Die Erfindung betrifft ein optisches Kabel, bei dem ein Zugentlastungselement
innerhalb einer Kabelseele des optischen Kabels angeordnet ist. Die Erfindung betrifft
des Weiteren ein Verfahren zur Herstellung eines optischen Kabels, bei dem ein Zugentlastungselement
in einer Kabelseele des optischen Kabels angeordnet ist.
Zur Gewährleistung einer ausreichenden Flexibilität werden
bei einem optischen Kabel im allgemeinen optische Übertragungselemente innerhalb
einer Kabelseele des optischen Kabels um ein Zentralelement angeordnet. In der Lichtwellenleiter-Kabeltechnik
wird dazu hauptsächlich die Lagenverseilung angewendet. Dabei sind die optischen
Übertragungselemente konzentrisch in einer oder mehreren Lagen um das Zentralelement
angeordnet. Die Verseilung wird typischerweise als eine Gleichschlagverseilung oder
eine SZ-Verseilung ausgeführt. Bei der Gleichschlagverseilung werden die Verseilelemente
in einer Richtung mit gleich bleibendem Winkel zur Längsachse des Kabels verseilt.
Bei der SZ-Verseilung wechselt die Verseilrichtung nach einer bestimmten Anzahl
von Umläufen, so dass die Verseilelemente entlang der Kabelachse zunächst
eine S-Form und dann beim Wechsel eine Z-Form beschreiben, wobei sie an den Umkehrstellen
parallel zur Kabelachse liegen.
Das Zentralelement kann beispielsweise ein Glasfaser-verstärktes
Element beziehungsweise ein mit einem Polymer aufgedicktes Glasfaser-verstärktes
Element sein. Es werden auch Ausführungsformen verwendet, bei denen das zentrale
Element aus einem Metall, beispielsweise aus einem Stahl, ausgebildet ist. Die genannten
Zentralelementtypen zeichnen sich durch eine gute Stützwirkung aus. Sie weisen
jedoch aufgrund der Materialcharakteristik eine relativ große Biegesteifigkeit
auf.
Für Anwendungen, bei denen eine besonders hohe Flexibilität
des optischen Kabels gefordert ist, muss auch das Zentralelement hochflexibel ausgebildet
sein. Als ein solches hochflexibles Zentralelement wird beispielsweise ein Garnelement
verwendet, bei dem mehrere längs laufende, hochfeste Garne von einer Hülle
aus einem Polymer umspritzt sind. Ein solches Garnelement ist zwar hochflexibel,
jedoch zeigt sich, dass die Formstabilität des Garnelements vergleichsweise
gering ausfällt. So tritt oftmals bei der Weiterverarbeitung eines optischen
Kabels, bei dem das Zentralelement aus mehreren längs laufenden, hochfesten
Garnen zusammengesetzt ist, eine Deformation des Zentralelements auf. Beim Verseilen
oder Mantelspritzen verschieben sich die Einzelgarne des Garnelements relativ zueinander,
so dass die ursprünglich im wesentlichen runde Form des Garnelements zu einer
Ellipse oder einem Polygon degeneriert wird.
Um der Deformation des Zentralelements entgegen zu wirken, werden
die Garne mit einer möglichst steifen Hülle aus einem Polymer umgeben.
Die Formstabilität des Garnelements ist um so besser gewährleistet, je
dicker die Hülle aus dem Polymer ausgebildet werden kann. Oftmals kann die
Polymerhülle jedoch nicht in der erforderlichen Dicke ausgeführt werden,
da ansonsten das Zentralelement einen zu großen Raum innerhalb der Kabelseele
einnehmen würde. Des Weiteren ist zu berücksichtigen, dass die Anzahl
an Garnen beziehungsweise das Garngewicht im Garnelement im wesentlichen die Zugfestigkeit
des Garnelements bestimmen. Wenn zur Erzielung der geforderten Zugfestigkeit bereits
der Außendurchmesser des Zentralelements aufgrund der Vielzahl an Garnen sehr
groß ist, kann die Polymerhülle, die die Garne umgibt, nur noch mit einer
geringen Dicke ausgebildet werden. Aufgrund des begrenzten Außendurchmessers
des Garnelements ist auch in diesem Fall die geforderte Formstabilität des
Garnelements nicht mehr zu erreichen.
Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, ein optisches Kabel
anzugeben, bei dem ein Zugentlastungselement des Kabels eine große Formstabilität
aufweist. Des Weiteren soll ein Zugentlastungselement zur Verwendung in einem Kabel
angeben werden, das eine große Formstabilität aufweist. Eine weitere Aufgabe
der vorliegenden Erfindung ist es, ein Verfahren zur Herstellung eines optischen
Kabels mit einem Zugentlastungselement anzugeben, bei dem das Zugentlastungselement
eine große Formstabilität aufweist.
Die Aufgabe in Bezug auf das optische Kabel wird gelöst durch
ein optisches Kabel mit einer Kabelseele mit mindestens einem optischen Übertragungselement,
das mindestens einen Lichtwellenleiter enthält und ein Zugentlastungselement
aufweist. Das Zugentlastungselement enthält Garne, die durch ein untereinander
Verwickeln miteinander verknüpft sind.
Bei einer möglichen Ausführungsform des optischen Kabels
sind die Garne untereinander durch ein Verseilen, ein Verflechten, ein Verweben
oder ein Verspinnen miteinander verknüpft. Durch die angegebenen Arten der
Verknüpfung sind die Einzelgarne sehr gut aneinander gekoppelt, sodass das
Zugentlastungselement im Vergleich zu einem Einzelgarn eine sehr gute Formstabilität
aufweist. Die Zugfestigkeit des Garnelements wird von der Garnanzahl beziehungsweise
dem Garngewicht bestimmt. Durch das Verweben, Verflechten, Verspinnen oder Verseilen
der Einzelgarnen weist das erfindungsgemäß ausgebildete Zugentlastungselement
einen deutlich geringeren Durchmesser auf als bisher eingesetzte Zugentlastungselemente.
Bei einer weiteren Ausführungsform ist mindestens eines der Garne
als ein Aramidgarn ausgebildet. Bei einer anderen Ausführungsform enthält
eines der Garne Glasfilamente. Mindestens eines der Garne kann auch Polyester enthalten.
Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform weist das Zugentlastungselement
eine Hülle auf, die die Garne umgibt. Die Hülle des Zugentlastungselements
kann beispielsweise ein Polymermaterial, Polyester, Polyamid, Polyethylen, Polyprophylen
oder Ethyltetrafluorethylen enthalten. Da das Zugentlastungselement zum Erreichen
der gleichen Zugfestigkeit mit einem geringeren Durchmesser als ein herkömmliches
Zugentlastungselement ausgebildet werden kann, lässt sich die Hülle, die
das Zugentlastungselement umgibt, mit einer größeren Dicke ausbilden.
Dadurch weist das Zugentlastungselement eine höhere Formstabilität, eine
höhere Temperaturbeständigkeit als auch eine höhere Druckbeständigkeit
auf. Dies wirkt sich insbesondere positiv auf das Herstellungsverfahren auf, da
zur Herstellung des optischen Kabels somit Verfahren verwendet werden können,
bei denen hohe Drücke und Temperaturen zum Einsatz kommen.
Gemäß einer Weiterbildung des optischen Kabels ist das Zugentlastungselement
innerhalb der Kabelseele zentral angeordnet. Mehrere der optischen Übertragungselemente
können um das Zugentlastungselement angeordnet sein. Vorzugsweise umfasst mindestens
ein optisches Übertragungselement eine Hülle, die den mindestens einen
Lichtwellenleiter umgibt. Die Kabelseele kann auch mindestens einen Quellfaden umfassen,
der ein quellfähiges Material enthält, das bei Wasserkontakt eine Volumenvergrößerung
des Quellfadens bewirkt. Vorzugsweise ist die Kabelseele von einem Kabelmantel umgeben,
der aus einem Kunststoffmaterial ausgebildet ist.
