit Nachweis der Volumenlumineszenz
nach dem Stand der Technik mit koplanarem Strahlengang als Schnitt in der x-z-Ebene;
- Figur 3
- schematisch eine Abwandlung von Figur 2 mit "backward coupling";
- Figur 4a
- ein Schnitt in der x-z-Ebene einer Anordnung nach Figur 1;
- Figur 4b
- ein Schnitt in der y-z-Ebene der Anordnung nach Figur 1 bzw. 4a;
- Figur 5
- eine Anordnung entsprechend Figur 1 mit Blende in der Einkoppelebene im Schnitt;
- Figur 6
- schematisch eine erfindungsgemässe Anordnung mit Nachweis der in den Wellenleiter
eingekoppelten Lumineszenz;
- Figur 7
- eine Anordnung entsprechend Figur 6 im Schnitt der Einkoppelebene;
- Figur 8
- ein Schnitt in der x-z-Ebene einer bekannten Anordnung mit Wellenleiter-Detektion,
bei der Einfallsebene, Einkoppelebene und Nachweisrichtung koplanar sind (entspricht
Figur 1 der
WO 95/33198
);
- Figur 9a
- ein Schnitt in der x-z-Ebene durch eine Anordnung nach Figur 6;
- Figur 9b
- ein Schnitt in der y-z-Ebene zu Figur 9a.
Die Beispiele der Figuren 1 und 6 tragen unterschiedlichen
Verfahren für den Nachweis der Lumineszenzstrahlung Rechnung.
Figur 1 zeigt den Nachweis der Volumenlumineszenz:
Ein Anteil der von der geführten Welle angeregten
Lumineszenzstrahlung wird in den vollen Raum emittiert, dieser kann über eine
Sammeloptik erfasst werden (gemäss dem von der Optik erfassten Raumwinkel).
Figur 6 zeigt den Nachweis der in den Wellenleiter eingekoppelten
Lumineszenz. Komplementär zu der in den Raum emittierten Lumineszenzstrahlung
wird diese teilweise wieder als geführte Welle in den Wellenleiter eingekoppelt
und dort transportiert. Zum Nachweis kann hier ein Auskoppelgitter verwendet werden,
das vom Einkoppelgitter räumlich getrennt ist und gleiche oder unterschiedliche
Gitterperiode haben kann. Das Auskoppelgitter kann in einer weiteren bevorzugten
Geometrie auch mit dem Einkoppelgitter identisch sein.
In beiden Figuren ist die Flüssigkeitszelle zur Probenzuführung
nicht gezeigt.
Eine Auswahl unter den beiden Verfahren und Anordnungen
ist für die spezielle (gewünschte) Anwendung zu treffen, unter Berücksichtigung
von: Bindungslänge und Abstand der an der Wellenleiteroberfläche immobilisierten
Moleküle, effektiven Modenbrechwerten der im Wellenleiter geführten Strahlung
(abhängig von Brechzahl und Schichtdicke), Wellenleiter-Dämpfung bei Anregungs-
und Lumineszenz-Wellenlänge, Sensorfläche und -geometrie, Probenvolumen
über dem Sensor und Strömungsverhältnisse in der Probenzelle. Es
kann auch eine Kombination beider Verfahren angebracht sein.
Beim Nachweis der Volumenfluoreszenz gemäss Figur
1 wird durch ein Einkoppelgitter (4) in der Sensorebene (1) eine geführte Welle
(5) mit der Wellenlänge des einfallenden Lichtstrahls angeregt. Die vom evaneszenten
Feld der geführten Welle (5) angeregte Lumineszenz der Probe im Grenzbereich
zum Wellenleiter (1), die in den vollen Raumwinkel abgestrahlt wird, wird grossenteils
von einer Sammeloptik (6) unterhalb der Sensorebene (1) erfasst. Vom k-Vektor der
einfallenden Lichtstrahlen (kein) und der geführten Welle (5) wird
die Einfallsebene (2) aufgespannt, die Einkoppelebene (3) wird durch die Normale
zur Sensoroberfläche (1) und durch die geführte Welle (5) aufgespannt.
