Die Erfindung betrifft ein Einspritzsystem und ein Verfahren zum Herstellen
eines Einspritzsystems.
Einspritzsysteme mit zumindest einem Injektor und insbesondere lecköllose
Common-Rail-Einspritzsysteme erfordern ein Steuerelement, wie beispielsweise einen
Piezo-Aktor im Hochdruckraum des Injektors. Das technische Gebiet der Erfindung
betrifft insbesondere piezogesteuerte Common-Rail-Injektoren oder Einspritzsysteme
ohne Leckölrücklauf mit einem Piezo-Aktor oder einem Piezo-Aktuator zum
Öffnen und Schließen einer Düse mittels einer Düsennadel im
Hochdruckraum, der eine hydraulische Längsausgleichsvorrichtung und einen Hebelübersetzer
zur Betätigung der Düsennadel aufweist. Die Längsausgleichsvorrichtung
weist insbesondere einen in einer Bohrung der Bodenplatte des Piezo-Stapels des
Piezo-Aktors eingreifenden Kolben, ein hydraulisches Volumen, beispielsweise ein
Kraftstoffvolumen, zwischen der Bodenplatte und dem Kolben und eine Rückstellfeder
zum Rückstellen des Piezo-Stapels auf. Ein solches Einspritzsystem ist beispielsweise
aus der DE 101 45 620 B4 bekannt.
Wird wie bei dem oben beschriebenen Einspritzsystem die Düsennadel
des Injektors direkt vom Piezo-Aktor über einen Umsetzer angetrieben und auf
eine kostenintensive Servounterstützung verzichtet, besteht der prinzipielle
Nachteil eines kleinen Nutzhubes des Piezo-Aktors.
Oben erwähnter Hebelübersetzer hat die Funktion, den von
dem Piezo-Stapel bereitgestellten Hub in einen veränderten, insbesondere vergrößerten
Hub zu übersetzen. Dazu weist der Hebelübersetzer in der Regel einen Aktorhebel,
der mit dem Piezo-Aktor gekoppelt ist, und einen Nadelhebel, der mit der Düsennadel
gekoppelt ist, auf. Die Anmelderin hat in einem Versuch mit einem solchen Hebelübersetzer
festgestellt, dass bei der Betätigung der Hebel das eingeleitete Kippmoment
in die Düsennadel einen negativen Funktionseinfluss zur Folge haben kann. Weiterhin
ist der Anmelderin intern bekannt, diesen negativen Funktionseinfluss mittels einer
zusätzlichen Führung im Bereich des Nadelschafts zu korrigieren. Allerdings
führt auch eine außermittige Krafteinleitung in den Hebelübersetzer
zu erhöhten Reibspuren im Übergangsbereich der Baugruppen, beispielsweise
zwischen Nadelhebel und Düsennadelkopf der Düsennadel. Dadurch entstehen
hohe Reibverluste zwischen diesen Komponenten, beispielsweise zwischen dem Nadelhebel
und dem Düsennadelkopf. Nachteiligerweise bedingen diese Reibverluste eine
verkürzte Lebensdauer des Einspritzsystems. Auch verursachen diese Reibverluste
einen Verlust an Energie bei der Übersetzung oder Übertragung des von
dem Piezo-Aktor bereitgestellten Hubes.
Demnach ist es eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Einspritzsystem
mit reduzierten oder minimierten Reibverlusten bereitzustellen.
Eine weitere Aufgabe ist es, ein einfaches und insbesondere kostengünstiges
Einspritzsystem mit einem Hebelübersetzer mit minimalen Reibverlusten zu schaffen.
Erfindungsgemäß wird zumindest eine dieser gestellten Aufgaben
durch ein Einspritzsystem mit den Merkmalen des Patentanspruchs 1 oder 11 und/oder
durch ein Verfahren zum Herstellen eines Einspritzsystems mit den Merkmalen des
Patentanspruchs 10 oder 13 gelöst.
