Die Erfindung betrifft eine Entschäumungsvorrichtung für
eine Flüssigkeit nach Oberbegriff des Anspruchs 1. Die Erfindung betrifft ferner
einen Schmiermitteltank, der eine solche Entschäumungsvorrichtung umfasst.
Entschäumungsvorrichtungen sind bekannt. Sie werden in technischen
Systemen, in denen Flüssigkeiten eingesetzt und hierbei mechanisch gefördert
werden, verwendet, um den Flüssigkeiten Fremdgas zu entziehen, das im Zuge
der mechanischen Förderung der Flüssigkeit in diese eingebracht wurde.
Durch dieses Einbringen von Fremdgas, beispielsweise von Umgebungsluft, kommt es
zu einem unerwünschten Aufschäumen der Flüssigkeit. In der
DE 2 005 594 wird eine solche Entschäumungsvorrichtung
vorgeschlagen, die eine einfache, abwärts gewendelte Spiralröhre in einer
Glocke mit Seitenwandbohrungen aufweist. Daran ist die aufwendige Bauform als zylindrische
Glocke und die nicht ausreichende Fremdgasentfernung nachteilig.
Dem gegenüber wird vorgeschlagen, dass die Entschäumungsvorrichtung,
die einen Spiralgang mit einer Oberseite oder einer Unterseite aufweist, Gasaustrittsbohrungen
an der Oberseite und Auslassbohrungen an der Unterseite aufweist. Hierdurch wird
im Zuge des Durchtritts der Flüssigkeit durch die Spirale ein exsukzessives
Abscheiden von Fremdgas in Richtung der oberseitigen Gasaustrittsbohrungen sowie
ein sukzessives Ausdrücken der Flüssigkeit durch die größeren
Auslassbohrungen erreicht. Soweit vorliegend von Bohrungen die Rede ist, können
diese selbstverständlich auch anders als durch Bohren, beispielsweise durch
Stanzen oder in einer anderen, geeigneten Weise, hergestellt werden.
In einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist vorgesehen,
dass die Gasaustrittsbohrungen an der zentrumsnäheren Seite der Oberseite angeordnet
sind. Damit ist gemeint, dass die an der Oberseite im Verlauf des Spiralgangs angeordneten
Gasaustrittsbohrungen nicht mittig relativ zur Breite des Spiralganges, sondern
mehr an der dem Zentrum zugewandten Seite des Spiralgangs angeordnet sind. Hierdurch
wird erreicht, dass die Flüssigkeit nicht durch Gasaustrittsbohrungen hinausgedrückt
wird, da diese, bedingt durch den ihr innewohnenden Impuls beim Durchtritt durch
den Spiralgang, eher an der außenseitigen Wandung des Spiralgangs geführt
wird.
In einer bevorzugten Ausführungsform ist vorgesehen, dass die
Auslassbohrungen an der zentrumsabgewandten Außenseite der Spirale angeordnet
sind. Dies bedeutet, dass die an der Unterseite des Spiralgangs in seinem Verlauf
angeordneten Auslassbohrungen, gewissermaßen entgegengesetzt der bevorzugten
Anordnungen der Gasaustrittsbohrungen, so angeordnet werden, dass sie beim Durchtritt
der Flüssigkeit durch den Spiralgang bevorzugt beaufschlagt werden. Hierdurch
ist eine kontinuierliche und vom Anfang des Durchlaufs an beginnende Trennung gewährleistet.
Eine besonders bevorzugte Ausführungsform der Erfindung sieht
vor, dass die Spirale logarithmisch ist. Dies bedeutet, dass ihr Verlauf nicht linear,
sondern logarithmisch spiralförmig ist. Ebenso verringern sich damit die Abstände
der jeweils aufeinanderfolgenden Gasaustrittsbohrungen und Auslassbohrungen im Verlauf
des Spiralganges, je näher sie dem Zentrum liegen. Dies wird durch gleiche
Winkelabstände der jeweils aufeinanderfolgenden Radien, auf denen im Verlauf
des Spiralganges die Gasaustrittsbohrungen beziehungsweise Auslassbohrungen liegen,
erreicht. Diese Form erlaubt eine günstigere Ausnutzung des Spiraldurchganges
und eine große, zum Entschäumen wirksame Öffnungsfläche im Zuge
es Spiralgangs.