&thgr; ist der Winkel zwischen Einfallsebene (2) und Einkoppelebene
(3). Die Einstrahlung des Anregungslichts ausserhalb der Einkoppelebene (3) hat
zur Folge, dass die k-Vektoren der einfallenden Strahlung (kein) in der
von der Einkoppelebene (3) verschiedenen Einfallsebene (2) liegen. Weiterhin kann
durch die Verwendung von "backward coupling" - d.h. verschiedene Richtung der x-Komponenten
der k-Vektoren der einfallenden Lichtstrahlen (kein) und der geführten
Welle im Wellenleiter (1) - eine weitere räumliche Trennung durch die unterschiedliche
Ausbreitungsrichtung erzielt werden. Dadurch kann mittels einfacher Massnahmen sichergestellt
werden, dass keine direkten Strahlanteile des Anregungslichts in den Lumineszenzdetektor
gelangen, z.B. durch Schwärzung und Mattierung von Probenzelle und mechanischen
Einheiten nahe des Sensors, sowie durch Verwendung von Lichtfallen für die
transmittierten und reflektierten Teile (ktrans, kref) der
einfallenden Lichtstrahlen. Diese Massnahmen sind auch bei geringen Abweichungen
der Einkoppelgeometrie von den Soll-Werten vollständig wirksam.
Zur Erläuterung der Vorteile unterschiedlicher Einkoppel-
und Einfallsebene werden nachfolgend die Probleme im Detail dargestellt, die bei
Verzicht auf diese Massnahme, also nach dem Stand der Technik, bei der Detektionsmethode
Volumenfluoreszenz auftreten:
In Figur 2 ist ein Strahlengang für diesen Fall gezeigt,
die Anregungsstrahlung A wird in Richtung kein in der Einkoppelebene
x-z zugeführt. Ergänzend zu Figur 1 sind auch die Flüssigkeitszelle
(8) mit Probe (80) über der Sensorebene (1) und der Detektor (11) dargestellt,
sowie die Apertur der Sammeloptik (6) mit Detektionsstrahlengang (60) und dessen
optischer Achse (61). Für die Einkoppelung ist "forward coupling" gezeigt.
Der Einkoppelwinkel (&agr;) zwischen (kein) und Sensor-Normale ist
so gross zu wählen, dass der am Sensor reflektierte Anteil nicht direkt über
die Apertur der Sammeloptik (6) auf den Detektor (11) gelangen kann. Zur Veranschaulichung
sind in Figur 2 zwei Fälle mit zu geringem (kein1, kref1,
durchgezogen) und ausreichend grossem (kein2, kref2, gestrichelt)
Einkoppelwinkel (&agr;) gezeigt. Da der minimal notwendige Einkoppelwinkel (&agr;)
von der Apertur der Sammeloptik (6) bestimmt wird, erfordert eine lichtstarke Sammeloptik
hoher Apertur Einkoppelwinkel weit ausserhalb der Senkrechten auf die Sensorebene.
Durch den grossen Einkoppelwinkel wird die konstruktive
Ausführung des optischen Moduls für den Betrieb des Wellenleiter-Sensors
gegenüber einer Version mit Winkeln nahe der Sensor-Normalen deutlich aufwendiger.
Weiterhin kann auch bei ausreichend grossem Einkoppelwinkel
(&agr;) die reflektierte Anregungsstrahlung (kref) bereits durch eine
einfache Reflexion an einer Wandung (13) auf den Detektor (11) treffen. Auch bei
Einsatz bekannter Massnahmen zur Unterdrückung von Streulicht, wie z.B. Mattierung
und Schwärzung der Oberflächen (13), ist damit die Gefahr einer Störlichterzeugung
mit Einfluss auf den Detektor (11) gegeben. Nach dem Stand der Technik werden bei
Lumineszenzdetektion Kanten- oder Bandpassfilter zur Separation von Lumineszenz-
und Anregungslicht verwendet. Bei gegebenem Sperrverhältnis der Filter limitiert
das Niveau der Störstrahlung bei der Anregungswellenlänge die Auflösung
des Messverfahrens.
