Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Montage eines Riemens
an zwei Riemenscheiben mit festem, nicht-verstellbarem Abstand zueinander.
Weiterhin bezieht sich die Erfindung auf eine Fahrzeuglenkung mit
einem Riementrieb.
Bei der Montage eines Riemens an zwei Riemenscheiben mit vergebenem
Achsabstand stellt sich infolge der Vorspannung des Riemens eine bestimmte Riementrumkraft
ein. Diese hängt im Wesentlichen von der Länge und Breite des Riemens
sowie dessen Steifigkeit ab. Von der Riementrumkraft hängen wiederum die in
den Lagern der Riemenscheiben auftretenden Lagerkräfte ab.
Ist der Achsabstand der Riemenscheiben fest vorgegeben, kommt es in
der Serienfertigung infolge von Fertigungstoleranzen zu Schwankungen bei der Riementrumkraft
und damit bei den Lagerkräften.
Die Lagerkräfte in den Lagern der Riemenscheiben besitzen einen
wesentlichen Einfluss auf die Lebensdauer des Riementriebs sowie dessen Geräuschemissionen.
Um die Lagerkräfte zu begrenzen, werden bei Riementrieben die Toleranzen stark
eingeschränkt und die Riemensteifigkeit angepasst. Enge Toleranzen sind jedoch
mit einem erhöhten Fertigungsaufwand verbunden. Hiergegen kann man sich zwar
mit dem Prinzip einer Auswahlpassung zwischen Riemen und Achsabstand behelfen, jedoch
bedeutet dies einen erheblichen Aufwand bei der Montage, da hierzu die Achsabstände
und die Riemen zunächst vermessen und anschließend passende Kombinationen
ausgewählt werden müssen.
Insbesondere bei großen Fertigungszahlen, wie sie beispielsweise
bei Fahrzeuglenkungen auftreten, sind die genannten Verfahren wenig praktikabel,
so dass bei herkömmlichen Fahrzeuglenkungen mit Riementrieb der Achsabstand
verstellbar ausgeführt wird. Dies bedeutet jedoch einen nicht unbeachtlichen
Fertigungs- und Montageaufwand.
Vor diesem Hintergrund liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, ein
Verfahren zur Montage eines Riemens an zwei Riemenscheiben anzugeben, welches bei
geringem Fertigungs- und Montageaufwand eine hohe Lebensdauer und ein gutes Geräuschverhalten
des Riementriebs ermöglicht.
Diese Aufgabe wird durch ein Verfahren mit den Merkmalen von Patentanspruch
1 gelöst. Nach dem erfindungsgemäßen Verfahren wird an dem montierten
Riemen zunächst die Kraft im Riementrum ermittelt. Anschließend wird in
Abhängigkeit der ermittelten Ist-Riementrumkraft der Riemen in seiner Breite
beschnitten. Durch die Verminderung der Riemenbreite lassen sich die Lagerkräfte
in den Lagern der Riemenscheiben beeinflussen.
Insbesondere können die Lagerkräfte bei festem Achsabstand
der Riemenscheiben in sehr engen Toleranzen gehalten werden. Bei entsprechender
Auslegung der Riemenscheiben lassen sich hierdurch eine Überlastung der Lager
sowie ein vorzeitiger Verschleiß derselben vermeiden. Zudem lässt sich
so das Geräuschverhalten des Riementriebs sehr gut kontrollieren.
In einer vorteilhaften Ausgestaltung des Verfahrens wird der Riemen
im montierten Zustand beschnitten. Hierdurch ergibt sich gegenüber dem Prinzip
der Auswahlpassung ein beachtlicher Zeitvorteil, da das Vermessen der Achsabstände
und der Riemen sowie die nachfolgende Zuordnung wegfällt.
Die notwendige Riemenbreite kann vereinfacht linear nach der folgenden
Beziehung bestimmt werden:
b = a·FTrumIst/FTrumSoll
Hierbei stellt a die ursprüngliche Riemenbreite, b die gesuchte
Riemenbreite, FTrumIst die ermittelte Riementrumkraft, und FTrumSoll
eine vorgegebene Soll-Riementrumkraft dar.
