Die Erfindung betrifft ein System und ein Verfahren zur Steuerung
von busvernetzten Geräten mit einem Gateway über einen offenen Feldbus.
Der Gegenstand umfasst insbesondere die datentechnische Vernetzung, die Teilnehmerkonfiguration
der Geräte und die elektrische Versorgung mit Energie an die Geräte. Als
typische Geräte werden industrielle Schaltgeräte, wie Schütze, Motorstarter,
Leistungsschalter und Mess-Sensoren und ähnliche Geräte verstanden.
Vorerwähnte industrielle Schaltgeräte und andere werden
in elektrischen Anlagen in der Regel zentral über ein Steuerungssystem, beispielsweise
über eine speicherprogrammierbare Steuerung (SPS) geschaltet bzw. überwacht.
Typischerweise werden die Schaltgeräte über die Steuerverdrahtungsleitungen
an die Steuereinheit (z.B. die SPS) angebunden. Diese besteht in der Regel aus den
Leitungen, die das Schaltgerät, hier vorzugsweise ein Schütz, ein- und
ausschalten können und die gleichzeitig die notwendige Energie zum Schalten
des Schaltgerätes bereitstellen und um Leitungen, die die Signale von dem Schaltgerät
zur Überwachung an die Steuereinheit zurückgeben. Beispiele für Signale
für die Überwachung eines Schaltgerätes, hier wieder vorzugsweise
für einen Motorstarter, ist der Status der Schützschaltstellung (EIN/AUS)
oder der Status des Motorschutzschalters (EIN/AUSGELÖST).
Beim Aufbau einer elektrischen Anlage (z.B. ein Schaltschrank) ist
die Verdrahtung und Verschaltung der elektrischen Schaltgeräte mit dem Steuerungssystem
Handarbeit, die typischerweise von Elektrofachkräften durchgeführt wird.
Diese Arbeit kann häufig ein sehr zeitaufwendiger Teil des Schaltschrankaufbaus
sein. Weiterhin ist die Verdrahtung über viele gleichartige Steuerleitungen
fehleranfällig, da sie beispielsweise bei der Verlegung im Kabelkanal vertauscht
und dann an Klemmen von falschen Geräten angeschlossen werden können.
Darüber hinaus müssen die Steuerleitungen an die einzelnen Schaltgeräte
gelegt werden, um sie dort elektrisch an zuschließen. Dazu ist weiterer Aufwand
in der Form nötig, dass für die Verlegung der Leitungen Kabelkanäle
auf Maß abgelängt und diese auf die Montageplatte montiert werden müssen,
in die dann die einzelnen Steuerleitungen verlegt werden können.
Es ist die Aufgabe der Erfindung, ein zuvor beschriebenes System und
ein Verfahren derart zu vereinfachen, dass eine aufwändige Verdrahtung entfällt
und der Anwender mit geringem Bedienaufwand das System überprüfen, konfigurieren
und bei Fehlermeldungen neu starten kann.
Die Aufgabe wird durch die Merkmale der nebengeordneten Ansprüche
gelöst. Weiterführungen Ausgestaltungen sind in den jeweiligen Unteransprüchen
formuliert.
Die Erfindung betrifft ein System, mit dem Aktoren, vorzugsweise industrielle
Schaltgeräte, wie z.B. Leistungsschalter oder Motorschutzschalter-Schütz-Kombinationen
über ein Applikationsbus-System, hier vorzugsweise über den LIN-Bus, datentechnisch
vernetzt werden, mit dem Ziel, die angeschlossenen industriellen Schaltgeräte
zu steuern und zu überwachen. Das System weist mindestens ein Gateway auf,
welches zwischen einem offenen Feldbus und Aktoren geschaltet ist.
Besondere Vorteile des vorgelegten Gegenstandes sind, dass die Steuerverdrahtung
zu den industriellen Schaltgeräten durch ein steckbares und leicht montierbares
Leitungsverbindungssystem ersetzt ist. Es werden aufwendige und fehleranfällige
Installationen der Steuerverdrahtung eliminiert und der Einsatz von Kabelkanälen,
die zur Leitungsverlegung notwendig sind, bzw. die Montage der Kanäle wird
eingespart.