Alternativ zu Figur 2 zeigt Figur 3 einen Strahlengang,
bei dem einige der oben genannten Probleme durch Einsatz von "backward coupling"
zur Anregung der geführten Welle vermieden werden. Auch in diesem Fall sollten
Einkoppelwinkel &agr; > 30° vermieden werden, in Figur 3 ist dazu als
Beispiel die Einkopplung durch die Sammeloptik (6) hindurch gezeigt. Diese Konfiguration
ist speziell für die hochempfindliche Lumineszenzdetektion von Nachteil: auch
durch Streuung an den Oberflächen der verwendeten optischen Komponenten, vor
allem Spiegel (14) und Sammeloptik (6), kann Störlicht nahe am Detektor (11)
entstehen.
Zudem kann wiederum bereits durch eine einfache Reflexion
an einer Wandung (13) Störlicht auf den Detektor (11) geführt werden.
Figur 4a zeigt nun in x-z-Schnittdarstellung, Figur 4b
in y-z-Schnittdarstellung, wie sich die Konfiguration gemäss Figur 1 mit zur
Einkoppelebene (3) verkippter Eintrittsebene (2) auf die Störsignale auswirkt.
Wichtig ist, dass in den x-z- und y-z-Schnitten jeweils die Projektion der k-Vektoren
auf die Schnittebene gezeigt ist, erkennbar an der gestrichelten Darstellung der
Vektoren. Für die Einkopplung ist "backward coupling" (Rückwärtskopplung)
gewählt, durch die Verkippung der Einfallsebene (2) gegen die gezeigte x-z-Einkoppelebene
(3) kann das Anregungslicht an der Linse (6) vorbeigeführt werden. Wichtig
ist, dass gegenüber den Konfigurationen in Figur 2 und 3 bei gleicher Apertur
der Linse (6) die zum seitlichen Passieren der Linse (6) notwendigen Winkel in den
x-z- und y-z-Ebenen kleiner sind: z.B. für &agr; = &thgr; ist tan&agr;
um den Faktor √2 gegenüber dem Fall "alle k-Vektoren in x-z-Ebene" kleiner.
Entscheidend ist jedoch die Auswirkung der verkippten Einkoppelebene
(3) auf das Verhalten der reflektierten Strahlungsanteile: durch diese Verkippung
sind mindestens zwei Reflexionsvorgänge notwendig, um Strahlung aus dem Anregungslichtstrahl
(A) mit der optischen Achse auf dem eingezeichneten Wellenvektor (kein)
in den Detektionsstrahlengang (60) und dort in den Bereich des Detektors (11) zu
bringen. Im Gegensatz dazu kann bei der koplanaren Konfiguration gemäss Figur
2 oder 3 bereits eine einzelne Reflexion an einer Wandung diese Auswirkung haben.
In Figur 4a, b sind daher zwei Teile von Wandungen (13a)
und (13b) gezeigt, die geschnittene Wandung ist jeweils mit einer durchgezogenen
Linie gezeichnet, die in der Zeichenebene liegende mit einer gestrichelten Linie.
Durch diese Erhöhung der Anzahl der notwendigen Reflexionsvorgänge für
das Einbringen von Störstrahlung in den Detektor (11) wird die Effizienz aller
Massnahmen zur Störstrahlungs-Unterdrückung, wie z.B. Mattierung oder
Schwärzung von Flächen, oder Einsatz von Lichtfallen, signifikant verbessert.
Der Einfluss von Reflexionen an den Wänden (13) des
optischen Systems oder an Sensor (1) und Flüssigkeitszelle (8) könnte
theoretisch auch durch die Verwendung schiefer Winkel ungleich 90° bei der
Formgebung und Positionierung der Teile vermieden werden. Dadurch würde die
Unterdrückung von Störsignalen jedoch im Detail von der Geometrie für
Anregung und Auskopplung abhängen. Bereits geringe Aenderungen des Sensordesigns
würden Aenderungen aller Teile der Hardware nach sich ziehen. Für eine
möglichst universelle Auslegung von Fluidzelle (8) und Auslesesystem ist die
Verwendung verkippter optischer Ebenen (2), (3) der Ausführung mit schiefen
Bauelementen und Begrenzungsflächen eindeutig vorzuziehen.
Die sichere räumliche Diskriminierung von Lumineszenzsignal
und direkten Strahlanteilen ermöglicht die hintergrundfreie Lumineszenzdetektion
und schafft damit die Voraussetzung, um auch hochempfindliche Nachweistechniken,
wie z.B. Single-Photon-Counting, im Nachweissystem nutzen zu können.
