Technisches Gebiet
Die vorliegende Erfindung befasst sich mit einem Ritzel zur Übertragung
von hohen Kräften, insbesondere mit einem Starterritzel an Anlassern für
Verbrennungsmotoren mit einem Zahnkranz und einer Innenbuchse.
Bei Verbrennungsmotoren werden Antriebsritzel benötigt, welche
wahlweise in einen Schwungrad-Zahnkranz eines Motors eingreifen. Diese Ritzel unterliegen
einer hohen Beanspruchung und damit auch einem hohen Verschleiß. Das gleiche
gilt auch für die unmittelbar mit dem Ritzel in Verbindung stehenden Motorteile.
Der Verschleiß der Ritzel erhöht sich beträchtlich, wenn sie bei
neueren Fahrzeugkonzepten eingesetzt werden, bei denen eine Start-Stopp-Anlage vorgesehen
ist. Dieses neue Anlasserkonzept stellt den Motor ab wenn das Fahrzeug zum Halten
kommt bzw. an für den Fahrvorgang. Dadurch wird Kraftstoff gespart. Das Ritzel
wird jedoch überaus stark beansprucht. Hinzu kommt, dass beim Eingreifen des
Ritzels in den Schwungrad-Zahnkranz des Verbrennungsmotors ein unangenehmes Zahneingriffsgeräusch
entsteht. Schließlich ist die Temperatur, bei denen das Ritzel arbeitet, relativ
hoch und erfordert eine entsprechende Materialauswahl. Berechnungen ergaben, dass
bei einer durchschnittlichen Fahrzeuglebensdauer etwa 500.000 Start-Stopp-Vorgänge
bei einem Rundlauf von ca. 0,1 mm zu überstehen sind. Dabei treten Radialkräfte
von ca. 1000 N bei Temperaturen von ca. 120°C auf.
Stand der Technik
Der Aufbau eines üblichen Anlasserantriebs kann beispielsweise
der DE 694 04 767 T2 entnommen
werden. Dort ist ein Ritzel gezeigt, welches in den Schwungrad-Zahnkranz eines Motors
eingreifen kann und das von einem Elektromotor angetrieben wird. Ein solcher Anlasserantrieb
mit dem dazugehörigen Ritzet ist für konventionelle Fahrzeuge geeignet.
Eine Möglichkeit für die Ausbildung eines Motoranlassers
für Fahrzeuge mit einer Start-Stopp-Anlage ist in der DE
196 30 231 C1 gezeigt. Dort werden anstelle des Ritzels Reibräder
eingesetzt, die mit einem Anlasserkranz an der Kupplungsscheibe des Motors zusammenwirken.
Ein solches Reibradgetriebe für einen Anlasser arbeitet geräuscharm und
hat einen geringen Reibverschleiß.
Darstellung der Erfindung
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Lösungsvorschlag
für einen Anlasserantrieb an Verbrennungsmotoren zu schaffen, der einfach in
seinem Aufbau ist, kostengünstig hergestellt werden kann und darüber hinaus
möglichst geringen Bauraum erfordert. Der Antrieb soll die an das Start-Stopp-Motor-Konzept
gestellten Anforderungen bezüglich der Schaltvorgänge und der hohen mechanischen
sowie thermischen Beanspruchung erfüllen.
Die Lösung der gestellten Aufgabe wird mit den Merkmalen des
Anspruchs 1 erreicht. Die Unteransprüche 2 bis 10 stellen vorteilhafte Ausgestaltungen
des Erfindungsgegenstands dar.
Um die gestellte Aufgabe erfüllen zu können, wird gemäß
der Erfindung der Motoranlasser mit einem Ritzel versehen, bei dem der Zahnkranz
mit der Innenbuchse über eine Axialspur aus einem Elastomer miteinander verbunden
sind. Durch diese Zweiteilung des Ritzels und die Verbindung der beiden Teile durch
eine axiale Elastomerspur wird eine hohe Geräuschdämpfung beim Eingreifen
der Zahnräder erreicht. Ein solches Ritzel kann deshalb sehr vorteilhaft bei
konventionellen Anlasserantrieben eingesetzt werden.
Um jedoch auch besonders hohe Kräfte aufnehmen zu können,
ohne dass eine Beschädigung der Axialspur eintritt, wird die Axialspur im Querschnitt
gesehen in der Form eines Polygons ausgebildet. Der Zahnkranz und die Innenbuchse
werden an die Polygonform der Axialspur angepasst. Das bedeutet dass die Wandstärken
des Zahnkranzes und der Innenbuchse sich stetig verändernd der Polygonform
der Axialspur folgen. Ein solches Ritzel ist besonders gut geeignet bei Anlassern
mit einem Start-Stopp-Motor eingesetzt zu werden.
In weiterer Ausgestaltung des grundsätzlichen Erfindungsgedankens
wird das Ritzel mit einem Freilaufring versehen. Dabei ist es günstig, wenn
das Ritzel und der Freilaufring zueinander gerichtete Flansche haben, über
die sie miteinander verbunden werden. Dabei wird auch hier die Verbindung durch
eine Elastomerspur vorgenommen, die zwischen dem Zahnkranz und dem Freilaufring
einen Radialbund bildet. Da die hier auftretenden Kräfte geringer sind als
bei der Verbindung zwischen dem Zahnkranz und der Innenbuchse des Ritzels, ist hier
eine Polygonform für die beiden Flansche nicht zwingend erforderlich und nur
in besonderen Fällen zweckmäßig. Um dennoch die hier auftretenden
Kräfte gut aufnehmen zu können ist es günstig, wenn der Radialbund
nach außen sich konisch erweiternd ausgebildet ist, so dass die sich in radialer
Richtung verändernden Kräfte gleichmäßig vom Radialbund erfasst
werden.
