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Dokumentenidentifikation DE102007026025A1 10.01.2008
Titel Heberfarbwerk einer Druckmaschine
Anmelder Heidelberger Druckmaschinen AG, 69115 Heidelberg, DE
Erfinder Luckhardt, Ulrich, 69115 Heidelberg, DE
DE-Anmeldedatum 04.06.2007
DE-Aktenzeichen 102007026025
Offenlegungstag 10.01.2008
Veröffentlichungstag im Patentblatt 10.01.2008
IPC-Hauptklasse B41F 31/14(2006.01)A, F, I, 20070604, B, H, DE
IPC-Nebenklasse B41F 31/15(2006.01)A, L, I, 20070604, B, H, DE   B41F 31/10(2006.01)A, L, I, 20070604, B, H, DE   B41F 31/00(2006.01)A, L, I, 20070604, B, H, DE   
Zusammenfassung Ein Heberfarbwerk (3) einer Druckmaschine (1) umfasst eine Heberwalze (9), eine erste Walze (6) mit einer Rotationsachse, eine zweite Walze (113) und eine Pendelwalze (10), die in einem Hebel (11) gelagert ist, der um die Rotationsachse der ersten Walze (6) schwenkbar ist. Die Pendelwalze (10) liegt permanent an der ersten Walze (6) und gleichzeitig an der zweiten Walze (113) an. Der Hebel (11) ist durch eine Feder (12) derart belastet, dass die Feder (12) den Hebel (11) rückstellt, wenn dieser durch zwischen der zweiten Walze (113) und der Pendelwalze (10) wirksame Umfangsfriktion ausgelenkt worden ist.

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf ein Heberfarbwerk einer Druckmaschine, welches eine Heberwalze, eine erste Walze mit einer Rotationsachse, eine zweite Walze und eine Pendelwalze, die in einem Hebel gelagert ist, der um die Rotationsachse der ersten Walze schwenkbar ist, umfasst, nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.

Ein solches Heberfarbwerk ist in EP 0 475 120 A1 beschrieben. Ein bei Heberfarbwerken auftretendes Problem ist der sogenannte Heberschlag. Es müssen Gegenmaßnahmen ergriffen werden, damit dieser von der Heberwalze verursachte Drehmomentstoß nicht ungedämpft zum Druckformzylinder weitergeleitet wird und die Druckqualität mindert.

In EP 0 143 998 B1 wird die über einen Zahnradzug erfolgende Weiterleitung des Heberschlages durch eine drehelastische Kupplung gedämpft.

In DE 197 15 614 B4 ist für die Farbwerkswalze, mit der die Heberwalze in Kontakt kommt, ein Separatantrieb vorgesehen und ist erkannt worden, dass der Heberschlag auch über die Umfangsfriktion der aufeinander abrollenden Walzen des Farbwerks weitergeleitet wird. Um eine Dämpfung dieser reibschlüssigen Weiterleitung zu erreichen, sind drei Zwischenwalzen vorgesehen, die frei drehbar gelagert sind.

Es ist die Aufgabe der Erfindung, ein Heberfarbwerk zu schaffen, bei welchem die reibschlüssige Weiterleitung des Heberschlages auf besonders effektive Weise gedämpft ist.

Diese Aufgabe wird durch ein Heberfarbwerk mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst. Das erfindungsgemäße Heberfarbwerk einer Druckmaschine, umfassend eine Heberwalze, eine erste Walze mit einer Rotationsachse, eine zweiten Walze und eine Pendelwalze, die in einem Hebel gelagert ist, der um die Rotationsachse der ersten Walze schwenkbar ist, ist dadurch gekennzeichnet, dass die Pendelwalze permanent an der ersten Walze und gleichzeitig an der zweiten Walze anliegt, und dass der Hebel durch eine Feder derart belastet ist, dass die Feder den Hebel rückstellt, wenn dieser durch zwischen der zweiten Walze und der Pendelwalze wirksame Umfangsfriktion ausgelenkt worden ist.

