Die vorliegende Erfindung betrifft ein Fahrzeuggetriebe gemäß
dem Oberbegriff des Patentanspruches 1.
Moderne automatisiert schaltbare Fahrzeuggetriebe, z.B. moderne Automatikgetriebe
bzw. moderne Doppelkupplungsgetriebe weisen ein in das Getriebe integriertes elektrohydraulisches
Schaltgerät auf, welches elektronisch gesteuert die einzelnen Getriebegänge
hydraulisch schaltet. Derartige Fahrzeuggetriebe weisen üblicherweise eine
Kühleinrichtung auf, mittels der das Getriebeöl gekühlt wird. Das
Getriebeöl dient einerseits zur Schmierung des Getriebes sowie zur Versorgung
der elektrohydraulischen Schalteinrichtung (Mechatronik) sowie zur Kühlung
des Getriebes und der Mechatronik. Zur Gewährleistung eines einwandfreien Betriebs
der Mechatronik darf deren Temperatur eine vorgegebene Maximaltemperatur nicht überschreiten.
Aufgabe der Erfindung ist es, ein Fahrzeuggetriebe mit einer Kühleinrichtung
für Getriebeöl zu schaffen, welche einen einwandfreien Betrieb des Getriebes
sicherstellt.
Diese Aufgabe wird durch die Merkmale des Patentanspruches 1 gelöst.
Vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterbildungen der Erfindung sind den Unteransprüchen
zu entnehmen.
Die Erfindung geht ganz allgemein von einem Fahrzeuggetriebe mit einem
ersten Kühler aus, der dazu vorgesehen ist, heißes Getriebeöl auf
ein erstes Temperaturniveau abzukühlen. Der Kern der Erfindung besteht darin,
dass zusätzlich zu dem ersten Kühler ein zweiter Kühler vorgesehen
ist, der heißes Getriebeöl auf ein zweites Temperaturniveau abkühlt,
das unter dem ersten Temperaturniveau liegt. Vorzugsweise ist der zweite Kühler
so ausgelegt, dass die Austrittstemperatur des Getriebeöls am zweiten Kühler
in einem Temperaturbereich liegt, der einen störungsfreien Betrieb eines elektrohydraulischen
Getriebeschaltgeräts ermöglicht.
Nach einer Weiterbildung der Erfindung weist das Fahrzeuggetriebe
einen einen ersten Getriebeöleingang auf, über den dem Fahrzeuggetriebe
Getriebeöl zugeführt wird, das auf das erste, obere Temperaturniveau abgekühlt
ist. Über den ersten Getriebeöleingang wird also vom ersten Kühler
kommendes Getriebeöl zugeführt, das zumindest so weit abgekühlt ist,
dass eine einwandfreie Schmierung des Getriebes sichergestellt ist.
Über einen zweiten Getriebeöleingang des Fahrzeuggetriebes
kann dem Fahrzeuggetriebe das auf das zweite Temperaturniveau abgekühlte Getriebeöl
zugeführt werden. Über den zweiten Getriebeöleingang wird also das
elektrohydraulische Getriebeschaltgerät mit dem durch den zweiten Kühler
abgekühlten Getriebeöl versorgt, das kühler ist als das vom ersten
Kühler kommende Getriebeöl.
Nach einer Weiterbildung der Erfindung weist das Fahrzeuggetriebe
einen einzigen Getriebeölausgang auf, über den heißes Getriebeöl
zu den beiden Kühlern gepumpt wird.
Der zweite Kühler kann seriell in Bezug auf den ersten Kühler
oder parallel dazu angeordnet sein.
Bei den Kühlern kann es sich beispielsweise um Öl-/Wasserkühler
oder um Öl-/Luftkühler handeln. Im ersten Fall kann das Getriebeöl
durch einen Wasserkreislauf, z. B. den Kühlkreislauf eines Verbrennungsmotors
eines Fahrzeugs abgekühlt werden. Im zweiten Fall kann das Getriebeöl
durch Fahrtwind, welcher Kühlrippen der Kühler durchströmt, abgekühlt
werden.
Im Folgenden wird die Erfindung im Zusammenhang mit der Zeichnung
näher erläutert. Die einzige 1 zeigt ein Ausführungsbeispiel
gemäß der Erfindung mit zwei seriell geschalteten Kühlern.
1 zeigt ein Fahrzeuggetriebe 1 mit einem Getriebegehäuse
2, in dessen unteren Bereich sich Öl ansammelt, das im Folgenden als
Ölsumpf 3 bezeichnet wird. In einem Teilbereich 4 des Getriebegehäuses
2 ist ein elektrohydraulisches Schaltgerät 5 untergebracht,
das im Folgenden auch als Mechatronik bezeichnet wird. Das elektrohydraulische Schaltgerät
5 enthält einen Steuerrechner, welcher in das Schaltgerät
5 integrierte Hydraulikventile ansteuert. Die Hydraulikventile wiederum
schalten hydraulisch die einzelnen Gänge des Getriebes des Fahrzeuggetriebes
1.
Das Fahrzeuggetriebe 1 weist einen Ölausgang
6 auf, über den Getriebeöl zu einem Hauptkühler
7 gepumpt wird. Von einem Ausgang 8 des Hauptkühlers
7 zweigt ein erster Teilvolumenstrom 9 ab, der zu einem ersten
Getriebeöleingang 10 und weiter zurück in das Fahrzeuggetriebe
1 gepumpt wird. Ein zweiter Teilvolumenstrom 11 wird durch einen
Nebenkühler 12 gepumpt. Während der Hauptkühler
7 das Getriebeöl auf ein erstes Temperaturniveau abkühlt, kühlt
der Nebenkühler 12, das vom Hauptkühler 7 kommende Getriebeöl
weiter auf ein zweites Temperaturniveau ab. Das erste Temperaturniveau kann beispielsweise
bei 100°C und das zweite Temperaturniveau beispielsweise bei 80°C liegen.
Vom Nebenkühler 12 wird der zweite Teilvolumenstrom zu den elektrohydraulischen
Getriebeschaltgerät 5 gepumpt. Der Nebenkühler 12 stellt
somit sicher, dass das elektrohydraulische Schaltgerät 5 stets in
einem Temperaturbereich gehalten wird, in dem es einwandfrei arbeitet.
Bei den beiden Kühlern 7, 12 kann es sich beispielsweise
um Öl/Wasserkühler oder um Öl-/Luftkühler handeln.
Alternativ zu dem in 1 gezeigten Ausführungsbeispiel,
bei dem der Nebenkühler 12 in Reihe zu dem Hauptkühler
7 angeordnet ist, kann eine parallele Anordnung vorgesehen sein, bei der
nach dem Getriebeölausgang 6 ein Teilvolumenstrom zum Hauptkühler
7 und ein weiterer Teilvolumenstrom zum Nebenkühler 12 verzweigt
wird.