Die Erfindung betrifft ein Verfahren und einen Netzwerkknoten zur
Broadcast-Übertragung von Daten in einem Netz, insbesondere in einem Mesh-Datennetz.
Der IEEE 802.16-Standard spezifiziert die Luftschnittstelle einschließlich
der Medium Access Control (MAC) und verschiedener Spezifikationen der physikalischen
Schicht eines Breitband-drahtlosen Zugriffsystems (BWA: Broadband Wireless Access)
zur Unterstützung verschiedener Dienstleistungen. Der IEEE 802.16-Standard
spezifiziert zwei Betriebsmodi, nämlich einen Punkt zu Mehrpunkt-Betriebsmodus
(PMP: Point-to-Multipoint-Mode) und einen optionalen Mesh-Betriebsmodus.
In dem PMP-Betriebsmodus ist es ausschließlich möglich,
dass Teilnehmerstationen bzw. Subscriberstationen (SS) nur direkt mit einer Basisstation
(BS) kommunizieren können. Die einzelnen Teilnehmerstationen SS, bei denen
es beispielsweise um mobile Endgeräte handelt, können nicht direkt miteinander
kommunizieren. Daher müssen sich die einzelnen Teilnehmerstationen SS innerhalb
der direkten Sendereichweite der Basisstation BS befinden, um einen Zugang zu dem
Netzwerk zu erhalten.
Der andere in dem Standard 802.16 spezifizierte Betriebsmodus wird
als Mesh-Betriebsmodus (Mesh Mode/MSH) bezeichnet. Der Hauptunterschied zwischen
dem PMP-Betriebsmodus und dem MSH-Betriebsmodus besteht darin, dass in dem PMP-Betriebsmodus
der Datenaustausch ausschließlich zwischen der Basisstation BS und den Teilnehmerstationen
SS stattfindet, während in dem Mesh-Betriebsmodus Daten zwischen einer Teilnehmerstation
SS und der Basisstation BS ausgetauscht werden indem die Daten über andere
Teilnehmerstationen SS geroutet werden. Ein Datenaustausch kann auch direkt zwischen
unterschiedlichen Teilnehmerstationen SS erfolgen. Der Vorteil eines Mesh-Betriebsmodus
besteht darin, dass er eine indirekte Datenkommunikation eines Teilnehmergerätes
SS mit der Basisstation BS erlaubt, d. h. es müssen weniger Basisstationen
BS bei der Implementierung des Netzes vorgesehen werden. Ein weiterer Vorteil besteht
in einer erhöhten Reichweite der Basisstation BS, die über deren physikalische
Sendereichweite hinausgeht.
Die auf dem Standard 802.16-2004 basierenden Mesh-Datennetze beschreiben
keinen Mechanismus für einen Broadcast- oder einen Multicast von Daten. Bei
einer Broadcast-Datenübertragung von Daten sendet ein Sendeknoten (SK) Daten
an alle (Broadcast) oder an eine bestimmte Untergruppe von benachbarten Knoten (Multicast).
Damit ein Sendenknoten SK an die benachbarten Knoten Daten senden kann, muss er
gemäß dem 802.16-2004-Standard seine Broadcast-Nachrichten sequentiell
senden, d. h. der Sendeknoten (SK) sendet die Daten zunächst an einen ersten
Empfangsknoten EKi und dann anschließend an einen weiteren Empfangsknoten
EKi+1 usw. bis alle benachbarten Knoten erreicht sind. Die dabei benötigte
Bandbreite steigt mit der Anzahl der benachbarten Knoten. Die zeitliche Verzögerung
der übermittelten Broadcast-Nachrichten wird ebenfalls erhöht. Die zeitliche
Verzögerung bzw. das Delay für darauf folgende Nachrichten steigt ebenfalls
durch den Aufwand für die Übermittlung der Broadcast-Nachricht.
Es ist daher die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Verfahren
und einen Netzwerkknoten zur effizienten Broadcast-Übertragung von Daten, insbesondere
in 802.16-basierten Mesh-Netzen, zu schaffen.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch ein Verfahren mit
den im Patentanspruch 1 angegebenen Merkmalen sowie durch einen Netzwerkknoten gemäß
Anspruch 9 gelöst.
