Ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Kalibrieren vektorieller Netzwerkanalysatoren verfügen über n Messtore (10a, 10b, 10c, 10d, 12a, 12b, 12c, 12d). Bei Anschluss mehrerer unterschiedlicher Kalibrierstandards an die Messtore (10a, 10b, 10c, 10d, 12a, 12b, 12c, 12d) werden mehrere Kalibriermessungen durchgeführt. Zur Kalibrierung werden verschiedene Messungen durchgeführt. In einem ersten Verfahren wird zunächst bei einer ersten Messung, ausgehend von einem Referenz-Mess-Zweitor, jedes weitere Mess-Zweitor nacheinander mittels einer direkten Verbindung oder einer kurzen angepassten Leitung bekannter Reflexion, Länge und Dämpfung kontaktiert. Anschließend werden bei einer zweiten Messung alle n Messtore (10a, 10b, 10c, 10d, 12a, 12b, 12c, 12d) mittels jeweils bekannter Eingangsimpedanzen beliebiger Transmissionseigenschaften abgeschlossen. In einer dritten Messung werden alle Messtore (10a, 10b, 10c, 10d, 12a, 12b, 12c, 12d) mittels unbekannter, jeweils identischer, reflektierender Abschlüsse abgeschlossen.
Beschreibung[de]
Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Kalibrierung
von vektoriellen Netzwerkanalysatoren zum Einsatz mit elektrischen Bauteilen mit
differentiellen Anschlüssen.
In der Präzisionselektronik dienen bei tiefen Frequenzen bis
hin zur Hochfrequenztechnik im GHz-Bereich vektorielle Netzwerkanalysatoren (VNA)
der präzisen Vermessung von elektronischen Bauteilen und Komponenten von aktiven
und passiven Schaltungen und Baugruppen.
Ein VNA nimmt die sogenannten Streuparameter von n-Toren (n = 1, 2,
...) auf, die ggf. in 2n-Pol-Parameter (z.B. Z- oder Y-Parameter) umgerechnet werden.
Bei mittleren und hohen Frequenzen (schnellen Schaltungen) weisen diese aufgenommenen
Daten jedoch sehr große Messfehler auf.
Eine sogenannte Systemfehlerkorrektur der VNA sorgt dafür, dass
präzise Messungen schneller elektronischer Bauteile überhaupt durchführbar
sind. Die Messgenauigkeit von VNA hängt in erster Linie von der Verfügbarkeit
eines Verfahrens zur Systemfehlerkorrektur ab.
Bei der Systemfehlerkorrektur werden innerhalb des sog. Kalibriervorganges
Messobjekte, die teilweise oder ganz bekannt sind, im Reflexions- und/oder Transmissionsverhalten
vermessen. Dies ist z.B. aus der DE 198
18 877 A1 und aus der DE 199 18
960 A1 bekannt. Aus diesen Messwerten erhält man über spezielle
Rechenverfahren Korrekturdaten (sog. Fehlergrößen oder -koeffizienten).
Mit diesen Korrekturdaten und einer entsprechenden Korrekturrechnung bekommt man
für jedes beliebige Messobjekt Messwerte, die von Systemfehlern des VNA und
der Zuleitungen (Verkopplungen = Übersprecher, Fehlanpassungen = Reflexionen)
befreit sind.
Die in der Hochfrequenztechnik übliche Beschreibungsform des
elektrischen Verhaltens von Komponenten und Schaltungen erfolgt über die Streuparameter
(auch S-Parameter). Die Streuparameter verknüpfen nicht Ströme und Spannungen,
sondern Wellengrößen miteinander.
Diese Darstellung ist den physikalischen Gegebenheiten der Hochfrequenztechnik
besonders gut angepasst. Bei Bedarf können diese Streuparameter in andere elektrische
Netzwerkparameter, die Ströme und Spannungen verknüpfen, umgerechnet werden.
1 zeigt ein Zweitor, das durch seine Streumatrix [S]
gekennzeichnet sei. Die Wellen a1 und a2 seien die auf das
Zweitor zulaufenden Wellen, b1 und b2 entsprechend die in
umgekehrter Richtung sich fortpflanzenden Wellen. Es gilt die Beziehung:
Ein bekanntes Kalibrierverfahren für ein Mehrtormodell, basierend
auf dem sogenannten 7-Term-Verfahren, illustriert, wie man mit Netzwerkanalysatoren,
die einen Sendeoszillator aufweisen, diese Streuparameter dieses sogenannten 1-Moden-Systems
mit hoher Präzision detektieren kann.
Bei passiven Messobjekten lassen sich diese Streuparameter bereits
in die Streuparameter für Bauteile mit differentiellen (symmetrischen) Toren
umrechnen. Eine ausführliche Beschreibung dieser Umrechnungen findet sich in
Heuermann, H., Hochfrequenztechnik, Lineare Komponenten hochintegrierter Hochfrequenzschaltungen,
Vieweg-Verlag, 2005, ISBN 3-528-03980-9, Kapitel 5. Dort wird gezeigt, dass es neben
den klassischen Toren (auch unsymmetrische oder Mono-Mode-Tore bzw. Einzeltore genannt),
wie diese in 1 dargestellt wurden, noch so genannte
Torpaare gibt, die ein Gleichtakt- und ein Gegentakt-Tor beinhalten.
Diese Torpaare werden häufig auch als differentielle oder symmetrische
Tore bezeichnet.
Mit der Vorstellung der sogenannten M-Parameter werden dort einerseits
Bauteile eingeführt, die ausschließlich Torpaare aufweisen. Bei diesen
Bauteilen treten nur Gleich- und Gegentaktmoden (2-Moden-System) auf. Für diesen
Fall lautet die M-Matrix für ein Zweitorpaar:
Mit den M-Parametern werden andererseits auch Bauteile eingeführt,
bei denen neben den Gleich- und Gegentaktmoden noch ein unsymmetrischer Mode (3-Moden-System)
auftritt. Es wird dort gezeigt, wie die Streuparameter einer Mehrtor-Messung in
M-Parameter umgerechnet werden können.
Diese dort vorgestellten Ergebnisse könnten suggerieren, dass
2- und 3-Moden-Systeme bereits vollständig elektrisch charakterisiert werden
können, sofern man diese mit einem Mehrtor-Netzwerkanalysator vermisst, dessen
Messwerte nach einem Verfahren nach DE 198
18 877 A1 im Mono-Mode-System korrigiert werden. Diese Annahme ist insofern
auch richtig, soweit es sich bei dem Messobjekt um ein passives Messobjekt handelt.
Nur ein passives Messobjekt kann mit einem Netzwerkanalysator, der nur eine Signalquelle
aufweist, ohne, dass sich dessen Eigenschaften verändern, vermessen werden.
Bei einem aktiven Bauteil, z.B. einem Verstärker, mit differentiellen
Anschlüssen verändert sich der Arbeitspunkt dramatisch, sofern dieser
unsymmetrisch angesteuert wird. Deshalb weist ein differentieller Verstärker
bei dieser Vorgehensweise andere M-Parameter auf, die sich insbesondere bei Großsignalaussteuerung
signifikant ändern.
Verfahren zur Kalibrierung von Netzwerkanalysatoren mit zwei und mehr
Sendeoszillatoren, die insbesondere eine differentielle Anregung für die Messung
unterstützen, sind bisher nicht üblich.
Zur Zeit werden aktive Bauelemente mit differentiellen Anschlüssen
mit der Hilfe von Symmetriergliedern vermessen. Bei tiefen Frequenzen werden breitbandige
Transformatoren und bei hohen Frequenzen schmalbandige Baluns als Symmetrierglieder
eingesetzt.
Die Symmetrierglieder werden an jedem Torpaar angeschlossen. Das Messobjekt
kann im richtigen Arbeitspunkt vermessen werden. Bei dieser Vorgehensweise treten
sehr viele Messfehler auf. Es werden beispielsweise nur die differentiellen Parameter
(Gegentaktparameter) des Messobjektes angegeben. Diese Parameter werden für
einen festen Impedanzabschluss des Gleichtaktmodes vermessen. Dieser ist beispielsweise
beim Transformator ein Leerlauf und entspricht in der Regel nicht den Werten, mit
der die Schaltungskomponente in der Gesamtschaltung zu berücksichtigen ist.
Weiterhin tritt jeder Balancierungsfehler des Symmetriergliedes als
Messfehler in Erscheinung.
Die Symmetrierglieder müssen sehr gut angepasst sein, was in
der Praxis sehr oft nicht der Fall ist. In diesem Fall kommen schwer kalkulierbare
Messfehler hinzu.
