Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Betreiben einer Vorrichtung
zum Spleißen von Lichtwellenleitern, bei dem sich die beim Spleißen erzeugte
Spleißtemperatur einstellen lässt. Die Erfindung betrifft des Weiteren
eine Vorrichtung zum Verspleißen von Lichtwellenleitern, bei der sich die bei
einem Spleißen erzeuge Spleißtemperatur einstellen lässt.
Beim Spleißen von Lichtwellenleitern werden die Faserenden der
zu verspleißenden Lichtwellenleiter erwärmt, so dass die Faserenden miteinander
verschmelzen können. Bei einer qualitativ hochwertigen Spleißstelle wird
gefordert, dass die Dämpfung, die das Licht beim Übertragen über
die Spleißstelle erfährt, möglichst gering ist. Die Qualität
der Spleißstelle hängt dabei insbesondere von der während des Spleißvorganges
erreichten Spleißtemperatur ab. Des Weiteren ist für das Erzielen reproduzierbarer
Ergebnisse beim Schmelzspleißen von Lichtwellenleitern das reproduzierbare
Erreichen einer bestimmten Temperatur der Lichtwellenleiter während des Spleißvorgangs
erforderlich.
Die tatsächliche Temperatur der Lichtwellenleiter ist im allgemeinen
unbekannt, aber indirekt über die Leistung der Wärmequelle gegeben, die
für das Verspleißen der Lichtwellenleiter eingesetzt wird. So ist für
Spleißgeräte, die eine Glimmentladung zwischen zwei Elektroden als Wärmequelle
verwenden, im allgemeinen die zwischen den Elektroden fließende Stromstärke
das üblicherweise verwendete Maß für die Leistung der Wärmequelle.
Der Zusammenhang zwischen Stromstärke und erreichter Spleißtemperatur
hängt jedoch zum einen von Umwelteinflüssen, wie beispielsweise dem Luftdruck,
der Umgebungstemperatur und der Luftfeuchte, ab, zum anderen kann der Zusammenhang
zwischen verschiedenen Spleißgeräten gleicher Bauart durch Bauteil- und
Fertigungstoleranzen variieren. Daher ist es schwierig, lediglich über das
Vorgeben einer bestimmten Stromstärke, die gewünschte Spleißtemperatur
einzustellen.
Da sich die Spleißtemperatur aber im allgemeinen lediglich durch
Verändern der Stromstärke, die zwischen den Schweißelektroden fließt,
verändern lässt, ist ein Kalibrierverfahren notwendig, das einen Zusammenhang
zwischen eingestellter Stromstärke und Leistung der Wärmequelle beziehungsweise
erreichter Spleißtemperatur herstellt.
Zum Einstellen der Spleißtemperatur sind verschiedene Verfahren
bekannt:
In der Druckschrift EP 0320978
wird beispielsweise ein Verfahren beschrieben, bei dem ein blankes Faserende einer
Wärmequelle ausgesetzt wird. Das Faserende wird dabei angeschmolzen und durch
die Oberflächenspannung abgerundet. Dadurch zieht sich das Faserende im Vergleich
zu seiner ursprünglichen Position zurück. Das Maß, in dem sich die
Faser dabei verkürzt, korrespondiert zur Leistung der Wärmequelle. Durch
das Messen der Faserverkürzung kann die Wärmeleistung annähernd ermittelt
werden und auf einen vorgegebenen Wert eingestellt werden. Das Verfahren ist allerdings
in einem gewissen Grade ungenau, da sich die Schmelzbedingungen beim Kalibriervorgang
zu stark von den Bedingungen während eines tatsächlichen Spleißvorganges
unterscheiden.
Ein ähnliches Verfahren wird in der Druckschrift JP
5150132 offenbart, bei dem das gemessene Volumen eines angeschmolzenen
Faserendes als Maß für die Wärmeleistung verwendet wird. In der Druckschrift
EP 0934542 wird ein Verfahren beschrieben,
in dem ein Faserabschnitt einer definierten Zugkraft unterworfen wird, wobei er
gleichzeitig durch Lichtbogenimpulse bestimmter Stromstärke und Dauer erwärmt
wird. Dadurch verjüngt sich der Faserabschnitt. Die Verjüngung wird anschließend
gemessen und mit einem vorgegebenen Sollwert der Verjüngung verglichen. Durch
das Feststellen der Abweichung der tatsächlich gemessenen Verjüngung von
dem Sollwert der Verjüngung kann die Stromstärke der Impulse oder deren
Dauer und somit die Leistung der Wärmequelle geregelt werden. Das Verfahren
ist allerdings sehr aufwändig, da es das Anwenden einer definierten Zugkraft
erfordert und in der Praxis ein zusätzlicher Spleißvorgang für das
Herstellen eines durchgehenden Faserabschnitts erforderlich ist.
In der Offenlegungsschrift DE
19746080 ist ein Verfahren beschrieben, in dem zwei Faserenden mit einem
definierten seitlichen Versatz zueinander in Kontakt gebracht werden. Durch das
Einschalten der Wärmequelle für eine definierte Zeitdauer werden die beiden
Faserenden miteinander verbunden. Dabei reduziert sich aufgrund der Oberflächenspannung
der Versatz der beiden Faserenden. Der resultierende Versatz ist ein Maß für
die Leistung der Wärmequelle. Zum Einstellen einer vorgegebenen Leistung der
Wärmequelle muss das Verfahren allerdings mehrmals wiederholt werden, was einen
hohen Aufwand für das Vorbereiten der Faserenden erfordert. Außerdem ist
das Anfertigen eines Spleißes notwendig. Ein ähnliches Verfahren ist in
der Druckschrift US 5,772,327 beschrieben.