Die Erfindung schafft ein Verfahren zur Broadcast-Übertragung
von Daten von einem Sendeknoten zu mehreren benachbarten Empfangsknoten eines Netzes
in Rahmen, die jeweils mehrere Zeitschlitze aufweisen,
wobei jeder Zeitschlitz eines Rahmens einen Verfügbarkeitsstatus aufweist,
der sich in Abhängigkeit von Zeitschlitzreservierungen anderer Knoten des Netzes
verändert,
wobei der Sendeknoten die Daten in mindestens einem Zeitschlitz mit einer bestimmten
einstellbaren Wahrscheinlichkeit zu dem Empfangsknoten sendet, wenn der Verfügbarkeitsstatus
des jeweiligen Zeitschlitzes angibt, dass der Zeitschlitz zur Datenübertragung
frei verfügbar ist.
Dabei wird bei einer ersten Ausführungsform die Sende-Wahrscheinlichkeit
in Abhängigkeit von einer Netzlast des Netzes eingestellt.
Bei einer alternativen Ausführungsform wird die Sende-Wahrscheinlichkeit
in Abhängigkeit von einer Anzahl der zu einem Sendeknoten benachbarten Knoten
eingestellt.
Bei einer weiteren alternativen Ausführungsform wird die Wahrscheinlichkeit
von einem Nutzer eingestellt.
Bei einer bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen
Verfahrens weist ein Zeitschlitz zur Datenübertragung als Verfügbarkeitsstatus
den Zustand "frei verfügbar" auf, wenn der Sendeknoten in diesem Zeitschlitz
weder selbst Daten sendet noch empfängt und wenn ferner keiner der zu dem Sendeknoten
benachbarten Knoten in diesem Zeitschlitz Daten sendet oder empfängt.
Bei einer bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen
Verfahrens wird das Netz durch ein drahtloses Datennetz gebildet.
Bei einer bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen
Verfahrens wird das Netz durch ein drahtloses Mesh-Netz gebildet.
Bei einer besonders bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen
Verfahrens wird das Netz durch ein drahtloses WiMax-Mesh-Netz gebildet.
Die Erfindung schafft ferner einen Netzwerkknoten zur Broadcast-Übertragung
von Daten zu mehreren benachbarten Empfangsknoten eines Netzes in Rahmen, die jeweils
mehrere Zeitschlitze aufweisen, wobei jeder Zeitschlitz eines Rahmens einen Verfügbarkeitsstatus
aufweist, der in Abhängigkeit von Zeitschlitzreservierungen anderer Knoten
des Netzes veränderbar ist, wobei der Netzwerkknoten eine Sende/Empfangseinrichtung
und eine Prozessiereinrichtung aufweist, die derart ausgestaltet sind, dass die
Daten in mindestens einem Zeitschlitz mit einer bestimmten einstellbaren Wahrscheinlichkeit
zu dem Empfangsknoten gesendet werden, wenn der Verfügbarkeitsstatus des jeweiligen
Zeitschlitzes angibt, dass der Zeitschlitz zur Datenübertragung frei verfügbar
ist.
Bevorzugt ist der Netzwerkknoten ausgestaltet zur drahtlosen Datenübertragung,
insbesondere gemäß IEEE 802.16.
Bevorzugt weist der Netzwerkknoten einen Verfügbarkeitsspeicher
auf, in dem zu jedem Zeitschlitz eines Rahmens ein veränderbarer Verfügbarkeitsstatus
des Zeitschlitzes gespeichert ist.
Das System zur Broadcast-Übertragung von Daten von einem Sendeknoten
zu mehreren benachbarten Empfangsknoten eines Netzes in Rahmen, die jeweils mehrere
Zeitschlitze aufweisen weist wenigstens einen erfindungsgemäßen Netzwerkknoten
auf.
Bei einer bevorzugten Ausführungsform des Systems ist das Netz
ein drahtloses Datennetz. Bei einer weiteren Ausführungsform des Systems ist
das Netz ein drahtloses Mesh-Datennetz. Bei einer besonders bevorzugten Ausführungsform
des Systems ist das Netz ein drahtloses 802.16-Mesh-Datennetz.
