| Dokumentenidentifikation |
EP1858038 03.01.2008 |
| EP-Veröffentlichungsnummer |
0001858038 |
| Titel |
Relais mit Kontaktkraftverstärkung |
| Anmelder |
Gruner AG, 78564 Wehingen, DE |
| Erfinder |
Schmelz, Rainer, 78669 Wellendingen, DE |
| Vertragsstaaten |
AT, BE, BG, CH, CY, CZ, DE, DK, EE, ES, FI, FR, GB, GR, HU, IE, IS, IT, LI, LT, LU, LV, MC, MT, NL, PL, PT, RO, SE, SI, SK, TR |
| Sprache des Dokument |
DE |
| EP-Anmeldetag |
26.04.2007 |
| EP-Aktenzeichen |
070084918 |
| EP-Offenlegungsdatum |
21.11.2007 |
| Veröffentlichungstag im Patentblatt |
03.01.2008 |
| IPC-Hauptklasse |
H01H 1/50(2006.01)A, F, I, 20071023, B, H, EP
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| IPC-Nebenklasse |
H01H 50/64(2006.01)A, L, I, 20071023, B, H, EP
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| Beschreibung[de] |
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Die Erfindung betrifft ein Relais mit einer durch ein Relaisgehäuse
hindurchgeführten Doppelleitung, deren eine, erste Leitung mindestens ein bewegliches
Kontaktelement aufweist, welches den Stromkreis der ersten Leitung in einer ersten
Relaisposition schließt und in einer zweiten Relaisposition unterbricht, und
deren andere, zweite Leitung durchgehend ausgebildet ist, sowie eine Relaisanordnung
mit mehreren solcher Relais.
Ein derartiges Relais und eine derartige Relaisanordnung
sind beispielsweise durch die
US 2006/0066425 A1
bekannt geworden.
Bei diesem bekannten Relais wird ein Stromkreis zwischen
zwei elektrischen Relaiskontakten mittels eines als Kontaktbrücke ausgebildeten
Brückenelements geschlossen oder unterbrochen, das mittels eines elektromagnetischen
Hubantriebs betätigt wird.
Demgegenüber ist es die Aufgabe der Erfindung, bei
einem Relais der eingangs genannten Art die Kontaktkraft des Kontaktelements in
der geschlossenen Relaisposition zu erhöhen.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst,
dass das Kontaktelement als Kontaktfeder ausgebildet ist und dass die zweite Leitung
im Wesentlichen parallel zur Kontaktfeder und vor deren Federfläche verläuft.
Werden die beiden Leitungen in entgegengesetzter Richtung
von Strom durchflossen, so wird die Kontaktkraft, mit der die Kontaktfeder am zugehörigen
Relaiskontakt anliegt, durch die magnetische Abstoßungskraft unterstützt,
die vom Magnetfeld der stromdurchflossenen durchgehenden Leitung auf die in Gegenrichtung
stromdurchflossene Kontaktfeder ausgeübt wird. Diese magnetische Kontaktkraft
ist umso größer, je höher die Stromstärke und je geringer der
Abstand der durchgehenden Leitung und der Kontaktfeder 10 ist.
Vorzugsweise ist die zweite Leitung zumindest im Bereich
der Kontaktfeder als Flachleitung ausgebildet und mit ihrer einen Flächenseite
der Federfläche der Kontaktfeder zugewandt. Die beiden Leitungen sind bevorzugt
Flachleitungen, die außerhalb des Bereichs der Kontaktfeder mit ihren Kanten
einander zugewandt sind. Weiterhin bevorzugt weist jede der beiden Leitungen beidseitig
des Relaisgehäuses Anschlussenden auf.
Vorzugsweise ist zum Auslenken der Kontaktfeder in die
jeweilige Relaisposition ein Magnetantrieb mit einer umpolbaren Magnetspule, einem
einen Permanentmagneten aufweisenden Anker, der an zwei Jochschenkeln der Magnetspule
zwischen zwei Schaltstellungen verschwenkbar gehalten ist, und einem im Wesentlichen
parallel zur Spulenachse verschiebbar geführten Stellelement der Kontaktfeder,
das mit dem Anker bewegungsgekoppelt ist. Bevorzugt ist dabei die Kontaktfeder mit
dem Stellelement des Magnetantriebs in Öffnungs- und/oder Schließrichtung
der Kontaktfeder bewegungsgekoppelt, wobei das Stellelement vorteilhaft in einer,
vorzugsweise in beiden Leitungen der Doppelleitung verschiebbar geführt sein
kann.