De facto entspricht diese Vorgehensweise einer skalaren Messung, wie
diese für rein unsymmetrische Messobjekte bis in die 70er Jahre eingesetzt
wurde.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zu Grunde, ein Verfahren und eine
Vorrichtung zu schaffen, die eine Kalibrierung vektorieller Netzwerkanalysatoren
zur Vermessung elektrischer Bauteile mit differentiellen Anschlüssen ohne die
Verwendung differentieller Kalibrierstandards ermöglicht und gleichzeitig einen
geringen Kalibrieraufwand bei hoher Genauigkeit erreicht.
Die Aufgabe wird erfindungsgemäß für das Verfahren
durch die Merkmale der unabhängigen Ansprüche 1, 2, 3 und 4 und durch
die Merkmale der unabhängigen Ansprüche 12, 13, 14 und 15 für die
Vorrichtung gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen sind Gegenstand der hierauf
rückbezogenen Unteransprüche.
Zur Kalibrierung vektorieller Netzwerkkatalysatoren, welche über
n Messtore verfügen, werden mehrere Kalibriermessungen durchgeführt. Dabei
werden mehrere unterschiedliche Kalibrierstandards an die Messtore
angeschlossen. Zur Kalibrierung wird eine Reihe von Messungen durchgeführt:
Zunächst wird bei einer ersten Messung ausgehend von einem Referenz-Mess-Zweitor
jedes weitere Mess-Zweitor nacheinander mittels einer direkten Verbindung oder einer
kurzen angepassten Leitung bekannter Reflexion, Länge und Dämpfung kontaktiert.
Anschließend werden bei einer zweiten Messung alle n Messtore
mittels jeweils bekannter Eingangsimpedanzen beliebiger Transmissionseigenschaften
abgeschlossen. In einer dritten Messung werden alle Messtore mittels unbekannter
jeweils identischer, reflektierender Abschlüsse abgeschlossen. So kann bei
minimaler Anzahl durchgeführter Kalibrier-Messungen eine genaue, differentielle
Kalibrierung durchgeführt werden.
Bei einem weiteres Verfahren zur Kalibrierung vektorieller Netzwerkkatalysatoren,
welche über zumindest n > 3 Messtore verfügen, werden ebenfalls mehrere
Kalibriermessungen durchgeführt. Dabei werden mehrere unterschiedliche Kalibrierstandards
an die Messtore angeschlossen. Zur Kalibrierung wird eine Reihe von Messungen durchgeführt:
Zunächst wird bei einer ersten Messung ausgehend von einem Referenz-Mess-Zweitor-Paar
jedes weitere Mess-Zweitor-Paar nacheinander mittels einer direkten Verbindung oder
einer kurzen angepassten Leitung bekannter Reflexion, Länge und Dämpfung
kontaktiert.
Anschließend werden bei einer zweiten Messung die beiden Messtore
jedes Mess-Zweitor-Paars mittels einer direkten Verbindung oder einer kurzen angepassten
Leitung bekannter Reflexion, Länge und Dämpfung miteinander verbunden.
In einer dritten Messung werden alle unsymmetrischen Messtore, welches nicht zu
einem Mess-Zweitor-Paar gehören, nacheinander mit einem Referenz-Messtor verbunden.
Anschließend werden bei einer vierten Messung alle n Messtore
mittels jeweils bekannter Eingangsimpedanzen beliebiger Transmissionseigenschaften
abgeschlossen. In einer dritten Messung werden alle Messtore mittels unbekannter
jeweils identischer, reflektierender Abschlüsse abgeschlossen.
So kann bei minimalem mathematischen Aufwand der Korrekturrechnung
eine genaue, differentielle Kalibrierung durchgeführt werden.
Bei einem dritten Verfahren zur Kalibrierung vektorieller Netzwerkkatalysatoren,
welche über n Messtore verfügen, werden ebenfalls mehrere Kalibriermessungen
durchgeführt. Dabei werden mehrere unterschiedliche Kalibrierstandards an die
Messtore angeschlossen. Zur Kalibrierung wird eine Reihe von Messungen durchgeführt:
Zunächst wird bei einer ersten Messung ausgehend von einem Referenz-Mess-Zweitor
jedes weitere Mess-Zweitor nacheinander mittels einer direkten Verbindung oder einer
kurzen angepassten Leitung bekannter Reflexion, Länge und Dämpfung kontaktiert.
Anschließend werden bei n weiteren Messungen alle n Messtore
nacheinander mittels jeweils bekannter Eingangsimpedanzen beliebiger Transmissionseigenschaften
abgeschlossen.
In weiteren Messungen werden alle n Messtore nacheinander mittels
unbekannter jeweils identischer, reflektierender Abschlüsse abgeschlossen.
So kann bei minimaler Anzahl benötigter Kalibrier-Standards eine genaue, differentielle
Kalibrierung durchgeführt werden.
Bei einem vierten Verfahren zur Kalibrierung vektorieller Netzwerkkatalysatoren,
welche über zumindest n > 3 Messtore verfügen, werden ebenfalls mehrere
Kalibriermessungen durchgeführt. Dabei werden mehrere unterschiedliche Kalibrierstandards
an die Messtore angeschlossen. Zur Kalibrierung wird eine Reihe von Messungen durchgeführt:
Zunächst wird bei einer ersten Messung ausgehend von einem Referenz-Mess-Zweitor-Paar
jedes weitere Mess-Zweitor-Paar nacheinander mittels einer direkten Verbindung oder
einer kurzen angepassten Leitung bekannter Reflexion, Länge und Dämpfung
kontaktiert.
Anschließend werden bei einer zweiten Messung die beiden Messtore
jedes Mess-Zweitor-Paars mittels einer direkten Verbindung oder einer kurzen angepassten
Leitung bekannter Reflexion, Länge und Dämpfung miteinander verbunden.
In einer dritten Messung werden alle unsymmetrischen Messtore, welches nicht zu
einem Mess-Zweitor-Paar gehören, nacheinander mit einem Referenz-Messtor verbunden.
Anschließend werden bei weiteren Messungen alle n Messtore nacheinander
mittels jeweils bekannter Eingangsimpedanzen beliebiger Transmissionseigenschaften
abgeschlossen. In weiteren Messungen werden alle n Messtore mittels unbekannter
jeweils identischer, reflektierender Abschlüsse abgeschlossen.
So kann bei minimalem mathematischen Aufwand der Korrekturrechnung
und bei minimaler Anzahl benötigter Kalibrierstandards eine genaue, differentielle
Kalibrierung durchgeführt werden.
Zur Kalibrierung einfacherer Netzwerkkatalysatoren, deren Messtore
durch jeweils eine unabhängige Messstelle und eine gemeinsame Referenzmessstelle
gebildet werden, wird vorteilhafterweise eine weitere Kalibriermessung durchgeführt.
Dabei werden alle n Messtore mittels bekannter, nicht notwendigerweise identischer
reflektierender Abschlüsse beliebiger Transmissionseigenschaften abgeschlossen.
Alternativ können n weitere Kalibriermessungen durchgeführt werden, wobei
alle n Messtore nacheinander mittels bekannter, nicht notwendigerweise identischer
reflektierender Abschlüsse beliebiger Transmissionseigenschaften abgeschlossen
werden. So ist eine Erweiterung der gezeigten Verfahren zur Kalibrierung von Netzwerkkatalysatoren
mit einer gemeinsamen Referenz-Messstelle möglich.
Bei einem weiteres Verfahren zur Kalibrierung einfacherer Netzwerkkatalysatoren,
deren Messtore durch jeweils eine unabhängige Messstelle und eine gemeinsame
Referenzmessstelle gebildet werden, werden ebenfalls vorteilhafterweise weitere
Kalibriermessungen durchgeführt. Dabei werden in einer ersten weiteren Messung
alle n Messtore nacheinander mittels bekannten, identischen Impedanzen abgeschlossen.
In zwei weiteren Kalibriermessungen werden alle n Messtore nacheinander mittels
zumindest zweier bekannter, deutlich unterschiedlich stark reflektierender Abschlüsse
beliebiger Transmissionseigenschaften abgeschlossen.
So ist eine Erweiterung der gezeigten Verfahren zur Kalibrierung von
Netzwerkkatalysatoren mit einer gemeinsamen Referenz-Messstelle möglich.
