Die Erfindung betrifft eine Messanordnung mit einem Erdungspunkt
zur Ermittlung des Isolationswiderstandes (Riso) einer unter Spannung
stehenden elektrischen Vorrichtung oder einer Anlage mit einer Versorgungsspannung
(UB) mit einem Pluspol und einem Minuspol, wobei zwei Schalter (S1
und S2) oder ein entsprechender Umschalter vorhanden sind, die jeweils
einen Strompfad zwischen einem der beiden Pole und dem Erdungspunkt herstellen,
um bei Auftreten ein oder mehrerer Isolationsfehler mit beliebigem Potentialbezug
den sich insgesamt ergebenden Isolationswiderstand (Riso) zu ermitteln.
In elektrischen Anlagen können durch Feuchtigkeit,
Verschmutzung, Kurzschlüsse oder andere Ursachen Fehler in der Isolation zwischen
einem spannungsführenden Anlagenteil und Erde auftreten.
Bei geerdeten elektrischen Anlagen entsteht durch einen
solchen Fehler unmittelbar ein Stromfluss in der Erdverbindung, so dass die Isolation
z.B. durch eine Strommessung in der Erdverbindung überwacht und der Fehler
sofort behoben werden kann. Schwieriger ist die Überwachung in ungeerdeten
Geräten oder Anlagen, wo die Erdverbindung erst durch die Verbindung mit einer
anderen, geerdeten Anlage (z.B. Zuschaltung auf das öffentliche Netz) oder
durch Berührung eines Anlagenteils entsteht. Ein Isolationsfehler führt
hier zunächst zu keinem Stromfluss. Wird die Anlage jedoch nun (an einem anderem
Punkt) berührt, ist durch die doppelte Verbindung nach Erde ein Stromkreis
geschlossen, in dem gefährliche Körperströme fließen können.
Ein ähnliches Problem tritt auf, wenn die Anlage mit einer geerdeten Vorrichtung
verbunden wird: Hier fließt ein Strom über beide Vorrichtungen und kann
diese beschädigen. Um solche Fehler zu vermeiden, ist es sinnvoll, regelmäßig
den Isolationswiderstand der Anlage zu messen, damit bei Unterschreiten eines Grenzwertes
geeignete Maßnahmen ergriffen werden können.
Zur Darstellung des Isolationszustands eines spannungsführenden
Gerätes bzw. einer spannungsführenden Anlage sind verschiedene Ersatzschaltbilder
(ESB) gebräuchlich. Bei Anlagen, die ausschließlich aus Plus- und Minuspol
bestehen, wie z.B. Stromschienensystemen, ist es sinnvoll, alle Erdschlüsse
am Pluspol in einem Widerstand Rp und alle Erdschlüsse am Minuspol in einem
Widerstand Rn zusammenzufassen (Fig. 2). Bei Vorrichtungen, in denen
auch beliebige Zwischenpotentiale auftreten, wie z.B. einem PV-Generator, kann es
dagegen sinnvoller sein, ein ESB aus dem Isolationswiderstand Riso und
dem Potential Ux, auf dem ein Erdschluss auftritt, zu verwenden. Grundsätzlich
sind beide ESB gleichwertig und können ineinander umgerechnet werden, so entspricht
z.B. Riso der Parallelschaltung aus Rn und Rp.
Auch Fehlerfälle mit mehreren Erdschlüssen auf verschiedenen Potentialen
können durch beide ESB erfasst werden. Riso entspricht dabei immer
der Parallelschaltung aller Leckwiderstände, während Ux bzw.
das Verhältnis Rn/Rp einen Anhaltspunkt für die
Lage der Erdschlüsse gibt.