Eine weitere Massnahme zur Unterdrückung von Fremdlicht
durch Störanteile der Anregungsstrahlung ist in Figur 5 gezeigt. Diese zeigt
einen Schnitt durch die Einkoppelebene (3) der Figur 1 (entsprechend Figur 4a).
Durch die Wahl des Winkels 6 zwischen Eintrittsebene (2) und Einkoppelebene (3)
kann sichergestellt werden, dass die Anregungsstrahlung mit (kein) nicht
durch die Sammeloptik (9) für die Lumineszenzstrahlung tritt, sondern räumlich
getrennt ausserhalb der gezeigten Ebene an (9) vorbei auf das Einkoppelgitter (4)
trifft. Die im Bereich der geführten Welle (5) angeregte Lumineszenzstrahlung
wird von der Sammeloptik (9) zunächst in eine Zwischenbildebene abgebildet,
in der eine Blende (10) Licht von unerwünschten Bereichen der Sensoroberfläche
ausblendet. Dadurch kann Streulicht aus dem Bereich des Einkoppelgitters (4), bedingt
z.B. durch erhöhte Oberflächenrauhigkeit derwellenleitenden Schicht (1)
im strukturierten Bereich oder durch Eigenlumineszenz des (in Figur 5 nicht gezeigten)
Substrates unterhalb der wellenleitenden Schicht (1), vor dem Detektor (11) ausgeblendet
werden. Die optische Achse (61) des Detektionsstrahlengangs (60) und dessen gesamte
Geometrie wird so sauber festgelegt.
In Figur 6 ist die Konfiguration für den Lumineszenznachweis
bei Verwendung der Wellenleiterdetektion zum Nachweis dargestellt. Die Einkopplung
der Anregungsstrahlung (A) mit Symmetrieachse und Wellenvektor (kein)
und die Ausbreitung der geführten Welle (5) ist analog zur in Figur 1 gezeigten
Volumendetektion. Unterschiedlich ist, dass im Fall der Wellenleiterdetektion die
in die wellenleitende Schicht (1) wieder eingekoppelte Lumineszenzstrahlung von
einem Auskoppelgitter (7) ausgekoppelt wird, das vom Einkoppelgitter (4) räumlich
getrennt ist. Dieses Auskoppelgitter (7) kann mit einer vom Einkoppelgitter (4)
verschiedenen Gitterkonstante realisiert werden. Die Auskoppelwinkel für die
durch den Wellenleiter transmittierte Einkoppelstrahlung (kaus) und für
die in den Wellenleiter eingekoppelte Lumineszenzstrahlung (k'aus) sind
mit &bgr; und &bgr;' bezeichnet. Die Winkel &bgr; und &bgr;' sind aufgrund
der Stokes-Verschiebung zwischen Anregungs- und Lumineszenzstrahlung und der Dispersion
des Auskoppelgitters (7) unterschiedlich. Damit werden beide geometrisch getrennt.
Für den Lumineszenznachweis über Wellenleiter-Detektion ist die Anordnung
in Figur 7 noch einmal als Querschnitt in der Einkoppelebene (3) gezeigt. Zusätzlich
zu den bereits genannten Massnahmen zur hintergrundfreien Detektion ist hier eine
weitere gezeigt, dies ist die Verwendung einer Blende (12) nahe der Sensorunterseite.
Dadurch wird Störstrahlung reduziert, die im Bereich der geführten Anregungswelle
(5) zwischen Einkoppelgitter (4) und Auskoppelgitter (7) entstehen kann, z.B. durch
Eigenlumineszenz des (in Figur 7 nicht gezeigten) unter der wellenleitenden Schicht
(1) liegenden Substratmaterials oder durch Lumineszenz von Molekülen im Flüssigkeitsvolumen
oberhalb des von der geführten Welle (5) angeregten Bereichs der Probe (8).