Vorteilhafterweise werden während der Messungen die Messtore
durch zumindest einen Sendeoszillator nacheinander mit einer Gleichtakt-Mode und
mit einer Gegentakt-Mode angeregt. Dabei werden Reflexionsparameter und Transmissionsparameter
an sämtlichen mit den Messtoren verbundenen Anschlüssen des vektoriellen
Netzwerkanalysators gemessen. Aus den so gemessenen Parametern werden Fehlernetzwerke
berechnet, die zur Korrekturrechnung von Roh-Messwerten genutzt werden. Die Fehlernetzwerke
enthalten dabei getrennte Parameter für eine Anregung mit einer Gleichtakt-Mode
und mit einer Gegentakt-Mode. Damit stehen alle, für die Korrekturrechnung
in differentieller Form, benötigten Parameter zur Verfügung.
Durch eine Anregung der Messtore mittels zweier Signal-Generatoren,
deren Phasen um zumindest 90°, vorzugsweise um ca. 180° verschoben sind,
wird vorteilhafterweise der differentielle Charakter der Messungen erreicht. Die
Verwendung zweier Signal-Generatoren erlaubt eine besonders genaue Einstellung der
Phasen-Differenz.
Alternativ kann die Anregung beispielsweise durch einen einzelnen
Signal-Generator folgen. Zur Anregung im Gegentakt-Mode wird das Signal des Signal-Generators
in zwei Anregungs-Signale aufgespalten. Die Phase eines der beiden Anregungs-Signale
wird dabei zumindest um 90°, vorzugsweise um ca. 180° verschoben. So kann
im Aufbau auf einen Signal-Generator verzichtet werden, und damit der Aufwand des
Aufbaus reduziert werden.
Die dargestellten Verfahren sollen allesamt als True-Differential-Verfahren
(TD-Verfahren) bezeichnet werden.
In der Praxis werden die Sendeoszillatoren so angesteuert, dass die
Signale in jedem Torpaar in einer Messung als Gleichtaktsignal und in einer weiteren
Messung als Gegentaktsignal anliegen. Unsymmetrische Tore werden wie gehabt nur
einfach angesteuert. Auch bei der Kalibrierung (mit weit verbreiteten unsymmetrischen
Standards) kann eine unsymmetrische Multiport-Ansteuerung eingesetzt werden.
Der Vorteil eines derartigen Aufbaus eines Netzwerkanalysators in
Verbindung mit den TD-Verfahren liegt darin, dass die Messobjekte unter Bedingungen
und in Arbeitspunkten vermessen werden, die auch dem späteren Einsatz entsprechen.
Mit diesen TD-Verfahren können erstmalig alle Multi-Moden-Messobjekte
mit einer Präzision vermessen werden, wie dieses Stand der Technik bei Mono-Mode-Streuparametern
ist.
Die Handhabung ist für den Anwender genauso einfach, wie er es
von Mono-Mode-Streuparametern gewohnt ist. Die Messgeschwindigkeiten liegen im gleichen
Bereich. Breitbandmessungen lassen sich weiterhin in gewohnter Art und Weise durchführen.
Ein ganz entscheidender Vorteil der TD-Verfahren ist die Tatsache,
dass Symmetrierfehler der Sendeoszillatoren keinen Einfluss auf die Genauigkeiten
des TD-Verfahrens haben. Lediglich die leicht veränderten Eigenschaften des
Messobjektes könnten die Messresultate etwas verändern, was jedoch bei
heutigen Realisierungsmöglichkeiten der Symmetrier-Eigenschaften der Oszillatoren
und der restlichen Hardware des Netzwerkanalysators zu vernachlässigen ist.
Bei dieser Erfindung werden zum Teil Netzwerkanalysatoren benötigt,
die 2n-Messstellen aufweisen. Die Kosten betreffend ist dieses nachteilig gegenüber
dem Mono-Mode-Verfahren, das nur Netzwerkanalysatoren mit n – 1 Messstellen
benötigt. In der Praxis werden jedoch diese Verfahren auch in 2n-Messstellen-VNA
eingesetzt, da diese Maschinen deutlich präziser und langzeitstabiler arbeiten,
da bei diesen Maschinen Drifteffekte der elektronischen Umschalter keinen Einfluss
auf die Messqualität haben.
Nachfolgend wird die Erfindung anhand der Zeichnung, in der ein vorteilhaftes
Ausführungsbeispiel der Erfindung dargestellt ist, beispielhaft beschrieben.
In der Zeichnung zeigen:
1 ein beispielhaftes Schaltbild eines Zweitors mit
vier Anschlüssen;
2 ein Schaltbild einer ersten beispielhaften Ausgestaltung
der erfindungsgemäßen Kalibriereinrichtung;
3 ein Schaltbild einer zweiten beispielhaften Ausgestaltung
der erfindungsgemäßen Kalibriereinrichtung;
4 eine erste beispielhafte Abfolge von Kalibriermessungen
an den Messtoren eines vektoriellen Netzwerkanalysators mit 4 Messtoren;
5 eine zweite beispielhafte Abfolge von Kalibriermessungen
an den Messtoren eines vektoriellen Netzwerkanalysators mit 5 Messtoren;
6 die Möglichkeit des Ersatzes einer Kalibriermessung
bei Anschluss von n Kalibrierstandards durch n Kalibriermessungen bei Anschluss
eines Kalibrierstandards;
7 die Messtore eines beispielhaften alternativen Netzwerkanalysators
mit n Messtoren und n + 1 Messstellen.
Zunächst wird anhand der 1–3
der Aufbau und die erfindungsgemäße Verschaltung des zu kalibrierenden
Netzwerkanalysators erläutert. Mittels 4–6
werden unterschiedliche erfindungsgemäße Kalibrierverfahren in der Abfolge
der Messanordnungen gezeigt. 7 zeigt die Konfiguration
eines alternativen Netzwerkanalysatorkonzepts. Identische Elemente wurden in ähnlichen
Abbildungen zum Teil nicht wiederholt dargestellt und beschrieben.
1 zeigt ein beispielhaftes Schaltbild eines Zweitors,
das durch seine Streumatrix [S] gekennzeichnet sei. Die Wellen a1 und
a2 seien die auf das Zweitor zulaufenden Wellen, b1 und b2
entsprechend die in umgekehrter Richtung sich fortpflanzenden Wellen. Es gilt die
Beziehung:
In 2 ist der in der Praxis interessante
Fall eines 4-Tor Netzwerkanalysesystems mit zwei Sendeoszillatoren als Blockschaltbild
illustriert. Man erkennt, dass 2n = 8 Messstellen 15 zur Vermessung eines
Zweitorpaares notwendig sind. Die 2 zeigt auf, wie
ein derartiger Aufbau zu realisieren ist und dient als Grundlage für die Beschreibung
der Multi-Moden-Verfahren.
In 2 wird dargestellt, wie zwei Signale
zweier Quellen 17a und 17b über je einen Umschalter
16a und 16b, deren Eigenschaften Reproduzierbarkeit, Reflexion,
Langzeitstabilität usw. nicht in die Messgenauigkeit aber in eine mögliche
Arbeitspunktverschiebung eingehen, auf die vier Zweige 18, 19,
20 und 21 geleitet werden.
Die Umschalter weisen zwei Schalterstellungen auf und werden jeweils
von einem gleichphasigen (0°) und einem gegenphasigen (180°) Signal angesteuert.
Die als ideal angenommenen Messstellen 15 nehmen jeweils ein Maß für
die hinlaufende und transmittierte Welle auf. Die Signale der Messstellen werden
bevorzugt parallel abgerufen, können aber auch seriell abgerufen (abgetastet)
werden, da dieses Messsystem mit Ausnahme der Schalter und Oszillatoren langzeitstabil
ist.
Sämtliche deterministischen Nichtidealitäten und Unvollkommenheiten
des VNA zwischen Umschaltern und Messtorebenen in Form von Fehlanpassungen und Übersprechern
werden in den Fehlermatrizen 13, 14a, 14b und
14c zusammengefasst und berücksichtigt.
An den Toren 10a–10d ist das Messobjekt
11 (DUT: Device Under Test) mit dem vektoriellen Mehrtor-Netzwerkanalysator
verbunden. Die Tore 10a und 10b lassen sich zu einem Torpaar zusammenfügen.
Das gleiche gilt für die Tore 10c und 10d. Durch die 0°/180°-Phasenverschiebungen
der Oszillatoren bei gleicher Amplitudenhöhe wird das Messobjekt jeweils an
beiden Torpaaren mit einem Gleich- und einem Gegentaktsignal angesteuert.
Die TD-Verfahren (True-Differential) lassen sich von der mathematischen
Seite in drei Schritte unterteilen:
1. Selbstkalibrierung,
2. Direkte Kalibrierung, und
3. Systemfehlerkorrektur.
Beim ersten Schritt „Selbstkalibrierung" werden die unbekannten
Parameter in den Kalibrierstandards berechnet. Unbekannt sind ggf. die Transmissionswerte
des zweiten (Match-)Standards und die Reflexionen und Transmissionswerte des dritten
(Reflect/Short/Open) Standards.