Solche Verdrahtungen betreffen die Steuerleitungen, hier vorzugsweise
für ein Schütz, die Leitung zum Ein- und Ausschalten des Schützes,
und die Statusleitungen, hier beispielsweise zum Abfragen der Schaltstellung des
Schützes oder der Status eines Motorschutzschalters (EIN, AUSGELÖST).
Es ist natürlich möglich, als Aktoren komplexere Geräte
anzuschließen, welche mehr Informationen und Daten austauschen können.
Solche Geräte können beispielsweise industrielle Schaltgeräte, wie
Leistungsschalter, Motorstarter oder Frequenzumrichter sein.
Figurenbeschreibung
1 drei typische Hardwarekomponenten eines beispielhaften Systems,
2 ein Fließdiagramm für die Darstellung des Systemtests
und der Übernahme einer neuen Sollkonfiguration der angeschlossenen Geräte
am Applikationsbus,
3A und 3B Blockschaltbilder
des Applikationsbus-Systems,
4A bis 4C drei Konfigurationen
von Busteilnehmern,
4D Anschaltung eines weiteren Busteilnehmers und
5 ein System bestehend aus einem Gateway, Busteilnehmern
und mit einem Power Modul.
In den Figuren sind das vorgelegte System und das zugehörige
Verfahren zur datentechnischen Vernetzung am Beispiel von Motorschutzschalter-Schütz-Kombinationen
dargestellt. Der Gegenstand der Anmeldung soll jedoch durch die beispielhafte Darstellung
nicht auf Motorschutzschalter-Schütz-Kombinationen, die auch als Motorstarter
bezeichnet werden, beschränkt sein.
In 1 sind mit 1A ein
Gateway 20, mit 1B ein Busteilnehmer (hier
als Steckmodul 45 auf einer Motorschutzschalter-Schütz-Kombinationen)
und mit 1C ein Power Modul 50 als typische
Hardwarekomponenten eines beispielhaften Systems gezeigt.
Das Gateway besitzt eine Schnittstelle zu einem übergeordneten
Steuerungssystem, beispielsweise zu einem offenen Feldbus 2, wie Profibus
DP, Device Net oder CANopen oder andere, wodurch es datentechnisch an das übergeordnete
Feldbussystem angeschlossen ist. Das Gateway steuert über eine Flachbandleitung
8 die auf dem Applikationsbus 10 vernetzten, als industrielle
Schaltgeräte eingesetzten Busteilnehmer N1 ... Nn. Das Gateway weist eine erste
Einspeisung 24 für die Versorgung 14 der eigenen Elektronik
und der Elektronik der Busteilnehmer und eine zweite Einspeisung 25 für
die Versorgung 16 der Busteilnehmer auf. Letztere ist Hilfsspannung für
die Aktorhandlungen der Busteilnehmer, wobei hier beispielhaft die Versorgung von
Motorschutzschalter-Schütz-Kombinationen vorgesehen angesprochen sein soll.
Das Gateway hat mindestens eine Leuchtdiode 28, die der Statusanzeige von
Betriebszuständen des Gateways und der Buskommunikation dient. Das Gateway
weist einen Konfigurationstaster 27 auf, der dem Start der automatischen
Buskonfiguration der Busteilnehmer dient; und im Gateway ist mindestens ein Speicherbaustein
vorhanden, der zur remanenten Sicherung der Buskonfiguration verwendet wird.
Für eine Motorschutzschalter-Schütz-Kombination wird ein
Steck-Modul (SM, 40) eingesetzt, welches mechanisch und elektrisch auf
das Schütz adaptiert wird. Das Steckmodul 40 hat zwei Stiftkontakte
49, die zur elektrischen Verbindung zur Schützspule dienen. Dieses
Steck-Modul übernimmt die Steuerungsverdrahtung. Hiermit wird die Schützspule
elektrisch angesteuert und die Schützschaltstellung elektrisch abgefragt; weiterhin
bietet sich die Möglichkeit, einen elektrisch potentialfreien Kontakt abzufragen.