Für den Fall der Lumineszenzdetektion über den
Wellenleiter sind die Vorteile unterschiedlicher Einkoppel- (3) und Eintrittsebene
(2) anhand von Figur 8 aus dem Stand der Technik im Vergleich zu dem erfindungsgemässen
Beispiel der Figuren 9a und 9b dargestellt. In Figur 8 ist ein Schnitt in der Einkoppelebene
(x-z-Ebene) für die Einkopplung über "backward coupling" gezeigt. Das
einfallende Lichtbündel (kein) wird über einen Spiegel (14)
dem Wellenleiter (1) zugeführt. Zu beachten ist, dass die geometrischen Abmessungen
dieses Spiegels (14) die Miniaturisierung von Sensor (1) und optischer Anordnung
behindern, da der Spiegel (14) und die Detektoren (11a) und (11b) einen Mindestabstand
aufgrund ihrer Grösse haben müssen, der weitaus grösser ist als die
Länge des Wellenleiters (1). Ein Weglassen des Spiegels (14) würde eine
Zuführung der Anregungsstrahlung weit unterhalb der Detektoren (11 a) und (11
b) erfordern, auch dies würde wiederum eine Miniaturisierung und kompakte Ausführung
der optischen Anordnung behindern.
Für die Wellenleiter-Detektion kann die reflektierte
Anregungsstrahlung nicht wie bei der Detektion der Volumenlumineszenz über
eine einfache Reflexion an den normalen Bauelementen des Sensors in den Bereich
des Detektors (11) gelangen. Wie für den Fall der Volumen-Lumineszenz-Detektion
ist jedoch bei gegenüber der Einkoppelebene (3) verkippter Einfallsebene (2)
mindestens eine Reflexion mehr als im unverkippten Fall notwendig, um die reflektierte
Anregungsstrahlung zum Detektor (11) zu bringen.
Der erfindungsgemässe Fall verkippter Einfallsebene
(2) und Einkoppelebene (3) für Wellenleiter-Lumineszenz-Detektion ist in Figur
9a und 9b dargestellt, dabei sind für die Wellen-Vektoren kein,
kref, kaus, k'aus die Projektionen in die jeweils
gezeigte Schnittebene x-z bei Figur 9a, y-z bei Figur 9b dargestellt (erkennbar
an den gestrichelten Linien für die Vektoren). Der Spiegel (14) oder ein anderes
Umlenksystem für die Anregungsstrahlung kein können ausserhalb
der Einkoppelebene (3) positioniert werden, so dass durch die Verkippung der Strahlen
jeweils Abschattungen durch optische Elemente vermieden werden können. Weiterhin
zeigt Figur 9b mit dem y-z-Schnitt, dass durch die Verkippung alle Strahlanteile
(Anregung (kein), reflektierte Anregung (kref), Auskopplung
Anregungslicht (kaus), Auskopplung Lumineszenzlicht (k'aus))
räumlich getrennt sind. Die Winkel für einfallende (&agr;) und wieder
ausgekoppelte (&bgr;) Anregungsstrahlung sind immer dann unterschiedlich, wenn
die Gitterperioden von Anregungsgitter (4) und Auskoppelgitter (7) unterschiedlich
sind. Dies ist durch die verschiedene Kopplungsgeometrie (Anregung über "backward
coupling", Auskopplung über "forward coupling") für alle praktisch relevanten
Fälle gegeben.
Allen beschriebenen Geometrien mit verkippter Einkoppelebene
(3) und Eintrittsebene (2) ist gemeinsam, dass durch die Verkippung dieser beiden
Ebenen (2), (3) eine räumliche Trennung der beteiligten Lichtsignale erfolgt,
die den Aufwand für andere Massnahmen zur Diskriminierung dieser Strahlanteile
signifikant reduziert. Dadurch wird auch die angestrebte Miniaturisierung sowohl
des Wellenleitersensors als auch der gesamten optischen Anordnung ermöglicht.
Die Anordnung aller optischen Elemente für den Betrieb
des Sensors kann unterhalb der Sensorebene vorgenommen werden, dies ist für
den Betrieb solcher Sensoren in Analyse-Automaten vorteilhaft: die Zuführung
von Sensoren und Proben sowie flüssigen Medien kann von oben erfolgen, die
Messung von unten.