Hierzu werden Spur- und Determinanteneigenschaften von Abbildungsmatrizen
genutzt, wie auch in Heuermann, H., Sichere Verfahren zur Kalibrierung von Netzwerkanalysatoren
für koaxiale und planare Leitungssysteme, Dissertationsschrift, Institut für
Hochfrequenztechnik, Ruhr-Universität Bochum, 1995, ISBN 3-8265-1495-5, nachzulesen
ist. Im Gegensatz zu sonstigen Veröffentlichungen werden die Match-Kalibrierstandards
nicht mit idealen Eigenschaften (S11 = 0) in der Mathematik berücksichtigt.
Dies führt dazu, dass die sich ergebenden Gleichungen zur Berechnung der Reflexionswerte
der Selbstkalibrier-Standards (z.B. Reflect = R) deutlich länger sind, als
in der Literatur angegeben. Jedoch unterscheiden sich diese Gleichungen bzgl. Eindeutigkeitsbetrachtungen
u.a. nicht von den üblichen Lösungen der Selbstkalibrierrechnungen.
Für die Selbstkalibrier-Standards der TD-Verfahren gilt:
1. Die Phase des Reflexionsstandards R muss nur auf ± 90° bekannt
sein. Mehr Informationen werden nicht benötigt. In der Praxis setzt man einen
realen Kurzschluss und einen Leerlauf ein. Die Abweichungen zu einem idealen Kurzschluss
oder Leerlauf haben keinen Einfluss auf die Messgenauigkeit.
2. Setzt man als zweiten Kalibrierstandard einen angepassten Standard mit endlicher
Transmission ein, so muss entweder die Phase der Transmission auf ± 90°
bekannt sein oder der Betrag eine merkliche Transmissionsdämpfung aufweisen.
Mehr Informationen werden nicht benötigt. In der Praxis setzt man häufig
eine kurze Präzisionsleitung ein, deren Länge ungleich n·180°
sein muss.
Beim zweiten Schritt direkte „Kalibrierung" werden die Fehlerkoeffizienten
berechnet.
Hierzu müssen sämtliche elektrischen Eigenschaften der Kalibrierstandards
bekannt sein (z.B. in Form der Streuparameter).
Man unterscheidet zwei Klassen von bekannten Kalibrierstandards:
1. Absolutstandards;
2. Sogenannte postulierte Standards
Bei den Absolutstandards handelt es sich um physikalische Bauteile,
deren elektrisches Verhalten aus einer Präzisionsfertigung und Berechnung oder
aus dem Selbstkalibrierprozess bekannt sind. Für die TD-Verfahren werden i.d.R.
die vier Absolutstandards eingesetzt:
1. Der Leitungsstandard L muss (nach der Selbstkalibrierung) beim TD-Verfahren
vollständig bekannt sein, kann aber eine Transmissionsdämpfung und eine
endliche Reflexionsdämpfung aufweisen.
2. Die Impedanzstandards M müssen vollständig bekannt sein, können
beim TD-Verfahren jedoch unterschiedlich sein. Derartige Standards werden oft auch
als Transfer-Match bezeichnet.
3. Die Reflexionsstandards S, O oder R müssen (nach der Selbstkalibrierung)
vollständig bekannt sein, brauchen beim TD-Verfahren jedoch nicht die idealen
Werte eines Kurzschlusses oder eines Leerlaufes einhalten. Derartige Standards werden
oft auch als Transfer-Reflect bezeichnet.
4. Die Absolutstandards S und O sind vom Hersteller präzise beschrieben
und diese Werte werden direkt eingesetzt.
Postulierte Standards sind keine physikalischen Bauteile. Es handelt
sich jeweils um das Verhalten kontaktierter Messtore in der Referenzebene. Der bekannteste
postulierte Standard ist die Durchverbindung. Der Durchverbindung (direkte Verbindung
von zwei Messtoren) werden die Eigenschaften perfekte Anpassung (Sii
= 0) und perfekte Transmission (Sij = 1) zugeordnet. Einen zweiten bekannten
postulierten Standard findet man in der Literatur für die sogenannten 15-Term-Verfahren,
z.B. in Heuermann, H., Sichere Verfahren zur Kalibrierung von Netzwerkanalysatoren
für koaxiale und planare Leitungssysteme, Dissertationsschrift, Institut für
Hochfrequenztechnik, Ruhr-Universität Bochum, 1995, ISBN 3-8265-1495-5. Dieser
bildet zwei Leerläufe und hat eine perfekte Isolation. Für die Vermessung
von Multi-Moden-Objekten kann man nunmehr einen weiteren postulierten Standard einführen:
Verbindet man die beiden Messtore eines Torpaares miteinander, so handelt es sich
für ein Gleichtaktsignal um einen perfekten Leerlauf und für ein Gegentaktsignal
um einen perfekten Kurzschluss. Dieser neue postulierte Standard wird bei den TD-Verfahren
für die direkte Kalibrierung genutzt.
In den Ansprüchen führt man zwar scheinbar eine Durchverbindung
durch, aber im mathematischen Modell handelt es sich um die postulierten Standards
Kurzschluss und Leerlauf mit perfekter Isolation. Deshalb werden diese im Weiteren
auch als „Verbindung der Messtore" bezeichnet. Mit diesen neuen postulierten
Zweitorkalibrierstandards führt man mathematisch eine Reihe von Zweitorkalibrierungen
durch und kennt danach die Fehlerkoeffizienten der Fehlernetzwerke, z.B.:
13 und 14a–c.
Zur Ermittlung der Fehlermatrizen, die auf dem klassischen 7-Term
Modell (die Bezeichnung 7-Term Modell rührt von der Zweitor-Kalibrierung, bei
der die zugehörigen 2·2 Fehlermatrizen [A] und [BI] insgesamt 7 Fehlerterme
enthalten, da immer eine der 8 enthaltenen Größen auf 1 gesetzt werden
kann) basieren, wird eine Zweitorkalibrierung zwischen dem Referenztor mit der Fehlermatrix
[A] und dem Tor mit den Fehlermatrizen [BI] durchgeführt. In diesem
Fall hat die Verbindung der beiden Messtore in M-Parametern den Charakter eines
postulierten Kurzschlusses für die Gegentaktwelle und eines postulierten Leerlaufes
für die Gleichtaktwelle aber für die in der Kalibrierung verwendeten S-Parameter
den Charakter einer Durchverbindung.
Danach wird für das in 2 angegebene
Beispiel je eine Zweitorkalibrierung zwischen dem Referenztor 10b mit der
Fehlermatrix [A] und dem Tor 10d mit den Fehlermatrizen [BIII]
und den 10a und 10c durchgeführt. In diesem Fall hat die
Verbindung der Messtore den Charakter einer postulierten Durchverbindung.
Die Kalibrierung führt für das Model nach 2
zu Fehlerkoeffizienten, die mit der S-Matrix verknüpft sind, und für das
Model nach 3 zu Fehlerkoeffizienten, die mit den M-Parametern
verknüpft sind. Ersteres soll im weiteren als S-Parameter Kalibrierung und
letzteres als direkte Kalibrierung bezeichnet werden.
Beim dritten Schritt „Systemfehlerkorrektur" werden die Messdaten
eines unbekannten Messobjektes von den Fehlern des VNA und den Zuleitungen korrigiert.
Zur Herleitung einer mathematischen Lösung für dieses Problem gibt es
aus heutiger Sicht zwei interessante Ansätze. Beide beinhalten, dass die Messstellen
in einer unsymmetrischen Schaltungstechnik realisiert sind, wie es Stand der Technik
ist. Von den Anforderungen an den technischen Aufbau des Multi-Moden-Netzwerkanalysators
gibt es keine Unterschiede zwischen diesen beiden Ansätzen.
Ansatz 1 (nach S-Parameter Kalibrierung) behandelt das Problem, wie
es in 2 dargestellt ist. Es verwendet die Wellengrößen
ai und bi als Hilfsgrößen und berechnet die Multi-Moden-Parameter
erst über eine Transformation, wie diese in Heuermann, H., Hochfrequenztechnik,
Lineare Komponenten hochintegrierter Hochfrequenzschaltungen, Vieweg-Verlag, 2005,
ISBN 3-528-03980-9, angegeben sind.