Eine ganz besonders bevorzugte Ausführungsform sieht vor, dass
die Spirale doppeltlogarithmisch ist. Dies bedeutet, dass zwei logarithmische Spiralen
vorhanden sind, die gleichermaßen mit der von Fremdgas zu trennenden Flüssigkeit
beaufschlagt werden.
Nach einer Weiterbildung der Erfindung kann vorgesehen sein, dass
zwei insbesondere logarithmische und/oder doppeltlogarithmische Spiralgänge
vorgesehen sind, die insbesondere gegensinnig zueinander gekrümmt sind.
Eine bevorzugte Ausführungsform der Erfindung sieht vor, dass
die von Fremdgas zu trennende Flüssigkeit ein Schmiermittel ist.
Eine besonders bevorzugte Ausführungsform sieht vor, dass das
Schmiermittel Öl ist. Dies eröffnet einen weiten Einsatzbereich in Kraftfahrzeugen
oder anderen, mit Verbrennungsmotoren oder sonst mit Öl zu schmierenden Aggregaten
versehenen Maschinen und Anlagen.
Eine bevorzugte Ausführungsform der Erfindung sieht vor, dass
die Entschäumungsvorrichtung Bestandteil eines Schmiermittelstanks ist, insbesondere
für eine Brennkraftmaschine mit Trockensumpfschmierung. Eine solche Anordnung
lässt die einfach Ausführung im Zusammenhang mit der Herstellung und dem
Einbau des Schmiermitteltanks selbst zu.
Eine weitere Ausführungsform sieht vor, dass die Entschäumungsvorrichtung
als Einsatz ausgebildet ist, der für einen Schmiermitteltank vorgesehen ist.
Mit solchen Vorrichtungen lässt sich leicht auch eine Nachrüstung bestehender
Schmiermitteltanks vornehmen.
Die Erfindung betrifft ferner einen Schmiermitteltank mit einer Entschäumungsvorrichtung,
wie sie vorstehend beschrieben wurde. Dabei ist vorgesehen, dass diese insbesondere
für Brennkraftmaschinen, und insbesondere für solche mit einer Trockensumpfschmierung,
Anwendung findet.
Eine weitere Ausführungsform eines solchen Schmiermitteltanks
sieht vor, dass der Schmiermitteltank ein Prallblech aufweist. Mit Prallblech ist
eine beabstandet unterhalb des Spiralgangs und oberhalb des Schmiermittelspiegels
angeordnete, bevorzugt gelochte, Platte gemeint. Aufgabe des Prallblechs ist es,
ein Zurückströmen des Schmiermittels in die Spirale, wie dies beispielsweise
bei Querbeschleunigung eine Kraftfahrzeuges vorkommen kann, zu vermeiden. Ein solches
Prallblech ist jede Einrichtung, die diesen Zweck in diesem Zusammenhang mit der
Spirale erfüllt, also beispielsweise ein etwa trichterförmiges Lochblech
mit einer etwas größeren Hauptbohrung, die den Hauptdurchtritt des Schmiermittels
ermöglicht.
Bei einer besonders bevorzugten Ausführungsform des Schmiermitteltanks
ist zusätzlich ein Bypass vorgesehen, durch den Fremdgas, etwa Luft, aus dem
unteren in einen höheren Bereich des Schmiermitteltanks gelangen kann, sodass
die Druckverhältnisse innerhalb des Schmiermittelsystems keine Behinderung
des Schmiermitteldurchtritts und der Fremdgasentfernung bewirken können.
Weitere vorteilhafte Ausführungsformen ergeben sich aus den Unteransprüchen
und aus Kombinationen derselben.
Die Erfindung wird im Nachfolgenden anhand von Zeichnungen näher
erläutert. Es zeigen
1 eine Aufsicht auf eine Entschäumungsvorrichtung
2 eine Aufsicht auf eine Entschäumungsvorrichtung
in doppelter logarithmischer Spiralausführung, und
3 einen Schmiermitteltank mit Entschäumungsvorrichtung.