Bei dem erfindungsgemäßen Heberfarbwerk ist also neben der Heberwalze eine weitere Pendelwalze vorhanden, die in zu den Rotationsachsen der Walzen senkrechter Richtung pendelt. Im Gegensatz zur Heberwalze, welche mit ihren beiden Nachbarwalzen oder zumindest mit einer davon periodisch in und außer Kontakt kommt, steht die Pendelwalze mit jeder ihrer beiden Nachbarwalzen (erste Walze, zweite Walze) permanent in Kontakt. Beim Pendeln rollt die Pendelwalze nicht nur auf einem Punkt der Umfangslinie der ersten Walze ab, sondern entlang dieser Umfangslinie hin und her. Dabei wird der Hebel mitsamt der darin gelagerten Pendelwalze gegen die Rückstellwirkung der Feder durch Umfangskräfte ausgelenkt, die zwischen den Umfangsoberflächen der Pendelwalze und der zweiten Walze wirksam sind. Diese Umfangskräfte werden vom Heberschlag verursacht, welcher über die erste Walze auf die Pendelwalze übertragen wird und dem die zweite Walze entsprechende Gegenkräfte entgegensetzt, durch welche die Pendelwalze ausgelenkt wird. Die Vorspannung der Feder nimmt infolge der durch den Heberschlag verursachten Auslenkung des Hebels zu und beim Rückstellen des Hebels wieder ab. Die Feder kann den Hebel belasten, indem die Feder direkt auf dem Hebel abgestützt ist oder indirekt über ein am Hebel angeordnetes anderes Bauteil auf dem Hebel abgestützt ist. Das andere Bauteil kann z. B. ein Walzenschloss der Pendelwalze sein, welches am Hebel angeordnet ist. In den Unteransprüchen sind vorteilhafte Weiterbildungen des erfindungsgemäßen Heberfarbwerks genannt.

Bei einer Weiterbildung ist die erste Walze eine Reibwalze. Hierbei kann die zweite Walze eine Zwischenwalze sein, die an einer weiteren Zwischenwalze anliegt, welche an einer weiteren Reibwalze anliegt.

In einer weiteren Weiterbildung ist die zweite Walze eine Reibwalze. Hierbei kann die erste Walze eine Zwischenwalze sein, die an einer weiteren Zwischenwalze anliegt, welche an einer weiteren Reibwalze anliegt.

Bei einer weiteren Weiterbildung ist die erste Walze eine Zwischenwalze, die an einer Reibwalze anliegt, und ist die zweite Walze eine weitere Zwischenwalze, die an einer weiteren Reibwalze anliegt.

Bei einer weiteren Weiterbildung ist die erste Walze eine Reibwalze und ist die zweite Walze eine weitere Reibwalze.

Zur Erfindung gehört auch eine Druckmaschine, die mit dem erfindungsgemäßen oder einer der Weiterbildungen entsprechend ausgebildeten Heberfarbwerk ausgerüstet ist.

Weitere vorteilhafte Weiterbildungen des erfindungsgemäßen Heberfarbwerks sind in den Unteransprüchen genannt und ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung bevorzugter Ausführungsbeispiele und der dazugehörigen Zeichnung.

In dieser zeigen:

1 ein erstes Ausführungsbeispiel, bei dem eine weiche Pendelwalze um eine im Walzenzug erste Reibwalze pendelt und an einer harten Zwischenwalze anliegt,

2 ein zweites Ausführungsbeispiel, bei dem eine weiche Pendelwalze um eine harte Zwischenwalze pendelt und an einer im Walzenzug zweiten Reibwalze anliegt,

3 ein drittes Ausführungsbeispiel, bei dem eine harte Pendelwalze um eine weiche Zwischenwalze pendelt und an einer anderen weichen Zwischenwalze anliegt und

4 ein viertes Ausführungsbeispiel, bei dem eine weiche Pendelwalze um eine im Walzenzug erste Reibwalze pendelt und an einer im Walzenzug zweiten Reibwalze anliegt.

In jeder der 1 bis 4 ist eine Druckmaschine 1 zum Bedrucken von Bogen dargestellt. Die Druckmaschine 1 umfasst ein Offsetdruckwerk mit einem Druckformzylinder 2 und einem Farbwerk 3 zum Einfärben des Druckformzylinders 2.