Demnach wird erfindungsgemäß ein Einspritzsystem zum Einspritzen
von Kraftstoff unter einem vorbestimmten Kraftstoffdruck vorgeschlagen, welches
aufweist:
- – einen Piezo-Aktor, welcher einen Hub zum Heben einer Düsennadel
bereitstellt, die eine Düse öffnet, in die der Kraftstoff eingespritzt
wird;
- – eine Hebelübersetzungsvorrichtung zur Übersetzung des bereitgestellten
Hubes in einen veränderten Hub, welche eine piezoseitige Hebeleinrichtung,
die mit dem Piezo-Aktor gekoppelt ist, und eine düsennadelseitige Hebeleinrichtung,
die mit der Düsennadel gekoppelt ist, aufweist, wobei die Hebeleinrichtungen
(5, 6) eine vorbestimmte Symmetrie derart aufweisen, dass sich
bei der Übersetzung des bereitgestellten Hubes entstehende Querkräfte
an angrenzenden Bauteilen kompensieren; und
- – einer Auflagervorrichtung, welche die düsennadelseitige Hebeleinrichtung
lagert und eine erste konvexe Abrollkontur zum Abrollen der düsennadelseitigen
Hebeleinrichtung bei der Übertragung des Hubes hat.
Des Weiteren wird ein Einspritzsystem zum Einspritzen von Kraftstoff
unter einem vorbestimmten Kraftstoffdruck vorgeschlagen, welches aufweist:
- – einen Piezo-Aktor, welcher einen Hub zum Heben einer Düsennadel
bereitstellt, die eine Düse öffnet, in die der Kraftstoff eingespritzt
wird;
- – eine Hebelübersetzungsvorrichtung zur Übersetzung des bereitgestellten
Hubes in einen veränderten Hub, welche eine piezoseitige Hebeleinrichtung,
die mit dem Piezo-Aktor gekoppelt ist, und eine düsennadelseitige Hebeleinrichtung,
die mit der Düsennadel gekoppelt ist, aufweist,
- – wobei die düsennadelseitige Hebeleinrichtung zumindest zwei symmetrisch
angeordnete, einarmige Hebel aufweist, die jeweils mittels einer einzelnen Nadelkopfauflage
einen Düsennadelkopf der Düsennadel zum Heben kontaktieren und in einem
Kontaktbereich zu einer Auflagervorrichtung, auf welcher die einseitigen Hebel gelagert
sind, eine konvexe Abrollkontur zum Abrollen bei der Übertragung des Hubes
aufweisen.
Weiterhin wird ein Verfahren zum Herstellen eines Einspritzsystems
zum Einspritzen von Kraftstoff unter einem vorbestimmten Kraftstoffdruck vorgeschlagen,
welches folgende Schritte aufweist:
- – Anordnen eines Piezo-Aktors in einem Gehäuse des Einspritzsystems,
welcher einen Hub zum Heben einer Düsennadel bereitstellt, die eine Düse
öffnet und schließt, in die der Kraftstoff eingespritzt wird;
- – Koppeln des Piezo-Aktors mit einer Hebelübersetzungsvorrichtung
zur Übersetzung des bereitgestellten Hubes in einen veränderten, insbesondere
vergrößerten Hub, wobei die Hebelübersetzungsvorrichtung eine piezoseitige
Hebeleinrichtung, die mit dem Piezo-Aktor gekoppelt ist, und eine düsennadelseitige
Hebeleinrichtung, die mit der Düsennadel gekoppelt ist, aufweist, wobei die
Hebeleinrichtungen eine vorbestimmte Symmetrie derart aufweisen, dass sich bei der
Übersetzung des bereitgestellten Hubes entstehende Querkräfte an angrenzenden
Bauteilen kompensieren; und
- – Lagern der düsennadelseitigen Hebeleinrichtung auf einer Auflagervorrichtung,
welche eine erste konvexe Abrollkontur zum Abrollen der düsennadelseitigen
Hebeleinrichtung bei der Übertragung des Hubes hat.