Neben den elektrischen Funktionen ist am Steckmodul eine Schaltstellungsanzeige
46 vorhanden, die rein mechanisch – für den Bediener sichtbar
– die Schaltstellung anzeigt. Die Mindesteigenschaften eines Steckmoduls
sind:
- • es schaltet die Hilfsspannung 16 an die Schützspule,
- • es weist eine mechanische Anzeige 46 zur Darstellung von Aktorstellungen
auf,
- • es hat eine Anzeige 48 für den eigenen Betriebsstatus,
- • es hat einen digitalen Eingang 44 für den Anschluss eines
potentialfreien Schaltkontakts,
- • es weist eine Stromkreisunterbrechung 45 für den Aktor
auf.
Eine solche Stromkreisunterbrechung kann beispielsweise für die
elektrische Verriegelung eines Wendestarters genutzt werden.
Der Applikationsbus 10 wird über eine mehradrige –
hier sechsadrige – Flachbandleitung 8 betrieben (siehe
3A und 3B). Die Leitung
8 wird – beginnend vom Gateway 20 – von Busteilnehmer
zu Busteilnehmer über Verbindungsstecker gesteckt. An jedem Busteilnehmer (Nx)
sind zwei Steckbuchsen (41, 42) ausgebildet zum Stecken auf der
Bus-Eingangsseite und auf der Bus-Ausgangsseite der Flachband-Verbindungsleitung
8. Wegen der linearen Anordnung der Teilnehmer hat der letzte Busteilnehmer
Nn ausgangsseitig keine gesteckte Verbindungsleitung; dessen Ausgangsseite
42 bleibt 'leer'.
Jeder Busteilnehmer hat eine Status-Anzeige (28,
48, 58), um den Gerätestatus (vorzugsweise optisch, als LSD)
anzuzeigen. Jeder Busteilnehmer (Nx) hat eine Zweipolklemme (44,
45, 54, 55), um dort einen potentialfreien Kontakt anschließen
zu können, z. B. für den Hilfsschalter zur Abfrage der Motorschutzschalterstellung.
Es soll noch auf 5 verwiesen werden,
in der weitere Einzelheiten gezeigt sind.
Am ersten Busteilnehmer N1, der (hier beispielhaft) als Motorschutzschalter-Schütz-Kombinationen
zu verstehen ist, sind der Netzanschluss (L1 L2 L3) und die Last M eingezeichnet.
Weiterhin stellt die obere Hälfte des Busteilnehmers einen Motorschutzschalter
dar und die untere Hälfte das auf ein Schütz aufgestecktes Steckmodul
45 mit seinen Steckbuchsen und der mechanischen Anzeige 48 für
die Kontaktstellung des Schütz. Die Darstellung nach 5
kann als Applikationsbus mit n Teilnehmern verstanden werden, in den optional ein
Power Modul 50 eingefügt ist. Die Erläuterung zum Power Modul
folgt weiter unten.
In 2 ist – oben (2A)
– ein Fließdiagramm für die Darstellung des Systemtests und –
unten (2B) – ein Fließdiagramm für
der Übernahme einer neuen Sollkonfiguration dargestellt.
Der Pfad, welcher über 2 mal 'nein' nach links führt, zeigt
die Situation, bei der kein Busteilnehmer vorhanden ist und dies als Sollkonfiguration
vorgegeben ist. Der mittlere Pfad wird als Schleife solange durchlaufen,
bis alle vom Gateway erwarteten (in der Konfiguration eingeschriebenen) Busteilnehmer
erfasst sind.
Im Ergebnis gibt es die beiden Möglichkeiten: Ist-Konfiguration
gleich Soll-Konfiguration und Ist-Konfiguration ungleich Soll-Konfiguration. Im
ersten Fall ist das System betriebsbereit und der Status wird mit der statisch leuchtenden
Status-LSD 28'' angezeigt. In der Ungleich-Situation blinkt die Status-LSD
28', wodurch der Bediener zur Betätigung des Konfigurationstasters
27 veranlasst wird. Mit der Betätigung des Konfigurationstasters
27 wird die vorhandene Konfiguration als Soll-Konfiguration übernommen
und das System geht in die endgültige Überprüfung (2B)
über.
Hierbei wird jeder einzelne Teilnehmer vom Gateway abgefragt und die
evtl. vorhandenen Parameter im Gateway gesichert. Weiterhin wird geprüft, ob
die maximal zulässige Anzahl von Teilnehmern am Applikationsbus nicht überschritten
wurde. Ist dies der Fall, so geht das Gateway wieder in den Fehlerstatus über.