Die Knoten werden vorzugsweise durch mobile Endgeräte oder Basisstationen
gebildet.
Bei einer Ausführungsform des Systems zur Broadcast-Datenübertragung
weisen die Knoten des Netzes jeweils einen Verfügbarkeitsspeicher auf, in dem
zu jedem Zeitschlitz TS eines Rahmens ein veränderbarer Verfügbarkeitsstatus
des Zeitschlitzes gespeichert ist.
Bei einer Ausführungsform des Systems gibt der Verfügbarkeitsstatus
eines Zeitschlitzes als einen ersten Zustand eine freie Verfügbarkeit a (available)
des Zeitschlitzes an, wenn der Knoten in diesem Zeitschlitz weder bereits Daten
selbst sendet noch empfängt und wenn ferner keiner der zu dem Knoten benachbarten
Knoten in diesem Zeitschlitz TS Daten sendet oder empfängt.
Bei einer Ausführungsform des Systems gibt der Verfügbarkeitsstatus
eines Zeitschlitzes als einen zweiten Zustand eine Sendeverfügbarkeit t (transmit-available)
des Zeitschlitzes an, wenn der Knoten in diesem Zeitschlitz weder bereits Daten
selbst sendet noch empfängt und wenn keiner der zu dem Knoten benachbarten
Knoten in diesem Zeitschlitz Daten empfängt und wenn mindestens einer der zu
dem Knoten benachbarten Knoten in diesem Zeitschlitz Daten sendet.
Bei einer Ausführungsform des Systems zur Broadcast-Übertragung
gibt der Verfügbarkeitsstatus eines Zeitschlitzes als einen dritten Zustand
eine Empfangsverfügbarkeit r (receive-available) des Zeitschlitzes an, wenn
der Knoten in diesem Zeitschlitz weder bereits Daten selbst sendet noch empfängt
und wenn keiner der benachbarten Knoten Daten in diesem Zeitschlitz sendet und wenn
ferner mindestens einer der benachbarten Knoten in dem Zeitschlitz Daten empfängt.
Bei einer weiteren Ausführungsform des Systems zur Broadcast-Übertragung
gibt der Verfügbarkeitsstatus eines Zeitschlitzes TS als einen vierten Zustand
keine Verfügbarkeit u (unavailable) des Zeitschlitzes an, wenn der Knoten selbst
Daten in dem Zeitschlitz sendet oder empfängt oder wenn mindestens einer der
benachbarten Knoten in diesem Zeitschlitz Daten sendet und mindestens einer der
benachbarten Knoten in diesem Zeitschlitz Daten empfängt.
Im Weiteren werden bevorzugte Ausführungsformen des erfindungsgemäßen
Verfahrens und des erfindungsgemäßen Netzwercknotens wie des Systems zur
Broadcast-Übertragung von Daten unter Bezugnahme auf die beigefügten Figuren
zur Erläuterung erfindungswesentlicher Merkmale beschrieben.
Es zeigen:
1: ein Schema zur Erläuterung der Funktionsweise
des erfindungsgemäßen Verfahrens;
2: ein Diagramm zur Erläuterung der bei dem erfindungsgemäßen
Verfahren eingesetzten verschiedenen Zeitschlitz-Verfügbarkeiten;
3: ein Blockschaltbild einer möglichen Ausführungsform
eines in dem erfindungsgemäßen System zur Broadcast-Übertragung vorgesehenen
Knotens;
4: ein Beispiel für einen Speicherinhalt eines
Verfügbarkeitsspeichers innerhalb des in 3 dargestellten
Knotens;
5: ein Diagramm zur Darstellung des Aufbaus eines in
dem erfindungsgemäßen Verfahren eingesetzten Rahmens;
6: ein Ablaufdiagramm zur Darstellung einer möglichen
Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens zur Broadcast-Übertragung
von Daten;
7: ein Diagramm zur Darstellung eines Beispiels von
verschiedenen Zeitschlitz-Zustandswahrscheinlichkeiten als Funktion der Anzahl der
zu dem Sendeknoten benachbarten Knoten zur Erläuterung des erfindungsgemäßen
Verfahrens;
8: ein weiteres Diagramm zur Darstellung eines Beispiels
von Veränderung der Zeitschlitz-Wahrscheinlichkeiten in Abhängigkeiten
von der Anzahl der zu dem Sendeknoten benachbarten Knoten zur Erläuterung des
erfindungsgemäßen Verfahrens.