Dabei wird anstelle des endgültigen Versatzes die Geschwindigkeit der Änderung
des Versatzes bei einer Erwärmung bestimmt. Ein weiteres ähnliches Verfahren
ist der Druckschrift US 6,294,760 zu entnehmen.
Dabei werden zwei gegeneinander versetzte Faserenden durch Pulse erwärmt und
nach jedem Puls die Änderung des Versatzes bestimmt, so dass während des
gesamten Vorgangs eine Regelung der Wärmeleistung auf einen definierten Wert
möglich ist.
Aus der Druckschrift WO 03/096088
ist ein Verfahren bekannt, bei dem ein Lichtwellenleiter einer Wärmequelle
ausgesetzt wird und die Leistung der Wärmequelle anhand einer beobachteten
Reduktion des Durchmessers des Lichtwellenleiters bestimmt wird. Dieses Verfahren
verspricht eine relativ hohe Genauigkeit, allerdings müssen für eine praktische
Anwendung Stromstärken verwendet werden, die oberhalb der während eines
normalen Spleißprozesses verwendeten Temperaturen liegen, so dass durch Extrapolation
wiederum Ungenauigkeiten auftreten können.
Die Druckschrift US 5,909,527
gibt ein Verfahren an, bei dem eine Stromstärke bestimmt wird, indem zwei Faserenden
unter Verwendung verschiedener Stromstärken erwärmt werden und jeweils
die vom Faserende emittierte Intensität gemessen wird. Die dafür verwendeten
Stromstärken sind geringer als die während des Spleißvorganges verwendeten
Stromstärken. Aus den aufgenommenen Daten wird ein Zusammenhang zwischen Stromstärke
und Intensität ermittelt, mit Hilfe dessen die gewünschte Stromstärke
während eines Spleißvorganges extrapoliert wird. Bei dem Verfahren werden
allerdings absolute Intensitätswerte verwendet, die aufgrund von Bauteil- und
Fertigungstoleranzen zwischen verschiedenen Geräten variieren können.
Somit muss bei diesem Verfahren ein Soll-Intensitätswert für jedes Gerät
gesondert bestimmt werden. Zum anderen werden auch hier Stromstärken verwendet,
die von den Stromstärken während des Spleißprozesses abweichen, so
dass eine Extrapolation notwendig ist, was zu Ungenauigkeiten führen kann.
Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, ein Verfahren zum Betreiben
einer Vorrichtung zum Spleißen von Lichtwellenleitern anzugeben, bei der sich
die während eines Spleißvorgangs auftretende Spleißtemperatur möglichst
zuverlässig einstellen lässt. Eine weitere Aufgabe der vorliegen Erfindung
ist es, eine Vorrichtung zum Verspleißen von Lichtwellenleitern anzugeben,
bei der sich die während des Spleißvorganges auftretende Spleißtemperatur
möglichst genau einstellen lässt.
Das Verfahren zum Betreiben einer Vorrichtung zum Spleißen von
Lichtwellenleitern sieht das Bereitstellung einer Erwärmungseinheit zum Erwärmen
von mindestens einem Lichtwellenleiter, einer Aufnahmeeinheit zur Aufnahme einer
Intensität einer von dem mindestens einen erwärmten Lichtwellenleiter
ausgesandten Wärmestrahlung und einer Auswerteeinheit zur Auswertung der aufgenommenen
Intensität der Wärmestrahlung vor. Der mindestens eine Lichtwellenleiter
wird in Längsrichtung in einer Haltevorrichtung angeordnet. Zum Erwärmen
des mindestens einen Lichtwellenleiters wird die Erwärmungseinheit aktiviert.
Intensitätswerte einer von dem mindestens einen erwärmten Lichtwellenleiter
längs einer ersten Querrichtung quer zu der Längsrichtung abgestrahlten
Wärmestrahlung, die mindestens einer Intensitätsverteilung zugeordnet
sind, werden mittels der Aufnahmeeinheit aufgenommen. Es wird mindestens ein Quotient
aus den Intensitätswerten ermittelt. In Abhängigkeit von dem mindestens
einen ermittelten Quotienten wird eine von der Erwärmungseinheit erzeugte Wärme
verändert.
Gemäß einer Weiterbildung des Verfahrens wird eine erste
Intensitätsverteilung einer von dem mindestens einen erwärmten Lichtwellenleiter
in der ersten Querrichtung abgestrahlten Wärmestrahlung mittels der Aufnahmeeinheit
zu einer ersten Zeit nach der Aktivierung der Erwärmungseinheit aufgenommen.
Ein erster Intensitätswert wird aus der ersten Intensitätsverteilung an
einer ersten Position längs der ersten Querrichtung des mindestens einen erwärmten
Lichtwellenleiters ermittelt. Eine zweite Intensitätsverteilung einer von dem
mindestens einen erwärmten Lichtwellenleiter längs der ersten Querrichtung
abgestrahlten Wärmestrahlung wird mittels der Aufnahmeeinheit zu einer zweiten
Zeit nach dem Aufnehmen der ersten Intensitätsverteilung aufgenommen. Ein erster
Intensitätswert wird aus der zweiten Intensitätsverteilung an der ersten
Position längs der ersten Querrichtung des mindestens einen erwärmten
Lichtwellenleiters ermittelt. Eine erste Differenz wird aus den ermittelten ersten
Intensitätswerten mittels der Auswerteeinheit ermittelt. Ein Quotient aus der
ermittelten ersten Differenz und dem aus der zweiten Intensitätsverteilung
ermittelten ersten Intensitätswert wird mittels der Auswerteeinheit ermittelt.