1 zeigt eine Entschäumungsvorrichtung
1. Diese umfasst einen Spiralgang 2, der hier in Querschnitts-Aufsicht
dargestellt ist. Der Spiralgang 2 weist eine Eintrittsöffnung
3 auf, durch die der Eintritt der zu entschäumenden Flüssigkeit
in den Spiralgang 2 erfolgt. Der Spiralgang windet sich hin zu einem Zentrum
4. An der Unterseite 5 des Spiralganges 2 (wobei dieser
beispielsweise von rechteckigem Querschnitt ist) sind in Aufeinanderfolge Auslassbohrungen
6 angeordnet. In der Geometrie des Spiralganges 2 sind diese nahe
der jeweils zentrumsabgewandten Seite 7 angeordnet, also nahe derjenigen,
die die Außenwandung 8 des Spiralganges 2 bildet. Entsprechend
der Ausgestaltung des Spiralganges 2 wird der Abstand d zwischen jeweils
zwei aufeinanderfolgenden Auslassbohrungen 6 umso kleiner, je näher
die jeweiligen Auslassbohrungen 6 im Verlauf des Spiralgangs
2 dem Zentrum 4 gelegen sind.
Der Klarheit der Darstellung halber sind in vorliegender
1 auch die an der an sich hier nicht sichtbaren Oberseite
des Spiralganges 2 befindlichen Gasaustrittsbohrungen 9 dargestellt.
Diese liegen auf den selben Radien r, die im wesentlichen gleiche Winkelabstände
zueinander aufweisen, relativ zum Zentrum 4, wie die Auslassbohrungen
6. Im Gegensatz zu den Auslassbohrungen 6, die an der Unterseite
5 des Spiralganges 2 angeordnet sind, befinden sich die Gasaustrittsbohrungen
9 jedoch an der nicht dargestellten Oberseite des Spiralgangs
2 und gestatten ein Entweichen des Gases nach oben aus dem Spiralgang
2 heraus. Sie sind hierbei an der dem Zentrum 4 näher gelegenen
Wandseite des Spiralgangs 2 angeordnet.
Die Entschäumungsvorrichtung 1 funktioniert wie folgt:
Durch die Eintrittsöffnung 3 der Entschäumungsvorrichtung
1 wird ein Volumenstrom V der zu entschäumenden Flüssigkeit,
beispielsweise eines Schmieröls, in den Spiralgang 2 eingebracht,
beispielsweise durch eine nicht näher dargestellte Förderpumpe. Seinem
Impuls folgend, wird sich die Flüssigkeit vorzugsweise entlang der Außenwandung
8 des Spiralgangs 2 durch den Spiralgang 2 bewegen, wobei
sie durch die Auslassbohrungen 6 in ein unterhalb des Spiralgangs angeordnetes,
hier nicht näher dargestelltes Reservoir austritt.
Das mitgeförderte Gas hingegen tritt durch die Gasaustrittsöffnungen
9 an der Oberseite des Spiralganges 2 nach oben aus, wo es durch
geeignete, hier nicht näher dargestellte Ableitungsvorrichtungen abgeleitet
wird. Durch die logarithmische Ausgestaltung der Spirale, insbesondere nämlich
die enger werdende Lochbeabstandung (Abstand d) entsprechend den im wesentlichen
gleich winkelbeabstandeten Radien r ergibt sich hierbei eine sehr gute Trennung
von Flüssigkeit und Fremdgas. Im Gegensatz zu im Stand der Technik bekannten
Entschäumungsvorrichtungen kann der hier vorgeschlagene Spiralgang aufgrund
der gewählten Ausführungsform flächig, das soll heißen: In parallel
liegenden Ebenen ohne Steigung oder Gefälle, dargestellt werden. Das bedeutet,
daß der Spiralgang 2 kein Gefälle aufweisen muß. Auf diese
Weise ist es beispielsweise sehr einfach, den Spiralgang 2 durch Einbringung
einer Außenwandung 8 in ein die Entschäumungsvorrichtung umgebendes
Gehäuse 10, das beispielsweise auch ein Schmiermitteltank
11 sein kann, dadurch herzustellen, dass sich die Außenwandung
8 in Spiralform – wie beschrieben – hin zu dem Zentrum
4 erstreckt und ober- beziehungsweise unterseitig durch ein Blech abgeschlossen
wird, wobei hier in 1 lediglich das die Unterseite
5 bildende Abschlussblech 12 dargestellt ist. Das Abschlussblech
12 kann, insbesondere auch außerhalb des Spiralgangs 2, weitere
Austrittslöcher 13 aufweisen, die auch den Austritt von in dem nicht
dargestellten Vorratsbehälter noch befindlichem restlichen Fremdgas gestatten.