Das Farbwerk 3 umfasst einen Farbkasten 4 mit einer Farbkastenwalze 5 und umfasst weiterhin einen Walzenzug oder -strang, der eine erste Reibwalze 6, eine zweite Reibwalze 7 und eine dritte Reibwalze 8 umfasst. Eine zwischen der Farbkastenwalze 5 und der ersten Reibwalze 6 angeordnete Heberwalze 9 kommt abwechselnd mit der langsam laufenden Farbkastenwalze 5 und mit der schnell laufenden ersten Reibwalze 6 in Kontakt, um von ersterer auf letztere die Druckfarbe zu übertragen. Die erste Reibwalze 6 ist innerhalb besagten Walzenzuges die der Farbkastenwalze 5 und der Heberwalze 9 am nächsten gelegene der Reibwalzen 6 bis 8. Die dritte Reibwalze 8 ist die von den drei Reibwalzen 6 bis 8 dem Druckformzylinder 2 am nächsten gelegene Reibwalze. Die zweite Reibwalze 7 ist der ersten Reibwalze 6 und der dritten Reibwalze 8 innerhalb des Walzenzuges zwischengeordnet.

Die Reibwalzen 6 bis 8 changieren axial und sind rotativ formschlüssig angetrieben. Damit ist gemeint, dass mit jeder Reibwalze 6 bis 8 jeweils ein Zahnrad koaxial angeordnet und drehfest verbunden ist, über welches die Rotation der jeweiligen Reibwalze 6 bis 8 angetrieben wird. Das Zahnrad kann z. B. auf dem Achszapfen der jeweiligen Reibwalze 6 bis 8 fest sitzen.

Die erste Reibwalze 6 kann über ein elastisches Dämpfungselement, z. B. eine drehelastische Kupplung, mit ihrem Zahnrad verbunden sein. Im Gegensatz zu einer frei drehbaren Walze, deren Rotation nur durch Umfangsoberflächenreibung zwischen ihrer Umfangsoberfläche und der Umfangsoberfläche einer Nachbarwalze angetrieben wird, ist die erste Reibwalze 6 auch im Falle des Vorhandenseins des Dämpfungselementes rotativ zwangsangetrieben bzw. formschlüssig angetrieben.

Ein formschlüssiger Antrieb der Rotation der ersten Reibwalze 6 ist auch gegeben, wenn diese drehfest mit einer Motorwelle eines Separatantriebs verbunden ist, der zusätzlich zu einem den Druckformzylinder 2 und die zweite Reibwalze 7 und die dritte Reibwalze 8 rotativ antreibenden Hauptantrieb der Druckmaschine 1 vorhanden ist. Im Fall des Separatantriebs der ersten Reibwalze 6 könnte deren Zahnrad entfallen.

Ein Zahnrad des Druckformzylinders 2 und die Zahnräder der zweiten Reibwalze 7 und der dritten Reibwalze 8 sind Bestandteile eines Zahnradzuges oder -getriebes, über welches der Hauptantrieb den Zylinder und die Walzen antreibt. Bestandteil des Walzenzuges ist auch eine Pendelwalze 10, welche in einem Hebel 11 drehbar gelagert ist.

Der Hebel 11 ist durch die Kraft einer Feder 12 beaufschlagt, welche beim Pendeln des Hebels 11 und der Pendelwalze 10 unter wechselnder Vorspannung steht. Die Pendelwalze 10 steht im Gegensatz zur Heberwalze 9 ständig mit ihren beiden Nachbarwalzen in gleichzeitigem Kontakt, wobei der Hebel 11 um die geometrische Rotationsachse der einen der beiden Nachbarwalzen schwenkbar gelagert ist und wobei der Kontakt zwischen der anderen Nachbarwalze und der Pendelwalze 10 durch einen Anschlag gesichert sein kann, der den Schwenkbereich des Hebels 11 begrenzt. Dieser Anschlag verhindert, dass die Feder 12 den Hebel 11 so weit verschwenkt, dass die Pendelwalze 10 außer Kontakt mit der anderen Nachbarwalze gelangt, um welche die Pendelwalze 10 nicht schwenkbar ist. In den gezeigten Beispielen ist die Feder 12 eine Druckfeder und mit ihrem einen Ende auf dem Hebel 11 und mit ihrem anderen Ende auf einem Gestell abgestützt. In der Zeichnung sind der Hebel 11 und die Pendelwalze 10 mit Volllinie und mit Phantomlinie jeweils in verschiedenen Schwenkpositionen, z. B. den Endlagen der Schwenkbewegung, dargestellt.