Bei einer anderen Ausgestaltungsform des Verfahrens wird ein zweiter
Intensitätswert aus der ersten Intensitätsverteilung zu der ersten Zeit
an einer zweiten Position längs der ersten Querrichtung des mindestens einen
Lichtwellenleiters ermittelt. Ein zweiter Intensitätswert wird aus der zweiten
Intensitätsverteilung zu der zweiten Zeit an der zweiten Position der ersten
Querrichtung des mindestens einen erwärmten Lichtwellenleiters ermittelt. Eine
zweite Differenz aus den ermittelten zweiten Intensitätswerten wird mittels
der Auswerteeinheit ermittelt. Aus der ermittelten zweiten Differenz und dem aus
der zweiten Intensitätsverteilung ermittelten zweiten Intensitätswert
wird ein weiterer Quotient ermittelt. Aus dem Quotienten und dem weiteren Quotienten
wird ein Mittelwert ermittelt. In Abhängigkeit von dem ermittelten Mittelwert
der Quotienten wird die von der Erwärmungseinheit erzeugte Wärme verändert.
Bei einer anderen Ausgestaltung des Verfahrens wird mittels der Aufnahmeeinheit
zu einer ersten Zeit nach der Aktivierung der Erwärmungseinheit eine erste
Intensitätsverteilung einer von dem mindestens einen erwärmten Lichtwellenleiter
in der ersten Querrichtung abgestrahlten Wärmestrahlung aufgenommen. Aus der
ersten Intensitätsverteilung wird an Positionen zwischen einer
ersten und zweiten Position längs der ersten Querrichtung des mindestens einen
erwärmten Lichtwellenleiters eine erste Summe von Intensitätswerten ermittelt.
Nach dem Aufnehmen der ersten Intensitätsverteilung wird mittels der Aufnahmeeinheit
zu einer zweiten Zeit eine zweite Intensitätsverteilung einer von dem mindestens
einen erwärmten Lichtwellenleiter längs der ersten Querrichtung abgestrahlten
Wärmestrahlung aufgenommen. Aus der zweiten Intensitätsverteilung wird
an den Positionen zwischen der ersten und zweiten Position längs der ersten
Querrichtung des mindestens einen erwärmten Lichtwellenleiters eine zweite
Summe von Intensitätswerten ermittelt. Aus der ersten und zweiten Summe der
Intensitätswerte wird mittels der Auswerteeinheit eine dritte Differenz ermittelt.
Aus der dritten Differenz und der zweiten Summe der Intensitätswerte wird ein
Quotient ermittelt.
Eine andere Ausführungsform des Verfahrens sieht vor, dass aus
der mindestens einen aufgenommenen Intensitätsverteilung an einer ersten Position
längs der ersten Querrichtung des mindestens einen erwärmten Lichtwellenleiters
ein erster Intensitätswert ermittelt wird. Aus der mindestens einen aufgenommenen
Intensitätsverteilung wird an einer zweiten Position längs der ersten
Querrichtung des mindestens einen erwärmten Lichtwellenleiters ein zweiter
Intensitätswert ermittelt. Aus der mindestens einen aufgenommenen Intensitätsverteilung
wird an einer dritten Position längs der ersten Querrichtung des mindestens
einen erwärmten Lichtwellenleiters ein dritter Intensitätswert ermittelt.
Aus dem ersten und zweiten Intensitätswert wird eine Summe ermittelt. Aus der
Summe aus dem ersten und zweiten Intensitätswert und dem dritten Intensitätswert
wird ein Quotient ermittelt.
Im Folgenden wird eine Vorrichtung zum Verspleißen von Lichtwellenleitern
angegeben, die die gestellte Aufgabe in Bezug auf die Vorrichtung löst. Die
Vorrichtung zum Verspleißen von Lichtwellenleitern umfasst eine Erwärmungseinheit
zum Erwärmen mindestens eines Lichtwellenleiters. Sie umfasst des Weiteren
eine Aufnahmeeinheit zur Aufnahme von Intensitätswerten einer von dem mindestens
einen erwärmten Lichtwellenleiter abgestrahlten Wärmestrahlung, die mindestens
einer Intensitätsverteilung zugeordnet sind. Des Weiteren weist die Vorrichtung
eine Auswerteeinheit zur Auswertung der Intensitätswerte der mindestens einen
aufgenommenen Intensitätsverteilung auf. Die Auswerteeinheit ist derart ausgebildet,
dass sie aus den Intensitätswerten mindestens einen Quotienten ermittelt. Des
Weiteren umfasst die Vorrichtung eine Steuereinheit zur Steuerung einer von der
Erwärmungseinheit erzeugten Wärme. Die Steuereinheit ist dabei derart
ausgebildet, dass sie die von der Erwärmungseinheit zur Erwärmung des
mindestens einen Lichtwellenleiters erzeugte Wärme in Abhängigkeit von
dem mindestens einen Quotienten verändert.
Weitere Ausführungsformen in Bezug auf das Verfahren und die
Vorrichtung sind den Unteransprüchen zu entnehmen.
