Die Erfindung betrifft ein Einspritzsystem und ein Verfahren zum Herstellen
eines Einspritzsystems.
Einspritzsysteme und insbesondere lecköllose Common-Rail-Einspritzsysteme
erfordern ein Steuerelement, wie beispielsweise einen Piezo-Aktor im Hochdruckraum
des Einspritzsystems. Das technische Gebiet der Erfindung betrifft insbesondere
piezogesteuerte Common-Rail-Injektoren oder Einspritzsysteme ohne Leckölrücklauf
mit einem Piezo-Aktor oder einem Piezo-Aktuator zum Öffnen und Schließen
einer Düse mittels einer Düsennadel im Hochdruckraum, der eine hydraulische
Längsausgleichsvorrichtung und einen Hebelübersetzer zur Betätigung
der Düsennadel aufweist. Die Längsausgleichsvorrichtung weist insbesondere
einen in einer Bohrung der Bodenplatte des Piezo-Stapels des Piezo-Aktors eingreifenden
Kolben, ein hydraulisches Volumen, beispielsweise ein Kraftstoffvolumen, zwischen
der Bodenplatte und dem Kolben und eine Rückstellfeder zum Rückstellen
des Piezo-Stapels auf. Ein solches Einspritzsystem ist beispielsweise aus der
DE 101 45 620 B4 bekannt.
Wird wie bei dem oben beschriebenen Einspritzsystem die Düsennadel
des Injektors direkt vom Piezo-Aktor über einen Umsetzer angetrieben und auf
eine kostenintensive Servounterstützung verzichtet, besteht der prinzipielle
Nachteil eines kleinen Nutzhubes des Piezo-Aktors. Außerdem ist ein Einspritzsystem
mit Direktantrieb gegenüber einem mit Servounterstützung leichter kontrollierbar
bzw. steuerbar. Einerseits muss der Piezo-Aktor die zur Nadelöffnung benötigte
mechanische Arbeit ins System einprägen, andererseits müssen auch Fertigungstoleranzen
und Temperatureffekte ausgeglichen werden. Der Anmelderin ist intern bekannt, zum
Ausgleich von Temperatureffekten spezielle Werkstoffe für die einzelnen Injektorkomponenten
einzusetzen. Der Anmelderin ist weiterhin intern bekannt, zum Ausgleich von Fertigungstoleranzen
die im jeweiligen Injektor verbauten Komponenten einander zuzupaaren. Dennoch verbleibt
in der Regel ein Restfehler, der in Form eines Leerhubs vorgehalten werden muss,
um die Funktion und die Betriebssicherheit des Injektors bzw. Einspritzsystems zu
gewährleisten.
Durch Einsatz einer wie oben beschriebenen Längsausgleichsvorrichtung
oder hydraulischen Kompensators können gleichzeitig alle Toleranzen und Temperaturdehnungseffekte
ausgeglichen werden. Allerdings zeigt auch ein hydraulischer Kompensator Temperatureffekte.
Beispielsweise variiert die Viskosität mancher Füllung des hydraulischen
Kompensators vorgesehenen Fluide – insbesondere der Treibstoff bei sogenannten
offenen Systemen, in denen der hydraulische Kompensator im Hochdruckraum des Einspritzsystems
angeordnet ist – im vorgesehenen Betriebstemperaturbereich des Injektors
teilweise um den Faktor 35 oder mehr. Dies führt nachteiligerweise zu stark
unterschiedlichen Einspritzverhalten bei unterschiedlichen Temperaturen. Eine Änderung
der Viskosität des Fluids bedingt eine Änderung der Kriechrate und damit
eine Änderung der Dämpfung des hydraulischen Kompensators. Nachdem der
Kompensator z.B. zum Ausgleich von durch Systemdruckunterschieden verursachten Längenänderung
eine Minimaldynamik und andererseits z.B. zur Minimierung des Hubverlustes eine
Maximaldynamik aufweisen muss, sind die Grenzen der Kriechrate bereits durch das
System vorgegeben. Da die Änderung der Viskosität starken Einfluss auf
die Kriechrate hat, kann es vorkommen, dass bei stark von der Auslegung abweichenden
Temperaturen die geforderten Randbedingungen nicht mehr erfüllt sind und somit
die Funktion des Injektors nicht mehr gewährleistet ist. Zur Illustrierung
dieser Problematik ist in 1 ein d-t-Diagramm dargestellt.