Die Rotation der Pendelwalze 10 ist ausschließlich über deren Kontakt mit den Nachbarwalzen frikativ angetrieben, weshalb der Pendelwalze 10 auch kein mit ihr koaxiales und drehfest verbundenes Zahnrad zugeordnet ist. Ein solches Zahnrad ist nicht erforderlich, weil die Rotation der Pendelwalze 10 ausschließlich durch Walzenumfangsfriktion angetrieben wird.

Der zuvor erfolgten Beschreibung der Gemeinsamkeiten der Ausführungsbeispiele folgt eine Darstellung von deren Besonderheiten.

Bei dem Ausführungsbeispiel gemäß 1 ist die Pendelwalze 10 eine Gummiwalze, also eine Walze mit gummielastischer Umfangsoberfläche. Der Hebel 11 ist um die Rotationsachse der ersten Reibwalze 6 schwenkbar gelagert, welche eine der beiden Nachbarwalzen bildet, an denen die Pendelwalze 10 ständig anliegt. Die andere Nachbarwalze ist eine erste Zwischenwalze 113, welche an einer zweiten Zwischenwalze 114 anliegt, die eine Gummiwalze ist und an der zweiten Reibwalze 7 anliegt. Ein zwischen der gemeinsamen Mittelpunktverbindungslinie der Pendelwalze 10 und der ersten Zwischenwalze 113 sowie der gemeinsamen Mittelpunktverbindungslinie der ersten Zwischenwalze 113 und der zweiten Zwischenwalze 114 liegender Innenwinkel beträgt mindestens 60° und höchstens 120°.

Die erste Zwischenwalze 113 ist in einem Hebel 115 gelagert, welcher um die Rotationsachse der zweiten Zwischenwalze 114 schwenkbar ist und durch eine Feder 116 belastet ist. Die unter Vorspannung stehende Feder 116 ist bestrebt, den Hebel 115 mitsamt der ersten Zwischenwalze 113 zur Pendelwalze 10 hin zu verstellen. Durch die gefederte Anstellung der ersten Zwischenwalze 113 an die Pendelwalze 10 ist eine Pendelbewegung mit einem besonders großen Schwenkwinkel der Pendelwalze 10 möglich. Die Rotationen der ersten Zwischenwalze 113 und der zweiten Zwischenwalze 114 sind ebenfalls ausschließlich durch Walzenumfangsfriktion angetrieben.

Das in 1 dargestellte Drehmomentstoß-Dämpfungssystem funktioniert folgendermaßen: Wenn die Heberwalze 9 auf die erste Reibwalze 6 auftrifft, wird letztere durch erstere kurzzeitig abgebremst. Der daraus resultierende Drehmomentstoß, der sogenannte Heberschlag, kann nicht formschlüssig von der ersten Reibwalze 6 auf die zweite Reibwalze 7 übertragen werden, weil diesbezügliche Gegenmaßnahmen in Form des bereits erwähnten elastischen Dämpfungselements oder des Separatantriebs der ersten Reibwalze 6 ergriffen sind.

