| Dokumentenidentifikation |
EP1857193 03.01.2008 |
| EP-Veröffentlichungsnummer |
0001857193 |
| Titel |
Verfahren zum Warmwalzen nahtloser Rohre auf einem Innenwerkzeug und Innenwerkzeug |
| Anmelder |
SMS Meer GmbH, 41069 Mönchengladbach, DE |
| Erfinder |
Krahn, Matthias, 41069 Mönchengladbach, DE; Leisten, Thomas, 41836 Hückelhoven, DE; Pehle, Hans Joachim, 41363 Jüchen, DE; Thieven, Peter, 52064 Aachen, DE |
| Vertragsstaaten |
AT, BE, BG, CH, CY, CZ, DE, DK, EE, ES, FI, FR, GB, GR, HU, IE, IS, IT, LI, LT, LU, LV, MC, MT, NL, PL, PT, RO, SE, SI, SK, TR |
| Sprache des Dokument |
DE |
| EP-Anmeldetag |
12.05.2007 |
| EP-Aktenzeichen |
070095641 |
| EP-Offenlegungsdatum |
21.11.2007 |
| Veröffentlichungstag im Patentblatt |
03.01.2008 |
| IPC-Hauptklasse |
B21B 25/00(2006.01)A, F, I, 20071023, B, H, EP
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| Beschreibung[de] |
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Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Warmwalzen nahtloser
Rohre mit einem oder mehreren hintereinander angeordneten Längs- oder Schrägwalzgerüsten
und einem im Inneren des Walzguts verwendeten Innenwerkzeug in Form einer Dorn-
bzw. Walzstange, wie durch die
DE 21 31 713 A1
bekannt geworden.
Die Innenwerkzeuge / Dornstangen bei der Umformung nahtloser
Rohre sind je nach Fertigungsverfahren hohen mechanischen und thermischen Belastungen
ausgesetzt. Dementsprechend tritt ein hoher Verschleiß der Werkzeugoberfläche
auf, wobei es zu Abrasion, Adhäsion und Zerrüttung kommt und bei relativ
geringer Standzeit zu Oberflächenbeschädigungen am Umformgut sowie zum
Ausfall des Werkzeuges. Daher wird versucht, in den hochbelasteten Werkzeugbereichen
möglichst harte, verschleißfeste Materialien einzusetzen.
Üblicherweise kommen für Umformwerkzeuge Warmarbeitsstähle,
aber zunehmend auch Sonderwerkstoffe (z. B. Hartmetalle, Nickel-Kobald-Legierungen,
Cermets) und Keramik zum Einsatz. Keramik, Cermet und andere hochverschleißfeste
Materialien haben die für diese Zwecke besonders nachteiligen Eigenschaften
geringer Thermoschockresistenz, geringer Biegebruchfestigkeit und hoher Rissempfindlichkeit
beim Auftreten von Zugspannungen.
Verwendet man Innenwerkzeuge, z. B. Walzstangen, die Ringe
oder Ringsegmente mit oder ohne axiale Vorspannung enthalten, kommt es bei Belastung
durch das Walzgut zu lokalen Zugspannungen, die das Entstehen von Rissen und das
Versagen des Werkzeuges zur Folge haben. Aus diesem Grund ist der Einsatz von verschleißfesten
Werkstoffen an den im Innern des Walzgutes verwendeten Werkzeugen bislang nicht
erfolgreich.
Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein gattungsgemäßes
Verfahren und ein gattungsgemäßes Innenwerkzeug zu schaffen, die eine
Nahtlosrohrfertigung ohne die beim Einsatz von Sonderwerkstoffen für das Innenwerkzeug
beschriebenen Nachteile ermöglichen.
Diese Aufgabe wird verfahrensmäßig mit den im
Anspruch 1 und hinsichtlich des Innenwerkzeugs mit den im Anspruch 4 angegebenen
Merkmalen gelöst.
Vorteilhafte und zweckmäßige Ausgestaltungen
der Erfindung sind in den abhängigen Ansprüchen enthalten.
Nach vorliegender Erfindung wird das Auftreten von Zugspannungen
vermieden, indem im Umfang verteilt Werkzeugeinsätze verwendet werden, mit
denen Werkzeugteile, z. B. Segmente aus hochverschleißfestem Material, unter
hohen tangentialen Druckspannungen vorgespannt werden. Damit wird zusammen mit einer
axialen Vorspannung ein Spannungszustand mit hohen Druckspannungen erzeugt, der
bei Belastung durch das Walzgut zu einem dreidimensionalen Druckspannungszustand
führt und dadurch eine Vermeidung des Auftretens von Zugspannungen ermöglicht.
Damit wird der Einsatz von verschleißfesten aber spröden Materialien an
den Innenwerkzeugen in Walzstraßen der Nahtlosrohrfertigung ermöglicht.