d bezeichnet dabei die Dämpfung des Systems und t bezeichnet die Zeit. Die
Bereiche II und III zeigen Bereiche, in denen die Funktion des Injektors nicht mehr
gewährleistet ist und der Bereich I zeigt einen Bereich, in dem die Funktion
des Injektors gewährleistet ist. Z.B. kann bei hoher Last, insbesondere durch
den Motor, und damit hohen Öffnungskräften sowie hohen Temperaturen und
zusätzlich vielen Einspritzungen pro Zyklus die Hubreserve des Piezo-Antriebs
zu gering sein, um die Nadel bei allen Einspritzungen zu öffnen. In einem solchen
Fall liegt die Dämpfung d in dem Bereich I. Andererseits kann bei kaltem Kraftstoff
die Kriechrate des Kompensators zu gering sein und somit bei Raildruck-Wegnahme
oder Druckabfall eine ungewollte Einspritzung auslösen. In einem solchen Fall
liegt die Dämpfung d in dem Bereich III und es kommt zu einer Dauereinspritzung.
Nachdem oben diskutierte Problematik insbesondere durch die temperaturabhängige
Änderung der Viskosität des Fluids des Kompensators bedingt ist, ist es
eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Einspritzsystem mit einem hydraulischen
Kompensator bereitzustellen, der temperaturkompensiert ist.
Weiterhin ist es eine Aufgabe, ein Einspritzsystem mit im Hochdruckraum
angeordneten Piezo-Aktor und temperaturkompensierten, hydraulischen Kompensator
bereitzustellen.
Erfindungsgemäß wird zumindest eine dieser gestellten Aufgaben
durch ein Einspritzsystem mit den Merkmalen des Patentanspruchs 1 und/oder durch
ein Verfahren zum Herstellen eines Einspritzsystems mit den Merkmalen des Patentanspruchs
16 gelöst.
Demnach wird erfindungsgemäß ein Einspritzsystem
zum Einspritzen von Kraftstoff unter einem vorbestimmten Kraftstoffdruck vorgeschlagen,
welches aufweist:
- – einen Piezo-Aktor zum Heben einer Düsennadel, welche eine Düse
öffnet, in die der Kraftstoff eingespritzt wird, und
- – einen hydraulischen Kompensator, welcher einen Zylinder, dessen Innenwand
einen ersten Radius hat, und einen in den Zylinder eingreifenden Kolben aufweist,
dessen Aussenwand einen zweiten Radius hat, wobei zwischen dem Zylinder und dem
Kolben ein Zwischenraum ausgebildet ist, der mit einem Fluid gefüllt ist, wobei
der Zwischenraum zum hydraulischen Ausgleich mit einem Ausgleichsvolumen über
einen Strömungsspalt gekoppelt ist, dessen Spalthöhe höchstens die
Differenz zwischen einem sich aus dem ersten Radius ergebenden ersten Durchmesser
des Zylinders und einem sich aus dem zweiten Radius ergebenden zweiten Durchmesser
des Kolbens ist, wobei der Kompensator Mittel aufweist, welche die Spalthöhe
temperaturabhängig derart anpassen, dass eine Änderung einer Dämpfung
des Kompensators in Folge einer temperaturabhängigen Viskositätsänderung
des Fluids im Wesentlichen kompensiert wird.