Wie man aus 1 erkennen kann, überträgt
ein Sendeknoten SK bei einer Broadcast-Datenübertragung Daten an alle (Broadcast)
oder an eine bestimmte Untergruppe seiner benachbarten Empfangsknoten (Multicast).
Ein Mechanismus zur Unterstützung von Multicast- und Broadcast-Nachrichten
ist wesentlich, um die Kapazität an der Luftschnittstelle möglichst effizient
zu nutzen und die auftretenden Delays zur Datenübertragung zu minimieren. Bei
einigen Datennetzen, insbesondere bei Mesh-Datennetzen, die auf dem IEEE 802.16-Standard
beruhen, werden Daten in Sende-Rahmen (Frames) übertragen, die in viele Zeitschlitze
TS unterteilt sind, wobei a priori eine Reservierung der Zeitschlitze TS vor der
eigentlichen Datenübertragung erfolgt. Vor der Datenübertragung wird dabei
bei 802.16 ein Zeitschlitz TS in einem Drei-Wege-Handshake-Verfahren reserviert.
Bei der Broadcast-Übertragung von Daten überträgt ein
Sendeknoten Daten mit der Absicht, dass alle Nachbarknoten die Daten empfangen.
Bei den Nachbarknoten handelt es sich um Knoten, die sich innerhalb der Sendereichweite
des Sendeknotens befinden und die in der Lage sind, die gesendeten Daten zu empfangen
und zu decodieren. Bei einer normalen Datenübertragung werden Zeitschlitze
verwendet, die a priori, d. h. vor der eigentlichen Datenübertragung reserviert
werden. Die Knoten können jedoch Zeitschlitze nur für eine bestimmte Datenverbindung
bzw. Link anfordern (request) und reservieren.
Derartige herkömmliche Knoten besitzen daher nicht die Fähigkeit,
die Broadcast-Datenübertragung an alle Nachbarn in einer einzelnen Datenübertragung
bzw. innerhalb eines Rahmens durchzuführen.
2 zeigt ein Diagramm zur Erläuterung verschiedener
Zustände, die Knoten und die Zeitschlitze TS in einem Netz einnehmen können.
Bei dem in 2 dargestellten Beispiel möchte ein
erster Knoten A an einen zweiten Knoten B Daten übertragen. NAB
bezeichnet eine Gruppe von gemeinsamen Nachbarknoten des Knotens A und des Knotens
B. NA bezeichnet eine Gruppe von Knoten, die die Nachbarknoten zu Knoten
A bilden, die jedoch nicht einen Nachbarknoten zu Knoten B darstellen. NB
bezeichnet eine Gruppe von Nachbarknoten des Knotens B, die jedoch keine Nachbarknoten
des Knotens A sind. Wenn die Zeitschlitze anfänglich den Status "frei verfügbar"
einnehmen, erfolgt die Datenübertragung zwischen dem Knoten A und dem Knoten
B wie folgt. Zunächst reservieren die Knoten A, B mindestens einen Zeitschlitz
zur Datenübertragung in einem Drei-Wege-Handshake-Verfahren, d. h. mit einer
Anforderungsnachricht (Request), einer Grant-Nachricht bzw. Gewährnachricht
gefolgt von einer Bestätigungsnachricht (Grant-Confirmation). Nach der Ausführung
der Handshake-Reservierung weisen die für die Datenübertragung von dem
Knoten A bzw. Knoten B zugewiesenen Zeitschlitze einen unterschiedlichen Verfügbarkeitsstatus
bei den verschiedenen Knoten auf. Die Knoten NA befinden sich innerhalb
der Sendereichweite des sendenden Knotens A und sind daher nicht in der Lage, andere
Daten während des Zeitschlitzes zu empfangen. Dieser Status wird als Sendeverfügbarkeit
t (transmit-available) bezeichnet. Diese Knoten können während des gleichen