Damit der Heberschlag auch nicht reibschlüssig, d. h. über die Umfangsflächenfriktion der aufeinander abrollenden Walzen, von der ersten Reibwalze 6 auf die zweite Reibwalze 7 in störender Weise übertragen wird, ist zwischen der ersten Reibwalze 6 und der zweiten Reibwalze 7 zumindest eine gefederte Dämpfungswalze in Form der Pendelwalze 10 angeordnet. Infolge der kurzzeitigen Abbremsung der ersten Reibwalze 6 wird von dieser die Pendelwalze 10 rotativ abgebremst. Infolge der Abbremsung der Pendelwalze 10 nehmen die Reibung und die Farbscherung zwischen der Pendelwalze 10 und der ersten Zwischenwalze 113 zu, so dass durch die daraus resultierende Tangentialkraft der Hebel 11 geschwenkt wird. Dieses Schwenken erfolgt gegen die Wirkung der Feder 12, welche dabei stärker komprimiert wird. Bei dem Schwenken bewegt sich die Pendelwalze 10 entlang der Umfangslinie der ersten Reibwalze 6 und bleibt die Pendelwalze 10 in Kontakt mit der ersten Zwischenwalze 113. Diese weicht unter zunehmender Vorspannung der Feder 116 ein wenig zurück, wobei die Feder 116 dafür sorgt, dass die sogenannte Kontaktstreifenbreite des von der Pendelwalze 10 zusammen mit der ersten Zwischenwalze 113 gebildeten Kontaktstreifens im Wesentlichen konstant gehalten wird. Nachdem die Feder 12 die Energie des Heberschlags aufgenommen hat, gibt die Feder 12 diese Energie beim Zurückfedern wieder ab, wobei der Hebel 11 mitsamt der Pendelwalze 10 durch die Feder 12 in Gegenrichtung – bezüglich 1 also entgegen dem Uhrzeigersinn – zurückgeschwenkt wird.

Die federnde Hin- und Herpendelbewegung der Pendelwalze 10 bewirkt eine zeitliche Streckung des Drehmomentstoßes und eine Abflachung von dessen Amplitude. Somit kann besagter Drehmomentstoß auch nicht über die aneinander anliegenden Umfangsoberflächen der Walzen von der ersten Reibwalze 6 auf die zweite Reibwalze 7 und von dort über den Zahnräderzug zum Druckformzylinder 2 in störender Form gelangen.

Bei dem Ausführungsbeispiel gemäß 2 liegt an der ersten Reibwalze 6 eine erste Zwischenwalze 217 und an letzterer eine zweite Zwischenwalze 218 an. Der Hebel 11 ist um die Rotationsachse der zweiten Zwischenwalze 218 schwenkbar gelagert, mit welcher die Pendelwalze 10 in permanentem Kontakt steht. Außerdem steht die Pendelwalze 10 mit der zweiten Reibwalze 7 in permanentem Kontakt. Die erste Zwischenwalze 217 und die Pendelwalze 10 sind Gummiwalzen.

Obwohl die Pendelwalze 10 bei dem zweiten Ausführungsbeispiel andere Nachbarwalzen als bei dem ersten Ausführungsbeispiel (vgl. 1) aufweist, funktioniert das Drehmomentstoß-Dämpfungssystem bei dem zweiten Ausführungsbeispiel im Prinzip genauso wie bei dem ersten Ausführungsbeispiel, so dass dessen diesbezügliche Erläuterungen im übertragenen Sinne für das zweite Ausführungsbeispiel gelten.

Ein erwähnenswerter Unterschied zwischen diesen beiden Ausführungsbeispielen ist darin zu sehen, dass beim zweiten Ausführungsbeispiel keine der beiden Nachbarwalzen der Pendelwalze 10 gefedert gelagert ist. Die Rückstellfunktion der Feder 116 des ersten Ausführungsbeispiels übernimmt beim zweiten das Eigengewicht, welches ein Hilfsgestell 219 und die beiden Zwischenwalzen 217, 218, die in dem Hilfsgestell 219 drehbar gelagert sind, zusammen aufbringen. Das Hilfsgestell 219 ist um die Rotationsachse der ersten Reibwalze 6 schwenkbar gelagert und bei der Schwenkbewegung des Hilfsgestells 219 bewegt sich die erste Zwischenwalze 217 entlang der Umfangslinie der ersten Reibwalze 6. Die zweite Zwischenwalze 218 bewegt sich bei besagter Schwenkbewegung des Hilfsgestells 219 nicht entlang der Umfangslinie der ersten Zwischenwalze 217, da die zweite Zwischenwalze 218 in einem von zwei miteinander starr verbundenen Armen des Hilfsgestells 219 gelagert ist.