Des Weiteren wird ein Verfahren zum Herstellen eines Einspritzsystems
zum Einspritzen von Kraftstoff unter einem vorbestimmten Kraftstoffdruck vorgeschlagen,
welches folgende Schritte aufweist:
- – Bereitstellen eines Piezo-Aktors zum Heben einer Düsennadel, welche
eine Düse öffnet, in die der Kraftstoff eingespritzt wird;
- – Koppeln des Piezo-Aktors mit einem hydraulischen Kompensator, welcher
einen Zylinder, dessen Innenwand einen ersten Radius hat, und einen in den Zylinder
eingreifenden Kolben aufweist, dessen Aussenwand einen zweiten Radius hat, wobei
zwischen dem Zylinder und dem Kolben ein Zwischenraum ausgebildet ist, der mit einem
Fluid gefüllt ist, wobei der Zwischenraum zum hydraulischen Ausgleich mit einem
Ausgleichsvolumen über einen Strömungsspalt gekoppelt ist, dessen Spalthöhe
höchstens die Differenz zwischen dem ersten Radius und dem zweiten Radius ist,
und
- – Versehen des Kompensators mit Mitteln, welche die Spalthöhe temperaturabhängig
im Betrieb derart anpassen, dass eine Änderung einer Dämpfung des Kompensators
in Folge einer temperaturabhängigen Viskositätsänderung des Fluids
im Wesentlichen kompensiert wird.
Die erfinderische Idee liegt im Wesentlichen darin, die Änderung
einer Dämpfung des Kompensators in Folge einer temperaturabhängigen Viskositätsänderung
des Fluids und damit der Kriechrate durch eine temperaturabhängige Änderung
der Spalthöhe des Strömungsspaltes zwischen Zylinder und Kolben zu kompensieren.
Durch die erfindungsgemäße Kompensation ist die Dämpfung des Kompensators
über den gesamten Betriebstemperaturbereich des Einspritzsystems im Wesentlichen
konstant. Somit ist das Zeitverhalten des sich im Kraftfluss zur Betätigung
des Düsennadel befindlichen Kompensators über der Temperatur konstant.
Das konstante Verhalten des Kompensators bedingt den besonderen Vorteil der exakten
Zumessung der Einspitzmenge und einer exakten Einhaltung des Einspritzzeitverhaltens
(Einspritztimings).
Vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterbildungen der Erfindung ergeben
sich aus den Unteransprüchen sowie der Beschreibung unter Bezugnahme auf die
Zeichnungen.
Gemäß einer bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung weist
der Zylinder einen ersten Wärmeausdehnungskoeffizienten und der Kolben einen
zweiten Wärmeausdehnungskoeffizienten auf, wobei der erste Wärmeausdehnungskoeffizient
derart größer als der zweite Wärmeausdehnungskoeffizient ist, dass
sich die Spalthöhe temperaturabhängig derart ändert, dass die Änderung
der Dämpfung des Kompensators in Folge der temperaturabhängigen Viskositätsänderung
des Fluids im Wesentlichen kompensiert wird. Dadurch dass der erste Wärmeausdehnungskoeffizient
größer als der zweite Wärmeausdehnungskoeffizient ist, wird der Strömungsspalt
zwischen Zylinder und Kolben mit steigender Temperatur kleiner, was bezüglich
der Kriechrate der sinkenden Viskosität des Fluids bei steigender Temperatur
entgegenwirkt. Die Materialien für den Kolben und den Zylinder können
vorteilhafterweise hinsichtlich ihrer Wärmeausdehnungskoeffizienten so gewählt
werden, dass die Dämpfungseigenschaften des Kompensators für einen vorbestimmten
Betriebstemperaturbereich des Einspritzsystems im Wesentlichen konstant sind.
Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung weist der
Zylinder ein Aluminium mit dem ersten Wärmeausdehnungskoeffizienten und der
Kolben einen Stahl mit dem zweiten Wärmeausdehnungskoeffizienten auf.