Durch die Ausbildung des Ritzels mit einer Elastomerspur, zwischen
Ritzel und Innenbuchse, in die auch der Freilaufring mit einbezogen wird, d.h. derselbe
ist ebenfalls über die gleiche Elastomerspur mit der Innenbuchse
verbunden, sowie über die Trennung des Ritzels vom Freilaufring durch den Radialbund
aus einem Elastomermaterial, wird eine äußerst günstige Lösung
für die eingangs gestellte Aufgabe erreicht. Das Ritzel ist auf diese Weise
in drei Teile aufgeteilt, nämlich dem eigentlichen Ritzel, dem Freilaufring
und der Innenbuchse, die alle drei über eine Axialspur bzw. einen Radialbund
miteinander verbunden sind. Die Verbindung der Teile mit den Elastomerspuren erfolgt
durch Vulkanisation.
Eine weitere Verbesserung kann dadurch erreicht werden, dass das Ritzel
mit einer Schrägverzahnung versehen wird. Hierdurch wird der Eingriff in das
Schwungrad erleichtert. Des Weiteren wird das Ritzel mit einer geschlitzten Gleitbuchse
versehen, durch welche die Axialverschiebung des Ritzels erleichtert wird.
Kurzbeschreibung der Zeichnung
In der beiliegenden Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel der
Erfindung dargestellt.
Es zeigt:
1 Einen Längsschnitt durch das Ritzel und
2 das Ritzel im Querschnitt, gemäß der Linien
A-A der 1.
Ausführung der Erfindung
Das in der 1 gezeigte Ritzel
1 besteht aus dem Zahnkranz 2, der Innenbuchse 3, und
dem Freilaufring 4. Alle drei Teile, Zahnkranz 2, Freilaufring
4 und Innenbuchse 3, sind über die Axialspur 5 und
den Radialbund 6 miteinander verbunden. Das ist die bevorzugte Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung. Wie bereits eingangs angemerkt, ist es auch möglich,
dass Ritzel 1 durch eine selbständige Herstellung des Zahnkranzes
2 und der Innenbuchse 3 und eine Verbindung dieser Teile durch
die Axialspur 5 herzustellen. In dieser einfachsten Form ist das Ritzel
für alle gängigen Anlasserantriebe einsetzbar. Die in der 1
gezeigte Ausführungsform, bei der auch der Freilaufring 4 vom Zahnkranz
2 sowie der Innenbuchse 3 eigenständig sind und über
die Axialspur 5 und den Radialbund 6 miteinander verbunden werden,
ist eine weitere Ausgestaltung des Erfindungsgedankens gegeben. Die Axialspur
5 hat im Querschnitt gesehen die Form eines Polygons. Dieses wird noch
deutlicher sichtbar in Verbindung mit der 2, welche
einen Schnitt gemäß der Linie A-A aus der 1
darstellt. Das Polygon ist im vorliegenden Fall mit drei Umlenkstellen
7 versehen. Die Wandstärke des Zahnkranzes 2 und die Wandstärke
der Innenbuchse 3 folgen der Polygonform der Axialspur 5. Zum
einen kann die Gummispur in der Polygonform eine konstante Dicke aufweisen, jedoch
ist es günstiger, wenn die Axialspur 5 zusätzlich zu der Polygonform
an ihren Umlenkstellen 7 eine größere Wandstärke
8 hat, als die Wandstärke 9 zwischen den Umlenkstellen
7. Dieses dient zur Reduktion der auftretenden Dehnspannungen. Die Polygonform
ist hier dreieckförmig mit konvex ausgestalteten Bögen sowohl an den Umlenkstellen
7 als auch bei den die Umlenkstellen 7 verbindenden Abschnitten
17. Die Axialspur 5 hat dreidimensional die Form eines regelmäßigen
konvexen Polyeders. Der Zahnkranz 2 und der Freilaufring 4 sind
mit den zueinander gerichteten Flanschen 10 und 11 versehen. Der
zwischen diesen Flanschen 10 und 11 liegende Radialbund
6 ist konisch ausgebildet, in dem er sich radial nach außen erweitert.
Diese Erweiterung entspricht der Zunahme der Scherkräfte, die von den Flanschen
10 und 11 auf die Elastomerspur des Radialbunds 6 ausgeübt
werden. Der Zahnkranz 2, der Freilaufring 4 und die Innenbuchse
3 sind über die Axialspur 5 und den Radialbund
6 durch Vulkanisation miteinander verbunden. Die Vulkanisation kann in
einem Schritt durchgeführt werden, bei dem die Elastomerspuren 5 und
6 zwischen die einzelnen Teile 2, 3 und 4 eingebracht
werden. In die Innenbuchse 3 wird die geschlitzte Gleitbuchse
12 eingesetzt. Der Zahnkranz 2 ist mit einer Schrägverzahnung
13 versehen.