Die Schwenkbarkeit des Hilfsgestells 219 ermöglicht es, dass sich die lichte Weite zwischen der zweiten Zwischenwalze 218 und der zweiten Reibwalze 7 etwas vergrößert, wenn die Pendelwalze 10 durch den Drehmomentstoß und seine Folgewirkungen ausgelenkt wird und bezüglich 2 im Uhrzeigersinn um die zweite Zwischenwalze 114 herum geschwenkt wird. Durch die Schwenkbarkeit des Hilfsgestells 219 kann die Pressstreifenbreite des von der Pendelwalze 10 zusammen mit der zweiten Reibwalze 7 gebildeten Press- oder Kontaktstreifens konstant gehalten werden und wird der mögliche Pendelwinkel, über welchen hinweg die Pendelwalze 10 hin- und herpendelt, vergrößert. Die Pendelwalze 10 drückt beim während der Spannungsphase der Feder 12 erfolgenden Schwenken das Hilfsgestell 219 mitsamt der darin gelagerten Walzen und dem ebenfalls im Hilfsgestell 219 gelagerten Hebel 11 etwas nach oben. Wenn die Feder 12 in ihrer Entspannungsphase den Hebel 11 und die Pendelwalze 10 zurückschwenkt, senkt sich das Hilfsgestell 219 wieder ab.

Bei dem Ausführungsbeispiel gemäß 3 liegt an der ersten Reibwalze 6 eine erste Zwischenwalze 320 und an der zweiten Reibwalze 7 eine zweite Zwischenwalze 321 an. Die Zwischenwalzen 320, 321 sind Gummiwalzen. Der die Pendelwalze 10 tragende Hebel 11 ist um die Rotationsachse der ersten Zwischenwalze 320 schwenkbar gelagert.

Die Pendelwalze 10 bleibt während ihrer Pendelbewegung im ständigen Abrollkontakt nicht nur mit der ersten Zwischenwalze 320, sondern auch mit der zweiten Zwischenwalze 321. Damit die zweite Zwischenwalze 321 vorübergehend ausweichen kann, wenn die Pendelwalze 10 entgegen der Rückstellwirkung der den Hebel 11 belastenden Feder 12 geschwenkt wird, und damit dabei die Pressstreifenbreite der Pendelwalze 10 und der zweiten Zwischenwalze 321 konstant gehalten wird, ist die zweite Zwischenwalze 321 mittels einer Feder 322 gefedert gelagert. Die mittels der Feder 322 erfolgende Anstellung der zweiten Zwischenwalze 321 an die Pendelwalze 10 erweitert deren möglichen Schwenkbereich. Ein zwischen der gemeinsamen Mittelpunktverbindungslinie der Pendelwalze 10 und der zweiten Zwischenwalze 321 sowie der gemeinsamen Mittelpunktverbindungslinie der zweiten Zwischenwalze 321 und der zweiten Reibwalze 7 liegender Innenwinkel beträgt mindestens 60° und höchstens 120°.

Auch bei dem dritten Ausführungsbeispiel ist die Übertragung des Drehmomentstoßes von der einen formschlüssig rotierten Walze, der ersten Reibwalze 6, auf die andere formschlüssig rotierte Walze, die zweite Reibwalze 7, nur in gedämpfter und somit für die Druckqualität unkritischer Form möglich. Die innerhalb des Walzenzuges zwischen den beiden formschlüssig angetriebenen Walzen 6, 7 angeordnete Pendelwalze 10 führt auch bei dem dritten Ausführungsbeispiel eine Hin- und Herpendelbewegung zur Dämpfung des Heberschlags aus, wodurch dessen ungedämpfte Weiterleitung über die Umfangsoberflächenfriktion der zwischen den Reibwalzen 6, 7 angeordneten Walzen vermieden wird. Eine ungedämpfte Weiterleitung des Drehmomentstoßes auf getriebetechnischem Weg ist ebenso wenig möglich, weil bei dem dritten Ausführungsbeispiel genauso wie bei allen anderen Ausführungsbeispielen die erste Reibwalze 6 über das elastische Dämpfungselement in den Zahnräderzug eingebunden ist oder stattdessen durch den Separatantrieb angetrieben wird.

Bei dem vierten Ausführungsbeispiel gemäß 4 liegt die Pendelwalze 10 permanent an der ersten Reibwalze 6 und gleichzeitig permanent an der zweiten Reibwalze 7 an.