Gemäß einer bevorzugten Weiterbildung der Erfindung weist
der Kompensator eine Hülse mit einer vorbestimmten Wandstärke auf, welche
auf den Kolben aufgepresst ist oder in den Zylinder eingepresst ist und die Spalthöhe
temperaturabhängig derart ändert, dass die Änderung der Dämpfung
des Kompensators in Folge der temperaturabhängigen Viskositätsänderung
des Fluids im Wesentlichen kompensiert wird. Vorteilhafterweise kann durch die Wahl
der Wandstärke der Hülse die Spaltveränderung über Temperatur
– weitgehend unabhängig von der Gesamtbaugröße des Kompensators
– flexibel eingestellt werden. Als besonderer Vorteil ist durch die
Verwendung der Hülse die Gesamtbaugröße des Kompensators von der
Temperaturkompensation entkoppelt. Vorteilhafterweise wird die Hülse in das
Bauteil montiert, das eine möglichst zylindrische Gestalt besitzt. Bei der
Verwendung eines zylindrischen Kolbens wird die Hülse insbesondere auf diesen
aufgepresst. Bei Verwendung eines sphärischen Kolbens, wobei die Kugelgestalt
dessen besonders unempfindlich gegen Verkippen ist, kann die Hülse zur einfacheren
Montage in den Zylinder eingepresst werden.
Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung weist die
Hülse einen geringeren Youngschen Modul als der Zylinder und als der Kolben
auf. Vorteilhafterweise wird hierdurch erreicht, dass die bauartspezifischen Verhältnisse
des Einspritzsystems im Wesentlichen unabhängig von den eingesetzten Einpreßkräften
sind. Daraus ergibt sich ein kostengünstigeres und auch sichereres Einspritzsystem.
Außerdem sind hierdurch die Randbedingungen des Einspritzsystems, insbesondere
eine sichere Preßpassung in allen Betriebszuständen und über einen
großen Temperaturbereich gewährleistet. Somit kann die erfindungsgemäße
Anordnung einerseits leichter ausgelegt werden und andererseits kann die Gesamtbaugröße
des Kompensators vorteilhafterweise unter weitgehender Beibehaltung der Dämpfungseigenschaften
des Kompensators variiert werden.
Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung ist die Hülse
derart auf den Kolben aufgepresst, dass bei einer maximalen Einsatztemperatur des
Einspritzsystems noch eine Presspassung vorliegt. Somit ist vorteilhafterweise sichergestellt,
dass sich die Hülse auch bei ungünstiger Temperatur nicht aus dem Einbauort
löst.
Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung ist die Hülse
derart in den Zylinder eingepresst, dass bei einer minimalen Einsatztemperatur des
Einspritzsystems noch eine Presspassung vorliegt. Somit ist vorteilhafterweise sichergestellt,
dass sich die Hülse auch bei ungünstiger Temperatur nicht aus dem Einbauort
löst.
Gemäß einer weiteren bevorzugten Weiterbildung ist zumindest
ein Dehnungsbolzen mit einem dritten Wärmeausdehnungskoeffizienten in zumindest
einer Bohrung des Kolbens mit dem zweiten Wärmeausdehnungskoeffizienten vorgesehen,
wobei der dritte Wärmeausdehnungskoeffizient derart größer als der
zweite Wärmeausdehnungskoeffizient ist, dass der Dehnungsbolzen den Kolben
temperaturabhängig derart in radialer Richtung aufdehnt, dass sich die Spalthöhe
temperaturabhängig derart ändert, dass die Änderung der Dämpfung
des Kompensators in Folge der temperaturabhängigen Viskositätsänderung
des Fluids im Wesentlichen kompensiert wird. Ein besonderer Vorteil der Verwendung
des Dehnungsbolzens in dem Kolben ist, dass die verschleißgefährdenden
Gleitflächen im Strömungsspalt aus einem bezüglich verschleiß-
und härteoptimierten Werkstoff gefertigt werden können. Über den
Durchmesser des Bolzens kann dann die Änderung des Strömungsspaltes stattfinden.
Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung sind der
Kolben mit dem zweiten Radius und ein einzelner Dehnungsbolzen mit einem vorbestimmten
dritten Radius konzentrisch angeordnet, wobei der dritte Radius kleiner als der
zweite Radius ist und die temperaturabhängige Spalthöhe einstellt.
Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung ist eine
vorbestimmte Anzahl von Dehnungsbolzen in den Kolben integriert, wobei zumindest
jeweils zwei Dehnungsbolzen äquidistant zur z-Achse des Kolbens angeordnet
sind. Somit können mehrere auf einem oder mehreren Teilkreisen angeordnete
Dehnungsbolzen eingesetzt werden. Hierdurch ergibt sich ein zusätzlicher Vorteil
dahingehend, dass im Drehzentrum des Kolbens ebenfalls das bezüglich härte-
und verschleißoptimierte Material eingesetzt werden kann.
Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung weist der
Kolben eine sphärische oder zylindrische Oberfläche auf.
Gemäß einer weiteren bevorzugten Weiterbildung weist der
hydraulische Kompensator eine Rückstellfeder zur Rückstellung des Kompensators
auf, welche den Zylinder und den Kolben mechanisch koppelt.
Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung sind/ist
der Piezo-Aktor und/oder der Kompensator in einem Hochdruckbereich des Einspritzsystems
angeordnet.
Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung ist das Einspritzsystem
als ein Common-Rail-Einspritzsystem ausgestaltet.
Die Erfindung wird nachfolgend anhand der in den schematischen Figuren
der Zeichnung angegebenen Ausführungsbeispiele näher erläutert. Es
zeigen:
1 ein d-t-Diagramm zur Illustration der der vorliegenden
Erfindung zugrundeliegenden Problematik;
2 ein schematisches Blockschaltbild eines ersten Ausführungsbeispiels
eines Einspritzsystems mit einem hydraulischen Kompensator gemäß der vorliegenden
Erfindung;
3 ein schematisches Blockschaltbild des hydraulischen
Kompensators gemäß 2;
4 ein schematisches Blockschaltbild eines zweiten Ausführungsbeispiels
des erfindungsgemäßen hydraulischen Kompensators;
5 ein schematisches Blockschaltbild eines dritten Ausführungsbeispiels
des erfindungsgemäßen hydraulischen Kompensators;
6 eine Querschnittsansicht des dritten Ausführungsbeispiels
des erfindungsgemäßen hydraulischen Kompensators gemäß
5;
7 ein schematisches Blockschaltbild eines vierten Ausführungsbeispiels
des erfindungsgemäßen hydraulischen Kompensators;
8 ein schematisches Blockschaltbild eines fünften
Ausführungsbeispiels des erfindungsgemäßen hydraulischen Kompensators;
9 ein schematisches Blockschaltbild eines sechsten
Ausführungsbeispiels des erfindungsgemäßen hydraulischen Kompensators;
und
10 ein schematisches Ablaufdiagramm eines bevorzugten
Ausführungsbeispiels des erfindungsgemäßen Verfahrens.
In allen Figuren sind gleiche bzw. funktionsgleiche Elemente und Vorrichtungen
– sofern nichts anderes angegeben ist – mit denselben Bezugszeichen
versehen.
In 2 ist ein schematisches Blockschaltbild
eines ersten Ausführungsbeispiels eines Einspritzsystems 1 mit einem
hydraulischen Kompensator 4 gemäß der vorliegenden Erfindung
dargestellt.
Das erfindungsgemäße Einspritzsystem 1 zum Einspritzen
von Kraftstoff P unter einem vorbestimmten Kraftstoffdruck, beispielsweise 2000
bar, weist einen Piezo-Aktor 2 zum Heben und Senken einer Düsennadel
3a auf, welche eine Düse 3b öffnet und schließt,
in die der Kraftstoff P eingespritzt wird. Vorzugsweise weist der Piezo-Aktor
2 einen steuerbaren Piezo-Stapel 23 auf, welcher in Abhängigkeit
eines Steuersignals einen Hub zum Betätigen der Düsennadel 3a
in einer Schließrichtung oder in einer Öffnungsrichtung bereitstellt.
Der erfindungsgemäße hydraulische Kompensator
4 weist einen Zylinder 5, einen in den Zylinder 5 eingreifenden
Kolben 7 und ein in einem zwischen dem Zylinder 5 und dem Kolben
7 ausgebildeten Zwischenraum 9 angeordnetes Fluid 10
auf.
Das Fluid 10 ist vorzugsweise der Kraftstoff P mit dem vorbestimmten
Kraftstoffdruck. In einem solchen Fall bildet das Innere des Gehäuses
21 des Einspritzsystems 1 einen Hochdruckbereich HD aus.