Die Erfindung wird im folgenden anhand von Figuren, die Ausführungsbeispiele
der vorliegenden Erfindung zeigen, näher erläutert. Es zeigen:
1 eine Ausführungsform einer Vorrichtung zum Spleißen
von Lichtwellenleitern, bei der sich die während einem Spleißvorgang auftretende
Spleißtemperatur möglichst genau einstellen lässt,
2 eine Ausführungsform einer Vorrichtung zum Spleißen
von Lichtwellenleitern, mit der sich eine Intensität einer von einem Lichtwellenleiter
abgestrahlten Wärmestrahlung aufzeichnen lässt,
3 eine Intensitätsverteilung einer von einem Lichtwellenleiter
abgestrahlten Wärmestrahlung,
4 einen Lichtwellenleiter in einer Längsrichtung
mit einem Bereich, in dem eine Intensitätsverteilung einer von dem Lichtwellenleiter
abgestrahlten Wärmestrahlung aufgezeichnet wird,
5 eine Intensitätsverteilung einer von einem Lichtwellenleiter
abgestrahlten Wärmestrahlung zu zwei verschiedenen Zeitpunkten,
6 eine weitere Intensitätsverteilung einer von
einem Lichtwellenleiter abgestrahlten Wärmestrahlung,
7 eine Streuung von Quotienten von Intensitätswerten
bei verschiedenen Stromstärken eines Schweißstromes.
1 zeigt eine Vorrichtung zum Spleißen von Lichtwellenleitern
111 und 112. Der Lichtwellenleiter 111 ist in einer Längsrichtung
z des Lichtwellenleiters in einer Haltevorrichtung 121 angeordnet. Die
Haltevorrichtung 121 ist in einer Querrichtung y quer zu der Längsrichtung
z verschiebbar. Der Lichtwellenleiter 112 ist in einer Längsrichtung
z des Lichtwellenleiters in einer Haltevorrichtung 122 angeordnet. Die
Haltevorrichtung 122 ist in einer Querrichtung x quer zu der Längsrichtung
z verschiebbar. Die Haltevorrichtung 122 ist auf einer Verschiebevorrichtung
123 montiert, mittels der der Lichtwellenleiter 112 in seiner
Längsrichtung z verschiebbar ist. Durch die verschiebbaren Haltevorrichtungen
121, 122 und 123 werden die Lichtwellenleiter vor einem
Spleißvorgang aufeinander ausgerichtet.
Zum Verspleißen der beiden Lichtwellenleiter
ist eine Erwärmungseinheit vorgesehen, die die beiden Elektroden
131 und 132 umfasst. Anstelle der beiden Elektroden kann die Erwärmungseinheit
auch als Glühwendel oder als ein Glühdraht ausgebildet sein. Zunächst
werden die Stirnflächen der beiden Lichtwellenleiter mittels der Haltevorrichtungen
121, 122 und 123 in Verbindung gebracht. Die Erwärmungseinheit
wird von einer Steuereinheit 170 aktiviert. Zum Erwärmen der Faserenden
der beiden Lichtwellenleiter 111 und 112 wird zwischen den beiden
Elektroden 131 und 132 der Erwärmungseinheit ein Lichtbogen
gezündet. Dadurch verschmelzen die beiden Lichtwellenleiter miteinander.
Ein Maß für die Qualität der Spleißstelle ist
die Dämpfung, die das Licht bei der Übertragung über die Spleißstelle
erfährt. Die Qualität der Spleißstelle ist dabei insbesondere von
der Spleißtemperatur abhängig, auf die die Faserenden während des
Spleißvorgangs durch die Erwärmungseinheit erwärmt worden sind.
Die Temperatur, auf die die Faserenden der beiden Lichtwellenleiter
durch die Lichtbogenentladung zwischen den Elektroden erwärmt werden, lässt
sich über den Schweißstrom, der zwischen den beiden Elektroden auftritt,
variieren. Da die Spleißtemperatur jedoch von Umgebungseinflüssen wie
beispielsweise dem Luftdruck, der Umgebungstemperatur und der Luftfeuchte abhängt,
ist es im allgemeinen nicht möglich, die Spleißtemperatur durch das Vorgeben
eines bestimmten Schweißstromes präzise einzustellen. Des Weiteren ist
zu berücksichtigen, dass bei verschiedenen Spleißgeräten gleicher
Bauart durch Bauteil- und Fertigungstoleranzen die Spleißtemperatur trotz gleich
eingestelltem Schweißstrom variieren kann.
Zur Beobachtung des Ausrichtevorgangs der beiden Lichtwellenleiter
sind die Lichtquellen 151 und 152 sowie die zugehörigen Aufnahmesysteme
141 und 142 vorgesehen. Zur Beobachtung eines Ausrichtevorganges
der beiden Lichtwellenleiter werden die beiden Lichtquellen 151 und
152 eingeschaltet. Von den Aufnahmeeinheiten 141 und
142 werden Bilder an der Verbindungsstelle der beiden Lichtwellenleiter
aufgezeichnet und können einem Benutzer über eine in 1
nicht dargestellte Anzeigeeinheit angezeigt werden. Ebenso ist es möglich,
über die Aufnahmeeinheit die Lichtwellenleiter während des Spleißvorganges
zu beobachten. Dazu werden die beiden Lichtquellen 151 und 152
ausgeschaltet und die Wärmestrahlung der erwärmten Faserenden mittels
der Aufnahmeeinheiten 141 beziehungsweise 142 aus zwei verschiedenen
Richtungen aufgenommen.
