Die Erfindung betrifft eine Ventilanordnung gemäß dem Oberbegriff
des Anspruches 1.
Stand der Technik
In Ventilanwendungen werden verschiedene Ventile für Ihre spezifische
Aufgabe speziell konstruiert und ausgelegt. Auch bei der Optimierung der einzelnen
Ventile wird in der Regel nur das einzelne, spezielle Ventil betrachtet. So können
z. B. in einer Anwendung in einem Klimakreislauf Schieberventile mit veränderbarer,
geometrisch speziell angepasster Ventilöffnung als Drosselventile verwendet,
während einzelne Verdampfer von Mehrzonen-Klimaanlagen mittels speziell und
individuell angeordneter Wegesitzventile abgeschaltet und geregelt werden. Beide
unterschiedliche Ventiltypen werden mit speziellen Aktoren betrieben, deren Hub
und Kraft und damit deren Baugröße und Ansteuerung ebenfalls auf die jeweils
individuelle Anforderung optimiert sind.
Darüber hinaus, und nicht nur in der Anwendung in Klimakreisläufen,
müssen je nach Kundensystem unterschiedliche Ventilausführungen, wie normal
offen (normally open: no) oder normal geschlossen (normally closed: nc) berücksichtigt
werden. D. h. bei Nichtbetätigung des Aktors sind Zu/bzw. Abflüsse der
Ventilanordnung entweder offen (no) oder geschlossen (nc).
Die individuelle Anpassung und Auslegung der Ventile führen zu
hohen Kosten, die nur durch hohe Stückzahlen kompensiert werden können.
In speziellen Anwendungsgebieten, wie etwa im Klimamanagement von Kfz oder in der
Hydraulik können hohe wirtschaftlich rentable Stückzahlen von dort verwendeten
Drosselorganen, Umschalt-, Kompressorregel- und Absperrventile oder ähnlichen
Bauelementen mit nur einem Produkt nicht immer sicher erreicht wird, so dass nach
Mitteln und Wegen gesucht wird, die Herstellkosten solche Bauteile zu verringern.
Zur Abdeckung verschiedener Funktionen von Ventilaufgaben wurden bereits
sog. Baukastensysteme für Ventilanordnungen vorgeschlagen, bei denen über
eine Verbindungsstelle unterschiedliche Ventilteile mit einer Betätigungseinrichtung
kombinierbar sind. Unterschiedliche Ventilteile werden dabei jeweils als Baugruppe
adaptiert. Solche Baukastensysteme haben den Vorteil, dass bei Adaption der Betätigungseinrichtung
an ein Ventilteil und die Aufgabe des Ventils die Fertigungs- und Montagekosten
solcher Systeme erheblich reduziert werden können (DE
103 22 585 A1).
Die bestehenden Baukastensysteme betreffen jedoch lediglich die Kombination
unterschiedlicher Ventilbaukomponenten, oder -funktionen wie Druckregelung, Druckbegrenzung,
Wegefunktionen, Stromregelung u. ähnl. Die Schnittstelle für die einzelnen
Baugruppen des Gesamtventils ist ein standardisiertes Ventilgehäuse, das von
seinen Nenngrößen her an die zu beherrschenden Fluidströme und -mengen
angepasst ist.
JP 2002122267 A (Patent Abstract
of Japan) zeigt eine Ventilanordnung, das aus einem Stellglied und einem unabhängig
davon angeordneten Rückstellelement in Form einer Schraubenfeder besteht. Das
Stellelement umfasst einen Dichtkörper mit dem zugehörigen Sitz, und ist
so angeordnet, dass es beidseitig in Bewegungsrichtung betätigbar ist, so dass
bei Beibehaltung der Betätigungs- und Wirkrichtung der Betätigungseinrichtung
die Ventilausführungen no und nc allein durch Änderung der Einbaurichtung
des Stellgliedes festgelegt sind. Das Rückstellelement bleibt jeweils bei der
Änderung der Einbaurichtung in die gleiche Position. Das Stellelement ist zwischen
der Betätigungseinrichtung und dem Rückstellelement angeordnet. Beim Wechsel
der Ventilausführung muss daher zunächst das Rückstellelement ausgebaut
werden, um das Stellelement in seiner Einbaurichtung zu ändern.