Die Innenwand 6 des Zylinders 5 hat einen ersten
Radius R1 und die Aussenwand 8 des in den Zylinder 5 eingreifenden
Kolbens 7 hat einen zweiten Radius R2 (siehe 6).
Der Zwischenraum 9 ist zum hydraulischen Ausgleich mit einem Ausgleichsvolumen
über einen Strömungsspalt 11 gekoppelt, dessen Spalthöhe
h höchstens die Differenz zwischen einem sich aus dem ersten Radius R1 ergebenden
ersten Durchmesser des Zylinders 5 und einem sich aus dem zweiten Radius
R2 ergebenden zweiten Durchmesser des Kolbens 7 ist (siehe 6).
Weiterhin sind der Zylinder 5 und der Kolben 7 derart
ausgestaltet, dass sie die Spalthöhe h temperaturabhängig derart einstellen,
dass eine Änderung einer Dämpfung des Kompensators 4 in Folge
einer temperaturabhängigen Viskositätsänderung des Fluids
10 im Wesentlichen kompensiert oder kompensiert wird.
Eine extrahierte Darstellung des hydraulischen Kompensators
4 findet sich in 3. Zur temperaturabhängigen
Einstellung der Spalthöhe h weist der Zylinder 5 einen ersten Wärmeausdehnungskoeffizienten
und der Kolben 7 einen zweiten Wärmeausdehnungskoeffizienten auf,
wobei der erste Wärmeausdehnungskoeffizient derart größer als der
zweite Wärmeausdehnungskoeffizient ist, dass sich die Spalthöhe h temperaturabhängig
derart ändert, dass die Änderung der Dämpfung des Kompensators
4 in Folge der temperaturabhängigen Viskositätsänderung
des Fluids 10 im Wesentlichen kompensiert oder kompensiert wird. Vorzugsweise
ist der Zylinder 5 ein Aluminium mit dem ersten Wärmeausdehnungskoeffizienten
und der Kolben 7 ein Stahl mit dem zweiten Wärmeausdehnungskoeffizienten.
Gemäß 2 weist das Einspritzsystem
1 weiterhin eine Hebelübersetzungsvorrichtung 18 zur Übersetzung
des von dem Piezo-Stapels 23 bereitgestellten Hubes in einen veränderten,
insbesondere vergrößerten Hub auf. Die Hebelübersetzungsvorrichtung
18 hat einen piezoseitigen Hebel 19, der als Glocke ausgebildet
ist und zwei oder mehrere düsennadelseitige Hebel 20a und
20b zum Anheben und Absenken der Düsennadel 3a.
4 zeigt ein zweites Ausführungsbeispiel des erfindungsgemäßen
hydraulischen Kompensators 4. Bei dem hydraulischen Kompensator
4 gemäß 4 wird die erfindungsgemäße
Temperaturkompensation mittels einer Hülse 12 erzielt. In einem solchen
Fall können der Zylinder 5 und der Kolben 7 aus dem gleichen
Material, z.B. Stahl, gefertigt sein. Gemäß dem zweiten Ausführungsbeispiel
nach 4
ist die Hülse 12 mit einer vorbestimmten Wandstärke
w auf den Kolben 7 aufgepresst. Die auf den Kolben 7 aufgepresste
Hülse 12 stellt die Spaltehöhe h temperaturabhängig derart
ein, dass die Änderung der Dämpfung des Kompensators 4 in Folge
der temperaturabhängigen Viskositätsänderung des Fluids
10 im Wesentlichen kompensiert wird. Durch den kleineren Youngschen Modul
der Hülse 12 wird im Wesentlichen sichergestellt, dass der Kolben
7 die Hülse 12 innen führt und nicht die Hülse
12 den Kolben 7 zusammen quetscht. Die Hülse 12
ist insbesondere derart auf den Kolben 7 aufgepresst, dass bei einer vorbestimmten
maximalen Einsatztemperatur des Einspritzsystems 1 noch eine Presspassung
vorliegt und sich die Hülse nicht aus ihrem Einbauort löst. In ihrem oberen
Bereich weist die Hülse 12 vorzugsweise eine Längenrücknahme
24 zur Vermeidung einer Kollision mit dem Zylinder 5 auf. Bezugszeichen
A1 bezeichnet den Antrieb des hydraulischen Kompensators 4 und Bezugszeichen
A2 bezeichnet den Abtrieb des hydraulischen Kompensators 4.