Im Gegensatz zum bekannten 7-Term Multi-Port-Verfahren werden für
Torpaare zwei Wellen einmal gleichphasig und einmal gegenphasig imitiert. Obwohl
mathematisch im ersten Schritt in Multi-Port-S-Parametern gearbeitet wird, werden
Zweitorpaare nur mit Anregungen von Gleich- und Gegentaktwellen untersucht. Dieser
Ansatz hat den Nachteil, dass die Anzahl der durchzuführenden Rechnungen viel
größer ist als beim zweiten Ansatz. Er hat aber den Vorteil, dass er kompatibel
zu bekannten Mehrtor-Kalibrierverfahren ist, bei denen auch die Fehlermatrizen [A]
und [Bi] berechnet werden müssen.
Die Ausgangsbasis für die mathematische Beschreibung des Ansatzes
1 bildet das Fehlermodell in 2. Der Einfachheit halber
soll die mathematische Herleitung nur für den in der Praxis interessanten Fall
der Vermessung von symmetrischen Zweitoren (so genannten Zweitorpaaren mit einem
Eingangs-Torpaar und einem Ausgangs-Torpaar) durchgeführt werden. Die Verallgemeinerung
dieser Vorgehensweise zu zusätzlichen Torpaaren kann auf einfache Art und Weise
durchgeführt werden, indem man beide Umschalter je mit weiteren Ausgangstoren
erweitert und für jedes weitere Torpaar des Messobjektes zwei Fehlernetzwerke
und vier zusätzliche Messstellen berücksichtigt. Die Berücksichtigung
von zusätzlichen unsymmetrischen Toren (sog. Einzeltore) kann durchgeführt
werden, indem man an einem Umschalter je ein weiteres Ausgangstor vorsieht und für
jedes weitere Tor des Messobjektes ein Fehlernetzwerke und zwei zusätzliche
Messstellen berücksichtigt.
Im Weiteren ist es vorteilhaft, die mathematische Formulierung der
Fehlerzweitore in der inversen Form der angegebenen Transmissionsparameter anzusetzen:
[G] = [A]–1, [Hi] = [Bi]–1,
i = 1, 2(2)
wobei für die Ein- und Ausgänge an den Fehlernetzwerken
gilt. Diese Gleichungen lassen sich nach den Wellengrößen ai
und bi auflösen und für das Viertor nach 2
in die Gleichung
einsetzen. Hierbei bekommt man für jede Schalterstellung die Werte einer Matrixspalte,
was letztlich zu einem linearen Gleichungssystem, bestehend aus zwei n·n Messwertmatrizen
und der n·n Streumatrix, führt. Löst man dieses Gleichungssystem
nach der [Sx]-Matrix auf, so stehen einem die fehlerkorrigierten Streuparameter
eines n-Tores zur Verfügung.
Mittels der in Heuermann, H., Hochfrequenztechnik, Lineare Komponenten
hochintegrierter Hochfrequenzschaltungen, Vieweg-Verlag, 2005, ISBN 3-528-03980-9,
gegebenen Umrechnungen ist man dann in der Lage, aus diesen präzisen Streuparametern
die Multi-Moden-Parameter zu berechnen.
Dieser letzte Rechenschritt ist zwar recht aufwendig bezüglich
der Rechenzeit, vereinfacht aber den Programmieraufwand bei einem Standard-VNA,
von dem auch erwartet wird, dass er Multi-Port-Streuparameter-Messungen durchführen
kann.
Dieser zeitaufwendige Rechenschritt entfällt, wenn man die Vorgehensweise
nach Ansatz 2 wählt.
Ansatz 2 (nach direkter Kalibrierung) behandelt das Problem so, wie
es in 3 dargestellt ist. Es verwendet die Wellengrößen
a+i und b+i der Gleichtaktwelle und Wellengrößen a–i und b–i der Gegentaktwelle und berechnet die Multi-Moden-Parameter direkt über
der Fehlerkorrektur mit den Matrizen [C1] und [C2].
Letztere enthalten zwar je 16 Werte, mit jedoch nur 8 unbekannten
Fehlerkoeffizienten. Da man wiederum diese auf einen Wert beziehen kann, sind 7
+ 8 = 15 unbekannte Fehlerkoeffizienten in 3 enthalten.
In 2 sind 3 Fehlerkoeffizienten für die Matrix
[A] und je 4 Koeffizienten für die [Bi]-Matrizen und somit ebenfalls 15 Fehlerkoeffizienten
enthalten. Die Koeffizienten der Matrizen [A] und [Bi] lassen sich in den Koeffizienten
der Matrizen [Ci] umrechnen. Somit kann man auch nach einer S-Parameter Kalibrierung
und einer zusätzlich einmalig durchgeführten Umrechnung der Fehlerkoeffizienten
eine direkte und somit schneller Fehlerkorrektur durchführen.
Die Korrekturrechnung geschieht in ähnlicher Art und Weise, wie
diese bereits für den Ansatz 1 angegeben wurde.
4 zeigt eine erste beispielhafte Abfolge von Kalibriermessungen
an den Messtoren eines vektoriellen Netzwerkanalysators mit 4 Messtoren. Die verschiedenen
Darstellungen des Netzwerkanalysators 61–65 zeigen aufeinander
folgende Schritte der Kalibriermessung. An dem Netzwerkanalysator 50 ist
der erste Schritt 61 einer Kalibriermessung verdeutlicht. Das Referenz-Zweitor
52, welches die Messstelle 51 beinhaltet, ist mittels der beiden
Durchverbindungen 53 mit einem weiteren Mess-Zweitor 58 verbunden.
In den weiteren Schritten 62 bis 63 wird das Referenz-Zweitor
52 mit sämtlichen weiteren Mess-Zweitoren 59, 60
verbunden. Die Schritte 64 und 65 zeigen den gleichzeitigen Abschluss
sämtlicher Mess-Zweitore 52, 58, 59, 60
durch unterschiedliche Abschlüsse 56, 57. In 64
sind die Abschlüsse durch Impedanzen 56 realisiert; In 65
sind die Abschlüsse durch Kurzschlüsse 57 realisiert.
In 5 wird eine zweite beispielhafte Abfolge
von Kalibriermessungen an den Messtoren eines vektoriellen Netzwerkanalysators mit
5 Messtoren gezeigt. Zunächst wird im Schritt 91 ein Referenz-Mess-Zweitor-Paar
81 mit dem weiteren Mess-Zweitor-Paar 82 mittels einer Durchverbindung
84 verbunden. In Schritt 92 werden die, dem Referenz-Mess-Zweitor-Paar
81 angehörenden, Mess-Zweitore 95 und 96 mittels
einer Durchverbindung 85 verbunden. Ebenso werden in Schritt
93 die, dem zweiten Mess-Zweitor-Paar 82 angehörenden, Mess-Zweitore
97 und 98 mittels einer Durchverbindung 86 verbunden.
In dem letzten Schritt 94 wird ein asymmetrisches Mess-Zweitor
83 mittels einer Durchverbindung 87 mit einem Referenz-Zweitor
98 verbunden.
6 zeigt die Möglichkeit des Ersatzes einer Kalibriermessung
bei Anschluss von n Kalibrierstandards durch n Kalibriermessungen bei Anschluss
eines Kalibrierstandards. Im Schritt 100 sind sämtliche Messtore
112 des Netzwerkanalysators 105 an den Messstellen 111
mit Impedanzen 106 abgeschlossen. In den Schritten 101 bis
104 ist die alternative Möglichkeit dargestellt, die Messtore nacheinander
mit einer Impedanz 107 bis 110 abzuschließen.
In 7 werden die Messtore eines beispielhaften
alternativen Netzwerkanalysators mit n Messtoren und n + 1 Messstellen dargestellt.
Der Netzwerkanalysator 122 verfügt über die unabhängigen
Messstellen 121 und über die gemeinsame Referenz-Messstelle
122. Die Messtore 123 werden durch Nutzung jeweils einer unabhängigen
Messstelle 121 und der gemeinsamen Referenz-Messstelle 122 gebildet.
Es soll abschließend darauf hingewiesen werden, dass neben dem
bereits vorgestellten Sende/Umschalter-Konzept eine weitere einfache Möglichkeit
der Realisierung besteht. Man kann direkt n Sendeoszillatoren einsetzen. In diesem
Fall werden keine Umschalter benötigt. Des weiteren ist es möglich die
beiden Oszillatoren durch einen Oszillator, einem Signalteiler und schaltbare Phasenschieber
zu ersetzen. Dieses macht jedoch nur bei einer schmalbandigen Realisierung eines
VNA Sinn.
Die Verfahren der Ansprüche unter 1 und 3 unterscheiden sich
von den Verfahren der Ansprüche unter 2 und 4 dergestalt, dass die erstgenannten
mit einer Durchverbindungs-Messung weniger auskommen, aber die letzteren jeden für
differentielle Messungen wichtigen Pfad beinhalten.
