Die Erfindung betrifft eine Anordnung laut Oberbegriff des Hauptanspruchs.
Beim Betrieb von HF-Leistungsverstärkern, beispielsweise der
Transistor-Leistungsendstufe eines frequenzvariablen Kurzwellensenders, ist es erforderlich,
verschiedene Betriebskenngrößen am Ausgang des Leistungsverstärkers
zu bestimmen. Dazu ist es aus der DE 27 10
752 A1 bzw. DE 39 18 159 A1
bekannt, auf der Verbindungsleitung zwischen Ausgang des Leistungsverstärkers
und der komplexen Last, beispielsweise einer Antenne, mittels Richtkoppler die der
vorlaufenden Welle proportionale Vorlaufspannung und die der rücklaufenden
reflektierten Welle entsprechen Rücklaufspannung beispielsweise mittels Richtkoppler
zu messen. Aus diesen in der Hochfrequenz-Lage gemessenen analogen Spannungen wird
dann meist mit einem analogen Rechenwerk die gewünschte Betriebskenngröße
des Verstärkers berechnet. Ein Nachteil der bekannten Anordnungen ist, dass
infolge der Verarbeitung der Messgrößen auf der HF-Ebene die Rechnungen
relativ aufwendig und kompliziert sind, selbst wenn diese Berechnungen digital durchgeführt
werden.
Es ist Aufgabe der Erfindung, eine Anordnung dieser Art bezüglich
ihrer schaltungstechnischen Realisierung zu vereinfachen.
Diese Aufgabe wird ausgehend von einer Anordnung laut Oberbegriff
des Anspruchs 1 durch dessen kennzeichnende Merkmale gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen
ergeben sich aus den Unteransprüchen.
Gemäß der Erfindung werden die jeweils getrennt ermittelten
und digitalisierten Vorwärts- und Rückwärtsspannungen auf der Verbindungsleitung
zwischen Leistungsverstärker und Last durch digitale Abwärtswandler in
das Basisband herabgemischt, also auf die Trägerfrequenz 0 Hz. Dadurch wird
die Abtastrate herabgesetzt und die anschließende Berechnung der verschiednen
Betriebskenngrößen im Rechner wird wesentlich einfacher. Außerdem
wird eine bessere Auflösung erreicht. Die getrennte Gewinnung der Vorwärts-
bzw. Rückwärts-Spannung auf der Leitung erfolgt in bekannter Weise beispielsweise
mittels Richtkoppler. Eine andere Möglichkeit besteht darin, hierfür eine
Anordnung zu verwenden, die auf rechnerischem Wege die Ermittlung der Vorwärts-
und Rückwärtsspannung bereits in digitaler Form ermöglicht und die
dann nur noch aus der Hochfrequenzlage ins Basisband herabgesetzt werden müssen.
Vorzugsweise wird zwischen digitalem Abwärtswandler und Rechner noch ein Selektionsfilter
vorgesehen.
Mit einer erfindungsgemäßen Anordnung können somit
im Rechner mit geringem Rechenaufwand aus Betrag und Phase der Vorlaufspannung und
Betrag und Phase der Rücklaufspannung die verschiedenen gewünschten Betriebskenngrößen
des Verstärkers wie komplexe Vorwärts- bzw. Rückwärts-Leistung,
die komplexe Lastimpedanz der Antenne, der Reflexionsfaktor bzw. der Welligkeitsfaktor
auf der im allgemeinen als Koaxialleitung ausgebildeten Verbindungsleitung zwischen
Ausgang des Hochfrequenz-Leistungsverstärkers und der Antenne unter Anwendung
entsprechend bekannter Algorithmen berechnet werden. Mit der erfindungsgemäßen
Anordnung können nicht nur die beispielhaft erwähnten oben genannten Betriebskenngrößen
eines HF-Leistungsverstärkers bestimmt werden, sondern mit den im Rechner zur
Verfügung gestellten Digitalwerten können unter Benutzung entsprechend
bekannter Algorithmen auch noch andere Berechnungen durchgeführt werden, die
für den Betrieb des Leistungsverstärkers von Nutzen sind. So kann beispielsweise
mittels eines bekannten Algorithmus auf der Leitung digital demoduliert werden,
und zwar nach demjenigen Demodulations-Modus, der dem Modulations-Modus bei der
Erzeugung des über den Leistungsverstärker verstärkten Hochfrequenzsignals
entspricht, also beispielsweise gemäß Amplitudenmodulation, Frequenzmodulation,
Phasenmodulation oder beliebig anderer höherwertiger Modulationsarten.