Weiterhin können alle optischen Elemente zum Betrieb
des Sensors in einem kompakten Modul mit geringen Aussenabmessungen realisiert werden:
als Lichtquelle kann eine Laser-, Lumineszenz- oder Superlumineszenz-Diode verwendet
werden, mit optischen und mechanischen Elementen für die Strahlformung und
die Verstellung der Einkoppelwinkel - z.B. durch Drehung oder Verschiebung optischer
Elemente - , sowie einem Strahlführungs- und Formungssystem für die austretende
und ausgekoppelte Strahlung und einem zugehörigen Detektionssystem. Letzteres
kann auch um einen Referenzkanal als Mass für die Intensität der eingekoppelten
Strahlung ergänzt werden.
Falls aufgrund der Wahl der Anregungswellenlänge eine
Laserlichtquelle mit Abmessungen deutlich über denen des integrierten Moduls
zum Einsatz kommen soll, wird die Laserstrahlung dem integrierten Modul über
einen Lichtwellenleiter zugeführt, vorzugsweise in polarisationserhaltender
Ausführung:
Die in den Beispielen beschriebenen Ausführungsformen
der Erfindung sind bevorzugt.
Ausführungsbeispiel 1: Eingekoppelte und im Wellenleiter geführte Fluoreszenz
Das Licht eines grünen HeNe-Lasers (Wellenlänge
543 nm; Melles Griot) wird über ein Rutil-Prisma (Halle) in einen Wellenleiter
eingekoppelt (wellenleitende Schicht: 150 nm TiO2; Substrat: Glas) und
regt über das evaneszente Feld eine Farbstofflösung an (Rhodamin 6G, 10-6
M), welche sich in Tropfenform auf dem Wellenleiter befindet. Ein Detektionssystem
bestehend aus 50mm-Sammellinse (Spindler&Hoyer), zwei 550nm-Kantenfiltem (Schott)
und einer Si-PIN Photodiode (UDT) im Abstand von 5 cm unterhalb des Transducers
erfasst das Fluoreszenzlicht. Einmal wird das in den Raumwinkel abgestrahlte Signal
detektiert, zum anderen das in den Wellenleiter eingekoppelte und an einem Koppelgitter
(Periode: 400 nm) ausgekoppelte Fluoreszenzlicht. Das am Koppelgitter ausgekoppelte
Signal, welches entsprechend der Dispersionseigenschaften des Koppelgitters in einen
vom Anregungslicht verschiedenen Winkel abgestrahlt wird, ist um 50% stärker
als der mit dem gleichen Detektor gemessene in den Raumwinkel abgestrahlte Anteil.
Ausführungsbeispiel 2: Erhöhung des Signal-zu-Untergrundverhältnisses
durch Verwendung ekreuzter Polarisatoren; eingekoppelte und im Wellenleitergeführte
Fluoreszenz in TE-Polarisation
Das Licht eines linear polarisierten HeNe-Lasers (Wellenlänge
633 nm; 1 mW; Melles Griot) wird über ein Koppelgitter in einen Wellenleiter
eingekoppelt (wellenleitende Schicht: 150 nm Ta2O5; Substrat:
Corningglas C7059) und regt über das evaneszente Feld eine aufgeschleuderte
ca. 50nm dicke Polymermatrix an, in der sich ein homogen verteilter Farbstoff befindet
(Ciba-Farbstoff WA 3010, 10-9 M). Mittels Verzögerungsplatte (Lambda/2
für 633 nm; Rocky Mountains Instr.) und Polarisator (Spindler&Hoyer) kann wahlweise
TE- oder TM-polarisiertes Anregungslicht eingekoppelt werden. Ein Detektionssystem
bestehend aus Analysator; Notchfilter (Kaiser) und einer CCD-Kamera (Kappa) im Abstand
von 10 cm unterhalb des Transducers erfasst das in den Wellenleiter eingekoppelte
und am Koppelgitter (Periode: 320 nm) ausgekoppelte Fluoreszenzlicht. Es werden
für beide Anregungspolarisationen die Signalintensitäten sowohl bei gekreuztem
wie auch bei parallelem Analysator gemessen. Wird TE-polarisiertes Licht eingekoppelt,
so beträgt das Verhältnis der beiden am Koppelgitter ausgekoppelten Fluoreszenzkomponenten
TE/TM 7:1.
Wird TM-polarisiertes Licht eingekoppelt, so beträgt
das Verhältnis der beiden am Koppelgitter ausgekoppelten Fluoreszenzkomponenten
TE/TM 2.5:1.