Wurden alle Teilnehmer erfasst, so geht das Gateway und die Teilnehmer in den normalen
Betriebszustand über, in dem die Steuerdaten bzw. Statusdaten zwischen dem
Gateway und den Teilnehmern ausgetauscht werden.
Die 3A, 3B
zeigt Blockschaltbilder der Bussteuerung, die der Fachmann unmittelbar lesen kann.
Die 3A gibt das Gateway und den ersten Busteilnehmer
N1 und 3B ein eingefügtes Power Modul
50 und einen zweiten Busteilnehmer N2 wieder. Auf der Einspeiseseite sind
die Eingänge für den Bus 2 (Steckverbindung 23) und
der Spannungsversorgung (14, GND, 16) eingezeichnet. Mit U1 wird
die Spannungsversorgung 14 für die Elektronik im Gateway und der Busteilnehmer
und mit U2 die Hilfsspannung 16 für Teilnehmerapplikation verstanden.
Der Ausgang (Steckerbuchse 22) des Gateways führt zu einer 6adrigen
Flachbandleitung.
In die lineare Reihe von Busteilnehmern kann optional an einer beliebigen
Stelle ein Power Modul (PM) zwischengeschaltet werden (3B).
Dies ist auch in 5 noch einmal schematisch angedeutet.
Mit dem Zwischenschalten eines Power Moduls wird die 'lineare' Energieversorgung
von Busteilnehmer zu Busteilnehmer unterbrochen. Die Datenverbindung und die Hilfsspannung
14 zwischen dem vor dem Power Modul liegenden Busteilnehmern N1, N2, N3
und dem hinter dem Power Modul liegenden Busteilnehmer Nn wird durchgeschleift.
Mit dem in den Busleitungsverbund geschalteten Power Modul (PM,
50) wird eine neue Einspeisung für die in der Busreihe folgenden Busteilnehmer
(Gruppe G) realisiert, dazu wird das Power Modul an eine Spannungsversorgung
16' angeschlossen, beispielsweise an 24 Volt DC. In 3B
ist die Spannungsversorgung 16' von unten kommend und in 5
von oben kommen zeichnerisch dargestellt. Diese Spannungsversorgung kann beispielsweise
eine Schützversorgung für eine Gruppe von Busteilnehmern sein, die als
eigene NOT-AUS Kette fungieren sollen. Das Power Modul weist Schraubklemmen
54, 55 für die Energie-Einspeisung 16' auf. Ansonsten
hat das Power Modul – wie die anderen Busteilnehmer – zwei Steckbuchsen
51, 52, wobei einer der Eingang und der andere der Ausgang für
das Verbindungsstecksystem ist. Ebenso ist am Power Modul eine Status-Anzeige
58 vorhanden (vorzugsweise zur optischen Anzeige über eine LED), welche
anzeigt, ob die Einspeisespannung 16' an die Gruppe G der dem Power Modul
folgenden Busteilnehmer anliegt.
Mit dem vorgestellten System ist es nicht mehr nötig, eine konventionelle
Steuerverdrahtung für vernetzte industrielle Schaltgeräte vorzunehmen.
Vorzugsweise für Motorschutzschalter-Schütz-Kombinationen wird mit einer
einzigen steckbaren Verbindungsleitung die Vernetzung vorgenommen. Die Verbindungsleitung
8 überträgt einerseits Steuerdaten bzw. Statusdaten und andererseits
die nötige Energie für die Schaltgeräte. Darüber hinaus ist
es durch den Einsatz der vorgenannten Power Module möglich, Gruppen von Busteilnehmern
zu bilden, wodurch eine gesonderte Energieversorgung und -überwachung einer
solchen Gruppe möglich ist. Die Gruppenbildung kann beispielsweise dazu verwendet
werden, ein bestimmtes Segment oder einen bestimmten Kreis aufzubauen, in denen
die Schaltgeräte einen gesonderten NOT-AUS-Kreis bilden, in dem diese überwacht,
zu- oder abgeschaltet werden können. Wie erwähnt sind die Power Module
optional einsetzbar.