Außerdem wird ein Verfahren zum Herstellen eines Einspritzsystems
zum Einspritzen von Kraftstoff unter einem vorbestimmten Kraftstoffdruck vorgeschlagen,
welches folgende Schritte aufweist:
- – Anordnen eines Piezo-Aktors, welcher einen Hub zum Heben einer Düsennadel
bereitstellt, die eine Düse öffnet, in die der Kraftstoff eingespritzt
wird;
- – Koppeln des Piezo-Aktors mit einer Hebelübersetzungsvorrichtung
zur Übersetzung des bereitgestellten Hubes in einen veränderten, insbesondere
vergrößerten Hub, welche eine piezoseitige Hebeleinrichtung, die mit dem
Piezo-Aktor gekoppelt ist, und eine düsennadelseitige Hebeleinrichtung, die
mit der Düsennadel gekoppelt ist, aufweist, wobei die düsennadelseitige
Hebeleinrichtung zumindest zwei symmetrisch angeordnete, einarmige Hebel aufweist,
die jeweils mittels einer einzelnen Nadelkopfauflage einen Düsennadelkopf der
Düsennadel zum Heben kontaktieren und in einem Kontaktbereich zu einer Auflagervorrichtung,
welcher die einseitigen Hebel gelagert sind, eine konvexe Abrollkontur zum Abrollen
bei der Übertragung des Hubes aufweisen.
Die erfinderische Idee liegt im Wesentlichen darin, eine Hebelübersetzungsvorrichtung
zum Heben der Düsennadel vorzusehen, welche vorzugsweise rotationssymmetrisch
aufgebaut ist, mit dem Ziel, sowohl am Antrieb als auch an der Nadel keine aus Reibung
und Querbewegungen resultierenden Querkräfte in das System einzutragen, welche
wiederum zu erhöhter Reibung an den an sie gekoppelten Bauteilen führen
würden. Vorteilhafterweise ist in die erfindungsgemäße Hebelübersetzungsvorrichtung
zumindest eine konvexe Abrollkontour integriert, welche es ermöglicht, einen
Übersetzungsverlauf einzustellen, welcher den Piezohub in einen vorzugsweise
vergrößerten Nadelhub optimal wandelt. Durch eine solche erfindungsgemäße
Anordnung erreicht man, dass bei der Übertragung des Hubes eine deutlich verminderte
Reibung zwischen den Komponenten oder Bauteilen der Hebelübersetzungsvorrichtung
auftritt. Aus dieser erfindungsgemäßen Reduzierung der Reibungsverluste
resultiert eine Verbesserung der Dauerhaltbarkeit und der Lebenszeit des Einspritzsystems.
Außerdem wird bei einem Einspritzsystem, bei welchem der Piezo-Aktor in einem
Niederdruckbereich und die Hebelübersetzungsvorrichtung in einem Hochdruckbereich
angeordnet ist, die Einhaltung der hydraulischen Leckagegrenzwerte über die
Lebenszeit des Einspitzsystems in Folge der Reibungsverminderung sichergestellt.
Vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterbildungen der Erfindung ergeben
sich aus den Unteransprüchen sowie der Beschreibung unter Bezugnahme auf die
Zeichnungen.
Gemäß einer bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung weist
der Piezo-Aktor einen steuerbaren Piezo-Stapel auf, welcher in Abhängigkeit
eines Steuersignals den Hub zum Betätigen der Düsennadel in einer Schließrichtung
oder in einer Öffnungsrichtung bereitstellt.
Gemäß einer bevorzugten Weiterbildung der Erfindung ist
ein hydraulischer Kompensator vorgesehen, der einen Kompensatortopf und einen in
den Kompensatortopf eingreifenden Kolben aufweist, wobei zwischen dem Kompensatortopf
und dem Kolben ein Zwischenraum ausgebildet ist, der mit einem Fluid, insbesondere
dem Kraftstoff, gefüllt ist, wobei der Zwischenraum zum hydraulischen Ausgleich
mit einem Ausgleichsvolumen über einen Strömungsspalt gekoppelt ist. Durch
Einsatz des hydraulischen Kompensators können vorteilhafterweise Toleranzen
der Bauteile des Einspritzsystems sowie Temperaturdehnungseffekte ausgeglichen werden.
Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung weist die
düsennadelseitige Hebeleinrichtung zumindest zwei symmetrisch angeordnete Hebelstege
auf, die formschlüssig sind oder mittels einer Hebelscheibe gekoppelt sind.
Vorzugsweise kann auch die Hebelscheibe eine konvexe Abrollkontur zu dem Düsennadelkopf
der Düsennadel aufweisen, so dass bei der Übertragung
des Hubes auf den Düsennadelkopf die Reibung zwischen Düsennadelkopf und
Hebelscheibe reduziert oder minimiert wird.
Gemäß einer weiteren bevorzugten Weiterbildung weist die
Hebelscheibe jeweils im Bereich des Hebelsteges zumindest einen Einstich zur Erhöhung
der elastischen Verformbarkeit auf. Vorteilhafterweise wirkt der Einstich als ein
Biegeelement, welches die elastische Verformbarkeit der Hebelscheibe erhöht
und somit das Heben der Düsennadel verbessert. Vorzugsweise ist an jeder Seite
des Hebelsteges ein Einstich vorgesehen.
Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung weist die
düsennadelseitige Hebeleinrichtung zwei voneinander getrennte Halbschalen oder
Halbscheiben auf, welche im Bereich ihres Innenradius einen Düsennadelkopf
der Düsennadel zum Heben kontaktieren und insbesondere eine zweite konvexe
Abrollkontur zum Abrollen der düsennadelseitigen Hebeleinrichtung bei der Übertragung
des Hubes auf den Düsennadelkopf haben. Die zweite konvexe Abrollkontur vermindert
weiterhin vorteilhafterweise die bei der Hebelübersetzungsvorrichtung auftretende
Reibung.
Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung weist der
Kompensatortopf die piezoseitige Hebeleinrichtung auf, welche im Wesentlichen glockenförmig
ausgebildet ist und einen konvexen Kontaktbereich zur düsennadelseitigen Hebeleinrichtung
aufweist, der den bereitgestellten Hub auf die düsennadelseitige Hebeleinrichtung
überträgt. Die Integration der piezoseitigen Hebeleinrichtung in den Kompensatortopf
bedeutet eine besonders einfache Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Hebelübersetzungsvorrichtung.
Dadurch werden insbesondere Kosten bei der Herstellung der Hebelübersetzungsvorrichtung
und damit des Einspritzsystems eingespart. Der konvexe Kontaktbereich zur düsennadelseitigen
Hebeleinrichtung vermindert weiterhin die bei der Hebelübersetzungsvorrichtung
auftretenden Reibverluste bei der Übertragung des von dem Piezo-Aktor bereitgestellten
Hubes auf die Düsennadel.
Gemäß einer weiteren bevorzugten Weiterbildung ist ein Übertragerelement
vorgesehen, welches die düsennadelseitige Hebeleinrichtung ausbildet und mit
dem Kompensatortopf gekoppelt ist. Ein besonderer Vorteil des eigens vorgesehenen
Übertragerelementes liegt darin, dass die von dem Piezo-Aktor bereitgestellte
Kraft auch außermittig auf die Hebelübersetzungsvorrichtung eingeleitet
werden kann.
Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung weist das
Übertragerelement in einem Kontaktbereich zum Kompensatortopf eine dritte konvexe
Abrollkontur zum Abrollen des Übertragerelementes bei der Übertragung
des Hubes oder eine planare Oberfläche auf. Die dritte konvexe Abrollkontur
des Übertragerelementes hat den besonderen Vorteil, die bei der Übertragung
des Hubes auftretenden Reibverluste weiter zu reduzieren. Die Ausgestaltung des
Übertragerelementes mit einer planeren Oberfläche in dem Kontaktbereich
zum Kompensatortopf sichert eine besonders einfache Bauweise und damit eine Einsparung
von Kosten für das Einspritzsystem. Hier besteht also die Wahlmöglichkeit,
in Abhängigkeit der jeweiligen Applikation des Einspritzsystems die Reibverluste
weiter mittels der dritten konvexen Abrollkontur zu reduzieren oder die Kosten durch
Einsatz einer planaren Oberfläche zu minimieren.