Die Verfahren der Ansprüche unter 1 und 2 unterscheiden sich
von den Verfahren der Ansprüche unter 3 und 4 dergestalt, dass bei letzteren
im Minimalfall nur zwei unterschiedliche Eintor-Standards neben der Durchverbindung
eingesetzt werden.
Die Erfindung lässt sich weiterhin derartig ausgestalten, dass
sämtliche als 7-Term-Verfahren bekannte Realisierungsmöglichkeiten der
Kalibrierstandards eingesetzt werden können. Zu diesen 7-Term-Verfahren zählt
man die Mono-Mode-Verfahren: TAN, TNA, LAN, TRL, TLR, LLR, LRL, TAR, TMR, TRM, TMS,
LMS, TMO, LMO, TMN, LNN, TZU, TZY, TYU, TMSO (= Quick-SOLT) und LZY.
Mit derartig geringen Ansprüchen an die Kalibrierstandards lassen
sich die erfindungsgemäßen Multi-Moden-Kalibrierverfahren auch ausgezeichnet
für automatisierte Kalibrierungen von VNA in koaxialen Umgebungen einsetzen.
Für Mono-Mode-Zweitor-Kalibrierungen werden Algorithmen und zugehörige
Schaltnetzwerke bereits von mehreren Herstellern vertrieben. Bei Multi-Moden-Mehrtor-Kalibrierungen
ist die Anzahl der Kontaktierungen der Kalibrierstandards merklich größer,
was Zeit und Geld kostet und ein erhöhtes Fehlerrisiko in sich birgt.
Diese Patentanmeldung bezieht sich bei der Multi-Moden-Mehrtor-Kalibrierung
nur auf die Verwendung von Gleich- und Gegentaktmoden in (Quasi-)TEM-Leitungssystemen,
deren Betrachtungen zum jetzigen Stand der Technik sehr interessant ist. Jedoch
lassen sich diesen Verfahren auf jeden beliebigen Mikrowellen-Mode ausdehnen.
Beispielsweise lassen sich diese Verfahren auch für mehrere Moden
im Hochleiter wie auch mehrere Moden im Freiraum anwenden.
Die Erfindung ist nicht auf das dargestellte Ausführungsbeispiel
beschränkt. Wie bereits erwähnt, können zum Beispiel unterschiedliche
Kalibrierstandards eingesetzt werden. Alle vorstehend beschriebenen Merkmale oder
in den Figuren gezeigten Merkmale sind im Rahmen der Erfindung beliebig miteinander
kombinierbar.
Anspruch[de]
Verfahren zum Kalibrieren vektorieller Netzwerkanalysatoren, welche
über n Messtore (10a, 10b, 10c, 10d,
12a, 12b, 12c, 12d) verfügen, zur Vermessung
von elektrischen Bauteilen mit differenziellen Anschlüssen,
wobei mehrere Kalibriermessungen durchgeführt werden,
wobei mehrere unterschiedliche Kalibrierstandards (53, 54,
55, 56, 57, 84, 85, 86,
87, 106, 107, 108, 109, 110)
an die Messtore (10a, 10b, 10c, 10d,
12a, 12b, 12c, 12d) angeschlossen werden,
dadurch gekennzeichnet,
dass zur Kalibrierung die folgenden Messungen durchgeführt werden:
– (n – 1) Kalibriermessungen,
wobei ein Referenz-Mess-Zweitor (52) mit jedem weiteren Mess-Zweitor (58,
59, 60) nacheinander mittels direkter Verbindungen (53,
54, 55) oder kurzer angepasster Leitungen bekannter Reflexion,
Länge und Dämpfung verbunden wird,
– eine Kalibriermessung,
wobei alle n Messtore mittels jeweils bekannter Eingangsimpedanzen (56)
beliebiger Transmissionseigenschaften abgeschlossen werden, und
– eine Kalibriermessung,
wobei alle Messtore mittels unbekannter jeweils identischer, reflektierender Abschlüsse
(57) abgeschlossen werden.Verfahren zum Kalibrieren vektorieller Netzwerkanalysatoren, welche
über n Messtore (10a, 10b, 10c, 10d,
12a, 12b, 12c, 12d) verfügen, zur Vermessung
von elektrischen Bauteilen mit differenziellen Anschlüssen,
wobei mehrere Kalibriermessungen durchgeführt werden,
wobei mehrere unterschiedliche Kalibrierstandards (53, 54,
55, 56, 57, 84, 85, 86,
87, 106, 107, 108, 109, 110)
an die Messtore (10a, 10b, 10c, 10d,
12a, 12b, 12c, 12d) angeschlossen werden,
dadurch gekennzeichnet,
dass zumindest 4 Messtore (52, 58, 59, 60,
83, 95, 96, 97, 98) kalibriert werden,
dass zur Kalibrierung die folgenden Messungen durchgeführt werden:
– Kalibriermessungen,
wobei ein Referenz-Mess-Zweitor-Paar (81) mit jedem weiteren Mess-Zweitor-Paar
(82) nacheinander mittels direkter Verbindungen (84) oder kurzer
angepasster Leitungen bekannter Reflexion, Länge und Dämpfung verbunden
wird,
– Kalibriermessungen,
wobei die beiden Messtore (95 und 96, 97 und
98) jedes Mess-Zweitor-Paars (81, 82) mittels direkter
Verbindungen (84) oder kurzer angepasster Leitungen bekannter Reflexion,
Länge und Dämpfung miteinander verbunden werden,
– Kalibriermessungen,
wobei jedes unsymmetrische Messtor (83), welches nicht zu einem Mess-Zweitor-Paar
(81, 82) gehört, nacheinander mittels direkter Verbindungen
(87) oder kurzer angepasster Leitungen bekannter Reflexion, Länge
und Dämpfung mit einem Referenz-Messtor (98) verbunden wird,
– eine Kalibriermessung,
wobei alle n Messtore (52, 58, 59, 60,
83, 95, 96, 97, 98) mittels jeweils
bekannter Eingangs-Impedanzen (56, 106) beliebiger Transmissionseigenschaften
abgeschlossen werden, und
– eine Kalibriermessung,
wobei alle n Messtore (52, 58, 59, 60,
83, 95, 96, 97, 98) mittels unbekannter
jeweils identischer, reflektierender Abschlüsse (57) abgeschlossen
werden.Verfahren zum Kalibrieren vektorieller Netzwerkanalysatoren, welche
über n Messtore (10a, 10b, 10c, 10d,
12a, 12b, 12c, 12d) verfügen, zur Vermessung
von elektrischen Bauteilen mit differenziellen Anschlüssen, wobei mehrere Kalibriermessungen durchgeführt werden,
wobei mehrere unterschiedliche Kalibrierstandards (53, 54,
55, 56, 57, 84, 85, 86,
87, 106, 107, 108, 109, 110)
an die Messtore (10a, 10b, 10c, 10d,
12a, 12b, 12c, 12d) angeschlossen werden,
dadurch gekennzeichnet,
dass zur Kalibrierung die folgenden Messungen durchgeführt werden:
– (n – 1) Kalibriermessungen,
wobei ein Referenz-Mess-Zweitor (52) mit jedem weiteren Mess-Zweitor (58,
59, 60) nacheinander mittels direkter Verbindungen (53,
54, 55) oder kurzer angepasster Leitungen bekannter Reflexion,
Länge und Dämpfung verbunden wird,
– n Kalibriermessungen,
wobei alle n Messtore (52, 58, 59, 60) nacheinander
mittels zumindest einer bekannten Eingangsimpedanz (56) beliebiger Transmissionseigenschaften
abgeschlossen werden, und
– n Kalibriermessungen,
wobei alle n Messtore (52, 58, 59, 60) nacheinander
mittels identischer, nicht notwendigerweise bekannter reflektierender Abschlüsse
(57) abgeschlossen werden.Verfahren zum Kalibrieren vektorieller Netzwerkanalysatoren, welche
über n Messtore (10a, 10b, 10c, 10d,
12a, 12b, 12c, 12d) verfügen, zur Vermessung
von elektrischen Bauteilen mit differenziellen Anschlüssen,
wobei mehrere Kalibriermessungen durchgeführt werden,
wobei mehrere unterschiedliche Kalibrierstandards (53, 54,
55, 56, 57, 84, 85, 86,
87, 106, 107, 108, 109, 110)
an die Messtore (10a, 10b, 10c, 10d,
12a, 12b, 12c, 12d) angeschlossen werden,
dadurch gekennzeichnet,
dass zumindest 4 Messtore (52, 58, 59, 60,
83, 95, 96, 97, 98) kalibriert werden,
dass zur Kalibrierung die folgenden Messungen durchgeführt werden:
– Kalibriermessungen,
wobei ein Referenz-Mess-Zweitor-Paar (81) mit jedem weiteren Mess-Zweitor-Paar
(82) nacheinander mittels direkter Verbindungen (84) oder kurzer
angepasster Leitungen bekannter Reflexion, Länge und Dämpfung verbunden
