Gebiet der Erfindung
Die Erfindung betrifft eine transparente Kunststoffformmasse, in die
Streukörper und/oder Glasfasern eincompoundiert werden, um danach in Form von
Halbzeugen extrudiert zu werden. Die Kunststoffformkörper weisen ein hervorragendes
Lichtstreuvermögen mit bevorzugter Streurichtung bei gleichzeitig guten mechanischen
Eigenschaften auf.
Stand der Technik
Zur Erreichung einer anisotropen Lichtstreuung wurden schon verschiedene
Prinzipien verwendet. Die wichtigsten in Bezug auf unsere Erfindung sind dabei die
Folgenden:
- 1. Eine Polymermatrix, die sphärische Streuperlen eines anderen polymeren
Materials enthält, wird mechanisch uniaxial verstreckt und
- 2. Glasfasern, die in einer Polymermatrix zueinander parallel orientiert sind.
Hauptsächlich durch die Firma 3M wurde eine Konfiguration untersucht
und vorgeschlagen, bei der kugelförmige Streuteilchen in eine Polymermatrix
compoundiert sind, wobei diese Streuteilchen einen von der Matrix abweichenden Brechungsindex
haben. Anschließend wird die gesamte Polymerplatte uniaxial verstreckt, was
gleichzeitig zu einer Verstreckung der kugelförmigen Teilchen führt, die
somit eine elliptische Form annehmen. Diese Form führt dann zu einem anisotropen
Streuverhalten des Gesamtmaterials.
WO 02/057 384 (3M) beschreibt eine Polymerzusammensetzung,
die aus einem Adhäsiv und darin eingebetteten longitudinalen Strukturen besteht.
Das Adhäsiv ist optisch isotrop und die Brechungsindices der beiden Materialien
unterscheiden sich um mindestens 0,01. Die longitudinalen Strukturen bestehen aus
Kunststoffen.
WO 02/071148 (3M) beschreibt einen Bildschirm,
auf dem ein Adhäsiv aufgebracht wird, in dem longitudinale Strukturen dispergiert
sind. Die longitudinalen Strukturen sind die gleichen wie in WO
02/057384.
WO 2004/106989 (Eastman Kodak) beschreibt
einen polymeren Film aus zwei Polymeren mit anisotropen optischen Eigenschaften.
Neben der gewichteten Lichtbrechung durch longitudinale Teile wird der lichtbrechende
Effekt durch auf der Oberfläche des Films sitzende dreidimensionale Strukturen
verstärkt.
US-OS 2005/0036199 (3M) beschreibt einen
Schirm, auf dem sich ein Adhäsiv befindet, im Adhäsiv befindet sich eine
Anzahl von länglichen Strukturen. Die Brechungsindices des Adhäsivs und
der länglichen Strukturen unterscheiden sich um mindestens 0,01. Gegebenenfalls
können noch Polarisatoren, Fresnel-Linsen oder Reflektoren vorhanden sein.
US-PS 5,940,211 (US Philips Corp.) beschreibt
ein optisches System, das durchtretendes Licht polarisiert und so eine anisotrope
Verteilung der Leuchtstärke erreicht.
US-PS 6,123,877 (Nashua Corporation) beschreibt
ein Verfahren zur Herstellung eines anisotropen Lichtstrahls, in dem man ihm durch
eine polymere Matrix mit unterschiedlichen Brechungsindices leitet. Die Brechungsindexunterschiede
werden durch sphärische Partikel erzeugt.
US-OS 2003/0175466 (Sughrue Mion) beschreibt
einen Film mit anisotroper Lichtbrechung, die durch eine Anordnung von stäbchenförmigen
Strukturen in einer Polymer-Matrix erreicht wird. Die Stäbchen sind in eine
Richtung orientiert und der Brechungsindex der Stäbchen in axialer Richtung
in sich vom Brechungsindex der Matrix in der entsprechenden Richtung unterscheidet.
Die Stäbchen haben einen Durchmesser von weniger als 200 &mgr;m und eine
Länge von mehr als 800 &mgr;m. Die Stäbchen bestehen aus flüssigkristallinen
aromatischen Polyestern. Die Verbesserung der mechanischen Eigenschaften des anisotropen
Kunststoffformkörpers wird im Stand der Technik nicht diskutiert.
European Polymer Journal 41 (2005)1729-1737. Kim beschreibt den Einfluß
von thermo-physikalischen Eigenschaften, Luftfeuchtigkeit und Steifigkeit auf Diffuserplatten
aus dem Matrixmaterial PMMA, die mit Glasfasern modifiziert wurden.