Weiterhin weist der hydraulische Kompensator 4 vorzugsweise
eine Rückstellfeder 15 zur Rückstellung des Kompensators
4 auf. Die Rückstellfeder 15 koppelt den Zylinder
5 und den Kolben 7 mechanisch.
Das dritte Ausführungsbeispiel des erfindungsgemäßen
hydraulischen Kompensators gemäß 5 unterscheidet
sich von dem zweiten Ausführungsbeispiel gemäß 4
dahingehend, dass der Kolben 7 eine sphärische Oberfläche besitzt
und die Hülse 12 nicht auf den Kolben 7 aufgepresst ist,
sondern in den Zylinder 7 eingepresst ist. Beispielsweise bestehen der
Kolben 7 und der Zylinder 5 aus einem Stahl und die Hülse
12 aus einem Aluminium mit einem kleineren Youngschen Modul. Demnach wird
die Hülse 12 mit dem kleineren Youngschen Modul die Spalthöhe
h temperaturabhängig derart ändern, dass die Änderung der Dämpfung
des Kompensators 4 in Folge der temperaturabhängigen Viskositätsänderung
des Fluids 10 im Wesentlichen kompensiert oder kompensiert wird. Vorzugsweise
ist die Hülse 12 derart in den Zylinder eingepresst, dass bei einer
vorbestimmten minimalen Einsatztemperatur des Einspritzsystems 1 noch eine
Presspassung vorliegt.
6 zeigt eine Querschnittsansicht des dritten Ausführungsbeispiels
des erfindungsgemäßen hydraulischen Kompensators 4 gemäß
5. Dabei bezeichnet h1 die Spalthöhe und w1 die
Wandstärke der Hülse 12 bei einer ersten Temperatur und h2 die
Spalthöhe und w2 die Wandstärke der Hülse 12 bei einer zweiten
Temperatur, wobei die zweite Temperatur höher als die erste Temperatur ist.
Bei dem Übergang von der ersten Temperatur auf die zweite Temperatur wird sich
die Innenwand der Hülse 12 zum Kolben 7 bewegen. Ebenso wird
sich die Aussenwand 8 des Kolbens 7 zur Innenwand der Hülse
12 bei einer Temperaturerhöhung von der ersten Temperatur auf die
zweite Temperatur bewegen. Somit wird sich die Spalthöhe h2 bei der zweiten
Temperatur ergeben, welche geringer als die Spalthöhe h1 bei der ersten Temperatur
ist.
Die Ausführungsbeispiele des erfindungsgemäßen hydraulischen
Kompensators 4 gemäß der 7 bis
9 unterscheiden sich von dem zweiten Ausführungsbeispiel
gemäß 4 dahingehend, dass keine Hülse
auf den Kolben 7 aufgepresst ist, sondern dass zumindest ein Dehnungsbolzen
13a, 13b mit einem dritten Wärmeausdehnungskoeffizienten
in zumindest einer Bohrung 14 des Kolbens 7 mit dem zweiten Wärmeausdehnungskoeffizienten
vorgesehen ist. Insbesondere ist der dritte Wärmeausdehnungskoeffizient des
Dehnungsbolzens 13a, 13b derart größer als der zweite
Wärmeausdehnungskoeffizient des Kolbens 7, so dass der Dehnungsbolzen
13a, 13b den Kolben 7 temperaturabhängig in radialer
Richtung des Kolbens 7 derart aufdehnt, dass sich die Spalthöhe h
temperaturabhängig derart ändert, dass die Änderung der Dämpfung
des Kompensators 4 in Folge der temperaturabhängigen Viskositätsänderung
des Fluids 10 im Wesentlichen kompensiert wird. Beispielsweise bestehen
der Zylinder 5 und der Kolben 7 aus einem Stahl und der Dehnungsbolzen
13a, 13b aus Aluminium oder Pernima.
