| Dokumentenidentifikation |
DE102006031046A1 10.01.2008 |
| Titel |
Anordnung zum Bestimmen der Betriebkenngrößen eines Hochfrequenz-Leistungsverstärkers |
| Anmelder |
Rohde & Schwarz GmbH & Co. KG, 81671 München, DE |
| Erfinder |
Höbel, Daniel, 86825 Bad Wörishofen, DE; Köhler, Hendrik, 85399 Hallbergmoos, DE; Weigenthaler, Bernd, 80993 München, DE |
| Vertreter |
Mitscherlich & Partner, Patent- und Rechtsanwälte, 80331 München |
| DE-Anmeldedatum |
05.07.2006 |
| DE-Aktenzeichen |
102006031046 |
| Offenlegungstag |
10.01.2008 |
| Veröffentlichungstag im Patentblatt |
10.01.2008 |
| IPC-Hauptklasse |
H04B 17/00(2006.01)A, F, I, 20060705, B, H, DE
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| IPC-Nebenklasse |
H04B 1/04(2006.01)A, L, I, 20060705, B, H, DE
G01R 19/25(2006.01)A, L, I, 20060705, B, H, DE
H03F 3/24(2006.01)A, L, I, 20060705, B, H, DE
G01R 27/02(2006.01)A, L, I, 20060705, B, H, DE
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| Zusammenfassung |
Zum Bestimmen der Betriebs-Kenngrößen eines HF-Leistungsverstärkers (1) (z. B. komplexe Vor- und Rücklauf-Spannung bzw. Leistung, komplexe Lastimpedanz, Reflexions- oder Welligkeitsfaktor) auf der Verbindungsleitung (3) zwischen dem Ausgang des HF-Leistungsverstärkers (1) und einer komplexen Last, insbesondere einer Antenne (4), wird das mittels einer Buschbeck-Koppeleinrichtung ein der komplexen Spannung $I1 auf der Verbindungsleitung proportionale analoge Messspannung Uu und ein dem komplexen Strom $I2 auf der Leitung (3) proportionale analoge Messspannung Ui ermittelt. Diese Messspannungen werden digitalisiert und aus diesen Digitalwerten können dann in einem Rechner (7) die gewünschten Betriebs-Kenngrößen berechnet werden.
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| Beschreibung[de] |
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Die Erfindung betrifft eine Anordnung laut Oberbegriff des Hauptanspruches.
Beim Betrieb von Hochfrequenz-Leistungsverstärkern, beispielsweise
Transistor-Leistungsendstufen frequenzvariabler Kurzwellen-Sender, ist es erforderlich,
verschiedene Betriebskenngrößen, insbesondere die Anpassung der Last und
die Leistung zu bestimmen und zu überwachen. Dazu sind aus der DE
27 10 752 A1 bzw. DE 39 18 159 A1
verschiedene analoge Anordnungen laut Oberbegriff des Hauptanspruches bekannt. Ihnen
ist gemeinsam, dass zur Bestimmung der Betriebskenngrößen auf der Verbindungsleitung
zwischen Leistungsverstärker und Antenne Richtkoppler verwendet werden und
die Berechnung der gewünschten Betriebskenngrößen aus der mittels
der Richtkoppler gewonnen analogen Vorwärts- bzw. Rückwärts-Spannung,
die jeweils der vorlaufenden bzw. rücklaufenden Welle auf der Verbindungsleitung
proportional ist, auf analoge Weise durch entsprechend aufwendige Analogschaltungen
erfolgt.
Es ist Aufgabe der Erfindung, eine Anordnung dieser Art zu schaffen,
mit welcher diese Bestimmung der Betriebskenngrößen eines Hochfrequenz-Leistungsverstärkers
genauer und auf wesentlich einfachere und preiswertere Weise möglich ist.
Diese Aufgabe wird ausgehend von einer Anordnung laut Oberbegriff
des Anspruchs 1 durch dessen kennzeichnende Merkmale gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen
ergeben sich aus den Unteransprüchen.