Die Erfindung betrifft auch eine Relaisanordnung mit mehreren,
vorzugsweise drei wie oben ausgebildeten Relais und mit einem gemeinsamen Antrieb,
vorzugsweise Magnetantrieb, zum gleichzeitigen Auslenken der Kontaktfedern der mehreren
Relais.
Die Relaisanordnung wird insbesondere in Verbindung mit
Stromzählern eingesetzt, um Verbraucher vom Netz zu trennen, und kann als Option
an vorhandene Stromzähler nachgerüstet werden. Die beiden Leitungen jeder
Doppelleitung sind im Stromzähler miteinander verbunden, um den Stromverbrauch
auszuwerten.
Vorteilhaft ist das Stellelement des gemeinsamen Antriebs
in einer, vorzugsweise in beiden Leitungen jedes der mehreren Relais verschiebbar
geführt..
Weitere Vorteile und vorteilhafte Ausgestaltungen des Gegenstands
der Erfindung sind der Beschreibung, der Zeichnung und den Ansprüchen entnehmbar.
Ebenso können die vorstehend genannten und die noch weiter aufgeführten
Merkmale erfindungsgemäß jeweils einzeln für sich oder zu mehreren
in beliebigen Kombinationen Verwendung finden. Die gezeigte und beschriebene Ausführungsform
ist nicht als abschließende Aufzählung zu verstehen, sondern hat vielmehr
beispielhaften Charakter für die Schilderung der Erfindung.
Es zeigt:
- Fig. 1
- eine Relaisanordnung mit drei erfindungsgemäßen Relais zum Schalten
eines dreiphasigen Stroms; und
- Fig. 2
- eine Detailansicht eines der in Fig. 1 gezeigten Relais.
Die in Fig. 1 dargestellte Relaisanordnung
1 dient zum Unterbrechen eines dreiphasigen Stromkreises und umfasst dazu
drei nebeneinander angeordnete Relais 2 mit jeweils einer durch ein gemeinsames
Relaisgehäuse 3 hindurchgeführten Doppelleitung 4 und einen
gemeinsamen Magnetantrieb 5 zum gleichzeitigen Betätigen der Relais
2.
Die beiden Leitungen 6, 7 der Doppelleitung 4 sind,
wie in Fig. 2 gezeigt, als Flachleitungen ausgebildet und weisen jeweils
beidseitig des Relaisgehäuses 3 Anschlussenden auf. Die in Fig. 2 rechte Flachleitung
6 weist zwei hochkant abgewinkelte Relaiskontakte 8, 9 und eine den Stromkreis
zwischen den beiden Relaiskontakten 8, 9 schließende oder unterbrechende Kontaktfeder
10 auf, die als elektrisch leitende Blatt- oder Flachfeder ausgebildet ist.
Die Kontaktfeder 10 ist an ihrem einen Ende elektrisch leitend am Relaiskontakt
8 befestigt, während ihr anderes, freies Ende 11 einen Kontaktknopf
12 trägt und mittels des Magnetantriebs 5 auslenkbar ist. Die Kontaktfeder
10 ist in der in Fig. 2 gezeigten geschlossenen Relaisposition derart ausgelenkt,
dass ihr Kontaktknopf 12 jeweils an einem Kontaktknopf 13 des Relaiskontakts
9 anliegt, und in der offenen Relaisposition (nicht gezeigt) derart ausgelenkt,
dass ihr Kontaktknopf 12 vom Kontaktknopf 13 des Relaiskontakts 9 abgehoben ist.
Im gezeigten Ausführungsbeispiel ist die Kontaktfeder 10 doppelarmig mit zwei
parallelen freien Enden 11 und daher mit zwei Kontaktknöpfen 12 ausgeführt,
die mit zwei Kontaktknöpfen 13 des Relaiskontakts 9 zusammenwirken. Die Kontaktfeder
10 ist als mehrschichtige Blattfeder mit einem seitlich aus ihrer Ebene vorstehenden
Bogenabschnitt 14 ausgebildet. Die in Fig. 2 linke Flachleitung 7 ist durchgehend
ausgebildet und weist einen hochkant abgewinkelten Mittelabschnitt 15 auf,
dessen Flächenseite im Wesentlichen parallel zur Federfläche
16 der Kontaktfeder 10 verläuft und mit möglichst geringem Abstand
vor der Federfläche 16 angeordnet ist. An ihren Anschlussenden sind die beiden
Flachleitungen 6, 7 einander mit ihren Kanten zugewandt.