Der Isolationswiderstand ist unproblematisch zu messen,
wenn nur ein Isolationsfehler Rp zwischen Pluspol und Erde oder ein Isolationsfehler
Rn zwischen Minuspol und Erde auftritt. Hierzu muss nur die Erde (PE)
jeweils über bekannte, hochohmige Widerstände Raux1, Raux2
mit den beiden Polen verbunden werden und zwei der drei Spannungen
- Pluspol gegen Erde (U1)
- Erde gegen Minuspol (U2)
- Pluspol gegen Minuspol (UB)
gemessen werden (Fig. 2). Eine der drei Spannungen ergibt sich aus den beiden anderen
und muss daher nicht gemessen werden. Da Rp bzw. Rn zu einem der bekannten,
hochohmigen Widerstände parallel liegt, kann mit Hilfe der Spannungsteilerregel
der Wert der Parallelschaltung und damit auch der Wert von Rn bzw. Rp
ermittelt werden.
Treten gleichzeitig Isolationsfehler Rp und
Rn auf, funktioniert das beschriebene Verfahren nicht mehr, da damit
jeweils nur ein Wert Rn oder Rp ermittelt werden kann. Auch
ein Erdschluss, der auf einem anderen Potential als Plus- oder Minuspol entsteht,
kann nicht mit einem Ersatzschaltbild aus nur einem Widerstand beschrieben werden.
In der
EP 1 265 076
wird daher ein erweitertes Verfahren beschrieben, bei dem zunächst
die obige Messung durchgeführt wird, und anschließend über ein Schaltelement
ein bekannter Widerstand zwischen Erde und einen der beiden Pole geschaltet wird,
wonach wiederum Spannungsmessungen durchgeführt werden. Nachteilig an dieser
Anordnung ist die geringe Messgenauigkeit, falls ein niederohmiger Isolationsfehler
parallel zum geschalteten Zweig bestimmt werden soll. Durch das Parallelschalten
des bekannten, hochohmigen Widerstands ändern sich die Spannungsverhältnisse
nur geringfügig, so dass eine im Verhältnis zum Messbereich der Spannungsmessung
sehr kleine Spannungsänderung ausgewertet werden muss. Der relative Messfehler
steigt dadurch stark an.
Ein niederohmiger Isolationsfehler kann besser ausgewertet
werden, wenn z.B. bei einem Isolationsfehler von Plus nach Erde der bekannte, hochohmige
Widerstand zum Minuspol geschaltet wird und umgekehrt. In der
DE 35 13 849
ist dies so vorgesehen, allerdings wird die zusätzliche Messung mit
einem geschlossenem Schalter erst dann durchgeführt, wenn bei der Messung mit
geöffneten Schaltern bereits Grenzwerte überschritten werden. Erdschlüsse,
die nicht direkt am Plus- oder Minuspol auftreten, sondern auf Potentialen dazwischen,
werden mit dieser Methode nicht unbedingt gefunden. So würde z.B. ein Erdschluss
in der Mitte eines Photovoltaik-Generators zu keiner Änderung der gemessenen
Spannung bei geöffneten Schaltern führen, so dass erst gar keine Messung
bei geschlossenem Schalter durchgeführt würde und damit der Erdschluss
nicht erkannt werden könnte. In den Zeichnungen zur
DE 35 13 849
sind Umschalter abgebildet, die eine offene Mittelstellung besitzen, d.h.
die Funktion entspricht der von zwei einzelnen Schaltern, die nicht gleichzeitig
geschlossen werden können. Das Verfahren ist beispielsweise zum Überwachen
der lsolationswiderstände einer elektrischen Anlage mit einer erdfreien Stromversorgung
einer Fernmelde- oder signaltechnischen Einrichtung bekannt. Hierbei sind Gestelle
zum Aufnehmen von Baugruppen vorhanden, die geerdet sind.
In der
EP 0 833 423
wird die gleiche elektrische Anordnung beschrieben wie in der
DE 35 13 849
, der Messablauf ist aber generell so definiert, dass ein Messzyklus eine
Messung bei zwei geöffneten Schaltern und eine Messung mit einem geöffneten
und einem geschlossenen Schalter umfasst. In der Schrift ist nicht angegeben, welcher
der beiden Schalter geschlossen werden soll; sinnvoller Weise wird diese Entscheidung
aber wie in der
DE 35 13 849
getroffen. Setzt man ideale Messeinrichtungen voraus, könnte man
mit diesem Verfahren beliebige Erdschlüsse exakt bestimmen. Dazu werden die
in der Schrift angegebenen Berechnungsvorschriften
verwendet. Nachteilig ist, dass zur Berechnung der Leckwiderstände Rn
(RL1) und Rp (RL2) die Messung von jeweils zwei
Momentanwerten zwei verschiedener Spannungen und die Kenntnis des genauen Wertes
des zugeschalteten Widerstands nötig ist. Da alle Messgrößen in der
Praxis mit einem Messfehler behaftet sind, gehen die Messfehler beider Spannungen
in die berechneten Widerstandswerte ein.