Gemäß der Erfindung wird für die Gewinnung der zur
Berechnung der gewünschten Betriebskenngrößen erforderlichen Messgrößen
auf der Verbindungsleitung zwischen Leistungsverstärker und Antenne eine an
sich bekannte Koppeleinrichtung nach Buschbeck (Meinke/Grundlach, Taschenbuch der
Hochfrequenztechnik, 3. Auflage, Seiten 1560–1561) benutzt, die den Vorteil
besitzt, dass unabhängig vom Ort ihrer Einbaustelle auf der Leitung Messspannungen
gewonnen werden, die der komplexen Spannung bzw. dem komplexen Strom auf der Leitung
proportional sind.
Diese so gewonnenen komplexen analogen Messspannungen werden gemäß
der Erfindung digitalisiert und aus diesen Digitalwerten können dann in einem
Rechner die verschiedenen gewünschten Betriebskenngrößen wie komplexe
Vorwärts- bzw. Rückwärt-Spannung, komplexe Vorwärts- bzw. Rückwärts-Leistung,
die komplexe Lastimpedanz der Antenne, der Reflexionsfaktor bzw. der Welligkeitsfaktor
auf der im allgemeinen als Koaxialleitung ausgebildeten Verbindungsleitung zwischen
Ausgang des Hochfrequenz-Leistungsverstärkers und der Antenne unter Anwendung
entsprechend bekannter Algorithmen berechnet werden.
Mit der erfindungsgemäßen Anordnung können nicht nur
die beispielhaft erwähnten oben genannten Betriebskenngrößen eines
HF-Leistungsverstärkers bestimmt werden, sondern mit den dem Rechner zur Verfügung
gestellten Digitalwerten können unter Benutzung entsprechend bekannter Algorithmen
auch noch andere Berechnungen durchgeführt werden, die für den Betrieb
des Leistungsverstärkers von Nutzen sind. So kann beispielsweise mittels eines
bekannten Algorithmus die der komplexen Spannung auf der Leitung proportionale digitalisierte
Messspannung digital demoduliert werden, und zwar nach demjenigen Demodulations-Modus,
der dem Modulations-Modus bei der Erzeugung des über den Leisungsverstärker
verstärkten Hochfrequenzsignals entspricht, also beispielsweise eine Amplitudenmodulation,
Frequenz- oder Phasenmodulation oder eine beliebig andere höherwertige Modulationsart.
Das so digital demodulierte Nutzsignal am Ausgang des Leistungsverstärkers
kann dann zur qualitativen Beurteilung des Ausgangssignals zum Eingang des Funksystems
zurückgeführt und dort beispielsweise mittels eines Mithörlautsprechers
hörbar gemacht werden. Auf diese Weise kann ein so genanntes Side-Tone-Signal
erzeugt werden, mit dem der Sprechkomfort beispielsweise eines Kurzwellen-Telefonie-Funksystems
überwacht und verbessert werden kann. Diese Möglichkeit der Rückmeldung
der eigenen Sprache ist den bisher verwendeten unmittelbaren Rückführungen
nach dem Mikrofonverstärker auf einen Mithörlautsprecher überlegen,
da ja sämtliche Stufen des Funksystems einschließlich Endverstärker
mit beurteilt werden. Diese Möglichkeit der Demodulation des Nutzsignals unmittelbar
am Fußpunkt der Antenne kann genauso gut bei CW-Betrieb bzw. bei der Übertragung
von Digitalsignalen in vorteilhafter Weise zur Überwachung angewendet werden.
Eine andere Möglichkeit besteht darin, aus den dem Rechner zugeführten
Digitalwerten, die der komplexen Vorlaufspannung entsprechen, die durch Nichtlinearität
entstehenden Verzerrungen der Endstufe zu bestimmen. Damit kann das dem Leistungsverstärker
zugeführte Nutzsignal vor der Verstärkung in bekannter Weise gegenläufig
zur Verzerrung vorverzerrt werden, so dass damit die Verzerrungen im Leistungsverstärker
kompensiert werden. Diese Bestimmung der Verzerrung in der Endstufe kann auch während
des Betriebs ständig überwacht werden, so dass auch bei einer Veränderung
der Last, beispielsweise dem Anschalten einer anderen Antenne oder bei einem Frequenzwechsel,
über eine entsprechende Änderung der Vorverzerrung das
System selbstständig linearisiert wird.