Kim fand heraus, daß die Beigabe der Glasfasern die Warpage (Durchbiegung)
unter Einfluß der beschriebenen Umgebungsbedingungen drastisch
reduziert. Dabei konnte er nur geringen Einfluß auf die optischen Eigenschaften
feststellen, insbesondere findet er keine anisotropen Streueigenschaften.
Folgende mechanischen Eigenschaften findet er
- 1. der Speichermodul mit steigendem Glasfaseranteil zunimmt (2,2 → 3,2
GPa bei T = 25°C)
- 2. Die Glasübergangstemperatur nach oben verschoben wird Tg
111,7 → 113,3 °C (20% GF-Anteil)
- 3. Die Wasserabsorption fällt stark ab wird (24 h: 0,4% → 0,2%)
- 4. die Warpage abgesenkt wird.
Aufgabe und Lösung
Angesichts des diskutierten Standes der Technik bestand nun die Aufgabe
der Erfindung, einen weiteren optischen Streukörper mit verbesserten Streuverhalten
zur Verfügung zu stellen, der darüberhinaus noch gute mechanischen Eigenschaften
aufweist und daher problemlos zu verarbeiten ist. Eine weitere Aufgabe besteht darin,
ein einfaches und kostengünstiges Verfahren zur Herstellung der anisotropen
Kunststoffformkörper zur Verfügung zu stellen.
Die Aufgabe wird durch einen Lichtstreukörper nach Anspruch 1
gelöst, der Lichtstreukörper ist nach einem Extrusionsverfahren nach Anspruch
8 erhältlich.
Als transparente Kunststoffe kommen Polymethylmethacrylat (PMMA),
Polycarbonat (PC), Polyethyleneterephtalat (PET), cycloolefinische Copolymere (COC),
Polystyrol (PS) und Copolymere in jeder Kombination der oben genannten Monomere
in Frage. Gegebenenfalls können die Kunststoffformmassen auch schlagzäh
ausgerüstet sein. Besonderes bevorzugt ist die Verwendung von transparenten
PMMA-Formmassen.
Die verwendeten Glasfasern bestehen aus A-Glas, C-Glas, D-Glas, E-Glas,
AR-Glas, ECR-Glas und R-Glas, die sich in ihrer Zusammensetzung und somit in ihrem
Brechungsindex voneinander unterscheiden. Auf dem Markt verfügbare Produkte
unterscheiden sich außerdem in Faserlänge und Durchmesser, sowie einer
speziellen Beschichtung (Schlichte), die die Kompatibilität mit den verschiedenen
Polymermatrizen gewährleistet. Die Glasfasern sind beispielsweise von den Firmen
PPG Industries Glass & Fiber GmbH oder von Saint Gobain erhältlich.
Ein mögliches Herstellverfahren für den anisotropen Kunststoffformkörper
besteht darin, die vorgesehene Menge an Glasfasern mit der jeweiligen Kunststoffformmasse
zu mischen und mittels eines handelsüblichen Extruders unter dem jeweiligen
Kunststoff angepassten Bedingungen zu extrudieren.
Ein weiters mögliches Herstellverfahren für den anisotropen
Kunststoffformkörper besteht darin, über einen zweistufigen Prozess die
vorgesehene Menge an Glasfasern mit einem Teil der Kunststoffformmasse zur Herstellung
eines Masterbatches separat zu compoundieren und in der zweiten Stufe die vorgesehene
Menge an Masterbatch mit der jeweiligen Kunststoffformasse zu mischen und mittels
eines handelsüblichen Extruders unter dem jeweiligen Kunststoff angepassten
Bedingungen zu extrudieren.
In einer bevorzugten Ausführungsform werden bei der Herstellung
des Masterbatches die Glasfasern in die heiße Kunststoffschmelze eindosiert
über ein Seitenstopfwerk eindosiert, was einer besonders schonenden Verarbeitung
entspricht.
Die anisotrop lichtstreuende Kunststoffmischung kann auch mindestens
einschichtig als Coextrudat auf einen Kunststoffformkörper im Extrusionsprozess
aufgebracht werden.
Vorteilhafte Wirkungen der Erfindung
Der hauptsächliche Nutzen anisotroper Lichtstreuplatten liegt
in der Erhöhung der Energieeffizienz.