Die Erfindung ermöglicht eine erhebliche konstruktive Vereinfachung
von Fahrzeuglenkungen, bei denen ein die Lenkung unterstützendes Hilfsmoment
über einen Riementrieb eingeleitet wird.
Gemäß Patentanspruch 4 ergibt sich hierdurch insbesondere
eine Fahrzeuglenkung mit einem Riementrieb zur Einleitung eines die Lenkung unterstützenden
Hilfsmoments, bei der die Riemenscheiben des Riementriebs im Gegensatz zu herkömmlichen
Fahrzeuglenkungen mit Riementrieb einen festen, nicht-verstellbaren Achsabstand
aufweisen.
Der Riementrieb dieser Fahrzeuglenkung weist vorzugsweise einen in
seiner Breite nachträglich beschnittenen Riemen auf, was an dem Riemen in der
Regel gut erkennbar ist.
In einer weiter bevorzugten Ausgestaltung ist ein nach dem oben beschriebenen
Verfahren abgestimmter Riemen vorgesehen.
Nachfolgend wird die Erfindung anhand eines in der Zeichnung dargestellten
Ausführungsbeispiels näher erläutert. Die Zeichnung zeigt in:
1 eine schematische Seitenansicht eines Riementriebs
mit einem festen, nicht-verstellbaren Achsabstand,
2 eine Ansicht von oben auf den Riementrieb nach
1, und in
3 eine schematische Ansicht einer Fahrzeuglenkung mit
einem Riementrieb nach den 1 und 2.
Herkömmliche Riementriebe weisen oftmals Verstellmechanismen
zur Einstellung der Riemenspannung auf. Solche Riementriebe sind nicht Gegenstand
der nachfolgenden Betrachtungen. Diese gehen vielmehr davon aus, dass die Lage der
Drehachsen A1 und A2 der Riemenscheiben 1 und
2 eines Riementriebs zueinander fest vorgegeben und mit Fertigungstoleranzen
behaftet ist. Dies hat den Vorteil, dass die Lager der Riemenscheiben
1 und 2 einfach bleiben, führt jedoch infolge von Fertigungstoleranzen
in Bezug auf den Abstand d der Achsen A1 und A2 je nach eingebautem
Riemen 3 in der Serie zu unterschiedlichen Lagerkräften FLager1
und FLager2 in den Lagern der Riemenscheiben 1 und
2.
Erfindungsgemäß ist daher vorgesehen, nach erfolgter Montage
des Riemens 3 an den Riemenscheiben 1 und 2 die anfängliche
Breite a des Riemens 3 auf den tatsächlichen Achsabstand d abzustimmen,
ohne das hierzu der Achsabstand d gemessen werden müsste.
Vielmehr wird an dem montierten Riemen 3 im Betrieb die Kraft
FTrumIst im Riementrum ermittelt. Diese kann entweder unmittelbar gemessen
werden oder aber z. B. aus einer der Lagerkräfte FLager1 und FLager2
bestimmt werden. Wesentlich ist, dass eine die tatsächliche Kraft FTrumIst
im Riementrum repräsentierende Größe gewonnen wird.
Diese wird zu einer Soll-Riementrumkraft FTrumSoll in Bezug
gesetzt. In Abhängigkeit der ermittelten Abweichung bzw. der Ist-Riementrumkraft
wird dann der Riemen 3 in seiner Breite beschnitten. Hierbei macht man
sich die Überlegung zunutze, dass ein Riementrieb bei einer reduzierten Riemenbreite
das gleiche Drehmoment übertragen kann, wie ein Riementrieb mit einer geringeren
Riementrumkraft und einer großen Riemenbreite.
Da der Riemen 3 vorzugsweise im montierten Zustand beschnitten
wird, lassen sich über die Riemenbreite b die Lagerkräfte FLager1
und FLager2 sehr genau einstellen. Die genaue Einhaltung der Lagerkräfte
ermöglicht es, eine Überlastung der Lager infolge von Fertigungstoleranzen
zu vermeiden, wodurch eine hohe Lebensdauer der Lager und damit des Riementriebs
sowie ein homogenes Geräuschverhalten gewährleistet werden können.