2A zeigt in einer schematischen Darstellung einen Querschnitt des
Lichtwellenleiters 111 sowie die in orthogonalen Richtungen zueinander
angeordneten Beobachtungssysteme, die aus der Aufnahmeeinheit 141 und der
vorgeschalteten Linse 143 sowie aus der dazu orthogonal angeordneten Aufnahmeeinheit
142 und der vorgeschalteten Linse 144 bestehen. Die Aufnahmeeinheiten
141 und 142 können beispielsweise als Kameras ausgebildet
sein. Wenn der Lichtwellenleiter 111 durch die Lichtbogenentladung zwischen
den Elektroden 131 und 132 erwärmt worden ist, gibt er eine
Wärmestrahlung WS ab, die sowohl von der Aufnahmeeinheit 141 als auch
von der Aufnahmeeinheit 142 aufgenommen wird.
3 zeigt eine Intensitätsverteilung P, die von
der Aufnahmeeinheit 141 in der Querrichtung x aufgenommen worden ist. Wie
in 3 zu erkennen ist, wird das Maximum in der Mitte
der Verteilung durch die Strahlung des erwärmten Faserkerns erzeugt. Dieser
besitzt eine andere Materialzusammensetzung als der Fasermantel. Üblicherweise
besteht der Fasermantel aus reinem Quarzglas und der Faserkern aus GeO2-dotiertem
Quarzglas. Dadurch ist die temperaturabhängige spektrale Verteilung der Emission
von Wärmestrahlung von Faserkern und Fasermantel unterschiedlich. Wie anhand
von 3 zu erkennen ist, emittiert der Faserkern im allgemeinen
bei Erwärmung mehr Strahlung im sichtbaren Wellenlängenbereich als der
Fasermantel. Sowohl für den Faserkern als auch den Fasermantel ist die Intensität
der ausgesandten spektralen Verteilung der Wärmestrahlung temperaturabhängig
und kann daher zur Bestimmung der Fasertemperatur und damit der Leistung der Wärmequelle
ausgenutzt werden.
Gemäß der Erfindung wird das Faserende des Lichtwellenleiters
111 für eine definierte Zeitdauer von der Erwärmungseinheit erwärmt.
Die Wärmeleistung entspricht dabei in etwa der für das Verspleißen
notwendigen Leistung, wobei die Zeitdauer der Erwärmung mit etwa 100 ms bis
500 ms kürzer als die üblicherweise verwendete Spleißdauer von einigen
Sekunden ist. Das auf diese Art erwärmte Faserende gibt Wärmestrahlung,
unter anderem auch im sichtbaren Wellenlängenbereich, ab. Zu zwei bestimmten
Zeitpunkten t1 und t2 nach dem Aktivieren der Erwärmungseinheit
wird jeweils ein Bild des erwärmten Faserendes von der Aufnahmeeinheit
141 aufgenommen. Dazu sind die Aufnahmeeinheiten 141 beziehungsweise
142 von einer Zeitsteuereinheit zur den beiden Zeitpunkten t1
und t2 zur Aufnahme einer Intensitätsverteilung der von dem Lichtwellenleiter
abgestrahlten Wärmeintensität aktiviert. Anschließend wird die Erwärmungseinheit
ausgeschaltet. Die Beobachtungsrichtung, aus der die Aufnahmeeinheit 141
die Intensität aufnimmt, ist üblicherweise senkrecht zur Faserlängsachse
z gewählt.
4 zeigt das Faserende des Lichtwellenleiters
111 in vergrößerter Darstellung. An einer definierten Position
Z1 in Faserlängsrichtung, die sich in einer Entfernung
von ungefähr 20 bis 200 &mgr;m von dem erwärmten Faserende entfernt
befindet, wird über den gesamten Querschnitt in Querrichtung x zu einer Zeit
t1 ein erstes Intensitätsprofil und zu einer Zeit t2
ein zweites Intensitätsprofil aufgezeichnet.
5 zeigt eine Intensitätsverteilung P1, die zum
Zeitpunkt t1 von etwa 200 ms nach dem Einschalten der Erwärmungseinheit
von der Aufnahmeeinheit 141 über den gesamten Querschnitt des Lichtwellenleiters
in x-Richtung aufgenommen worden ist. Zum Zeitpunkt t2, der etwa 140
ms nach dem Zeitpunkt t1 liegt, ist die Intensitätsverteilung P2
von der Aufnahmeeinheit 141 aufgenommen worden. Die beiden Intensitätsverteilungen
P1 und P2 werden in einer Speichereinheit 180 abgespeichert.
Zur Auswertung der in der Speichereinheit 180 abgespeicherten
Intensitätsverteilung ist eine Auswerteeinheit 160 vorgesehen. Die
Auswerteeinheit 160 wertet einen Intensitätswert I11 an
einer definierten Position X1 in x-Richtung senkrecht zur Faserlängsachse
aus. Ebenso wird ein Intensitätswert I12 an der gleichen Position
X1 in der zweiten Intensitätsverteilung P2 von der Auswerteeinheit
160 ermittelt. Die Position X1 befindet sich dabei in einem
definierten Abstand d vom Faserrand r1 des Lichtwellenleiters. Der Abstand
d kann dabei entweder in Einheiten der verwendeten Kamera, also etwa bei einer CCD-Kamera
in Pixeln, festgelegt sein, also auch relativ zum Durchmesser der Faser im aufgenommenen
Bild.