Im Folgenden wird ein Zugentlastungselement zur Verwendung in einem
optischen Kabel angegeben. Das erfindungsgemäße Zugentlastungselement
enthält Garne, die erfindungsgemäß durch ein untereinander Verwickeln
miteinander verknüpft sind. Die Garne können dabei insbesondere durch
ein Verseilen, ein Verflechten, ein Verweben oder ein Verspinnen untereinander verknüpft
sein.
Vorzugsweise ist mindestens eines der Garne als ein Aramidgarn ausgebildet.
Bei einer anderen Ausführungsform enthält mindestens eines der Garne Glasfilamente
oder Polyester. Vorzugsweise weist das Zugentlastungselement eine Hülle auf,
die die Garne umgibt, wobei die Hülle des Zugentlastungselements ein Polymermaterial
enthalten kann.
Im Folgenden wird ein Verfahren zur Herstellung eines optischen Kabels
mit einem Zugentlastungselement angegeben. Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren
erfolgt das Ausbilden eines Zugentlastungselements durch Verknüpfen mehrerer
Garne untereinander durch ein Verwickeln der Garne. Eine Kabelseele des optischen
Kabels wird durch Anordnen mindestens eines optischen Übertragungselements,
das mindestens einen Lichtwellenleiter enthält, um das Zugentlastungselement
ausgebildet.
Vorzugsweise werden bei dem erfindungsgemäßen Verfahren
die mehreren Garne durch ein Verseilen, ein Verflechten, ein Verweben oder durch
ein Verspinnen untereinander verknüpft.
Bei einer weiteren Ausführungsform des Verfahrens werden die
mehreren untereinander verknüpften Garne von einer Hülle aus einem Polymer
umgeben. Die Hülle des Zugentlastungselements kann dabei mittels eines Schlauchreck-Verfahrens
oder mittels eines Druckspritz-Verfahrens um die mehreren untereinander verknüpften
Garne angeordnet werden.
Zur Fertigstellung der Kabelseele wird das Zugentlastungselement zentral
in der Kabelseele angeordnet. Mehrere des mindestens einen optischen Übertragungselements
werden um das Zugentlastungselement angeordnet. In einer möglichen Ausführungsform
wird ein Kabelmantel um die Kabelseele extrudiert.
Weitere Ausführungsformen betreffend das optische Kabel, das
Zugentlastungselement und das Verfahren zur Herstellung des Kabels sind den Unteransprüchen
zu entnehmen.
Die Erfindung wird im folgenden anhand von Figuren, die Ausführungsbeispiele
der vorliegenden Erfindung zeigen, näher erläutert. Es zeigen:
1 eine Ausführungsform eines optischen Kabels
mit einem Zentralelement, das eine hohe Formstabilität aufweist,
2 ein Verfahren zur Herstellung eines optischen Kabels
mit einem Zugentlastungselement, das eine hohe Formstabilität aufweist,
3 eine Ausführungsform einer Fertigungseinheit
zur Herstellung eines optischen Kabels mittels eines Druckspritz-Verfahrens,
4 eine Ausführungsform einer Fertigungseinheit
zur Herstellung des optischen Kabels mittels eines Schlauchreck-Verfahrens.
1 zeigt ein optisches Kabel 1, das als ein
lagenverseiltes Kabel ausgeführt ist. Innerhalb der Kabelseele 100
befindet sich zentral angeordnet ein Zugentlastungselement 20. Das Zugentlastungselement
ist als ein Stützelement zur Herstellung der Kabelseele ausgebildet, um die
optischen Übertragungselemente mittels eines Verseilverfahren verseilt in der
Kabelseele anzuordnen. Das Zugentlastungselement stellt somit ein Formelement zur
Ausbildung der Kabelseele dar. Der Durchmesser des Zugentlastungselements ist im
Allgemeinen größer als der Durchmesser eines einzelnen optischen Übertragungselements
10 oder genauso groß wie dessen Durchmesser ausgelegt. Um das Zugentlastungselement
sind mehrere optische Übertragungselemente 10 angeordnet. Die optischen
Übertragungselemente 10 umfassen eine Hülle 12, in der
mehrere Lichtwellenleiter 11 angeordnet sind. Zwischen den optischen Übertragungselementen
und dem Zugentlastungselement sind Quellfäden 30 angeordnet.