Die Erfindung wird nachfolgend anhand der in den schematischen Figuren
der Zeichnungen angegebenen Ausführungsbeispiele näher erläutert.
Es zeigen:
1 ein schematisches Blockschaltbild eines ersten Ausführungsbeispiels
des erfindungsgemäßen Einspritzsystems;
2 eine schematische Darstellung der düsennadelseitigen
Hebeleinrichtung gemäß 1;
3 ein schematisches Blockschaltbild eines zweiten Ausführungsbeispiels
des erfindungemäßen Einspritzsystem;
4 eine schematische Darstellung der düsennadelseitigen
Hebeleinrichtung gemäß 3;
5 ein schematisches Blockschaltbild eine dritten Ausführungsbeispiels
des erfindungsgemäßen Einspritzsystems;
6 ein schematische Blockschaltbild eines vierten Ausführungsbeispiels
des erfindungsgemäßen Einspritzsystems;
7 ein schematisches Ablaufdiagramm eines ersten Ausführungsbeispiels
des erfindungsgemäßen Verfahren;
8a, 8b die Teilansichten
eines Ausschnitts eines fünften Ausführungsbeispiels des erfindungsgemäßen
Einspritzsystems; und
9 ein schematisches Ablaufdiagramm eines zweiten Ausführungsbeispiels
des erfindungsgemäßen Verfahrens.
In allen Figuren sind gleiche bzw. funktionsgleiche Elemente und Vorrichtungen
– sofern nichts anderes angegeben ist – mit denselben Bezugszeichen
versehen worden.
In 1 ist ein schematisches Blockschaltbild
eines ersten Ausführungsbeispiels eines Einspritzsystems 1 gemäß
der vorliegenden Erfindung dargestellt.
Das erfindungsgemäße Einspritzsystem 1 zum Einspritzen
von Kraftstoff P unter einem vorbestimmten Kraftstoffdruck, beispielsweise 2000
bar, weist einen Piezo-Aktor 2 zum Heben einer Düsennadel
3 auf, welche eine Düse öffnet, in die der Kraftstoff P eingespritzt
wird. Vorzugsweise weist der Piezo-Aktor 2 einen steuerbaren Piezo-Stapel
7 auf, welcher in Abhängigkeit eines Steuersignals den Hub zum Betätigen
der Düsennadel 3 in einer Schließrichtung R1 und einer Öffnungsrichtung
R2 bereitstellt. Zur Abdichtung ist der Piezo-Aktor 2 mit einem Wellrohr
22 umgeben. Das Schließen der Düsennadel 3 in der Schließrichtung
R1 wird allerdings im Wesentlichen durch eine Feder 24 vorgenommen, welche
dazu geeignet ist, den Piezo-Stapel 7 in eine vorbestimmte Ausgangslage
zurückzuführen.
Weiter weist das Einspritzsystem 1 einen hydraulischen Kompensator
8 auf. Der hydraulische Kompensator 8 hat einen Kompensatortopf
9 und einen in den Kompensatortopf 9 eingreifenden Kolben
10. Zwischen dem Kompensatortopf 9 und dem Kolben 10
wird ein Zwischenraum 11 ausgebildet, der mit einem Fluid, insbesondere
dem Kraftstoff P, gefüllt ist. Insbesondere ist der Zwischenraum
11 zum hydraulischen Ausgleich über einen Strömungsspalt
12 mit einem Ausgleichsvolumen (nicht gezeigt) gekoppelt.
Weiterhin weist das Einspritzsystem 1 eine Hebelübersetzungsvorrichtung
4 zur Übersetzung des von dem Piezo-Aktor 2 bereitgestellten
Hubes in einen veränderten, insbesondere vergrößerten Hub auf. Die
Hebelübersetzungsvorrichtung 4 hat eine piezoseitige Hebeleinrichtung
5, die mit dem Piezo-Aktor 2 gekoppelt ist, und eine düsennadelseitige
Hebeleinrichtung 6, die mit der Düsennadel 3 gekoppelt ist.