Das so digital demodulierte Nutzsignal am Ausgang des Leistungsverstärkers
kann dann zur qualitativen Beurteilung des Ausgangssignals zum Eingang des Funksystems
zurückgeführt und dort beispielsweise mittels eines Mithörlautsprechers
hörbar gemacht werden. Auf diese Weise kann ein so genanntes Side-Tone-Signal
erzeugt werden, mit dem der Sprechkomfort eines Kurzwellen-Telefonie-Funksystems
überwacht und verbessert werden kann. Diese Möglichkeit der Rückmeldung
der eigenen Sprache ist den bisher verwendeten unmittelbaren Rückführungen
nach dem Mikrofonverstärker auf einen Mithörlautsprecher überlegen,
da ja sämtliche Stufen des Funksystems einschließlich Endverstärker
mit beurteilt werden. Diese Möglichkeit der Demodulation des Nutzsignals unmittelbar
am Fußpunkt der Antenne kann genauso gut bei CW-Betrieb bzw. bei der Übertragung
von Digitalsignalen in vorteilhafter Weise zur Überwachung angewendet werden.
Eine andere Möglichkeit besteht darin, aus den dem Rechner zugeführten
Digitalwerten, die der komplexen Vorlaufspannung entsprechen, die durch Nichtlinearität
entstehenden Verzerrungen der Endstufe zu bestimmen. Damit kann das dem Leistungsverstärker
zugeführte Nutzsignal vor der Verstärkung in bekannter Weise gegenläufig
zur Verzerrung vorverzerrt werden, so dass damit die Verzerrungen im Leistungsverstärker
kompensiert werden. Diese Bestimmung der Verzerrung in der Endstufe
kann auch während des Betriebs ständig überwacht werden, so dass
auch bei einer Veränderung der Last, beispielsweise dem Anschalten einer anderen
Antenne oder bei einem Frequenzwechsel über eine entsprechende Änderung
der Vorverzerrung das System selbstständig linearisiert wird.
Als Rechner eignet sich jeder übliche Signalprozessor oder für
spezielle Aufgaben ein so genanntes FPGA (Field Programmable Gate Aray), mit dem
beispielsweise nach dem so genannten Cordic-Algorithmus die oben beschriebenen digitalen
Berechnungen mit geringstem Aufwand berechnet werden können.
Die Erfindung wird im folgenden anhand einer schematischen Zeichnung
und beispielhaften Berechnungsformeln an Ausführungsbeispielen näher erläutert.
In der Zeichnung zeigt:
1 das Prinzipschaltbild einer Kurzwellen-Leistungsendstufe
mit der erfindungsgemäßem Weiterbildung.
Die 1 zeigt das Prinzipschaltbild einer
Kurzwellen-Leistungsendstufe mit einem HF-Leistungsverstärker 1, dem
das zu verstärkende Nutzsignal aus einer Steuer- und Modulationseinrichtung
2 zugeführt wird. Der Ausgang des Leistungsverstärkers
1 speist über eine koaxial Verbindungsleitung 3 eine Antenne
4.
Mittels einer Koppeleinrichtung 5, beispielsweise einem Richtkoppler,
wird die komplexe Vorlaufspannung U→
V und die von der Antenne reflektierte komplexe Rücklaufspannung
U→
R gewonnen, die in A/D-Wandler 6, 7 digitalisiert werden.