Die Anzahl der Werkzeugteile bzw. -segmente richtet sich
nach der Anzahl der Walzen, so daß die Dorn-/Walzstange, d. h. das Innenwerkzeug
zwei, drei oder mehr Segmente mit jeweils dazwischen lückenlos angeordneten
Werkzeugeinsätzen aufweisen kann.
Die Werkstückeinsätze sind so angeordnet, daß
diese im Belastungsfall im Bereich ohne Walzgutkontakt oder im Bereich nur geringer
mechanischer und thermischer Belastung liegen. Beim Längswalzen wird das Innenwerkzeug
so ausgerichtet, daß die Werkstückeinsätze in den Bereichen zwischen
den Walzen positioniert sind. Beim Schrägwalzen sollte die Walzstange bzw.
das Innenwerkzeug ebenfalls so positioniert sein und nicht rotieren.
Auch beim Einsatz von Sonderwerkstoffen, wie Keramik, die
eine geringe Affinität zu Stahl aufweisen, und bis zu Einsatztemperaturen von
über 1.000 °C verschleißbeständig sind, ist es vorteilhaft,
daß ein Kühl-, Schmier- und Trennmittel in die Kontaktzone Rohr-Innenwerkzeug
eingebracht wird. Hierzu ist der Werkzeuggrundkörper mit einer zentralen Längsbohrung
sowie mit radialen, schrägen Zuführbohrungen versehen, durch die das Medium
unter Druck und Anhaften an der Innenoberfläche des Rohres an die Kontaktzone
gefördert wird. Bei mehreren hintereinander angeordneten Walzgerüsten
wird jedes Walzgerüst in dieser Weise mit dem Medium versorgt. Auch bei Schrägwalzanlagen
erfolgt die Versorgung in gleicher Weise.
Weitere Einzelheiten und Merkmale der Erfindung ergeben
sich aus den Ansprüchen und der nachfolgenden Beschreibung eines in den Zeichnungen
schematisch dargestellten Ausführungsbeispiels der Erfindung. Es zeigen:
- Fig. 1
- in einem Längsschnitt als Einzelheit einen Teilabschnitt eines Innenwerkzeugs
zur Herstellung nahtloser Rohre, und zwar dargestellt im Kontaktbereich des rohrförmigen
Walzguts mit einer Walze eines Walzgerüstes, und
- Fig. 2
- als Einzelheit einen Querschnitt des Innenwerkzeugs (Walz-/Dornstange) entlang
der Linie II - II von Fig. 1.
Vor einer als solche hinlänglich bekannten Kontiwalzanlage
1 zur Herstellung von nahtlosen Rohren zeit die Fig. 1 auszugsweise einen Bereich,
in dem sich ein in Walzrichtung 2 durchlaufendes Walzgut 3 in Kontakt mit einer
Walze 4 befindet. Das gelochte, rohrförmige Walzgut 3 wird zwischen, aufeinanderfolgenden
Walzen 4 der Kontiwalzanlage 1 auf einem Innenwerkzeug 5, ausgeführt als Walz-
bzw. Dornstange ausgewalzt, wobei die Kontiwalzanlage 1 vorteilhaft mit gehaltenem
Innenwerkzeug 5 betrieben werden kann, so daß der Vorschubweg zwischen minus
1 Gerüstabstand bis plus 1 Gerüstabstand beträgt.
Das Innenwerkzeug 5 besteht aus einem eine zentrale Längsbohrung
6 aufweisenden Grundkörper 7 und auf diesem angeordneten Werkzeugsegmenten
8 aus einem hochverschleißfesten, hitzebeständigen Material sowie zwischen
diesen vorgesehenen, gemäß Pfeil 9 (vgl. Fig. 2) radial anstellbaren Werkzeugeinsätzen
10. Die Werkzeugsegmente 8 und -einsätze 10 werden von einer den Grundkörper
7 umschließenden Hülse 11 aufgenommen.
Durch die Hülse 11 werden die darin angeordneten Werkzeugsegmente
8 und - einsätze 10 axial vorgespannt, wie in Fig. 1 mit den Pfeilen 12 angedeutet.
Da die Werkzeugsegmente 8 durch die Radialanstellbarkeit (Pfeile 9 in Fig. 2) der
Werkzeugeinsätze 10 gleichzeitig einer tangentialen Druck- bzw. Vorspanndung
gemäß den in Fig. 2 eingetragenen Doppelpfeilen 13 unterliegen, tritt
in den Werkzeugsegmenten 8 keine Zugspannung auf, was insbesondere bei sprödem
Material, wie Keramik, der Werkzeugsegmente 8 sehr wichtig ist. Beim Walzen wird
eine allseitige Druckspannung erreicht. Zur besseren Wirksamkeit beim Einleiten
der tangentialen und axialen Druckspannungen liegen einerseits die Hülse 11
mit den Werkzeugsegmenten 8 und - einsätzen 10 und andererseits die Werkzeugeinsätze
10 mit den Werkzeugsegmenten 8 mit Keilflächen 14 aneinander an.
