Die Erfindung betrifft eine optische Anzeigeeinrichtung mit einem
über eine Fahrzeugscheibe abgebildeten Darstellungsbereich. Im Rahmen der vorliegenden
Erfindung ist darunter insbesondere eine Darstellung zu verstehen, bei der der Darstellungsbereich
als virtuelles Bild – über die Frontscheibe des Fahrzeugs gespiegelt
– vor dem Fahrzeug sichtbar wird.
Durch die immer mehr an Komplexität zunehmende Bedienung von
Fahrzeugen bei gleichzeitiger Zunahme der Verkehrsdichte und damit einhergehender
Beanspruchung des Fahrers sind zunehmend Anzeigeeinrichtungen gefragt, die die Konzentration
und Aufmerksamkeit des Fahrers möglichst wenig beeinträchtigen. Insbesondere
soll der Fahrer möglichst wenig gezwungen sein, seinen Blick von dem Umfeld
und Verkehrsgeschehen abwenden zu müssen. Andererseits muss der Fahrer stets
einen aktuellen und präzisen Überblick sowohl über seine Fahrtparameter
– wie z.B. die Fahrtgeschwindigkeit – als auch über die Betriebsparameter
– z.B. in Form von Warnmeldungen und Anzeige von Öldruck, Kühlmitteltemperatur,
Kraftstoffvorrat etc. – haben.
Vor diesem Hintergrund besteht ein zunehmender Bedarf an An zeigesystemen,
mit denen der Fahrer die letztgenannten Parameter leicht im Blick haben kann und
dennoch in seiner Konzentration auf den Verkehr nicht beeinträchtigt ist. Dazu
sind so genannte Head-up-Displays entwickelt und in ersten Ausführungen realisiert
worden. Bei diesen Head-up-Displays wird durch Spiegelung an der Windschutzscheibe
oder Frontscheibe ein Darstellungsbereich in Form eines virtuellen Bildes erzeugt,
in dem verschiedene Parameter in einem Gesamtinhalt visualisiert sind.
Allerdings sind hier die angezeigten Parameter fest vorgegeben und
können – je nach Verkehrs- bzw. Fahrsituation, aber auch nach dem individuellen
Empfinden des Fahrers – zu wenig Informationen enthalten oder aber mit Informationen
überfrachtet sein. So ist beispielsweise eine Anzeige der nach dem aktuellen
Kraftstoffvorrat prognostizierten verbleibenden maximalen Fahrstrecke bei Fernfahrten
wünschenswert. Bei einer Kurzstrecke reicht dagegen vor diesem Hintergrund
die Information aus, dass die Kraftstoffreserve noch nicht angebrochen ist.
Der vorliegenden Erfindung liegt nun die Aufgabe zugrunde, die Anzeige
von fahrzeugseitigen Daten und/oder Umgebungs- oder Verkehrsinformationen vor allem
im Hinblick auf eine möglichst geringe Beeinträchtigung der Konzentration
des Fahrers zu optimieren.
Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe durch eine optische Anzeigeeinrichtung
mit den Merkmalen des Patentanspruchs 1 gelöst.
Demgemäß ist bei der Anzeigeeinrichtung mit einem über
eine Fahrzeugscheibe gespiegelten Darstellungsbereich in Form eines virtuellen Bildes,
in dem ein Gesamtinhalt visualisiert ist, vorgesehen, dass ein dem Benutzer anzeigbarer
Vorrat von Anzeigemodulen mit verschiedenen Anzeigeinhalten in einem Speicher abgelegt
ist. Durch Auswahleingaben des Benutzers sind aus dem Vorrat ein oder mehrere Anzeigemodule
vorab selektierbar und zu einer benutzerindividuellen Gesamtdarstellung konfigurierbar,
die anschließend in einem Speicher abgespeichert und somit in vorteilhafter
Weise bei Bedarf schnell verfügbar ist. Die Gesamtdarstellung ist bei Bedarf
auswählbar und über die Scheibe gespiegelt projizierbar.
Obwohl die Erfindung hier und nachfolgend mit Bezug auf die Frontscheibe
eines Personenkraftfahrzeugs beschrieben ist, ist sie hierauf nicht limitiert. Der
Begriff Frontscheibe steht vielmehr als Synonym für jedwede Darstellung mittels
Head-Up-Display in verschiedensten Fahrzeugen.
Vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterbildungen der Erfindung sind
Gegenstand der Unteransprüche sowie der Beschreibung unter Bezugnahme auf die
Zeichnung.
Die der vorliegenden Erfindung zugrunde liegende Idee besteht darin,
dass der Nutzer die Head-Up-Display-Anzeigemodi beispielsweise in einem so genannten
Setup Modus über ein Bedienelement selbst konfigurieren kann. Er kann diese
Anzeigemodi dann bei Bedarf über ein einfach erreichbares – z.B. im
Bereich der Instrumententafel angeordnetes – Bedienelement, und zwar auch
während der Fahrt, einfach aufrufen und zur Darstellung bringen.
Die Erfindung hebt sich damit hinsichtlich Bedienungskomfort und Individualität
bei der Gestaltung der Anzeigeninhalte von bisher beschrittenen Wegen ab, denn sie
erlaubt verschiedenen Nutzern oder Fahrern die für ihr individuelles Empfinden
optimale Auswahl an Anzeigeinhalten zu treffen. Dabei kann der Nutzer dem geplanten
Fahrziel bzw. den Fahrtbedingungen Rechnung tragen. Bei schlechtem Winterwetter
mit Temperaturen um den Gefrierpunkt wird beispielsweise die Anzeige der Außentemperatur
oder eine Glatteiswarnung von besonderem Interesse sein, während dies bei normalen
Temperaturen uninteressant sein kann.
Bei verschiedenen Fahrtsituationen (z.B. Kurz- oder Langstreckenfahrt)
und/oder bei mehreren Nutzern desselben Fahrzeugs ist es vorteilhaft, wenn nach
einer bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung mehrere benutzerindividuelle
Gesamtdarstellungen in dem Speicher abgespeichert sind und durch ein Auswahlsignal
eine bestimmte Gesamtdarstellung aus dem Speicher abrufbar und in dem Darstellungsbereich
visualisiert ist. Hierdurch kann z.B. ein Nutzer bei sich ändernden Fahrtbedingungen
(z.B. eintretende Dunkelheit; erzwungene Langsamfahrt aufgrund eines Verkehrsstaus)
mit einfacher Auswahl eine der veränderten Situation angepasste – aber
dennoch insoweit nutzerindividuell gestaltete – Gesamtdarstellung aufrufen
und darstellen lassen.
Eine für Nachtfahrten vorteilhafte Fortbildung der Erfindung
sieht vor, dass in dem Darstellungsbereich eine benutzerindividuelle Darstellung
von Bildern und/oder Videos im Night-Vision-Modus vorgesehen ist, bei dem eine Infrarotabtastung
des vor dem Fahrzeug liegenden Streckenbereichs (Fahrweg und seitliche Bereiche)
erfolgt und als Infrarotbild dem Fahrer dargestellt wird.
Die Erfindung wird nachfolgend anhand der in den schematischen Figuren
der Zeichnung angegebenen Ausführungsbeispiele näher erläutert. Es
zeigt dabei:
1 eine Anzeigeeinrichtung und
2 als Detail eine Bedieneinheit für die Anzeigeeinrichtung.
In allen Figuren der Zeichnung sind gleiche bzw. funktionsgleiche
Elemente – sofern nichts anderes angegeben ist – mit denselben Bezugszeichen
versehen.
1 zeigt eine optische Anzeigeeinrichtung 1
mit einem auf einer (ausschnittsweise angedeuteten) Frontscheibe 2 abgebildeten
Darstellungsbereich 3. In dem Darstellungsbereich ist ein Gesamtinhalt
4 visualisiert. Dieser umfasst eine Anzahl individueller, in Abhängigkeit
von Messgrößen oder Zuständen (wie z.B. Temperatur T, oder Geschwindigkeit
v) veränderlicher Inhalte 6.
Die Inhalte sind in Inhaltsteile 7, 8 gruppiert
und jeder Inhaltsteil ist wie nachfolgend noch näher erläutert darstellungstechnisch
als ein individuelles Anzeigemodul ausgestaltet.