Aus den so ermittelten Intensitätswerten I11 und I12
wird ein Quotient Q1 bestimmt, der ein Maß für den Temperaturanstieg &Dgr;T
(T1, T2) zwischen den beiden-Zeitpunkten t1 und
t2 darstellt. Der Quotient Q1 wird mittels der Auswerteeinheit
160 ermittelt zu Q1 = (I12 – I11)/I12.
Durch das Bilden eines Quotienten werden Faktoren, die die gemessene Intensität
mit der tatsächlichen Intensität verknüpft, eliminiert. So ist der
ermittelte Quotient beispielsweise unabhängig von der Empfindlichkeit der verwendeten
Kamera, die zwischen verschiedenen Spleißgeräten variieren kann.
Um Einflüsse von Asymmetrien der aufgenommenen Intensitätsverteilung
auf die Messung zu verringern, werden vorzugsweise an einer zweiten Position X2,
die sich ebenfalls in einem Abstand d vom Faserrand r2 befindet, weitere
Intensitätswerte I21 und I22 von der Auswerteeinheit
160 ermittelt. Asymmetrien in der aufgenommenen Intensitätsverteilung
können beispielsweise auftreten, wenn sich der erwärmte Lichtwellenleiter
außerhalb der optischen Achse des Abbildungssystems befindet. Neben dem Quotienten
Q1 lässt sich somit von der Auswerteeinheit 160 ein Quotient Q2 =
(I22 – I21)/I22 ermitteln. Vorzugsweise
ermittelt die Auswerteeinheit 160 einen Mittelwert Qm der beiden Quotienten
Q1 und Q2 zu Qm = (Q1 + Q2)/2.
Eine weitere Möglichkeit zur Ermittlung eines Quotienten von
Intensitätswerten, der ein Maß für die Spleißtemperatur darstellt,
besteht darin, die Summe von Intensitätswerten zwischen den Positionen X1
und X2 in der Intensitätsverteilung P1 und der Intensitätsverteilung
P2 zu ermitteln. Anschließend wird die Summe von Intensitätswerten der
Intensitätsverteilung P2 von der Summe der Intensitätswerte der Intensitätsverteilung
P1 subtrahiert und durch die Summe von Intensitätswerten zwischen den Positionen
X1 und X2 der Intensitätsverteilung P2 subtrahiert. Es
ergibt sich somit ein Quotient Q = (&Sgr;IP2 – &Sgr;Ip1)/&Sgr;IP2.
Der zeitliche Verlauf der Temperatur bei einer Erwärmung des
Lichtwellenleiters 111 ist in erster Näherung durch eine Exponentialfunktion
gegeben zu T(t) = Ts – (Ts – T0)exp(–kt).
Dabei gibt Ts die Temperatur an, die sich im thermischen Gleichgewicht
einstellt und der Temperatur während des Verschweißens der Fasern entspricht.
T0 ist die Temperatur der kalten Faser und k stellt eine Konstante dar,
die vom Wärmeübergang zwischen dem Lichtwellenleiter und dessen Umgebung
abhängt. Die Temperaturdifferenz &Dgr;T(t1, t2) zwischen
den beiden Zeitpunkten t1 und t2 ist damit gegeben durch &Dgr;T(t1,
t2) = T(t2) – T(t1) = (Ts –
T0)[exp(–kt1) – exp(–kt2)].
Wenn der Einfluss der Ausgangstemperatur T0 vernachlässigt wird,
so ist damit die zwischen den beiden definierten Zeitpunkten t1 und t2
ermittelte Temperaturdifferenz &Dgr;T(t1, t2), für
die die Quotienten Q1, Q2 beziehungsweise Qm ein Maß sind, zugleich ein Maß
für die Spleißtemperatur Ts und damit ein Maß für
die Leistung der Erwärmungseinheit. Somit wird über den ermittelten Quotienten
Q ein Rückschluss auf die Spleißtemperatur bei der Erwärmung des
Lichtwellenleiters erhalten.
6 zeigt eine Möglichkeit der Ermittlung eines
Quotienten Q3, bei der lediglich eine einzige Intensitätsverteilung zu einem
bestimmten Zeitpunkt nach dem Aktivieren der Erwärmungseinheit in der Speichereinheit
180 abgespeichert wird. Erfindungsgemäß wird aus der abgespeicherten
Intensitätsverteilung P3 zunächst die maximale Intensität I3
sowie die dazugehörige Position X3, die sich in etwa der Mitte des
Intensitätsprofils P3 befindet, von der Auswerteeinheit 160 ermittelt.
An einer Position X1, die sich in einem definierten Abstand d zur Position
X3 befindet, wird die Intensität I1 von der Auswerteeinheit
160 ermittelt. Der Abstand d ist dabei so definiert, dass der Intensitätswert
I1 im wesentlichen der Intensität der vom Fasermantel ausgesandten
Strahlung entspricht. Der Abstand d kann auch hier wieder entweder fest in Einheiten
der verwendeten Kamera, also etwa in Pixeln, festgelegt sein, als auch relativ zum
Durchmesser der Faser im aufgenommenen Bild festgelegt sein. Um Einflüsse von
Asymmetrien der aufgenommenen Intensitätsverteilung P3 auf die Messung
zu verringern, wird an einer weiteren Position X2, die sich ebenfalls
im Abstand d von der Position X1 befindet, der Intensitätswert I2
ermittelt. Aus den so ermittelten Intensitätswerten wird ein Quotient Q3 bestimmt,
der ein direktes Maß für die Spleißtemperatur Ts der Faser
zum Zeitpunkt der Aufnahme des Bildes darstellt. Der Quotient Q3 wird von der Auswerteeinheit
160 ermittelt zu Q3 = (I1 + I2)/2I3.yxcdc
Wenn in der oben angegebenen Formel des zeitlichen Verlaufs der Temperatur
bei der Erwärmung eines Lichtwellenleiters der Einfluss der Ausgangstemperatur
T0 vernachlässigt wird, so ist die zu einem definierten Zeitpunkt
t ermittelte Temperatur Tt wiederum ein Maß für die Spleißtemperatur
T und damit die Leistung der Wärmequelle. Somit lässt sich auch über
die Ermittlung des Quotienten Q3 auf die Spleißtemperatur T zurückschließen.