Zeitschlitzes TS Daten senden, ohne dass es zu Kollisionen an dem Empfänger
B kommt. Der Status des zugewiesenen Zeitschlitzes TS ist eine Empfangsverfügbarkeit
r (receive-available) für die Knoten der Gruppe NB. Die in der Gruppe
NAB befindlichen Knoten, d. h. die Knoten, die sowohl benachbart zu dem
Knoten A als auch zu dem Knoten B sind, verändern den Status des zugewiesenen
Zeitschlitzes TS zu U "nicht verfügbar" (unavailable). Wie man aus
2 erkennen kann, verändert eine einzelne Datenübertragung
die Verteilung des Status des Zeitschlitzes TS in dem gesamten Netzwerk. Ein Zeitschlitz
TS kann einen von vier Zuständen einnehmen, nämlich "frei verfügbar"
(available), "sendeverfügbar" (transmit-available), "empfangsverfügbar" (receive-available)
und "nicht verfügbar" (unavailable). Ein Knoten des Netzwerkes befindet sich
entweder in einem Leerbetrieb (idle), d. h. er sendet weder Daten an benachbarte
Knoten noch empfängt er Daten, die an ihn adressiert sind, von benachbarten
Knoten. Andererseits kann es sich bei dem Knoten um einen Sendeknoten SK handeln
oder um einen Empfangsknoten EK. Ein Sendeknoten SK sendet Daten an einen benachbarten
Knoten. Ein Empfangsknoten empfängt Daten, die an ihn adressiert sind, von
einem benachbarten Knoten.
Ein Zeitschlitz TS kann einen von vier Zuständen einnehmen. Ein
Zeitschlitz hat den Status "frei verfügbar" (available), falls der Sendeknoten
selbst keine Daten in diesem Zeitschlitz sendet oder empfängt und wenn gleichzeitig
keiner der benachbarten Knoten Daten in diesem Zeitschlitz empfängt oder sendet.
Ein Zeitschlitz hat den Status "empfangsverfügbar" (receive-available), wenn
der Sendeknoten selbst keine Daten in diesem Zeitschlitz TS sendet oder empfängt
und wenn keiner seiner Nachbarknoten in diesem Zeitschlitz TS Daten sendet und wenn
ferner wenigstens einer der Nachbarknoten Daten in dem Zeitschlitz TS empfängt.
Ein Zeitschlitz TS befindet sich in dem Zustand bzw. Status "sendeverfügbar"
(transmit-available) an einem Knoten, wenn der Knoten selbst weder Daten in dem
Zeitschlitz TS sendet oder empfängt und ferner keiner seiner Nachbarknoten
Daten in dem Zeitschlitz TS empfängt und mindestens einer der Nachbarknoten
Daten in dem Zeitschlitz TS überträgt. Ein Zeitschlitz TS befindet sich
in dem Status "nicht verfügbar" (unavailable), wenn der Knoten selbst Daten
in dem Zeitschlitz TS sendet oder empfängt oder wenn mindestens einer der Nachbarknoten
Daten sendet und mindestens einer der Nachbarknoten Daten empfängt.
Ein Knoten k des Datennetzes befindet sich entweder im Leerlauf, d.
h. er empfängt weder Daten von einem Nachbarknoten noch sendet er Daten zu
einem Nachbarknoten. Als zweite Alternative, sendet der Knoten Daten, d. h. er ist
ein Sendeknoten, oder als dritte Alternative, empfängt der Knoten Daten, d.
h. er ist ein Empfangsknoten EK.
Pi + Ps + Pe = 1,
wobei
- Pi
- die Wahrscheinlichkeit darstellt, dass sich der Knoten im Leerlauf (idle) befindet,
- Ps
- die Wahrscheinlichkeit darstellt, dass Knoten Daten sendet, und
- Pe
- die Wahrscheinlichkeit angibt, dass der Knoten Daten empfängt.