Wie in Fig. 1 gezeigt, umfasst der Magnetantrieb 5 eine
umpolbare Magnetspule 17 mit einem Magnetkreis, an dessen zwei Jochschenkeln
18 ein Anker (Ankerwippe) 19 mit einem Permanentmagneten (nicht gezeigt)
schwenkbar gehalten ist. Der Permanentmagnet ist zwischen zwei Ankerplatten
20 angeordnet, die in den beiden Schaltstellungen des Ankers 19 jeweils an
den Jochschenkeln 18 anliegen. Die Magnetspule 17 und der zwischen seinen beiden
Schaltstellungen verschwenkbare Anker 19 bilden einen H-Ankeranzug. Der Anker 19
greift mit einem vorstehenden Arm 21 in eine Öffnung (nicht gezeigt)
eines Stellelements 22 ein, das in Auslenkrichtung der Kontaktfeder 10 linear
verschiebbar (Doppelpfeil 23) geführt ist. D.h., der Anker 19 ist am
Stellelement 22 angelenkt. Am freien Enden 11 jeder Kontaktfeder 10 ist eine Blattfeder
24 (Fig. 2) aus Federstahl befestigt, deren freies Ende zusammen mit dem
freien Ende 11 der Kontaktfeder 10 zwischen zwei Vorsprünge 25, 26 des
Stellelements 22 eingreift und zur Prellreduzierung dient. Das Stellelement 22 nimmt
mit dem Vorsprung 25 die Kontaktfeder 10 über ihr freies Ende 11 unmittelbar
in Öffnungsrichtung des Relais 1, d.h. in Fig. 1 nach links, und mit dem Vorsprung
26 die Kontaktfeder 10 mittels der Blattfeder 24 in Schließrichtung des Relais
1, d.h. nach rechts, mit. Mit anderen Worten ist die Kontaktfeder 10 mit dem Stellelement
22 in Öffnungs- und Schließrichtung bewegungsgekoppelt. Das Stellelement
22 ist jeweils in Führungsöffnungen 27 (Fig. 2) der beiden Leitungen 6,
7 verschiebbar geführt. Außerdem sind zwei durchgehende Flachleitungen
(Nullleitungen) 28, 29 unter dem Magnetantrieb 5 durch das Relaisgehäuse
3 geführt.
Die Relaisanordnung 1 ist an einen dreiphasigen Stromzähler
30 angeschlossen und dient dazu, Verbraucher vom Stromnetz zu trennen. Der
Stromzähler 30 weist für jede Phase ("PHASE 1 - 3") sowie für einen
Nullleiter ("NEUTRAL") jeweils einen Eingang IN und einen Ausgang
OUT auf, die im Stromzähler 30 miteinander verbunden sind, um den Stromverbrauch
auszuwerten. Die Leitungen 6, 7 der Relaisanordnung 1 und die beiden Nullleitungen
28, 29 sind jeweils mit den entsprechenden Anschlüssen IN bzw. OUT des Stromzählers
30 verbunden.
Zum Schalten der Relaisanordnung 1 wird das Magnetfeld
der Magnetspule 17 umgepolt, wodurch der Anker 19 verschwenkt und das Stellelement
22 verschoben wird. In der in Fig. 1 gezeigten geschlossenen Relaisposition ist
das Stellelement 22 durch nach rechts geschwenkten Arm 21 nach rechts verschoben,
wodurch die Kontaktfedern 10 der Relais 2 über ihre Blattfedern 24 nach rechts
bis zur Anlage ihrer Kontaktknöpfe 12 an den Kontaktknöpfen 13 des Relaiskontakts
9 ausgelenkt sind. In der geschlossenen Relaisposition wirken die Blattfedern 24
der Auslenkung der Kontaktfedern 10 in Öffnungsrichtung entgegen, was zu einem
prellreduzierten Schließen der Relais 2 führt. In der offenen Relaisposition
ist das Stellelement 22 durch den nach rechts geschwenkten Arm 21 nach links verschoben,
wodurch die Kontaktfedern 10 vom Stellelement 22 mitgenommen und ihre Kontaktknöpfe
12 von den Kontaktknöpfen 13 des Relaiskontakts 9 abgehoben sind.