wird,
– Kalibriermessungen,
wobei die beiden Messtore (95 und 96, 97 und
98) jedes Mess-Zweitor-Paars (81, 82) mittels direkter
Verbindungen (85, 86) oder kurzer angepasster Leitungen bekannter
Reflexion, Länge und Dämpfung miteinander verbunden werden,
– Kalibriermessungen,
wobei jedes unsymmetrische Messtor (83), welches nicht zu einem Mess-Zweitor-Paar
(81, 82) gehört, nacheinander mittels direkter Verbindungen
(87) oder kurzer angepasster Leitungen bekannter Reflexion, Länge
und Dämpfung mit einem Referenz-Messtor (98) verbunden wird,
– n Kalibriermessungen,
wobei alle n Messtore (52, 58, 59, 60,
83, 95, 96, 97, 98) nacheinander mittels
zumindest einer bekannten Eingangs-Impedanz (56, 106,
107, 108, 109, 110) beliebiger Transmissionseigenschaften
abgeschlossen werden, und
– n Kalibriermessungen,
wobei alle n Messtore (52, 58, 59, 60,
83, 95, 96, 97, 98) nacheinander mittels
identischer, nicht notwendigerweise bekannter reflektierender Abschlüsse (57)
abgeschlossen werden.Verfahren nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Messtore (123) des Netzwerkanalysators durch jeweils eine unabhängige
Messstelle (121) und eine gemeinsame Referenzmessstelle (122)
gebildet werden, und
dass eine weitere Kalibriermessung durchgeführt wird,
wobei alle n Messtore (123) mittels bekannter, nicht notwendigerweise identischer
reflektierender Abschlüsse beliebiger Transmissionseigenschaften abgeschlossen
werden.Verfahren nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Messtore (123) des Netzwerkanalysators durch jeweils eine unabhängige
Messstelle (121) und eine gemeinsame Referenzmessstelle (122)
gebildet werden, und
dass n weitere Kalibriermessungen durchgeführt werden,
wobei alle n Messtore (123) nacheinander mittels bekannter, nicht notwendigerweise
identischer reflektierender Abschlüsse beliebiger Transmissionseigenschaften
abgeschlossen werden.Verfahren nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Messtore (123) des Netzwerkanalysators durch jeweils eine unabhängige
Messstelle (121) und eine gemeinsame Referenzmessstelle (122)
gebildet werden,
dass eine weitere Kalibriermessung durchgeführt wird,
wobei alle n Messtore (123) nacheinander mittels bekannten, identischen
Impedanzen abgeschlossen werden, und
dass zwei weitere Kalibriermessung durchgeführt werden,
wobei alle n Messtore (123) nacheinander mittels zumindest zweier bekannter,
deutlich unterschiedlich stark reflektierender Abschlüsse beliebiger Transmissionseigenschaften
abgeschlossen werden.Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet,
dass zumindest eine Anregung zumindest eines Messtors (10a, 10b,
10c, 10d, 12a, 12b, 12c,
12d) durch zumindest einen Sendeoszillator (17a, 17b)
innerhalb einer Kalibriermessung nacheinander mit einer Gleichtakt-Mode und mit
einer Gegentakt-Mode erfolgt.Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 8,
dadurch gekennzeichnet,
dass Reflexionsparameter und Transmissionsparameter an sämtlichen mit den Messtoren
(10a, 10b, 10c, 10d, 12a,
12b, 12c, 12d) verbundenen Anschlüssen (18,
19, 20, 21) des vektoriellen Netzwerkanalysators gemessen
werden,
dass aus den gemessenen Parametern Fehlernetzwerke (13, 14a,
14b, 14c, 22a, 22b) berechnet werden,
dass Fehlernetzwerke (13, 14a, 14b, 14c,
22a, 22b) durch Matrizen dargestellt sind, welche die für
eine Korrekturrechnung von Roh-Messwerten notwendigen Daten enthalten, und
dass die Fehlernetzwerke (13, 14a, 14b, 14c,
22a, 22b) getrennte Parameter für die Anregung mit einer
Gleichtakt-Mode und mit einer Gegentakt-Mode beinhalten.Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 9,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Anregung durch zwei Signal-Generatoren (17a, 17b) erfolgt,
und
dass die Phasen der Anregungs-Signale zumindest um 90°, vorzugsweise um ca.
180° verschoben sind.Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 10,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Anregung durch einen Signalgenerator erfolgt,
dass das Anregungs-Signal bei Anregung mit einer Gegentakt-Mode in zwei Anregungs-Signale
aufgespalten wird, und
dass die Phase eines der beiden Anregungs-Signale zumindest um 90°, vorzugsweise
um ca. 180° verschoben wird.Vorrichtung zum Kalibrieren vektorieller Netzwerkanalysatoren, welche
über n Messtore (10a, 10b, 10c, 10d,
12a, 12b, 12c, 12d) verfügen, zur Vermessung
von elektrischen Bauteilen mit differenziellen Anschlüssen, mit mehreren unterschiedlichen
Kalibrierstandards (53, 54, 55, 56,
57, 84, 85, 86, 87, 106,
107, 108, 109, 110),
wobei mit der Vorrichtung mehrere Kalibriermessungen durchführbar sind,
wobei die mehreren unterschiedlichen Kalibrierstandards (53,
54, 55, 56, 57, 84, 85,
86, 87, 106, 107, 108, 109,
110) an die Messtore (10a, 10b, 10c,
10d, 12a, 12b, 12c, 12d) anschaltbar
sind,
dadurch gekennzeichnet,
dass mit der Vorrichtung zur Kalibrierung die folgenden Messungen durchführbar
sind:
– (n – 1) Kalibriermessungen,
wobei ein Referenz-Mess-Zweitor (52) mit jedem weiteren Mess-Zweitor (58,
59, 60) nacheinander mittels direkter Verbindungen (53,
54, 55) oder kurzer angepasster Leitungen bekannter Reflexion,
Länge und Dämpfung verbunden ist,
– eine Kalibriermessung,
wobei alle n Messtore (52, 58, 59, 60) mittels
jeweils bekannter Eingangsimpedanzen (56) beliebiger Transmissionseigenschaften
abgeschlossen sind, und
– eine Kalibriermessung,
wobei alle Messtore mittels unbekannter jeweils identischer, reflektierender Abschlüsse
(57) abgeschlossen sind.Vorrichtung zum Kalibrieren vektorieller Netzwerkanalysatoren, welche
über n Messtore (10a, 10b, 10c, 10d,
12a, 12b, 12c, 12d) verfügen, zur Vermessung
von elektrischen Bauteilen mit differenziellen Anschlüssen, mit mehreren unterschiedlichen
Kalibrierstandards (53, 54, 55, 56,
57, 84, 85, 86, 87, 106,
107, 108, 109, 110),
wobei mit der Vorrichtung mehrere Kalibriermessungen durchführbar sind,
wobei die mehreren unterschiedlichen Kalibrierstandards (53,
54, 55, 56, 57, 84, 85,
86, 87, 106, 107, 108, 109,
110) an die Messtore (10a, 10b, 10c,
10d, 12a, 12b, 12c, 12d) anschaltbar
sind,
dadurch gekennzeichnet,
dass mit der Vorrichtung zumindest 4 Messtore (n > 3) (52,
58, 59, 60, 83, 95, 96,
97, 98) kalibrierbar sind,
dass mit der Vorrichtung zur Kalibrierung die folgenden Messungen durchführbar
sind:
– Kalibriermessungen,
wobei ein Referenz-Mess-Zweitor-Paar (81) mit jedem weiteren Mess-Zweitor-Paar
(82) nacheinander mittels direkter Verbindungen (84) oder kurzer
angepasster Leitungen bekannter Reflexion, Länge und Dämpfung verbunden
ist,
– Kalibriermessungen,
wobei die beiden Messtore (95 und 96, 97 und
98) jedes Mess-Zweitor-Paars (81, 82) mittels direkter
Verbindungen (85, 86) oder kurzer angepasster Leitungen bekannter
Reflexion, Länge und Dämpfung miteinander verbunden sind,
– Kalibriermessungen,
wobei jedes unsymmetrische Messtor (83), welches nicht zu einem Mess-Zweitor-Paar