Gemäß der 7 und 8
sind der Kolben 7 mit dem zweiten Radius R2 und ein einzelner Dehnungsbolzen
13a mit einem vorbestimmten dritten Radius R3 konzentrisch angeordnet,
wobei der dritte Radius R3 kleiner als der zweite Radius R2 ist und die temperaturabhängige
Spalthöhe h einstellt. Gemäß dem Ausführungsbeispiel nach
7 weist der Kolben 7 eine sphärische
Oberfläche und gemäß dem Ausführungsbeispiel nach
8 eine zylindrische Oberfläche auf.
Gemäß dem sechsten Ausführungsbeispiel des erfindungsgemäßen
hydraulischen Kompensators 4 gemäß 9
ist eine vorbestimmte Anzahl von Dehnungsbolzen 13a, 13b in dem
Kolben 7 integriert. Vorzugsweise sind zumindest jeweils zwei Dehnungsbolzen
13a, 13b äquidistant zur z-Achse z des Kolbens
7 angeordnet. Ohne Einschränkung der Allgemeinheit sind in
9 zwei Dehnungsbolzen 13a, 13b dargestellt.
10 zeigt ein schematisches Ablaufdiagramm eines bevorzugten
Ausführungsbeispiels des erfindungsgemäßen Verfahrens zum Herstellen
eines Einspritzsystems 1 zum Einspritzen von Kraftstoff P unter einem vorbestimmten
Kraftstoffdruck. Nachfolgend wird das erfindungsgemäße Verfahren anhand
des Blockschaltbildes in 10 erläutert. Das erfindungsgemäße
Verfahren weist folgende Verfahrensschritte a bis c auf:
Verfahrensschritt a:
Es wird ein Piezo-Aktor 2 zum Heben und Senken einer Düsennadel
3a bereitgestellt, welcher eine Düse 3b öffnet und schließt,
in die der Kraftstoff P eingespritzt wird.
Verfahrensschritt b:
Der Piezo-Aktor 2 wird mit einem hydraulischen Kompensator
4 gekoppelt. Der hydraulische Kompensator 4 weist einen Zylinder
5, dessen Innenwand 6 einen ersten Radius R1 hat, und einen in
den Zylinder eingreifenden Kolben 7 auf, dessen Aussenwand 8 einen
zweiten Radius R2 hat, wobei zwischen dem Zylinder 5 und dem Kolben
7 ein Zwischenraum 9 ausgebildet wird, der mit einem Fluid
10, beispielsweise dem Kraftstoff P, gefüllt ist. Der Zwischenraum
9 ist zum hydraulischen Ausgleich mit einem Ausgleichsvolumen (nicht gezeigt)
über einem Strömungsspalt 11 gekoppelt, dessen Spalthöhe
h höchstens die Differenz zwischen einem sich aus dem ersten Radius R1 ergebenden
ersten Durchmesser des Zylinders 5 und einem sich aus dem zweiten Radius
R2 ergebenden zweiten Durchmesser des Kolbens 7 ist.
Verfahrensschritt c:
Der Kompensator 4 wird mit Mitteln 5,
7; 12; 13a, 13b versehen, welche die Spalthöhe
temperaturabhängig im Betrieb derart anpassen oder einstellen, dass eine Änderung
einer Dämpfung des Kompensators 4 in Folge einer temperaturabhängigen
Viskositätsänderung des Fluids 10 im Wesentlichen kompensiert
oder gänzlich kompensiert wird.
Obwohl die vorliegende Erfindung vorstehend anhand der bevorzugten
Ausführungsbeispiele beschrieben wurde, ist sie darauf nicht beschränkt,
sondern auf vielfältige Art und Weise modifizierbar. Beispielsweise ist es
denkbar, dem Piezo-Aktor als ein offenes System wie in den vorhergehenden Ausführungsbeispielen
beschrieben, oder als ein geschlossenes Systems auszubilden.