Ein Zeitschlitz TS kann entweder "frei verfügbar" a (available),
"empfangsverfügbar" r (receive-available), "sendeverfügbar" t (transmit-available)
oder "nicht verfügbar" u (unavailable) sein:
Pu + Pr + Pt + Pu = 1
Weist ein Knoten d einen Nachbarknoten auf, d. h. ist sein Knotengrad
d, erhält man die folgenden Beziehungen über die verschiedenen Zeitschlitz-Wahrscheinlichkeiten
an einem bestimmten Knoten
Pa = Pid+1
Pr = Pi((Pe + Pi)d –
Pid
Pt = Pi((Pe + Pi)d –
Pid
Pu = (1 – Pi) + Pi(1 + Pid
– (Pe + Pi)d – (Ps + Pi)d)
7 zeigt den Trend einer einzelnen Zeitschlitz-Wahrscheinlichkeit
in Abhängigkeit von dem Knotengrad d. Es wird eine Leerlauf-Wahrscheinlichkeit
Pi von 0,9 angenommen, d. h. das Netzwerk ist leicht belastet. Ferner
wird angenommen, dass die Sendewahrscheinlichkeit Ps gleich der Empfangswahrscheinlichkeit
Pe ist und einen Wert von 0,5 einnimmt. Wie man aus 7
erkennen kann, nimmt die Wahrscheinlichkeit für Zeitschlitze TS mit dem Status
"frei verfügbar" bzw. "available" drastisch mit dem Knotengrad d ab, selbst
wenn die Wahrscheinlichkeit, dass die Knoten inaktiv sind (Pi) sehr hoch
ist.
8 zeigt den Trend der verschiedenen Zeitschlitzstatus
in Abhängigkeit von dem Knotengrad d, wobei hierbei eine geringere Netzwerklast
betrachtet wird, bei der die Wahrscheinlichkeit, dass ein Knoten inaktiv bzw. idle
in einem Zeitschlitz TS ist, bei beispielsweise 0,5 liegt. Bei dem gegebenen Beispiel
ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein Knoten sendet bzw. empfängt ebenfalls
gleich mit 0,25 angenommen. Wie man aus 8 erkennen
kann, nimmt mit zunehmendem Knotengrad d bzw. zunehmender Anzahl benachbarter Knoten
die Anzahl der nicht-verfügbaren Zeitschlitze (unavailable) drastisch zu und
die Anzahl der Zeitschlitze mit dem Status "frei verfügbar" bzw. "available"
nimmt stark ab.
Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren zur Broadcast-Datenübertragung
erfolgt die Datenübertragung in einem Zeitschlitz TS des Sendeknotens dessen
Status als "frei verfügbar" (available) gekennzeichnet ist. Dabei werden die
Daten mit einer bestimmten einstellbaren Wahrscheinlichkeit p gleichzeitig an die
benachbarten Knoten gesendet bzw. gebroadcastet. Möchte ein Knoten Daten bzw.
ein Datenpaket via Broadcast übertragen, wartet er bei dem erfindungsgemäßen
Verfahren, bis ein Zeitschlitz bzw. Mini-Slot TS mit dem Status "available" verfügbar
wird. Mit einer Wahrscheinlichkeit p überträgt dann der Knoten das Datenpaket
bzw. die Daten in diesen Mini-Slot bzw. Zeitschlitz TS.
Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren erfolgt die Broadcast-Übertragung
von Daten in Rahmen, wie sie beispielhaft in 5 dargestellt
sind. Jeder Sende-Rahmen (Frame) besteht aus einem Steuer-Subframe (Control-Subframe)
und einem Daten-Subframe (Data-Subframe), die ihrerseits in eine Vielzahl von Zeitschlitzen
TS untergliedert sind. Im Steuer-Subframe erfolgt die Übertragung von Steuernachrichten
während die eigentliche Datenübertragung in den Zeitschlitzen TS der Data-Subframes
erfolgt. Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren wird jedem Zeitschlitz TS
des Data-Subframes ein Verfügbarkeitsstatus zugeordnet, wobei dieser Verfügbarkeitsstatus
in Abhängigkeit von Zeitschlitzreservierungen anderer Knoten des Netzes veränderbar
ist. Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren sendet ein Sendeknoten SK die
Daten in mindestens einem Zeitschlitz TS des Data-Subframes mit einer bestimmten
einstellbaren Wahrscheinlichkeit p zu dem Empfangsknoten EK, wenn der Verfügbarkeitsstatus
des jeweiligen Zeitschlitzes TS angibt, dass der Zeitschlitz TS zur Datenübertragung
frei verfügbar (available) ist.
