Aus der US 4,433,594 ist ein
stufenlos einstellbares Automatikgetriebe bekannt.
Der Erfindung liegt insbesondere die Aufgabe zugrunde, eine Getriebevorrichtung
insbesondere für ein stufenlos einstellbares Automatikgetriebe bereitzustellen,
mittels der hohe Komforteigenschaften erreichbar sind. Die Aufgabe wird jeweils
gelöst durch die Merkmale der unabhängigen Patentansprüche, wobei
weitere Ausgestaltungen der Erfindung den Unteransprüchen entnommen werden
können.
Es wird eine Getriebevorrichtung, insbesondere für ein stufenlos
einstellbares Automatikgetriebe vorgeschlagen, die eine Schwingungserkennungseinheit
aufweist, die dazu vorgesehen ist, ab einem Ausgangssignal eine Anzahl von wenigstens
einer bestimmten Schwingungskenngröße bei einer Schwingungserkennung,
insbesondere bei einer Primärdrehzahlschwingungserkennung, zumindest zu berücksichtigen.
Dabei soll unter „vorgesehen" insbesondere speziell ausgestattet, ausgelegt
und/oder programmiert verstanden werden. Unter einer „Schwingungserkennungseinheit"
soll insbesondere eine Einheit verstanden werden, die vorzugsweise eine Zählereinheit,
eine Auswerteeinheit, eine Prozessoreinheit bzw. eine Rechnereinheit und/oder eine
Speichereinheit mit einem darin gespeicherten Betriebsprogramm umfasst. Unter einer
„Schwingungskenngröße" soll insbesondere eine durch eine vorliegende
Schwingung bedingte wiederkehrende Kenngröße, wie vorzugsweise eine bestimmte
Drehzahlgröße und/oder besonders vorteilhaft eine Halbperiode, verstanden
werden.
Durch eine entsprechende erfindungsgemäße Ausgestaltung
kann eine Schwingung besonders schnell erkannt, es kann insbesondere ein besonders
robustes Drehzahlregelungssystem realisiert und es können Toleranzen vorteilhaft
ausgeglichen und es kann ein hoher Komfort realisiert werden. Ferner kann eine lange
Verfügbarkeit erreicht werden.
Konstruktiv einfach kann die Schwingungserkennungseinheit realisiert
werden, wenn dieselbe dazu vorgesehen ist, eine Anzahl von Durchgängen durch
eine Referenzgröße zu berücksichtigen.
Ferner wird eine Getriebevorrichtung, insbesondere für ein stufenlos
einstellbares Automatikgetriebe, mit einer Regeleinheit vorgeschlagen, die dazu
vorgesehen ist, in wenigstens einem Modus bei wenigstens einem erkannten Schwingungszustand
wenigstens einen Regelparameter wenigstens zur Reduzierung einer vorliegenden Schwingung
zu verändern, und zwar vorzugsweise in Richtung dämpfender Eigenschaft.
Unter einer „Regeleinheit" soll dabei insbesondere eine Einheit mit wenigstens
einem Regler und insbesondere mit einer Prozessoreinheit bzw. einer Rechnereinheit
und/oder einer Speichereinheit und einem darin gespeicherten Betriebsprogramm verstanden
werden. Durch eine entsprechende erfindungsgemäße Ausgestaltung können
Schwingungen zumindest reduziert, es kann eine robuste Übersetzung-/Drehzahlregelung
erreicht und der Komfort kann gesteigert werden. Ferner können mechanische
Serienstreuungen sowie Verschleiß und Alterung ausgeglichen und Fehlerbeanstandungen
können reduziert werden.
Weist die Getriebevorrichtung eine Speichereinheit auf, in der bestimmte
Fehler bzw. Zustände und/oder Informationen vorzugsweise über eine mittlere
Periodendauer, eine maximale Schwingungsamplitude, eine Primärdrehzahl, eine
Abtriebsdrehzahl, einen Arbeitsdruck an einem Variator, eine Temperatur, eine Anzahl
von erkannten Schwingungszuständen und/oder eine Anzahl von aktiven Schwingungsdämpfungen
durch eine Modifikation von Reglerparametern usw. gespeichert werden, kann ferner
eine besonders vorteilhafte Diagnosevorrichtung geschaffen werden, mittels der in
einer Werkstatt Informationen über beginnende Schädigungen gezielt gewonnen
werden können.
Eine besonders vorteilhafte Regelung kann erreicht werden, wenn die
Regeleinheit wenigstens einen Regler, vorzugsweise einen Drehzahlgradientenregler,
mit zumindest einem Regelanteil aufweist, wie vorzugsweise einen P-Regler, PI-Regler,
etc.