EP 0 704 649 A2 zeigt eine durch
einen Ankerkolben eines Elektromagneten betätigte Ventilanordnung, wobei eine
Stirnseite des Ankerkolbens einen Dichtkörper mit zugehörigem Dichtsitz
aufweist, um jeweils einen Durchfluss entweder zu öffnen oder zu schließen.
Durch Änderung der Einbaurichtung des Ankerkolbens mit seinem Dichtkörper
im Magnetteil der Ventilanordnung können unterschiedliche Ventilausführungen
wie no oder nc realisiert werden. Diese Anordnung weist für unterschiedliche
Ventilausführungen in einem Baukastensystem keine eindeutige Schnittstelle
zwischen Betätigungsteil und Ventilteil auf.
Aufgabenstellung
Es ist die Aufgabe der Erfindung, ein Baukastensystem für eine
Ventilanordnung vorzuschlagen, das auch unterschiedliche Ventilausführungen
wie normal offen (no) oder normal geschlossen (nc) umfasst. Die Aufgabe wird durch
die Merkmale des Patentanspruches 1 gelöst.
Bei der Erfindung wird allein durch die Einbaurichtung des kompletten
Ventilteils die beiden Ausführungsarten des Ventils normal offen (no) oder
normal geschlossen (nc) festgelegt. Die beiden Varianten unterscheiden sich nicht
durch die verwendeten Bauteile, sondern allein durch die Einbaurichtung, d. h. durch
die Richtung, in welche das Stellglied eines oder mehrerer Ventilteile bei Beibehaltung
der Wirkrichtung einer Betätigungseinrichtung montiert wird. Im Gegensatz zu
bekannten Anordnungen, in denen nur Teile des Ventilteiles wie
ein Stellelement in ihrer Einbaurichtung geändert werden, ist bei der Erfindung
vorgesehen, das komplette Ventilteil zusammen mit dem Rückstellelement in seiner
Einbaurichtung zu ändern. Hierzu ist erfindungsgemäß das Rückstellelement
in das Stellelement des Ventilteils integriert.
Durch den Einbau von Ventilteilen wird aus Betätigungseinrichtung
und eingebautem Ventilteil eine no und nc Charakteristik erreicht, ohne dass völlig
unterschiedliche Ventile konstruiert werden müssen. Allein die Einbaurichtung
eines einzigen Bauteils oder einer einzigen – ansonsten identischen Baugruppe
bestimmen diese Charakteristik. Konkret bedeutet dies, dass ein komplettes Ventilteil,
welches für die Ausführung no vorgesehen ist, auf Grund seiner Eigenschaften
bei Drehung um 180° auch für die Ausführung nc einsetzbar ist. Damit
können Basistypen von Betätigungselementen mit Basistypen von Ventilteilen
kombiniert werden, um unter Beibehaltung der unterschiedlichen Funktionalität
der Ventiltypen speziellen Anforderungsprofilen gerecht zu werden.
Mit der Erfindung wird ein Baukasten für Ventilanordnungen erstellt,
mit dem die Variantenvielfalt ganzheitlich systematisiert und auf dieser Basis kostenoptimal
eingesetzt wird. Auf diese Weise können durch Vereinzelung, insbesondere werkzeugfallende
Einzelteile, mit hohem individuellen Herstellungskosten in höheren Gesamtstückzahlen
gefertigt werden, so dass selbst Ventilvarianten in geringen individuellen Stückzahlen
kostengünstig hergestellt werden können.
In einer vorteilhaften Ausführung der Erfindung weist jedes Ventilteil
einen nahezu identischen Aufbau auf. Damit unterscheiden sich die beiden Varianten
no und nc im Gegensatz zu den herkömmlichen Baukastensystemen nicht durch die
verwendeten Bauteile, sondern ausschließlich darin, dass einzelne Bauteile
einer vormontierten Baugruppe abhängig von der Ventilfunktion in unterschiedlicher
Richtung montiert werden können. Ansonsten sind sie nahezu gleich aufgebaut,
oder es wird ausschließlich identischen Teile eingesetzt. Damit wird die Anzahl
völlig unterschiedlicher Typen reduziert. Diese Ausführung unterstützt
den Gedanken des „Baukastens" bei der Ventilanordnung.
Die Gleichteile bei einem Ventilteil können sowohl für Cartridge-
als auch für Blockventilausführungen verwendet werden.