3 zeigt ein Blockschaltbild eines bei dem erfindungsgemäßen
System zur Broadcast-Übertragung vorgesehenen Knotens. Der Knoten des Netzwerkes
enthält einen Transceiver 1 zum Senden und Empfangen von Daten, der
durch eine Steuerung 2 angesteuert wird. Die Datenübertragung durch
den Transceiver 1 erfolgt vorzugsweise über eine drahtlose Schnittstelle.
Die Steuerung 2 zur Ansteuerung des Transceivers 1 weist eine
Schnittstelle zum Einstellen der Sendewahrscheinlichkeit p auf. Darüber hinaus
weist der Knoten k einen Speicher 3 auf, in dem der Verfügbarkeitsstatus
für alle Zeitschlitze TS eines Rahmens abgespeichert ist, wobei sich der Verfügbarkeitsstatus
eines jeden Zeitschlitzes TS dynamisch ändert.
4 zeigt ein Beispiel für einen Speicherinhalt
eines Speichers 3. Jedem Zeitschlitz TS des Rahmens bzw. des Data-Subframes
ist ein Verfügbarkeitsstatus zugeordnet, der die Verfügbarkeit des jeweiligen
Zeitschlitzes TS angibt. Bei dem in 4 dargestellten
Beispiel ist beispielsweise der Zeitschlitz TS = 1 nicht verfügbar (unavailable),
der Zeitschlitz TS = 2 und der Zeitschlitz TS = 3 sind sendeverfügbar (transmit
available), der Zeitschlitz TS = 4 ist empfangsverfügbar (receive-available)
und der Zeitschlitz TS = 5 ist frei verfügbar (available). Ein Zeitschlitz
TS ist frei verfügbar, wenn der Knoten in diesem Zeitschlitz TS weder bereits
Daten selbst sendet noch empfängt und wenn ferner keiner der zu dem Knoten
benachbarten Knoten in diesem Zeitschlitz TS Daten sendet oder empfängt.
Ein Zeitschlitz TS ist nicht verfügbar (unavailable), wenn der
Knoten selbst Daten in diesem Zeitschlitz sendet oder empfängt oder wenn mindestens
einer der benachbarten Knoten in diesem Zeitschlitz Daten sendet und mindestens
einer der benachbarten Knoten in diesem Zeitschlitz TS Daten empfängt.
Der Verfügbarkeitsstatus eines jeden Zeitschlitzes TS verändert
sich dynamisch in Abhängigkeit von den Zeitschlitzreservierungen anderer Knoten
des Netzes. Ein Knoten k sendet Daten in mindestens einem Zeitschlitz mit einer
bestimmten einstellbaren Wahrscheinlichkeit p in einer Broadcast-Datenübertragung
an die benachbarten Empfangsknoten EK, wenn der Verfügbarkeitsstatus des jeweiligen
Zeitschlitzes TS angibt, dass der Zeitschlitz TS zur Datenübertragung frei
verfügbar (available) ist.
Die Wahrscheinlichkeit p wird dabei beispielsweise in Abhängigkeit
von einer Netzlast eingestellt. Alternativ dazu kann die Wahrscheinlichkeit p in
Abhängigkeit von der Anzahl der zu dem Sendeknoten SK des benachbarten Knotens
eingestellt werden. Schließlich kann die Wahrscheinlichkeit p bei einer alternativen
Ausführungsform auch durch einen Nutzer eingestellt werden. Auch Kombinationen
zur Einstellung der Wahrscheinlichkeit p sind möglich.