2 zeigt eine doppelt-logarithmische Ausführungsform
der in 1 gezeigten Entschäumungsvorrichtung
1. Die doppelt-logarithmische Ausführungsform 14 weist ebenso
wie die einfache Ausführungsform eine Eintrittsöffnung 3 auf,
die sich an einem Scheitelpunkt 15 in zwei wechselsinnig laufende Spiralgänge
2 und 2' aufteilt. Mit wechselsinnig ist vorliegend gemeint, dass,
bezogen auf die Einströmungsrichtung R des Volumenstroms V einmal nach links,
einmal nach rechts abgezweigt und in einen jeweils zugehörigen Spiralgang
2 bzw. 2' eingeleitet wird. Die Spiralgänge als solche weisen
demzufolge einen gegensinnigen Richtungsverlauf auf.
3 zeigt die Anordnung einer Entschäumungsvorrichtung
1 innerhalb eines Schmiermitteltanks 11. Der Spiralgang
2 wird, ausgehend von der Eintrittsöffnung 3, zwischen einem
Abschlussblech 12, das die Unterseite 5 des Spiralganges
2 bildet, und einer Deckplatte 16 gebildet, die die Oberseite
17 des Spiralganges 2 bildet. Im Schmiermitteltank 11
unterhalb des Spiralgangs 2, nämlich unterhalb des Abschlussblechs
12, ist – zu letzterem beabstandet – ein Prallblech
18 angeordnet, dass in einer geeigneten Weise Bohrungen zum Durchtritt
des Schmiermittels in den darunter gelegenen Vorratsraum 19 aufweist. Dieses
Prallblech verhindert, dass das im Vorratsraum 19 befindliche Schmiermittel
bei Auftreten beispielsweise von Querbeschleunigungen in den Spiralgang
2 rückgelangen und so zu unerwünschten Interaktionen mit dem
dort zu behandelnden Volumenstrom V führen kann.
Ebenso weist der Schmiermitteltank 11 ein Lochblech
20 auf, das beabstandet oberhalb der Deckplatte 16 des Spiralganges
2 angeordnet ist, und durch das der Austritt der vom Schmiermittel getrennten
Fremdgase aus dem Schmiermitteltank erfolgt, beispielsweise über eine Entlüftungshutze
21. Ferner weist der Schmiermitteltank einen Einfüllstutzen
22 auf, durch den beispielsweise das Nachfüllen bei zu niedrigem Schmiermittelstand
erfolgt, sowie ein Saugrohr 23 mit Siebplatte 24, über die
die Schmiermittelförderung aus dem Vorratsraum 19, beispielsweise
über eine nicht dargestellte Schmiermittelpumpe, hin zu dem nicht dargestellten
zu schmierenden Aggregat erfolgt.
- 1
- Entschäumungsvorrichtung
- 2
- Spiralgang
- 3
- Eintrittsöffnung
- 4
- Zentrum
- 5
- Unterseite
- 6
- Auslassbohrung
- 7
- zentrumsabgewandte Seite
- 8
- Außenwandung
- 9
- Gasaustrittsöffnung
- 10
- Gehäuse
- 11
- Schmiermitteltank
- 12
- Abschlußblech
- 13
- Austrittslöcher
- 14
- doppelt-logarithmische Ausführungsform
- 15
- Scheitelpunkt
- 16
- Deckplatte
- 17
- Oberseite
- 18
- Prallblech
- 19
- Vorratsraum
- 20
- Lochblech
- 21
- Entlüftungshutze
- 22
- Einfüllstutzen
- 23
- Saugrohr
- 24
- Siebplatte
- d
- Abstand
- V
- Volumenstrom
- 2'
- wechselsinniger Spiralgang
- R
- Einströmrichtung
- r
- Radien