Diese Anordnung wird beispielsweise bei einem DC-System
für die Londoner Untergrundbahn eingesetzt.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Messanordnung
zu schaffen, mit der eine genaue Messung des Isolationswiderstandes Riso
möglich ist, auch wenn jeweils Leckwiderstände nach Plus und nach Minus,
Rp und Rn, gleichzeitig auftreten oder ein Leckwiderstand
auf einem Zwischenpotential auftritt. Um den Einfluss möglicher Messfehler
klein zu halten, sollen dabei möglichst wenige Messgrößen zur Berechnung
von Riso herangezogen werden.
Die Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Merkmale
des Anspruches 1 gelöst. Hierzu ist der Messablauf gegenüber dem Verfahren
aus
EP 0 833 423
so geändert, dass ein Messzyklus sowohl eine Messung mit geöffnetem
Schalter S1 und geschlossenem Schalter S2 als auch eine Messung
mit geöffnetem Schalter S2 und geschlossenem Schalter S1
umfasst.
In einer ersten Ausgestaltung der Erfindung gemäß
Anspruch 2 kann der sonstige Aufbau unverändert gelassen werden, insbesondere
werden zwei hochohmige Widerstände RS mit bekanntem, gleichem Wert
in Reihe mit den beiden Schaltern verwendet. Wie leicht herzuleiten und zu überprüfen
ist, können die Leckwiderstände Rn und Rp dann über
die Beziehungen
bestimmt werden. Dabei stellen die ungestrichenen Größen U1,
U2 Messwerte bei geschlossenem Schalter S1 und geöffnetem
Schalter S2 dar, während die gestrichenen Größen U1',
U2' für die Messwerte bei geöffnetem Schalter S1 und geschlossenem
Schalter S2 stehen.
In der Nomenklatur der
EP 0 833 423
würden sich die Beziehungen
ergeben. In beide Gleichungen geht jeweils nur noch eine Messgröße und
damit nur noch ein Messfehler ein, so dass die Messgenauigkeit verbessert wird.
Zur Bestimmung des Wertes für Riso muss in bekannter Weise die Parallelschaltung
aus Rn und Rp bestimmt werden.
Durch die erfindungsgemäße Messanordnung ist
es möglich, den Isolationswiderstand mit hoher Genauigkeit zu messen. Durch
das erfindungsgemäße Schalten der Schalter ergeben sich sehr handliche
Gleichungen, die von einer Recheneinheit leicht und schnell berechnet werden können.
Ein wichtiger Vorteil der Erfindung besteht darin, dass
eine Messung mit hoher Genauigkeit auch dann möglich ist, wenn mehrere Leckwiderstände
vorhanden sind. Die Messanordnung arbeitet also auch dann einwandfrei, wenn Leckwiderstände
Rn und Rp gleichzeitig auftreten oder ein Isolationsfehler
an einer Stelle auftritt, die nicht auf dem positiven oder dem negativen Pol liegt,
beispielsweise in der Mitte eines Solargenerators. Mit einer einfachen Anordnung
nach dem Stand der Technik, wie in Figur 2 beschrieben, wären die ermittelten
Isolationswiderstände höher als tatsächlich, so dass der Benutzer
sich fälschlicherweise in Sicherheit wiegen würde. Selbst mit den verbesserten
Anordnungen nach
EP 1 265 076
,
DE 35 13 849
und
EP 0 833 423
ist nur eine schlechtere Messgenauigkeit möglich, so dass mit der
erfindungsgemäßen, verbesserten Messung geringere Sicherheitsaufschläge
erforderlich sind, was bedeutet, dass bei einem einzuhaltenden Grenzwert für
Riso die Anlagenausfallhäufigkeit geringer ist. Damit ergibt sich
eine höhere Verfügbarkeit der Anlage bei hohem Sicherheitsstandard für
den Anlagenbetreiber.