Der in 3 dargestellte Knoten k befindet
sich vorzugsweise in einem drahtlosen Datennetz, insbesondere in einem drahtlosen
Mesh-Datennetz. Bei einer besonders bevorzugten Ausführungsform befindet sich
der Knoten k in einem drahtlosen WiMax-Datennetz. Bei dem Knoten k, wie er in
3 dargestellt ist, kann es sich um ein beliebiges mobiles
Endgerät oder um eine Basisstation BS handeln.
Bei einer bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen
Verfahren lässt sich durch folgenden Pseudo-Code beschreiben:
/*pseudocode for scheduling broadcast transmissions*/
while (true)
if (mini-slot.status==available)
/*falls mini-slot den status available hat, also nicht für eine Übertragung
reserviert ist*/
with probability p
transmit (broadcast data);
end if;
end while;
Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren erfolgt die (nicht-garantierte)
Übertragung von Broadcast-Nachrichten basierend auf der Datenübertragung
in Zeitschlitzen TS, die aktuell nicht für die Datenübertragung reserviert
sind. Hierdurch ist es möglich, die Bandbreite, die aktuell verfügbar
ist, d. h. die Zeitschlitze TS, die verfügbar (available) sind, und die bei
Anwendung der standardisierten Mechanismen (Verzögerung aufgrund der Reservierung
über Drei-Wege-Handshake) entfallen würde, erfindungsgemäß
für Broadcast-Nachrichten zu Nutzen.
Ein weiterer Vorteil des erfindungsgemäßen Verfahren besteht
in den niedrigen Delays für Broadcast-Nachrichten und damit auch der geringen
Verzögerung für nachfolgende, gegebenenfalls ebenfalls zeitkritische Unicast-Nachrichten.
Durch das erfindungsgemäße Verfahren wird der erfindungsgemäße
Reservierungsansatz mit garantierter Zustellung in reservierten Zeitschlitzen, wie
er in IEEE 802.16 standardisiert ist, nicht gefährdet, d. h. er funktioniert
auch weiterhin ohne Beeinflussung durch den erfindungsgemäßen Broadcast-Mechanismus.
Ein weiterer Vorteil des erfindungsgemäßen Verfahrens besteht
darin, dass nahezu alle Routing-Protokolle, die in Mesh-Datennetzen verwendet werden,
Broadcast-Nachrichten benutzen, um entweder einen Überblick über Nachbarknoten
zu bekommen, um Änderungen in der Menge der benachbarten Knoten zu erkennen
oder zur Routensuche von Quellknoten zu Zielknoten. Das AODV-Protokoll (Adhoc On
Demand Distance Vector Routing Protocol) versendet beispielsweise die Route-Request-Nachricht,
d. h. die Nachricht zur Routenfindung, als Broadcast-Nachricht. Mit dem erfindungsgemäßen
Verfahren ist es möglich, derartige Protokolle effizient in Mesh-Netzen anzuwenden,
die auf dem 802.16-Standard beruhen.
6 zeigt ein Ablaufdiagramm einer möglichen Ausführungsform
eines erfindungsgemäßen Verfahrens. Möchte ein Sendeknoten SK eine
Broadcast-Datenübertragung durchführen, durchsucht er zunächst im
Schritt S1 den Verfügbarkeitsspeicher 3 nach dem Verfügbarkeitsstatus
der Zeitschlitze TS. Für jeden gewünschten Broadcast wird im Schritt S2
nachgesehen, ob der Status des aktuellen Zeitschlitzes TS eine freie Verfügbarkeit
(available) anzeigt. Ist dies der Fall, erfolgt im Schritt S3 eine Broadcast-Datenübertragung
der Daten mit einer einstellbaren Wahrscheinlichkeit p. Ist der Status des aktuellen
Zeitschlitzes ein anderer, d. h., ist er nicht verfügbar (unavailable), sondern
nur sendeverfügbar (transmit-available) oder empfangsverfügbar (receive-available),
wartet der Knoten im Schritt S4 auf den nächsten Zeitschlitz mit dem Status
"verfügbar" und kehrt dann wieder zur Schritt S1 zurück.