Die Quellfäden 30 enthalten ein quellfähiges Material,
das bei Wasserkontakt eine Volumenvergrößerung der Quellfäden bewirkt.
Das quellfähige Material kann beispielsweise ein Acrylat oder Salze einer Acrylsäure
enthalten. Durch das Aufquellen der Quellfäden wird die Kabelseele gegen das
Eindringen von Wasser abgedichtet, so dass sich eindringendes Wasser nicht entlang
der optischen Übertragungselemente ausbreiten kann, was zu einer Verschlechterung
der optischen Übertragungseigenschaften führen würde.
Die Kabelseele 100 ist im allgemeinen von einer in
1 nicht dargestellten dünnen Hülle aus einem
Vliesmaterial umgeben, das die Kabelseele beziehungsweise die optischen Übertragungselemente
vor hohen Temperaturen, die während eines Extrusionsvorganges zum Aufbringen
der äußeren Mantelhülle 200 auftreten, schützt. Die
Vlieshülle verhindert somit, dass die optischen Übertragungselemente aufgrund
der hohen Temperaturen bei der Mantelextrusion untereinander verkleben. Zum Entfernen
des Kabelmantels 200 sind innerhalb des Mantelmaterials Reißfäden
210 angebracht, durch die der Kabelmantel relativ leicht entfernt werden
kann, um die optischen Übertragungselemente beispielsweise für einen Spleißvorgang
freizulegen.
Wie oben erläutert wurde, enthält ein Zugentlastungselement
im wesentlichen eine Vielzahl von in einer Kabellängsrichtung verlaufenden
Garnen. Die geringe Formstabilität des Zugentlastungselements ist im wesentlichen
auf diese längslaufenden Garne zurückzuführen, da diese sich relativ
leicht gegeneinander verschieben lassen.
Erfindungsgemäß werden bei dem in 1
gezeigten optischen Kabel die Garne 21 durch ein untereinander Verwickeln
miteinander verknüpft. Bei einer Ausführungsform des Zugentlastungselements
20 können die Garne beispielsweise untereinander verseilt sein. Als
ein mögliches weiteres Ausführungsbeispiel können die Garne auch
untereinander verwoben oder verflochten sein. Bei der Verflechtung werden mehrere
Einzelgarne regelmäßig ineinander verschlungen. Bei einer Webstruktur
sind die Garnsysteme rechtwinklig zueinander verkreuzt. Es ist auch möglich,
die Einzelgarne untereinander zu verspinnen oder zu verzwirnen. Dadurch entsteht
ein Element, bei dem die Einzelgarne sehr gut aneinander gekoppelt sind, wodurch
das Zugentlastungselement im Vergleich zu mehreren längs laufenden, lose angeordneten
Einzelgarnen eine sehr gute Formstabilität aufweist.
Als Garne werden beispielsweise Aramidgarne, aber auch Garne aus Polyester
oder Glasgarn, die aus mehreren Glasfilamenten bestehen, verwendet. Des Weiteren
kann das Zugentlastungselement ein Material, beispielsweise ein Pulver enthalten,
das bei Kontakt mit Wasser aufquillt, so dass sich innerhalb des Zugentlastungselements
kein Wasser ausbreiten kann. Das Quellpulver kann beispielsweise Salze aus einer
Acrylsäure enthalten, mit dem die verwickelten Einzelgarne beschichtet sind.
Eine weitere-Möglichkeit, um das Zugentlastungselement längswasserdicht
auszuführen, besteht darin, mindestens einen Quellfaden 23 mit den
übrigen Einzelgarnen 21 des Zugentlastungselements zu verwickeln.
Als Quellfäden 23 können beispielsweise Fäden aus quellfähigem
Aramid oder quellfähigem Glasfgarn verwendet werden.