Funktion und Wirkungsweise des Systems anhand der Fig. 4A bis Fig. 4D
In der Zeichnung stellt ein heller Kreis mit der Kennzeichnung ''
eine leuchtende LED 28, 48, 58, ein schwarzer Kreise
(ohne Kennzeichnung) eine nicht leuchtende LED 28, 48,
58 und ein Kreis mit Strahlenkranz (mit Kennzeichnung') eine blinkende
LED 28, 48, 58 dar.
Für die Anbindung an das Feldbussystem 2 ist das Gateway
20 das zentrale Element. Von Gateway werden die Busteilnehmer mit Energie
versorgt, gesteuert und überwacht und Steuer- und Statusdaten aller angeschlossenen
Busteilnehmer an das übergeordnete Feldbussystem 2 übertragen.
Es wird erstens an eine Spannungsversorgung 14 für die eigene Elektronik
und zweitens an eine Spannungsversorgung 16 angeschlossen, die die Busteilnehmer
versorgt. Mit dieser Ausbildung der Spannungsversorgung kann die Hilfsspannung
16 für Busteilnehmer (beispielsweise Spannung an
die Schützspulen) unabhängig von der Busfunktionalität (z.B. NOT-AUS-System)
abgeschaltet werden.
Über das Steckverbindersystem eines hier vorgesehenen 6adrigen
Flachbandkabels 8 können dann die Busteilnehmer (beispielsweise Motorschutzschalter-Schütz-Kombinationen
mit Steckmodulen) der Reihe nach angeschlossen werden. Wird die Spannung
14 an einem aufgebauten System erstmalig eingeschaltet, so prüft das
Gateway 20 die angeschlossenen Teilnehmer N1 ... Nx am Applikationsbus-System.
In der Ausgangssituation ist als Sollkonfiguration eine Anordnung ohne Busteilnehmer
vorgesehen.
In 4A sind n Busteilnehmer bei einer
Sollfiguration (kein Busteilnehmer) verdrahtet. Hierbei erwartet das Gateway
20 zunächst wegen der Sollkonfiguration keinen Teilnehmer. Daher geht
das Gateway wegen des Konfigurationsfehlers in den Fehlerstatus und dies wird optisch
am Gateway durch eine blinke LED 28' (oben rechts) angezeigt. Der erste
Busteilnehmer N1, welcher direkt am Gateway angeschlossen ist, blinkt (LED
58') ebenfalls, weil es vom Gateway nicht erwartet wurde. Alle weiteren
Status-LEDs 58 der anderen Busteilnehmer N2 ... bis Nx sind aus.
Nach 4B wird zur Übernahme der angeschlossenen
Busteilnehmer als Sollkonfiguration am Gateway 20 ist der Konfigurationstaster
27 gedrückt worden. Nun wird über den Applikationsbus
10 vom Gateway der Reihe nach geprüft, wieviel Busteilnehmer (N1 ...
Nx) am Applikationsbus angeschlossen sind. Dabei werden die Busteilnehmer der Reihe
nach durchnummeriert. Jeder einzelne Busteilnehmer speichert die spezifische Kennnummer
nullspannungssicher ab. Im Gateway werden ebenfalls alle Kennnummern nullspannungssicher
gespeichert. Nach diesem Prozess sind alle angeschlossenen Busteilnehmer konfiguriert.
LED 28'' am Gateway und LEDs 48'' an den Busteilnehmern sind alle
statisch eingeschaltet und leuchten.
Die 4B entspricht auch der Situation,
in der das System vor dem Gateway elektrisch (Spannung 14) abgeschaltet
ist und erneut eingeschaltet wird. Nach dem Einschalten prüft das Gateway der
Reihe nach alle angeschlossenen Busteilnehmer und vergleicht diese Schritt für
Schritt mit der intern gespeicherten Sollkonfiguration. In der beschriebenen Situation
stimmt die Sollkonfiguration mit der angeschlossenen Teilnehmerkonfiguration (Ist-Konfiguration)
– weil unverändert – überein. Damit bleibt das System betriebsbereit.
Die einzelnen Busteilnehmer können nun über den Buscontroller
des übergeordneten Feldbusses 2 gesteuert und überwacht werden.
Ändert sich die Struktur der angeschlossen Geräte z.B. durch Erweiterung
oder Entfernen von Geräten, so wird dies an hand der abweichenden Soll-Ist-Konfiguration
vom Gateway erkannt und durch die Status-LSD angezeigt.