In einer zweiten Ausgestaltung der Erfindung gemäß
Anspruch 3 kann man die beiden Spannungsmessvorrichtungen durch eine einzige Strommessvorrichtung
zwischen dem Verbindungspunkt der beiden Schalter und Erde ersetzen (Fig. 4). Die
beiden Widerstände RS werden dann für die Messung nicht mehr
benötigt, so dass auch ihre Toleranzen nicht mehr in die Messgenauigkeit eingehen.
Wie bei der ersten Ausgestaltung läuft die Messung so ab, dass ein PE-Leiter
(Erde) über ein Schaltglied, beispielsweise ein Relais nacheinander mit dem
Plus- und dem Minuspol der Versorgungsspannung verbunden wird, wobei jetzt jeweils
die Ströme in den geschalteten Verbindungen gemessen werden.
Wenn IPE der Strom bei geschlossenem Schalter
S1 und geöffnetem Schalter S2 und IPE' der
Strom bei geschlossenem Schalter S2 und geöffnetem Schalter S1
ist, ergibt sich
Ein Offsetfehler der Strommessung hat durch die Differenzmessung
keinen Einfluß auf den ermittelten Riso-Wert, so dass die Messgenauigkeit
wiederum verbessert wird.
In einer bevorzugten dritten Ausgestaltung gemäß
Anspruch 4 der Erfindung wird die aufwendige potentialfreie Strommessung an einen
der beiden Pole der Anlage verlegt, so dass die Auswertung leichter durch einen
Mikroprozessor mit entsprechendem Bezugspotential erfolgen kann (Fig. 5). Dazu wird
ein Schalter S2 nicht direkt an einen Pol angeschlossen, sondern über
eine Stromquelle, die eine im Verhältnis zur Betriebsspannung UB
vernachlässigbare Versorgungsspannung benötigt. Diese wird durch einen
entsprechend angesteuerten Transistor, z.B. einen bipolaren Transistor mit möglichst
hoher Stromverstärkung oder einen Feldeffekttransistor, zur Verfügung
gestellt. Der Kollektor- bzw. Drainanschluss des Transistors wird mit dem nicht
mit PE verbundenen Anschluss des zweiten Schalters S1 verbunden. Zwischen
diesem Verbindungspunkt und dem zweiten Pol wird eine Strommesseinrichtung angeschlossen.
Wenn Iplus der Strom bei geschlossenem Schalter S1 und geöffnetem
Schalter S2 und Iplus' der Strom bei geschlossenem Schalter
S2 und geöffnetem Schalter S1 ist, ergibt sich
Wiederum durch die Differenzmessung gehen sowohl Offsetfehler
der Strommessung wie auch Streuungen der Stromquelle nicht in die Berechnung ein,
so dass auch hier eine hohe Messgenauigkeit erzielt wird. Zur einfachen Auswertung
der Messung durch einen Mikrocontroller kann der Strom lplus über
einen Shunt geführt werden, der an einen A/D-Wandler im Mikrocontroller angeschlossen
ist. Der Mikrocontroller kann dann nacheinander die Messwerte für UB,
lplus und lplus aufnehmen und die Berechnung von Riso
vornehmen.
Besonders vorteilhaft stellt sich die Messung des Isolationswiderstandes
bei Photovoltaik-Anlagen zur elektrischen Energieerzeugung dar. Durch eine präzise
Überwachung auf Erdschlüsse kann eine Gefährdung von Personen oder
empfindlichen elektronischen Geräten rechtzeitig erkannt werden, selbst wenn
mehrere Isolationsfehler auf unterschiedlichen Potentialen auftreten.