Um Verwechselungen in der Ausführung no und nc bei Einbau oder
bei Zusammenbau zum Baukasten zu verhindern, kann vorteilhaft vorgesehen werden,
die Einbaurichtung zu kodieren, um Fehlmontagen zu vermeiden. Die Kodierung kann
in Form von optischen oder geometrischen Markierungen, wie Farbringen, von festgelegten
Verbindungsstellen oder ähnlichen Maßnahmen erfolgen.
Die Betätigungseinrichtung weist vorteilhaft einen Aktor mit
einem Stößel auf, der jeweils die Stelleinrichtung eines angeschlossenen
Ventilteils betätigt. Die Betätigungsart kann manuell durch Muskelkraft
z. B. über einen Knopf, Pedal oder einen Hebel oder auch mechanisch erfolgen.
Eine elektrische Betätigungsart kann entweder über einen Elektromagneten
oder einem Elektromotor erfolgen. Bei einer hydraulischen oder pneumatischen Betätigungsart
erfolgt die Betätigung durch direkte oder indirekte Druckbeaufschlagung eines
Fluids. Einsetzbar sind auch durch Druckdifferenz gesteuerte oder thermostatisch
betätigte Aktoren.
In einer ganz besonders vorteilhaften Ausführung der Erfindung
wird als Betätigungseinrichtung ein Hubmagnet mit einem drückenden Anker
und einem durch die Hubbewegung des Ankers axial bewegten Stößel verwendet.
Bei Bestromung des Ventilmagneten drückt der Anker mit einer Kraft proportional
zur Bestromung einer koaxial zum Ankerraum angeordneten Magnetspule gegen den Konus
des Magneten. Der Konuskörper weist hierzu einen axialen Durchgang auf, den
ein mit dem Anker verbundene Stange durchgreift, die wiederum den Stößel
für den Ventilteil bildet. An der dem Anker abgewandten Stirnseite des Konuskörpers
ist vorteilhaft eine axiale Ausnehmung vorgesehen, die eine Verbindungsstelle oder
Schnittstelle für ein einzusetzendes Ventilteil bildet.
Als Stellglied eines oder mehrerer Ventilteile in Verbindung mit einer
Betätigungseinrichtung kann vorteilhaft ein Wegeventil, bevorzugt ein 2/2-Wegesitzventil,
mit einem Ventilsitz, Dichtkörper und integrierten Rückstellelement verwendet
werden. In Verbindung mit dem oben beschriebenen Magneten als Betätigungseinrichtung
weist der Konuskörper mindestens einen Zu- bzw. Abfluss für den Ventilteil
auf. Im Konuskörper ist radial ein weiterer mit dem Zulauf im Ventilteil korrespondierender
Zulauf angeordnet. Ggf. können noch zusätzlich Steuerein- und/oder Ausgänge
für das Stellglied angeordnet sein.
Aufgrund der Differenzierung der Ventilbauteile über die unterschiedliche
Einbaurichtung weist der Dichtkörper in den beiden axialen Richtungen jeweils
einen Anschlag für den Stößel auf. Der Dichtkörper ist bevorzugt
kegelförmig ausgestaltet, dessen Kegelspitze ebenfalls axialen und mittig angeordneten
Ventilsitz öffnet oder schließt. Die Ausführung als Kugel, Halbkugel
oder als Flachsitz ist ebenfalls möglich.
Das integrierte Rückstellelement ist bevorzugt als Flachfeder
ausgestaltet mit einem axialen Durchlass für den Stößel
und das Fluid. Die Flachfeder ist radial an einer Schulter des Ventilsitzes gelagert
und stützt sich auf der Grundfläche des kegelförmigen Dichtkörpers
ab. Der auf dieser Seite angeordnete Anschlag durchdringt den axialen Durchlass
des Dichtkörpers. Dadurch werden Dichtkörper und Flachfeder gegeneinander
zentriert.
Das mit der Erfindung bestimmte Baukastensystem für Ventilanordnungen
erweist sich insbesondere dann von Vorteil, wenn für eine bestimmte Anwendung
unterschiedliche Ventiltypen oder -ausführungen gefordert werden.
Bei einem Klimakreislauf mit R 744 als Kältemittel, insbesondere
für mobile Anwendungen, der im transkritischen Bereich betrieben wird, wird
ein Baukasten realisiert, in dem ein drückender magnetischer Aktor in Form
eines Grundmagneten auf verschiedene Ventilteile und -funktionen wirkt. Diese stellen
sich wie folgt dar: Als Drosselorgan arbeitet in einem solchen Kreislauf z. B. ein
proportional arbeitenden Schieberventil in Blockversion in der Ausführung stromlos
offen (no). Für Ein- oder Zweiverdampfersysteme sind proportional schaltende
Absperrventile als Sitzventil, ebenfalls in der Blockversion, vorgesehen. Für
unterschiedlichen Betriebsarten von des Verdampfers sind die Sitzventile in der
Ausführung stromlos offen (no) oder stromlos geschlossen (nc) ausgeführt.