Anschließend werden diese getrennt gewonnenen digitalen Vorwärts- und
Rückwärtsspannungen mittels digitaler Abwärtswandler 8,
9 (Digital Down Converter DDC) aus der HF-Ebene des HF-Signals ins Basisband
(0 Hz) herabgesetzt und schließlich nach Durchlaufen von Selektionsfiltern
10 und 11 in einem Rechner 12 weiterverarbeitet. Diese
dem Rechner zugeführten und ins Basisband herabgemischten digitalen Vorwärts-
und Rückwärtsspannungs-Werte enthalten noch sämtliche Phaseninformationen,
so dass im Rechner 12 daraus die verschiedenartigsten komplexen Kenngrößen
berechnet werden können, beispielsweise die komplexe Lastimpedanz oder die
Streuparameter der Antenne.
Die komplexe Phaseninformation entsteht durch das gleichzeitige Abtasten
und Verarbeiten der Vor- und Rückwärtsspannung in den beiden digitalen
Abwärtswandlern 8 und 9. Die digitalen Abwärtswandler
bestehen beispielsweise aus einem Mischer, der das Signal in das Basisband herabmischt,
sowie einem zusätzlichen CIC-Filter (Cascaded Intergrated Comb-Filter). Durch
Letzteres wird die Abtastrate von der HF-Lage auf die Basisbandlage reduziert. Mit
den zusätzlichen Filtern 10 und 11 werden Spiegel- und Aliasprodukte
unterdrückt. Auch hierdurch bleibt die Phaseninformation erhalten.
Die Berechnung der Betriebs-Kenngrößen des Verstärkers
im Rechner 12 erfolgt nach bekannten Formeln der Leistungstheorie, wie
sie beispielsweise in dem Lehrbuch von Meinke/Grundlach, Taschenbuch der Hochfrequenztechnik,
beschrieben sind.
So kann beispielsweise aus der komplexen Vorlauf-Rücklaufspannung
die komplexe Lastimpedanz Z→
berechnet werden. Mit dieser damit bekannten komplexen Lastimpedanz kann
dann beispielsweise durch adaptives Einschalten verschieden langer 50 Ohm Leitungsstücke
zwischen Leistungsverstärker 1 und Antenne 4 die Leistungsaufnahme,
Intermodulation und/oder der Oberwellenabstand verbessert werden, da durch die eingeschalteten
Leitungsstücke die komplexe Anpassung so optimiert werden kann, dass der Leistungsverstärker
in einem optimalen Anpassungsbereich betrieben wird. Auf diese Weise kann beispielsweise
ein Tiefpasscharakter erzeugt und in einem kapazitiven Bereich gearbeitet werden,
so dass der Oberwellenabstand verbessert wird. Auch die Verstärkung kann so
optimiert werden, da der Leistungsverstärker besser an seine Streuparameter
angepasst werden kann. Auf diese Weise kann also über die Berechnung der komplexen
Lastimpedanz der Wirkungsgrad des Leistungsverstärkers optimiert werden.
Nach Beziehung (I) kann auch die komplexe Vorlaufleistung bzw. nach
(II) die Rücklaufleistung berechnet werden, wobei k ein empirisch oder rechnerisch
ermittelter Faktor ist, der von der Charakteristik der Kopplung und des Gesamtaufbaus
abhängt. Nach Beziehung (III) kann beispielsweise auch der komplexe Reflexionsfaktor
r→
berechnet werden oder nach Beziehung (IV) der Welligkeitsfaktor s (VSWR).
Die Erfindung ist nicht auf das beschriebene Ausführungsbeispiel
beschränkt. Alle beschriebenen oder gezeichneten Elemente sind beliebig miteinander
kombinierbar. Auch eine digitale Demodulation des Nutzsignals ist, wie oben beschrieben,
möglich, ebenso die Bestimmung der Verzerrungen des Verstärkers und die
damit mögliche Linearisierung durch entsprechende Vorverzerrung des Eingangssignals.