Besonders vorteilhaft ist der Einsatz der erfindungsgemäßen
Messanordnung bei transformatorlosen Wechselrichtern. Für diese Wechselrichter
sind niederohmige Erdschlüsse auch in der Generatormitte eine Gefahr, da hierdurch
der Wechselrichterausgang praktisch kurzgeschlossen wird. Die resultierenden hohen
Ströme können zur Beschädigung bzw. Zerstörung der Leistungshalbleiter
führen. Schäden an den Halbleitern des Wechselrichters können zwar
durch andere Sicherheitsmaßnahmen wie Stromüberwachung vermieden werden,
die Fehlerursache würde aber nicht angezeigt. Die Suche nach dem Fehler wäre
dann langwierig und kostspielig, wenn keine Messung des Isolationswiderstandes erfolgt.
Die erfindungsgemäße Isolationswiderstandsmessung kann rechtzeitig den
Fehler anzeigen sowie das Zuschalten des Wechselrichters auf das öffentliche
Netz verhindern. Durch die Erfindung können insbesondere transformatorlose
Wechselrichter zuverlässig geschützt und Ausfallzeiten wirksam verkürzt
werden.
Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind
den Unteransprüchen zu entnehmen.
Anhand der Zeichnungen wird die Erfindung nachstehend beispielhaft
näher erläutert.
- Fig. 1
- zeigt den Aufbau einer netzgekoppelten Photovoltaik-Anlage mit Isolationsfehlern;
- Fig. 2
- zeigt das Ersatzschaltbild einer Anlage mit einer einfachen Messanordnung zur
Bestimmung eines einzelnen Leckwiderstands Rn oder Rp;
- Fig. 3
- zeigt eine Darstellung der Erfindung in einer ersten Ausgestaltung mit Spannungsmessung;
- Fig. 4
- zeigt eine Darstellung der Erfindung in einer zweiten Ausgestaltung mit einer
Strommessung;
- Fig. 5
- zeigt eine Darstellung der Erfindung in einer dritten Ausgestaltung mit einer
indirekten Strommessung mit Hilfe einer Konstantstromquelle und eines Transistors;
Fig. 1 zeigt eine netzgekoppelte Photovoltaik-Anlage als
Beispiel für eine auf Isolationsfehler zu überwachende Anlage. Bestandteile
der Anlage sind ein Photovoltaik-Generator 1 aus mehreren Solarzellen 2 und ein
Wechselrichter 3, der an ein Wechselspannungsnetz 4, das mit der Erde 5 verbunden
ist, angeschlossen ist. Die Anlage besitzt einen Pluspol 6 und einen Minuspol 7.
Der Wechselrichter 3 besteht beispielsweise aus einem Pufferkondensator 8, Leistungshalbleitern
9, Speicherdrosseln 10 und einer Vorrichtung zur Netzzuschaltung 11.
Weiterhin sind als Beispiele für mögliche Isolationsfehler
im Photovoltaik-Generator oder Wechselrichter ein Leckwiderstand Rp 12
zwischen Pluspol 6 und Erde 5, ein Leckwiderstand Rn 13 zwischen Minuspol
7 und Erde 5 sowie ein Leckwiderstand Rx 14 von einem beliebigen Potential
nach Erde 5 eingezeichnet. Es gilt:
Das Vorhandensein der Isolationsfehler führt bei Berührung
von Anlagenteilen zu Körperströmen und damit zur Gefährdung von Personen.
Beim Zuschalten des Netzes ergibt sich ein Stromfluss durch die gesamte Anlage,
was zur Beschädigung bzw. Zerstörung der Bauteile der Anlage führen
kann.
Ein einzelner Isolationsfehler am Plus- oder Minuspol,
d.h. ein einzelner Leckwiderstand Rp oder Rn, kann mit einer
einfachen Anordnung nach Fig. 2 bestimmt werden. Dazu sind Hilfswiderstände
Raux1 und Raux2 erforderlich. Da Rp bzw. Rn zu
einem der bekannten, hochohmigen Widerstände Raux1 und Raux2
parallel liegt, kann mit Hilfe der Spannungsteilerregel der Wert der Parallelschaltung
und damit auch der Wert von Rn bzw. Rp ermittelt werden.