Soll der Klimakreislauf als Wärmepumpe verwendet werden Schaltventile
benötigt, die als Sitzventil ausgeführt sind und selbsthaltend sind. Der
Verdichter umfasst schließlich zur Regelung des Hubes noch einen oder mehrere
proportional wirkende oder schaltende Ventile, die als Sitzventile entweder no oder
nc ausgeführt sind.
Die Vielfalt der verwendeten Ventilteile wird durch die Erfindung
auf wenige Basistypen reduziert. Die Ausführungsarten no bzw. nc werden nur
durch Änderung der Einbaurichtung eines einzigen Bauteils oder einer Baugruppe
realisiert.
Weitere Vorteile der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen
und den in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispielen.
1a zeigt in einem Längsschnitt eine erste Ausführung
der Erfindung.
1b zeigt in einer Vergrößerung Details von
1a.
2 und 3 zeigen Varianten
der Darstellung von 1a.
4 zeigt einen bevorzugten Anwendungsfall der Erfindung.
1a zeigt in einer Längsschnittdarstellung eine
Ventilanordnung, die eine rechts dargestellte Betätigungseinrichtung
1 und links jeweils zwei unterschiedliche, übereinander dargestellte
Ventilteile 2 umfasst. Jeweils ein Ventilteil 2 ist an einer Verbindungs-
oder Schnittstelle 3 mit der Betätigungseinrichtung 1 verbindbar.
Die Verbindungsstelle ist als axiale Ausnehmung 13 an der dem Ventilteil
2 zugewandten Stirnseite der zylinderförmigen Betätigungseinrichtung
1 ausgeführt. Sie bildet einen Hohlraum 14 mit einer radialen
Bohrung 15 nach außen. Die Bohrung 15 bildet einen Zu- bzw.
Ablauf 7 für eine Fluid, der korrespondierende Zu- und Ablauf
7 ist axial an der der Betätigungseinrichtung abgewandten Stirnseite
angeordnet. Da die Ventilanordnung bidirektional verwendet wird, wird für den
Zu-/bzw. Abfluss 7 jeweils dasselbe Bezugszeichen verwendet.
1b zeigt die beiden Ventilteile 2 in einer
vergrößerten Darstellung, wobei das unten dargestellte Ventilteil der
1a der rechten Darstellung und das oben dargestellte
Ventilteil 2 der 1a der linken Darstellung
entspricht. Beide Ventilteile 2 sind identisch aufgebaut, unterscheiden
sich jedoch in der Einbaurichtung, beide sind jeweils um 180° gedreht.
Das Ventilteil 2 ist rotationssymmetrisch aufgebaut und besteht
im Wesentlichen aus einem Ventilsitz 4, einem Dichtkörper
5 und einem Rückstellelement 6 in Form einer Flachfeder
6. Der Ventilsitz 4 ist in Form eines zylindrischen Bauteils mit
einem sich axialen erstreckenden Durchlass 12 zur Betätigung des Dichtkörpers
5 ausgeführt. Jeweils eine Stirnseite des Bauteils bildet den Zu-
bzw. Abfluss 7 für die Ventilanordnung, oder bei Drehung um 180°
die Verbindungsstelle 3 zu der Betätigungseinrichtung 1.
Am dem äußeren radialen Rand des Ventilsitzes
4 ist auf einer Seite eine Schulter vorgesehen, die als erste Lagerstelle
für die Flachfeder 6 vorgesehen ist. Eine weitere Lagerstelle wird
durch den kegelförmigen Dichtkörper 5 gebildet. An der Grundfläche
des Kegels ist hierfür eine sich axial nach innen erstreckende kleine, radiale
Ausnehmung vorgesehen, die durch einen Zapfen 9 verschlossen ist und die
die Flachfeder 6 mit dem Dichtkörper 5 verbindet. Der Kopf
des Zapfens 9 bildet einen ersten Anschlag 10 für einen Stößel
8 der Betätigungseinrichtung. Die Kegelspitze des Dichtkörpers
5 weist eine flaschenkopfartige Verlängerung auf, die bei Drehung
um 180° einen weiteren Anschlag 11 bildet.