Als Rechner eignet sich jeder übliche Signalprozessor oder für
spezielle Aufgaben ein so genanntes FPGA (Field Programmable Gate Aray), mit dem
beispielsweise nach dem so genannten Cordic-Algorithmus die oben beschriebenen digitalen
Berechnungen mit geringstem Aufwand berechnet werden können.
Die Erfindung wird im folgenden anhand einer schematischen Zeichnung
und beispielhaften Berechnungsformeln (1) bis (7) an Ausführungsbeispielen
näher erläutert. In der Zeichnung zeigt:
1 das Prinzipschaltbild einer Kurzwellen-Leistungsendstufe
mit der erfindungsgemäßen Weiterbildung.
Die 1 zeigt das Prinzipschaltbild einer
Kurzwellen-Leistungsendstufe mit einem HF-Leistungsverstärker 1, dem
das zu verstärkende Nutzsignal aus einer Steuer- und Modulationseinrichtung
2 zugeführt wird. Der Ausgang des Leistungsverstärkers
1 speist über eine koaxial Verbindungsleitung 3 eine Antenne
4. An einer beliebigen Stelle dieser Verbindungsleitung 3 ist
der Außenleiter unterbrochen und über einen unmittelbar am Innenleiter
der Koaxialleitung 3 angeschalteten kapazitiven Spannungsteiler
5 wird nach Buschbeck eine der komplexen Spannung U→
proportionale Messspannung Uu gewonnen, die in einem A/D-Wandler
6 digitalisiert und einem Rechner 7 zugeführt wird. Mittels
eines dem Innenleiter der Koaxialleitung 3 zugeordneten Stromwandlers
8 wird an einem Widerstand eine dem komplexen Strom I→
auf der Leitung entsprechende Messspannung Ui gewonnen, der analoge
Messwert –Ui wird über einen A/D-Wandler 9 und der
Messwert +Ui wird über einen A/D-Wandler 10 dem Rechner
7 zugeführt. Nachdem die beiden gewonnenen Spannungswerte +Ui
und –Ui zueinander senkrecht stehen, kann gegebenenfalls auch
nur ein einziger A/D-Wandler 9 oder 10 benutzt werden und der
entsprechende andere Wert kann dann unmittelbar im Rechner 7 berechnet
werden, sodass ein A/D-Wandler eingespart wird. Der Rechner 7 ist beispielsweise
ein FPGA-Rechenwerk.
Im Rechner 7 können nun nach bekannten Formeln der Leitungstheorie,
wie sie beispielsweise in dem Lehrbuch von Meinke/Grundlach, Taschenbuch der Hochfrequenztechnik
beschrieben sind, aus den digitalisierten Spannungen Uu bzw. Ui,
die den komplexen Spannungen U→
bzw. des Stromes I→
auf der Leitung proportional sind und bei denen die Phaseninformationen der
komplexen Spannung bzw. Strom auch nach Digitalisierung erhalten bleiben, die verschiedenartigsten
Betriebsgrößen des Leistungsverstärkers 1 bestimmt werden.
Die Proportionalität zwischen den Spannungen Ua und Ui
und den komplexen Größen U→
und I→
ist jeweils durch Proportionalitätsfaktoren k bzw. m berücksichtigt,
die entweder empirisch durch Messung oder durch Simulation ermittelt werden.
So kann beispielsweise aus den digitalisierten Spannungswerten Uu
und Ui die komplexe Vorlaufspannung gemäß Beziehung (1) bzw.
die komplexe Rücklaufspannung laut Beziehung (2) berechnet werden oder nach
Beziehung (3) die komplexe Vorlaufleistung bzw. nach (4) die Rücklaufleistung.