7 zeigt ermittelte Quotienten Q in Abhängigkeit
von einem Spleißstrom bei einem Spleißgerät mit Lichtbogenentladung,
wobei die Bilder zu den Zeitpunkten t1 = 60 ms und t2 = 130
ms aufgenommen wurden. Eine Stromstärke des Spleißstromes von 14,5 mA
entspricht dabei einem typischen Wert für das Verschweißen von 1-Moden-Fasern.
Die Abhängigkeit des Quotienten Q von der Leistung der Erwärmungseinheit
ist deutlich zu erkennen. Da die Streuung der Quotienten Q für einen vorgegebenen
Spleißstrom nur gering ist, lässt sich durch die ermittelten Quotienten
Q eine Ausgleichskurve legen. Eine derartige Ausgleichskurve stellt eine Kalibrierfunktion
dar, anhand der sich die Leistung der Erwärmungseinheit anpassen lässt.
Dazu ermittelt die Steuereinheit 170, der die Quotienten Q1, Q2, Qm, Q
und Q3 von der Auswerteeinheit 160 zugeführt werden, eine Differenz
dieser Quotienten zu einem Sollwert Qs des Quotienten. Anhand der Kalibrierfunktion
der 7 lässt sich somit in Abhängigkeit von
dem ermittelten Quotienten Q ein Schweißstrom ermitteln, um somit die Leistung
der Erwärmungseinheit an den Sollwert des Quotienten anzupassen. Dabei müssen
gegebenenfalls zusätzliche Faktoren berücksichtigt werden, die den Zusammenhang
zwischen der tatsächlichen Leistung der Erwärmungseinheit und der eingestellten
Stromstärke beeinflussen. Für eine Lichtbogenentladung ist beispielsweise
die tatsächliche Wärmeleistung nicht nur eine Funktion des eingestellten
Stromes, sondern auch eine Funktion des Luftdrucks, der Umgebungstemperatur und
der Luftfeuchtigkeit.
Anstelle der Verwendung von Kalibrierfunktionen kann auch eines der
beschriebenen Verfahren zur Ermittlung von geeigneten Quotienten mehrfach durchgeführt
werden, wobei nach jeder Ermittlung eines der Quotienten Q1, Q2, Qm, Q beziehungsweise
Q3 jeweils die Leistung der Erwärmungseinheit nachgeregelt wird, bis der ermittelte
Quotient mit dem Sollwert des Quotienten innerhalb eines vorgegebenen Toleranzintervalls
übereinstimmt. Zur Regelung des Schweißstromes steuert die Steuerungseinheit
170 die Erwärmungseinheit aus den Elektroden 131 und
132 mit entsprechenden Steuersignalen an.
Zur Verbesserung des Signal-/Rausch-Verhältnisses der Messwerte
ist es vorteilhaft, die Intensitätswerte I11, I12 und
I21, I22 beziehungsweise I1, I2 und
I3 nicht nur an einer bestimmten Position Z1 in Längsrichtung
der Faser zu ermitteln, sondern in einem Bereich &Dgr;Z, wie in 4
dargestellt, um die Position Z1 herum.
Des Weiteren ist es vorteilhaft, Intensitätswerte zu ermitteln,
die im wesentlichen von einer Wärmestrahlung vom Fasermantel ausgehend erzeugt
werden. In diesem Fall können für eine Kalibrierung die meisten 1-Moden-Fasern
verwendet werden, die sich im wesentlichen in der Zusammensetzung des Faserkerns
unterscheiden, deren Mantel aber üblicherweise aus reinem Quarzglas besteht.
Es ist jedoch auch denkbar, die Intensitäten in einem Bereich zu ermitteln,
in dem die Wärmestrahlung im wesentlichen vom Faserkern ausgeht. In diesem
Fall ist entweder die Auswahl an Fasern eingeschränkt, die für die Kalibrierung
verwendet werden können, oder es werden Sollwerte des Quotienten Qs
verwendet, die vom Fasertyp abhängig sind.
Das Verfahren kann nicht nur für eine Erwärmungseinheit
verwendet werden, die auf einer Lichtbogenentladung beruht, sondern auch für
andere Wärmequellen, die für das Verspleißen von Lichtwellenleitern
geeignet sind. Hier kommen z. B. Laser, insbesondere CO2-Laser sowie
Glühwendel und Glühdrähte in Frage.
Das Verfahren lässt sich des weiteren nicht nur an einem Faserende
durchführen, sondern auch gleichzeitig bei zwei Faserenden, beispielsweise
den Faserenden der Lichtwellenleiter 111 und 112, die symmetrisch
um eine Position platziert werden, an der sie später verspleißt werden.
Die gemessenen Quotienten können dann zwischen beiden Faserenden gemittelt
werden, oder es wird der jeweils größere oder der jeweils kleinere Wert
für die Kalibrierung der Erwärmungseinheit verwendet. Dabei wird der Vorteil
erzielt, dass der Einfluss eventueller Asymmetrien der Erwärmungseinheit auf
das Kalibrierungsverfahren verringert wird.