In 2 und 3
sind die beiden charakteristischen Ventilteile 2 der 1a
bzw. 1b jeweils mit der Betätigungseinrichtung
1 verbunden. Die Kombination bildet somit ein 2/2-Wegesitzventil.
2 und 3 unterscheiden
sich lediglich durch die Einbaurichtung des Ventilteils 2. Für beide
Einbaurichtungen des Ventilteils 2 kann die gleiche Betätigungseinrichtung
1 verwendet werden. Der Stößel 8
wirkt bei beiden Varianten in die gleiche Richtung. In Verbindung
mit der Betätigungseinrichtung 1 lassen sich somit für jede Einbaurichtung
des Ventilteils 2 unterschiedliche Ausführungsarten des 2/2 Wegeventils
darstellen, entweder als no (normally open), wie dies in 2
dargestellt ist, oder als nc (normally closed), wie dies aus 3
ersichtlich ist.
Die no Ausführung der 2 wird dadurch
gebildet, dass in der nicht aktivierten Stellung des Stößels
8 der Kegel des Dichtkörpers 5 den Durchlass 12
im Ventilsitz 4 offen lässt. Die Kegelspitze ist vom Anker weg ausgerichtet,
vergleichbar der rechten Darstellung der 1b. Das Fluid
kann in der dargestellten Position vom angenommenen Zulauf 7 über
den Durchlass 12 in den Hohlraum 14 der Betätigungseinrichtung
1 strömen und durch die Bohrung 15 wieder abfließen.
Bei Aktivierung drückt der Stößel 8 gegen die als Anschlag
10 wirkende Kappe 9 des Dichtkörpers 5 mit der Flachfeder
6 und drückt den Dichtkörper 5 in den Durchlass
12 des Ventilsitzes 4, wodurch der Durchfluss des Fluids solange
unterbrochen ist, wie die Betätigung aufrecht erhalten bleibt. Ohne Betätigung
wirkt die Flachfeder 6 als Rückstellelement.
Die nc Ausführung der 3 wird dadurch
gebildet, dass das Ventilteil 2 der 2 um 180°
gedreht wird. Die Seite des Bauteils 9, an der die Flachfeder
6 befestigt ist, ist an der dem Stößel 8 abgewandten
Seite angeordnet. Die Kegelspitze ist zum Aktor 16 ausgerichtet (vergleichbar
der linken Darstellung der 1b). Ohne Betätigung
drückt die vorgespannte Flachfeder 6 gegen den Durchlass
12 und verschließt diesen. Der Zulauf 7 im Ventilteil
2 ist von seinem Ablauf 7 im Hohlraum 14 der Betätigungseinrichtung
1 getrennt. Bei Aktivierung wird der Stößel 8 gegen
den Anschlag 11 an der Kegelspitze des Dichtkörpers 5 nach
links gedrückt und öffnet somit den Durchlass 12, solange die
Aktivierung aufrechterhalten bleibt. Ohne Betätigung wirkt die Flachfeder
6 als Rückstellelement.
Die Betätigungseinrichtung 1 (siehe insbesondere
1a, rechte Darstellung) weist einen elektromagnetisch
betätigten Aktor 16 und eine Betätigungsstange als Stößel
8 auf. Der Aktor 16 ist als Hubmagnet ausführt mit einem
zylinderförmigen Spulenkörper 17 und einer Spule 18,
die über einen axial nach außen geführten Steckeranschluss
19 bestromt wird. Der Hubmagnet weist an seinem dem Steckeranschluss
19 zugewandten Ende des Spulenkörpers 17 eine Jochscheibe
20 auf. Spulenkörper 17 und Jochscheibe 20 bilden
einen Hohlraum, in dem eine feste Lagerhülse 21 für einen Ankerkolben
22 angeordnet ist. Die Lagerhülse 21 erstreckt sich über
die gesamte, axiale Länge des Spulenkörpers 17 und des Konuses
23 des Magneten. Bei Bestromung der Spule 18 führt der Ankerkolben
22 eine Hubbewegung nach links in Richtung des Konusses 23. Durch
die Gestaltung des Steuerteiles (Ankergegenstück) am Konus 23 wird
erreicht, dass die Hubbewegung des Ankerkolbens 22 nahezu proportional
zum angelegten Strom ist. Die magnetisch wirkenden Teile des Hubmagneten werden
von einem Gehäuse 25 abgedeckt.