Die richtige Riemenbreite b wird vorzugsweise nach einer einfachen,
linearen Beziehung bestimmt, nämlich:
b = a·FTrumIst/FTrumSoll
wobei a die ursprüngliche Riemenbreite bei der Montage, b die gesuchte Riemenbreite
des abgestimmten Riemens, FTrumIst die gemessene Riementrumkraft und
FTrumSoll eine vorgegebene Soll-Riementrumkraft repräsentiert.
Der vorstehend erläuterten Montagablauf ermöglicht, wie
bereits ausgeführt, einen sehr einfachen Aufbau der Lagerung des Riementriebs,
da ein etwaiger Verstellmechanismus und sonstige Ausgleichsmaßnahmen entfallen
können.
Hierdurch lässt sich beispielsweise eine Fahrzeuglenkung mit
einem Riementrieb zur Einleitung eines die Lenkung unterstützenden Hilfsmoments
in ihrem Aufbau erheblich vereinfachen. 3 zeigt beispielhaft
eine Fahrzeuglenkung, bei der die Riemenscheiben 1 und 2 des Riementriebs
einen festen, nicht-verstellbaren Achsabstand d aufweisen. Eine erste Riemenscheibe
1 ist hierbei mit einem Motor 4 gekoppelt, der das Hilfsmoment
erzeugt. Die Drehachse A1 des Motors 4 verläuft parallel
zu einer Kugelgewindespindel 5 der Lenkung, deren Axialverschiebung entlang
der Drehachse A2 über geeignete Verbindungsglieder an den Fahrzeugrädern
in Form eines Lenkeinschlags zur Wirkung gebracht wird. Die zweite Riemenscheibe
2 ist an einer Kugelgewindemutter 10 vorgesehen, welche mit der
Kugelgewindespindel 5 zusammenwirkt.
Wie 3 zeigt, umfasst die Fahrzeuglenkung
weiterhin eine Lenkwelle 6, die an einem Ende ein Lenkrad 7 und
arm anderen Ende ein Lenkungsritzel 8 aufweist, um einen fahrerseitigen
Lenkbefehl an die nicht dargestellten Fahrzeugräder zu übertragen. Ferner
ist ein Gehäuse 9 zu erkennen, welches den Riementrieb sowie den Motor
4 und den Kugelgewindetrieb mit der Kugelgewindespindel 5 und
der Kugelgewindemutter 10 aufnimmt. In diesem Gehäuse 10
kann ferner das Lenkungsritzel 8 gelagert werden.
Der Riementrieb der Fahrzeuglenkung weist einen in seiner Breite nachträglich
beschnittenen Riemen 3 auf. Vorzugsweise ist in dieser nach dem oben erläuterten
Verfahren abgestimmt worden. Hierdurch können in der Serienfertigung trotz
auftretender Fertigungstoleranzen die Lagerkräfte der Riemenscheiben
1 und 2 sehr präzise eingehalten werden, was es wiederum
ermöglicht, insbesondere den Achsabstand d mit verhältnismäßig
groben Toleranzen zu bemaßen. Hierdurch lässt sich der Fertigungsaufwand
einer Fahrzeuglenkung mit einem Riementrieb nochmals erheblich vermindern.
Die Erfindung wurde vorstehend anhand eines bevorzugten Ausführungsbeispiels
näher erläutert. Sie ist jedoch nicht auf dieses Ausführungsbeispiel
beschränkt, sondern umfasst alle durch die Patentansprüche definierten
Ausgestaltungen.
- 1
- Riemenscheibe
- 2
- Riemenscheibe
- 3
- Riemen
- 4
- Motor
- 5
- Kugelgewindespindel
- 6
- Lenksäule
- 7
- Lenkrad
- 8
- Lenkungsritzel
- 9
- Gehäuse
- 10
- Kugelgewindemutter
- A1
- Drehachse der ersten Riemenscheibe 1
- A2
- Drehachse der zweiten Riemenscheibe 2
- a
- ursprüngliche Riemenbreite
- b
- abgestimmte Riemenbreite
- d
- Achsabstand
- FLager1
- Lagerkraft der der ersten Riemenscheibe 1
- FLager2
- Lagerkraft der der zweiten Riemenscheibe 2
- FTrumIst
- Ist-Riementrumkraft
- FTrumSoll
- Soll-Riementrumkraft