Die Hebeleinrichtungen 5, 6 weisen eine vorbestimmte
Symmetrie zueinander auf. Die vorbestimmte Symmetrie bedingt, dass sich bei der
Übersetzung oder Übertragung des bereitgestellten Hubes entstehende Querkräfte
an angrenzenden Bauteilen kompensieren. Vorzugsweise sind die piezoseitige Hebeleinrichtung
5 und die düsennadelseitige Hebeleinrichtung 6 rotationssymmetrisch
angeordnet.
Die düsennadelseitige Hebeleinrichtung 6 ist auf einer
Auflagervorrichtung 7 gelagert, welche eine erste konvexe Abrollkontur
A1 zum Abrollen der düsennadelseitigen Hebeleinrichtung 6 bei der
Übertragung des Hubes hat. Gemäß dem ersten Ausführungsbeispiel
nach 1 ist die piezoseitige Hebeleinrichtung
5 in dem Kompensatortopf 9 integriert, welche im Wesentlichen
glockenförmig ausgebildet ist und einen konvexen Kontaktbereich K1 zur düsennadelseitigen
Hebeleinrichtung 6 aufweist. Mittels des konvexen Kontaktbereichs K1 wird
der bereitgestellte Hub auf die düsennadelseitige Hebeleinrichtung
6 übertragen. Durch dessen Konvexität werden die Reibungsverluste
durch ein Abrollen der piezoseitigen Hebeleinrichtung 5 minimiert.
Weiterhin weist das Einspritzsystem 1 eine Rückstellfeder
23 zur Rückstellung der Düsennadel 3 auf, welche die
Düsennadel 3 mit dem Gehäuse 31 des Einspritzsystems
1 oder mit der Auflagervorrichtung 7 mechanisch koppelt.
Gemäß 2 hat die düsennadelseitige
Hebeleinrichtung 6 drei symmetrisch angeordnete Hebelstege 13a–13c.
Die drei symmetrisch angeordneten Hebelstege 13a–13c sind
mittels einer Hebelscheibe 14 mechanisch gekoppelt. Alternativ können
die Hebelstege 13a–13c auch formschlüssig sein, so
dass auf eine Hebelscheibe 14 verzichtet werden kann. Vorzugsweise hat
die Hebelscheibe 14 jeweils im Bereich des Hebelsteges 13a–13c
zumindest einen Einstich 15a–15f zur Erhöhung der
elastischen Verformbarkeit. Gemäß 2 hat die
Hebelscheibe 14 an jeder Seite eines Hebelsteges 13a–13c
einen Einstich 15a–15f.
In 3 ist ein schematisches Blockschaltbild
eines zweiten Ausführungsbeispiels des erfindungsgemäßen Einspritzsystems
1 dargestellt. Das zweite Ausführungsbeispiel gemäß
3 unterscheidet sich von dem ersten Ausführungsbeispiel
gemäß 1 dahingehend, dass ein Übertragerelement
18 vorgesehen ist, welches die düsennadelseitige Hebeleinrichtung
6 ausbildet und mit dem Kompensatortopf 9 gekoppelt ist. Weiterhin
ist die düsennadelseitige Hebeleinrichtung 6 des Einspritzsystems
1 nach 3 vorzugsweise als zwei getrennte Halbschalen
oder Halbscheiben 16a, 16b gemäß 4
ausgebildet.
Die Halbscheiben 16a, 16b kontaktieren im Bereich
ihres Innenradius einen Düsennadelkopf 17 der Düsennadel
3 zum Heben derer. Weiterhin haben die Halbscheiben 16a,
16b insbesondere eine zweite konvexe Abrollkontur A2 (siehe 3)
zum Abrollen der düsennadelseitigen Hebeleinrichtung 6 bei der Übertragung
des Hubes auf den Düsennadelkopf 17.