(81, 82) gehört, nacheinander mit einem Referenz-Messtor
(98) verbunden ist,
– eine Kalibriermessung,
wobei alle n Messtore (52, 58, 59, 60,
83, 95, 96, 97, 98) mittels jeweils
bekannter Eingangsimpedanzen (56, 106) beliebiger Transmissionseigenschaften
abgeschlossen sind, und
– eine Kalibriermessung,
wobei alle n Messtore mittels unbekannter jeweils identischer, reflektierender Abschlüsse
(57) abgeschlossen sind.Vorrichtung zum Kalibrieren vektorieller Netzwerkanalysatoren, welche
über n Messtore (10a, 10b, 10c, 10d,
12a, 12b, 12c, 12d) verfügen, zur Vermessung
von elektrischen Bauteilen mit differenziellen Anschlüssen, mit mehreren unterschiedlichen
Kalibrierstandards (53, 54, 55, 56,
57, 84, 85, 86, 87, 106,
107, 108, 109, 110),
wobei mit der Vorrichtung mehrere Kalibriermessungen durchführbar sind,
wobei die mehreren unterschiedlichen Kalibrierstandards (53,
54, 55, 56, 57, 84, 85,
86, 87, 106, 107, 108, 109,
110) an die Messtore (10a, 10b, 10c,
10d, 12a, 12b, 12c, 12d) anschaltbar
sind,
dadurch gekennzeichnet,
dass mit der Vorrichtung zur Kalibrierung die folgenden Messungen durchführbar
sind:
– (n – 1) Kalibriermessungen,
wobei ein Referenz-Mess-Zweitor (52) mit jedem weiteren Mess-Zweitor (58,
59, 60) nacheinander mittels direkter Verbindungen (53,
54, 55) oder kurzer angepasster Leitungen bekannter Reflexion,
Länge und Dämpfung verbunden ist,
– n Kalibriermessungen,
wobei alle n Messtore (52, 58, 59, 60) nacheinander
mittels zumindest einer bekannten Eingangs-Impedanz (56) beliebiger Transmissionseigenschaften
abgeschlossen sind, und
– n Kalibriermessungen,
wobei alle n Messtore nacheinander mittels identischer, nicht notwendigerweise bekannter
reflektierender Abschlüsse (57) abgeschlossen sind.Vorrichtung zum Kalibrieren vektorieller Netzwerkanalysatoren, welche
über n Messtore (10a, 10b, 10c, 10d,
12a, 12b, 12c, 12d) verfügen, zur Vermessung
von elektrischen Bauteilen mit differenziellen Anschlüssen, mit mehreren unterschiedlichen
Kalibrierstandards (53, 54, 55, 56,
57, 84, 85, 86, 87, 106,
107, 108, 109, 110),
wobei mit der Vorrichtung mehrere Kalibriermessungen durchführbar sind,
wobei die mehreren unterschiedlichen Kalibrierstandards (53,
54, 55, 56, 57, 84, 85,
86, 87, 106, 107, 108, 109,
110) an die Messtore (10a, 10b, 10c,
10d, 12a, 12b, 12c, 12d) anschaltbar
sind,
dadurch gekennzeichnet,
dass mit der Vorrichtung zumindest 4 Messtore (n > 3) kalibrierbar sind,
dass mit der Vorrichtung zur Kalibrierung die folgenden Messungen durchführbar
sind:
– Kalibriermessungen,
wobei ein Referenz-Mess-Zweitor-Paar (81) mit jedem weiteren Mess-Zweitor-Paar
(82) nacheinander mittels direkter Verbindungen (84)
oder kurzer angepasster Leitungen bekannter Reflexion, Länge und Dämpfung
verbunden ist,
– Kalibriermessungen,
wobei die beiden Messtore (95 und 96, 97 und
98) jedes Mess-Zweitor-Paars (81, 82) mittels direkter
Verbindungen (85, 86) oder kurzer angepasster Leitungen bekannter
Reflexion, Länge und Dämpfung miteinander verbunden sind,
– Kalibriermessungen,
wobei jedes unsymmetrische Messtor (83), welches nicht zu einem Mess-Zweitor-Paar
(81, 82) gehört, nacheinander mit einem Referenz-Messtor
(98) verbunden ist,
– n Kalibriermessungen,
wobei alle n Messtore nacheinander mittels zumindest einer bekannten Eingangs-Impedanz
(56, 106, 107, 108, 109,
110) beliebiger Transmissionseigenschaften abgeschlossen sind, und
– n Kalibriermessungen,
wobei alle n Messtore (83, 95, 96, 97,
98) nacheinander mittels identischer, nicht notwendigerweise bekannter
reflektierender Abschlüsse (57) abgeschlossen sind.Vorrichtung nach Anspruch 12 oder 13,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Messtore (123) des Netzwerkanalysators durch jeweils eine unabhängige
Messstelle (121) und eine gemeinsame Referenzmessstelle (122)
gebildet sind, und
dass eine weitere Kalibriermessung durchführbar ist, wobei alle n Messtore
(123) mittels bekannter, nicht notwendigerweise identischer reflektierender
Abschlüsse beliebiger Transmissionseigenschaften abgeschlossen sind.Vorrichtung nach Anspruch 12 oder 13,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Messtore (123) des Netzwerkanalysators durch jeweils eine unabhängige
Messstelle (121) und eine gemeinsame Referenzmessstelle (122)
gebildet sind, und
dass n weitere Kalibriermessungen durchführbar sind, wobei alle n Messtore
(123) nacheinander mittels bekannter, nicht notwendigerweise identischer
reflektierender Abschlüsse beliebiger Transmissionseigenschaften abgeschlossen
sind.Vorrichtung nach Anspruch 12 oder 13,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Messtore (123) des Netzwerkanalysators durch jeweils eine unabhängige
Messstelle (121) und eine gemeinsame Referenzmessstelle (122)
gebildet sind,
dass eine weitere Kalibriermessung durchführbar ist, wobei alle n Messtore
(123) nacheinander mittels bekannten, identischen Impedanzen abgeschlossen
sind, und
dass zwei weitere Kalibriermessung durchführbar sind,
wobei alle n Messtore (123) nacheinander mittels zumindest zweier bekannter,
deutlich unterschiedlich stark reflektierender Abschlüsse beliebiger Transmissionseigenschaften
abgeschlossen sind.Vorrichtung nach einem der Ansprüche 12 bis 18, dadurch gekennzeichnet,
dass zumindest eine Anregung zumindest eines Messtors (10a, 10b,
10c, 10d, 12a, 12b, 12c,
12d) durch zumindest einen Sendeoszillator (17a, 17b)
innerhalb einer Kalibriermessung nacheinander mit einer Gleichtakt-Mode und mit
einer Gegentakt-Mode erfolgt.Vorrichtung nach einem der Ansprüche 12 bis 19,
dadurch gekennzeichnet,
dass Reflexionsparameter und Transmissionsparameter an sämtlichen mit den Messtoren
(10a, 10b, 10c, 10d, 12a,
12b, 12c, 12d) verbundenen Anschlüssen (18,
19, 20, 21) des vektoriellen Netzwerkanalysators mit
der Vorrichtung messbar sind,
dass die Vorrichtung einen Prozessor aufweise, der aus den gemessenen Parametern
Fehlernetzwerke (13, 14a, 14b, 14c,
22a, 22b) berechnet,
wobei die Fehlernetzwerke (13, 14a, 14b, 14c,
22a, 22b) durch Matrizen dargestellt sind, welche die für
eine Korrekturrechnung von Roh-Messwerten notwendigen Daten enthalten, und
dass die Fehlernetzwerke (13, 14a, 14b, 14c,
22a, 22b) getrennte Parameter für die Anregung mit einer
Gleichtakt-Mode und mit einer Gegentakt-Mode beinhalten.Vorrichtung nach einem der Ansprüche 12 bis 20, dadurch gekennzeichnet,
dass die Anregung durch zwei Signal-Generatoren (17a, 17b) erfolgt,
und
dass die Phasen der Anregungs-Signale zumindest um 90°, vorzugsweise um ca.
180° verschoben sind.Vorrichtung nach einem der Ansprüche 12 bis 21,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Anregung durch einen Signalgenerator erfolgt,
dass das Anregungs-Signal bei Anregung mit einer Gegentakt-Mode in zwei Anregungs-Signale
aufgespalten ist, und
dass die Phase eines der beiden Anregungs-Signale zumindest um 90°, vorzugsweise
um ca. 180° verschoben ist.