Das Zugentlastungselement kann lediglich aus den untereinander verknüpften
Einzelgarnen bestehen. Es ist jedoch auch möglich, dass die Einzelgarne
21 von einer Hülle 22, wie in 1
gezeigt, umgeben sind. Als Hüllmaterial für die Hülle 22
lässt sich vorzugsweise ein Polymermaterial verwenden. Wenn beim Aufbringen
der Hülle 22 relativ niedrige Temperaturen, das heißt Temperaturen
bis zu etwa 80° C auftreten, kann beispielsweise als Material für die
Hülle 22 Polyethylen oder Polypropylen verwendet werden. Bei höheren
Temperaturen, das heißt Temperaturen bis zu 150° C wird als Hüllmaterial
vorzugsweise Polyester oder Polyamid verwendet. Wenn hingegen sehr hohe Temperaturen
im Bereich von 2000 °C auftreten, wird als bevorzugtes Polymermaterial für
die Hülle 22 ETFE (Ethylentetrafluorethylen) verwendet.
2 zeigt eine Ausführungsform einer Fertigungslinie
zur Herstellung des optischen Kabels. Die Herstellungslinie weist eine Verarbeitungseinheit
V1 zur Ausbildung des erfindungsgemäßen Zugentlastungselements
20 auf. Der Verarbeitungseinheit V1 werden eingangsseitig mehrere Einzelgarne,
die beispielsweise als Aramidgarne ausgeführt sind, zugeführt. Innerhalb
der Verarbeitungseinheit V1 werden die Einzelgarne miteinander verknüpft, indem
sie untereinander verwickelt werden. Die Verarbeitungseinheit V1 ist dazu beispielsweise
derart ausgebildet, dass die ihr zugeführten Einzelgarne 21 innerhalb
der Verarbeitungseinheit verwoben, verflochten, verspinnt, verzwirnt
oder auch untereinander verseilt werden.
Die derart untereinander verknüpften Einzelgarne werden anschließend
einer Verarbeitungseinheit V2 eingangsseitig zugeführt. Innerhalb der Verarbeitungseinheit
V2 werden die untereinander verwickelten Einzelgarne 21 von einer Hülle
22, die beispielsweise ein Polymermaterial aus ETFE (Ethylentetrafuorethylen)
enthält, umgeben. Die Polymerhülle wird dabei vorzugsweise im Rahmen eines
Schlauchreck- oder eines Druckspritz-Verfahrens um die untereinander verwickelten
Einzelgarne 21 angeordnet.
Nach Fertigstellung des erfindungsgemäßen Zugentlastungselements
20 wird das Zugentlastungselement zusammen mit den optischen Übertragungselementen
10 und den Quellfäden 30 einer Verarbeitungseinheit V3 zur
Fertigung einer Kabelseele 100 des optischen Kabels zugeführt. Innerhalb
der Verarbeitungseinheit V3 werden die optischen Übertragungselemente
10 um das Zugentlastungselement 20, das innerhalb der Kabelseele
zentral angeordnet wird, angeordnet. Zusätzlich werden in der Kabelseele die
Quellfäden 30 angeordnet, die bei Wasserkontakt eine Volumenvergrößerung
erfahren, wodurch die Kabelseele gegen eine Ausbreitung von Wasser abgedichtet wird.
Die Kabelseele 100 wird nachfolgend einer Verarbeitungseinheit
V4 zugeführt. Mittels der Verarbeitungseinheit V4 wird eine Hülle aus
einem Vliesmaterial 300 um die Kabelseele ausgebildet. Die Vlieshülle
ist dazu als ein lang gestrecktes Band aus Polyester ausgebildet, das mittels eines
Formrohrs F zu einer Hülle geformt wird.
In der Verarbeitungseinheit V5 wird ein Kabelmantel um die Kabelseele
100, die von der Vlieshülle 300 umgeben ist, extrudiert.
Innerhalb eines Behälters B1 befindet sich dazu ein Polymermaterial, das zu
einer Schmelze erwärmt wird und mit hohen Temperaturen um die Kabelseele als
äußere Hülle angeordnet wird. Die Vlieshülle 300 wirkt
dabei als Hitzebarriere, die verhindert, dass die optischen Übertragungselemente
10 der Kabelseele untereinander verkleben.