Vorzugsweise hat das Übertragerelement 18 in einem Kontaktbereich
K2 zum Kompensatortopf 9 eine dritte konvexe Abrollkontur A3 zum Abrollen
des Übertragerelementes 18 bei der Übertragung des Hubes.
In 5 ist ein schematisches Blockschaltbild
eines dritten Ausführungsbeispiels des erfindungsgemäßen Einspritzsystems
1 dargestellt. Das dritte Ausführungsbeispiel gemäß
5 unterscheidet sich von dem zweiten
Ausführungsbeispiel gemäß 3 insbesondere
dahingehend, dass das Übertragerelement 18 eine planare Oberfläche
O zum Kompensatortopf 9 (in 5nicht gezeigt)
aufweist. Auch kann die Piezo-Kraft F, die von dem Piezo-Aktor 2 bereitgestellt
wird, außermittig auf das Übertragerelement 18 und somit auf
die Hebelübersetzungsvorrichtung 4 eingeleitet werden.
6 zeigt ein schematisches Blockschaltbild eines vierten
Ausführungsbeispiels des erfindungsgemäßen Einspritzsystems
1. Das vierte Ausführungsbeispiel gemäß 6
unterscheidet sich von dem dritten Ausführungsbeispiel gemäß
5 insbesondere dahingehend, dass der Piezo-Aktor
2 in einem Niederdruckbereich HD des Einspritzsystems 1 und die
Hebelübersetzungsvorrichtung 4 sowie die Düsennadel
3 und die dazwischen gekoppelten Einrichtungen in dem Hochdruckbereich
HD des Einspritzsystems 1 angeordnet sind. Der Piezo-Aktor 2,
insbesondere dessen Bodenplatte 28, ist mittels eines Koppelstiftes
27 mit dem Übertragerelement 18 zur Übertragung des
von dem Piezo-Aktor 2 bereitgestellten Hubes gekoppelt. Weiterhin zeigt
6 die Anordnung von Nadelführungen 29
in dem Nadelschaft 30 zur verbesserten Führung der Düsennadel
3. Selbstverständlich können die Nadelführungen
29 im Nadelschaft 30 auch auf die vorhergehenden Ausführungsbeispiele
angewendet werden.
7 zeigt ein schematisches Ablaufdiagramm eines ersten
Ausführungsbeispiels des erfindungsgemäßen Verfahrens zum Herstellen
eines Einspritzsystems 1 zum Einspritzen von Kraftstoff P unter einem vorbestimmten
Kraftstoffdruck. Nachfolgend wird das erfindungsgemäße Verfahren anhand
des Blockschaltbildes in 7 erläutert. Das erfindungsgemäße
Verfahren weist folgende Verfahrensschritte S1–S3 auf:
Verfahrensschritt S1:
Es wird ein Piezo-Aktor 2 in einem Gehäuse
31 des Einspritzsystems 1 angeordnet, welcher einen Hub zum Heben
einer Düsennadel 3 bereitstellt, die eine Düse öffnet, in
die der Kraftstoff P eingespritzt wird.
Verfahrensschritt S2:
Der Piezo-Aktor 2 wird mit einer Hebelübersetzungsvorrichtung
4 zur Übersetzung des bereitgestellten Hubes in einen veränderten,
insbesondere vergrößerten Hub gekoppelt. Die Hebelübersetzungsvorrichtung
4 weist eine piezoseitige Hebeleinrichtung 5, die mit dem Piezo-Aktor
2 gekoppelt ist, und eine düsennadelseitige Hebeleinrichtung
6, die mit der Düsennadel 3 gekoppelt ist, auf.
Verfahrensschritt S3:
Die düsennadelseitige Hebelvorrichtung 6 wird auf einer
Auflagervorrichtung 7 gelagert, welche eine erste konvexe Abrollkontur
A1 zum Abrollen der düsennadelseitigen Hebeleinrichtung 6 bei der
Übertragung des Hubes hat.
Die 8a und 8b
zeigen die Teilansichten eines Ausschnitts eines fünften Ausführungsbeispiels
des erfindungsgemäßen Einspritzsystems 1.