Das Verfahren kann für mehrere Fasern gleichzeitig durchgeführt
werden, also auch beispielsweise bei Spleißgeräten zum Spleißen von
Faserbändchen eingesetzt werden. In diesem Fall kann für jede einzelne
Faser ein Quotient bestimmt werden. Daraus kann dann sowohl ein über alle Fasern
gemittelter Quotient als auch die Verteilung der Quotienten, d. h. die Gleichmäßigkeit
der Temperaturverteilung über alle Fasern, bestimmt werden.
Die Bilder des oder der erwärmten Faserenden können aus
mehreren Richtungen aufgenommen werden. 2A zeigt dazu ein Beispiel
einer Ausführungsform eines Spleißgerätes, bei der Wärmestrahlung
WS sowohl in einer Richtung y von einer Aufnahmeeinheit 141 als auch in
einer Richtung x von einer Aufnahmeeinheit 142 aufgenommen wird. Dies bietet
sich an, da die meisten Spleißgeräte mit einer oder zwei Aufnahmeeinheiten
so ausgestattet sind, dass das Bild der Fasern aus zwei unterschiedlichen Richtungen
aufgenommen werden kann. In diesem Fall können Quotienten aus zwei Richtungen
ausgewertet werden, wodurch die Genauigkeit des Kalibrierungsverfahrens erhöht
wird.
Die Beschränkung der Erwärmungszeit des/der Lichtwellenleiter
auf 100 ms bis 500 ms hat den Vorteil, dass eine Verformung des/der Lichtwellenleiter
im wesentlichen vermieden wird, so dass der/die Lichtwellenleiter anschließend
noch miteinander verspleißt werden können. Außerdem wird durch eine
kurze Erwärmungsdauer eine Diffusion der im Faserkern vorhandenen Dotierungsionen
in das umgebende Glasmaterial vermieden. Dadurch ändert sich auch bei mehrmaliger
Durchführung des Verfahrens an einem einzelnen Faserende bei gleicher Leistung
der Erwärmungseinheit der Wert des gemessenen Quotienten nicht. Die Regelung
der Leistung der Erwärmungseinheit mit wiederholten Messungen kann also mit
einem einzelnen Faserende durchgeführt werden. Es muss somit nicht nach jeder
einzelnen Messung ein neu präpariertes Faserende eingelegt werden. Gleichwohl
ist es auch möglich, das Faserende über einen längeren Zeitraum bis
zu ein paar Sekunden zu erwärmen, also beispielsweise bis das Faserende eine
Temperatur wie während eines üblichen Spleißprozesses erreicht hat.
In diesem Fall ist der Zusammenhang zwischen dem ermittelten Quotienten und der
Spleißtemperatur wesentlich direkter.
Vorteilhafterweise wird der durch die Kalibrierung festgestellte Korrekturwert
für die Einstellung des Spleißstromes der Erwärmungseinheit auch
für nachfolgende Spleiße verwendet. Der Korrekturwert wird dazu vorzugsweise
im Spleißgerät gespeichert, so dass er nach Aus- und Einschalten des Gerätes
zur Verfügung steht. Es ist allerdings auch möglich, das beschriebene
Verfahren vor jedem einzelnen Spleißvorgang erneut durchzuführen.
Gegenüber den meisten bekannten Verfahren hat das hier vorgestellte
Verfahren den Vorteil, dass im Allgemeinen nur ein einmaliges Einlegen eines oder
zweier präparierter Faserenden notwendig ist. Es ist damit deutlich schneller
und weniger aufwändig als andere Verfahren. Des Weiteren hat es den Vorteil,
dass es bei den Einstellungen der Erwärmungsquelle arbeiten kann, die auch
während eines üblichen Spleißprozesses verwendet werden. Eine fehleranfällige
Extrapolation der ermittelten Kalibrierung ist damit nicht mehr notwendig. Da die
Erwärmungszeit der Lichtwellenleiter auch derart beschränkt werden kann,
dass eine Verformung eines Lichtwellenleiters nicht mehr auftritt, können die
Faserenden auch für einen nachfolgenden Spleiß verwendet werden. Somit
entfällt das zusätzliche Einlegen einer präparierten Faser oder zweier
präparierter Fasern allein zum Zwecke der Kalibrierung. Es ist aber auch möglich,
die Kalibrierung vor jedem einzelnen Spleißvorgang erneut durchzuführen.
Gegenüber Verfahren, die auf einer Versatzmessung von Fasern
während der Erwärmung beruhen, hat das erfindungsgemäße Verfahren
den Vorteil, dass es auch in Spleißgeräten angewendet werden kann, in
denen ein solcher Versatz zwischen Fasern nicht eingestellt werden kann.
- 111, 112
- Lichtwellenleiter
- 121, 122
- Haltevorrichtung
- 123
- Verschiebevorrichtung
- 131, 132
- Erwärmungseinheit
- 141, 142
- Aufnahmeeinheit
- 151, 152
- Lichtquelle
- 160
- Auswerteeinheit
- 170
- Steuereinheit
- 180
- Speichereinheit
- 190
- Zeitsteuereinheit
- 143, 144
- Linse
- K
- Faserkern
- r
- Faserrand
- WS
- Wärmestrahlung
- P
- Intensitätsverteilung
- Q
- Quotienten aus Intensitätswerten