3 zeigt eine Ausführungsform der Verarbeitungseinheit
V2, bei der die Hülle 22 mittels eines Druckspritz-Verfahrens um die
Einzelgarne 21, die bereits durch das untereinander Verwickeln miteinander
verknüpft sind, gespritzt wird. Die Verarbeitungseinheit V2 ist mit einem Behälter
B2 und einem Behälter B3 verbunden, die jeweils eine erwärmte Polymerschmelze
enthalten. Der Verarbeitungseinheit V2 werden die untereinander verwobenen, verflochtenen
oder verseilten Einzelgarne 21 eingangsseitig zugeführt. Beim Druckspritz-Verfahren
wird ein konischer Schmelzestrom noch innerhalb der Verarbeitungseinheit V2 auf
die Einzelgarne aufgebracht, so dass das Zugentlastungselement die Verarbeitungseinheit
bereits im ummantelten Zustand verlässt.
4 zeigt eine Ausführungsform der Verarbeitungseinheit
V2, bei der die Ummantelung 22 auf die Einzelgarne 21 mittels
eines Schlauchreck-Verfahrens aufgebracht wird. Die Polymerschmelze, beispielsweise
eine Schmelze aus ETFE, ist in den Behältern B2 und B3 untergebracht. Der Verarbeitungseinheit
V2 werden eingangsseitig die untereinander verwobenen, verflochtenen oder verseilten
Einzelgarne 21 zugeführt. Im Unterschied zum Druckspritz-Verfahren
geschieht der eigentliche Beschichtungsvorgang allerdings erst außerhalb der
Verarbeitungseinheit. Die Einzelgarne 21 und ein zylindrischer Schmelzeschlauch
22 verlassen konzentrisch die Verarbeitungseinheit und treffen erst in
einigen Millimetern Entfernung vom Austrittspunkt aufeinander. Der Schmelzeschlauch
verjüngt sich dabei kegelförmig, bis der Innendurchmesser des Schmelzeschlauchs
so klein wie der Außendurchmesser des Zugentlastungselements wird, das zu diesem
Zeitpunkt lediglich die Einzelgarne 21 aufweist. Im Inneren des Kegels
kann ein Unterdruck erzeugt werden, über den die Kegellänge steuerbar
ist, wodurch der Einschluss von Luftblasen vermieden wird und die Haftung der Hülle
22 auf den Einzelgarnen 21 verbessert wird.
Im Gegensatz zur Verwendung eines Zugentlastungselements aus lose
angeordneten Einzelgarnen, die beispielsweise als Aramidgarne ausgebildet sind,
weist das erfindungsgemäße Zentralelement, bei dem die Einzelgarne untereinander
verwoben, verflochten, verspinnt oder verseilt sind, eine höhere Formstabilität
auf. Die höhere Formstabilität kommt einerseits durch die verwickelte
Anordnung der Einzelgarne untereinander zustande, andererseits wird durch die verwickelte
Anordnung der Durchmesser des Zentralelements reduziert. Dadurch kann die äußere
Hülle mit einer deutlich höheren Schichtdicke auf die Einzelgarne aufgebracht
werden, als wenn die Einzelgarne in Längsrichtung des Kabels und lose angeordnet
sind. Daraus resultiert eine höhere Temperaturbeständigkeit, eine höhere
Druckbeständigkeit und eine höhere Zugfestigkeit des Zugentlastungselements.
Da das erfindungsgemäße Zugentlastungselement höheren Drücken
und Temperaturen standhält, wird eine bessere Qualität des optischen Kabels
ermöglicht.
Des Weiteren zeigt sich, dass das optische Kabel beziehungsweise das
Zugentlastungselement bei gleicher Anzahl von Garnen eine höhere Flexibilität
aufweist, als wenn die Einzelgarne längslaufend lose angeordnet sind.
- 1
- optisches Kabel
- 10
- optisches Übertragungselement
- 11
- Lichtwellenleiter
- 12
- Hülle des optischen Übertragungselements
- 20
- Zugentlastungselement
- 21
- Einzelgarn
- 22
- äußere Hülle des Zugentlastungselements
- 30
- Quellfaden
- 100
- Kabelseele
- 200
- Kabelmantel
- 210
- Reißfaden
- 300
- Vlieshülle
- B
- Vorratsbehälter
- F
- Formrohr
- V
- Verarbeitungseinheit