Das Einspritzsystem 1 gemäß der 8a
und 8b unterscheidet sich von dem ersten bis vierten
Ausführungsbeispiel dahingehend, dass die düsennadelseitige Hebeleinrichtung
6 zwei symmetrisch angeordnete, einarmige Hebel 19a,
19b hat.
Ein einarmiger Hebel ist im Sinne dieser Anmeldung ein Hebel, der
zumindest zu einer Seite wie eine einarmige Gabel geformt ist. Diese eine Seite
ist die Seite des Hebels, mit der er den Düsennadelkopf 17 hebt.
Ein einarmiger Hebel 19a, 19b ist beispielsweise
im Wesentlichen U-förmig ausgebildet.
Die einarmigen Hebel 19a, 19b kontaktieren den Düsennadelkopf
17 der Düsennadel 3 zum Anheben dessen jeweils mittels einer
einzelnen Nadelkopfauflage 20a, 20b. Durch das Anheben der Düsennadel
3 durch die einarmige Hebel 19a, 19b wird die Düsennadel
3 gleichsam in einer Drehbewegung aus dem Düsennadelsitz gehoben (nicht
gezeigt). Somit treten deutlich reduzierte Reibverluste zwischen dem Düsennadelkopf
17 und den einarmigen Hebeln 19a, 19b auf. Vorzugsweise
haben die einarmigen Hebel 19a, 19b eine konvexe Abrollkontur
A4 in einem Kontaktbereich K3 zu einer Auflagervorrichtung 21, auf welcher
die einseitigen Hebel 19a, 19b gelagert sind. Insbesondere sind
die einarmigen Hebel 19a, 19b mittels eines Trennspaltes
26 voneinander getrennt. Bezugszeichen 25 bezeichnet eine Bohrung
für die Düsennadel 3.
9 zeigt ein schematisches Ablaufdiagramm eines zweiten
Ausführungsbeispiels des erfindungsgemäßen Verfahrens zum Herstellen
eines Einspritzsystems 1 zum Einspritzen von Kraftstoff P unter einem vorbestimmten
Kraftstoffdruck. Nachfolgend wird das erfindungsgemäße Verfahren anhand
des Blockschaltbildes in 9 erläutert. Das erfindungsgemäße
Verfahren weist folgende Verfahrensschritte X1 und X2 auf:
Verfahrensschritt X1:
Es wird ein Piezo-Aktor 2 in einem Gehäuse
31 des Einspritzsystems 1 angeordnet, welcher einen
Hub zum Heben einer Düsennadel 3 bereitstellt, die eine Düse
öffnet, in die der Kraftstoff P eingespritzt wird.
Verfahrensschritt X2:
Der Piezo-Aktor 2 wird mit einer Hebelübersetzungsvorrichtung
4 zur Übersetzung des bereitgestellten Hubes in einen veränderten,
insbesondere vergrößerten Hub gekoppelt, wobei die Hebelübersetzungsvorrichtung
4 eine piezoseitige Hebeleinrichtung 5, die mit dem Piezo-Aktor
2 gekoppelt ist, und eine düsennadelseitige Hebeleinrichtung
6, die mit der Düsennadel 3 gekoppelt ist, aufweist, wobei
die düsennadelseitige Hebeleinrichtung 6 zumindest zwei symmetrisch
angeordnete, einarmige Hebel 19a, 19b aufweist, die jeweils mittels
einer einzelnen Nadelkopfauflage 20a, 20b einen Düsennadelkopf
17 der Düsennadel 3 zum Heben derer kontaktieren und in einem
Kontaktbereich K3 zu einer Auflagervorrichtung 21, auf welcher die einseitigen
Hebel 19a, 19b gelagert sind, eine konvexe Abrollkontur A4 zum
Abrollen bei der Übertragung des Hubes aufweisen.
Obwohl die vorliegende Erfindung vorstehend anhand der bevorzugten
Ausführungsbeispiele beschrieben wurde, ist sie darauf nicht beschränkt,
sondern nach vielfältiger Art und Weise modifizierbar.