Ferner ist die Regeleinheit vorzugsweise dazu vorgesehen, verschiedene
Regelanteile mit jeweils eigenen Skalierfaktoren zu modifizieren, wodurch eine besonders
vorteilhafte Schwingungsdämpfung erreicht werden kann. Dabei können die
Skalierfaktoren durch eine Applikation an einem Prüfstand festgelegt sein oder
können auch in Abhängigkeit anderer Variablen ausgeführt sein.
Weitere Vorteile ergeben sich aus der folgenden Zeichnungsbeschreibung.
In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung dargestellt. Die
Beschreibung und die Ansprüche enthalten zahlreiche Merkmale in Kombination.
Der Fachmann wird die Merkmale zweckmäßigerweise auch einzeln betrachten
und zu sinnvollen weiteren Kombinationen zusammenfassen.
Dabei zeigen:
1 eine schematische Darstellung einer Getriebevorrichtung,
2 verschiedene Kennlinien über der Zeit bei einem
ersten Fallbeispiel,
3 die Kennlinien über der Zeit bei einem zweiten
Fallbeispiel,
4 die Kennlinien über der Zeit bei einem dritten
Fallbeispiel und
5 einen schematisiert dargestellten Ausschnitt einer
Regeleinheit der Getriebevorrichtung aus 1.
1 zeigt eine schematische Darstellung einer Getriebevorrichtung
für ein stufenlos einstellbares Automatikgetriebe mit einer Schwingungserkennungseinheit
10, die dazu vorgesehen ist, ab einem Ausgangssignal 11 eine Anzahl
von bestimmten Schwingungskenngrößen 12, 13,
14, 15 bei einer Schwingungserkennung zu berücksichtigen
(1 und 2). Die Schwingungserkennungseinheit
10 umfasst eine Rechnereinheit 24 und eine Speichereinheit
25 mit darin gespeicherten Betriebsprogrammen.
Über einen ersten Eingang 26 ist wird an die Schwingungserkennungseinheit
10 ein vorliegender Steuergerätemodus, eines nicht näher dargestellten
Steuergeräts übermittelt. Über einen zweiten Eingang 27
wird der Schwingungserkennungseinheit 10 eine mittels eines Tiefpassfilters
28 gefilterte Drehzahldifferenz zwischen einer gemessenen Primärdrehzahl
NPrim Mess eines Primärscheibensatzes des Automatikgetriebes und einer Referenzprimärdrehzahl
NPrim Ref des Primärscheibensatzes übermittelt. Über einen dritten
Eingang 29 wird der Schwingungserkennungseinheit 10 ein Freigabesignal
von einer Fahrzustandsüberwachungseinheit 30 übermittelt.
Überschreitet zu einem Zeitpunkt t0 die am Eingang
27 eingehende Drehzahldifferenz einen oberen Grenzwert 31 oder
einen unteren Grenzwert 32, wie dies beispielhaft gezeigt ist, und wird
an über die Eingänge 26, 29 eingehenden Informationen
erkannt, dass bestimmte Bedingungen für einen „ruhigen Fahrzustand"
vorliegen, wird ein Überwachungsbit 33 auf aktiv gesetzt, das Ausgangssignal
11 ausgelöst, eine Überwachung aktiviert und ein erster Timer
34 gestartet.
Die Bedingungen für einen „ruhigen Fahrzustand" sind dabei,
dass ein Primärdrehzahlsollgradient innerhalb Minimal/Maximal-Grenzen liegt,
ein Pedalwert kleiner als eine Maximalgrenze ist, ein Pedalwertgradient innerhalb
Minimal/Maximal-Grenzen liegt, eine Fahrzeugbeschleunigung innerhalb Minimal/Maximal-Grenzen
liegt, eine Fahrzeuggeschwindigkeit über einem Schwellenwert liegt, kein Notlaufbetrieb
vorliegt, ein Wählhebel des Automatikgetriebes auf Drive (D) oder auf Neutral
(N) steht, eine fehlerfreie Übersetzungsberechnung vorliegt bzw. kein entsprechendes
Fehlersignal vorliegt, kein Drehzahlfehlersignal vorliegt, kein Systemdruck bzw.
Öldruckfehlersignal vorliegt und ein Bremsmoment kleiner als ein Schwellwert
ist.