Eine andere Möglichkeit besteht nach Beziehung (5) darin, aus diesen Spannungen
die komplexe Lastimpedanz Z→
zu berechnen. Mit dieser damit bekannten komplexen Lastimpedanz kann dann
beispielsweise durch adaptives Einschalten verschieden langer 50 Ohm Leitungsstücke
zwischen Leistungsverstärker 1 und Antenne 4 die Leistungsaufnahme,
Intermodulation und/oder der Oberwellenabstand verbessert werden, da durch die eingeschalteten
Leitungsstücke die komplexe Anpassung so optimiert werden kann, dass der Leistungsverstärker
in einem optimalen Anpassungsbereich betrieben wird. Auf diese Weise kann beispielsweise
ein Tiefpasscharakter erzeugt und in einem kapazitiven Bereich gearbeitet werden,
sodass der Oberwellenabstand verbessert wird. Auch die Verstärkung kann so
optimiert werden, da der Leistungsverstärker besser an seine Streuparameter
angepasst werden kann. Auf diese Weise kann also über die Berechnung der komplexen
Lastimpedanz der Wirkungsgrad des Leistungsverstärkers optimiert werden.
Aus den digitalisierten Spannungswerten kann nach Beziehung (6) beispielsweise
auch der komplexe Reflexionsfaktor r→
berechnet werden oder nach Beziehung (7) der Welligkeitsfaktor s(VSWR).
Die Erfindung ist nicht auf das beschriebene Ausführungsbeispiel
beschränkt. Alle beschriebenen oder gezeichneten Elemente sind beliebig miteinander
kombinierbar. Auch eine digitale Demodulation des Nutzsignals ist, wie oben beschrieben,
möglich, ebenso die Bestimmung der Verzerrungen des Verstärkers und die
damit mögliche Linearisierung durch entsprechende Vorverzerrung des Eingangssignals.
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| Anspruch[de] |
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Anordnung zum Bestimmen der Betriebs-Kenngrößen eines Hochfrequenz-Leistungsverstärkers,
wie komplexe Vor- und Rücklauf-Spannung, komplexe Vor- und Rücklauf-Leistung,
komplexe Lastimpedanz, Reflexionsfaktor oder Welligkeitsfaktor, auf der Verbindungsleitung
(3) zwischen dem Ausgang des Leistungsverstärkers (1) und
einer komplexen Last, insbesondere einer Antenne (4), dadurch gekennzeichnet,
dass mittels einer Koppeleinrichtung (5, 8) ein der komplexen
Spannung U→
auf der Verbindungsleitung (3) proportionale analoge
Messspannung Uu und ein dem komplexen Strom I→
auf der Leitung (3) proportionale analoge Messspannung Ui
ermittelt wird, diese Messspannungen mittels Analog/Digital-Wandler (6,
9, 10) digitalisiert werden und aus diesen Digitalwerten in einem
Rechner (7) die gewünschten Betriebskenngrößen berechnet
werden.
Anordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass im Rechner (7)
aus den digitalen Messspannungen die komplexe Vorlauf- und/oder Rücklauf- Spannung
berechnet wird (Beziehungen 1 oder 2).
Anordnung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass im Rechner
(7) aus den digitalen Messspannungen die komplexe Vorlauf- und/oder Rücklauf-
Leistung berechnet wird (Beziehungen 3 oder 4).
Anordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
dass im Rechner (7) aus den digitalen Messspannungen die komplexe Impedanz
der Last berechnet wird (Beziehung 5).
Anordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
dass im Rechner (7) aus den digitalen Messspannungen der komplexe Reflexionsfaktor
berechnet wird (Beziehung 6).
Anordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
dass im Rechner (7) aus den digitalen Messspannungen der Welligkeitsfaktor
berechnet wird (Beziehung 7).
Anordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
dass im Rechner (7) aus der der komplexen Spannung U→
auf der Verbindungsleitung (3) proportionalen digitalen Messspannung
nach dem Modulations-Modus, bei der Erzeugung des über den Leistungsverstärker
(1) verstärkten HF-Signals verwendet wird, das HF-Signal digital demoduliert
wird.
Anordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
dass im Rechner (7) aus den digitalen Messspannungen die komplexe Vorlaufspannung
ermittelt und daraus nach bekannten Algorithmen die Verzerrung des Leistungsverstärkers
ermittelt wird.
Anordnung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass aus der ermittelten
Verzerrung in bekannter Weise eine entsprechende Vorverzerrung für das zu verstärkende
Hochfrequenz-Signal berechnet wird.
Anordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet,
dass die Koppeleinrichtung (5, 8) ein Koppler nach Buschbeck ist.
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