Der Hebel 11 ist um die Rotationsachse der ersten Reibwalze 6 schwenkbar gelagert, so dass sich die Pendelwalze 10 beim Pendeln entlang der Umfangslinie der ersten Reibwalze 6 hin- und herbewegt. Der Außendurchmesser der Pendelwalze 10 ist ein bis fünf Millimeter größer als der minimale Abstand, die sogenannte lichte Weite, zwischen der ersten Reibwalze 6 und der zweiten Reibwalze 7.

Die Pendelwalze 10 ist eine Gummiwalze und die beiden Nachbarwalzen der Pendelwalze 10, die erste Reibwalze 6 und die zweite Reibwalze 7, sind rotativ formschlüssig angetriebene Walzen, wobei die Rotation der zweiten Reibwalze 7 vom Hauptantrieb der Druckmaschine über das Zahnradgetriebe erfolgt, zu welchem das mit der zweiten Reibwalze 7 koaxial angeordnete und drehfest verbundene Zahnrad gehört, welches auf dem Achszapfen der zweiten Reibwalze 7 festsitzt. Der formschlüssige rotative Antrieb der ersten Reibwalze 6 kann über den vom Hauptantrieb der Druckmaschine separaten Einzelmotor der ersten Reibwalze 6 erfolgen und kann stattdessen auch durch den Hauptantrieb der Druckmaschine 1 über das Zahnradgetriebe erfolgen, wobei ein zu diesem Zahnradgetriebe gehörendes Zahnrad koaxial mit der ersten Reibwalze 6 angeordnet und mit letzterer über ein elastisches Dämpfungselement drehfest verbunden ist.

Das Drehmoment-Dämpfungssystem funktioniert bei dem vierten Ausführungsbeispiel im Prinzip genauso wie bei den anderen Ausführungsbeispielen, so dass deren diesbezügliche Erläuterungen im übertragenen Sinne für das vierte Ausführungsbeispiel gelten.

1
Druckmaschine
2
Druckformzylinder
3
Farbwerk
4
Farbkasten
5
Farbkastenwalze
6
erste Reibwalze
7
zweite Reibwalze
8
dritte Reibwalze
9
Heberwalze
10
Pendelwalze
11
Hebel
12
Feder
113
erste Zwischenwalze
114
zweite Zwischenwalze
115
Hebel
116
Feder
217
erste Zwischenwalze
218
zweite Zwischenwalze
219
Hilfsgestell
320
erste Zwischenwalze
321
zweite Zwischenwalze
322
Feder


Anspruch[de]
Heberfarbwerk (3) einer Druckmaschine (1), umfassend eine Heberwalze (9), eine erste Walze mit einer Rotationsachse, eine zweite Walze und eine Pendelwalze (10), die in einem Hebel (11) gelagert ist, der um die Rotationsachse der ersten Walze schwenkbar ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Pendelwalze (10) permanent an der ersten Walze und gleichzeitig an der zweiten Walze anliegt, und dass der Hebel (11) durch eine Feder (12) derart belastet ist, dass die Feder (12) den Hebel (11) rückstellt, wenn dieser durch zwischen der zweiten Walze und der Pendelwalze (10) wirksame Umfangsfriktion ausgelenkt worden ist. Heberfarbwerk nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die erste Walze eine Reibwalze (6) ist. Heberfarbwerk nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die zweite Walze eine Zwischenwalze (116) ist, die an einer weiteren Zwischenwalze (114) anliegt, welche an einer weiteren Reibwalze (7) anliegt. Heberfarbwerk nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die zweite Walze eine Reibwalze (7) ist. Heberfarbwerk nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die erste Walze eine Zwischenwalze (218) ist, die an einer weiteren Zwischenwalze (217) anliegt, welche an einer weiteren Reibwalze (6) anliegt. Heberfarbwerk nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die erste Walze eine Zwischenwalze (320) ist, die an einer Reibwalze (6) anliegt, und dass die zweite Walze eine weitere Zwischenwalze (321) ist, die an einer weiteren Reibwalze (7) anliegt. Heberfarbwerk nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die erste Walze eine Reibwalze (6) und die zweite Walze eine weitere Reibwalze (7) ist. Druckmaschine (1), mit einer Heberfarbwerk (3) nach einem der Ansprüche 1 bis 7.






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