Die Schwingungserkennungseinheit 10 ist dazu vorgesehen,
eine Anzahl von Durchgängen 16, 17, 18,
19, 20 durch eine von einer vorgegebenen Referenzprimärdrehzahl
NPrim Ref gebildeten Referenzgröße 21 zu berücksichtigen,
und zwar werden vollständige negative Halbperioden mit einem Timer
35 und vollständige positive Halbperioden mit einem Timer
36erfasst, wobei mittels eines Zählers 37 die Anzahl der
vollen Halbperioden erfasst wird, die die Schwingungskenngrößen
12, 13, 14, 15 bilden. Nachdem vier vollständige,
gleichartige Halbperioden erkannt sind, wird eine Schwingungsdämpfung aktiviert
und die Schwingungserkennung deaktiviert, wie dies in einem Zeitpunkt t5 beispielhaft
dargestellt ist. Die Periodendauern der Halbwellen können dabei voneinander
abweichen.
Es ist ebenfalls möglich, dass die Schwingungsdämpfung nach
der Erkennung von weniger oder mehr als vier Halbperioden aktiviert wird.
Wird während der Schwingungserkennung eine bestimmte Bedingung
für einen „ruhigen Fahrzustand" nicht mehr erfüllt, wie dies in
3 dargestellt ist, oder sinkt vor dem Erreichen von
vier vollen Halbperioden die Drehzahldifferenz unter die Grenzwerte 31,
32, so dass eine Halbperiode unter den Grenzwerten 31,
32 liegt, wie dies in 4 dargestellt ist, wird
die Schwingungserkennung ebenfalls deaktiviert.
Die Getriebevorrichtung umfasst zur Realisierung einer Schwingungsdämpfung
eine Regeleinheit 22, die dazu vorgesehen ist, bei einem mit der Schwingungserkennungseinheit
10 erkannten Schwingungszustand einen Regelparameter 23 zur Reduzierung
einer vorliegenden Schwingung bzw. zur Dämpfung der Schwingung zu verändern
(1 und 5). Die Regeleinheit
22 ist teilweise einstückig mit der Schwingungserkennungseinheit
10 ausgeführt und weist dieselbe Rechnereinheit 24 und Speichereinheit
25 auf. Grundsätzlich könnte die Regeleinheit 22 jedoch
auch vollständig getrennt von der Schwingungserkennungseinheit 10
ausgeführt sein.
In 5 ist beispielhaft ein Ausschnitt
eines P-Reglers dargestellt. Grundsätzlich sind jedoch auch andere, dem Fachmann
als sinnvoll erscheinende Regler denkbar, wie insbesondere PI-Regler, PID-Regler
usw. Die Drehzahldifferenz zwischen der gemessenen Primärdrehzahl NPrim Mess
des Primärscheibensatzes und der Referenzprimärdrehzahl NPrim Ref wird
dabei einem Reglerverstärker 38 zugeführt. Liegt kein erkannter
Schwingungszustand vor, wird der Regelparameter 23 in einem Multiplizierer
39 mit einer mit der Ziffer eins übereinstimmenden Kenngröße
40 multipliziert. Liegt ein erkannter Schwingungszustand vor, wird ein
Schalter 42 geschaltet und der Regelparameter 23 wird mit einem
zur Schwingungsdämpfung vorgesehenen Skalierfaktor 41 multipliziert.
Nach dem Multiplizierer 39 schließt sich eine nicht näher dargestellte
Regelstrecke mit einem Stellglied und einer Sensorik an.
Die Schwingungserkennungseinheit 10 bildet zudem eine Diagnoseeinheit,
und zwar indem dies dazu vorgesehen ist, Informationen über erkannte Fehler
in der Speichereinheit 25 abzuspeichern, wie insbesondere Informationen
über Periodendauer, maximale Amplituden, Primärdrehzahl, Abtriebsdrehzahl,
Arbeitsdruck und Temperatur, insbesondere bei einem erkannten Schwingungszustand,
sowie insbesondere die Häufigkeit erkannter Schwingungszustände.
- 10
- Schwingungserkennungseinheit
- 11
- Ausgangssignal
- 12
- Schwingungskenngröße
- 13
- Schwingungskenngröße
- 14
- Schwingungskenngröße
- 15
- Schwingungskenngröße
- 16
- Durchgang
- 17
- Durchgang
- 18
- Durchgang
- 19
- Durchgang
- 20
- Durchgang
- 21
- Referenzgröße
- 22
- Regeleinheit
- 23
- Regelparameter
- 24
- Rechnereinheit
- 25
- Speichereinheit
- 26
- Eingang
- 27
- Eingang
- 28
- Tiefpassfilter
- 29
- Eingang
- 30
- Fahrzustandsüberwachungseinheit
- 31
- Grenzwert
- 32
- Grenzwert
- 33
- Überwachungsbit
- 34
- Timer
- 35
- Timer
- 36
- Timer
- 37
- Zähler
- 38
- Reglerverstärker
- 39
- Multiplizierer
- 40
- Kenngröße
- 41
- Skalierfaktor
- 42
- Schalter