In folgenden Anwendungen sei beispielhaft erläutert, auf welche
Art durch diese anisotrope Lichtstreuung die Energieeffizienz erhöht wird.
1. Back Light Units für grossflächige Display-Anwendungen (großformatige
Flachbildschirme wie z.B. Fernsehgeräte)
Grosse BLUs werden normalerweise direkt hinterleuchtet, da eine Kantenbeleuchtung
über grosse Flächen nicht die notwendige Helligkeit auskoppelt. Die direkte
Hinterleuchtung besteht oft aus sog. CCFLs (Cold Cathode Fluorescent Lamps), da
diese kostengünstig und vergleichsweise robust sind. Die Lampen selbst haben
eine zylinderförmige (langgezogene Struktur, z.B. 30 cm Länge auf 2 mm
Durchmesser) und sind in der BLU parallel zueinander in der Vertikalen (zur Betrachtungsebene)
montiert Um ein gleichmässig ausgeleuchtetes Bild zu erhalten müssen also
Streuscheiben vor die CCFL-Lichtquellen-Anordnung gesetzt werden. Der Abstand zu
den Lichtquellen (und auf der anderen Seite zum eigentlichen Display) muss gering
gehalten werden, da in Flachbildschirme nur sehr begrenzter Bauraum zur Verfügung
steht. Ebenso sollte die Streuscheibe dünn sein (üblicherweise 2mm Dicke).
Wegen des geringen Abstandes von Lichtquelle zu Streuscheibe kann die notwendige
„Homogenisierung" des modulierten Helligkeitsprofils nur durch die Verwendung
sehr starker Streuscheiben erreicht werden. Diese haben allerdings den Nachteil,
dass die gesamte Lichttransmission nur 40-60% beträgt. (HWW = 70-86°),
d.h. dass hohe Verluste auftreten. Bisher sind hier nur isotrope Streuscheiben im
Einsatz, die das Licht in alle Raumrichtungen streuen.
Anisotrope Streuscheiben hätten hier den Vorteil, dass sie das
Licht bevorzugt in die Ebene des Betrachters streuen, d.h. senkrecht zur Richtung
der Lampen. Dies ist genau die benötigte Streurichtung zur Homogenisierung
des Beleuchtungsfeldes. Die Streuung nach oben oder unten (,wo sich ohnehin kein
Betrachter befindet.), ist hier gar nicht notwendig, da die Lichtquellen über
ihre Länge (weitgehend) homogen abstrahlen. Somit muss die hohe Lichtstreuung
nur auf einer Hauptachse (senkrecht zur Richtung der Lampenanordnung) wirksam sein,
in Richtung der anderen Hauptachse (parallel zum Verlauf der Lichtquellen) würde
deutlich weniger Licht gestreut (= „verbraucht") als bei isotropen Streuscheiben.
Um somit die gleiche Helligkeit in Betrachterebene zu erreichen, ist bei anisotropen
Streuscheiben weniger eingekoppelte Lichtenergie nötig als im Vergleich zu
Anordnungen mit brightnessenhancement-Folien. (BEF).
2. Anisotrop streuende Rückprojektionsscheiben
Bei der Rückprojektion wird das Bild mittels Beamer von hinten
(d.h. auf der dem Betrachter gegenüberliegenden Seite) auf den Screen geworfen.
Im Gegensatz zur Frontprojektion beruht die Rückprojektion also auf Lichttransmission.
Bei solchen Screens kommt es darauf an, dass das Bild unter verschiedenen
Betrachtungswinkeln möglichst dieselbe Helligkeit aufweist. Dazu muss das Licht
entsprechend in den Raum gestreut werden. Wg. der Größe der Screens ist
auch hier eine Streuung des Lichtes nach oben oder unten unnötig, während
eine Streuung in der horizontalen Ebene stark erwünscht ist.
Im Rückprojektionsbereich wird dieser Effekt durch den Einsatz
von Lentikularlinsen an der dem Betrachter zugewandten Oberfläche erreicht.
Da das Licht gezielt in die Betrachterebene gestreut wird, wird bei derselben eingekoppelten
Leistung eine höhere Lichtausbeute und Gleichmäßigkeit in Betrachterebene
erreicht.