Von der in Hubrichtung weisenden Stirnseite des Ankerkolbens
22 erstreckt sich, in axialer Richtung vom Kolben 22 weg, der
Betätigungsstößel 8, mit dem die Betätigung des Ventilteils
2 erfolgt. Der Konus 23 weist hierzu einen axialen Durchlass auf,
durch den der Betätigungsstößel 8 geführt ist. Damit
ist der Hohlraum 14 mit dem Ankerraum des Magneten verbunden. Bei einer
Hubbewegung des Aktors 16 in Richtung des Konusses wird somit der Stößel
8 betätigt. Die Hubbewegung des Ankerkolbens 22 wird in einer
Richtung durch den Konus 23 und in der anderen Richtung durch den Hülsenboden
begrenzt, der nach außen gewölbt ist. An der Außenseite des Lagerhülsenbodens
schließt sich der Gehäusedeckel 26 an.
Die Ventilanordnung weist mehrere O-Ringabdichtungen 24 auf.
So ist der Konus gegenüber der Umgebung durch eine O-Ringabdichtung
24 abgedichtet. Eine weitere Abdichtung 24 ist zwischen dem Gehäuse
25 und dem Magnetteil vorgesehen.
Für die beiden Varianten no und nc nach 2
und 3 werden identische Bauteile verwendet. Damit wird
ein Baukasten für eine Ventilanordnung hergestellt, der für die beiden
Varianten no und nc mit den gleichen Baugruppen (Betätigungseinrichtung
1 und Ventilteil 2 auskommt).
4 zeigt einen Hydraulikschaltplan für die Steuerung
eines Klimakreislaufes, in dem die oben beschriebenen Ventilanordnungen verwendet
werden. Der Kreislauf besteht aus einem Expansionsventil 28, einem Wärmetauscher
32 (Gaskühler), einem weiteren Wärmetauscher 30a (Verdampfer),
einem Verdichter 29 und einem Sammler 31.
Parallel zum Verdampfer 30a ist über ein Absperrventil
27 ein zusätzlicher Verdampfer 30b vorgesehen, der bei Bedarf
zugeschaltet werden kann. Das Absperrventil 27 wird in der Ausführung
nc betrieben. In dieser Variante wird der zweite Verdampfer 30b nicht vom
Kältemittel durchströmt und wird nur auf speziellem Bedienerwunsch durch
Betätigung des Aktors 16 zugeschaltet. In diesem Fall erfolgt dies
durch Bestromung des Magneten der Betätigungseinrichtung 1.
Bei einer alternativen Auslegung des Klimasystems wird anstelle der
nc Ausführung des Absperrventils 27 die Variante no benötigt.
In diesem Falle entspricht das Ventil 27 der Darstellung der
2. Das Ventil 27 ist normalerweise durch Federkraft
(Flachfeder 6) offen und wird durch magnetische Betätigung geschlossen.
In dieser Variante wird der zweite Verdampfer 30b immer von Kühlmittel
durchströmt mit und wird nur auf speziellem Bedienerwunsch abgeschaltet.
- 1
- Betätigungseinrichtung
- 2
- Ventilteil
- 3
- Verbindungs-/Schnittstelle
- 4
- Ventilsitz
- 5
- Dichtkörper
- 6
- Rückstellelement
- 7
- Zu-/Abfluss
- 8
- Stößel
- 9
- Zapfen
- 10
- Anschlag (Kegelgrundfläche)
- 11
- Anschlag (Kegelspitze)
- 12
- Durchlass (Ventilsitz)
- 13
- Ausnehmung
- 14
- Hohlraum
- 15
- Bohrung (Zu-Abfluss Betätigungseinrichtung)
- 16
- Aktor
- 17
- Spulenkörper
- 18
- Spule
- 19
- Steckeranschluss
- 20
- Jochscheibe
- 21
- Lagerhülse
- 22
- Ankerkolben
- 23
- Konus
- 24
- O-Ringabdichtung
- 25
- Magnetgehäuse
- 26
- Gehäusedeckel
- 27
- Absperrventil
- 28
- Expansionsventil
- 29
- Verdichter
- 30a
- Verdampfer
- 30b
- Verdampfer
- 31
- Sammler
- 32
- Gaskühler
- no
- Normally open
- nc
- Normally closed