In der geschlossenen Relaisposition ist die Kontaktkraft,
mit der der Kontaktknopf 12 der Kontaktfeder 10 am Kontaktknopf 13 des Relaiskontakts
9 anliegt, durch die Druckkraft der vom Stellelement 22 zusammengedrückten
Blattfedern 24 gegeben sowie bei Stromfluss (Kurzschlussfall) zusätzlich durch
die magnetische Abstoßungskraft, die vom Magnetfeld des stromdurchflossenen
Mittelabschnitts 15 auf die in Gegenrichtung stromdurchflossene Kontaktfeder 10
ausgeübt wird. Diese magnetische Kontaktkraft ist umso größer, je
höher die Stromstärke und je geringer der Abstand zwischen Mittelabschnitt
15 und Kontaktfeder 10 ist.
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| Anspruch[de] |
Relais (2) mit einer durch ein Relaisgehäuse (3) hindurchgeführten
Doppelleitung (4), deren eine, erste Leitung (6) mindestens ein bewegliches Kontaktelement
aufweist, welches den Stromkreis der ersten Leitung (6) in einer ersten Relaisposition
schließt und in einer zweiten Relaisposition unterbricht, und deren andere,
zweite Leitung (7) durchgehend ausgebildet ist,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Kontaktelement als Kontaktfeder (10) ausgebildet ist und dass die
zweite Leitung (7) im Wesentlichen parallel zur Kontaktfeder (10) und vor deren
Federfläche (16) verläuft.
Relais nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die zweite
Leitung (7) zumindest im Bereich der Kontaktfeder (10) als Flachleitung ausgebildet
und mit ihrer einen Flächenseite der Federfläche (16) der Kontaktfeder
(10) zugewandt ist.
Relais nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die
beiden Leitungen (6, 7) als Flachleitungen ausgebildet sind.
Relais nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass außerhalb
des Bereichs der Kontaktfeder (10) die beiden Flachleitungen (6, 7) mit ihren Kanten
einander zugewandt sind.
Relais nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
dass jede der beiden Leitungen (6, 7) beidseitig des Relaisgehäuses (3)
Anschlussenden aufweist.
Relais nach einem der vorhergehenden Ansprüche, gekennzeichnet
durch einen Antrieb, vorzugsweise einen Magnetantrieb (5), zum Auslenken der
Kontaktfeder (10) in die jeweilige Relaisposition.
Relais nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Magnetantrieb
(5) eine umpolbare Magnetspule (17), einen einen Permanentmagneten aufweisenden
Anker (19), der an zwei Jochschenkeln (18) der Magnetspule (17) zwischen zwei Schaltstellungen
verschwenkbar gehalten ist, und ein im Wesentlichen parallel zur Spulenachse verschiebbar
geführtes Stellelement (22) der Kontaktfeder (10), das mit dem Anker (19) bewegungsgekoppelt
ist, aufweist.
Relais nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Kontaktfeder
(10) mit dem Stellelement (22) des Magnetantriebs (5) in Öffnungs- und/oder
Schließrichtung der Kontaktfeder (10) bewegungsgekoppelt ist.
Relais nach Anspruch 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, dass das
Stellelement (22) des Magnetantriebs (5) in einer, vorzugsweise in beiden Leitungen
(6, 7) der Doppelleitung (4) verschiebbar geführt ist.
Relaisanordnung (1) mit mehreren, vorzugsweise drei Relais (2) nach
einem der vorhergehenden Ansprüche und mit einem gemeinsamen Antrieb, vorzugsweise
Magnetantrieb (5), zum gleichzeitigen Auslenken der Kontaktfedern (10) der mehreren
Relais (2).
Relaisanordnung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass
das Stellelement (22) des gemeinsamen Antriebs in einer, vorzugsweise in beiden
Leitungen (6, 7) jedes der mehreren Relais (2) verschiebbar geführt ist.
Relaisanordnung nach Anspruch 10 oder 11, dadurch gekennzeichnet,
dass ein oder mehrere durchgehend ausgebildete Nullleiter (28, 29) durch das
Relaisgehäuse (3) hindurchgeführt sind.
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