Die Temperaturen in den Aufheiz-Bereichen des Extruders betragen beispielsweise
für PLEXIGLAS® 7N (PMMA-Formmasse, erhältlich bei der
Röhm GmbH) zwischen T = 180°C und T = 230° C, die Austrittstemperatur
der Schmelze aus der Düse beträgt ca. T = 240°C. Der Durchsatz darf
nicht zu hoch gewählt werden (ca. 10 kg/h), die Drehzahl der Schnecke liegt
bei 175 min-1.
Es handelt sich um einen Extruder der Fa. Breyer mit einer Entgasungsschnecke
mit dem Durchmesser D = 60 mm, 60 mm Steigung und der Länge 33 D = 1980 mm,
deren Einzug mit Nutbuchse ausgeführt ist.
Das Strömungsfeld, das durch den Fluß der Kunststoffschmelze
erzeugt wird, orientiert die Glasfasern im wesentlichen parallel innerhalb der Polymermatrix.
Das Strömungsfeld weist innerhalb der Düse des Extruders ein parabolisches
Geschwindigkeitsprofil auf, dieses wiederum führt zu einem linearen Scherfeld,
welches dazu führt, dass die Glasfasern rotieren und sich parallel zu den Wänden
der Düse des Extruders ausrichten.
Es wurden zwei Typen von Glasfasern verwendet, die sich vor allem
im Durchmesser von einander unterscheiden.
Bezeichnung
GF-Länge [mm]
GF-Durchmesser [&mgr;m]
n
20D
Glassorte
EC14-4,5mm
914
4,5
14
1,56
E-Glas
CS-PA
--
--
1,56
E-Glas
Das mittlere Aspektverhältnis der anorganischen Glasfasern liegt
zwischen 1 und 10, bevorzugt zwischen 1 und 20 und liegt ganz besonders bevorzugt
zwischen 1 und 50.
Es wird eine hohe Orientierung der Glasfasern angestrebt: Hierzu werden
folgende Prozessbedingungen bei der Extrusion benötigt:
- – hohe Schergeschwindigkeit
- – enger Lippenspalt
- – höhere Viskosität der Schmelze
Die Orientierung der Glasfasern im Polymer würde normalerweise
über eine Orientierungsverteilungsfunktion angegeben. Dabei wird die Anzahl
der Glasfasern pro Orientierungsrichtung um eine – im Prinzip beliebig gewählte
– Hauptachsenrichtung aufgetragen; eine sinnvolle Wahl der Hauptachse besteht
in der Extrusionsrichtung, die wegen des Strömungsprofils eine Hauptachse der
Orientierung darstellt.
Diese Gauß'sche Verteilungskurve wird mit zunehmendem Orientierungsgrad
der Glasfasern schmaler werden, d.h. deren Halbwertsbreite nimmt ab. Bei idealer
Verteilung (d.h. alle Glasfasern genau in einer Richtung parallel zur Extrusion
Die Orientierungsverteilungsfunktion kann jedoch nicht direkt bestimmt
werden bzw. dies wäre recht aufwändig. Ein sehr gutes Maß für
den Grad der Orientierung ist jedoch die gemessene optische Anisotropie der Streuscheibe.
Hierzu wird mit Hilfe eines entsprechenden Messaufbaus die BTDF (Bidirectional
Transmission distribution function). Zur Charakterisierung der wesentlichen Auswirkung
der Orientierung genügt es die 2-dimensionale Streuverteilungskurve entlang
der beiden Orientierungs-Hauptachsen zu bestimmen.
Halbwertswinkel sowie Streuvermögen der beiden Kurven werden
sich unterscheiden, was als gutes Maß für die Anisotropie der Orientierung
angenommen werden kann.
Allgemein ist eine schonende Verarbeitung der Kunststoffmischung zu
wählen, damit die Glasfasern nicht zerschert werden und somit einen hohen Feinanteil
erzeugen würden.
Unter einer schonenden Verarbeitung wird verstanden, dass die Glasfasern
keiner hohen Belastung durch Scherung ausgesetzt werden, damit sie möglichst
nicht in kleine Teile zerbrechen.
Dies wird dadurch erreicht, dass Sie beim Compoundieren erst kurz
vor der Extrusionsdüse über ein sog. Seitenstopfwerk (Side-Feeder) dem
erhitzten flüssigen Polymer beigemischt werden. Somit werden die GF nicht der
Scherung durch den gesamten Schneckenweg beim Erhitzen des Polymers ausgesetzt.