In einem so genannten Konfigurationsmodus zeigt die Anzeigeeinrichtung
(z.B. auch auf der Frontscheibe 2; aus Darstellungsgründen hier aber
separat dargestellt) dem Benutzer den gesamten Vorrat 14 aller verfügbarer
Anzeigemodule 15, 16, 18. In diesem Ausführungsbeispiel
entspricht der Inhalt des Anzeigemoduls 15 der Temperaturanzeige und der
Inhalt des Moduls 16 der Anzeige der Geschwindigkeit v. Die verschiedenen
Module 15, 16, 18 mit den verschiedenen Anzeigeinhalten
sind in einem Speicher 20 abgelegt und aus diesem zur Konfiguration einer
Gesamtdarstellung 21 aufrufbar und über die Frontscheibe
2 gespiegelt darstellbar.
Durch Auswahleingaben 24, 25 des Benutzers werden
aus dem Vorrat 14 die beiden Anzeigemodule 15, 16 vorab
selektiert. Diese sind dann als benutzerindividuelle Gesamtdarstellung
21 zusammengefügt und anschließend in einem Speicher
30 abgespeichert. Diese Eingaben können über einen an sich bekannten
Auswahlschalter oder Steuerstick erfolgen und in an sich bekannter Weise bestätigt
werden. Die aktuelle Auswahl während der Konfiguration kann in einem Fahrzeug-Set-Up-Menü
erfolgen und angezeigt werden, in dem an sich bekannt auch andere Fahrzeugeinstellungen
vorgenommen werden. In dem Speicher 30 sind mehrere weitere Gesamtdarstellungen
32, 33 abgelegt, die in gleicher Weise wie zuvor beschrieben aus
den Modulen 15, 16, 18 konfiguriert wurden und z.B. eine
sehr umfassende Maximalanzeige 32 (bestehend aus z.B. den Modulen
15, 16 und 18) und eine Minimalanzeige 33 (bestehend
nur aus dem Modul 15) sind.
Vor und/oder während der Fahrt sind die vordefinierten Gesamtdarstellungen
aus dem Speicher 30 durch das Auswahlsignal 38 einer Auswahleinrichtung
39 wahlweise abrufbar. Eine Projektionseinrichtung 40 projiziert
die abgerufene und aus dem Speicher 30 ausgelesene Gesamtdarstellung (im
Beispiel die Gesamtdarstellung 21) über die Frontscheibe und stellt
so die jeweils gewünschten Informationen und Anzeigen im Blickfeld des Fahrers
dar. In dem Speicher 30 kann vorteilhafter Weise auch eine so genannte
Night-Vision-Darstellung 21' abgelegt sein, die dem Fahrer z.B. ein Infrarot-Videobild
der momentanen Situation vor dem Fahrzeug liefert. Ein solches Infrarotbild ermöglicht
dem Fahrer bei Dunkelheit einen "Blick" voraus und kann als (zusätzlicher)
Darstellungsinhalt im Head-Up-Display dargestellt werden.
2 zeigt im Detail die Auswahleinrichtung
39. Man erkennt einen einfach bedienbaren und während der Fahrt ertastbaren
Drehwähler, der im Bereich der Bedientafel angeordnet ist und der eine Wahlstellung
an verschiedenen Positionen erlaubt. Diesen Positionen sind vorab definierte Gesamtdarstellungen
zugeordnet. Die Auswahleinrichtung erlaubt mit geringstem Aufwand einen bedarfsgemäßen
– auch während der Fahrt leicht möglichen – Wechsel zwischen
den einzelnen Gesamtdarstellungen (so genannten Anzeigemodi). Die Auswahleinrichtung
weist außerdem auch eine Ausschaltposition „0" auf. Der Position
„MAX" kann die Visualisierung der Maximalanzeige 32 (1),
der Position „MIN" die Visualisierung der Minimalanzeige 33 und
der Position „NV" die Visualisierung der „Night-Vision"
21' (1) zugeordnet sein.
- 1
- Anzeigeeinrichtung
- 2
- Fahrzeugscheibe
- 3
- Darstellungsbereich
- 4
- Gesamtinhalt
- 6
- Inhalte
- 7, 8
- Inhaltsteile
- 14
- Vorrat
- 15, 16, 18
- Anzeigemodule
- 20
- Speicher
- 21
- Gesamtdarstellung
- 24, 25
- Auswahleingaben
- 30
- Speicher
- 32, 33
- Gesamtdarstellungen
- 38
- Auswahlsignal
- 39
- Auswahleinrichtung
- 40
- Projektionseinrichtung
- 41
- Drehwähler
- 42
- Wahlstellung
- 0
- Ausschaltposition
- MAX
- Position
- MIN
- Position
- NV
- Position
- T
- Temperatur
- v
- Geschwindigkeit