4C zeigt ein Beispiel mit einer vorhandenen Konfiguration
von einem Gateway und n Busteilnehmern, die nach dem Konfigurieren betriebsbereit
ist. Wird dieser Aufbau um einen oder mehrere Busteilnehmer (Nin) ergänzt,
so ergibt sich nach dem Einschalten folgendes Bild. Die Gateway-Status-LED
28' blinkt, weil die bisherige Soll-Konfiguration (n Busteilnehmer) von
der Ist-Konfiguration (n + 1 Busteilnehmer) abweicht. Außerdem blinkt auch
die LED 58' des ersten hinzugefügten (auch bei mehreren eingefügten)
Busteilnehmers, weil er oder sie vom Gateway nicht erwartet wurden. Der Anwender
kann so sehr einfach anhand der blinkenden LEDs erkennen, wo die Abweichung der
Ist-Konfiguration vorliegt. Durch einfaches Drücken der Konfigurationstaste
27 wird die neue Konfiguration vom Gateway automatisch übernommen.
Nach Ablauf der automatischen Buskonfiguration wäre nunmehr dieselbe Situation
für n + x Busteilnehmer gegeben, wie sie für n Busteilnehmer in
4B dargestellt ist.
5 zeigt die Verwendung mindestens eines Power Moduls
50 zur Bildung von einer Gruppe G von Busteilnehmern. Durch das Power Modul
werden die hinter dem Power Modul liegenden Busteilnehmer (hier Steck-Modul auf
Motorschutzschalter-Schütz-Kombination) von der Hilfsspannungsversorgung
16 für die Teilnehmerapplikation abgeschnitten und es erfolgt eine
neue Hilfsspannungseinspeisung 16' für letztere. Der Applikationsbus
wird datentechnisch und bezüglich der Spannungsversorgung 14 für
die Elektronik der Busteilnehmer 1:1 im Power Modul durchgeschleift. Bei der Abschaltung
der im Power Modul eingespeisten Hilfsspannungseinspeisung 16' sind die
Busteilnehmer (Schütze) hinter dem Power Modul spannungsfrei. Die Elektronik
der Busteilnehmer bleibt aber weiterhin versorgt und kann somit auch weiterhin den
aktuellen Aktorstatus (Kontaktstatus des Motorstarters) an das Gateway übertragen.
Der Einsatz der Power Module wirkt sich dadurch vorteilhaft aus, dass sich unabhängige
Gruppen von Motorschutzschalter-Schütz-Kombination bilden lassen, z.B. einen
NOT-AUS-Schaltkreis, der separat abgeschaltet werden kann. Der Einsatz von Power
Modulen kann an beliebiger Stelle im Verbindungsstecksystem erfolgen. Es können
auch mehrere Power Module im Verbindungsstecksystem eingebaut werden, so dass mehrere
unabhängige Gruppen von Busteilnehmern gebildet werden.
- 2
- offener Feldbus
- 8
- Verbindungsleitung (beispielsw. 6adriges Flachbandkabel)
- 10
- Applikationsbus (LIN-BUS)
- N1 bis Nn-x
- Busteilnehmer (Aktor, Motorstarter, Leistungsschalter)
- 14 14'
- Primärspannung (24 V DC)
- 16 16'
- Hilfsspannung (24 V DC)
- 20
- Gateway
- 23
- Steckerbuchsen für offenen Feldbus
- 24
- Einspeisung Primärspannung (Schraubklemmen)
- 25
- Einspeisung Hilfsspannung (Schraubklemmen)
- 27
- Konfigurationstaster
- 28
- Status-LSD
- 40
- SM Steckmodul
- 41 42
- Steckerbuchsen für Verbindungsstecker an Flachbandleitung
- 44 45
- Steckerbuchsen für Spannungsversorgung
- 46
- mechanische Anzeige
- 48
- Kontroll-LSD
- 49
- Steckstifte zur Anordnung auf Schütz bei einem Motorstarter
- 50
- PM Power Modul
- 51 52
- Steckerbuchsen für Verbindungsstecker an Flachbandleitung
- 54 55
- Steckerbuchsen für Spannungsversorgung
- 58
- Kontroll-LSD
- L1 L2 L3
- Netzanschluss für Busteilnehmer (Aktor)
- M
- Last (Motor) an Netzspannung