Von der Längsbohrung 6 des Innenwerkzeugs 5 ausgehend
und sich durch den Grundkörper 7 und die Hülse 11 hindurch verlaufend
sind radial, schräg ausgebildet mehrere Zuführbohrungen 15 vorgesehen.
Ein in die Längsbohrung 6 von einer nicht dargestellten Versorgungsquelle eingeleitetes
Kühl-, Schmier- und Trennmittel wird über die Zuführbohrungen 15
unter Druck direkt in die Kontaktzone zwischen dem Walzgut 3 und dem Innenwerkzeug
5 eingebracht. Dort kommt es zu der gewünschten Anhaftung an der Innenmantelfläche
des Walzguts 3.
Bezugszeichenliste
- 1
- Kontiwalzanlage
- 2
- Walzrichtung (Pfeil)
- 3
- Walzgut
- 4
- Walze
- 5
- Innenwerkzeug (Dorn-/Walzstange)
- 6
- Längsbohrung
- 7
- Grundkörper
- 8
- Werkzeugsegmente
- 9
- Pfeil (Radialanstellbarkeit)
- 10
- Werkzeugeinsatz
- 11
- Hülse
- 12
- Pfeil (Axialvorspannung)
- 13
- Doppelpfeil (Tangential-Druck-/Vorspannung)
- 14
- Keilflächen
- 15
- Zuführbohrung
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| Anspruch[de] |
Verfahren zum Warmwalzen nahtloser Rohre mit einem oder mehreren hintereinander
angeordneten Längs- oder Schrägwalzgerüsten und einem im Inneren
des Walzgutes (3) verwendeten Innenwerkzeug (5) in Form einer Dorn- bzw. Walzstange,
dadurch gekennzeichnet,
daß ein Innenwerkzeug (5) mit an seinem Außenumfang mehreren Werkzeugsegmenten
(8) aus einem verschleißfesten Material und dazwischen lückenlos angeordneten
Werkzeugeinsätzen (10) zum Einsatz gebracht wird, wobei die Werkzeugsegmente
(8) unter tangentialen und axialen Druckspannungen vorgespannt werden.
Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Werkzeugeinsätze (10) radial anstellbar sind.
Verfahren nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß über eine zentrale Längsbohrung (6) des Innenwerkzeugs
(5) sowie radialen Zuführbohrungen (15) zwischen der Längsbohrung (6)
und der Werkzeugoberfläche ein Kühl-, Schmier- und Trennmittel direkt
in den Kontaktbereich von Innenwerkzeug (5) und Walzgut (3) geleitet wird.
Innenwerkzeug (5), angeordnet im Inneren des Walzguts (3), vorzugsweise
gehalten mit einem nur begrenzten Vorschub, zum Warmwalzen nahtloser Rohre in einem
oder mehreren hintereinander angeordneten Längs- oder Schrägwalzgerüsten,
insbesondere zum Durchführen des Verfahrens nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß auf dem Grundkörper (7) des Innenwerkzeugs (5) mehrere Werkzeugsegmente
(8) aus einem hochverschleißfesten, hitzebeständigen Material vorgesehen
und zwischen diesen radial anstellbare Werkzeugeinsätze (10) angeordnet sind.
Innenwerkzeug nach Anspruch 4,
gekennzeichnet durch
eine die Werkzeugsegmente (8) und Werkzeugeinsätze (10) axial vorspannende
Hülse (11).
Innenwerkzeug nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet,
daß einerseits die Werkzeugsegmente (8) an den Werkzeugeinsätzen
(10) und andererseits die Hülse (11) an den Werkzeugsegmenten (8) und Werkzeugeinsätzen
(10) mit Keilflächen (14) anliegen.
Innenwerkzeug nach einem der Ansprüche 4 bis 6,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Werkzeugsegmente (8) aus Keramik bestehen.
Innenwerkzeug nach einem der Ansprüche 4 bis 6,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Werkzeugsegmente (8) aus Cermet bestehen.
Innenwerkzeug nach einem der Ansprüche 4 bis 8,
dadurch gekennzeichnet,
daß es eine zentrale Längsbohrung (6) aufweist sowie von dieser
ausgehend bis zur Werkzeugoberfläche mit radialen Zuführbohrungen ausgebildet
ist, die sich direkt in den Kontaktbereich von Innenwerkzeug (5) und Walzgut (3)
erstrecken und ein Kühl-, Schmier- und Trennmittel verteilen.
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