Fig. 3 zeigt eine erste Ausgestaltung der Erfindung. Der
gezeigte Aufbau wird auch in der
EP 0 833 423
verwendet. Erfindungsgemäß wird jedoch ein Messzyklus so definiert,
dass eine erste Messung bei geschlossenem Schalter S1 und geöffnetem
Schalter S2 und anschließend eine zweite Messung bei geschlossenem
Schalter S2 und geöffnetem Schalter S1 durchgeführt
wird. Dadurch ergeben sich, wie bereits ausgeführt wurde, einfache Gleichungen
mit wenig Fehlereinflüssen.
Fig. 4 zeigt eine zweite Ausgestaltung der Erfindung. Hierbei
ist eine Strommesseinrichtung zwischen Erde 5 und dem Verbindungspunkt der beiden
Schalter vorgesehen, um den Strom zur Berechnung des Isolationswiderstandes zu messen.
Der Messzyklus bleibt gegenüber der Vorschrift zu Fig. 3 unverändert.
Fig. 5 zeigt eine bevorzugte dritte Ausführungsform
der Erfindung. Bei dieser erfolgt eine indirekte Strommessung. Die Schaltung nutzt
eine zusätzliche Konstantstromquelle, die den konstanten Strom Iconst
liefert. Der Schalter S2 wird nicht direkt auf den Pluspol geschaltet,
sondern über die Stromquelle. Zusätzlich ist ein MOSFET mit geeigneter
Ansteuerung UG den beiden Schaltern S1 und S2 parallel
geschaltet. Von Vorteil ist hierbei, dass statt des Stromes IPE mit Bezug
zur Erde 5 ein Strom lplus mit Bezug zum Pluspol der Anlage gemessen
wird. Der Strom kann so, z.B. über einen Shunt, gut mit einem Mikroprozessor
gemessen werden, dessen Bezugspotential auf diesem Pol liegt. Wie auch bei der Ausgestaltung
nach Fig. 4 ist bei dieser Lösung eine genaue Messung ohne hochpräzise
Widerstände möglich.
Mit dem vorgestellten Verfahren und den beschriebenen Messanordnungen
kann also der Isolationswiderstand Riso eines unter Spannung stehenden
elektrischen Gerätes oder einer Anlage mit einem Pluspol 6 und einem Minuspol
7 bestimmt werden. Beide Schalter S1, S2 stellen beim Schließen
jeweils einen Strompfad zwischen Erde und einem der beiden Pole 6,7 her. Mit dieser
Anordnung können Isolationsfehler an beiden Polen 6,7, auf beliebigen Potentialen
dazwischen sowie beliebige Kombinationen dieser Fehlerfälle erfasst werden.
Der sich insgesamt ergebende Isolationswiderstand kann in einfacher Weise sehr genau
ermittelt werden.
Bezugszeichenliste
- 1
- Photovoltaik-Generator
- 2
- Solarzellen
- 3
- Wechselrichter
- 4
- Wechselspannungsnetz
- 5
- Erde (PE)
- 6
- Pluspol
- 7
- Minuspol
- 8
- Pufferkondensator
- 9
- Leistungshalbleiter
- 10
- Speicherdrossel
- 11
- Vorrichtung zur Netzzuschaltung
- 12
- Stromquelle
- 13
- Transistor
- Riso
- Isolationswiderstand
- Rp
- Leckwiderstand am Pluspol
- Rn
- Leckwiderstand am Minuspol
- Rx
- Leckwiderstand auf Zwischenpotential
- UB
- Betriebsspannung der Anlage vom Plus- zum Minuspol
- Ux
- Ersatzspannung zur Beschreibung der Lage von Isolationsfehlern
- U1
- Spannung zwischen Pluspol und Erde
- U2
- Spannung zwischen Erde und Minuspol
- Raux1
- erster Hilfswiderstand in einfacher Messschaltung
- Raux2
- zweiter Hilfswiderstand in einfacher Messschaltung
- S1
- erster Schalter
- S2
- zweiter Schalter