Beispiel 1: PLEXIGLAS® 7N (PMMA) mit Glasfasern Chopped
Strand EC14 4,5 mm – 914
In Extrusionsversuchen wurden verschiedene Gewichtsanteile Glasfasern
(10, 20, 30 und 40%) einer PMMA-Formmasse: PLEXIGLAS® 7N beigegeben
und in 2mm dicken Platten extrudiert. Die Ergebnisse der optischen Charakterisierung
fasst Tabelle 1 zusammen:
Glasfaseranteil [%]
10
20
30
40
Lichttransmission [%]
75
57
49
39
Gelbwert
3
6
9
13
Halbwertswinkel (quer zur Extrusionsrichtung)
24
65
75
80
Halbwertswinkel (längs Extrusionsrichtung)
16
27
45
75
Anisotropiefaktor (= HWW(q)/HWW(I)
1,6
2,4
1,7
1,1
Ein wichtiger Aspekt der optischen Charakterisierung ist die Vermessung
der Lichtstreueigenschaften mittels goniometrischer Leuchtdichtemessung.
Das Streuvermögen und der Intensitätshalbwertswinkel wurde
gemäss DIN 5036 mit einem Messgerät, LMT-Goniometer-Messplatz GO-T-1500
der Fa. LMT bestimmt.
Diese Messungen wurden für die vorliegenden Probekörper
jeweils in und quer zur Extrusionsrichtung durchgeführt, um die Anisotropie
der Streueigenschaften zu erfassen.
Die 1 bis 4
zeigen diese Anisotropie mit zunehmendem Glasfaseranteil.
In den 1-4
erkennt man, dass die Anisotropie der Streuung am stärksten bei einem Glasfaseranteil
von 20% auftritt. In den Grenzbereichen 10% sowie 40% Glasfaseranteil nähern
sich die Kurven einander an.
In den folgenden Figuren sind die Ergebnisse dargestellt:
5 zeigt die Zunahme der Halbwertswinkel mit steigendem
Glasfaseranteil. Dabei ist zu beobachten, dass der Halbwertswinkel quer zur Extrusionsrichtung
zwischen 10%wt. GF-Anteil und 20%wt GF-Anteil weitaus stärker ansteigt, als
der Halbwertswinkel längs Extrusionsrichtung.
Deutlich wird dies auch im in 6 gezeigten
Anisotropiefaktor A = HWW(q): HWW(I), dem Quotienten der Halbwertswinkel, der bei
ca. 20%-wt. ein Maximum hat.
Aus diesen Ergebnissen ist zu schliessen, dass
- a. zwischen 10 und 20 %-Gew. Glasfaseranteil eine starke Zunahme der Lichtstreuung
erfolgt und
- b. die Zunahme der mittleren Orientierung der Glasfasern in diesem Bereich stark
zunimmt, wobei sich die Ausrichtung bei höheren Glasfaseranteilen nicht mehr
stark verbessert.
7 zeigt die Abnahme der Lichttransmission mit zunehmendem
Glasfaseranteil.
Die Transmission &tgr;D65/10°/Reflexion &rgr;D65/10°
wurde gemäss DIN (Deutscher Industrienorm) 5036 mit einem Messgerät Lambda
19 der Fa. Perkin Elmer (oder Varian Cary 5000 der Firma Varian Inc.) bestimmt.
Dabei wurde eine Strahlungsquelle der Lichtart D65 (Natrium-Licht) verwendet.
Im Bereich von 10%wt. GF bis 40%-wt. GF nimmt die Lichttransmission
von 75% auf 39% ab, wobei der Verlauf nahezu linear ist.
8 zeigt die Zunahme des Gelbwerts mit steigendem Glasfaseranteil.
Eine mögliche Erklärung sind Zusatzstoffe (Schlichte) der Glasfasern,
die sich durch den Verarbeitungsprozess lösen/zersetzen und somit entsprechend
niedermolekulare Anteile im Material entstehen, die die Gelbwirkung erzeugen.
Der Gelbwert [&tgr;D65/10° oder &rgr;D65/10°]
wurde nach DIN 6167 mit einem Messgerät Lambda 19 der Fa. Perkin Elmer (oder
Varian Cary 5000 der Firma Varian Inc.) bestimmt.
Zusammenfassend aus allen Messergebnissen ergibt sich ein Optimum
bei ca. 20%-wt. Glasfaseranteil, da hier der Verlust an Lichttransmission und der
Gelbwert (ungewünschte Effekte) noch nicht zu hoch sind und
andererseits die Lichtstreuung sowie deren Anisotropie schon sehr stark ausgeprägt
sind.